Schottland Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Trottelchen
Eine längere Reise wert
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Meine Schwester war ja lange Zeit in Schottland und hat die meiste Zeit nur rumgenörgelt. Also habe ich beschlossen mir dieses Land für ein paar Wochen einfach mal selber anzusehen!
Ich flog von Berlin aus nach Birmingham. Leider gibt es keine Direkt-Flüge nach Aberdeen. Aber eines gleich zum Anfang, fliegt niemals über Birmingham, dort ist es totlangweilig! Ich würde beim nächsten Mal über London oder Koppenhagen fliegen, wobei Koppenhagen ja bekanntlich auch ziemlich chaotisch ist, aber ich bin ja nicht so lauf-faul wie andere Leute!
Als ich in Aberdeen ankam, ging ich gleich zum Autoverleih, um den vorbestellten Mietwagen abzuholen. Einen Mietwagen sollte man auf jeden Fall über eine deutsche Agentur vorbestellen, in Schottland wird es sehr viel teurer. Ich nahm mein Auto in Empfang, verlud mein Gepäck und stieg ein. Da saß ich nun auf der falschen Seite des Autos, die Engländer sitzen ja rechts und traute mich überhaupt nicht loszufahren. Da ich aber nicht die nächsten Stunden auf dem Parkplatz verbringen wollte, fuhr ich los. Natürlich auf der rechten Seite. Nachdem ich ordentlich angehupt wurde, fuhr ich dann brav links, allerdings immer etwas zu weit links, einige Außenspiegel entgingen mir sicherlich nur um Millimeter.
Als erstes fuhr ich in Richtung Norden, da man mir schon gesagt hatte, daß man sich Aberdeen nicht anzusehen bräuchte, es ist halt nur eine Großstadt wie jede andere auch.
Als erstes besuchte ich meine Schwester in Peterhead. Das ist eine kleiner Stadt an der Küste. Peterhead ist komplett vom Meer eingeschlossen, daher herrscht hier ständig ein ziemlich kühler Wind und von Sommer war hier nichts zu merken, es war einfach nur kalt. Der Hafen in Peterhead lohnt auf jeden Fall einen Besuch (hier gibt es viele süße Seehunde) oder aber auch das Kraftwerk, welches von den deutschen umgeplant und gebaut wurde. Das Kraftwerk sieht man schon von weitem wenn man an der Küste entlang fährt (von Aberdeen kommend). Allerdings ist es nicht ganz einfach, daß die Pförtner einen auf das Gelände lassen. Falls das nicht klappt, auch nicht so schlimm, vor dem Kraftwerk gibt es eine Aussichtsplattform, von der man auch eine Menge sehen kann. Auf jeden Fall sollte man auf dem Weg nach Peterhead einfach ein paar Mal rechts ranfahren und den Weg zum Meer runtergehen. Die Aussicht ist einfach herrlich und man kann dort stundenlang auf den Felsen rumturnen, nur warm anziehen sollte man sich dann schon!
Nachdem mir meine Schwester ein wenig die Umgebung erklärt hatte, beschloß ich die gesamte Nordküste abzufahren. Das heißt, immer an der Küste lang bis nach Inverness. Städte wie Fraserburg, Buckie und Elgin waren wirklich nur mäßig spannend, aber man kann dort recht günstig übernachten. In Schottland ist es üblich, daß man bei Familien unterkommt und für eine Nacht mit Frühstück (Bed & Breakfast) in der Regel um die 12 - 15 Pfund bezahlt. Erstaunlicher Weise wurde es günstiger, je mehr ich mich Inverness näherte.
