Nordfriesland Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von werwoelfin666
An der Nordseeküste...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Seit meinem Besuch auf Eiderstedt sind nun schon wieder ein paar Jährchen vergangen. Trotzdem hat diese eine Woche in Garding sehr tiefe Eindrücke bei mir hinterlassen, die ich hier gerne schildern möchte.
Es war 1997 und ich als gebürtige Sächsin war noch nie an der Nordsee. Natürlich war ich schon als Kind mit meinen Eltern oft am Meer. Da ich in der DDR aufgewachsen bin, beschränkte sich das jedoch auf die Ostsee.
Nun wollte ich auch einmal die andere deutsche Küste kennen lernen, und da meine Schwiegereltern schon seit 20 Jahren mit einer Gardinger Familie befreundet waren, stand dem überhaupt nichts im Wege. Manche sind jetzt vielleicht verwundert, wie so etwas früher überhaupt möglich war. Das lässt sich dadurch erklären, dass Garding und Mülsen (der Heimatort meines Mannes) kirchliche Partnergemeinden sind.
An einem Tag im Juni 1997 machten wir uns nun auf den Weg Richtung Norden. Genau 6 Stunden und 600 km später waren wir in Hamburg, noch mal ca. 2 Stunden später kamen wir in Garding an und wurden mit einem herzlichen „Ossis kommen hier nicht rein!“ *fg Holger* an einer in friesenblau gestrichenen Haustür begrüßt. Was soll ich sagen, es wurde eine wunderschöne Urlaubswoche, in der wir sehr viel Neues zu sehen bekamen und tolle Erlebnisse am Ende mit nach Hause nahmen.
Zum Anfang möchte ich nun erst einmal etwas Grundsätzliches zu Eiderstedt erzählen.
Ursprünglich bestand die jetzige Halbinsel aus 3 richtigen Inseln. Utholm, Everschop und Eiderstedte verbanden sich erst am Ende des 15. Jahrhunderts mit dem Festland und schufen so die heutige Halbinsel Eidestedt. Sie ist 30 km lang und 15 km breit.
Die Vielzahl der Deiche , die man auf Eiderstedt findet, sind zum Schutz der Halbinsel notwendig, da diese immer wieder von Sturmfluten heimgesucht wird. Die schwersten bisherigen Sturmfluten fanden 1962 und 1976 statt.
Die wichtigsten und wohl bekanntesten Urlauberorte auf Garding sind der Asthmatiker-Kurort St. Peter-Ording mit seinem weitläufigem Sandstrand, Tönning, Garding und das an Holland erinnernde Friedrichstadt.
St. Peter-Ording ist allerdings nicht nur als Kurort sondern auch als Paradies für Surfer und Strandsegler berühmt. Eine weitere „Sportart“ auf Eiderstedt ist das Klootstock-Springen. Es wurde eigentlich von Bauern erfunden, die mit Hilfe des Klootstocks, eines langen Sprungstabes, die Wassergräben überquerten, um zu ihren Weiden zu gelangen.
Eiderstedt ist ein Naturparadies der besonderen Art, auf die Dauer jedoch nicht jedermanns Sache. Uns störte, dass man heute schon sieht, wer übermorgen zu Besuch kommt und der ständige Wind, von dem mein Mann behauptete, er würde ihm noch seine letzten 3 Haare vom Kopf wehen. Die Eiderstädter jedoch lieben den Wind und fühlen sich auch ohne Wald sehr wohl.
Vom Eidersperrwerk aus unternahmen wir eine Schiffsfahrt, um die Seehunde auf den Schlickbänken bestaunen zu können. Aber auch im Kattinger Watt kann man die Eiderstädter Flora und Fauna wunderschön genießen.
Bei der Erkundung von Eiderstedt stößt man immer wieder auf wuchtige „Bauernburgen“, die sogenannten Haubarge. Oft sind in ihnen auch Bauernläden untergebracht. Man kann dort sehr gut selbst hergestellte Produkte der Eiderstedter, wie z.B. Honig, Schafswurst usw. erstehen.
Damit sind wir auch schon beim Essen und Trinken angekommen. Hierzu gibt es Negatives und Positives zu sagen. Bleiben wir erst einmal beim Letzteren. Da ich alles liebe, was aus dem Meer kommt, habe ich natürlich reichlich dem Fisch zugesprochen und gelernt, wie man Krabben richtig puhlt. Nach einem ausgiebigen Mahl kann ich dann jedem eine „Tote Tante“ (Kakao mit Rum) oder „Pharisäer“ (Kaffe mit Rum) wärmstens ans Herz legen. Aber Vorsicht! Das geht arg in die Beine!
