Mehr Informationen zu Bad Schandau Testbericht


ab 12,21 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2004
Auf yopi.de gelistet seit 09/2004
Erfahrungsbericht von dottigross_juliaa
Wie buchstabiert man *Kirnitzschtalbahn*?
Pro:
Romantische Kirnitzschtalbahn | Ausgangspunkt für herrliche Wanderungen | direkt an der Elbe und in der Nähe der Tschechei
Kontra:
Touristisch gesehen gibt es Ausbaumöglichkeiten vor allem im Stadtbild
Empfehlung:
Ja
Eigentlich wollte ich einen Bericht speziell über die Kirnitzschtalbahn in Bad Schandau/Sächsische Schweiz schreiben. Doch irgendwie kriegt es Ciao nicht auf die Reihe, die richtige Kategorie anzulegen. Also werde ich etwas weiter ausholen und auch ein paar andere Sehenswürdigkeiten von Bad Schandau erwähnen. Doch mein Hauptaugenmerk soll trotzdem auf der Kirnitzschtalbahn liegen, denn sie ist ein wirkliches Highlight von Bad Schandau.
Als wir also im Juli 2004 in Sachsen waren, fuhren wir eine gelbe Straßenbahn, was an sich ja recht unspektakulär ist und eigentlich überhaupt nicht erwähnenswert. Mir hat die Fahrt mit der Kiernitzschtalbahn aber so gut gefallen, dass ich mich noch heute gerne daran erinnere.
Wie kamen wir darauf
+++++++++++++++++
Ich durchsuchte den Reiseführer nach nennenswerten Sehenswürdigkeiten. Da wir in der Nähe von Bad Schandau wohnten, bot sich also an, dem kleinen Kurort einen Besuch abzustatten. Im Reiseführer fand ich folgenden kurzen Hinweis: *Hinter der Kurpromenade startet die Kirnitzschtalbahn zum kleinen Lichtenhainer Wasserfall. Ein steiler Anstieg führt weiter zum Kuhstall, einem 11 m hohen, 17 m breiten und 24 m tiefen Felsentor. Die 8,3 km lange Kirnitzschtalbahn (1898) wurde eigens für den Touristenverkehr erbaut, sie führt entlang des Baches Kirnitzsch, vorbei an bis zu 50 m hohen Felswänden.* [Quelle: ADAC-Reiseführer, ISBN 3-87003-663-X, S. 119]
Das machte mich neugierig und wir planten unseren Ausflug...
Tagesausflug
+++++++++++
Mit der S-Bahn fuhren wir für 12.- EUR (Tagesticket) von Königstein nach Bad Schandau. Wir wechselten das Elbufer, indem wir mit dem gültigen Tagesticket die Fähre kostenlos benützten. Dann liefen wir zur Durchgangsstraße, hielten uns rechts, um zum Personenaufzug (Baujahr 1904) zu laufen. Er befindet sich genau an der Durchgangsstraße Richtung Tschechei und ist ebenfalls ein kleines Highlight für Sachsen-Touristen. Der freistehende 50 m hohe Turm steht unter Denkmalschutz und ist durch eine 35 m lange Stahlbrücke mit dem Villenvorort Ostrau verbunden. Ich glaube, wir zahlten für die Aufzugfahrt 1,25 pro Person (Kurkarte vorzeigen!!!), bin mir aber nicht mehr sicher. Oben angekommen liefen wir ca eineinhalb Stunden in der Mittagshitze - der weiß-rot-weißen Markierung folgend - Richtung *Hohe Liebe*. Das ist ein nur 401 m hoher Berg, von dem man einen herrlichen Blick Richtung Schrammsteine hat. Am *Gipfeldenkmal* legten wir eine kurze Rast ein, bevor es durch das große Waldgebiet in den Kirnitzschgrund ging.
