Ägypten Testbericht

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Erfahrungsbericht von Teufel-tom

Ja, nur noch ein paar Meter, einige Schritte, mein Puls steigt und steigt und... Abu Simbel

Pro:

Die Kultur und die Menschen

Kontra:

Die Probleme vorher

Empfehlung:

Ja

Ägypten, das Land der Pharaonen. Viele Geheimnisse und ungeklärte Phänomene ranken sich um diese Hochkultur. Es ist faszinierend vor diesen gewaltigen Bauwerken zu stehen und beeindruckend wie diese vor mehr als 4000 Jahren, mit einfachsten Mitteln, erbaut wurden.
Da ich bereits 3 mal Urlaub in Ägypten gemacht habe und von diesem Land immer noch so fasziniert bin, möchte ich in meinen nächsten Berichten einige meiner Eindrücke und Erlebnisse wiedergeben. Ich bin von den kolossalen Bauwerken und den Leistungen der alten Ägyptern so beeindruckt, dass ich eigentlich jedes Jahr hinfahren möchte. Leider teilt meine Freundin nicht so die Leidenschaft mit mir, so dass jetzt erst mal Schluss ist, mit Urlaub in Ägypten. Aber ich habe ja euch, liebe Leser, nun musst Ihr das ganze ertragen.




Kurz zur Geschichte Altägyptens/Abu Simbel


Die alten Ägypter tauchten bereits vor ca. 6000 Jahren in der Geschichtsschreibung auf, da war an uns Germanen noch nicht einmal zu denken. Um 4300 vC gab es die ersten Lebenszeichen im Oberägypten und in der Frühgeschichte (ca.3200 vC) schlossen sich mehrere Stämme aus Ober- und Unterägypten zu einer Einheit zusammen. Es entstand der Gesamtstaat Ägypten, mit der Hauptstadt Memphis, der südlich von Edfu bis ans Mittelmeer reichte. Es folgten mehrere Geschichtszeiten, Altes Reich, Mittleres Reich, Neues Reich, die sich durch mehrere Zwischenzeiten gegenseitig ablösten. Diese Blütezeit des Pharaonenreiches umfaste eine Zeitspanne von 2000 Jahren, von ca. 3000 vC bis 1000 vC., und wurden durch verschiedene Dynastien geprägt. Jeder trug zum Wohlstand des Landes bei. Die Einen mehr und die Anderen weniger. Es entstanden wunderbare Bauten und Tempel, die wir heute teilweise bestaunen können und die das Land so interessant machen. Viele verschiedene Pharaonen verewigten sich, mit Ihren Heldentaten in Stein und sind damit unsterblich geworden. Einer der bekanntesten war Ramses der II. Er ließ zur Demonstration seiner Macht, in der nubischen Wüste, direkt am Nil, einen großen Tempel für sich und, ein paar Schritte entfernt, einen kleinen für seine Lieblingsfrau Nefertari, in den Fels hauen.
Da die Tempel durch den Bau des Staudammes von der Vernichtung bedroht waren, setzte man die Tempel einfach um. Der Sandstein wurde kurzerhand zersägt, nummeriert und auf einem 64 Meter höheren Plato wieder zusammen gebaut. Dieser Einsatz ist nur der finanziellen Hilfe der UNESCO zu verdanken. Sonst wäre eines der schönsten Bauwerke der Geschichte in den Fluten des Nils versunken.



Der Weg nach Abu Simbel

Die Tempelanlage liegt etwas 280 Km südlich von Assuan und ist mit dem Flugzeug oder mit den Bus/Auto zu erreichen. Ich habe diesen Ausflug, bei meiner Nilkreuzfahrt, auf dem Boot gebucht. Der Kostenpunkt schwankt immer etwas, je nachdem wie viele Touristen da sind.
Der Ausflug mit dem Bus kostete mich, inkl. Eintrittsgeld, 76 Euro pro Person. Mit dem Flieger hätte ich fast das Doppelte bezahlt, 145 Euro. Die paar Stunden Busfahrt sind ja zu ertragen. Um 3.30 Uhr war wecken angesagt ( viel zu früh), schnell noch eine Tasse Kaffee, das Fresspakt geschnappt und los geht’s. In Assuan gibt es einen Sammelpunkt für die Ausflugsfahrten, denn gefahren wird nur im Konvoi, zu Sicherheit der Touristen. Vorne und hinten die Touristenpolizei und mittendrin ca. 35 Busse. Schlag 5.00 Uhr der Startschuss zum losfahren. Im Ernst, dass ganze war wie ein Rennen der Busfahren. Jeder wollte der erste sein. Ich habe das Gefühl, dass die Busse in Ägypten nur das Gaspedal haben und alle Busfahrer denken, sie sein Michael Schumacher oder so. Immer nur Vollgas und überholen was das Zeug hält. So war unser Bus der Erste, der in Abu Simbel ankam. Für diesen Umstand liebe ich Mercedes und werde ich mich persönlich noch bedanken.(später mehr)




Der erste Eindruck!

Schnell aussteigen, Eintrittskarten abgeben und rein ins Vergnügen. Die Anderen kamen ja auch schon.Am Eingang ein Sicherheitsscheck, damit auch keiner eine Bombe oder so mit hat. Man kommt hinter den Tempel an und sieht vom Eingang aus überhaupt nichts. Ein kleiner Weg führt um die künstlichen Berge herum. Es ist gegen 7.30, die Sonne ist gerade so richtig aufgegangen und verströmt ihre ersten warmen Strahlen, aber trotzdem ist es noch sehr kühl. Es geht rechts am großen Berg vorbei, noch sieht man nichts. Nach einigen Metern ist bereits der Nil, die Lebensader Ägyptens, zu erkennen und vom Tempel immer noch nichts. Ich kann es kaum erwarten, endlich dieses Bauwerk in voller Schönheit zu betrachten. Die Höhe des Künstlichen Berges lässt einiges Versprechen. Ja, nur noch ein paar Meter, einige Schritte, mein Puls steigt und steigt und...




Endlich der erste Blick!

