Savannah Testbericht
ab 59,59 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von rofis
Südstaatencharme
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Im südlichen Teil Georgias, an der Mündung des gleichnamigen Flusses und hart an der Grenze zu South Carolina liegt Savannah, neben Charleston (SC) eine der bekannteren Städte der amerikanischen Südstaaten.
Die Geschichte der Stadt geht wohl etliche Jahrtausende (was die Besiedlung des Gebietes angeht) zurück, aber ihr heute als wesentlich betrachteter Teil beginnt im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Georgia sollte eine Art Schutzwall für das englische South Carolina gegenüber dem spanischen Florida sein und war daher von hervorragender militärischer Bedeutung.
Im November des Jahres 1732 segelte ein Schiff namens ANNE mit 114 Siedlern und einem General namens James Oglethorpe von England aus los und erreichte nach einiger Zeit Yamacraw, den Ort, der bald danach Savannah genannt wurde.
Oglethorpe hatte bereits in England einen Plan für eine Stadt entworfen und begann kurz nach der Landung mit der Umsetzung dieses Plans. Er sah vor, Stadtviertel um zentrale Plätze zu gruppieren, mit öffentlichem Gelände östlich und westlich der Plätze (für Kirchen und öffentliche Gebäude), sowie zehntpflichtigem Gelände nördlich und südlich davon für die privaten Wohnhäuser der Siedler.
Diese Struktur ist heute noch hervorragend erkennbar. Wir haben unseren mehrstündigen Spaziergang durch die Altstadt von Savannah als einen Spaziergang durch die Vergangenheit empfunden, nur ab und zu gestört durch die modernen Autos, die im amerikanischen Straßenbild von heute nicht wegzudenken sind.
Vorbei an zum Teil verfallenden, zum Teil bereits renovierten Häusern unterschiedlicher Gesellschaftsschichten, die oft ihren englischen Ursprung nicht verleugnen können (ganze Straßenzüge gleich aussehender Häuschen mit völlig identischem Grundriss), durch wirklich hübsche kleine Parkanlagen, vorbei an alten und neueren Kirchen, führt uns der Weg durch die fast lebendig werdende Kolonialzeit in den Südstaaten. Mitten in der Stadt findet sich denn auch der COLONIAL PARK CEMETERY, einer der ersten Friedhöfe der Stadt, der heute restauriert ist und auf dem man die Gräber bzw. Gruften einiger Größen aus der Geschichte der Stadt besuchen und sich anhand der Grabsteininschriften über ihre Bedeutung informieren kann.
Es macht wenig Sinn, jetzt die Namen all derer aufzuzählen, die sich durch ihre Häuser hier unsterblich gemacht haben. Wir lassen uns einfangen von der Ante-bellum-Atmosphäre zwischen den alten Gebäuden, die noch dadurch begünstigt wird, dass nicht sehr viele Leute unterwegs sind. Ab und zu stört uns mal ein halb besetzter Tour-Bus (irgendwie sehen die alle aus wie nachgemachte Cable-Cars aus San Francisco). Nein, mit einem solchen Bus fahren möchte ich hier nicht, die Stadt muss zu Fuß erfahren werden...
Gottseidank haben wir ein Hotel fast direkt im Zentrum an der Bay Street gebucht (Days Inn & Suites Historic District, 70 US-$ plus tax), so dass wir keinen nennenswerten Anmarschweg zurücklegen müssen, sondern praktisch von der Hoteltüre aus uns mitten in die Geschichte werfen können. Trotz ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit und nicht gerade frischen Teperaturen...
Zu den wichtigsten Attraktionen gehört natürlich die RIVER STREET mit ihrem FACTORY WALK, ehemals das Zentrum des Handels im alten Savannah. Heute finden sich dort eine Vielzahl an Geschäften, meist mit deutlich erhöhten Preisen, wie das bei Touristenattraktionen halt mal so ist, und etlichen Restaurants, bei deren Preisgestaltung einem gelegentlich der Appetit schlagartig vergeht...
Aber es gibt auch günstigere Eckchen, an denen man ein paar Austern für wenige Dollar erstehen kann. Gerade der richtige Imbiss vor einem längeren Spaziergang...