Negativ: Ich war froh, dass wir bei unseren Freunden eine schöne kostenlose Unterkunft hatten und uns per Supermarkt-Einkauf selbst versorgen konnten, da man, wenn man auf Eiderstedt essen gehen will, einfach arm wird. Ich kann mich noch erinnern, wie geschockt ich war, dass man für ein stinknormales Schnitzel mit Pommes 25,- DM haben wollte. Solche Wucherpreise grenzen schon an Frechheit und sind für mich schlicht und einfach Urlauberabzocke!
Nun noch ein paar Sachen, die man auf Eiderstedt unbedingt tun oder sich anschauen sollte.
Zum einen wäre da eine Wanderung durch die Salzwiesen zum Wahrzeichen Eiderstedts, dem an der Husumer Bucht gelegenen Leuchtturm Westerhever (auch aus Ottos Filmen gut bekannt).
Nicht nur für unsere Technik-begeisterten Männer dürfte das größte Küstenschutzbauwerk Europas, das Eidersperrwerk, einen Besuch wert sein. Auf der Rückfahrt vom Eidersperrwerk nach Garding machten wir einen Stop in Tönning, wo man an seinem Innenhafen herrlich entlang bummeln kann. Früher fuhr man von hier aus zum Walfang; die heutigen Fischer fangen meist nur noch Krabben im Wattenmeer. Noch auf See werden die Nordsee-Garnelen sortiert und gekocht.
Beim Spaziergang durch die Eiderstedter Städtchen fallen einem immer wieder die Reet-bedeckten Dächer mit den hübsch verzierten „Klön-Dören“ (Türen mit separat zu öffnenden Oberteilen, die man gut zum Klatsch mit der Nachbarin nutzen kann) auf.
Zu knapp war unsere Zeit an der Nordsee um eine Wattwanderung oder eine Fahrt nach Helgoland durchzuführen. Dafür unternahmen wir jedoch eine Fahrt auf Hallig Hooge, sahen uns die Hamburger Hallig an, fuhren durch die Friedrichstädter Kanäle und besuchten das Schiffahrtsmuseum in Husum.
Alles in allem ein gelungener Urlaub. Bisher konnten wir uns aber , trotz mehrfacher Einladungen, nicht dazu aufraffen wieder zu kommen. Das hat seine Gründe in der langen Autofahrt (siehe derzeitige Spritpreise), den überteuerten Touristenpreisen und vor allem der Wetterabhängigkeit in unseren Landen. Aus diesen Gründen gibt es für Eiderstedt auch kein „sehr gut“ sondern nur ein“gut“.
Es war 1997 und ich als gebürtige Sächsin war noch nie an der Nordsee. Natürlich war ich schon als Kind mit meinen Eltern oft am Meer. Da ich in der DDR aufgewachsen bin, beschränkte sich das jedoch auf die Ostsee.
Nun wollte ich auch einmal die andere deutsche Küste kennen lernen, und da meine Schwiegereltern schon seit 20 Jahren mit einer Gardinger Familie befreundet waren, stand dem überhaupt nichts im Wege. Manche sind jetzt vielleicht verwundert, wie so etwas früher überhaupt möglich war. Das lässt sich dadurch erklären, dass Garding und Mülsen (der Heimatort meines Mannes) kirchliche Partnergemeinden sind.
An einem Tag im Juni 1997 machten wir uns nun auf den Weg Richtung Norden. Genau 6 Stunden und 600 km später waren wir in Hamburg, noch mal ca. 2 Stunden später kamen wir in Garding an und wurden mit einem herzlichen „Ossis kommen hier nicht rein!“ *fg Holger* an einer in friesenblau gestrichenen Haustür begrüßt. Was soll ich sagen, es wurde eine wunderschöne Urlaubswoche, in der wir sehr viel Neues zu sehen bekamen und tolle Erlebnisse am Ende mit nach Hause nahmen.
Zum Anfang möchte ich nun erst einmal etwas Grundsätzliches zu Eiderstedt erzählen.
Ursprünglich bestand die jetzige Halbinsel aus 3 richtigen Inseln. Utholm, Everschop und Eiderstedte verbanden sich erst am Ende des 15. Jahrhunderts mit dem Festland und schufen so die heutige Halbinsel Eidestedt. Sie ist 30 km lang und 15 km breit.
Die Vielzahl der Deiche , die man auf Eiderstedt findet, sind zum Schutz der Halbinsel notwendig, da diese immer wieder von Sturmfluten heimgesucht wird. Die schwersten bisherigen Sturmfluten fanden 1962 und 1976 statt.
Die wichtigsten und wohl bekanntesten Urlauberorte auf Garding sind der Asthmatiker-Kurort St. Peter-Ording mit seinem weitläufigem Sandstrand, Tönning, Garding und das an Holland erinnernde Friedrichstadt.
