Russland: Sibirien Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Mhkize
Von Petersburg nach Vladivostok - Transibirische Eisenbahn
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Trans-Sibirische Eisenbahn
Es ist jetzt schon fast zehn Jahre her, da flogen wir von Paris mit einer Ilyuschin, eine billige Nachahmung der Concorde nach St. Petersburg. Die Hauptaufgabe der Stewards war, dafür zu sorgen, dass Disziplin unter den Passagieren herrschte, was nicht immer einfach war. Es gab nur Soda-Wasser in Plastikbecher zu trinken, es wurden kleine viereckige Brotstücke als Snacks serviert, einige waren mit einem Fisch belegt. Wer Glück hatte und bekamen ein solches Stück.
Der Flug nach St. Peterburg, damals noch Leningrad, war sonst ganz angenehm.
Unsere Zugfahrt begann erst vier Tagen später. So besichtigten wir die schöne, wenn auch zum Teil baufälligen, früheren Hauptstadt Russlands, welche im Jahre 2003 das dreihundertjährige Stadtrecht feiert.
Die Höhepunkte unserer Besichtigung war:
das barocke Winterpalais, errichten 1754 bis 1762 jetzt Staatliche Eremitage.
Von all den schönen Kirchen ist besonders die Kirche des verschütteten Blutes hervorzuheben, wo Alexander II ermordet wurde.
Die Festung Peter und Paul, wo die sterblichen Überreste der Zaren von Peter den Großen bis zum Nikolaus II uns seine Familie, die von den Kommunisten ermordet wurden, begraben sind.
Dies sind einige der Glanzstücke, die aus der Zeit von Katharine der Großen erhalten blieben.
Unsere Zugfahrt begann und nach einer angenehmen nächtlichen Zugfahrt erreichten wir Moskau.
Es war schon ein tolles Gefühl:
um den Kremel und auf den roten Platz zu wandern;
die Rüstkammer zu besuchen, die ihrer Bezeichnung nicht gerecht wird. Ein Gebäude gefüllt mit Faberger Eier, Kronen, Throne und andere königliche Geschenke;
die große Schar der Kirchen mit den gestifteten Goldkuppeln mitten im Herzen der kommunistischen Hauptstadt zu sehen.
Die Trans-Sibirische Eisenbahn ist, wie ein schmaler Metallband, das Moskau mit dem neuntausend Kilometer entfernten Vladivostok verbindet. Vier Nächte und drei Tage reisten wir entlang der ausgedehnten Steppe, die Wolga überquerend und vorbei an Kasan, über das Uralgebirge, nach Jekaderinburg, weiter nach Omsk, in Novosibirsk den Ob überquerend, über den Jenisej-Fluss nach Kransnojarks und weitern durch die gebirgige Landschaft nach Irkutsk am Bajkal-See. Auf dieser Fahrt ändert sich elf Mal die Zeitzone.
Der Zug fährt durch schier endlose Wälder, dann wieder große Weiten in den die Dörfer mit ihren Holzhütten und sie umgebenden Gemüsegärten, wie verstreute Medaillons wirken.
Obwohl der Zug hauptsächlich für Touristen bestimmt ist, ist er doch meisten überfüllt mit russischen Arbeitern, fahlgelben Buryats, die Einheimischen des östliche Sibiriens, und den dunkleren wettergebräunten Mongolesen.
Dank der guten Reisenbegleitung und der informativen Reisebroschüren wurde es nie langweilig, man musste immer wo man war und erfuhr alles Wissenswerte zu den durchfahrenen Gegenden und Städten.
Eine Besonderheit war die russische Teemaschine, Samowar, die es in jedem Abteil gab und wir daher ständig mit heißem Wasser für die Zubereitung von Tee, Kaffee, Fertigsuppen, und chinesische Nudeln versorgt waren. Für Touristen, die ohne Proviant unterwegs waren, waren zwei hilfsbereiten weibliche Schaffner anwesend, die Proviant verkauften oder sie konnte im Speisewagen essen. An den Bahnhöfen entlang der Strecke standen die Bäuerinnen der Umgebung in ihren Trachten, die die ganze Palette ihrer Produkte, wie Brot, Gemüse, Obst, Fruchtsaft, Bier, gegrillte Hähnchen und Braten zum Kauf anboten.