Wem der Rundgang noch nicht informativ genug ist, der kann sich in zahlreichen Museen näher in die Geschichte der Stadt einführen lassen. Aber da wir (insbesondere ich) dazu neigen, Details sowieso schnell wieder zu vergessen, beschließen wir, darauf zu verzichten und lieber die Atmosphäre in uns aufzunehmen.
Insgesamt ist der historische Teil Savannahs heute auf dem Weg zurück zum alten Glanz, die oft stark dem Verfall unterworfenen Häuser werden zum Teil renoviert und restauriert, die alte Parklandschaft wird gepflegt. Was einerseits erfreulich, andererseits aber manchmal auch lästig ist: kaum ein Haus lässt sich ohne einen größeren Baumanteil im Bild fotografieren. Aber ich denke mal, dass dadurch auch die Stimmung besser vermittelt werden kann.
Natürlich hat auch Savannah einen Gürtel um das Zentrum, in dem man all die Errungenschaften der modernen Zeit (wie Wal Mart, Mac Donalds, Taco Bell und zahllose China-Restaurants mit oder ohne Buffet) finden kann. Diesem Teil mehr als diesen Absatz zu widmen, wäre allerdings vergeudete Zeit.
Wir begeben uns in die größere Umgebung der Stadt in Richtung Atlantik. Insgesamt vier Forts bzw. deren Überreste kann man besuchen. Unsere Entscheidung fällt auf das „Fort Pulaski National Monument“, den östlichen Vorposten der Stadt im amerikanischen Bürgerkrieg, erbaut im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts für etwa 1 Million Dollar aus 25 Millionen Ziegelsteinen. DAs sollte eigentlich reichen, um den Yankees Widerstand leisten zu können. Hatte man gedacht. Aber als es ernst wurde, ging dann alles ganz schnell: gerade mal 30 Stunden nach dem Beginn des Angriffs der Nordstaaten auf das Fort, kapitulierte der Kommandeur desselben, weil er erkannte, dass sein Fort den neuen, größeren und speziellen Kanonenkugeln nicht gewachsen war und er eine reine Niedermetzelei vermeiden wollte. Das Fort wurde aufgegeben und begann, zu verfallen.
In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde dann mit der Restaurierung des Forts begonnen, heute ist es ein National Monument und kann gegen eine geringe Gebühr besichtigt werden (kostenlos mit National-Park-Pass). Der Rundgang ist ganz interessant, gewährt er doch Einblicke in die inneren Strukturen eines solchen Forts, in die Räumlichkeiten und die Verteidigungsanlagen. Selbst ein Gefängnis durfte hier nicht fehlen... In einem Teil der Außenmauer wurden die Einschusslöcher der Kanonenkugeln erhalten, um die Kraft der Kanonenkugeln der damaligen Zeit zu demonstrieren.
Etwas friedlicher geht es an einem anderen Platz zu, den wir uns als Ziel ausgesucht haben: die WORMSLOE STATE HISTORIC SITE, eines ehemaligen herrschaftlichen Anwesens. Für etwa 3 $ Eintritt pro Person darf man eine etwa 1,5 Meilen lange Eichenallee entlang fahren, was wirklich Spaß macht. Zwischendurch muss man allerdings immer mal wieder auf Wildlife achten...
Kurz vor dem Ende der Alle erreichen wir das Visitor-Center, in dem wir uns Informationen über Wormsloe beschaffen wollen. Wir sind die einzigen Gäste (und bleiben das auch während unseres ganzen Besuchs), trotzdem führt man uns ein etwa viertelstündiges Video vor, das unseren Wissensdurst befriedigen soll. Was es auch tut. Es ist interessanter als vorher vermutet...
Anschließend dürfen wir dann die letzten Meter der Allee zu Fuß entlang laufen, bis wir die Ruinen der ehemaligen Gebäude erreichen. Der Gründer von Wormsloe, ein englischer Adeliger namens Jones, kam zusammen mit James Oglethorpe nach Savannah und begründete seinen Besitz um das jahr 1773 herum.
Die Ruinen sind an sich nicht besonders interessant, einzig das Baumaterial hat doch mein Erstaunen hervorgerufen: in den Mauerresten konnte man Austern- und Muschelschalen neben Steinen und sonstigen Baumaterialien ausmachen.
Aber wegen der Eichenallee allein sind die paar Dollar Eintritt gut angelegt (und natürlich wegen des Videos...).
