Der Zementgarten (gebundene Ausgabe) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von JustOliver
Faszinierend und heikel!
Pro:
Figuren, Spannung, Aufmachung
Kontra:
vielleicht das heikle Thema
Empfehlung:
Ja
Seit fast einem Jahr bekomme ich jeden Monat vier Bücher. Ich beziehe nämlich die SZ-Bibliothek. Und daher ein Bericht zu dem jüngst gelesenen Buch.
ALLGEMEINE DATEN
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Gebundene Ausgabe - Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
ISBN: 3937793267
Preis: 4,90 Euro
128 Seiten
INHALT
==========
Jack lebt mit Vater, Mutter, seiner großen Schwester Julie, seiner kleinen Schwester Sue und seinem kleinen Bruder Tom in einem abgelegenen Haus. Gegen den strengen Vater halten die Kinder zusammen, jedoch wird bereits früh deutlich, dass Jack für Julie mehr empfindet, als die gewöhnliche Geschwisterliebe. Eines Tages stirbt Jacks Vater bei dem Unternehmen, seinen Garten zu zementieren. Der Tod seines Vaters fällt hierbei mit Jacks erster erfolgreicher Selbstbefriedigung. Wenig später erkrankt auch Jacks Mutter. Zunächst unterdrückt sie die Krankheit, doch bald schon wird sie so schwach, dass sie den ganzen Tag nur noch im Bett verbringen kann. Die Reaktion der Kinder ist völlig kalkuliert und sehr wenig gefühlsbetont. Julie und Jack machen sich nämlich Gedanken, was passieren mag, wenn der Tod der Mutter bekannt wird. Die Folge wäre die Trennung der Geschwister und deren Unterbringung in Heimen. Daher nutzen sie den vom Vater bestellten und noch immer im Keller lagernden Zement und betonieren den Leichnam der Mutter in einer Kiste im Keller ein.
Nun leben die Kinder also allein und versuchen das Beste daraus zu machen. Julie übernimmt als Älteste das Regiment und versucht die anderen zu kontrollieren. Doch im Grunde artet die Hausgemeinschaft in Chaos aus. Die Küche wird nicht aufgeräumt, Jack genießt voll seine Pubertät und die damit zunehmende Sexualität. Zudem lässt er sich völlig gehen, wäscht sich kaum und verkommt. Bei Sue zeigen sich Anzeichen, dass sie mit der Lüge der Gemeinschaft nicht problemlos leben kann und Tom, der kleinste hält den Rest ganz schön auf Trab, indem er die anderen damit konfrontiert, dass er lieber ein Mädchen wäre. Über all dies hängt die Zuneigung und Begierde Jacks gegenüber seiner großen Schwester, die ihn hiermit auch immer wieder provoziert.
Die Hausgemeinschaft gerät in Gefahr, als Julie einen Freund hat. Dieser provoziert zum einen Jacks Eifersucht zudem kommt er dem Geheimnis der Geschwister Stück für Stück auf dei Spur....
MEIN EINDRUCK
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Tja, das war nun ein kurzer Abriss des Inhalts. Reizvoll an dem Buch war für mich vor allem die Grundidee, den Tod der Eltern zu verschweigen, nur um als Familie zusammen bleiben zu können. McEwan versteht es jedoch hieraus eine ganz besondere Geschichte zu machen. Mit der Idee der Einzementierung der toten Mutter wird der Leser weitgehend aus heiterem Himmel konfrontiert, vor allem jedoch auch mit der Kaltblütigkeit, wie dieser Plan erdacht wird. Kaum eine Träne, statt dessen lediglich eiskalte Kalkulation. Hier wird zum ersten Mal die Spannung erzeugt, nämlich ob die Kinder hiermit wirklich durchkommen. Diese Spannung steigert sich durch das Auftauchen von Julies Freund, der recht bald Lunte riecht. Dies ist die eine Seite der Spannung.
Die andere Seite ist Beziehung zwischen Julie und Jack. McEwan thematisiert in diesem Buch ganz offen das Thema Inzest und versteht es auch hier den Leser in den Bann zu ziehen. Teilweise ekeln die Schilderungen an, teilweise ist man einfach nur gespannt, ob der Autor dieses Thema wirklich bis zum Höhepunkt treibt.
Aber es ist noch etwas anderes, was mich fasziniert hat. Und das ist vor allem die psychologische Skizzierung der Geschwister. Obwohl alle den Tod der Mutter eiskalt verschweigen, so scheint doch jeder sein Problem damit zu haben. Jeder verarbeitet die Vorfälle auf andere Weise und jeder genießt die gewonnene Freiheit auf andere Weise. Und diese Psychologie der verschiedenen Charaktere macht das Buch einfach lesenswert.
Hierbei ist es vor allem förderlich, dass der Stil McEwans nicht kompliziert ist, die Sprache einfach gehalten ist, so dass das Buch flüssig und leicht zu verstehen zu lesen ist.
FAZIT
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Also, ich kann das Buch nur empfehlen. Es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und die 128 Seiten sind wirklich schnell zu lesen. Ein gutes Buch für zwischendurch, das sich einem heiklen Thema widmet und hierbei durch Spannung und hervorragende Skizzierung der Figuren glänzt.
