Man on Fire - Mann unter Feuer (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von kleenerknuffi

Ein Bodyguard sieht rot

Pro:

Spannung, Denzel Washington, Dakota Fanning

Kontra:

Eine Kürzung um 10-15 min hätte dem Film gut getan

Empfehlung:

Ja

Alle 60 Minuten wird in Lateinamerika ein Mensch entführt.
70% davon überleben die Entführung nicht.
So beginnt „Mann unter Feuer“ (im Original „Man on Fire“) die Neuverfilmung des auf einer wahren Geschichte basierenden, gleichnamigen Romans von A. J. Quinneks mit dem zweifachen Oscarpreisträger Denzel Washington und der jungen Dakota Fanning in den Hauptrollen.



>>Inhalt<<


In den letzten sechs Tagen gab es 24 Entführungen in Mexiko City. Da hierbei Kinder die gefährdetsten Opfer sind, haben wohlhabende Eltern Bodyguards für ihre Kleinen engagiert.
Auch der Fabrikbesitzer Samuel Ramos (Mark Anthony) und seine Frau Lisa (Radha Mitchell) erfahren von ihrem Anwalt und Freund Jordan Kalfon (Mickey Rourke), dass sie für ihre Tochter Pita (Dakota Fanning) einen Bodyguard einstellen müssen, da sie sonst ihre Entführungsversicherung [die Versicherung bezahlt das Lösegeld, wenn die versicherte Person trotz Bodyguard entführt wird] von der Gesellschaft nicht verlängert bekommen.
Doch Samuel ist ziemlich pleite und kann sich daher keinen der guten Personenschützer leisten.

Deshalb greift er zu als sich durch die Vermittlung von Rayburn (Christopher Walken) der alkoholabhängigen Ex Marine John Creasy (Denzel Washington) als günstiger Bodyguard bewirbt.
Dieser hat zwar reichlich wenig Lust der Aufpasser eines kleinen Mädchens zu sein, aber irgendetwas muss er ja schließlich arbeiten.

Pita schließt den traurig wirkenden Creasy schnell in ihr Herz und das altkluge Kind geht ihm mit seinen vielen Fragen schon am ersten Tag auf die Nerven. Während sie versucht Freundschaft zu ihm zu knüpfen weist er sie mit den Worten zurück, dass er als Bodyguard und nicht als ihr Freund bezahlt wird. Ein Ausspruch der das Mädchen verletzt.

Zudem plagen den Mann, der als Antiterroragent für die Regierung unzählige Menschen getötet hat Albträume wegen seines frühern Tötens. Albträume die er nur durch viel Alkohol betäuben kann und die ihn letztlich dazu bringen sich eine Pistole an den Kopf zu halten. Doch da die Kugel, die er sich in seinem Zimmer bei den Ramos in den Kopf jagen will, ein Blindgänger zu sein scheint nimmt er dies als Zeichen des Schicksals und beginnt seine Arbeit.

Als Pitas Eltern nach Detroit fliegen und Creasy mit ihr für eine Schwimmmeisterschaft trainiert, die sie dann auch gewinnt, beginnt sich der Einzelgänger dem kleinen Mädchen gegenüber zu öffnen.
Nach einiger Zeit schließt er das Mädchen sogar ins Herz und sie gibt ihm einen Grund sein Leben in den Griff zu bekommen.

Doch dann geschieht das Unfassbare. Als er auf Pita vor dem Haus ihres Klavierlehrers wartet, fällt ihm ein Wagen auf, der sie auf dem Schulweg schon einmal verfolgt hat.
In dem Moment in dem ihm bewusst wird, dass Pita entführt werden soll kommt diese auch schon aus dem Haus.
Creasy versucht sie zu beschützen und dabei kommt es zu einem Schusswechsel. Es gelingt im zwar vier der Entführer zu töten, doch dabei wird auch er schwer verletzt. Und dann muss er hilf- und bewegungslos zusehen, wie die restlichen Männer Pita mit sich mitnehmen.

