Die elfte Plage (Taschenbuch) / John S. Marr, John Baldwin Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von Joebln
Brisantes und aktuelles Thema
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das Grauen geht um. Riesige Bienenschwärme fallen in ahnungslose Innenstädte ein und stechen dort mit höchster Aggressivität alles, was ihnen in den Weg kommt. Kinder sterben an Milzbrand, der eigentlich in den USA als ausgerottet gilt. Und noch viele andere toxische Ursachen für die unzähligen Toten in diesem Buch werden Euch im Verlaufe des Romans begegnen. Trotzdem ist es kein Horrorroman, sondern ein ziemlich brillanter und tatsachennaher Wissenschaftskrimi:
Doktor Jack Bryne ist Virologe und Toxikologe. Er arbeitet für die WHO im Bereich biologische Kampfführung und biologischer Terrorismus. Außerdem leitet er ein weltumspannendes Computerinformationsnetz, auf dem sich Ärzte schnell und mit Hilfe ihres geballten Wissen gegenseitig helfen können. Hier kommen auch die ersten Verdachtsmeldungen über Epidemien rein.
So erfährt Jack also auch von den genannten mysteriösen Vorfällen, die im einzelnen zwar gar nicht bedeutend erscheinen. Insgesamt gesehen, keimt aber bald ein Verdacht auf, der sich schnell bestätigt: Seit Januar versucht ein Psychopath oder eine Terrorismusgruppe die zehn Plagen nachzustellen. Das Schlimme daran, Jack merkt es erst im Juni und noch glaubt ihm keiner. Im Gegenteil durch geschickt ausgespielte Hinweise und noch geschicktere Umstände wird Jack zuerst vom FBI als möglicher Täter angesehen.
Währenddessen sich also noch der Verdacht auf Jack konzentriert, versucht dieser dem Irren immer ein Stück voraus zu sein. Dabei bekommt er zwar Hilfe von seinen Kollegen des Computernetzwerks und kommt doch ewig erst zu spät auf die Interpretation der Plagen. Währenddessen nimmt aber die Anzahl der Toten pro Anschlag stetig zu. Und auch sein bester Freund und seine Frau kommen durch einen Anschlag um, so daß Jack weiß, jemand spielt mit ihm. Und zum Big Bang soll es mit der 10. Plage (Tod der Erstgeborenen) (mal wieder) in New York kommen. Wird Jack das verhindern? Kann ihm das FBI glauben? Und warum heißt es im Titel \"die elfte Plage\"? Das und noch viel mehr lest Ihr am besten selbst.
Ich habe den 526 Seiten starken Wälzer schon vor längerer Zeit geschenkt bekommen, ihn aber ewig nicht angerührt, weil der Inhalt auf dem Rücken ziemlich kurz und nichtssagend ist. Aber nach dem ich angefangen hatte, war ich fasziniert und gleichzeitig entsetzt. So hatte mich das Buch schnell in seinen Bann gezogen.
Schon im Vorwort heißt es, daß das Buch auf bestimmten Tatsachen basiert. Alle beschriebenen Vorfälle sind jederzeit möglich und die große Katastrophe steht (auch wie üblich) eigentlich schon vor der Tür. Rezepturen und Bastelanleitungen seien so abgewandelt worden, daß man die Ideen nicht nachbauen kann. Aber jeder gute Toxikologe sollte schon heute in der Lage sein, das Buch auch in die Realität umzusetzen. Allein der Gedanke der Hilflosigkeit ist schon beim Lesen grauenerregend. Was kann man als nicht wissender Durchschnittsbürger schon gegen solche Angriffe machen. Viren und Gifte sieht man nicht. Und die Symptome sind viel zu oft mit bekannten Krankheiten so ähnlich, daß es schon zu spät ist, wenn dann die charakteristischen Merkmale auftreten. Viel zu oft ziehen Ärzte eben auch Möglichkeiten nicht in Betracht, weil sie der Meinung sind, diese Ursachen seinen eben ausgerottet.
