Mehr Informationen zu Korsika Testbericht

Mehr-informationen-zu-korsika
ab 44,08
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(7)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von NorthPole76

Korsika für Individualisten

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Sommer ist nicht mehr weit, also was liegt näher, als einen kurzen Bericht über mein letztes Sommerurlaubsziel zu schreiben.

Ich kann mich leider mit der steten Entwicklung des Cluburlaubs nicht so wirklich anfreunden, bevorzuge ich es doch eher, mein eigener Herr zu sein und wirklich das zu machen wonach mir gerade ist.
Aus diesem Grund hat es mich/uns (wir waren zu viert) letzten Sommer nach Korsika gezogen. Und ich muss sagen, die Entscheidung war goldrichtig.

++ Anreise ++

Bei uns ging\'s vom schönen Innsbruck los und zwar mit dem Auto. Nach Livorno war\'s eigentlich nur ein \"Katzensprung\" (ohne Stau geht das in knappen 5 Stunden) und der erste Teil der Reise verlief einwandfrei.
Um 18.00 ging es dann mit der Fähre nach Bastia, der Hauptstadt des Norden Korsikas.
Die Überfahrt war eigentlich problemlos, wenn man die 1 ½ stündige Verspätung nicht tragisch nimmt. Aber da man ja auf Urlaub ist....
Eines sollte man allerdings beachten:
Kommt man erst so spät (ca. 23.30) an, sollte man bereits im vorhinein ein Quartier für die Nacht haben. Ansonsten geht’s einem so wie uns, und man darf die erste Nacht auf korsischem Boden im Auto verbringen. Naja, das war eindeutig unser Fehler, der uns kein zweites Mal passiert.

++ Unterkunft/Calvi ++

Die erste unserer beiden Wochen verbrachten wir in Calvi, einer wunderschönen Stadt im Nordwesten der Insel. Calvi bietet einen idyllischen kleinen Hafen und einen super Ausblick von der Citadelle (man sollte auf alle Fälle einen Sonnenuntergang von der Citadelle erleben).
Außerdem bietet Calvi ein paar ganz nette Restaurants, die man sich auch preislich leisten kann. Für vier Personen kamen wir eigentlich nie über EUR 60,-- mit allen Getränken und Speisen (na ja, große Partygetränke waren da keine dabei, aber feiern kann man ja im Apartment).

Was die Unterkunft betrifft waren wir durchaus positiv überrascht. Wir waren in einem 2 Stern Apartment (Residence) untergebracht. In Mitteleuropa kann man sich ja im Normalfall von 2 Sternen nicht all zu viel erwarten, allerdings hatten wir sogar einen tollen Swimming-Pool, eine Bar mit Essmöglichkeit und zum Strand waren es gerade mal 1 1/2 Minuten per pedes.

Auch das Apartment selbst war überaus gut ausgestattet:
Wir hatten einen angenehm großen Balkon auf dem wir herrlich frühstücken und essen konnten (von den nächtlichen Feiern schreibe ich lieber nichts *g*). Die Zimmer waren relativ einfach, aber sehr sauber und kommod ausgestattet und auch die Küche lies eigentlich keine Wünsche offen (eine Gala-Dîner wäre aber wahrscheinlich nicht möglich gewesen). Mehr konnte man sich also wirklich nicht wünschen, für 2 Sterne und EUR 747/Woche.

++ Ajacchio ++

Die zweite Woche, nachdem die erste Woche eher unspektakulär und faul vorbeiging, siedelten wir Richtung Ajacchio um. Ajacchio liegt etwas unter der Hälfte der Insel und ist die größte Stadt Korsikas, was man vor allem am recht großen Flughafen merkt.
Der Flair der Gegend war um einiges anders als im Norden. Die Vegetation war nicht mehr so üppig und die Berge waren eher abgebrannt und braun.
Auch hier waren wir von den relativ normalen Preisen überrascht, hatte uns doch zu Hause jeder vorm \"schweine teurem\" Korsika gewarnt. Irgendwie dachten wir eher, es musste sich hier um ein Missverständnis handeln.
In Ajacchio, besser einige Kilometer außerhalb, waren wir in einem kleinen 3 Stern Hotel untergebracht, welches zwar nicht gerade der Hammer war (Teppichböden in einem Hotel sind nun mal nicht mehr ideal), aber für eine Woche auch nicht schlecht war.
Die Zimmer waren alle komplett mit TV und kleinem Balkon ausgestattet und im Bad fand man sogar eine Wanne (nur wer braucht schon eine Wanne im Sommer bei plus 35° und mehr???)

++ Allgemeines ++

Da wir mit dem Auto unterwegs waren, hatten wir die Möglichkeit relativ viel zu sehen. Aber eines gleich vorweg:
Für Personen, denen es im Auto leicht übel wird, ist von Korsika (mit dem Auto) abzuraten. Denn die Großglockner Hochalpenstrasse verhält sich zu den meisten Strassen Korsikas geradezu wie eine Autobahn, mit kaum Kurven.
Man sollte für 100km schon so bis zu 3 Std. einrechnen, vor allem dann, wenn man sich abseits der Hauptverkehrsrouten, und gerade das sind die netten Routen, befindet. Die meisten Strassen erlauben es gerade mal 2 Pkws sich gleichzeitig zu passieren. Sollte allerdings ein Wohnmobil oder ähnliches entgegenkommen, so muss einer immer nachgeben (und man darf raten wer das ist...).