John überlebt zwar mit knapper Not und kann nach mehreren Wochen sein Krankenbett verlassen, dafür wurde er aber in der Zwischenzeit wegen Mordes angeklagt. Denn zwei der Entführer waren korrupte Polizisten, die von der Bruderschaft „La Hermandad“ [einer Vereinigung von korrupten Politikern und Polizisten in Mexiko] beschützt wurden.

Aber dass ist nicht das was Creasy wirklich beschäftigt. Denn bei der Lösegeldübergabe wurden die 10 Millionen gestohlen und der Neffe des Kopfs der Entführerbande getötet.
Und dieser hat daraufhin Pita ermordet.
Und dies hat den Zorn von Creasy entfacht, der für seinen kleinen Schützling Vatergefühle entwickelt hatte.

Er sinnt auf Rache. Er will alle töten. Alle die an der Entführung und Ermordung Pitas beteiligt waren oder davon profitiert haben.
Denn töten ist das was er gelernt hat und das was er am besten kann.

Wird Creasy sein Vorhaben alle zu töten zu Ende bringen?
Welche Rolle wird die Kugel, die bei Creasys Selbstmordversuch versagte, noch spielen?
Und welches dunkle Geheimnis steckt hinter Pitas Entführung?



>>Schauspieler<<


Denzel Washington (Training Day-Oscar bester Hauptdarsteller, Glory- Oscar bester Nebendarsteller, Hurricane, Malcom X, Schrei nach Freiheit [jeweils Oscar-Nominierung.]) spielt den Ex Marine und Mitglied der Antiterroreinheit John Creasy, der aus dem Job ausgestiegen ist, da er ihn nicht mehr ertrug. Dieser wird wegen seiner früheren Arbeit als Auftragskiller für die amerikanische Regierung von Albträumen geplagt und ist dem Alkohol verfallen. Er meidet auch engeren zwischenmenschlichen Kontakt, bis es der kleinen Pita gelingt seinen Panzer zu durchbrechen. Und als das Mädchen, das er so in sein Herz geschlossen hat ermordet wird kehrt er zu seinen Wurzeln zurück und wird wieder das was er am besten ausfüllte, ein Killer.
Denzel Washington liefert wie gewohnt eine gute Leistung ab. In der ersten Hälfte des Films spielt er ihn ruhig, menschenscheu, depressiv und vom Leben voller Alkohol zerfressen. Dann lässt er seine Figur kurz glücklich und ausgeglichen wirken, bevor er nach Pitas Tod voller Zorn wirkt. Den Rest des Films lässt er seinen Charakter mitleidlos und zielsicher erscheinen. Er kann die verschiedenen Facetten auch glaubhaft darstellen.
Und doch hatte ich ein wenig den Eindruck, dass diese Rolle ihn ein wenig unterforderte und er sein wahres Talent ehre bei seinen anspruchsvolleren Charakterrollen zeigt.


Dakota Fanning (Ich bin Sam, Uptown Girls, Ein Kater macht Theater) spielt Pita, die Tochter eines Fabrikbesitzers. Da in ihrer Heimatstadt Mexiko City das Entführungsgeschäft boomt, engagiert ihr Vater Creasy als ihren Bodyguard um sie zu schützen. Sie schließt den bärbeißigen Mann schnell ins Herz und es gelingt ihr schließlich seinen Schutzpanzer zu durchbrechen und sich in sein Herz zu stehlen. Doch ihre Entführung und ihren anschließenden Tod lassen ihn zum Rächer werden.
Dakota Fanning kannte ich bisher noch nicht. Vom ersten Moment an fand ich sie süß. Und durch ihre Art Pita zu spielen, so altklug und voller Vertrauen auf und voller Liebe zu Creasy, schloss ich sie schnell in mein Herz. All das hat sie mit Bravour gemeistert, viel Talent gezeigt und mich damit überzeugt. Und es wird auch hoffentlich nicht der letzte Film sein mit dem uns Dakota Fanning erfreut.