Die Nordküste von Schottland ist wirklich wunderschön. Man hat fast überall den direkten Zugang zum Meer, wo man stundenlang rumwandern oder auch nur faul in den Dünen liegen kann. Allerdings sollte man bei dem Gedanken an Meer niemals an Sonne und Hitze denken, es ist immer kalt. Aber die Strände sind erstaunlich gepflegt, obwohl man hier oft weit und breit nicht einen Menschen sieht. Die Schotten der Nordküste sind zwar nicht unfreundlich, aber als besonders herzlich würde ich sie auch nicht bezeichnen. Das schöne jedoch, man hat hier überall kleine Rastplätze, wo auch das Grillen erlaubt ist. Also habe ich mir recht schnell einen kleinen, zusammenklappbaren Grill besorgt und recht häufig in den Dünen gegrillt. Schade nur, daß ich meine Angelausrüstung nicht dabei hatte, frischen Fisch zu grillen wäre sicherlich noch sehr viel schöner gewesen.
Nach 1 Woche hatte ich dann jedoch genügend vom Meer und vor allem genügend von den vielen Schafen, die es hier überall gibt, und setzte meinen Weg nach Inverness fort. Nun mögen sich einige fragen, was in Inverness denn tolles ist, daß ich dort unbedingt hinwollte.
Hier beginnt, der wohl berühmteste See von Schottland: Loch Ness! Ich habe zwar nicht ernsthaft daran geglaubt, daß ich Nessie (das Ungeheuer von Loch Ness) sehen würde, aber die Chance wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.
Von meiner Schwester wußte ich schon, daß man auf jeden Fall nicht den Touristenpfad „vorn herum“ nehmen sollte, wenn man wirklich die Schönheit der Highlands sehen wollte. Der Weg auf der Rückseite von Loch Ness ist zwar nicht so gut betoniert, dafür aber landschaftlich sehr viel interessanter. Da ich jedoch auch wieder zurück mußte, hob ich mir diesen Weg einfach für die Rückfahrt auf.
Von Inverness fährt man einfach in Richtung Fort Williams, diese Straße führt nämlich direkt am Loch Ness entlang. Einige Male fuhr ich links ran, um mir diesen unglaublich großen See anzusehen. Natürlich gab es ab und zu auch sogenannte Touristen-Attraktionen, wo man sich für 10 Pfund dann ein paar Steine ansehen konnte, aber diese besuchte ich nicht, da man mich schon vorgewarnt hatte. Das einzig gute, vor diesen abgesperrten Sehenswürdigkeiten stehen Imbissbuden und man sollte dort wirklich etwas essen wenn man Hunger hat, da ansonsten ziemlich lange keine Möglichkeit mehr dazu besteht.
Nessie habe ich natürlich nicht gesehen, aber das war auch gar nicht mehr wichtig. Loch Ness ist auch so auf jeden Fall einen Besuch wert.
In Fort Williams suchte ich mir dann eine Bleibe für die Nacht. Das heißt, das stimmt nicht ganz. Ich fuhr hindurch und ein paar Kilometer hinter der Stadt kosten die Zimmer für die Nacht locker 25 % weniger, aber ich blieb in der Nähe.
Am nächsten Morgen machte ich mich auf die Suche nach dem sogenannten Erlebnispark bei Fort Williams. Über diesen hatte ich in zahlreichen Infoblättern etwas gelesen. Hier sollte man viel über die Geschichte Schottlands lernen.
Ich fand ihn auch, bezahlte eine wie immer unverschämten Eintritt und ging hinein. Man wird zunächst in eine Art Theaterraum geführt, wo verschiedene Schauspieler etwas über die Geschichte Schottlands erzählen. Dann beginnt der Rundgang. Erschrocken habe ich mich ziemlich, als plötzlich... verrate ich nicht, falls ihr selbst mal hinwollt, sonst ist das ja nicht mehr spannend. Auf jeden Fall kann ich sagen, daß es nur mässig spannend und auch nicht besonders informativ war. Eher wie eine Geisterbahn, in der man jedoch zu Fuß geht. Für Kinder auf jeden Fall sehr aufregend, aber für erwachsene nicht so toll!
Ich fuhr dann nach Fort Williams zurück. Unterwegs gibt es zahlreiche Destillen, die man unbedingt mal besuchen sollte. Überhaupt lohnt ein Besuch in einer schottischen Destille, wo halt der echte schottische Whiskey hergestellt auf jeden Fall. Man muß nur aufpassen, da sie einem Kostproben gleich in Wassergläsern servieren, was ungünstig ist, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Man findet sie übrigens überall in Schottland und erstaunlicher Weise sind sie auch immer besonders gut ausgeschildert.