Die Sonnenstrahlen spiegeln sich auf der Wasseroberfläche des Nils wieder und der Blauton des Wasser wirkt warm und beruhigend auf mich. Mein Blick schweift nach links, noch stehe ich etwas 100 Meter entfernt, seitlich zu den beiden Tempeln hin. Auf der einen Seite den Nil und auf der anderen Seite die Jahrhundertalte Tempelanlagen. Die aufgegangene Sonne scheint in ihrer schönsten Farbe und hüllt die Tempel goldgelb ein. Keine weiteren Touristen vor den Tempeln, die Ruhe und für einige Momente nur die Schönheit des Augenblickes genießen. Ich glaube diesen Anblick werde ich mein Leben nie vergessen. Nun weiß ich warum die Busfahrer so rasen. Nur ein einzelner Wachposten stand von einem Tempel, sonst keine Menschenseele weit und breit. Von hinten hörte ich aber bereits lautes Brummeln und Trapsen, die Nächsten kommen und aus war es, mit der Ruhe zum genießen.




Großer Tempel

Am Eingang des großen Tempels dominieren vier kolossale Sitzstatuen des Königs, Ramses II. , die aus dem Fels gehauen sind. Sie spiegeln den Herrscher in seinen verschiedenen Legensjahren wieder, links sehr jung bis rechts sehr alt. Die Statuen sind 24 Meter hoch und ich hatte das Gefühl hier klein und unbedeutend zu sein. Das goldgelbe Licht der Sonnenstrahlen ließ das ganze noch beeinduckender aussehen. Wie lange müssen die Steinmetze gearbeitet haben um so etwas gigantisches aus dem Fels zu meißeln? Noch sind immer noch nicht alles Touristen des Konvois angekommen und ich kann in aller Ruhe den Ausführungen unseres Reiseleiters lauschen und die Schönheit des Baues auf mich wirken lassen. Bei einer der Statuen ist der Kopf abgefallen und liegt vor dem Bildnis. Es wurde berichtet, dass es sich um einen Fehler im Gestein handelt, des schon kurze Zeit nach Fertigstellung des Bauwerkes(vor gut 3200 Jahren) auftrat. Zwischen den Füssen von Ramses II. ist seine Lieblingsfrau Nefertari abgebildet. Eine kleine Tür führt in die 55Meter weit in den Berg getriebene Tempelanlage. Durch die einstrahlende Sonne wirken die Acht Pfeilerfiguren des Königs, in der Haupthalle, wie aus einer anderen Welt. An den Wänden sind Kampfsszenen angebildet, die den Herrscher huldigen. Die Jahrhunderte alte Farbe ist hier noch gut zu erkennen. Um die Dynamik und die Schnelligkeit des Kampfes darzustellen, haben die Pferde und Menschen, mehrere Füße und Hände. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Durch den Zwischensaal, mit Wandmalerei, betritt man das Allerheiligste, an dessen Rückwand sitzen vier nebeneinander, aus dem Fels gehauene, Götterfiguren: Amun von Theben, Re-Harachte von Heliopolis, Ptah von Memphis und der vergöttlichte Ramses II. selbst.
Jedes Jahr, zur Sonnenwende(21.02/21.10), beleuchtet die aufgehende Sonne die Götterbilder im Allerheiligsten. Das muss bestimmt so was von genial aussehen. Leider war ich im März da. Schade!! Jetzt wird es auch hier im Tempel voller und die anderen Touristen, nerven mich etwas. Ab zum anderen Tempel.




Kleiner Tempel

Der kleine Tempel ist der Göttin Hathor geweiht und ehrt gleichzeitig die königliche Gemahlin Nefertari, die an der Fassade mit ihrem Mann Ramses II gezeigt wird.
Die Statuen sind kleiner als im Großen Tempel, aber genau so eindrucksvoll. Nefertrai trägt den Kopfschmuck(Kuhgehörn mit Sonnenscheibe) der Göttin Hathor, ist ihr also Gleichgesetz. Die Wandgemälde im inneren, werden von Opferdarstellungen, der Königin an die Götter, geprägt. Erst baut Ramses für seine Lieblingsfrau einen Tempel und dann setzt er ihr noch ein Kuhgehörn auf, man muss das Liebe sein.




Der Schluss

Wer diesen Tempel nicht gesehen hat, hat Ägypten nie gesehen. Es ist eines der Bedeutesten Bauwerke der Geschichte und die Eindrücke sind überwältigend. Ich sage euch: nutzt die Chance, wenn ihr in Ägypten seid um dieses einmalige Prachtwert zu sehen. Ich Zähre heute noch von diesen wunderschönen Augenblicken


In diesem Sinne – bis bald!

Neugierig auf Ägypten?
Lesen Sie auch die anderen Bericht meiner Ägypten-Reihe.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2004-05-30 20:34:20 mit dem Titel Kreuzfahrt auf den Nil, leben wie die alten Ägypter.

Nach den wir die letzten Jahre immer wieder Lastminute gebucht hatten und nicht sehr viel Glück mit den Hotels hatten. Wollten wir dieses Jahr alles richtig machen und in ein reguläres Reisebüro gehen um uns dort beraten zu lassen.
Das Ziel Ägypten stand schon fest, aber welches Hotel und welche Nilkreuzfahrt.
Die Möglichkeit Abu Simpel zu besuchen sollte aber schon drin sein. Also, erst einmal die Kataloge der verschiedenen Veranstalter besorgen und durchsehn. Ach ja, die Möglichkeiten und Vielfalt waren unbegrenzt, wenn man nur das nötige Kleingeld hat. Von einem 2 Sterne-Schiff mit Frühstück bis hin zum 5 Sterne-Schiff mit Vollpension war alles vorhanden.
Nur welches nehmen, wo das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt?

Also gingen wir direkt in verschiedene Reisebüros um uns beraten zu lassen. In den größeren Reisebüros wurden uns nur die Standkataloge vorgelegt, mal etwas im Computer geschaut, und gesagt:
„Da wären noch einige wenige Plätze frei. Sie sollte sich schnell entscheiden!“
Von einer guten Beratung war eigentlich keine Spur. Das machte keinen richtigen Spaß und die Vorfreude auf unseren baldigen Urlaub ging langsam den Bach runter.


Auf den Weg nach Hause, direkt um die Ecke unserer Wohnung, fanden wir eine kleine Reiseagentur. „Komm, in die gehen wir noch rein und versuchen unser Glück.“ Also ließ ich mich von meiner Freundin noch mal überreden und wir betraten den Laden.
Mit einem freundlichen Lächeln wurden wir begrüßt und kamen schnell ins Gespräch, über unsere Wünsche und Vorstellungen. Bei einer Tasse Kaffee und etwas Gebäck wurden uns die verschiedenen Möglichkeiten erklärt.
Durch die Rückinformation ihrer Kunden und ihrer eigenen Erfahrungen, könnte uns die Mitarbeiterin viele Details über die verschiedenen Hotels, Ausflugsmöglichkeiten und Schiffe liefern.
Nach gut 1 ½ Stunden hatten wir was schönes gefunden, eine Woche Nilkreuzfahrt auf der MS Kira und anschließend eine Woche Badeaufendhalt im Hotel LTI Paradisio, in El Gouna.
Der genaue Termin stand noch nicht fest, da ich, wie so oft, noch meinen Urlaub bestätigen lassen musste.