>>Infos zum Film<<


Originaltitel: Man on fire
USA: 2004
FSK: 16
Studio: UIP


Darsteller:

John Creasy (Denzel Washington)
Pita Ramos (Dakota Fanning)
Rayburn (Christopher Walken)
Manzano (Giancarlo Giannini)
Lisa Ramos (Radha Mitchell)
Samuel Ramos (Marc Anthony)
Marianna (Rachel Ticotin)
Jordan Kalfus (Mickey Rourke)
Fuentes (Jesus Ochua)


Regie: Tony Scott (Crimson Tide, Der Staatsfeind Nr. 1, Spy Game)
Drehbuch: Brian Helgeland (Mystic River, Payback- Zahltag, Postman)
A. J. Quinnell
Buch: A. J. Quinnell (Im Namen des Vaters, Operation Cobra)
Produzenten: Tony Scott
Lucas Foster (Equilibrium, Walking Tall, Dangerous Minds)
Arnon Milchan (The girl next door, Dareevil)
Musik: Harry Gregson- Williams (Der Staatsfeind Nr. 1, The Rock,)
Schnitt: Christian Wagner (Bad Boys, Mission: Impossibble 2, Im Körper d. Feindes)
Kamera: Paul Cameron (Collateral, Nur 60 Sekunden, Passwort: Swordfish)



>>Meine Meinung und Fazit<<


„Mann unter Feuer“ ist eine Mischung aus Drama und Actionfilm, der den Zuschauer zweieinhalb Stunden unterhalten kann, und wenige Längen aufweist.

Der Beginn des Films ist wohl am ehesten in die Kategorie Drama ein zu ordnen.
Denn hier stellt er zuerst einmal Pita und ihre Eltern, ein wohlhabendes Ehepaar aus Mexiko City, vor. Da in der Großstadt Entführungen [und vor allem Entführungen von Kindern und Jugendlichen] an der Tagesordnung stehen benötigen Pitas Eltern einen Bodyguard für ihre Tochter. Solch einer ist für die Gesellschaft, bei der sie eine Entführungsversicherung [die das Lösegeld im Falle einer Entführung zahlt] haben, auch Vorraussetzung für die Verlängerung des Vertrages.
Da aber Pitas Vater ziemlich kurz vor der Pleite steht muss er einen günstigen Bodyguard anheuern.
Und hier kommt der Ex Marine und ehemalige Terroristenkiller John Creasy ins Spiel.
Er ist der tragische „Held“ des Films.
Denn der Film zeigt hier einen von Gewissensbissen geplagten[wegen der Morde, die er im Auftrag der Regierung in der Vergangenheit begangen hat, bevor er das Morden nicht mehr ertrug und aus dem Job ausstieg], dem Alkohol verfallenen, menschliche Nähe abweisenden, suizidgefährdeten Mann.
Und nun zeigt der Film die langsam wachsende Beziehung zwischen Pita und Creasy. Der Zuschauer erlebt, dass die Kleine ihren Beschützer von Anfang an in ihr Herz geschlossen hat [Sie gibt schon am ersten Abend ihrem Teddy den Namen „Creasy- Bär“]
Den ersten Schritt zur Freiheit aus seinem selbst gebauten Gefängnis macht Creasy als er den Papagei, den der vorherige Bodyguard zurück lies, aus seinem Käfig frei lässt, damit er wegfliegen kann. Und genauso befreiend wirkt Pitas Zuneigung auf ihn.
Und langsam und sanft gelingt es ihr den Panzer mit dem der „harte“ Kerl sich umgeben hat zu durchbrechen und sich schließlich in sein Herz zu schleichen.
Und so erlebt der Zuschauer mit, wie sie ihn immer wieder mit kleine Geschenken und Gesten[z. B. einer kleinen Löwenzahnblüte, oder einer Medallie des Heiligen Judas, dem Schutzpatron der hoffnungsvollen Fälle] tief berührt und endlich wieder zum lachen bringt.
Am Ende ist es ihr Vertrauen in ihn und ihre Liebe/Zuneigung zu ihm, die Creasy die Kraft geben sein Leben wieder in Ordnung zu bringen und weiter zu machen.
Für viele wird dieser fast einstündige Dramenteil des Films an manchen Stellen ein wenig langatmig vorkommen und vielleicht hätte man hier auch 10-15 Minuten kürzen können.
Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Länge gebraucht wurde, um dem Zuschauer klar zu machen wie nahe sich Creasy und Pita in dieser Zeit kamen. Denn es war am Ende nicht mehr das Verhältnis zwischen eines Bodyguards und seines Schützlings.
Viel mehr war Creasy für Pita ein Vaterersatz, da ihr leiblicher Vater nie wirklich Zeit für sie hatte.
Und Pita wurde für Creasy so etwas wie eine Tochter, sie gab ihm die nötige Kraft wieder Freude am Leben zu haben und deine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Sie gab ihm die Hoffnung eines neuen, besseren Lebens.

