Mecklenburg-Vorpommern Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von zefania
Müritz heisst kleines Meer / MV -Seenplatte erleben, geniessen,erholen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hello.
Herrliche Ruhe garantiert:NUN!
Der See wurde unruhig, Wellen kamen auf, und drei Seejungfrauen entstiegen dem Wasser. Sie holten den Fischer aus dem Boot und zogen ihn hinunter in ihr Bernsteinschloss. Tage später erst legten die geheimnisvollen Wesen ihren Besucher sanft ans Ufer der Müritz. Für die Menschen, die den leblosen Körper fanden, war klar: Einmal mehr hatte der See ein Opfer gefordert.
Ernst aus Vipperow erzählt diese Geschichte gerne. Seinen Nachnamen will er nicht preisgeben: «Schliesslich haben wir uns in der Zone auch alle geduzt.» Sagen mit der Realität zu vermischen, das gehört zum Geschäft des Rentners. Zu DDR-Zeiten arbeitete er als staatlicher Reiseleiter und führte Heerscharen von Gästen an die Gestade der Müritz.
Ernst begleitet immer noch Touristen, und seine Legenden sollen dem Besucher zeigen, dass der See alles andere als ein harmloser Tümpel ist.
Die Müritz besitzt eine Wasserfläche von 117 Quadratkilometern, ist aber mit durchschnittlich sechs Meter Tiefe sehr seicht. «Der See kann bei aufkommendem Wind sehr gefährlich werden», warnt Ernst, «weil er rasch kleine, aber heimtückische Wellen produziert.» Dann kommt, so will es die Legende, die Zeit der Seejungfrauen, die jeden zu sich holen, dessen Angelhaken sich an ihrem Schloss verfängt. Es liegt an der tiefsten Stelle im See, 33 Meter unter dem Wasserspiegel.
Müritz heisst kleines Meer. Der Name ist slawischen Ursprungs, der See das Zentrum der Mecklenburgischen Seenplatte, eines Labyrinths, das aus mehr als 1000 Seen, Weihern und Tümpeln besteht. Die meisten sind durch Kanäle miteinander verbunden. Dieses Netzwerk reicht im Süden bis Berlin und im Norden bis an die Ostsee. Im Sommer tummeln sich die Wasserratten an den Ufern und campieren auf einem der unzähligen Zeltplätze der Seenplatte. Die Campingfelder sind Relikte der DDR-Zeiten. Wie die bescheidenen Preise in Gaststätten, Hotels und Läden erinnern sie an den Arbeiter- und Bauernstaat.
Im Winterhalbjahr verirren sich nur wenige Touristen in die Seenplatte. Dabei ist der Naturgenuss in dieser Jahreszeit am grössten. Immerhin, in Klink an der Müritz ist das ganze Jahr Betrieb, und die Strandkörbe auf dem kleinen Sandstrand werden erst Ende November abgeräumt.
Die Erinnerung an die DDR ist noch längst nicht ausgelöscht
Es gibt in ganz Deutschland keinen Landstrich, der so dünn besiedelt ist wie die Mecklenburgische Seenplatte. «Greifvögel lieben diese Region», erzählt Rainer Schwarz, während er durch sein Carl-Zeiss-Jena-Fernglas guckt. Der Naturschützer führt ein kleines Grüppchen Besucher auf die öde Fläche der Halbinsel Grosser Schwerin, die seit 1930 unter Naturschutz steht. 1975 wurde das Gebiet um die Bucht Zähner Lank und Teile der Halbinsel Steinhorn erweitert. Auf dem Grossen Schwerin, der weit in die Müritz hineinragt, wohnen keine Menschen. Ein paar Kühe weiden auf den kargen Wiesen, damit die Halbinsel nicht vergandet.
Schwarz führt die Touristen zu einem kleinen Gebäude, das als Beobachtungsstation für die Parkwächter dient. «Die Hütte haben wir zu DDR-Zeiten mit viel Mühe erbaut», sagt der Vogelkundler. Verborgen hinter alten Militärblachen, beobachten die Besucher die lokale Vogelwelt: Kormorane, Graugänse, Enten, Kraniche und Seeadler. «Überdurchschnittlich viele Greifvögel leben in der Mecklenburgischen Seenplatte», sagt Schwarz, der die fliegenden Jäger seit bald 40 Jahren beobachtet und beringt. Im Sommer sind Fisch- und Schreiadler hier, im Winterhalbjahr bleibt nur der mächtige Seeadler.