Abends lagen wir im Bett und freuten uns schon richtig auf unseren baldigen wunderschönen Urlaub. 2 Tage später buchten wir den Urlaub.




DIE LEISTUNGEN:


Der Hinflug, von Leipzig nach Luxor, ist am 06.03.2003, der Rückflug, von Hurghada nach Leipzig am 21.03.2003 und sollte mit Air Berlin erfolgen.
Die 7 Tage Nilkreuzfahrt auf der MS Kira mit Vollpension kosteten für 2 Erwachsenen 1.530,00 Euro.
Die Weiterleitung, nach der Nilkreuzfahrt, zum Badehotel sollte mit einem Bustransfer erfolgen und kostete 60 Euro, für 2 Personen, extra.
Da wir die 4 stündige Fahrt durch die Wüste, von Luxor nach Hurghada, nicht wollten, zahlen wir 60 Euro mehr und hatten einen erholsameren Flug.
Der anschließende 8-tägige Badeaufenthalt im LTI Hotel Paradisio schlug mit 688,00 Euro zu buche.
Die Gesamtkosten für diesen wunderschönen 15-tägigen Traumurlaub sind also 2.338,00 Euro für 2 Personen.


Das klingt nicht gerade billig, aber wir hatten genau das was wir wollten. Eine Nilkreuzfahrt mit einem 5 Sterne-Schiff und alle Ausflüge inklusive, ein 4 Sterne-Hotel, zum erholen danach.




DIE ÄNDERUNGEN DANACH:


Die Bestätigung durch Tjaereborg erfolgte sehr schnell, und die Unterlagen mit Rechnung flatterten innerhalb einer Woche bei uns ein.

3 Wochen später bekam ich wieder Post von Tjaereborg.
Der Rückflug mit Air Berlin wurde gestrichen und soll jetzt mit Shoruk Air erfolgen.
Da wir den Urlaub Anfang Januar buchten und sich jetzt die Lage im Irak etwas angespannt hatte, kürzten die Fluggesellschaften einfach ihre Flüge.
Na gut, dass ist verständlich und ich kann es sogar verstehen.

Wiederum eine Woche später, hatte ich wieder Post von Tjaereborg. Unsere gebuchter Innlandflug von Luxor nach Hurghada wurde durch Egyptair, mangels Teilnehmer, komplett storniert.
Jetzt hätten wir auch von der Reise zurücktreten können, aber finde mal was neues innerhalb von 2 ½ Wochen!

Als Dank für unsere Treue flatterte 5 Tage später wieder Post in unseren Briefkasten. Diesmal was es ein Scheck in Höhe vom 120,00 Euro, für den stornierten Inlandsflug, 60, und eine Kulanzgutschrift von nochmals 60€. Wenn im Vorfeld schon so viel schief läuft, kann der Urlaub ja nur besser werden!



JETZT ENDLICH IN DEN URLAUB:


Der Hinflug, von Leipzig, mit einen Zwischenstop in Nürnberg, nach Luxor, verlief ohne Probleme und wir waren schon voller Vorfreude auf unseren jetzt endlich beginnenden Urlaub.

In Luxor angekommen berappten wir noch mal 22 Euro je Person für ein Visum und es folgte gleich die nächste Überraschung.

Unser gebuchtes Schiff, die MS Kira, ist zur Wartung und wir wurden auf ein anderes gleichwertiges Schiff umgebucht. Na prima, schon im Urlaub und es geht wieder los.




DAS SCHIFF:


Unser neues Zuhause für die nächsten 7 Tage ist nun das Kreuzfahrtschiff MS Pasha, ein Schiff der 5 Sterne-Landeskategorie.

Die Pasha ist ca. 55 Meter lang, ca. 12 Meter breit und hatte am 31.12.2000 ihre Jungfernfahrt.
Das Schiff verfügt über 40 Außenkabinen, die im 1. und 2. Deck untergebracht sind.
Im Unterdeck befindet sich ein kleiner Basar, mit Suvensiers und Andenken, sowie ein großräumiges Restaurant, in dem die Vollverpflegung gereicht wurde.
Die Lobby war im Hauptdeck zu finden und nebenan gleich die große Lobby Bar, in der alle Veranstaltungen vorgenommen wurden.
Auf dem Sonnendeck gab es einen kleinen Pool, eine Bar und einen überdachten Teil mit Tischen und Stühlen. Badetücher und Liegen konnten ohne zusätzliche Gebühr mitgenutzt werden.
Leider waren nie genügend Liegen für alle Gäste vorhanden, so dass es immer wieder ein kleines Gerangel und die Liegen gab.

Die Besatzung der MS Pasha von mehr als 40 Mitarbeitern sorgte Tag und Nacht für unser Wohl.
Die Kabinen waren in zwei Zimmer geteilt, dem Schlaf- und Aufenthaltszimmer.
Im Schafzimmer standen 2 Einzelbetten die zum Doppelbett zusammengeschoben waren. Die Fenster dort waren relativ klein.
Im Aufenthaltszimmer stand eine Couch mit Tisch und der Kühlschrank mit samt Minibar.
Dieses Zimmer hatte wunderschöne Panoramafenster, besser gesagt Panoramatüren über die ganze Front, mit einen wunderschönen Blick auf den Nil.
So kann man ganz entspannt die vorbeifahrende Uferlandschaft betrachten. Durch diese Türen kam ich auch im meine Kabine.
Die Fenster waren verspiegelt, so dass man vom innen nach außen sehen konnte, aber nicht umgedreht.

Alle Kabinen haben eine Größe vom etwa 22 Quadratmetern. Sie sind gut eingerichtet und verfügen über ein großes Bad mit Dusche, WC, Klimaanlage, Sitzecke, TV, einen großen Schrank, Fön u. a..
Im Großen und Ganzen gesagt ist die MS Pasha ein gutes, ägyptische Kreuzfahrtschiff. Sauberkeit wurde ganz groß geschrieben, immer und überall waren die Leute an putzen. Da nervt zwar manchmal, ist aber O.K.




