Die elfte Plage (Taschenbuch) / John S. Marr, John Baldwin Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Nieder mit der Menschheit!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Meiner Meinung nach ist den Autoren, John S. Marr und John Baldwin ein echter Knaller, Schocker, Hit.... - wie auch immer man dies nennen mag - gelungen.
Auf eine absolut fesselnde Art und Weise wird dem Leser nahe gebracht, wie einfach es für einen einzelnen Menschen sein kann, mittels Toxine eine große Anzahl von Menschen auszulöschen.
Im grossen und ganzen geht es bei der "Elften Plage" um einen mehr oder minder Wahnsinnigen, der die 11 Weltplagen der Menschheit mittels Bio-anschlägen nachahmen möchte.
Möchte?
Nein, nicht ganz - er tut es.
Und immer kommen die Polizisten, Reporter und Mediziner zu spät - denn schon haben etlichen Menschen und auch Tiere ihren grausamen Tod gefunden.
Denn es dauert immer viel zu lange, bis die Mediziner überhaupt herausbekommen, an welcher Krankheit die Menschen gestorben sind.
Aber wie soll man auch erahnen, dass der kleine Junge zu Anfang sich im Streichelzoo nicht an einem Tier angesteckt hat, sondern durch die Füllung der Wasserpistole regelrecht "verreckt" ist?
Unter anderem dies kommt erst zum Vorschein, als eine junge Frau, die jener Junge im Streichelzoo mit dieser Wasserpistole, die er geschenkt bekommen hat, beschossen hat.
Doch wer schenkt einen Jungen solche eine Mordwaffe?
Und vor allem warum?
- Mit diesen und anderen Fragen müssen sich nicht nur die Romanfiguren auseinandersetzen - denn auch der Leser kommt hierbei nicht zu kurz.
Man wird gradezu gefesselt an das Geschehen, und stellt sich natürlich auch die berühmten "W"-Fragen: wieso, warum, weshalb.
Nur das "wer" bleibt hier aussen vor - denn der Leser wird von Anfang an auf den Täter "angesetzt", d. h. man liest des öftern auch aus eben dieser Perspektive.
Das raffinierte hieran: der Name des Täters bleibt lange im Hintergrund bzw. unerwähnt, über Gedanken und Taten wird man Stück für Stück herangeführt; so das eine grossartige Spannung beim Lesen entsteht.
Die etlichen Perspektivwechsel treiben dies noch auf die Spitze - liefern aber einen linearen und absolut logischen Leseablauf.
Ergo: "Die elfte Plage" legt bestimmt keiner so schnell aus der Hand.
Rekordlesezeiten sind beinahe vorprogrammiert!
- Beruhigend, grade zur momentanen Zeit der potenitiellen Bio-waffenanschläge der Prolog: "Die erforderlichen Verfahren und Materialien zur Herstellung der Toxine, die in diesem Roman Verwendung finden, sind abgeändert worden, um sie unbrauchbar zu machen....."
Weniger beruhigend, aber immerhin als absolut informativ empfinde ich die Textpassage: "Er wußte auch, daß Rinderhirne als Zusatz in Hautcremes, Feuchtigkeitsspendern und Körperlotions für Frauen verwendet werden, weil Sphingomyelin die Cremes geschmeidiger macht, und die Flüssigkeit aus Rinderaugen wird dazu benutzt, Milshakes einzudicken."
- Da fragt sich doch der Laie, ob man Gefahr läuft, durch den Genuß eines Shakes an BSE erkranken kann? Oder ob man auch als Vegetarier nicht sicher ist, da viele Menschen irgendwelche Cremchen benutzen...?
- Aber um wieder auf das Buch zu kommen: vergesst Stephen King.
Nein, nicht wirklich, aber die zwei Johns verstehen es großartig ein kleines Ekelgefühl aufkommen zu lassen.
- Wie?
Na, ganz einfach.
Ich bediene mich zur Verdeutlichung meiner Auffassung mal einer kleinen Leseprobe:
"für wenige Dollar war die Kreatur wirklich fast geschenkt gewesen. Er warf sofort die Speckschwarte weg, die ihr zu hause gewesen war (... ) und spülte sie mit einer Flasche warmen Prestige hinunter (....) Binnen kurzem war der Bandwurm zu einer prächtigen, wahrscheinlich fast 6 Meter langen Kreatur herangewachsen. (... ) Die neuen Bandwurmmitglieder kamen jeden Tag zum Vorschein und wanden sich unter ihm in der Toilettenschüssel. In einem Chromstahlsieb spülte er von den Abschnitten - sie sahen aus wie zum Leben
erwachte Stücke warmer Makkaroni - die fäkalen Verunreinigugen ab, dann legte er sie in leere Babynahrungsgläser mit Schraubdeckeln."
So, wem das noch lange nicht reicht, der sollte sich das Buch einfach kaufen und meiner "fast schon Lieblingsseite" 289 Beachtung schenken - und immer daran denken: nicht alles, was im Auge juckt, muß unbedingt ein Staubkörnchen dahinter sein...
Kurz und knapp: dieses Buch besitzt den nötigen Grusel-Faktor, der einen an die Seiten fesselt.
Mir sind manches mal schon beinahe die Augen zugefallen, aber ich konnte einfach noch nicht aufhören zu lesen, da sich die Spannung hier wirklich von Seite zu Seite steigert.
Natürlich kommt auch dieses Buch um ein wenig "unspannende" Seiten nicht herum - aber als langweilig würde ich hier nichts beschreiben.
Nichts ist vorraussehbar, nichts ist übertrieben oder gar unwahrscheinlich - und ich denke, grade die Tatsache, dass "sowas" tagtäglich passieren könnte, lässt einen nicht grade ruhiger schlafen.
Auch das Ende des Buches läßt nicht zu wünschen übrig - wenngleich es auch ein wenig offen ist.
Aber so ist es eben am realistichsten - das man sich aber drüber freuen kann, wäre hier wohl falsch formuliert...
12 Bewertungen, 6 Kommentare
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09.06.2006, 09:03 Uhr von Carrie711
Bewertung: sehr hilfreichAlso in meine Milkshakes kommen keine Augen rein... ;O)) LG Heike
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07.06.2006, 21:13 Uhr von Doro1975
Bewertung: sehr hilfreichsh+LG Doro
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07.06.2006, 21:09 Uhr von bodspy
Bewertung: sehr hilfreich* * * SEHR HILFREICH * * * Liebe Grüße... RenÖ ;o))
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07.06.2006, 15:44 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichAHA !! . . . . . und ich sage und schreibe immer ‚AHA’, wenn ich mal wieder was Neues gelernt hab’. Und bei diesem Bericht habe ich viel für mich Neues erfahren.
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07.06.2006, 15:30 Uhr von SuicideToday
Bewertung: sehr hilfreichsh und lg
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07.06.2006, 15:19 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich - Vic
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