Dort unten sahen wir dann zum ersten Mal die Bahn. Das heißt, ich hörte sie zuerst. Ein gleichmäßiges Rattern, ein leichtes Rumpeln und schließlich ein kurzes Bimbim, als sie sich ein paar Fahrradfahrern bemerkbar machen wollte. Durch die dichten Bäume, die sich an der Kirnitzsch breit machen, fuhr ganz gemütlich eine gelbe Straßenbahn vorbei. Die drei Wagen ruckelten leicht hin und her und mir war klar, da möchte ich mitfahren.
Während wir die Natur genossen und teilweise ins Dickicht ausweichen mussten, weil der Weg vom nächtlichen Regen verschlammt war, fuhr in regelmäßigen Abständen die Bahn vorbei. Wir blieben immer wieder stehen und schauten zu ihr hinüber oder zu den steilen Sandsteinfelsen und Felsüberhängen hinauf. Um ca. 13 Uhr kamen wir an der Endstation am Lichtenhainer Wasserfall an. Dabei handelt es sich um eine weitere *Sehenswürdigkeit* des Kiernitzschtals: ein halbstündiger Wasserfall, der uns zum Lachen brachte. Ein kleiner Bach *stürzt* sich zwischen dem Restaurant *Lichtenhainer Wasserfall* und dessen angrenzenden Biergarten in ein Auffangbecken. Da dieser Bach eher plätschert als stürzt, hat man einen Staudamm gebaut, der das Wasser 30 Minuten lang aufhält. Immer Viertel vor und Viertel nach einer vollen Stunde, werden die Schleusen unter großem Tamtam geöffnet, und das Wasser darf endlich *stürzen*. Ich kam aus dem Lachen fast nicht mehr raus: *Ein Wasserfall für Arme*!!! Damit auch jeder weiß, dass der Wasserfall jetzt aktiv wird, spielt eine Musikanlage lautstark die *Henry-Maske-Hymne*.
Wir aßen im Restaurant zu Mittag, was zwar recht teuer, aber auch sehr gut war. Ich bekam ausnahmsweise mal ein anständiges vegetarisches Gericht - Curryreis mit Gemüsebrätlinge für 7.50 EUR.
Dann wurde es Zeit, die Bahn in Angriff zu nehmen. Beim wartenden Schaffner zahlten wir 3.- EUR pro Person (Kurkarte vorzeigen!!!) und stiegen ein. Im Wagon roch es nach Nostalgie. Das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber der Duft des feuchten, alten Holzes, der Geruch von Schmierfett und Veloursitzen - das erinnerte mich an früheren Zeiten, als ich meine Oma in Ostberlin besuchte und wir zusammen durch Köpenick fuhren. Schon damals wollte ich immer „Bimmelbahn“ fahren und meine Oma zuckelte mit mir eine dreiviertel Stunde nach Grünau, während meine Eltern innerhalb von zehn Minuten am Ziel waren.
Im Inneren der Kirnitzschtalbahn war es an diesem Tag sehr heiß, aber das war mir egal. Plötzlich schrillten sämtliche Glocken, die Türen wurden mit großem Geschäpper geschlossen und mit einem Ruck setzte sich die Bahn in Bewegung. Als wir dann durch den Wald fuhren, wurde die Luft im Wageninneren besser. An uns glitten die hohen Felsen vorbei und das, was wir vorhin bei unserer Wanderung betrachten konnten, sahen wir jetzt aus einer etwas anderen Perspektive. Die Bahn fuhr nicht allzu schnell. Ich schätze mal, nicht schneller als 30 km/h, kann es aber nicht hundertprozentig sagen. Die Schienen der Bahn verlaufen auf direkt auf der Straße, weshalb die Autos teilweise gezwungen waren, auszuweichen. Der Verkehr war aber nicht sehr stark, so dass sich niemand in die Quere kam. Auf dem Weg gab es schätzungsweise sechs bis acht Haltestellen, an denen aber selten Leute zustiegen. Die meisten Touristen fuhren den kompletten Weg hin und/oder zurück.