Damit beenden wir unseren Besuch in Savannah und fahren weiter, dem ANTE BELLUM TRAIL, etwas nördlicher in Georgia gelegen, entgegen.
Die Geschichte der Stadt geht wohl etliche Jahrtausende (was die Besiedlung des Gebietes angeht) zurück, aber ihr heute als wesentlich betrachteter Teil beginnt im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Georgia sollte eine Art Schutzwall für das englische South Carolina gegenüber dem spanischen Florida sein und war daher von hervorragender militärischer Bedeutung.
Im November des Jahres 1732 segelte ein Schiff namens ANNE mit 114 Siedlern und einem General namens James Oglethorpe von England aus los und erreichte nach einiger Zeit Yamacraw, den Ort, der bald danach Savannah genannt wurde.
Oglethorpe hatte bereits in England einen Plan für eine Stadt entworfen und begann kurz nach der Landung mit der Umsetzung dieses Plans. Er sah vor, Stadtviertel um zentrale Plätze zu gruppieren, mit öffentlichem Gelände östlich und westlich der Plätze (für Kirchen und öffentliche Gebäude), sowie zehntpflichtigem Gelände nördlich und südlich davon für die privaten Wohnhäuser der Siedler.
Diese Struktur ist heute noch hervorragend erkennbar. Wir haben unseren mehrstündigen Spaziergang durch die Altstadt von Savannah als einen Spaziergang durch die Vergangenheit empfunden, nur ab und zu gestört durch die modernen Autos, die im amerikanischen Straßenbild von heute nicht wegzudenken sind.
Vorbei an zum Teil verfallenden, zum Teil bereits renovierten Häusern unterschiedlicher Gesellschaftsschichten, die oft ihren englischen Ursprung nicht verleugnen können (ganze Straßenzüge gleich aussehender Häuschen mit völlig identischem Grundriss), durch wirklich hübsche kleine Parkanlagen, vorbei an alten und neueren Kirchen, führt uns der Weg durch die fast lebendig werdende Kolonialzeit in den Südstaaten. Mitten in der Stadt findet sich denn auch der COLONIAL PARK CEMETERY, einer der ersten Friedhöfe der Stadt, der heute restauriert ist und auf dem man die Gräber bzw. Gruften einiger Größen aus der Geschichte der Stadt besuchen und sich anhand der Grabsteininschriften über ihre Bedeutung informieren kann.
Es macht wenig Sinn, jetzt die Namen all derer aufzuzählen, die sich durch ihre Häuser hier unsterblich gemacht haben. Wir lassen uns einfangen von der Ante-bellum-Atmosphäre zwischen den alten Gebäuden, die noch dadurch begünstigt wird, dass nicht sehr viele Leute unterwegs sind. Ab und zu stört uns mal ein halb besetzter Tour-Bus (irgendwie sehen die alle aus wie nachgemachte Cable-Cars aus San Francisco). Nein, mit einem solchen Bus fahren möchte ich hier nicht, die Stadt muss zu Fuß erfahren werden...
Gottseidank haben wir ein Hotel fast direkt im Zentrum an der Bay Street gebucht (Days Inn & Suites Historic District, 70 US-$ plus tax), so dass wir keinen nennenswerten Anmarschweg zurücklegen müssen, sondern praktisch von der Hoteltüre aus uns mitten in die Geschichte werfen können. Trotz ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit und nicht gerade frischen Teperaturen...
Zu den wichtigsten Attraktionen gehört natürlich die RIVER STREET mit ihrem FACTORY WALK, ehemals das Zentrum des Handels im alten Savannah. Heute finden sich dort eine Vielzahl an Geschäften, meist mit deutlich erhöhten Preisen, wie das bei Touristenattraktionen halt mal so ist, und etlichen Restaurants, bei deren Preisgestaltung einem gelegentlich der Appetit schlagartig vergeht...
Aber es gibt auch günstigere Eckchen, an denen man ein paar Austern für wenige Dollar erstehen kann. Gerade der richtige Imbiss vor einem längeren Spaziergang...
Wem der Rundgang noch nicht informativ genug ist, der kann sich in zahlreichen Museen näher in die Geschichte der Stadt einführen lassen. Aber da wir (insbesondere ich) dazu neigen, Details sowieso schnell wieder zu vergessen, beschließen wir, darauf zu verzichten und lieber die Atmosphäre in uns aufzunehmen.