Und genau diese Hoffnung wurde durch Pitas Entführung und Ermordung in ihm wieder zerstört.
Und in seiner Trauer und Wut über den sinnlosen Tod des kleinen Mädchens sieht er nur eine einzige Möglichkeit die ihm bleibt.
Rache.
Rache an den Menschen, die ihm das Liebste nahmen dass er jemals hatte und vielleicht auch jemals haben wird.
Er will sie alle bestrafen. Jeden einzelnen der an der Entführung und Ermordung Pitas beteiligt war oder davon profitiert hat.
Und die beste Strafe die er kennt, das Beste das er jemals in seinem Leben konnte, worin er ein wahrer Meister war ist es zu töten.


Und hier beginnt der zweite Teil des Films, der sich vom Drama in einen Actionfilm wandelt.
Denn Caesy zieht aus um Selbstjustiz zu üben. Ein Mitglied der Entführerbande nach dem anderen findet er, foltert er für neue Informationen und tötet sie schließlich.
Und dabei beweist er neben Brutalität und Gnadenlosigkeit auch einigen Erfindungsreichtum. Dabei wird dem Zuschauer das „Zäpfchen“ das er dem Dieb des Lösegelds verabreicht noch eine zeitlang nach dem Film im Gedächtnis bleiben.
Da wäre wohl auch der Vater der Selbstjustizfilme Charles Bronzon [der von 1974 – 1993 als New Yorker Architekt Paul Kersey in der fünfteiligen „Death Wish“ Reihe; bei uns in Deutschland auch als die „Ein Mann sieht rot“ Reihe bekannt; die Mörder seiner Familie und denen die er liebt eigenmächtig aufstöbert und tötet) stolz auf den Nachwuchs.


Ich bin persönlich kein Befürworter von Selbstjustiz, da ich der Meinung bin, dass es dafür das Gesetzt gibt. Und dass es im Chaos enden würde, wenn jeder dieses in die eigene Hand nehmen würde.
Und ich bin froh dass ich nicht in einem dieser Länder der Erde lebe in denen die Blutrache noch praktiziert wird. Denn diese endet niemals wirklich, da ja jeder wieder den Tod des nächsten Blutrachenopfers rächen muss.

Und trotzdem habe ich mich selbst während des Films ertappt, dass ich den Gedanken hatte, dass es diesen Entführern ganz recht geschähe, wo sie doch am Tod des armen Mädchens mit schuld waren.
Und irgendwie hat auch die Selbstjustiz nichts an meiner Meinung geändert dass der Film gut war.


Eigentlich gab es etwas in dem Film, dass ich viel erschreckender fand als die Selbstjustiz.
Und das war der Grund für die Entführung von Pita.
Natürlich ging es vorrangig um die 10 Millionen Dollar Lösegeld. Aber die Gründe der für die Entführung Verantwortlichen und die damit tiefen, dunklen Abgründe ihrer Seele.
Aus Gründen der Spannung kann ich hier nichts weiter dazu schreiben, da sonst die mögliche Überraschung über diese Wendung im Film verloren geht. Aber wer den Film gesehen hat wird wohl wissen was ich meine.