Ich wäre auch am liebsten den ganzen Tag hin und her gefahren. Mir gefiel die Fahrt und die Aussicht in die wunderschöne Schlucht so gut, dass ich gar nicht mehr aussteigen wollte. Das gleichmäßige Rattern der Bahn lullte mich ein. Doch nach ca. einer dreiviertel Stunde war die Fahrt leider vorbei. Die Straßenbahn hielt in Bad Schandau hinter der Kurpromenade und wir mussten aussteigen. Mein Freund schaltete seine Filmkamera wieder an, weil die Zugmaschine umrangieren musste. Sie kuppelte die zwei Wagons ab, fuhr ein Stück vor und die Weichen wurden umgestellt. Die Zugmaschine fuhr an den Wagons vorbei und setzte nach einer weiteren Weichenstellung zurück. Der Zugführer kuppelte wieder an und schon konnte es wieder in die andere Richtung gehen. Das ganze dauerte keine drei Minuten. Für uns war es aber ein willkommenes Motiv, zumal bei dieser Aktion noch eine Menge Handarbeit nötig ist.
Nun, ich hab’s ja versprochen. Ich will nicht nur von der Kirnitzschtalbahn schwärmen, sondern auch ein paar andere Sehenswüdigkeiten Bad Schandaus erwähnen.
Den Personenaufzug habe ich ja schon genannt. Ihn fand ich recht interessant. Weniger spektakulär fand ich hingegen den sog. Sendig-Brunnen, der im Ortskern - genau an der Ortsdurchfahrtsstraße steht. Ein unscheinbarer und unansehnlicher Dorfbrunnen. Doch erst später erfuhr ich mehr über die Geschichte dieses Kleinods und änderte meine Meinung. Wer sich auch dafür interessiert, sollte sich einmal folgenden Link zu Gemüte führen: http://www.bad-schandau.de/sendigbrunnen/
Die St.-Johanniskirche im Ortskern ist nicht zu übersehen. Sie stammt aus dem 14./15. Jahrhundert und ist somit der Spätgotik zuzuordnen. Der zweigeschossige Renaissance-Altar ist aus einem Sandsteinblock gearbeitet, und sollte eigentlich die Dresdener Kreuzkirche schmücken.
Bad Schandau ist stolz auf seine sogenannte *Elbpromenade*. Sie soll angeblich 2,6 km lang sein. Wir sind sie ein gutes Stück entlang gelaufen und ich fand sie recht gut ausgebaut. Ob sich hier allerdings die Fahrradfahrer und Fußgänger nicht gelegentlich in die Quere kommen, weiß ich nicht. Wir machten oft einen Sprung zur Seite, als es hinter uns klingelte. So richtig einleuchtend war mir das *Elbufer-Verkehrssystem* allerdings nicht. Rechts gehen - der Gefahr ins Auge sehen? Oder doch lieber uferabseits laufen?
Auf dem Weg zum Personenaufzug kamen wir an einem weißen Gebäude vorbei. Ich dachte erst, dass es sich hierbei um eine Schule handelt und blätterte in meinem Reiseführer. Ich war erstaunt, als ich las, dass dies eine katholische Kirche ist. So etwas hatte ich ja noch nie gesehen und ich komme schließlich aus dem katholischen Bayern. Doch als ich las, dass das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert stammt und früher einmal als Unterkunft für russische Diplomaten gedient hat, war mir einiges klar.
Natürlich hat Bad Schandau auch ein Heimatmuseum. Das haben wir uns aber nicht angeschaut, da mich solche Museen nicht sonderlich interessieren. Auch von der Kirnitzschtalklinik kann ich nichts Näheres berichten. Ich weiß nur, dass auch sie unter dem großen Hochwasser gelitten hat und inzwischen wieder in Betrieb ist.
Essen & Trinken
++++++++++++
Wie bereits erwähnt, haben wir am Lichtenhainer Wasserfall zu Mittag gegessen. In Bad Schandau selbst haben wir zweimal Kaffee getrunken bzw. einen Eisbecher geschlemmt. Das Café hieß einfach nur *Das Eiscafé* und bot leckere Eisbecher und Kuchen an. Es liegt schräg gegenüber der Kirche/bzw. unweit des Sendig-Brunnens. Ich glaube die Adresse lautet *Bergmannstraße 1*. Die *Eierschecke*, die ich dort zum ersten Mal aß, war sehr lecker. Die Preise waren in Ordnung. Die Bedienung war jedoch nicht sonderlich freundlich. Sie war sehr kurz angebunden und das neumodische Gerät, mit dem sie unsere Bestellung aufnahm, lenkte sie wohl so ab, dass sie nicht einmal ein Lächeln zustande brachte.