DER REISEVERLAUF:



1. TAG, DIE ANKUNFT:


Nachdem wir auf dem Schiff angekommen sind, unsere Kabinen besichtigt und einige Sachen ausgepackt hatten, trafen wir uns alle zu Begrüßung in der Lobby Bar.
Hier wurde uns die zuständige Reiseleitung vorgestellt, wichtige Informationen über das Land, die Leute und den Verlauf der Kreuzfahrt mitgeteilt. Bei einem Welcome Drink lernten wir auch die anderen Mitreisenden etwas näher kennen.
Nach dem Abendessen, im Restaurant, trafen wir uns noch auf ein Gläschen an der Lobby Bar und ließen so den Tag geruhsamen, mit einem geistreichen Gespräch, ausklingen.



2. TAG, LUXOR, DAS ALTE THEBEN
:

Gegen 6.00 Uhr Wecken!!!
Bin ich hier im Urlaub oder auf Arbeit? Das waren meine ersten Gedanken als ein Boy mit einer Glocke durch Schiff lief und rief: Gooooood moooorrrning , Auuuuufstehen !!!!!

Jetzt schnell aufstehen, was essen und die Kamera nicht vergessen, um 7.30 Uhr geht es los zum Tal der Könige.
Von Schiff aus kann ich das Gebirge, auf der anderen Seite des Nils, sehen, in dem sich die Gräber der Pharaonen befinden.

Luxor, früher Theben, die kulturelle Zentrum des alten Reiches, wird im Theben Ost und in Theben West unterteilt. Im Theben Ost sind verschiedenen Tempel( Luxor- u. Karnaktempel), und unser Liegeplatz des Schiffes. An der langen Uferstraße entlangfahrend, erreichen wir die einzige Brücke, die Theben Ost und Theben West Miteinander verbindet. Dies ist auch die einzige Möglichkeit mit dem Reisebus oder Taxi den Nil zu überqueren.
Mit dem Bus geht es an kleinen Lehmhäusern, die aus Lehmziegeln des Nilschlamm gebaut werden, vorbei.
Weitreichende Plantagen erstrecken sich, auf unseren Weg zum Tal der Könige. Ein umfangreiches Kanalsystem bewässert die verschiedenen Bananenplantagen, Getreide- und Kartoffelfelder, sowie die Palmenhaine.
Die Menschen und Leute winken uns zu und ich sehe Kinder die im Nil oder mit dem Esel spielen. Die meisten jedoch arbeiten auf den Plantagen.

Nach etwa 30 Minuten erreichen wir den Parkplatz zum Tal der Könige. Noch ist hier viel Platz aber das sollte sich bald ändern.
Zum Eingang müssen wir noch einen kleinen Weg von ca. 500 Metern zurück legen, der links und rechts von Buden mit Händler gesäumt ist. Jeder spricht dich an und versucht dir irgendwas zu verkaufen.
„He, tolle Ware! Kostet nix! Hallo schöne Frau, schauen Sie!”
Diese Sprüche kamen von überall! Es wirkt schon etwas aufdringlich, aber so ist das hier.
Jeder Tourist ist hier der Onkel Dagobert mit viel, viel Geld in der Tasche.

Endlich im staubtrockenen Tal angekommen, müssen Filmkameras abgegeben werden. Der Eintritt beträgt 20 LE, Ägyptische Pfund. Das sind ca. 3 Euro und beinhaltet 4 Gräber.
Im Tal selber sind 64 Gräber, wobei nur 10 sehr gut erhalten sind, dass sich eine Besichtigung lohnt.
Sehr zu empfehlen ist das Grab Nummer 17 von Sethos, eines der größten und am prächtigsten ausgemalten Gräbern.
Die Gräber sind meist tief in den Fels getrieben und geben mit ihren Räumen und Schächten die altägyptische Vorstellung des Jenseits wieder.
Die prachtvollen Wandgemälde und Hyroklyphen verblassen langsam, so dass einige Gräber restauriert werden müssen.

Der große Besucherstrom geht eben nicht spurlos an den Grabdenkmälern vorbei, so dass immer nur ein Teil zu Besichtigung freigegeben ist. Der andere Teil wird meist restauriert.
Durch die Reiseführung wurden uns die genauen Symbole und die Bedeutung der Zeichen erklärt.
Nehmt euch die Zeit und schaut euch in aller Ruhe die verschiedenen Kammern und Gangsysteme an.
Das Fotografieren ist in den Gräbern ist grundsätzlich verboten, da es die Gemälde an den Wänden beschädigt. Fragt einen Wächter in dem Grab, ob ihr ein Foto ohne Blitzlicht machen könnt!
Gebt 5-10 LE , und ihr könnt euch ein Stück Erinnerung vom Tal der Könige mitnehmen.
Eigentlich ist es ja das Blitzlicht was die Schönheiten der Gräber angreift.
Bitte vorher fragen, da sonst der Film in der Kamera von dem Wächter einfach entrissen wird.
Nach gut 2 Stunden war das Gastspiel im Tal der Könige zu Ende und hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Wieder geht es an den Händler vorbei zum Bus.
Und ab geht’s zum nächsten Bauwerk!


5 Minuten später sahen wir von Bus heraus einen Terrassenförmigen, in den Fels gehauenen Tempel.
Das ist der Totentempel des Pharaos Hatschepsut, die mächtigste Frau auf den Pharaonenthron.
Ja, auch mal eine weibliches Wesen, hat den seinerzeit mächtigsten Staat mal regiert.

Die drei Terrassen sind in die steilabfallenden Seiten des Gebirges eingebettet und meist mit Menschen überseht.
Hier war in Jahre 1997 der Anschlag auf den Touristenbus, daher sind hier, wie überall, viele Sicherheitskräfte und die Touristenpolizei immer vor Ort.
Wieder mussten wir an vielen Händler vorbei zum Eingang des Tempels. Mit der Zeit gewöhnt man sich an das Anpreisen der Händler, bzw. das Aufdringliche verkaufen.
Die drei übereinander gestaffelten Terrassen tragen Hallen, zu denen Rampen heraufführen. Viele Reliefs, die die damaligen Handelsbeziehungen und Handelswege mit anderen schildern.
Anhand der Einzelheiten, wie zum Beispiel Fischarten, lassen sich die einzelnen Handelsrouten heute noch nachvollziehen.
Einfach gigantisch, dieses Bauwerk.
Ein Foto macht man am besten, gleich nachdem Eingang, da hat man alles drauf. Nach gut 2 Stunden mussten wir auch dieses Bauwerk wieder verlassen und führen wieder Richtung Schiff.