Bei der Russischen Eisenbahn sind die Abteile nicht nach Geschlechter getrennt. Es ist selbstverständlich, dass die Männer auf dem Flur gehen, damit sich die Frauen ihre Nachthemd anziehen können, die Männer zurückkommen und sich auch in Bett legen.
Wir machten Halt in Irkusk, die Stadt der Exilanten und Verbannten, mit den Blockhütten, die mit feinen Schnitzereien an den Türen und Fensterumrahmungen verziert waren. Wir wurden bei Elena, ihrem Gatten und den Sohn im vierten Stock einer Wohnsiedlung einquartiert. Im Laufe der Gespräche sagte sie einmal: "Diesen Winter war es nicht sehr kalt hier, nur – 25 °C. Oft haben wir für einige Tage – 40° C." Die Äußerung brachte sie mit etwas Widerwillen hervor, was wohl auf das immer knappe Heizmaterial zurückzuführen ist.
Es stellte sich heraus, das der Monat September für die Reise von St. Petersburg nach Peking der beste ist. Wir hatten, abgesehen von zwei Regentagen, sehr angenehmes Wetter.
Der Baikal-See in der Nähe von Irkutsk ist zwanzig Millionen Jahre alt, bis 1637 Meter tief und fasst zwanzig Prozent vom weltweitem Frischwasser. Er ist der älteste, tiefste und längste See auf der Welt. Wir wanderten an zwei Tagen an dem Ufer des Baikal-Sees, der eine ganz besondere ihm eigenen Atmosphäre hat und jedem in seine Bannen zieht. Es war einfach herrlich. Auch die Nacht, die wir im Zelt verbrachten, wir unvergesslich bleiben mit dem Rauschen des Wassers, das leise Zischen des Windes durch die Bäume und das Rufen der Nachtvögel.
Unser Ziel war nicht Vladivostok, sondern Peking. So zweigten wir in Irkutsk ab und kamen nach zwei Tagen Bahnfahrt nach Ulaanbataar und machten dort für fünf Tage Halt.
Nach ein paar Nächten in dem malerischen Hotel Urge, fuhren wir durch die Bayan Gobi, so wir die grüne Wüste oder Steppe dort genannt
Nach einer acht Stunden langen Jeepfahrt durch die baumlose und zaunlose Ebene, vorbei an Schaf- und Ziegenherden, Rudeln von Ponies und Rindvieh, gelegentlich einem Yak und zwei buckligen Bactrian Kamels, erreichten wir eine kleine Gruppe von Gers, das für die nächsten paar Nächte unser zuhause war.
Gers werden aus mehreren tragbaren Holzrahmen, die mit einer oder zwei Lagen einige Millimieter dicken Schafwollloden bespannt sind, hergestellt und stellt so den einzigen Schutz dar für diese Nomaden, die einer Temperaturschwankung von minus vierzig bis plus vierzig Grad Celsius ausgesetzt sind.
Diese Nomaden essen hauptsächlich Schaffleisch, das normalerweise gekocht wird. Sie sind der Ansicht, dass Gemüse der Gesundheit schadet.
Gers habe kein fliesenden Wasser. Es gibt keine Bäume in dieser Umgebung. An dem Tag, als wir Archeubat, unseren Gastgeber, und seine Familie verließen, war es Zeit, dass sie alles verpackten und ihrer Herde zu einer neuen Weide folgten.
In der Nähe der Gers von Karakorum, die alte Hauptstadt aus der Zeit des Mongolischen Imperiums, war das Erdene Zuu Kloster, eine klein Stadt mit einer Stadtmauer und buddhistisch Tempeln mit hervorragender Holzschnitzereien und bunter Bemalung innen und außen.
Außen an der Mauer waren drei steinere Schildkröten angebracht, die in der Zeit der Regentschaft des Herrschers Chingis Khan die Stadt gegen Überschwemmungen bewachten.
Unsere letzte Nacht wurde mit viel Lärm unterbrochen, jeder Wagon wurde angehoben und die Räder auf das chinesische Gleis eingestellt. Am Nächsten Tag durchquerten wir die chinesische Mauer und fuhren fort nach Peking, wo unsere Reise nach 8.500 Kilometer endete.
Es ist jetzt schon fast zehn Jahre her, da flogen wir von Paris mit einer Ilyuschin, eine billige Nachahmung der Concorde nach St. Petersburg. Die Hauptaufgabe der Stewards war, dafür zu sorgen, dass Disziplin unter den Passagieren herrschte, was nicht immer einfach war. Es gab nur Soda-Wasser in Plastikbecher zu trinken, es wurden kleine viereckige Brotstücke als Snacks serviert, einige waren mit einem Fisch belegt. Wer Glück hatte und bekamen ein solches Stück.