Marr und Baldwin verstehen es ziemlich geschickt, Spannungsbögen aufzubauen und den Leser tief in die Materie einzuführen. Es gibt zwar viele medizinische Erklärungen sowie Auszüge und Erläuterungen aus der Bibel. Aber alles ist so gut und verständlich dargestellt, daß auch völlige Laien gut mit der Thematik zurecht kommen und die tiefe Brisanz des Themas verstehen. Hinzu kommt dann eben noch die Erkenntnis, daß mal wieder nicht das Individuum sich schützen kann, sondern eigentlich nur der Staatenbund das kann. Doch dieser hat wichtigeres zu tun und ist eher bemüht, bekannte Vorkommnisse zu vertuschen. Kommt einem doch von anderen Themen bekannt vor, oder?
Man erfährt viel über die Hauptfigur Jack Bryne, der als Kind in einem japanischen Kriegsgefangenenlager interniert war und dort die täglichen Versuche an Internierten mit Krankheitserregern erleben mußte. Und obwohl er immer ziemlich erfolgreich versucht, sein Trauma zu verdrängen, kommen die Erinnerungen doch wieder hoch. Hieraus leitet sich auch sein verbissenes Arbeiten an dem Thema ab, daß auch seine Ehe immer wieder auf eine harte Probe stellt. Die anderen Figuren dienen dann eher als Dekoration und bleiben in ihrer Gesamtheit sehr blaß.
Ziemlich schnell wird im Buch auch klar, wer der unbekannte Gegner ist. Einige der Kapitel sind aus der Sicht des Täters geschrieben, führen aber meist nur den Augenblick aus oder bieten einen Rückblick auf seine Taten. Diese sind zwar immer sehr \"liebevoll\" beschrieben, sollten aber selbst empfindliche Gemüter nicht all zu sehr von der Rolle bringen. Erst zum \"grandiosen\" Finale erfährt man als Leser die Hintergründe dieses Mannes.
Im großen und ganzen bietet das Buch solide Spannung, die über weite strecken stark fesseln kann. Andere Szenen wiederum möchte man am liebsten überblättern. Die Handlung ist straff, logisch und sehr realitätsnah aufgebaut. Der rote Faden ist gerade durchgezogen und zieht den Leser mit. Trotzdem bieten sich etliche Gelegenheiten, den Wälzer auch mal beruhigt aus der Hand zu legen und wieder Luft zu holen.
Fazit: spannendes Buch, das ein brisantes Thema verständlich und durchdacht umsetzt. Durchaus zu empfehlen.
PS: im Bastei Lübbe Verlag für 9,45 erhältlich
ISBN 3404143612 / 526 Seiten
Doktor Jack Bryne ist Virologe und Toxikologe. Er arbeitet für die WHO im Bereich biologische Kampfführung und biologischer Terrorismus. Außerdem leitet er ein weltumspannendes Computerinformationsnetz, auf dem sich Ärzte schnell und mit Hilfe ihres geballten Wissen gegenseitig helfen können. Hier kommen auch die ersten Verdachtsmeldungen über Epidemien rein.
So erfährt Jack also auch von den genannten mysteriösen Vorfällen, die im einzelnen zwar gar nicht bedeutend erscheinen. Insgesamt gesehen, keimt aber bald ein Verdacht auf, der sich schnell bestätigt: Seit Januar versucht ein Psychopath oder eine Terrorismusgruppe die zehn Plagen nachzustellen. Das Schlimme daran, Jack merkt es erst im Juni und noch glaubt ihm keiner. Im Gegenteil durch geschickt ausgespielte Hinweise und noch geschicktere Umstände wird Jack zuerst vom FBI als möglicher Täter angesehen.
Währenddessen sich also noch der Verdacht auf Jack konzentriert, versucht dieser dem Irren immer ein Stück voraus zu sein. Dabei bekommt er zwar Hilfe von seinen Kollegen des Computernetzwerks und kommt doch ewig erst zu spät auf die Interpretation der Plagen. Währenddessen nimmt aber die Anzahl der Toten pro Anschlag stetig zu. Und auch sein bester Freund und seine Frau kommen durch einen Anschlag um, so daß Jack weiß, jemand spielt mit ihm. Und zum Big Bang soll es mit der 10. Plage (Tod der Erstgeborenen) (mal wieder) in New York kommen. Wird Jack das verhindern? Kann ihm das FBI glauben? Und warum heißt es im Titel \"die elfte Plage\"? Das und noch viel mehr lest Ihr am besten selbst.