Angekommen, gab es lecker Mittagessen und das Schiff legte Richtung Esna ab.

Den Nachmittag verbrachen wir auf dem Sonnendeck und bestaunten die vorüberziehende Landschaft.
Wir sahen kleine Dörfer, Häuser, riesengroße Palmenhaine, Bananenplantagen, Getreidefelder, Menschen, die ihrer täglichen Arbeit nachgingen, Wäsche im Nil waschen und spielende Kinder an uns vorüberziehen.
Die Menschen waren alles sehr nett und winkten uns zu. Hier bekam ich mal einen kleinen Einblick, wie das typische Leben der Ägypter aussieht.
Es sind einfach traumhafte Landschaften, an die ich mich heute noch gern erinnere.

An Abend erreichten wir Esna.
Hier mussten wir warten, da durch die Schleuse nur 4 Schiffe je Stunde durchgehen und noch einige Kreuzfahrtschiffe vor uns waren. Gegen 2.00 Uhr morgens passierten wir die Schleuse.
Ich erlebte dieses Schauspiel schlafend im meinem Bett, da ich nicht so der Fan davon bin und den Schlaf vorziehe.



3.TAG EDFU, DER HORUS-TEMPEL:


Diesmal war gegen 7.00 Uhr wecken, immer noch mit einer Glocke und dem lauten Geschrei.

Um 8.30 Uhr warteten am Ufer bereits prachtvolle Pferdekutschen, mit denen wir zum Horus-Tempel führen.
In den kleine Städtchen scheinen alle auf den Beinen zu sein, ziemlich viel Verkehr und Menschen auf den Straßen.
Es war schön, die ca. 2 Kilometer zum Tempel, mit der Pferdekutschen zu fahren und ich bekam einen kleinen Einblick in das Leben der Bewohner dieser kleinen Stadt.
Wir fahren an einen Markt vorbei, hier zeigt der Fleischer noch was er zu verkaufen hat.
Die Fleischteile hängen am Eingang zum Laden, also nicht was für schwache Nerven.
Überall, vor den Läden, präsentieren die Händler ihre Waren, egal was und wofür diese sind.

Am Horus-Tempel angekommen, geht es wieder durch eine Meute von Straßenhändlern, die mit Eindruck ihre Ware anpreisen und uns schon penetrant auf den Nerv gehen.
Der Horus-Tempel ist der am besten erhaltene Tempel in Ägypten.
Wie der Name schon sagt, ist dieser Tempel den Falkengott Horus geweiht und durch eine riesige Umfassungsmauer umgeben.
Man betritt durch den Pylon(Hohes Eingangstor), den lichtdurchfluteten, großen Innenhof.
Es sieht einfach gigantisch aus.
Über den Säulensaal gelangt man in das Innere des Tempels, mit vielen halbdunklen Vorräumen, Nebenkapellen, geheimen Gängen zum Allerheiligsten. Überall sind Wandreliefs teils gut erhalten.
Die schönsten Reliefs des Horus-Tempels sind auf der Innenseite der großen Umfassungsmauer und der Außenseite des Tempelhauses zu finden.
Es stellt den Kampf zwischen Gut und Böse, in Form des guten Falkengottes Horus gegen den bösen Gott Seth, als Nilpferd dargestellt, dar. Letztlich siegt aber immer das Gute.
Die meist 2-3 Meter hohe Reliefs sehen beeindruckend aus.
Die Reiseleiterin erklärte uns viele der einzelnen Reliefs, so dass wir einen Einblick in die Geschichte bekamen.

Nach gut 3 Stunden ägyptischer Geschichte ging es per Pferdekutsche wieder zum Schiff. Nach dem Mittag sonnten wir uns wieder auf dem Sonnendeck, während das Schiff Richtung Assuan ablegte.

Am Abend gab es das große Käptndinner mit allerlei Leckerem typisch ägyptischem und europäischen Essen. Nach den Essen wurde uns, in der Lobby Bar, die Mannschaft des Schiffes vorgestellt und bei Musik und einem Gläschen ging der Tag langsam zu Ende.



4. TAG, ASSUAN, DIE SÜDLICHSTE STADT IN ÄGYPTEN


Das Schiff ist die ganze Nacht gefahren und wir kamen gegen 9.00 Uhr in Assuan an.
Das Parken der Schiffe ist hier etwas ganz besonderes, da sie nebeneinander parken. Also, in der 4 oder 5 Reihe. Man muss durch mehrere Schiffe hindurch um ans Ufer zu kommen.
Kaum angelegt, ging es auch gleich wieder mit dem Bus zum nächsten Tempel.

Der Weg dahin führt durch Assuan, am alten Staudamm vorbei zu einer Bootsanlegestelle. Da durch das Anstauen des Nils ein großer Stausee entstand, gibt es hier eine Vielzahl von kleinen und größeren Inseln.
Die Insel Philae ist eine davon.
Auf dieser Insel befindet sich ein Tempel, der der Göttin Isis geweiht ist. Zu Insel gelangt man mit einem kleine Boot und fährt an den verschiedenen kleineren Inselchen vorbei.
Die Fahrt dauert ca. 10 Minuten und dann ist man am Ziel.
Die ursprüngliche Insel Philae, war einst vollständig mit schattigen Palmen und Tempelbauten bedeckt.
Auf ihr wurden die altägyptische Götter, der Pharaonen, an längsten verehrt, bis ins Jahr 456 nC. Durch den alten Staudamm, stieg das Wasser und der alte Tempel wurde jedes Jahr, fast 10 Monate überflutet. Um dieses Bauwerk zu retten wurde es einfach auf einer höhergelegene Insel, nebenan, umgebaut.
Jetzt ist von der einstigen grünen Bracht nichts mehr zu sehen.
Die Bauten sehen fast aus wie in der Wüste, nur ein kleinwenig Grün ist da noch geblieben.
Das Beeindruckenste und größte Bauwerk ist der Isis-Tempel, mit seinen großen Säulen und Reliefs. Nach gut einer Stunde, ging es mit dem Boot zurück aufs Festland.

Wieder festen Boden unter den Füssen ging es ab, in Richtung Staudamm.
In Assuan gibt es zwei Staudämme.
Der eine wurde um 1900 von Engländern gebaut, mit einer Länge von ca. 2 km und eine Höhe von ca. 50 Metern. Fährt man darüber, sieht man links und rechts so etwas wie eine Auenlandschaft mit sehr viel grün und einigen Häusern.
Der Damm wird am Anfang und am Ende von Militär bewacht und jeder der verdächtig ist, wird kontrolliert.