Der Flug nach St. Peterburg, damals noch Leningrad, war sonst ganz angenehm.
Unsere Zugfahrt begann erst vier Tagen später. So besichtigten wir die schöne, wenn auch zum Teil baufälligen, früheren Hauptstadt Russlands, welche im Jahre 2003 das dreihundertjährige Stadtrecht feiert.
Die Höhepunkte unserer Besichtigung war:
das barocke Winterpalais, errichten 1754 bis 1762 jetzt Staatliche Eremitage.
Von all den schönen Kirchen ist besonders die Kirche des verschütteten Blutes hervorzuheben, wo Alexander II ermordet wurde.
Die Festung Peter und Paul, wo die sterblichen Überreste der Zaren von Peter den Großen bis zum Nikolaus II uns seine Familie, die von den Kommunisten ermordet wurden, begraben sind.
Dies sind einige der Glanzstücke, die aus der Zeit von Katharine der Großen erhalten blieben.
Unsere Zugfahrt begann und nach einer angenehmen nächtlichen Zugfahrt erreichten wir Moskau.
Es war schon ein tolles Gefühl:
um den Kremel und auf den roten Platz zu wandern;
die Rüstkammer zu besuchen, die ihrer Bezeichnung nicht gerecht wird. Ein Gebäude gefüllt mit Faberger Eier, Kronen, Throne und andere königliche Geschenke;
die große Schar der Kirchen mit den gestifteten Goldkuppeln mitten im Herzen der kommunistischen Hauptstadt zu sehen.
Die Trans-Sibirische Eisenbahn ist, wie ein schmaler Metallband, das Moskau mit dem neuntausend Kilometer entfernten Vladivostok verbindet. Vier Nächte und drei Tage reisten wir entlang der ausgedehnten Steppe, die Wolga überquerend und vorbei an Kasan, über das Uralgebirge, nach Jekaderinburg, weiter nach Omsk, in Novosibirsk den Ob überquerend, über den Jenisej-Fluss nach Kransnojarks und weitern durch die gebirgige Landschaft nach Irkutsk am Bajkal-See. Auf dieser Fahrt ändert sich elf Mal die Zeitzone.
Der Zug fährt durch schier endlose Wälder, dann wieder große Weiten in den die Dörfer mit ihren Holzhütten und sie umgebenden Gemüsegärten, wie verstreute Medaillons wirken.
Obwohl der Zug hauptsächlich für Touristen bestimmt ist, ist er doch meisten überfüllt mit russischen Arbeitern, fahlgelben Buryats, die Einheimischen des östliche Sibiriens, und den dunkleren wettergebräunten Mongolesen.
Dank der guten Reisenbegleitung und der informativen Reisebroschüren wurde es nie langweilig, man musste immer wo man war und erfuhr alles Wissenswerte zu den durchfahrenen Gegenden und Städten.
Eine Besonderheit war die russische Teemaschine, Samowar, die es in jedem Abteil gab und wir daher ständig mit heißem Wasser für die Zubereitung von Tee, Kaffee, Fertigsuppen, und chinesische Nudeln versorgt waren. Für Touristen, die ohne Proviant unterwegs waren, waren zwei hilfsbereiten weibliche Schaffner anwesend, die Proviant verkauften oder sie konnte im Speisewagen essen. An den Bahnhöfen entlang der Strecke standen die Bäuerinnen der Umgebung in ihren Trachten, die die ganze Palette ihrer Produkte, wie Brot, Gemüse, Obst, Fruchtsaft, Bier, gegrillte Hähnchen und Braten zum Kauf anboten.
Bei der Russischen Eisenbahn sind die Abteile nicht nach Geschlechter getrennt. Es ist selbstverständlich, dass die Männer auf dem Flur gehen, damit sich die Frauen ihre Nachthemd anziehen können, die Männer zurückkommen und sich auch in Bett legen.