Wenn die Müritz zufriert, wirds eng für Enten und Blesshühner. Die Adler spielen ein makabres Spiel. Er habe schon gesehen, sagt der Ornithologe, wie sich 19 Seeadler um ein Loch im Eis versammelten und auf das Wiederauftauchen der Blesshühner warteten.
Die Erinnerung an die DDR ist in Mecklenburg-Vorpommern längst nicht ausgelöscht. Trabis und Wartburgs sind zwar aus dem Strassenbild verschwunden, aber in den Köpfen vieler Menschen existiert der Bauern- und Arbeiterstaat immer noch. Sie scheinen kaum realisiert zu haben, dass sie längst ein Teil von Europa sind. In den Kneipen mustern uns die Einheimischen misstrauisch, ehe sie in gedämpftem Ton weiterreden. Wir könnten ja Spione sein! Und die alte Frau, die im Lebensmittelgeschäft in Röbel von der Verkäuferin eine Bonuskarte kriegt, fragt besorgt: «Erhalten das alle?»
Die Geräusche kommen entweder von Wasservögeln oder von Pilzsammlern
Auf der Bank im «staatlich anerkannten Kurort» wurden bis vor einem Jahr keine Fremdwährungen gewechselt. «Wir wechseln nur, wenn Sie ein Konto bei uns haben», präzisierte die Dame hinter der dicken Panzerglasscheibe.
Die weit gehend unberührte Natur ist das touristische Kapital dieser Region im Niemandsland.
Wer im Herbst am Tralowsee bei Mirow wandert, passiert weder Dorf noch Gutshof. Gelegentliche Geräusche stammen von Wasservögeln, die sich im Schilf verstecken, oder von Pilzsammlern, die im Dickicht nach den letzten Pfifferlingen suchen. Einer der eifrigen Pflücker erzählt stolz: «Ich kenne 150 Pilzsorten. Weitere 100 kann ich mit einem Pilzbuch risikolos bestimmen.» Fachwissen ist überlebenswichtig. In Mecklenburgs Wäldern wächst auch der giftige Knollenblätterpilz.
Belesene Besucher, die um den Stechlinsee wandern, kümmern sich kaum um Pilze. Sie wandeln auf den Spuren des alten Stechlin, der Hauptfigur in Theodor Fontanes Roman «Der Stechlin». Die Reise um diesen magischen See führt in die Stille. Und wenn die grauen Novemberwolken den Horizont verdüstern, so kommt melancholische Stimmung auf, ganz Stechlins Seelenleben angepasst.
Interessant sind auch Besuche von Waren und Klink an der Müritz. Die schmucken kleinen Städte wurden in den letzten Jahren von Grund auf restauriert, die bunten Fassaden der Bürgerhäuser aufgefrischt.
Auch Röbel mit seinen Kopfsteinpflasterstrassen ist ein mittelalterliches Städtchen. Im Zentrum thront die Kirche. Für einen Euro können Touristen den Turm besteigen und eine fantastische Aussicht über den Hafen und auf die Müritz geniessen. Und vielleicht erspähen sie in der Ferne irgendwo am Ufer Ernst aus Vipperow, wie er Besucher mit der Sage von den Seejungfrauen aus dem Bernsteinschloss unterhält.
JETZT DAHIN.......UNGLAUBLICHE RUHE!
Etwa 1.1/2 Autostunden von Berlin entfernt
Die Fahrt mit dem Mietauto zur Müritz dauert eineinhalb Stunden.( nun superbillig in Berlin)
Unterkunft: Eine der besten Adressen der Region Müritz ist das Schlosshotel Gutshaus Ludorf. Das Gasthaus bietet stilvolle und individuell eingerichtete Zimmer an und liegt am Westufer der Müritz. Übernachtung im DZ ab 90 Euro. Infos: Tel 0049 39931 8400,
http://www.gutshaus-ludorf.de.
Zehn Kilometer von Waren entfernt liegt Land Fleesensee, ein vor zweieinhalb Jahren eröffnetes Ferienparadies mit Golfplätzen, Robinsonclub, TUI-Dorfhotel und SAS-Radisson-Schlosshotel. Infos: http://www.fleesensee.de.
Allgemeine Infos: Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte, Tel 0049 39931 52225,
http://www.mecklenburgische-seenplatte.de,
http://www.deutschland-tourismus.de.
Wer noch dort war, sollte diese Zeit nutzen!