Fort Williams gefiel mir auf Anhieb. Hier gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, für engl. Verhältnisse gute Restaurants und es ist wirklich besonders hübsch und sauber. Hier blieb ich ein paar Tage länger, zumal ich außerhalb von Fort Williams ein wirklich günstiges Zimmer bekommen hatte. Man muß sich jedoch als alleinreisender Mann ein wenig vor den englischen bzw. schottischen Damen in acht nehmen. Trinken können Sie wie Männer und werden dann schnell ziemlich zudringlich. Vor allem tauchen Sie immer in Scharen auf, mein Geschmack waren diese aufdringlichen Geschöpfe sicherlich nicht. Aber das muß jeder wohl für sich selbst entscheiden.
Auf dem Rückweg fuhr ich wie ich es mir vorgenommen hatte, den hinteren Weg am Loch Ness entlang. Auch er führt nach Inverness. Der Weg ist sehr klein und teilweise eine Tortur für das Auto, aber es war ja nur ein Mietwagen. Hier gibt es zahlreiche kleine Flüsse, wo man über Steine hüpfen kann. Auch die Berge sind hier besonders schön zu sehen. Ich hatte Glück und traf mitten in der Wildniss einen echten Highlander, der mir viel über die Geschichte der Schotten erzählte und mir auch die Steinböcke zeige, die sich in Massen auf den Bergen aufhielten. Bevor er sie mir nicht direkt zeigte, hatte ich sie gar nicht bemerkt, da sie sich so gut tarnten. Ich muß schon sagen, dieser Schotte war wirklich unglaublich nett, er führte mich durch die Berge und teilte sogar seinen Kaffee und Essen mit mir. Ich bin mir sogar sicher, daß er schwer beleidigt gewesen wäre, hätte ich ihm für seine Dienste Geld angeboten. Er war so stolz auf sein Land und seine Geschichte - allerdings kann ich das auch verstehen!
Ich machte mich jedoch auf den Rückweg nach Aberdeen, da ich, jetzt wo ich soviel Natur gesehen hatte, doch ein wenig Sehnsucht nach einer echten Großstadt hatte. Ich fuhr trotzdem ganze 2 Tage, obwohl die Strecke locker an einem zu schaffen ist, da ich immer wieder anhielt, um mir doch noch was anzusehen. Schließlich wußte ich ja, daß ich so schnell nicht wiederkommen würde und im Nachhinein hätte es mir dann sicherlich leid getan.
Aberdeen ist jedoch wirklich nur eine dreckige, teure Großstadt und einen Besuch hätte ich mir durchaus sparen können. Geschmacklich liegt das Essen dort sogar noch unter der Qualität des sowieso schon schlechten schottischen Essens. Wirklich toll ist jedoch, daß man in fast jedem Zimmer eine Mikrowelle hat, so kann man sich abends dann doch noch etwas eßbares warm machen und es ist nicht schlechter als das was man in den Restaurants bekommt - nur günstiger. Im übrigen sollte man auf einer Karte im Restaurant immer nach Fischgerichten suchen, die schmecken zumindest noch annehmbar.
Abschließend kann ich jedem nur empfehlen einmal nach Schottland zu fahren. Landschaftlich ist es einfach ein Erlebnis. Gut das Essen ist wirklich nicht besonders toll, aber man kann es ja mit dem herrlichen engl. oder auch schottischen Bier runterspülen.
Noch ein Tip am Rande, wenn ihr schon Geld mit zurück nehmt, achtet unbedingt darauf, daß es britisches und nicht schottisches ist. Die Schotten haben ja auch ihr eigenes Geld, was aber leider bei einem Rücktausch in Deutschland weniger wert ist als das Britische.
Ein Besuch lohnt sich, allerdings reichen 3-4 Wochen auf jeden Fall.