Schauspielerisch wird der Film hauptsächlich vom zweifachen Oscarpreisträger Denzel Washington und der jungen Dakota Fanning getragen.
Wäre dies einer der alten „Rächerfilme“ wäre Denzel Washingtons schauspielerisches Talent hier vollkommen vergeudet gewesen. Doch in den modernen Filmen dieser Art hat der Rächer immer eine tragische Vergangenheit. Und so ist Creasy ein von Gewissensbissen geplagter, traumatisierter und selbstmordgefährdeter Ex Marine, der sich zuerst in einen Lebensmut fassenden Vaterersatz für Pita und nach ihrem Tod in einen völlig durch geknallten und wütenden Rächer verwandelt. Und obwohl es Denzel Washington gelingt die Facetten seiner Figur glaubhaft darzustellen, fand ich dass er durch die fehlende Tiefe seines Charakters für sein Talent unterfordert war.
Und wäre der Dramenteil vom Anfang des Films nicht gewesen hätte diese Rolle wohl zu Hollywoods Gesichtslähmung Vin Diesel besser gepasst.
In ihrer Rolle überzeugen konnte auch die junge Dakota Fanning. Sie wirkt anfangs noch sehr neugierig und altklug. Doch schnell spielte sie ihre Rolle so liebenswürdig, dass der Zuschauer sie ihn sein Herz schließen muss. Sie zeigte bei ihrem Spiel großes Talent und konnte sich neben Denzel Washington gut behaupten. Ich schätze wir werden die junge Dame hier nicht zum letzten Mal vor der Kamera gesehen haben.
Und als Creasy an seinem ersten Arbeitstag sagt, dass er nur ihr Bodyguard und nicht ihr Freund ist, lässt Dakota Fanning Pita so traurig aussehen, dass man sie am liebsten in den Arm genommen hätte um sie zu trösten. Und auch wenn Pita Creasy kleine Geschenke gibt legt die Jungschauspielerin dabei soviel Zuneigung und Wärme in ihren Blick, dass man als Beobachter dieser Szenen ganz gerührt wird.
Neben den beiden Hauptdarstellern hat der Film aber auch noch einige interessante Nebendarsteller zu bieten. Da hätten wir zum einen Christopher Walken (Sleepy Hollow, America’s Sweethearts) der zwar nur einige wenige Auftritte hat, in denen aber eine starke Leinwandpräsenz zeigt. Und dann hätten wir noch Marc Anthony (Latinosänger und aktueller Ehemann von Jennifer Lopez) der seine Rolle gar nicht mal so schlecht spielte, wie ich zuerst befürchtete..


Nun noch ein paar Worte zum Gewaltpotenzial des Filmes. Dieses ist nicht gerade niedrig. Neben einiger Schiessereien und Explosionen gibt es auch einige blutige Folterszenen, die nicht unbedingt etwas für schwache Nerven sind.
So war die Szenen in denen Creasy einem Mann die Finger abschnitt, oder die Szene in denen er einem anderen mehrere Finger der Hand abschoss schon heftig. Von daher ist die FSK 16 Einstufung schon gerechtfertigt.


Was bei dem Film noch auffällt ist die Art auf die er gemacht wurde.
So sind im ersten, ruhigen Teil des Films häufig Nahaufnahmen der Personen, die in Zeitlupe aufgenommen wurde.
Währen im spätern Actionteil häufig schnelle Schnitte eingesetzt wurde.
Zudem gibt es dazwischen immer wieder Aufnahmen in schwarz-weiß und solche die etwas grobkörniger wirken.
Auch gut gefielen mir die deutschen Untertitel die immer dann eingeblendet wurden, wenn die Personen im Film spanisch sprachen. Die gelben Texte wurden ein wenig Comic mäßig auf dem Bildschirm verteilt.
Und auch immer dann wenn verschiedene Wörter und Sätze der Filmcharakter dem Zuschauer besonders verdeutlicht werden sollten, wurden diese auch wenn sie in Deutsch gesprochen wurden noch einmal auf der Leinwand schriftlich wieder gegeben.
Und hier gilt auch, je deutlicher wir es dem Zuschauer machen wollen, desto größer schreiben wir das Wort oder den Satz.