Einige Minuten später kommen wir am Hochdamm, auch genannt Assuan Staudamm, an.
Der in den 60/70 Jahren, mit Hilfe der Russen, gebaute Staudamm ist ein richtiges Bollwerk gegen die Nilfluten.
Mit über 110 Meter ragt der übers das Flussbett und ist mit seinen 3,6 Kilometern wahnsinnig lang.
Die Breite reicht vom 980 Metern am Boden und bis zu 40 Metern an der Krone, oben.
Der Damm staut den Nils bis auf 550 Kilometern, so dass ein See, der Nassersee, entsteht.
Die eingebauten Turbinen beliefern fast ganz Ägypten mit Strom.
Bei voller Turbinenleistung stehen 2100 Megawatt elektrische Energie zur Verfügung. Das klingt sehr, sehr viel.

Oben auf den Damm gibt es mehrere Park- und Rastmöglichkeiten zum verweilen. Hier hat man einen wunderbaren Blick über den ganzen Staudamm und bekommt einen Einblick über die Größe. Einfach gewaltig! .
Nach einer kleinen Pause, geht es aber auch gleich weiter.

In Assuan selbst gibt es viele Granitsteinbrüche, aus denen früher die Steine für den Tempel- oder Pyramidenbau gebrochen wurden.
In einem Steinbruch liegt ein unvollendeter Obelisk.
Der 41 Meter lange, wahrscheinlich wegen eines Risses aufgegebener Gigant, zeigt ganz deutlich die handwerklichen Arbeitstechniken der Alten Ägypter, im Granitsteinbruch.
Festes Schuhwerk ist sehr zu empfehlen, da man etwas im Steinbruch umherklettert.

Jetzt ist mein Magen richtig leer aber zum Glück geht es wieder zum Mittagessen aufs Schiff.
Der Nachmittag sehr zur freien Verfügung, so dass ich mir Assuan ansehen kann.

Assuan ist die südlichste Stadt in Ägypten und durch sein trockenes und ausgeglichenes Klima, schon sehr lange, als Kurort bekannt.
Einige alten Hotels, im kolonialen und orientalischen Still, erinnern an alte Zeiten, meist mit Blick auf den Nil.
Agatha Christie schrieb hier viele Romane, wie zum Beispiel: Tot auf den Nil.
Die Stadt an sich mit ihren gut 500.000 Einwohnern, wirkt wie eine gemütliche Kleinstadt. Der überwiegende Teil, der Menschen hier, lebt von Tourismus und der Landwirtschaft.
Ein kleiner Stadtbummel lohnt hier immer.
Es gibt einen großen Touristenmarkt, der zu fast jeder Tages- und Nachtzeit geöffnet ist.
Hier bekommt man einfach alles, angefangen von Postkarten über Souvenirs bis hin zum leckeren Essen. An das aufdringliche Anpreisen der Händler, muss man sich als Europäer aber noch gewöhnen.
Aber auch das Handeln muss gelernt sein.
Es ist hier eine Art Volksport und gehört zu jedem Kauf einfach dazu. Der Verkäufer nennt euch einen Preis, ihr sagt euren Preis für das Produkt, und dann trefft ihr euch irgendwo in der Mitte.
Das klappt fast immer. Falls nicht,
bedankt euch bei dem Verkäufer, dass ihr seine Ware ansehen durftet, und geht.
Hier habe ich mich mit Postkarten für meine Lieben zu Hause eingedeckt, 25 Stück für 1 LE. Sonst kosten die einzeln meist 0,50 LE. Mit Hilfe der Reiseleiterin ist einfach alles möglich.
Auch ein Internetcafe auf der Uferstraße ist zu finden, mal schnell die Ciao-Bewertungen anzusehen.
Die Menschen hier machen mir einen offeneren und freundlicheren Eindruck als anderswo in Ägypten.
Abend geht es etwas zeitiger ins Bett, da morgen was Großes ansteht. Abu Simbel!



5. TAG, ASSUAN, ABU SIMBEL, KEIN TRAUM, WIRKLICHKEIT:


Um 3.30 Uhr war wecken angesagt ( viel zu früh),
schnell noch eine Tasse Kaffee, das Fresspaket geschnappt und los geht’s.
In Assuan gibt es einen Sammelpunkt für die Ausflugsfahrten, denn gefahren wird nur im Konvoi, zu Sicherheit der Touristen. Vorne und hinten die Touristenpolizei und mittendrin ca. 35 Busse. Schlag 5.00 Uhr der Startschuss zum losfahren. Im Ernst, dass ganze war wie ein Rennen der Busfahrer. Jeder wollte der Erste sein.

Angekommen, schnell aussteigen, Eintrittskarten abgeben und rein ins Vergnügen. Die Anderen kamen ja auch schon.
Am Eingang ein Sicherheitsscheck, damit auch keiner eine Bombe oder so mit hat.
Man kommt hinter den Tempel an und sieht vom Eingang aus überhaupt nichts. Ein kleiner Weg führt um die künstlichen Berge herum.
Es ist gegen 7.30, die Sonne ist gerade so richtig aufgegangen und verströmt ihre ersten warmen Strahlen, aber trotzdem ist es noch sehr kühl.
Die Sonnenstrahlen spiegeln sich auf der Wasseroberfläche des Nassersees wieder und der Blauton des Wasser wirkt warm und beruhigend auf mich.
Mein Blick schweift nach links, noch stehe ich etwas 100 Meter entfernt, seitlich zu den beiden Tempeln hin.
Auf der einen Seite den Nassersee und auf der anderen Seite die Jahrhundertalte Tempelanlagen.
Die aufgegangene Sonne scheint in ihrer schönsten Farbe und hüllt die Tempel goldgelb ein.
Keine weiteren Touristen vor den Tempeln, die Ruhe und für einige Momente nur die Schönheit des Augenblickes genießen.
Ich glaube diesen Anblick werde ich mein Leben nie vergessen.