ALLGEMEINE DATEN
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Gebundene Ausgabe - Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
ISBN: 3937793267
Preis: 4,90 Euro
128 Seiten
INHALT
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Jack lebt mit Vater, Mutter, seiner großen Schwester Julie, seiner kleinen Schwester Sue und seinem kleinen Bruder Tom in einem abgelegenen Haus. Gegen den strengen Vater halten die Kinder zusammen, jedoch wird bereits früh deutlich, dass Jack für Julie mehr empfindet, als die gewöhnliche Geschwisterliebe. Eines Tages stirbt Jacks Vater bei dem Unternehmen, seinen Garten zu zementieren. Der Tod seines Vaters fällt hierbei mit Jacks erster erfolgreicher Selbstbefriedigung. Wenig später erkrankt auch Jacks Mutter. Zunächst unterdrückt sie die Krankheit, doch bald schon wird sie so schwach, dass sie den ganzen Tag nur noch im Bett verbringen kann. Die Reaktion der Kinder ist völlig kalkuliert und sehr wenig gefühlsbetont. Julie und Jack machen sich nämlich Gedanken, was passieren mag, wenn der Tod der Mutter bekannt wird. Die Folge wäre die Trennung der Geschwister und deren Unterbringung in Heimen. Daher nutzen sie den vom Vater bestellten und noch immer im Keller lagernden Zement und betonieren den Leichnam der Mutter in einer Kiste im Keller ein.
Nun leben die Kinder also allein und versuchen das Beste daraus zu machen. Julie übernimmt als Älteste das Regiment und versucht die anderen zu kontrollieren. Doch im Grunde artet die Hausgemeinschaft in Chaos aus. Die Küche wird nicht aufgeräumt, Jack genießt voll seine Pubertät und die damit zunehmende Sexualität. Zudem lässt er sich völlig gehen, wäscht sich kaum und verkommt. Bei Sue zeigen sich Anzeichen, dass sie mit der Lüge der Gemeinschaft nicht problemlos leben kann und Tom, der kleinste hält den Rest ganz schön auf Trab, indem er die anderen damit konfrontiert, dass er lieber ein Mädchen wäre. Über all dies hängt die Zuneigung und Begierde Jacks gegenüber seiner großen Schwester, die ihn hiermit auch immer wieder provoziert.
Die Hausgemeinschaft gerät in Gefahr, als Julie einen Freund hat. Dieser provoziert zum einen Jacks Eifersucht zudem kommt er dem Geheimnis der Geschwister Stück für Stück auf dei Spur....
MEIN EINDRUCK
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Tja, das war nun ein kurzer Abriss des Inhalts. Reizvoll an dem Buch war für mich vor allem die Grundidee, den Tod der Eltern zu verschweigen, nur um als Familie zusammen bleiben zu können. McEwan versteht es jedoch hieraus eine ganz besondere Geschichte zu machen. Mit der Idee der Einzementierung der toten Mutter wird der Leser weitgehend aus heiterem Himmel konfrontiert, vor allem jedoch auch mit der Kaltblütigkeit, wie dieser Plan erdacht wird. Kaum eine Träne, statt dessen lediglich eiskalte Kalkulation. Hier wird zum ersten Mal die Spannung erzeugt, nämlich ob die Kinder hiermit wirklich durchkommen. Diese Spannung steigert sich durch das Auftauchen von Julies Freund, der recht bald Lunte riecht. Dies ist die eine Seite der Spannung.
Die andere Seite ist Beziehung zwischen Julie und Jack. McEwan thematisiert in diesem Buch ganz offen das Thema Inzest und versteht es auch hier den Leser in den Bann zu ziehen. Teilweise ekeln die Schilderungen an, teilweise ist man einfach nur gespannt, ob der Autor dieses Thema wirklich bis zum Höhepunkt treibt.
Aber es ist noch etwas anderes, was mich fasziniert hat. Und das ist vor allem die psychologische Skizzierung der Geschwister. Obwohl alle den Tod der Mutter eiskalt verschweigen, so scheint doch jeder sein Problem damit zu haben. Jeder verarbeitet die Vorfälle auf andere Weise und jeder genießt die gewonnene Freiheit auf andere Weise. Und diese Psychologie der verschiedenen Charaktere macht das Buch einfach lesenswert.
Hierbei ist es vor allem förderlich, dass der Stil McEwans nicht kompliziert ist, die Sprache einfach gehalten ist, so dass das Buch flüssig und leicht zu verstehen zu lesen ist.
FAZIT
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Also, ich kann das Buch nur empfehlen. Es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und die 128 Seiten sind wirklich schnell zu lesen. Ein gutes Buch für zwischendurch, das sich einem heiklen Thema widmet und hierbei durch Spannung und hervorragende Skizzierung der Figuren glänzt.
45 Bewertungen, 2 Kommentare
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09.06.2007, 22:20 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichSh & lg Sarah
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16.01.2005, 23:58 Uhr von April
Bewertung: sehr hilfreichDas Buch habe ich noch nicht gelesen. Den Autor kenne ich durch sein Buch "Abbitte", mit dem ich zugegebenermaßen doch so meine Probleme hatte, obwohl es ja durch und durch in literarischen Kreisen hochbejubelt wird! LG April
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