Euer Alex
PS: Übrigens einen Außenspiegel habe ich wirklich erwischt. Zum Glück sind die Schotten nicht so wie die Deutschen. Dort holt man nicht gleich die Polizei, man ruft einfach die Versicherung an und die regelt das
Ich flog von Berlin aus nach Birmingham. Leider gibt es keine Direkt-Flüge nach Aberdeen. Aber eines gleich zum Anfang, fliegt niemals über Birmingham, dort ist es totlangweilig! Ich würde beim nächsten Mal über London oder Koppenhagen fliegen, wobei Koppenhagen ja bekanntlich auch ziemlich chaotisch ist, aber ich bin ja nicht so lauf-faul wie andere Leute!
Als ich in Aberdeen ankam, ging ich gleich zum Autoverleih, um den vorbestellten Mietwagen abzuholen. Einen Mietwagen sollte man auf jeden Fall über eine deutsche Agentur vorbestellen, in Schottland wird es sehr viel teurer. Ich nahm mein Auto in Empfang, verlud mein Gepäck und stieg ein. Da saß ich nun auf der falschen Seite des Autos, die Engländer sitzen ja rechts und traute mich überhaupt nicht loszufahren. Da ich aber nicht die nächsten Stunden auf dem Parkplatz verbringen wollte, fuhr ich los. Natürlich auf der rechten Seite. Nachdem ich ordentlich angehupt wurde, fuhr ich dann brav links, allerdings immer etwas zu weit links, einige Außenspiegel entgingen mir sicherlich nur um Millimeter.
Als erstes fuhr ich in Richtung Norden, da man mir schon gesagt hatte, daß man sich Aberdeen nicht anzusehen bräuchte, es ist halt nur eine Großstadt wie jede andere auch.
Als erstes besuchte ich meine Schwester in Peterhead. Das ist eine kleiner Stadt an der Küste. Peterhead ist komplett vom Meer eingeschlossen, daher herrscht hier ständig ein ziemlich kühler Wind und von Sommer war hier nichts zu merken, es war einfach nur kalt. Der Hafen in Peterhead lohnt auf jeden Fall einen Besuch (hier gibt es viele süße Seehunde) oder aber auch das Kraftwerk, welches von den deutschen umgeplant und gebaut wurde. Das Kraftwerk sieht man schon von weitem wenn man an der Küste entlang fährt (von Aberdeen kommend). Allerdings ist es nicht ganz einfach, daß die Pförtner einen auf das Gelände lassen. Falls das nicht klappt, auch nicht so schlimm, vor dem Kraftwerk gibt es eine Aussichtsplattform, von der man auch eine Menge sehen kann. Auf jeden Fall sollte man auf dem Weg nach Peterhead einfach ein paar Mal rechts ranfahren und den Weg zum Meer runtergehen. Die Aussicht ist einfach herrlich und man kann dort stundenlang auf den Felsen rumturnen, nur warm anziehen sollte man sich dann schon!
Nachdem mir meine Schwester ein wenig die Umgebung erklärt hatte, beschloß ich die gesamte Nordküste abzufahren. Das heißt, immer an der Küste lang bis nach Inverness. Städte wie Fraserburg, Buckie und Elgin waren wirklich nur mäßig spannend, aber man kann dort recht günstig übernachten. In Schottland ist es üblich, daß man bei Familien unterkommt und für eine Nacht mit Frühstück (Bed & Breakfast) in der Regel um die 12 - 15 Pfund bezahlt. Erstaunlicher Weise wurde es günstiger, je mehr ich mich Inverness näherte.
Die Nordküste von Schottland ist wirklich wunderschön. Man hat fast überall den direkten Zugang zum Meer, wo man stundenlang rumwandern oder auch nur faul in den Dünen liegen kann. Allerdings sollte man bei dem Gedanken an Meer niemals an Sonne und Hitze denken, es ist immer kalt. Aber die Strände sind erstaunlich gepflegt, obwohl man hier oft weit und breit nicht einen Menschen sieht. Die Schotten der Nordküste sind zwar nicht unfreundlich, aber als besonders herzlich würde ich sie auch nicht bezeichnen. Das schöne jedoch, man hat hier überall kleine Rastplätze, wo auch das Grillen erlaubt ist. Also habe ich mir recht schnell einen kleinen, zusammenklappbaren Grill besorgt und recht häufig in den Dünen gegrillt. Schade nur, daß ich meine Angelausrüstung nicht dabei hatte, frischen Fisch zu grillen wäre sicherlich noch sehr viel schöner gewesen.
