Die elfte Plage (Taschenbuch) / John S. Marr, John Baldwin Testbericht
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Erfahrungsbericht von catmother
Die Bibel als Vorlage für Bioterrorismus
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
In den letzten Jahren haben Thriller mit der Thematik Biokampfstoffe, Bioterror oder anderen neuen Technologien sprunghaft zugenommen. Offensichtlich veranlassten die Nachrichten über reale Möglichkeiten, an solche Erreger heranzukommen, so manchen Autor, sein ganz persönliches Horrorszenario zu entwickeln.
** Die Geschichte **
Es beginnt in San Antonio: riesige Bienenschwärme attackieren eine bevölkerte Innenstadt, mehrere Erwachsene und Kinder sterben an den Bienenstichen. Doch das bleibt zunächst eine nebensächliche Zeitungsmeldung.
Monate später wird in San Diego ein kleiner Junge in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte sind ratlos angesichts der Symptome des Kleinen, bis seine reichen und einflußreichen Eltern den Spezialisten für exotische Infektionskrankheiten Jack Bryne einfliegen lassen. Der Biologe hat einen interessanten Lebenslauf und ist der Initiator von ProMed, einer virtuellen Organisation zur weltweiten Überwachung von neuen Viren und Krankheitserregern.
Doch auch Jack Bryne steht bei dem Krankheitsbild des kleinen Joey St. John vor einem Rätsel. Zusätzlich beunruhigen ihn weitere aktuelle Fälle: eine mysteriöse Infektionskrankheit bei Pferden in Kentucky und jener Vorfall damals in San Diego, auf den er erst jetzt aufmerksam wird.
Als der kleine Junge stirbt, steht fest, daß es Milzbrand war, eine Krankheit, die es in den USA seit 50 Jahren nicht mehr gibt. Und daß sie nicht auf natürlichem Weg in den Zoo gekommen sind, wo sich das Kind angesteckt hat, scheint nur logisch. Nun schaltet sich auch das FBI ein.
Das Bild von Turner \"Die fünfte Plage\" in einem Museum bringt Bryne auf einen unglaublichen Verdacht, und er beginnt mit seinem Assistenten die Vorfälle zu recherchieren und zu entschlüsseln. Es scheint so, als ob jemand die Bibel als Vorlage für eine Folge von Bioterrorismus-Anschlägen benutzt, allerdings mit den heutigen Mitteln und mit heutiger Symbolik - irgendein Psychopath mit toxikologischen Kenntnissen läßt die zehn biblischen Plagen auferstehen.
Als weitere Vorfälle passieren, die diese Theorie stützen, und die Jack zum Teil auch vorausgesagt hat, wird der Virologe zum Hauptverdächtigen des FBI. Und schließlich hat es jemand auf Brynes Leben selbst abgesehen.
** Buchkritik **
Bei einer Suchanfrage über das Buch habe ich zum Co-Autor John Baldwin folgendes erfahren: „John S. Marr, M.D., M.P.H., war lange Jahr Direktor und erster Epidemologe am Gesundheitsamt der Stadt New York.
Die elfte Plage ist sein fünftes Buch und sein zweiter Thriller. Als Autor von mehr als fünfzig medizinischen Forschungsbeiträgen hat er sich vor allem um den internationalen Austausch von Informationen auf dem Gebiet der Epidemiologie bemüht und die Internet-Seite >plaguescape.com> mitbegründet.“ (medical-thriller.de)
Das Sujet des Thrillers kommt also nicht von ungefähr. Hier weiß einer, wovon er spricht und das merkt man dem Roman inhaltlich und fachlich auch an. Dementsprechend ist er auch eher nüchtern, sachlich in seiner Stilistik.
Dies und die Tatsache an sich, daß eine durchaus reale Möglichkeit, daß die Geschichte wahr werden könnte, macht das Buch superspannend und wahrlich alptraumhaft.
Nur die Umsetzung der Idee in dem Roman ist für meine Begriffe manchmal leicht zäh geraten. Hauptsächlich die literarischen Ergüsse des Täters gingen mir persönlich in ihrer Selbstherrlichkeit ein bißchen auf die Nerven, so dass ich sie einfach ausgeblendet habe. Ich weiß ja, dass mir dadurch einiges entgangen sein mag, vorwiegend die technischen Anleitungen zum Selbstbau von Viren, aber das nehme ich in Kauf.
Erschreckend fand ich seinerzeit dazu noch die Tatsache, daß solche Fälle von Bioterrorismus nicht nur denkbar sondern auch durchführbar geworden waren. (Zu der Zeit hatte es die Geschichte mit den Milzbrandviren in den USA ja gezeigt.) Man kann heutzutage alles kaufen, sofern man Geld genug hat und weiß, an wen man sich wenden muß.
Die Geschichte ist trotz allem aber sehr dramatisch und direkt erzählt, sehr informativ, was Virologie und Toxikologie angeht, und erschreckend realistisch. Ich könnte sie mir gut mit Fox und Mulder verfilmt vorstellen.
