Pamukkale Testbericht

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Erfahrungsbericht von AvanZaun

Stürmt die Baumwollburg.....!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nun ist er also vorbei - mein Urlaub. Was ich euch jetzt mitteilen kann ist, dass die Türkei neben der hohe Gastfreundschaft und tollen Stränden auch wunderbare Landschaften und einzigartige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat .
Es ist zwar schön, den ganzen Tag am Stand zu entspannen und in der Sonne zu braten, aber ich wollte doch zumindest einen Ausflug machen, um etwas von der Türkei zu sehen. Wir haben uns dafür entschieden, einen Ausflug zum berühmten Pamukkale zu machen. Es befindet sich am Anfang des Taurusgebirges in der Nähe des Städtchens Denizli. Da dies eine Fahrtstrecke von etwas mehr als 200km (von Antalya bzw. Kemer/Kiris) für uns bedeutete, haben wir uns für einen Busausflug und nicht für ein Mietauto entschieden.

So nun - was ist Pamukkale eigentlich? Pamukkale (= Baumwollschloss: Pamuk = Baumwolle, Kale = Schloss) ist ein großer Stolz der türkischen Bevölkerung und wird als achtes Weltwunder bezeichnet. In jedem Reisekatalog und touristische Werbekatolge für die Türkei habe ich Bilder von Pamukkale in unberührtester Form gesehen. Es handelt sich um einen Berg der überzogen mit Kalkterassen ist, die mehrere hundert Meter breit und ca. 60 m hoch sind. Aus dem Gipfel des Berges sprudelt mindestens 35°C warmes, sehr kalkhältiges Wasser mit einem hohen Kohlesäuregehaltes. Die Kohlensäure verflüchtigt sich sofort und das Wasser fließt herunter und bildete so über Jahrtausende die schneeweißen Terassen.
Das Wasser hatte immer schon den Ruf heilende Wirkung zu haben und soll gegen Nervenleiden, Kreislaufproblemen, Bluthochdruck , Rheumabeschwerden helfen.

Doch wurde ich sehr enttäuscht, denn es bot sich mir nicht der Anblick eines Berges voll mit schneeweiß glänzenden Terrassen gefüllt mit azurblau glitzerndem Wasser. Nein – ganz im Gegenteil. Einer der beiden großen Hänge war trocken, fleckig und braun und zeigte deutlich die Visitenkarte seines größten Feindes - des Menschen. Der zweite Hang ist deutlich besser dran, er wird partiell künstlich bewässert – d.h. abwechselnd wird an verschieden Regionen das original Mineralwasser heruntergelassen. Dieser Teile des Baumwollschlosses wird auch den Menschen ausgesetzt – nicht aber wie früher willkürlich sondern in einem horizontalen Weg quer zum Hang. So werden täglich Tausende von Menschen darüber gelassen wie in einer Ameisenautobahn. Zum Glück ist es wenigstens verboten die Schuhe anzubehalten. Wer dies missachtet und sich nicht barfüßig auf den Weg macht, wird von fäusteschwingenden Aufsehern trillerpfeifenderweise verfolgt. Was sehr witzig aussieht.


Wie es soweit kam, habe ich von unserem Reiseleiter in Erfahrung gebracht. Wie es leider in seiner Natur liegt, erkannte der Mensch schnell, dass es sehr einfach ist mit so einem Naturwunder sehr leicht viel Geld zu machen. Speziell in den 60er Jahren wurden unglaubliche Verbrechen begangen. Bis direkt an das Baumwollschloß wurden Hotels gebaut. Mit den entsprechen Beziehungen zu einflussreichen Personen war alles möglich. Zum draufstreuen wurde zur Wasserversorgung ausschließlich das vorhandene Mineralwasser verwendet. D.h. das kostbare Wasser wurde im wahrsten Sinne die Toilette hinunter gespült, anstatt es den natürlich Lauf nehmen zu lassen. Ebenfalls war es den Menschen erlaubt, sich überall auf den Terrassen aufzuhalten und leider wurde hier sehr viel zerstört.
Endlich vor ca. 4 Jahren kam die UNESCO und ernannte Pamukkale zum Naturdenkmal. Daraufhin wurde nach einer größeren Finanzspritze alle Hotels dem Erdboden gleich gemacht.


Etwas interessantes ist mir noch aufgefallen. Hunderte von Touristen tummeln sich zur gleichen Zeit am gleichen Fleck. Du musst aber nur ein paar Meter weg spazieren um absolut alleine zu sein. An dem Platz wo das Haupt-Hotel gestanden sind immer noch Reste des Swimmingpools zu finden. Obwohl es erlaubt ist verirrt sich fast niemand hierher. Von dort hat man auch einen wunderbaren Ausblick auf „Ameisenstraße“.


In der Nähe der Terrassen befindet sich auch ein Hallenbad, wo man in dem Mineralwasser baden kann. Für die kurze zeit waren mit aber die 7euro Eintrittspreis zu teuer.

Oberhalb des Baumwollschlosses findet man die antike Stadt Hierapolis. Diese ist aufgeteilt in unzählige Ausgrabungen von Grabstätten und gut erhaltenen Gebäuden - wie das Amphitheater und den Marktplatz. Über Hierapolis kann ich nicht viel erzählen, weil wir diese aufgrund von Zeitmangel nur gestreift haben. Mein Bericht handelt ja auch nicht hierüber.

Vergleichbares zur Baumwollstraße gibt es auch noch im Yellow-Stone Nationalpark in Amerika, wobei es dort aber viel weniger imposant ist.

Wer noch Lust hat kann unter:
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http://mitglied.lycos.de/zaunera/
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noch fünf Fotos anschauen, die zu dem passen, was ich oben erzählt habe. Leider ist Qualität und Format nicht ideal und ich bin leider auch oft drauf. :-)


Heimfahrt:
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Am Ende des Tages hatte ich ziemlich gemischte Gefühle. Auf der einen Seite war ich ziemlich begeistert von diesem Naturdenkmal, andererseits war ich bewegt davon wie schnell der Mensch und speziell der Tourismus dazu in der Lage wäre etwas zu Zerstören, wofür die Natur Jahrtausende gebraucht hat.

Die Frage, die ich mir gestellt habe, ist, ob ich mit meinem Besuch mit dazu beigetragen habe!?!?

Aufgrund dem Erlebten tue ich mir jetzt recht schwer in der Entscheidung ob ich Pamukkale jetzt empfehlen soll oder nicht.

Liebe Grüße und viel Spaß
Euer

Andiy van Zaun

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