Der Untertan (Taschenbuch) / Heinrich Mann Testbericht
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Erfahrungsbericht von Darkgravity
Das frühere Deutschtum - Ein Graus!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich beginne mit einem Zitat von Kurt Tucholsky: \" Dieses Buch Heinrich Manns, heute, Goft sei Dank, in aller Hände, ist das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz: in seiner Sucht zu befehlen und zu gehorchen, in seiner Roheit und in seiner Religiosität, in seiner Erfolgsanbeterei und in seiner namenlosen Zivilfeigheit...\"
Inhalt
Der Roman \"Der Untertan\" von Heinrich Mann erzählt den Großteil einer Lebensgeschichte eines fiktiven, typisch deutschen Mannes im Ende des 19. Jahrhunderts - Anfang des 20.Jahrhunderts. Von Kindheit an, über seine Zeit beim Militär, zum Studium, schließlich die Übernahme der Firma seines Vaters, seine Hochzeit und Ehe, seine politische Karriere, seine Kaisertreue bis zu dem Punkt, an dem er scheitert...
Zum Autor
Heinrich Mann wurde 1871 geboren - als älterer Bruder von Thomas Mann. Schon mit 14 Jahren begann er seine ersten schriftstellerischen Versuche. Aus dem Gymnnasium schied er schon früh aus - ohne das Abitur und begann eine Lehre im Buchhandel in Dresden. 1891 - 1892 war Heinrich Mann Volontär im S. Fischer Verlag und betrieb Studien an der F. W. Universität in Berlin. Nach einem Sanatoriumsaufenthalt wegen einer Lungenblutung siedelt die Familie nach München über. Später ist sein Leben durch viele Reisen gekennzeichnet. Immer wieder schreibt er an seinen Werken und stellt bis zu seiner Hochzeit mit der Schauspielerin Maria Karnová ca 20 seiner Werke fertig. Später zerstreitet er sich mit seinem Bruder Thomas Mann, versöhnt sich mit ihm aber wieder. Mit Hitlers Machtergreifung beginnt ein Einscnitt in sein Leben: 1933 - 1940 hält er sich in Frankreich - unter anderem in Nizza auf. Er reist nach Prag, Genf und Zürich und schreibt politische Artikel in der \"Dêpeche de Toulouse\". Er wird zum Vorsitzenden des Vorbereitenden Ausschusses der deutschen Volksfront und Ehrenpräsident des SDS. Heinrich Mann schreibt in dieser Zeit viele antifaschistische Flugschriften. Mit vielen Titeln geschmückt, z.B. Ehrendoktor der Humboldt - Universität Berlin, erster Präsident der Akademie der Künste zu Berlin/ DDR stirbt Heinrich Mann schließlich am 12. März 1950 in Santa Monica bei Los Angeles.
Die hier präsentierte Biografie ist äußerst lückenhaft und kann nur dazu dienen, sich ein grobes Bild von diesem großen deutschen Schriftsteller zu machen. Würde ich etwas genauer auf die Biografie eingehen, würde der Artikel schnell zu einem wahren Riesen mutieren. Deshalb bitte ich, es mir nachzusehen, auch wenn so mancher wichtiger Punkt im Leben des Heinrich Mann hier fehlt.
Das Buch
\"Der Untertan\" gehört zu den Romanen, die in jeder Universität im Fach Germanistik in der dortigen Leseliste aufgeführt sind. Er zählt also zum allgemeinen Kanon in der deutschen Literaturwissenschaft und damit zum höchsten Bildungsgut.
Heinrich Mann selbst wollte mit diesem Buch gegen den unbedingten Gehorsam, die Zucht und Ordnung und die preußische Befehlskultur predigen. Knallhart und erbarmungslos scheinen oft die Vorgehensweisen des \"Diederich\", der die Hauptperson darstellt. Dass \"Diederich\" auch nur ein Opfer der damaligen Zeit ist, kann man zwischen den Zeilen lesen - öfter jedoch ist man schockiert, wie ein Mensch nur so wenig Herz haben kann.
\"Der Untertan\" hat ca. 480 Seiten und ist für einen Roman aus der bürgerlichen Ästhetik doch relativ spannend geschrieben. Sehr mitreißend und die unterschiedlichsten Gefühle hervorrufend sind die Verhaltensweisen des \"Diederich\". Noch erschreckender wird das dann, wenn man sich einigermaßen in der Geschichte auskennt und seine Parallelen ziehen kann...so mancher Deutscher war damals ein kleiner \"Diederich\". Genau auf dies wollte Heinrich Mann auch hinaus. Er wollte den deutschen \"Michel\" in voller Montur zeigen und anprangern. Dies ist ihm in diesem wirklich hervorragenden Buch gelungen, wie keinem anderen.