Übernachtung
+++++++++++
Wir wohnten in Königstein, weshalb ich über Übernachtungsmöglichkeiten keine detailierte Auskunft geben kann. Unter www.bad-schandau.de solltet ihr jedoch fündig werden. Falls ich wieder einmal in die Gegend komme, werde ich mir den Campingplatz *Ostrauer Mühle* genauer ansehen. Wir fuhren mit der Kirnitzschtalbahn daran vorbei und er machte einen tollen Eindruck. Ruhig und direkt an der Kirnitzsch gelegen und mit schönen schattigen Stellplätzen. Infos finden Camper unter www.ostrauer-muehle.de.
Fazit
++++
Wer einmal in der Nähe von Bad Schandau in Sachsen ist, sollte unbedingt eine Fahrt mit der Kirnitzschtalbahn machen. Die urig-romantische Straßenbahn fährt durch das herrliche Tal der Kirnitzsch und an steilen Sandsteinfelsen vorbei. Die Fahrt ist sehr gemütlich und man kann die wunderschöne Landschaft an einem vorbeiziehen lassen. Wer möchte, kann den Ausflug mit einer kleinen Wanderung an der Kirnitzsch entlang verbinden. An der Endstation gibt es ein etwas teureres, aber gutes Restaurant und einen halbstündigen Wasserfall, den ich sehr witzig fand.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, in Bad Schandau mal ein oder sogar zwei Wochen Urlaub zu machen. Der Ort liegt direkt an der Elbe und Mitten im Elbsandsteingebiet. Ausflüge nach Dresden, Chemnitz, Leipzig usw. gestalten sich zwar etwas schwierig, weil die Straßenverbindungen recht *holprig* sind, aber sie sind durchaus empfehlenswert. Vor allem in die Tschechei ist es nicht mehr weit, was ein großer Vorteil ist.
Ich vergebe vier urig-romantische Sterne!
In diesem Sinne... alles bleibt anders... eure Dotti
P.S. Über das Kulturangebot kann ich nichts berichten, weil ich es nicht in Anspruch genommen habe. Ich bewerte deshalb einfach malmit \"okay\".
Als wir also im Juli 2004 in Sachsen waren, fuhren wir eine gelbe Straßenbahn, was an sich ja recht unspektakulär ist und eigentlich überhaupt nicht erwähnenswert. Mir hat die Fahrt mit der Kiernitzschtalbahn aber so gut gefallen, dass ich mich noch heute gerne daran erinnere.
Wie kamen wir darauf
+++++++++++++++++
Ich durchsuchte den Reiseführer nach nennenswerten Sehenswürdigkeiten. Da wir in der Nähe von Bad Schandau wohnten, bot sich also an, dem kleinen Kurort einen Besuch abzustatten. Im Reiseführer fand ich folgenden kurzen Hinweis: *Hinter der Kurpromenade startet die Kirnitzschtalbahn zum kleinen Lichtenhainer Wasserfall. Ein steiler Anstieg führt weiter zum Kuhstall, einem 11 m hohen, 17 m breiten und 24 m tiefen Felsentor. Die 8,3 km lange Kirnitzschtalbahn (1898) wurde eigens für den Touristenverkehr erbaut, sie führt entlang des Baches Kirnitzsch, vorbei an bis zu 50 m hohen Felswänden.* [Quelle: ADAC-Reiseführer, ISBN 3-87003-663-X, S. 119]
Das machte mich neugierig und wir planten unseren Ausflug...