Allerbeste Erholung
Gruss
zefania
Herrliche Ruhe garantiert:NUN!
Der See wurde unruhig, Wellen kamen auf, und drei Seejungfrauen entstiegen dem Wasser. Sie holten den Fischer aus dem Boot und zogen ihn hinunter in ihr Bernsteinschloss. Tage später erst legten die geheimnisvollen Wesen ihren Besucher sanft ans Ufer der Müritz. Für die Menschen, die den leblosen Körper fanden, war klar: Einmal mehr hatte der See ein Opfer gefordert.
Ernst aus Vipperow erzählt diese Geschichte gerne. Seinen Nachnamen will er nicht preisgeben: «Schliesslich haben wir uns in der Zone auch alle geduzt.» Sagen mit der Realität zu vermischen, das gehört zum Geschäft des Rentners. Zu DDR-Zeiten arbeitete er als staatlicher Reiseleiter und führte Heerscharen von Gästen an die Gestade der Müritz.
Ernst begleitet immer noch Touristen, und seine Legenden sollen dem Besucher zeigen, dass der See alles andere als ein harmloser Tümpel ist.
Die Müritz besitzt eine Wasserfläche von 117 Quadratkilometern, ist aber mit durchschnittlich sechs Meter Tiefe sehr seicht. «Der See kann bei aufkommendem Wind sehr gefährlich werden», warnt Ernst, «weil er rasch kleine, aber heimtückische Wellen produziert.» Dann kommt, so will es die Legende, die Zeit der Seejungfrauen, die jeden zu sich holen, dessen Angelhaken sich an ihrem Schloss verfängt. Es liegt an der tiefsten Stelle im See, 33 Meter unter dem Wasserspiegel.
Müritz heisst kleines Meer. Der Name ist slawischen Ursprungs, der See das Zentrum der Mecklenburgischen Seenplatte, eines Labyrinths, das aus mehr als 1000 Seen, Weihern und Tümpeln besteht. Die meisten sind durch Kanäle miteinander verbunden. Dieses Netzwerk reicht im Süden bis Berlin und im Norden bis an die Ostsee. Im Sommer tummeln sich die Wasserratten an den Ufern und campieren auf einem der unzähligen Zeltplätze der Seenplatte. Die Campingfelder sind Relikte der DDR-Zeiten. Wie die bescheidenen Preise in Gaststätten, Hotels und Läden erinnern sie an den Arbeiter- und Bauernstaat.
Im Winterhalbjahr verirren sich nur wenige Touristen in die Seenplatte. Dabei ist der Naturgenuss in dieser Jahreszeit am grössten. Immerhin, in Klink an der Müritz ist das ganze Jahr Betrieb, und die Strandkörbe auf dem kleinen Sandstrand werden erst Ende November abgeräumt.
Die Erinnerung an die DDR ist noch längst nicht ausgelöscht
Es gibt in ganz Deutschland keinen Landstrich, der so dünn besiedelt ist wie die Mecklenburgische Seenplatte. «Greifvögel lieben diese Region», erzählt Rainer Schwarz, während er durch sein Carl-Zeiss-Jena-Fernglas guckt. Der Naturschützer führt ein kleines Grüppchen Besucher auf die öde Fläche der Halbinsel Grosser Schwerin, die seit 1930 unter Naturschutz steht. 1975 wurde das Gebiet um die Bucht Zähner Lank und Teile der Halbinsel Steinhorn erweitert. Auf dem Grossen Schwerin, der weit in die Müritz hineinragt, wohnen keine Menschen. Ein paar Kühe weiden auf den kargen Wiesen, damit die Halbinsel nicht vergandet.
Schwarz führt die Touristen zu einem kleinen Gebäude, das als Beobachtungsstation für die Parkwächter dient. «Die Hütte haben wir zu DDR-Zeiten mit viel Mühe erbaut», sagt der Vogelkundler. Verborgen hinter alten Militärblachen, beobachten die Besucher die lokale Vogelwelt: Kormorane, Graugänse, Enten, Kraniche und Seeadler. «Überdurchschnittlich viele Greifvögel leben in der Mecklenburgischen Seenplatte», sagt Schwarz, der die fliegenden Jäger seit bald 40 Jahren beobachtet und beringt. Im Sommer sind Fisch- und Schreiadler hier, im Winterhalbjahr bleibt nur der mächtige Seeadler.