Heinrich Mann war ja ein sehr politischer Mensch, der sich durchaus im gesellschaftlichen Leben beteiligt hat. Möglicherweise hat er vorhergesehen, was ein solcher Umgang mit Menschen in der Befehlskultur Preußens möglicherweise hervorbringen kann.
Lest selbst und bildet eure Meinung - ich jedenfalls bin sehr froß, dass ich in der heutigen Zeit leben darf ;O).
Bemerkungen
So, hier kommt noch eine allgemeine Bewertung von mir. \"Der Untertan\" von Heinrich Mann ist ein Roman, der gut zu lesen ist. Nicht überspannend, aber doch sehr interessant vermittelt er die Möglichkeit, die Denkweise der Menschen im 19. Jahrhundert ansatzweise nachzuvollziehen. Man darf ja nie vergessen, dass jeder Roman überhaupt fast jegliche Art von Literatur nur Fiktion ist, doch denke ich, dass dieser Roman der Realität schon einigermaßen nahe ist.
Das Buch ist geeignet für jeden, der sich ernsthaft für Literatur interessiert. Zur allgemeinen Belustigung dürfte er wohl kaum nützlich sein, außer man verfügt über einen sehr ausgefallenen Humor ;O). Schülern im Gymnasium würde ich dieses Buch frühestens ab der 11. Klasse empfehlen, da schon ein paar geschichtliche Kenntnisse gerade über das 19. Jahrhundert bekannt sein sollten.
Dem, der sich in unserer Gesellchaft unfrei und eingesperrt vorkommt, dem sei das Buch auch sehr empfohlen - vielleicht wird er ja geheilt ;O).
Ich persönlich fand vor allem den Stil Heinrich Manns sehr schön. Das Buch wirkte auf mich nicht langweilig, sondern höchst interessant.
Lest selbst und bildet euch, denn Bildung ist der größte Schritt in die Freiheit!
Als letztes Add - On möchte ich noch sagen:
Vielleicht ist es jemandem aufgefallen, dass meine Inhaltsangaben immer sehr kurz ausfallen. Dazu möchte ich bemerken, dass ich nicht will, dass man das Buch nach meinem Bericht schon so gut kennt, dass man es schon nach 20 Seiten langweilig findet.
Ich schreibe das deshalb an diese Stelle, weil ich des öfteren bereits bei anderen Rezensionen bemerkt habe, wie lang die Inhaltsangaben sind, während meine sich nur auf wenige Zeilen erstrecken. Gerade bei Filmen - nach vielen Rezensionen, so nützlich sie auch sind , habe ich gar keine Lust mehr den Film zu sehen, weil ich bereits meine, ihn zu kennen.
Deshalb bitte ich für die Kürze meiner Inhaltsberichte um Verständnis.
Vielen Dank fürs Lesen , Bewerten und Kommentieren
Euer Darkgravity
Inhalt
Der Roman \"Der Untertan\" von Heinrich Mann erzählt den Großteil einer Lebensgeschichte eines fiktiven, typisch deutschen Mannes im Ende des 19. Jahrhunderts - Anfang des 20.Jahrhunderts. Von Kindheit an, über seine Zeit beim Militär, zum Studium, schließlich die Übernahme der Firma seines Vaters, seine Hochzeit und Ehe, seine politische Karriere, seine Kaisertreue bis zu dem Punkt, an dem er scheitert...
Zum Autor
Heinrich Mann wurde 1871 geboren - als älterer Bruder von Thomas Mann. Schon mit 14 Jahren begann er seine ersten schriftstellerischen Versuche. Aus dem Gymnnasium schied er schon früh aus - ohne das Abitur und begann eine Lehre im Buchhandel in Dresden. 1891 - 1892 war Heinrich Mann Volontär im S. Fischer Verlag und betrieb Studien an der F. W. Universität in Berlin. Nach einem Sanatoriumsaufenthalt wegen einer Lungenblutung siedelt die Familie nach München über. Später ist sein Leben durch viele Reisen gekennzeichnet. Immer wieder schreibt er an seinen Werken und stellt bis zu seiner Hochzeit mit der Schauspielerin Maria Karnová ca 20 seiner Werke fertig. Später zerstreitet er sich mit seinem Bruder Thomas Mann, versöhnt sich mit ihm aber wieder. Mit Hitlers Machtergreifung beginnt ein Einscnitt in sein Leben: 1933 - 1940 hält er sich in Frankreich - unter anderem in Nizza auf. Er reist nach Prag, Genf und Zürich und schreibt politische Artikel in der \"Dêpeche de Toulouse\". Er wird zum Vorsitzenden des Vorbereitenden Ausschusses der deutschen Volksfront und Ehrenpräsident des SDS. Heinrich Mann schreibt in dieser Zeit viele antifaschistische Flugschriften. Mit vielen Titeln geschmückt, z.B. Ehrendoktor der Humboldt - Universität Berlin, erster Präsident der Akademie der Künste zu Berlin/ DDR stirbt Heinrich Mann schließlich am 12. März 1950 in Santa Monica bei Los Angeles.