Tagesausflug
+++++++++++
Mit der S-Bahn fuhren wir für 12.- EUR (Tagesticket) von Königstein nach Bad Schandau. Wir wechselten das Elbufer, indem wir mit dem gültigen Tagesticket die Fähre kostenlos benützten. Dann liefen wir zur Durchgangsstraße, hielten uns rechts, um zum Personenaufzug (Baujahr 1904) zu laufen. Er befindet sich genau an der Durchgangsstraße Richtung Tschechei und ist ebenfalls ein kleines Highlight für Sachsen-Touristen. Der freistehende 50 m hohe Turm steht unter Denkmalschutz und ist durch eine 35 m lange Stahlbrücke mit dem Villenvorort Ostrau verbunden. Ich glaube, wir zahlten für die Aufzugfahrt 1,25 pro Person (Kurkarte vorzeigen!!!), bin mir aber nicht mehr sicher. Oben angekommen liefen wir ca eineinhalb Stunden in der Mittagshitze - der weiß-rot-weißen Markierung folgend - Richtung *Hohe Liebe*. Das ist ein nur 401 m hoher Berg, von dem man einen herrlichen Blick Richtung Schrammsteine hat. Am *Gipfeldenkmal* legten wir eine kurze Rast ein, bevor es durch das große Waldgebiet in den Kirnitzschgrund ging.
Dort unten sahen wir dann zum ersten Mal die Bahn. Das heißt, ich hörte sie zuerst. Ein gleichmäßiges Rattern, ein leichtes Rumpeln und schließlich ein kurzes Bimbim, als sie sich ein paar Fahrradfahrern bemerkbar machen wollte. Durch die dichten Bäume, die sich an der Kirnitzsch breit machen, fuhr ganz gemütlich eine gelbe Straßenbahn vorbei. Die drei Wagen ruckelten leicht hin und her und mir war klar, da möchte ich mitfahren.
Während wir die Natur genossen und teilweise ins Dickicht ausweichen mussten, weil der Weg vom nächtlichen Regen verschlammt war, fuhr in regelmäßigen Abständen die Bahn vorbei. Wir blieben immer wieder stehen und schauten zu ihr hinüber oder zu den steilen Sandsteinfelsen und Felsüberhängen hinauf. Um ca. 13 Uhr kamen wir an der Endstation am Lichtenhainer Wasserfall an. Dabei handelt es sich um eine weitere *Sehenswürdigkeit* des Kiernitzschtals: ein halbstündiger Wasserfall, der uns zum Lachen brachte. Ein kleiner Bach *stürzt* sich zwischen dem Restaurant *Lichtenhainer Wasserfall* und dessen angrenzenden Biergarten in ein Auffangbecken. Da dieser Bach eher plätschert als stürzt, hat man einen Staudamm gebaut, der das Wasser 30 Minuten lang aufhält. Immer Viertel vor und Viertel nach einer vollen Stunde, werden die Schleusen unter großem Tamtam geöffnet, und das Wasser darf endlich *stürzen*. Ich kam aus dem Lachen fast nicht mehr raus: *Ein Wasserfall für Arme*!!! Damit auch jeder weiß, dass der Wasserfall jetzt aktiv wird, spielt eine Musikanlage lautstark die *Henry-Maske-Hymne*.
Wir aßen im Restaurant zu Mittag, was zwar recht teuer, aber auch sehr gut war. Ich bekam ausnahmsweise mal ein anständiges vegetarisches Gericht - Curryreis mit Gemüsebrätlinge für 7.50 EUR.
Dann wurde es Zeit, die Bahn in Angriff zu nehmen. Beim wartenden Schaffner zahlten wir 3.- EUR pro Person (Kurkarte vorzeigen!!!) und stiegen ein. Im Wagon roch es nach Nostalgie. Das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber der Duft des feuchten, alten Holzes, der Geruch von Schmierfett und Veloursitzen - das erinnerte mich an früheren Zeiten, als ich meine Oma in Ostberlin besuchte und wir zusammen durch Köpenick fuhren. Schon damals wollte ich immer „Bimmelbahn“ fahren und meine Oma zuckelte mit mir eine dreiviertel Stunde nach Grünau, während meine Eltern innerhalb von zehn Minuten am Ziel waren.