Ich habe den 526 Seiten starken Wälzer schon vor längerer Zeit geschenkt bekommen, ihn aber ewig nicht angerührt, weil der Inhalt auf dem Rücken ziemlich kurz und nichtssagend ist. Aber nach dem ich angefangen hatte, war ich fasziniert und gleichzeitig entsetzt. So hatte mich das Buch schnell in seinen Bann gezogen.
Schon im Vorwort heißt es, daß das Buch auf bestimmten Tatsachen basiert. Alle beschriebenen Vorfälle sind jederzeit möglich und die große Katastrophe steht (auch wie üblich) eigentlich schon vor der Tür. Rezepturen und Bastelanleitungen seien so abgewandelt worden, daß man die Ideen nicht nachbauen kann. Aber jeder gute Toxikologe sollte schon heute in der Lage sein, das Buch auch in die Realität umzusetzen. Allein der Gedanke der Hilflosigkeit ist schon beim Lesen grauenerregend. Was kann man als nicht wissender Durchschnittsbürger schon gegen solche Angriffe machen. Viren und Gifte sieht man nicht. Und die Symptome sind viel zu oft mit bekannten Krankheiten so ähnlich, daß es schon zu spät ist, wenn dann die charakteristischen Merkmale auftreten. Viel zu oft ziehen Ärzte eben auch Möglichkeiten nicht in Betracht, weil sie der Meinung sind, diese Ursachen seinen eben ausgerottet.
Marr und Baldwin verstehen es ziemlich geschickt, Spannungsbögen aufzubauen und den Leser tief in die Materie einzuführen. Es gibt zwar viele medizinische Erklärungen sowie Auszüge und Erläuterungen aus der Bibel. Aber alles ist so gut und verständlich dargestellt, daß auch völlige Laien gut mit der Thematik zurecht kommen und die tiefe Brisanz des Themas verstehen. Hinzu kommt dann eben noch die Erkenntnis, daß mal wieder nicht das Individuum sich schützen kann, sondern eigentlich nur der Staatenbund das kann. Doch dieser hat wichtigeres zu tun und ist eher bemüht, bekannte Vorkommnisse zu vertuschen. Kommt einem doch von anderen Themen bekannt vor, oder?
Man erfährt viel über die Hauptfigur Jack Bryne, der als Kind in einem japanischen Kriegsgefangenenlager interniert war und dort die täglichen Versuche an Internierten mit Krankheitserregern erleben mußte. Und obwohl er immer ziemlich erfolgreich versucht, sein Trauma zu verdrängen, kommen die Erinnerungen doch wieder hoch. Hieraus leitet sich auch sein verbissenes Arbeiten an dem Thema ab, daß auch seine Ehe immer wieder auf eine harte Probe stellt. Die anderen Figuren dienen dann eher als Dekoration und bleiben in ihrer Gesamtheit sehr blaß.
Ziemlich schnell wird im Buch auch klar, wer der unbekannte Gegner ist. Einige der Kapitel sind aus der Sicht des Täters geschrieben, führen aber meist nur den Augenblick aus oder bieten einen Rückblick auf seine Taten. Diese sind zwar immer sehr \"liebevoll\" beschrieben, sollten aber selbst empfindliche Gemüter nicht all zu sehr von der Rolle bringen. Erst zum \"grandiosen\" Finale erfährt man als Leser die Hintergründe dieses Mannes.
Im großen und ganzen bietet das Buch solide Spannung, die über weite strecken stark fesseln kann. Andere Szenen wiederum möchte man am liebsten überblättern. Die Handlung ist straff, logisch und sehr realitätsnah aufgebaut. Der rote Faden ist gerade durchgezogen und zieht den Leser mit. Trotzdem bieten sich etliche Gelegenheiten, den Wälzer auch mal beruhigt aus der Hand zu legen und wieder Luft zu holen.
Fazit: spannendes Buch, das ein brisantes Thema verständlich und durchdacht umsetzt. Durchaus zu empfehlen.
PS: im Bastei Lübbe Verlag für 9,45 erhältlich
ISBN 3404143612 / 526 Seiten
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