Die hier präsentierte Biografie ist äußerst lückenhaft und kann nur dazu dienen, sich ein grobes Bild von diesem großen deutschen Schriftsteller zu machen. Würde ich etwas genauer auf die Biografie eingehen, würde der Artikel schnell zu einem wahren Riesen mutieren. Deshalb bitte ich, es mir nachzusehen, auch wenn so mancher wichtiger Punkt im Leben des Heinrich Mann hier fehlt.
Das Buch
\"Der Untertan\" gehört zu den Romanen, die in jeder Universität im Fach Germanistik in der dortigen Leseliste aufgeführt sind. Er zählt also zum allgemeinen Kanon in der deutschen Literaturwissenschaft und damit zum höchsten Bildungsgut.
Heinrich Mann selbst wollte mit diesem Buch gegen den unbedingten Gehorsam, die Zucht und Ordnung und die preußische Befehlskultur predigen. Knallhart und erbarmungslos scheinen oft die Vorgehensweisen des \"Diederich\", der die Hauptperson darstellt. Dass \"Diederich\" auch nur ein Opfer der damaligen Zeit ist, kann man zwischen den Zeilen lesen - öfter jedoch ist man schockiert, wie ein Mensch nur so wenig Herz haben kann.
\"Der Untertan\" hat ca. 480 Seiten und ist für einen Roman aus der bürgerlichen Ästhetik doch relativ spannend geschrieben. Sehr mitreißend und die unterschiedlichsten Gefühle hervorrufend sind die Verhaltensweisen des \"Diederich\". Noch erschreckender wird das dann, wenn man sich einigermaßen in der Geschichte auskennt und seine Parallelen ziehen kann...so mancher Deutscher war damals ein kleiner \"Diederich\". Genau auf dies wollte Heinrich Mann auch hinaus. Er wollte den deutschen \"Michel\" in voller Montur zeigen und anprangern. Dies ist ihm in diesem wirklich hervorragenden Buch gelungen, wie keinem anderen.
Heinrich Mann war ja ein sehr politischer Mensch, der sich durchaus im gesellschaftlichen Leben beteiligt hat. Möglicherweise hat er vorhergesehen, was ein solcher Umgang mit Menschen in der Befehlskultur Preußens möglicherweise hervorbringen kann.
Lest selbst und bildet eure Meinung - ich jedenfalls bin sehr froß, dass ich in der heutigen Zeit leben darf ;O).
Bemerkungen
So, hier kommt noch eine allgemeine Bewertung von mir. \"Der Untertan\" von Heinrich Mann ist ein Roman, der gut zu lesen ist. Nicht überspannend, aber doch sehr interessant vermittelt er die Möglichkeit, die Denkweise der Menschen im 19. Jahrhundert ansatzweise nachzuvollziehen. Man darf ja nie vergessen, dass jeder Roman überhaupt fast jegliche Art von Literatur nur Fiktion ist, doch denke ich, dass dieser Roman der Realität schon einigermaßen nahe ist.
Das Buch ist geeignet für jeden, der sich ernsthaft für Literatur interessiert. Zur allgemeinen Belustigung dürfte er wohl kaum nützlich sein, außer man verfügt über einen sehr ausgefallenen Humor ;O). Schülern im Gymnasium würde ich dieses Buch frühestens ab der 11. Klasse empfehlen, da schon ein paar geschichtliche Kenntnisse gerade über das 19. Jahrhundert bekannt sein sollten.
Dem, der sich in unserer Gesellchaft unfrei und eingesperrt vorkommt, dem sei das Buch auch sehr empfohlen - vielleicht wird er ja geheilt ;O).
Ich persönlich fand vor allem den Stil Heinrich Manns sehr schön. Das Buch wirkte auf mich nicht langweilig, sondern höchst interessant.
Lest selbst und bildet euch, denn Bildung ist der größte Schritt in die Freiheit!
Als letztes Add - On möchte ich noch sagen:
Vielleicht ist es jemandem aufgefallen, dass meine Inhaltsangaben immer sehr kurz ausfallen. Dazu möchte ich bemerken, dass ich nicht will, dass man das Buch nach meinem Bericht schon so gut kennt, dass man es schon nach 20 Seiten langweilig findet.
Ich schreibe das deshalb an diese Stelle, weil ich des öfteren bereits bei anderen Rezensionen bemerkt habe, wie lang die Inhaltsangaben sind, während meine sich nur auf wenige Zeilen erstrecken. Gerade bei Filmen - nach vielen Rezensionen, so nützlich sie auch sind , habe ich gar keine Lust mehr den Film zu sehen, weil ich bereits meine, ihn zu kennen.
Deshalb bitte ich für die Kürze meiner Inhaltsberichte um Verständnis.
Vielen Dank fürs Lesen , Bewerten und Kommentieren
Euer Darkgravity
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