Wir machten Halt in Irkusk, die Stadt der Exilanten und Verbannten, mit den Blockhütten, die mit feinen Schnitzereien an den Türen und Fensterumrahmungen verziert waren. Wir wurden bei Elena, ihrem Gatten und den Sohn im vierten Stock einer Wohnsiedlung einquartiert. Im Laufe der Gespräche sagte sie einmal: "Diesen Winter war es nicht sehr kalt hier, nur – 25 °C. Oft haben wir für einige Tage – 40° C." Die Äußerung brachte sie mit etwas Widerwillen hervor, was wohl auf das immer knappe Heizmaterial zurückzuführen ist.
Es stellte sich heraus, das der Monat September für die Reise von St. Petersburg nach Peking der beste ist. Wir hatten, abgesehen von zwei Regentagen, sehr angenehmes Wetter.
Der Baikal-See in der Nähe von Irkutsk ist zwanzig Millionen Jahre alt, bis 1637 Meter tief und fasst zwanzig Prozent vom weltweitem Frischwasser. Er ist der älteste, tiefste und längste See auf der Welt. Wir wanderten an zwei Tagen an dem Ufer des Baikal-Sees, der eine ganz besondere ihm eigenen Atmosphäre hat und jedem in seine Bannen zieht. Es war einfach herrlich. Auch die Nacht, die wir im Zelt verbrachten, wir unvergesslich bleiben mit dem Rauschen des Wassers, das leise Zischen des Windes durch die Bäume und das Rufen der Nachtvögel.
Unser Ziel war nicht Vladivostok, sondern Peking. So zweigten wir in Irkutsk ab und kamen nach zwei Tagen Bahnfahrt nach Ulaanbataar und machten dort für fünf Tage Halt.
Nach ein paar Nächten in dem malerischen Hotel Urge, fuhren wir durch die Bayan Gobi, so wir die grüne Wüste oder Steppe dort genannt
Nach einer acht Stunden langen Jeepfahrt durch die baumlose und zaunlose Ebene, vorbei an Schaf- und Ziegenherden, Rudeln von Ponies und Rindvieh, gelegentlich einem Yak und zwei buckligen Bactrian Kamels, erreichten wir eine kleine Gruppe von Gers, das für die nächsten paar Nächte unser zuhause war.
Gers werden aus mehreren tragbaren Holzrahmen, die mit einer oder zwei Lagen einige Millimieter dicken Schafwollloden bespannt sind, hergestellt und stellt so den einzigen Schutz dar für diese Nomaden, die einer Temperaturschwankung von minus vierzig bis plus vierzig Grad Celsius ausgesetzt sind.
Diese Nomaden essen hauptsächlich Schaffleisch, das normalerweise gekocht wird. Sie sind der Ansicht, dass Gemüse der Gesundheit schadet.
Gers habe kein fliesenden Wasser. Es gibt keine Bäume in dieser Umgebung. An dem Tag, als wir Archeubat, unseren Gastgeber, und seine Familie verließen, war es Zeit, dass sie alles verpackten und ihrer Herde zu einer neuen Weide folgten.
In der Nähe der Gers von Karakorum, die alte Hauptstadt aus der Zeit des Mongolischen Imperiums, war das Erdene Zuu Kloster, eine klein Stadt mit einer Stadtmauer und buddhistisch Tempeln mit hervorragender Holzschnitzereien und bunter Bemalung innen und außen.
Außen an der Mauer waren drei steinere Schildkröten angebracht, die in der Zeit der Regentschaft des Herrschers Chingis Khan die Stadt gegen Überschwemmungen bewachten.
Unsere letzte Nacht wurde mit viel Lärm unterbrochen, jeder Wagon wurde angehoben und die Räder auf das chinesische Gleis eingestellt. Am Nächsten Tag durchquerten wir die chinesische Mauer und fuhren fort nach Peking, wo unsere Reise nach 8.500 Kilometer endete.
14 Bewertungen, 4 Kommentare
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20.03.2002, 10:19 Uhr von aroza
Bewertung: sehr hilfreichman spart sich quasi den reiseführer... habe bei meinen berichten ürbigens noch einen linktipp zu einer sibirischen rezeptsammlung - für die gourmets!
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04.03.2002, 08:29 Uhr von *Weserhexe*
Bewertung: sehr hilfreichDas war ein wirklich sehr interessanter Bericht.Hat Spaß gemacht ihn zu lesen.Liebe Grüße von der Weserhexe
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04.03.2002, 08:27 Uhr von Qualle
Bewertung: sehr hilfreichinteressanter bericht.
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04.03.2002, 08:15 Uhr von grunow
Bewertung: sehr hilfreichHört sich auf jeden Fall sehr interessant an...
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