Auch in diesem Film gibt es wieder Logikfehler.
Gut die gibt es in wohl jeden Film. Aber zwei sind mir hier besonders aufgefallen.
1)Als Creasy am ersten Tag Pita sehr deutlich sagt, dass er nicht ihr Freund ist sondern nur seinen Job macht, steigt diese mitten auf der Straße traurig auf der Beifahrerseite wo sie saß aus dem Auto aus. Dann öffnet sie die hintere Tür des Wagens und setzt sich dorthin.
Also irgendwie verstehe ich das nicht.
Es wurden in den letzten 6 Tagen 24 Kinder in der Stadt entführt und deshalb haben die Ramos einen Bodyguard angestellt. Aber jeder könnte an einer roten Ampel wenn der Wagen steht die Tür von außen öffnen und die Kleine rausholen. Also normalerweise dürfte die Tür doch nur von innen zu öffnen sein.
2) Bei der verpatzen Lösegeldübergabe wurde der Neffe des Kopfes der Entführerbande getötet und dies sagt dieser auch bei dem von der Polizei abgehörten Telefonates mit Pitas Vater und trotzdem kennen sie erst viel später nach Creasys „Ermittlungen“ die Identität des Mannes.


Was die Musik des Films betrifft ist diese musikalisch je nach Situation und Handlung sehr unterschiedlich.
Wirkt sie am Anfang des Films sehr ruhig und teilweise melancholisch, so wendet sich diese im zweiten Teil gewaltig.
Creasys Rachefeldzug wird zum größten Teil von hartem Heavy- Metall Sound und in einem Club von hämmernden Technorhythmen begleitet. Und nach der „Bestrafung“ des Fahrers des Entführerautos erklingt das Opernstück Nessun Dorma, das dem ganzen irgendwie eine dramatische Note gibt.


Der Schauplatz des Films sind überwiegend die Straßen von Mexiko City. Diese wirken überfüllt und ein wenig hektisch.
Ansonsten sieht der Zuschaue den Unterschied zwischen dem reichen Teil dieser Stadt, wo die Häuser groß und gut eingerichtet sind [Auch ein Pool und Hausbedienstete dürfen nicht fehlen], und dem ärmeren Teil, wo die Häuser klein und ärmlich sind. Und hier haben die Familien anstelle von ein oder zwei Kindern mindestens vier.



>>Bewertung<<


Was ergibt sich hier nun untern Strich?
Wir haben einen spannenden Film, mit der einen oder anderen Wendung. Wenn ihm auch eine Kürzung von 10-15 Minuten, bei seinen Länge von 146 Minuten, gut getan hätte. Zudem ist er schauspielerisch sehr gut besetzt. Er wartet mit einer nicht alltäglichen Machart auf, die einen gewissen Charme besitzt und auch das Ende ist nicht zu 100 Prozent ein Hollywood Happy End.

Von mir erhält der Film deshalb gute 4 von 5 Sternen.

Empfehlen kann ich den Film jedem, der Actionfilme mit Drama Teilen oder Dramen mit Actioneinlagen mag.

Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentiere.
Euch allen noch einen schönen Tag.

41 Bewertungen, 5 Kommentare

  • anonym

    26.04.2008, 12:19 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    die bh bewertung nützt jetzt nicht mehr viel, doch du sollst sie trotzdem haben. lg eva

  • trampastheo

    25.03.2005, 14:51 Uhr von trampastheo
    Bewertung: sehr hilfreich

    DVD-Anschaffung zum Film ist geplant, danke:) Bye, Theo

  • mima007

    07.03.2005, 14:10 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    schön, dass du die gefunden hast! Findet man in Berichten sehr selten;-) vg, mima

  • SVoigt3000

    06.03.2005, 12:47 Uhr von SVoigt3000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finde den Film auch gut - schon allein wegen Denzel Washington. Sehr schöner Bericht von dir. CU Stephan

  • Tris.

    06.03.2005, 11:36 Uhr von Tris.
    Bewertung: sehr hilfreich

    Den würd ich ja gern mal sehen. Ist in der Videothek allerdings ständig ausgeliehe.n