!! Außerdem sollte man ein nicht zu inniges Verhältnis zu seinem Auto haben. Also all jene die einen aufgetunten, tiefer gelegten und sportfahrwerksmäßigen Boliden besitzen, sind auf dieser Insel nicht gerade richtig. Denn wenn man auf Korsika unterwegs ist, sollte man eher Rallyeambitionen mitbringen und keine Racingvorstellungen. Der Zustand der Strassen lässt manchmal sehr zu wünschen über, wobei das einem nach 200km gar nicht mehr auffällt. !!

Hier ein paar nette Ausflugstipps, die zumindest bei uns recht gut angekommen sind:

-- Von Calvi aus --
Von Calvi sollte man auf alle Fälle mal an der Küstenstrasse entlang Richtung Porto fahren. Die Landschaft, zumeinst am Meer entlang, entschädigt für die doch sehr anstrengende Fahrt. Gerade auf dieser Strecke macht man einiges an Höhenmeter und vor allem gibt es kaum eine Gerade die länger als 200m ist.
Man passiert allerdings ein paar ganz nette Aussichtspunkte und hat zudem noch die Möglichkeit die eine oder andere Bucht zu erwandern und die herrlichen Strände zu genießen.
Porto an sich ist nichts Besonderes. Kommt man von Calvi hat man einen tollen Ausblick auf das Städtchen und die Bucht in der es liegt. Den Strand fanden wir nicht so besonders toll, da er doch sehr überlaufen war.
Einige Kilometer nach Porto, auf dem Weg Richtung Plage d\'Arone gibt es etwas ganz besonderes. Und zwar findet man am rechten Rand der Strasse mitten im Wald einen Stein, der die Züge eines liegend Hundes hat. Diesen Punkt zu verfehlen ist fast unmöglich, denn schon einige hundert Meter vor dem \"Hund\" parken die Autos am Straßenrand.

Plage d\'Arone:
Dieser Strand wurde uns von Einheimischen Freunden als Geheimtipp genannt. Naja, vielleicht war er es mal vor einiger Zeit. Wir fanden da nichts besonderes, vor allem auch deswegen nicht, weil uns der Wind recht kräftig um die Ohren blies. Naja, Geschmäcker sind verschieden.

St. Florent:
Ein absoluter Muss von Calvi aus, ist St. Florent. St. Florent liegt ca. 76km östlich von Calvi und ist eine kleine, verschlafen wirkende Stadt. Der schein trügt allerdings wenn man eine erste Runde im Hafen geht. Schnell bemerkt man, dass St. Florent die Stadt der Reichen und Schönen ist, die hier gerne mit ihren Yachten ankern und zeigen was sie haben. Allerdings kommt dabei nie eine Atmosphäre von Kitch oder Snobismus auf, alles ist immer ganz entspannt.
Außerdem bietet St. Florent ein paar ganz gute Restaurants und Creperies, die man auf alle Fälle probieren sollte.

-- Von Ajacchio aus --
Wer von uns kennt nicht den kleinen Gallier mit seinem dicken (wer ist hier dick???) Freund der immer Hinkelsteine ausliefert. Asterix und Obelix sind zwar keine Korsen, weit davon, aber Hinkelsteine gibt es hier in Unmengen. Da bietet es sich geradezu an nach Filitosa, an der Westküste Korsikas, zu fahren und sich die dort gefundenen Hinkelsteine anzusehen. Man sollte allerdings ganz gut auf den Beinen sein, denn das Ausstellungsareal breitet sich ganz schön aus und man muss einiges laufen.
A Propos Asterix und Obelix : eine absolute Pflichtlektüre für alle jene die das erste Mal nach Korsika fahren ist \"Asterix auf Korsika\" Man kann sich dann ein erstes Bild davon machen was einem erwartet.
Ein weiterer Ausflugstipp von Ajacchio aus ist Bonifacio die südlichste Stadt der Insel. Mit ihrer Altstadt und seinen engen Gassen ist Bonifacio ein herrlich idyllische Stadt, die man auf alle Fälle gesehen haben muss. Hier würde ich vor allem jenen Ratschlag geben, mal von den Durchzugsgassen wegzugehen und sich abseits der Touristentrampelpfade zu bewegen. Man kann dann einige nette Geschäfte und Restaurants finden, die sonst Touristen eher unbekannt sind.

Im großen und ganzen kann ich Korsika jedem nur wärmstens empfehlen. Was die Idealreisezeit betrifft würde ich entweder Anfang/Mitte Juni oder Ende August, Anfang September vorschlagen. Hier liegt der Vorteil sicherlich beim zweiten Termin, da man dann noch mit einem wunderbar warmen Meer rechnen kann. Allerdings sollte man dann nicht erschrecken, wenn man die abgebrannten Bergrücken sieht.
Außerdem sollte man eines bedenken:
Korsika ist nun mal Frankreich, auch wenn das den Korsen selbst nicht so passt. Was sie allerdings mit den Franzosen gemein haben ist ihre Aversion fremden Sprachen gegenüber. Man sollte also schon etwas französisch können, ansonsten kann es schon passieren, dass man einer harten Zeit entgegenblickt.

15 Bewertungen, 2 Kommentare

  • BennoSchwarzer

    23.06.2003, 15:24 Uhr von BennoSchwarzer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht, Erinnerungen werden wach. Der Satz "Korsika ist nun mal Frankreich... gefällt mir alerdings nicht ganz so gut, weil ich der Meinung bin, dass Frankreich seine Territorialansprüche auf Korsika fairnesshalber aufgeben sollte. A

  • Rena50

    07.06.2002, 00:24 Uhr von Rena50
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht! Ich würde auch gerne einmal dorthin reisen. Aber diesen Sommer ist Schweden angesagt. Hejdå Rena