Rhodos Testbericht

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Erfahrungsbericht von Sven79

Rhodos - Die Sonneninsel

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Als Student hat man wohl drei Möglichkeiten seinen Urlaub zu verbringen: 1. Man bleibt einfach zu hause. 2. Man kurvt per Interrail durch Europa. Oder 3. Man bucht irgendwo günstig einen Last-Minute-Strandurlaub. Die erste Möglichkeit schlossen meine Freundin und ich recht schnell aus, ein Sommer ohne Sonne ist schließlich nicht wirklich einer, das gerade während unserer Abwesenheit auch in Deutschland der Sommer ausbrechen sollte, konnte ja keiner ahnen. Also war unser Ziel schnell klar, es sollte eine griechische Insel sein. Schließlich wurde es die Sonneninsel Rhodos. Und wie der Name richtigerweise sagt, hatten wir 14 Tage das schönste Wetter. Das Beste: Ein leichter Wind sorgte stets dafür, dass es nicht unerträglich heiß wurde.

Allgemeines
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Da braucht man nicht viel erwähnen, denn eigentlich ist fast alles, außer dem Wetter (schöner), den Leuten (freundlicher) und der Landschaft (karger), wie in Deutschland. Zahlungsmittel ist der Euro und das Preisniveau ist mindestens genauso hoch, die Touristen werden verständlicherweise ordentlich gemolken. Auch die Stromspannung ist die gleiche. Einziger Unterschied: in Griechenland ist es ganzjährig eine Stunde später.

Das Hotel
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Unser Hotel war das 3 Sterne Haus „Myrina Beach“ in Kolympia. Ein einfaches aber durchaus zu empfehlendes Hotel. Saubere Zimmer, nettes Personal, ordentliches Essen, schöne Poolanlage mit guter Snackbar und die Nähe zum Strand sind seine größten Trümpfe. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass auf nervige Animation verzichtet wurde, so konnte man sich ungestört entspannen. Kleinere Kritikpunkte sind das Fehlen von Steckdosen im Bad und einem Kühlschrank auf dem Zimmer, sowie das absolut langweilige Frühstück. Richtig mies fand ich dann aber, dass man für die Klimaanlage 5€ pro Nacht bezahlen musste, glücklicherweise war es auch ohne relativ gut aushaltbar, denn das hätte unseren eh schon stark strapazierten Geldbeutel endgültig kapitulieren lassen. Auch zu bemängeln fand ich, dass man beim Abendessen gezwungen wurde sich zu anderen Leuten an den Tisch zu setzen. So konnte man zwar nette Leute kennen lernen, aber ein gemütliches Abendessen zu zweit war damit praktisch ausgeschlossen. Für den bezahlten Preis (650€) war das Hotel aber absolut in Ordnung. Gebucht haben wir übrigens über Bucher Reisen.

Kolympia
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Ist ein kleines Dorf, das nur durch die Touristen, vorrangig Deutsche, etwas größer geworden ist. Gegenüber dem Nachbardorf Faliraki, das voll auf Partytouristen eingestellt ist, gibt sich Kolympia etwas bescheidener und ist somit gut für Familien und Erholungssuchende geeignet. Natürlich muss man auch hier nicht auf Nachtleben verzichten. Es gibt eine Disco und mehrere Bars (3€ für zwei leckere Cocktails, es geht also doch günstig). Kolympia liegt ungefähr in der Mitte von Rhodos, alle Ausflugsziele sind von dort gut zu erreichen. Mit regelmäßig und zuverlässig verkehrenden Linienbussen, die max. 2,30€ pro Fahrt kosten, kommt man problemlos überall hin.

Der Strand von Kolympia
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Der ist wohl das große Manko. Kiesstrand ist an sich ja noch nicht so schlimm, allerdings musste man um ins Wasser zu kommen, erst über megarutschige Riesenwacker balancieren. Sehr unangenehm. Außerdem gibt es keinen Imbiss, wo man sich günstig stärken könnte. Die Strandtaverne ist zwar zu empfehlen, aber auch ziemlich teuer. Genau wie die Liegestühle, 3€ pro Stuhl finde ich gelinde gesagt übertrieben. Tipp: Für 5€ Luftmatratze kaufen und dann nur noch eine Liege mieten, um in den Genuss eines Sonnenschirms zu kommen. Ohne den wird’s nämlich unerträglich heiß, es sei denn man gehört zu den mir unverständlichen Sonnenbrutzlern.

Glücklicherweise gab es nach 10minütiger Busfahrt den herrlichen Sandstrand Tsambika mit sehr zu empfehlendem Imbiss.

Allgemeines zu Ausflügen
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Auf Rhodos gibt es nicht wirklich viel zu sehen, aber ein paar Orten sollte man schon einen Besuch abstatten. Das geht per Bus, Roller und organisiertem Ausflug. Busbenutzung empfiehlt sich bei den größeren Zielen wie Lindos und Rhodosstadt. Roller bieten sich an, wenn man die Insel auf eigene Faust erkunden möchte. Das Ausleihen für einen Tag kostet zwischen 15 und 17€. Zwar sind die Nebenstraßen oft wenig ausgebaut, aber auch für Anfänger, wie mich, ist das Fahren kein Problem. Organisierte Ausflüge sind zwar teuer haben aber einen großen Vorteil: den Reiseführer, der allerhand über Rhodos und seine Menschen zu erzählen weiß, was man sonst nie erfahren hätte. Man wundert sich zum Beispiel immer, warum selbst aus fertigen Häusern noch Eisenstangen herausragen. Die Antwort: so lange die Stangen noch da sind, gilt das Haus als unfertig und ist so steuererleichtert. Das spart den Griechen zwar Geld, aber zerstört oft das Stadtbild.