Im Inneren der Kirnitzschtalbahn war es an diesem Tag sehr heiß, aber das war mir egal. Plötzlich schrillten sämtliche Glocken, die Türen wurden mit großem Geschäpper geschlossen und mit einem Ruck setzte sich die Bahn in Bewegung. Als wir dann durch den Wald fuhren, wurde die Luft im Wageninneren besser. An uns glitten die hohen Felsen vorbei und das, was wir vorhin bei unserer Wanderung betrachten konnten, sahen wir jetzt aus einer etwas anderen Perspektive. Die Bahn fuhr nicht allzu schnell. Ich schätze mal, nicht schneller als 30 km/h, kann es aber nicht hundertprozentig sagen. Die Schienen der Bahn verlaufen auf direkt auf der Straße, weshalb die Autos teilweise gezwungen waren, auszuweichen. Der Verkehr war aber nicht sehr stark, so dass sich niemand in die Quere kam. Auf dem Weg gab es schätzungsweise sechs bis acht Haltestellen, an denen aber selten Leute zustiegen. Die meisten Touristen fuhren den kompletten Weg hin und/oder zurück.
Ich wäre auch am liebsten den ganzen Tag hin und her gefahren. Mir gefiel die Fahrt und die Aussicht in die wunderschöne Schlucht so gut, dass ich gar nicht mehr aussteigen wollte. Das gleichmäßige Rattern der Bahn lullte mich ein. Doch nach ca. einer dreiviertel Stunde war die Fahrt leider vorbei. Die Straßenbahn hielt in Bad Schandau hinter der Kurpromenade und wir mussten aussteigen. Mein Freund schaltete seine Filmkamera wieder an, weil die Zugmaschine umrangieren musste. Sie kuppelte die zwei Wagons ab, fuhr ein Stück vor und die Weichen wurden umgestellt. Die Zugmaschine fuhr an den Wagons vorbei und setzte nach einer weiteren Weichenstellung zurück. Der Zugführer kuppelte wieder an und schon konnte es wieder in die andere Richtung gehen. Das ganze dauerte keine drei Minuten. Für uns war es aber ein willkommenes Motiv, zumal bei dieser Aktion noch eine Menge Handarbeit nötig ist.
Nun, ich hab’s ja versprochen. Ich will nicht nur von der Kirnitzschtalbahn schwärmen, sondern auch ein paar andere Sehenswüdigkeiten Bad Schandaus erwähnen.
Den Personenaufzug habe ich ja schon genannt. Ihn fand ich recht interessant. Weniger spektakulär fand ich hingegen den sog. Sendig-Brunnen, der im Ortskern - genau an der Ortsdurchfahrtsstraße steht. Ein unscheinbarer und unansehnlicher Dorfbrunnen. Doch erst später erfuhr ich mehr über die Geschichte dieses Kleinods und änderte meine Meinung. Wer sich auch dafür interessiert, sollte sich einmal folgenden Link zu Gemüte führen: http://www.bad-schandau.de/sendigbrunnen/
Die St.-Johanniskirche im Ortskern ist nicht zu übersehen. Sie stammt aus dem 14./15. Jahrhundert und ist somit der Spätgotik zuzuordnen. Der zweigeschossige Renaissance-Altar ist aus einem Sandsteinblock gearbeitet, und sollte eigentlich die Dresdener Kreuzkirche schmücken.
Bad Schandau ist stolz auf seine sogenannte *Elbpromenade*. Sie soll angeblich 2,6 km lang sein. Wir sind sie ein gutes Stück entlang gelaufen und ich fand sie recht gut ausgebaut. Ob sich hier allerdings die Fahrradfahrer und Fußgänger nicht gelegentlich in die Quere kommen, weiß ich nicht. Wir machten oft einen Sprung zur Seite, als es hinter uns klingelte. So richtig einleuchtend war mir das *Elbufer-Verkehrssystem* allerdings nicht. Rechts gehen - der Gefahr ins Auge sehen? Oder doch lieber uferabseits laufen?
