Südafrika Testbericht

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Erfahrungsbericht von direx

SOWETO - eine Stadt, die betroffen macht

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Im Rahmen einer Südafrika-Rundreise zum Jahreswechsel 1999/2000 haben wir mit unserer Reisegruppe auch die SOuthWEstTOwnships (SOWETO) besucht. Wir wurden von unserem Hotel in Sandton (ein Vorort von Johannesburg)von unserem schwarzen Führer Abraham abgeholt. Ohne schwarzen Führer kann man SOWETO nicht besuchen - Weiße haben allein keinen Zutritt, abgesehen davon wäre dies auch zu gefährlich. Aber mit einem Angebot der "Jimmy´s Face to Face Tour" ist der Besuch kein Problem.

Bereits im Bus bei der Hinfahrt erzählte er über die wechselhafte Geschichte Sowetos. Entstanden sind diese Slums bereits Ende des vorigen Jahrhunderts und zwar wegen der riesigen Goldfunde in diesem Gebiet. Es wurden viele Arbeitskräfte benötigt und so zogen sehr viele Schwarze in diese Gegend. Anfangs glaubte man, dass die Anwesenheit der Schwarzen nur vorübergehend sei, aber immer mehr zog es zum Reichtum der Weißen. Man baute sich Hütten aus Pappe, Blech, Säcken, Decken, usw.

Erst Anfang der 50-er Jahre ging man daran, eine Stadt- und Siedlungsplanung durchzuführen. Den Schwarzen wurde beigebracht, wie man Häuser baut, damit sie sich selber helfen konnten. Heute sieht man aber nach wie vor unzählige Blechhütten, weil die Landflucht weiterhin anhält.

Man weiß heute nicht genau, wieviele Menschen in Soweto leben, geschätzt werden etwa 3,5 - 4 Millionen auf ca. 100 Quadratkilometer.

Der Großteil der Bevölkerung ist sehr freundlich und hat uns im Bus zugewunken, aber es gibt auch Gegenden, wo die Männer den Bussen mit der Faust drohen. Unser Führer Abraham meinte auch, dass es in solchen Gegenden sehr gefährlich wäre, stehen zu bleiben.

Aber an anderen Stellen sind wir auch ausgestiegen. So haben wir kurz einen Markt besichtigt, wo es interessante, für uns unvorstellbare Verkaufsstände gab: eine Apotheke, bei der es nur Wurzeln, Kräuter und selbstgemachte Säfte gab oder die Fleischstände, wo das Fleisch in der Hitze liegt oder hängt, was die Fliegen besonders anzieht. Wir waren immer gleich von unzähligen Neugierigen umringt. Die meisten waren freundlich, aber auch einige unangenehme Bettler fielen auf.

Wir besichtigten auch die kleinen Häuser unseres Führers und seiner Nachbarn. Hier leben 3 - 4 Generationen in ein paar kleinen Zimmern auf engstem Raum.


Nach dem Besuch in einem Shebeen (Gaststätte), wo wir unser Mittagessen einnahmen, fuhren wir noch zu der Gedenkstätte, wo 1976 bei den Unruhen in Soweto der erste Schwarze (ein Schulkind) getötet wurde.

Unsere Tour führte aber auch zu den schönen Häusern der reichen Leute Sowetos. Es waren dies die Häuser von Nelson Mandela, von Winnie Mandela und Leuten, die es in Soweto durch ihre Geschäfte zu Reichtum gebracht hatten.

Wenn man bedenkt, dass hier in Soweto rund 60 Prozent der Erwachsenen arbeitslos sind, kann man vieles verstehen. Obwohl die Apartheid abgeschafft wurde, wird es aber weiter Spannungen zwischen Schwarz und Weiß geben, da es der Wirtschaft in Südafrika sehr schlecht geht und davon sind wieder hauptsächlich die Schwarzen betroffen.

Für mich einer der beieindruckensten Tage in Südafrika.

17 Bewertungen, 2 Kommentare

  • LoMei

    11.03.2002, 11:56 Uhr von LoMei
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr aufschlussreich, weil auch soziale Hintergründe beleuchtet werden. Gruß, LoMei.

  • anonym

    23.02.2002, 01:13 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr interessant