Am Eingang des großen Tempels dominieren vier kolossale Sitzstatuen des Königs, Ramses II. , die aus dem Fels gehauen sind.
Sie spiegeln den Herrscher in seinen verschiedenen Legensjahren wieder, links sehr jung bis rechts sehr alt.
Die Statuen sind 24 Meter hoch und ich hatte das Gefühl hier klein und unbedeutend zu sein.
Das goldgelbe Licht der Sonnenstrahlen ließ das Ganze noch beeinduckender aussehen. Bei einer der Statuen ist der Kopf abgefallen und liegt vor dem Bildnis.
Es wurde berichtet, dass es sich um einen Fehler im Gestein handelt, des schon kurze Zeit nach Fertigstellung des Bauwerkes(vor gut 3200 Jahren) auftrat.
Eine kleine Tür führt in die 55Meter weit in den Berg getriebene Tempelanlage.
Durch die einstrahlende Sonne wirken die acht Pfeilerfiguren des Königs, in der Haupthalle, wie aus einer anderen Welt.
An den Wänden sind Kampfsszenen angebildet, die den Herrscher huldigen.
Die Jahrhunderte alte Farbe ist hier noch gut zu erkennen. Um die Dynamik und die Schnelligkeit des Kampfes darzustellen, haben die Pferde und Menschen, mehrere Füße und Hände.
Auf so eine Idee muss man erst mal kommen.
Durch den Zwischensaal, mit Wandmalerei, betritt man das Allerheiligste, an dessen Rückwand sitzen vier nebeneinander, aus dem Fels gehauene, Götterfiguren: Amun von Theben, Re-Harachte von Heliopolis, Ptah von Memphis und der vergöttliche Ramsen II selbst.
Jedes Jahr, zur Sonnenwende(21.02/21.10), beleuchtet die aufgehende Sonne die Götterbilder im Allerheiligsten.
Das muss bestimmt so was von genial aussehen.

Der kleine Tempel ist der Göttin Hathor geweiht und ehrt gleichzeitig die königliche Gemahlin Nefertari, die an der Fassade mit ihrem Mann Ramses II gezeigt wird.
Die Statuen sind kleiner als im großen Tempel, aber genau so eindrucksvoll.
Da die Tempel durch den Bau des Staudammes von der Vernichtung bedroht waren, setzte man die Tempel einfach um.
Der Sandstein wurde kurzerhand zersägt, nummeriert und auf einem 64 Meter höheren Plato wieder zusammen gebaut.
Dieser Einsatz ist nur der finanziellen Hilfe der UNESCO zu verdanken. Sonst wäre eines der schönsten Bauwerke der Geschichte in den Fluten des Nils versunken.

Wer diesen Tempel nicht gesehen hat, hat Ägypten nie gesehen. Es ist eines der bedeutesten Bauwerke der Geschichte und die Eindrücke sind überwältigend.
Ich sage euch: nutzt die Chance, wenn ihr in Ägypten seid um dieses einmalige Prachtwert zu sehen. Ich zähre heute noch von diesen wunderschönen Augenblicken.

Gegen 13.30 Uhr waren wir wieder am Schiff. Nach dem Mittagessen eine kleine Pause auf dem Sonnendeck zum erholen, da die Fahrt nach Abu Simbel sehr anstrengend war.
Nachmittags, so gegen 16.00 Uhr, trafen wir uns zur Felukenfahrt auf den Nil.
Feluken sind kleine Segelboote, die noch aus pharaonischen Zeiten zu stammen scheinen.
Es ist mal was anderes, den Nil so zu befahren und zu erleben.

Einen kleinen Zwischenstop legten wir an der Pflanzeninsel ein. Auf dieser Insel befindet sich ein botanischer Garten, mit einer Vielzahl von afrikanischen und asiatischen Tropenpflanzen. Ein Spaziergang ist hier sehr erholsam und romantisch.
Das wunderschöne Grün der Insel und im Hintergrund die Wüste, zwischendrin der Nil mit einigen kleine Feluken, das ist Schönheit pur. Neben den vielen verschiedenen Pflanzen gibt es hier auch jede Menge Katzen.
Überall betteln die kleinen Dinger um etwas zu essen.
Da die Katzen früher sehr heilige Tiere waren, bringen die Einheimischen immer etwas zu Essen für die Lieblinge mit.
Setzt euch auf eine der vielen Bänke und genießt den Ausblick. Traumhaft, wenn die Sonne schon langsam untergeht,
wirkt es wie aus einem Märchen.

Wieder auf dem Schiff, gibt es ein Nubisches Fest, mit leckeren Essen, Musik und Tanz.
Die Mannschaft zeigt ihre Volkstänze und animiert zum Nachtanzen. Das ist sehr lustig, vor allem wenn man schon etwas getrunken hat, klappt es besser!! So lässt sich das Leben richtig genießen.



6. Tag, KOM OMBO, EIN TEMPEL AN NILUFER:


Das Schiff fuhr wieder die ganze Nacht, so dass wie gegen Morgen im Kom Ombo eintrafen.
Der Tempel von Kom Ombo liegt malerisch direkt am Nilufer und ist nachts beleuchtet, das ist uns bereits auf der Hinfahrt nach Assuan aufgefallen ist.
An der Uferstraße zum Tempel selbst, gibt es wieder jede Menge Straßenhändler, die ihre Waren anpreisen und jeden Touristen ansprechen.
Der Tempel selbst ist ein Doppelheiligtum.
Entlang der Mittelachse sind alle Räume zweimal vorhanden und die rechte Hälfte des Tempels dem Gott Sobek und die linke Hälfte dem Gott Haroeris geweiht.
Der Tempelbau wurde in der Ptolemöernzeit (330-3nC) begonnen und in der römischen Kaiserzeit beendet.
Viele wunderschöne Reliefs schmücken den Bau.
Eine Reliefdarstellung zeigt den Umgang mit chirurgischen Instrumenten und ist einzigartig.
In einem kleinen Seitenflügel, des Tempels, gibt es auch Krokodielmumien zu bestaunen.
Hinter den Glaskasten sehen die leblosen Körper nicht mehr so gefährlich aus.
Das diese Tiere heilig waren, wurde sie natürlich auch sehr verehrt und genossen einen sehr großen Rang im alten Ägypten. Trotz der Hunderte von Jahren haben sich die Tiermumien gut erhalten.

Wieder zurück auf dem Schiff, entspannten wir uns auf dem Sonnendeck, während das Schiff stromaufwärts Richtung Luxor führ. Noch einmal genossen wir die Aussicht und das vorbeiziehen der schönen Landschaft.
Der Abend klang, wie so oft, mit einen kleinen Gläschen, guter Musik und netten Gesprächen am Bord des Schiffes aus.