Nach 1 Woche hatte ich dann jedoch genügend vom Meer und vor allem genügend von den vielen Schafen, die es hier überall gibt, und setzte meinen Weg nach Inverness fort. Nun mögen sich einige fragen, was in Inverness denn tolles ist, daß ich dort unbedingt hinwollte.
Hier beginnt, der wohl berühmteste See von Schottland: Loch Ness! Ich habe zwar nicht ernsthaft daran geglaubt, daß ich Nessie (das Ungeheuer von Loch Ness) sehen würde, aber die Chance wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.
Von meiner Schwester wußte ich schon, daß man auf jeden Fall nicht den Touristenpfad „vorn herum“ nehmen sollte, wenn man wirklich die Schönheit der Highlands sehen wollte. Der Weg auf der Rückseite von Loch Ness ist zwar nicht so gut betoniert, dafür aber landschaftlich sehr viel interessanter. Da ich jedoch auch wieder zurück mußte, hob ich mir diesen Weg einfach für die Rückfahrt auf.
Von Inverness fährt man einfach in Richtung Fort Williams, diese Straße führt nämlich direkt am Loch Ness entlang. Einige Male fuhr ich links ran, um mir diesen unglaublich großen See anzusehen. Natürlich gab es ab und zu auch sogenannte Touristen-Attraktionen, wo man sich für 10 Pfund dann ein paar Steine ansehen konnte, aber diese besuchte ich nicht, da man mich schon vorgewarnt hatte. Das einzig gute, vor diesen abgesperrten Sehenswürdigkeiten stehen Imbissbuden und man sollte dort wirklich etwas essen wenn man Hunger hat, da ansonsten ziemlich lange keine Möglichkeit mehr dazu besteht.
Nessie habe ich natürlich nicht gesehen, aber das war auch gar nicht mehr wichtig. Loch Ness ist auch so auf jeden Fall einen Besuch wert.
In Fort Williams suchte ich mir dann eine Bleibe für die Nacht. Das heißt, das stimmt nicht ganz. Ich fuhr hindurch und ein paar Kilometer hinter der Stadt kosten die Zimmer für die Nacht locker 25 % weniger, aber ich blieb in der Nähe.
Am nächsten Morgen machte ich mich auf die Suche nach dem sogenannten Erlebnispark bei Fort Williams. Über diesen hatte ich in zahlreichen Infoblättern etwas gelesen. Hier sollte man viel über die Geschichte Schottlands lernen.
Ich fand ihn auch, bezahlte eine wie immer unverschämten Eintritt und ging hinein. Man wird zunächst in eine Art Theaterraum geführt, wo verschiedene Schauspieler etwas über die Geschichte Schottlands erzählen. Dann beginnt der Rundgang. Erschrocken habe ich mich ziemlich, als plötzlich... verrate ich nicht, falls ihr selbst mal hinwollt, sonst ist das ja nicht mehr spannend. Auf jeden Fall kann ich sagen, daß es nur mässig spannend und auch nicht besonders informativ war. Eher wie eine Geisterbahn, in der man jedoch zu Fuß geht. Für Kinder auf jeden Fall sehr aufregend, aber für erwachsene nicht so toll!
Ich fuhr dann nach Fort Williams zurück. Unterwegs gibt es zahlreiche Destillen, die man unbedingt mal besuchen sollte. Überhaupt lohnt ein Besuch in einer schottischen Destille, wo halt der echte schottische Whiskey hergestellt auf jeden Fall. Man muß nur aufpassen, da sie einem Kostproben gleich in Wassergläsern servieren, was ungünstig ist, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Man findet sie übrigens überall in Schottland und erstaunlicher Weise sind sie auch immer besonders gut ausgeschildert.