Auf dem Weg zum Personenaufzug kamen wir an einem weißen Gebäude vorbei. Ich dachte erst, dass es sich hierbei um eine Schule handelt und blätterte in meinem Reiseführer. Ich war erstaunt, als ich las, dass dies eine katholische Kirche ist. So etwas hatte ich ja noch nie gesehen und ich komme schließlich aus dem katholischen Bayern. Doch als ich las, dass das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert stammt und früher einmal als Unterkunft für russische Diplomaten gedient hat, war mir einiges klar.
Natürlich hat Bad Schandau auch ein Heimatmuseum. Das haben wir uns aber nicht angeschaut, da mich solche Museen nicht sonderlich interessieren. Auch von der Kirnitzschtalklinik kann ich nichts Näheres berichten. Ich weiß nur, dass auch sie unter dem großen Hochwasser gelitten hat und inzwischen wieder in Betrieb ist.
Essen & Trinken
++++++++++++
Wie bereits erwähnt, haben wir am Lichtenhainer Wasserfall zu Mittag gegessen. In Bad Schandau selbst haben wir zweimal Kaffee getrunken bzw. einen Eisbecher geschlemmt. Das Café hieß einfach nur *Das Eiscafé* und bot leckere Eisbecher und Kuchen an. Es liegt schräg gegenüber der Kirche/bzw. unweit des Sendig-Brunnens. Ich glaube die Adresse lautet *Bergmannstraße 1*. Die *Eierschecke*, die ich dort zum ersten Mal aß, war sehr lecker. Die Preise waren in Ordnung. Die Bedienung war jedoch nicht sonderlich freundlich. Sie war sehr kurz angebunden und das neumodische Gerät, mit dem sie unsere Bestellung aufnahm, lenkte sie wohl so ab, dass sie nicht einmal ein Lächeln zustande brachte.
Übernachtung
+++++++++++
Wir wohnten in Königstein, weshalb ich über Übernachtungsmöglichkeiten keine detailierte Auskunft geben kann. Unter www.bad-schandau.de solltet ihr jedoch fündig werden. Falls ich wieder einmal in die Gegend komme, werde ich mir den Campingplatz *Ostrauer Mühle* genauer ansehen. Wir fuhren mit der Kirnitzschtalbahn daran vorbei und er machte einen tollen Eindruck. Ruhig und direkt an der Kirnitzsch gelegen und mit schönen schattigen Stellplätzen. Infos finden Camper unter www.ostrauer-muehle.de.
Fazit
++++
Wer einmal in der Nähe von Bad Schandau in Sachsen ist, sollte unbedingt eine Fahrt mit der Kirnitzschtalbahn machen. Die urig-romantische Straßenbahn fährt durch das herrliche Tal der Kirnitzsch und an steilen Sandsteinfelsen vorbei. Die Fahrt ist sehr gemütlich und man kann die wunderschöne Landschaft an einem vorbeiziehen lassen. Wer möchte, kann den Ausflug mit einer kleinen Wanderung an der Kirnitzsch entlang verbinden. An der Endstation gibt es ein etwas teureres, aber gutes Restaurant und einen halbstündigen Wasserfall, den ich sehr witzig fand.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, in Bad Schandau mal ein oder sogar zwei Wochen Urlaub zu machen. Der Ort liegt direkt an der Elbe und Mitten im Elbsandsteingebiet. Ausflüge nach Dresden, Chemnitz, Leipzig usw. gestalten sich zwar etwas schwierig, weil die Straßenverbindungen recht *holprig* sind, aber sie sind durchaus empfehlenswert. Vor allem in die Tschechei ist es nicht mehr weit, was ein großer Vorteil ist.
Ich vergebe vier urig-romantische Sterne!
In diesem Sinne... alles bleibt anders... eure Dotti
P.S. Über das Kulturangebot kann ich nichts berichten, weil ich es nicht in Anspruch genommen habe. Ich bewerte deshalb einfach malmit \"okay\".
18 Bewertungen, 2 Kommentare
-
21.09.2004, 22:08 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsuper bericht
-
21.09.2004, 22:04 Uhr von Zigarrenlukas10
Bewertung: sehr hilfreichecht ausführlich dein bericht. mfg
Bewerten / Kommentar schreiben