7. TAG, ZURÜCK IN LUXOR, DIE TEMPEL UND HÄNDLER


Nachtsüber haben wir wieder die Schleuse von Esna passiert und sind wohlbehalten im Luxor angekommen.
Das erste Reiseziel des heutigen Tages ist die Tempelstadt von Karnak.
Karnak ist eine riesengroße Tempelanlage an der über mehr als 2 Jahrtausenden gebaut wurde.
Jeder neue Pharao baute etwas neues dazu oder entfernte einfach die Inschriften des Erbauers und fügte seine an die Stelle.
Eine gewaltige Anlage, die in ein paar Stunden kaum zu besichtigen ist. Empfangen wird man am Tempel mit einer gewaltigen Widderallee, die zum Eingang führen. Große Obelisken, gigantische Statuen und jede Menge Reliefs sind hier zu finden.
Es scheint hier keine Ordnung zu geben, jeder baute einfach drauf los. Am gigantisten ist jedoch der Säulensaal mit seinen
134 Papyrus-Säulen.
Die Steinsäulen sind gigantisch hoch und mit farbigen Reliefs verziert. Hier spürt man die Anwesenheit der alten Pharaonen am besten.
Überall Statuen der verschiedenen Pharaonen, Heiligtümer und Obelisken.
Das alles zu beschreiben ist sehr schwer, da wir nur wenig Zeit hatten und viele, viele Menschen um uns herum waren.
Um alles zu sehen und zu verstehen braucht man bestimmt mehrere Tage, da diese Tempelanlage sehr komplex ist und die Eindrücke einen fast erschlagen.
Die Größe, der Bauwerke, die verschiedenen Bilder, die kleinen Einzelheiten, es ist unmöglich dies zu begreifen oder zu verstehen.

Für mich war die Flut an Eindrücken und Informationen viel zu hoch für den Moment. Ich habe nur fotografiert und über die Bauwerkkunst der alten Ägypter gestaunt. Mein Kopf könnte dies überhaupt nicht verarbeiten.
Man muss es gesehen haben um zu verstehen.

Nach gut 3 Stunden war der erste Teil des Tagesprogramms geschafft und es ging zum nächsten Tempel, dem Luxor-Tempel.

Der Luxor-Tempel, im Herzen der Stadt unweit vom Nil, gelegene Tempel, war jahrelang vom Sand verschüttet. Deshalb scheint es nicht verwunderlich, dass vor Jahrehunderten eine Moschee AUF dem Tempel gebaut wurde.
Diese Mosche ist jetzt immer noch zu sehen und ein historisches Symbol.
Auch hier wird man durch eine Sphingen-Allee begrüßt, die den Luxor mit dem Karnak-Tempel verbunden hatte.
Die Entfernung beträgt ca. 2 Kilometer und man kann sich vorstellen, was vielleicht noch alles unter den Häusern der Bewohner schlummert. Vor dem Eingang sind kolossale Sitz- und Standstatuen von Ramses II und ein Obelisk zu sehen.
Der andere ist in Paris auf den Place de la Concorde zu sehen.
Es war damals ein Geschenk an Frankreich.
Im Inneren auch wieder ein großer Hof, mit vielen Säulen und Reliefs, gefolgt von einem Säulengang. Man sieht Wandreliefs und Baureste aus der römischen Zeit, als der Tempel zur Festung umgebaut wurde.
Am beeindruckensten sind die Malereien am Opfertisch, da sind im Hintergrund noch leicht Bilder des Christentums zu erkennen.
Der Tempel wurde also zu jeder Zeit immer irgendwie genutzt.
Auch hier läst sich nicht alles in Worte fassen und mein Kopf hat jetzt langsam genug von neuen Informationen und schaltet nach und nach ab. Es sind einfach zu viele Eindrücke und Informationen, die ich nicht mehr verarbeiten kann.
Und so bin ich doch froh, dass die Besichtigung jetzt zu Ende ist und ich mal abschalten kann.

Mittagessen natürlich wieder auf dem Schiff und der Nachmittag steht wieder zur freien Verfügung.
Wenn man Luxor einen kleinen Bummel nach will, sollte man nicht an der langen Uferstraße entlang gehen.
Bei jedem Schritt wird man von Taxi- Kaleschen-, Felukenfahrern und Händlern angesprochen. Es ist fast schon wie ein Spiesrutenlaufen und macht einfach keinen Spaß.
Auch hier ist es möglich seine Mitbringsel zu besorgen, handeln erlaubt. Es ist zwar meist etwas teurer als in Assuan aber die Preise sind noch O.K.

Jetzt neigt sich der letzte Abend auf dem Schiff den Ende und mit einem wunderschönen Abendessen und einer Show verabschieden sich unsere Angestellten des Schiffes bei uns.
Das eine oder andere Gläschen wird noch getrunken und
dann geht es auch schon ins Bett, da am nächsten Tag die Abreise oder Weiterreise ins Badehotel folgt.




MEIN FAZIT:



Will man Ägypten richtig kennen lernen, kommt man um eine Nilkreuzfahrt nicht herum.
Im Vorfeld sollte man sich über die verschiedenen Schiffsklassen informieren, da die Unterschiede sehr groß sein können.
Man plant am besten eine Woche Badeurlaub danach mit ein,
da diese Woche auf dem Schiff, mit den vielen Ausflügen, sehr anstrengend sind.
Auf den Schiffe selbst wird sich um die Passagiere richtig gekümmert und das Essen ist sehr reichhaltig.
Es gab meist einmal am Tag a la Card, sonst Buffee.
Die Getränke wie Wasser, Kaffee oder Tee waren kostenlos, jedes andere gegen Bezahlung.
Mit ca. 2 Euro fürs Bier oder 2,50 für einen Cocktail sind auch dem Alkoholgenuss keine richtigen Grenzen gesetzt.
Die Veranstaltungen jeden Abend sind eine kleine Abwechslung und man kommt sich mit den anderen Gästen etwas näher.
Aber auch ein Abend allein zu zweit steht nichts im Wege.
Wie überall auch, gibt man mal das eine oder andere Trinkgeld und einem wird jeder Wunsch erfüllt.
Unsere Zimmermänner bastelten immer aus den Handtüchern lustige Figuren, so dass es immer spannend war, das Zimmer zu betreten.

Auch wenn es nicht das von uns gebucht Schiff war, war doch alles zur Zufriedenheit und wir konnten unbeschwert eine schöne Woche erleben.

Als Reisevorbereitung ist ein Buch über Ägypten zu empfehlen, da sonst die Informationsflut zu hoch ist.

In diesem Sinne, fahr´n wir mal!!

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