Fort Williams gefiel mir auf Anhieb. Hier gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, für engl. Verhältnisse gute Restaurants und es ist wirklich besonders hübsch und sauber. Hier blieb ich ein paar Tage länger, zumal ich außerhalb von Fort Williams ein wirklich günstiges Zimmer bekommen hatte. Man muß sich jedoch als alleinreisender Mann ein wenig vor den englischen bzw. schottischen Damen in acht nehmen. Trinken können Sie wie Männer und werden dann schnell ziemlich zudringlich. Vor allem tauchen Sie immer in Scharen auf, mein Geschmack waren diese aufdringlichen Geschöpfe sicherlich nicht. Aber das muß jeder wohl für sich selbst entscheiden.
Auf dem Rückweg fuhr ich wie ich es mir vorgenommen hatte, den hinteren Weg am Loch Ness entlang. Auch er führt nach Inverness. Der Weg ist sehr klein und teilweise eine Tortur für das Auto, aber es war ja nur ein Mietwagen. Hier gibt es zahlreiche kleine Flüsse, wo man über Steine hüpfen kann. Auch die Berge sind hier besonders schön zu sehen. Ich hatte Glück und traf mitten in der Wildniss einen echten Highlander, der mir viel über die Geschichte der Schotten erzählte und mir auch die Steinböcke zeige, die sich in Massen auf den Bergen aufhielten. Bevor er sie mir nicht direkt zeigte, hatte ich sie gar nicht bemerkt, da sie sich so gut tarnten. Ich muß schon sagen, dieser Schotte war wirklich unglaublich nett, er führte mich durch die Berge und teilte sogar seinen Kaffee und Essen mit mir. Ich bin mir sogar sicher, daß er schwer beleidigt gewesen wäre, hätte ich ihm für seine Dienste Geld angeboten. Er war so stolz auf sein Land und seine Geschichte - allerdings kann ich das auch verstehen!
Ich machte mich jedoch auf den Rückweg nach Aberdeen, da ich, jetzt wo ich soviel Natur gesehen hatte, doch ein wenig Sehnsucht nach einer echten Großstadt hatte. Ich fuhr trotzdem ganze 2 Tage, obwohl die Strecke locker an einem zu schaffen ist, da ich immer wieder anhielt, um mir doch noch was anzusehen. Schließlich wußte ich ja, daß ich so schnell nicht wiederkommen würde und im Nachhinein hätte es mir dann sicherlich leid getan.
Aberdeen ist jedoch wirklich nur eine dreckige, teure Großstadt und einen Besuch hätte ich mir durchaus sparen können. Geschmacklich liegt das Essen dort sogar noch unter der Qualität des sowieso schon schlechten schottischen Essens. Wirklich toll ist jedoch, daß man in fast jedem Zimmer eine Mikrowelle hat, so kann man sich abends dann doch noch etwas eßbares warm machen und es ist nicht schlechter als das was man in den Restaurants bekommt - nur günstiger. Im übrigen sollte man auf einer Karte im Restaurant immer nach Fischgerichten suchen, die schmecken zumindest noch annehmbar.
Abschließend kann ich jedem nur empfehlen einmal nach Schottland zu fahren. Landschaftlich ist es einfach ein Erlebnis. Gut das Essen ist wirklich nicht besonders toll, aber man kann es ja mit dem herrlichen engl. oder auch schottischen Bier runterspülen.
Noch ein Tip am Rande, wenn ihr schon Geld mit zurück nehmt, achtet unbedingt darauf, daß es britisches und nicht schottisches ist. Die Schotten haben ja auch ihr eigenes Geld, was aber leider bei einem Rücktausch in Deutschland weniger wert ist als das Britische.
Ein Besuch lohnt sich, allerdings reichen 3-4 Wochen auf jeden Fall.
Euer Alex
PS: Übrigens einen Außenspiegel habe ich wirklich erwischt. Zum Glück sind die Schotten nicht so wie die Deutschen. Dort holt man nicht gleich die Polizei, man ruft einfach die Versicherung an und die regelt das
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