St. Peter-Ording ist allerdings nicht nur als Kurort sondern auch als Paradies für Surfer und Strandsegler berühmt. Eine weitere „Sportart“ auf Eiderstedt ist das Klootstock-Springen. Es wurde eigentlich von Bauern erfunden, die mit Hilfe des Klootstocks, eines langen Sprungstabes, die Wassergräben überquerten, um zu ihren Weiden zu gelangen.
Eiderstedt ist ein Naturparadies der besonderen Art, auf die Dauer jedoch nicht jedermanns Sache. Uns störte, dass man heute schon sieht, wer übermorgen zu Besuch kommt und der ständige Wind, von dem mein Mann behauptete, er würde ihm noch seine letzten 3 Haare vom Kopf wehen. Die Eiderstädter jedoch lieben den Wind und fühlen sich auch ohne Wald sehr wohl.
Vom Eidersperrwerk aus unternahmen wir eine Schiffsfahrt, um die Seehunde auf den Schlickbänken bestaunen zu können. Aber auch im Kattinger Watt kann man die Eiderstädter Flora und Fauna wunderschön genießen.
Bei der Erkundung von Eiderstedt stößt man immer wieder auf wuchtige „Bauernburgen“, die sogenannten Haubarge. Oft sind in ihnen auch Bauernläden untergebracht. Man kann dort sehr gut selbst hergestellte Produkte der Eiderstedter, wie z.B. Honig, Schafswurst usw. erstehen.
Damit sind wir auch schon beim Essen und Trinken angekommen. Hierzu gibt es Negatives und Positives zu sagen. Bleiben wir erst einmal beim Letzteren. Da ich alles liebe, was aus dem Meer kommt, habe ich natürlich reichlich dem Fisch zugesprochen und gelernt, wie man Krabben richtig puhlt. Nach einem ausgiebigen Mahl kann ich dann jedem eine „Tote Tante“ (Kakao mit Rum) oder „Pharisäer“ (Kaffe mit Rum) wärmstens ans Herz legen. Aber Vorsicht! Das geht arg in die Beine!
Negativ: Ich war froh, dass wir bei unseren Freunden eine schöne kostenlose Unterkunft hatten und uns per Supermarkt-Einkauf selbst versorgen konnten, da man, wenn man auf Eiderstedt essen gehen will, einfach arm wird. Ich kann mich noch erinnern, wie geschockt ich war, dass man für ein stinknormales Schnitzel mit Pommes 25,- DM haben wollte. Solche Wucherpreise grenzen schon an Frechheit und sind für mich schlicht und einfach Urlauberabzocke!
Nun noch ein paar Sachen, die man auf Eiderstedt unbedingt tun oder sich anschauen sollte.
Zum einen wäre da eine Wanderung durch die Salzwiesen zum Wahrzeichen Eiderstedts, dem an der Husumer Bucht gelegenen Leuchtturm Westerhever (auch aus Ottos Filmen gut bekannt).
Nicht nur für unsere Technik-begeisterten Männer dürfte das größte Küstenschutzbauwerk Europas, das Eidersperrwerk, einen Besuch wert sein. Auf der Rückfahrt vom Eidersperrwerk nach Garding machten wir einen Stop in Tönning, wo man an seinem Innenhafen herrlich entlang bummeln kann. Früher fuhr man von hier aus zum Walfang; die heutigen Fischer fangen meist nur noch Krabben im Wattenmeer. Noch auf See werden die Nordsee-Garnelen sortiert und gekocht.
Beim Spaziergang durch die Eiderstedter Städtchen fallen einem immer wieder die Reet-bedeckten Dächer mit den hübsch verzierten „Klön-Dören“ (Türen mit separat zu öffnenden Oberteilen, die man gut zum Klatsch mit der Nachbarin nutzen kann) auf.
Zu knapp war unsere Zeit an der Nordsee um eine Wattwanderung oder eine Fahrt nach Helgoland durchzuführen. Dafür unternahmen wir jedoch eine Fahrt auf Hallig Hooge, sahen uns die Hamburger Hallig an, fuhren durch die Friedrichstädter Kanäle und besuchten das Schiffahrtsmuseum in Husum.
Alles in allem ein gelungener Urlaub. Bisher konnten wir uns aber , trotz mehrfacher Einladungen, nicht dazu aufraffen wieder zu kommen. Das hat seine Gründe in der langen Autofahrt (siehe derzeitige Spritpreise), den überteuerten Touristenpreisen und vor allem der Wetterabhängigkeit in unseren Landen. Aus diesen Gründen gibt es für Eiderstedt auch kein „sehr gut“ sondern nur ein“gut“.
12 Bewertungen, 1 Kommentar
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12.06.2002, 01:12 Uhr von schnuppi
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht! und danke für deinen netten kommentar! liebe grüße!
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