Wenn die Müritz zufriert, wirds eng für Enten und Blesshühner. Die Adler spielen ein makabres Spiel. Er habe schon gesehen, sagt der Ornithologe, wie sich 19 Seeadler um ein Loch im Eis versammelten und auf das Wiederauftauchen der Blesshühner warteten.
Die Erinnerung an die DDR ist in Mecklenburg-Vorpommern längst nicht ausgelöscht. Trabis und Wartburgs sind zwar aus dem Strassenbild verschwunden, aber in den Köpfen vieler Menschen existiert der Bauern- und Arbeiterstaat immer noch. Sie scheinen kaum realisiert zu haben, dass sie längst ein Teil von Europa sind. In den Kneipen mustern uns die Einheimischen misstrauisch, ehe sie in gedämpftem Ton weiterreden. Wir könnten ja Spione sein! Und die alte Frau, die im Lebensmittelgeschäft in Röbel von der Verkäuferin eine Bonuskarte kriegt, fragt besorgt: «Erhalten das alle?»
Die Geräusche kommen entweder von Wasservögeln oder von Pilzsammlern
Auf der Bank im «staatlich anerkannten Kurort» wurden bis vor einem Jahr keine Fremdwährungen gewechselt. «Wir wechseln nur, wenn Sie ein Konto bei uns haben», präzisierte die Dame hinter der dicken Panzerglasscheibe.
Die weit gehend unberührte Natur ist das touristische Kapital dieser Region im Niemandsland.
Wer im Herbst am Tralowsee bei Mirow wandert, passiert weder Dorf noch Gutshof. Gelegentliche Geräusche stammen von Wasservögeln, die sich im Schilf verstecken, oder von Pilzsammlern, die im Dickicht nach den letzten Pfifferlingen suchen. Einer der eifrigen Pflücker erzählt stolz: «Ich kenne 150 Pilzsorten. Weitere 100 kann ich mit einem Pilzbuch risikolos bestimmen.» Fachwissen ist überlebenswichtig. In Mecklenburgs Wäldern wächst auch der giftige Knollenblätterpilz.
Belesene Besucher, die um den Stechlinsee wandern, kümmern sich kaum um Pilze. Sie wandeln auf den Spuren des alten Stechlin, der Hauptfigur in Theodor Fontanes Roman «Der Stechlin». Die Reise um diesen magischen See führt in die Stille. Und wenn die grauen Novemberwolken den Horizont verdüstern, so kommt melancholische Stimmung auf, ganz Stechlins Seelenleben angepasst.
Interessant sind auch Besuche von Waren und Klink an der Müritz. Die schmucken kleinen Städte wurden in den letzten Jahren von Grund auf restauriert, die bunten Fassaden der Bürgerhäuser aufgefrischt.
Auch Röbel mit seinen Kopfsteinpflasterstrassen ist ein mittelalterliches Städtchen. Im Zentrum thront die Kirche. Für einen Euro können Touristen den Turm besteigen und eine fantastische Aussicht über den Hafen und auf die Müritz geniessen. Und vielleicht erspähen sie in der Ferne irgendwo am Ufer Ernst aus Vipperow, wie er Besucher mit der Sage von den Seejungfrauen aus dem Bernsteinschloss unterhält.
JETZT DAHIN.......UNGLAUBLICHE RUHE!
Etwa 1.1/2 Autostunden von Berlin entfernt
Die Fahrt mit dem Mietauto zur Müritz dauert eineinhalb Stunden.( nun superbillig in Berlin)
Unterkunft: Eine der besten Adressen der Region Müritz ist das Schlosshotel Gutshaus Ludorf. Das Gasthaus bietet stilvolle und individuell eingerichtete Zimmer an und liegt am Westufer der Müritz. Übernachtung im DZ ab 90 Euro. Infos: Tel 0049 39931 8400,
http://www.gutshaus-ludorf.de.
Zehn Kilometer von Waren entfernt liegt Land Fleesensee, ein vor zweieinhalb Jahren eröffnetes Ferienparadies mit Golfplätzen, Robinsonclub, TUI-Dorfhotel und SAS-Radisson-Schlosshotel. Infos: http://www.fleesensee.de.
Allgemeine Infos: Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte, Tel 0049 39931 52225,
http://www.mecklenburgische-seenplatte.de,
http://www.deutschland-tourismus.de.
Wer noch dort war, sollte diese Zeit nutzen!
Allerbeste Erholung
Gruss
zefania
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