Für für jeden Krimifan, der sich zudem für aktuelle Informationen über Biologie und Virologie interessiert, ein absolutes Muß.
** Daten **
gebunden im Econ Verlag, 492 S., nicht mehr lieferbar
Taschenbuch im Lübbe Verlag, 9,45 €
ISBN 3-404-14361-2
** Die Geschichte **
Es beginnt in San Antonio: riesige Bienenschwärme attackieren eine bevölkerte Innenstadt, mehrere Erwachsene und Kinder sterben an den Bienenstichen. Doch das bleibt zunächst eine nebensächliche Zeitungsmeldung.
Monate später wird in San Diego ein kleiner Junge in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte sind ratlos angesichts der Symptome des Kleinen, bis seine reichen und einflußreichen Eltern den Spezialisten für exotische Infektionskrankheiten Jack Bryne einfliegen lassen. Der Biologe hat einen interessanten Lebenslauf und ist der Initiator von ProMed, einer virtuellen Organisation zur weltweiten Überwachung von neuen Viren und Krankheitserregern.
Doch auch Jack Bryne steht bei dem Krankheitsbild des kleinen Joey St. John vor einem Rätsel. Zusätzlich beunruhigen ihn weitere aktuelle Fälle: eine mysteriöse Infektionskrankheit bei Pferden in Kentucky und jener Vorfall damals in San Diego, auf den er erst jetzt aufmerksam wird.
Als der kleine Junge stirbt, steht fest, daß es Milzbrand war, eine Krankheit, die es in den USA seit 50 Jahren nicht mehr gibt. Und daß sie nicht auf natürlichem Weg in den Zoo gekommen sind, wo sich das Kind angesteckt hat, scheint nur logisch. Nun schaltet sich auch das FBI ein.
Das Bild von Turner \"Die fünfte Plage\" in einem Museum bringt Bryne auf einen unglaublichen Verdacht, und er beginnt mit seinem Assistenten die Vorfälle zu recherchieren und zu entschlüsseln. Es scheint so, als ob jemand die Bibel als Vorlage für eine Folge von Bioterrorismus-Anschlägen benutzt, allerdings mit den heutigen Mitteln und mit heutiger Symbolik - irgendein Psychopath mit toxikologischen Kenntnissen läßt die zehn biblischen Plagen auferstehen.
Als weitere Vorfälle passieren, die diese Theorie stützen, und die Jack zum Teil auch vorausgesagt hat, wird der Virologe zum Hauptverdächtigen des FBI. Und schließlich hat es jemand auf Brynes Leben selbst abgesehen.
** Buchkritik **
Bei einer Suchanfrage über das Buch habe ich zum Co-Autor John Baldwin folgendes erfahren: „John S. Marr, M.D., M.P.H., war lange Jahr Direktor und erster Epidemologe am Gesundheitsamt der Stadt New York.
Die elfte Plage ist sein fünftes Buch und sein zweiter Thriller. Als Autor von mehr als fünfzig medizinischen Forschungsbeiträgen hat er sich vor allem um den internationalen Austausch von Informationen auf dem Gebiet der Epidemiologie bemüht und die Internet-Seite >plaguescape.com> mitbegründet.“ (medical-thriller.de)
Das Sujet des Thrillers kommt also nicht von ungefähr. Hier weiß einer, wovon er spricht und das merkt man dem Roman inhaltlich und fachlich auch an. Dementsprechend ist er auch eher nüchtern, sachlich in seiner Stilistik.
Dies und die Tatsache an sich, daß eine durchaus reale Möglichkeit, daß die Geschichte wahr werden könnte, macht das Buch superspannend und wahrlich alptraumhaft.
Nur die Umsetzung der Idee in dem Roman ist für meine Begriffe manchmal leicht zäh geraten. Hauptsächlich die literarischen Ergüsse des Täters gingen mir persönlich in ihrer Selbstherrlichkeit ein bißchen auf die Nerven, so dass ich sie einfach ausgeblendet habe. Ich weiß ja, dass mir dadurch einiges entgangen sein mag, vorwiegend die technischen Anleitungen zum Selbstbau von Viren, aber das nehme ich in Kauf.
Erschreckend fand ich seinerzeit dazu noch die Tatsache, daß solche Fälle von Bioterrorismus nicht nur denkbar sondern auch durchführbar geworden waren. (Zu der Zeit hatte es die Geschichte mit den Milzbrandviren in den USA ja gezeigt.) Man kann heutzutage alles kaufen, sofern man Geld genug hat und weiß, an wen man sich wenden muß.
Die Geschichte ist trotz allem aber sehr dramatisch und direkt erzählt, sehr informativ, was Virologie und Toxikologie angeht, und erschreckend realistisch. Ich könnte sie mir gut mit Fox und Mulder verfilmt vorstellen.
Für für jeden Krimifan, der sich zudem für aktuelle Informationen über Biologie und Virologie interessiert, ein absolutes Muß.
** Daten **
gebunden im Econ Verlag, 492 S., nicht mehr lieferbar
Taschenbuch im Lübbe Verlag, 9,45 €
ISBN 3-404-14361-2
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