Ausflugsziele
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-- Rhodos-Stadt --
Rhodos-Stadt muss man gesehen haben. Vor allem die Altstadt, die noch aus der Zeit der Kreuzritter stammt. Die mächtige Stadtmauer ist beeindrucken. Und auch der Großmeisterpalast von dem der Johanniterorden dereinst über sein Reich herrschte sind absolut sehenswert. Die 6€ (durch Vorlage des Studentenausweises kommt man kostenlos rein) Eintritt lohnen sich wirklich. Nicht verpassen sollte man die original erhaltene Ritterstraße, hier lebten einst die verschiedenen Johanniterabteilungen. Außerdem gibt es Unmengen von Kirchen und Moscheen zu sehen, Rhodos war nämlich jahrzehntelang unter türkischer Herrschaft. Unbedingt besuchen sollte man auch den Uhrturm, für 3,50€ bekommt man eine grandiose Sicht über die Stadt und einen Drink seiner Wahl. Natürlich lohnt auch der Bummel durch die noch belebte Altstadt mit ihren zahlreichen Geschäften. Leider muss man sagen beweisen die Griechen auch hier, dass ein schönes Stadtbild nicht unbedingt ihre Sache ist. Verfallene Häuser und stillose Souvenirläden allenthalben.

-- in der Nähe von Rhodos-Stadt --
- Filimeros
Ein sogar bewaldeter Berg mit einer schönen alten Klosteranlage und einer schönen Aussicht.
- Siena
Ein idyllisches Dorf, in dem der 52%ige Souma hergestellt wird.
- Kamiros
Reste des antiken Kamiros, das durch ein Erdbeben im 2. Jahrhundert nach Christus zerstört wurde.

-- Lindos --
Zwar gibt es auch in Rhodos Stadt eine gut erhaltene Tempelfestung, die Akropolis von Lindos gilt aber als die schönste in ganz Griechenland. Und wirklich Lindos ist Postkartenidylle pur. Über den beschaulichen Dorf mit seinen verwinkelten Gassen, thront auf einem Berg die Akropolis (6€, Studenten kostenlos). Zu Fuß braucht man ca. 20 Minuten hinauf, man kann aber auch per Esel hinaufreiten. Für Geschichtsinteressierte lohnt der Besuch auf jeden Fall, manch anderer wird dort nur alte Steine und Geröll entdecken. Im Ort selbst sind die Kapitänshäuser und die Marienkirche sehenswert. Wer aufs Geld achten muss sollte, wie übrigens überall, nicht im Restaurant speisen, sondern einen kleinen Imbiss aufsuchen und dort für wenig Geld zum Beispiel eine leckere Pita Gyros verdrücken.

-- in der Nähe von Kolympia --
- Das Schmetterlingstal
So was habe ich bisher noch nicht gesehen! In diesem Tal sammeln sich jedes Jahr abertausende Schmetterlinge. Schon allein wäre dieses Tal und die dazugehörige Schlucht wunderschön, aber dieses einzigartige Naturschauspiel darf man sich nicht entgehen lassen. Schmetterlinge wo hin man blickt!

- Psinthos und Afantou
Kleine noch echt typisch griechische Ortschaften.

- Epta Piges
Überlaufenes Tal mit sieben Quellen auf engstem Raum, ohne Menschen sicherlich sehenswert, aber dafür muss man schon richtig früh aufstehen.

- Kloster Tsambika
Das Kloster liegt auf einem Berg und ist ein Wallfahrtsort: Die Griechen glauben, dass wenn eine bisher kinderlose Frau den Berg barfuss besteigt wird sie bald Kinder bekommen. Und tatsächlich hängen zahlreiche Kinderfotos in der schmucklosen Klosterkirche. Von Kolympia zu Fuß braucht man ungefähr anstrengende zwei Stunden. Meine Mitwanderer behaupteten die grandiose Aussicht würde dafür entschädigen. Ich war da allerdings anderer Meinung. Man kann übrigens auch per Auto oder Roller da hoch fahren.

- Johanniterfestungen in Archangelos und Faraklos
Alte Gemäuer halt, von denen einst die Insel verteidigt wurde.

Pros
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- günstig (zumindest das Hotel + der Flug)
- Sonne pur
- angenehmes Klima
- interessante Sehenswürdigkeiten (wenn auch nicht viele)
- freundliche Menschen
- nicht überlaufen (zumindest Kolympia)
- man kann Insel selbst erkunden (mit Linienbussen + Roller)

Cons
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- teuer (Lebensunterhalt)
- Kiesstrände
- leider haben die Griechischen keinen Sinn oder keine Geld für schöne Städte (Müll, Schutt, unfertige Gebäude, leerstehende Läden)

Fazit
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Die Insel Rhodos ist der ideale Ort, um einen erholsamen und entspannten Urlaub zu verbringen. Allerdings nicht ganz billig.

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