Insgesamt ist der historische Teil Savannahs heute auf dem Weg zurück zum alten Glanz, die oft stark dem Verfall unterworfenen Häuser werden zum Teil renoviert und restauriert, die alte Parklandschaft wird gepflegt. Was einerseits erfreulich, andererseits aber manchmal auch lästig ist: kaum ein Haus lässt sich ohne einen größeren Baumanteil im Bild fotografieren. Aber ich denke mal, dass dadurch auch die Stimmung besser vermittelt werden kann.
Natürlich hat auch Savannah einen Gürtel um das Zentrum, in dem man all die Errungenschaften der modernen Zeit (wie Wal Mart, Mac Donalds, Taco Bell und zahllose China-Restaurants mit oder ohne Buffet) finden kann. Diesem Teil mehr als diesen Absatz zu widmen, wäre allerdings vergeudete Zeit.
Wir begeben uns in die größere Umgebung der Stadt in Richtung Atlantik. Insgesamt vier Forts bzw. deren Überreste kann man besuchen. Unsere Entscheidung fällt auf das „Fort Pulaski National Monument“, den östlichen Vorposten der Stadt im amerikanischen Bürgerkrieg, erbaut im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts für etwa 1 Million Dollar aus 25 Millionen Ziegelsteinen. DAs sollte eigentlich reichen, um den Yankees Widerstand leisten zu können. Hatte man gedacht. Aber als es ernst wurde, ging dann alles ganz schnell: gerade mal 30 Stunden nach dem Beginn des Angriffs der Nordstaaten auf das Fort, kapitulierte der Kommandeur desselben, weil er erkannte, dass sein Fort den neuen, größeren und speziellen Kanonenkugeln nicht gewachsen war und er eine reine Niedermetzelei vermeiden wollte. Das Fort wurde aufgegeben und begann, zu verfallen.
In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde dann mit der Restaurierung des Forts begonnen, heute ist es ein National Monument und kann gegen eine geringe Gebühr besichtigt werden (kostenlos mit National-Park-Pass). Der Rundgang ist ganz interessant, gewährt er doch Einblicke in die inneren Strukturen eines solchen Forts, in die Räumlichkeiten und die Verteidigungsanlagen. Selbst ein Gefängnis durfte hier nicht fehlen... In einem Teil der Außenmauer wurden die Einschusslöcher der Kanonenkugeln erhalten, um die Kraft der Kanonenkugeln der damaligen Zeit zu demonstrieren.
Etwas friedlicher geht es an einem anderen Platz zu, den wir uns als Ziel ausgesucht haben: die WORMSLOE STATE HISTORIC SITE, eines ehemaligen herrschaftlichen Anwesens. Für etwa 3 $ Eintritt pro Person darf man eine etwa 1,5 Meilen lange Eichenallee entlang fahren, was wirklich Spaß macht. Zwischendurch muss man allerdings immer mal wieder auf Wildlife achten...
Kurz vor dem Ende der Alle erreichen wir das Visitor-Center, in dem wir uns Informationen über Wormsloe beschaffen wollen. Wir sind die einzigen Gäste (und bleiben das auch während unseres ganzen Besuchs), trotzdem führt man uns ein etwa viertelstündiges Video vor, das unseren Wissensdurst befriedigen soll. Was es auch tut. Es ist interessanter als vorher vermutet...
Anschließend dürfen wir dann die letzten Meter der Allee zu Fuß entlang laufen, bis wir die Ruinen der ehemaligen Gebäude erreichen. Der Gründer von Wormsloe, ein englischer Adeliger namens Jones, kam zusammen mit James Oglethorpe nach Savannah und begründete seinen Besitz um das jahr 1773 herum.
Die Ruinen sind an sich nicht besonders interessant, einzig das Baumaterial hat doch mein Erstaunen hervorgerufen: in den Mauerresten konnte man Austern- und Muschelschalen neben Steinen und sonstigen Baumaterialien ausmachen.
Aber wegen der Eichenallee allein sind die paar Dollar Eintritt gut angelegt (und natürlich wegen des Videos...).
Damit beenden wir unseren Besuch in Savannah und fahren weiter, dem ANTE BELLUM TRAIL, etwas nördlicher in Georgia gelegen, entgegen.
Bewerten / Kommentar schreiben