Mehr zu Teneriffa Testbericht

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Erfahrungsbericht von schneeweisschen

Ein wenig Urlaub gefällig?

Pro:

wunderschöne Natur im Norden, Badeurlaub im Süden, gute Infrastruktur, viel zu sehen

Kontra:

Bettenburgen in einigen Gebieten, Sandstrände fast nur im Süden, britische Küche tonangebend

Empfehlung:

Ja

Spanien hat es uns irgendwie angetan. Zwar haben weder mein liebster Männe noch ich je einen Fuß auf das spanische Festland gesetzt, aber sowohl Mallorca als auch die Kanarischen Inseln mussten inzwischen unseren Besuch ertragen.
Dieses Mal hatte es uns vom 07.-15. Juni zum ersten Mal nach Teneriffa verschlagen.

Jenseits von Afrika
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Die größte der Kanarischen Inseln hat wie ihre „Schwestern“ einen Nachteil – die für eine innereuropäische Reise relativ lange Flugzeit. Mindestens 4 ½ Stunden von Frankfurt aus muss man schon in Kauf nehmen. Teneriffa hat zwei internationale Flughäfen, den Reina Sofia (TFS) im Süden, und den kleineren Teneriffa-Nord (TFN).
Rein geografisch gesehen gehören die Kanarischen Inseln eigentlich auch eher zu Afrika, da die Inseln auf der Höhe von Westafrika im Atlantik liegen.
Dieser recht außergewöhnlichen Lage ist es zu verdanken, dass Teneriffa in quasi in zwei Klimazonen geteilt werden kann:
Den sehr sonnigen und trockenen Süden und den grüneren, weil regenreicheren Norden.
Auch die Temperaturen sind im Norden immer 1-2 °C kühler als im Süden. Der Grund dafür ist der Teide, der höchste Berg Spaniens und mit seinem eindrucksvollen Vulkankegel von fast jedem Punkt der Insel aus zu sehen. Dieser Vulkan inklusive den anderen Bergen im Parque Nacional de Teide sorgt dafür, dass fast das gesamte Regenwasser im Norden abregnet, während der Süden trocken bleibt. Sehr eindrucksvoll zu beobachten sind die Gegensätze zwischen Nord und Süd bei einer Tour durch den Teide-Nationalpark. Wir zumindest hatten das Glück, mit dem Auto durch die Wolken hindurch in den sonnenverwöhnten Süden zu fahren. Ein einmaliges Erlebnis... wobei ich anmerken möchte: ich habe eine Wolke angefasst, aber - von einer gewissen Kälte abgesehen- absolut nichts gespürt.

Naturliebhabern und Wanderfreunden, die auf Sandstrände gerne verzichten können, empfehle ich zweifelsohne den Norden.
Wasserratten und Sonnenanbeter sollten lieber mit dem Süden vorlieb nehmen. Allerdings sollte man wissen, dass die meisten Strände (typisch für Vulkaninseln) dunkel sind. Allerdings fühlt sich der Sand auch nicht anders an, und ist auch nicht schmutzig, nur kann man sich die Fußsohlen leichter verbrennen, weil der Sand mehr aufheizt.

Reisezeit ist das ganze Jahr über, wobei der deutsche Winter, besonders die Weihnachtszeit die Hauptsaison ist. „Insel des ewigen Frühlings“ wird Teneriffa genannt. Und diese Bezeichnung trifft es wohl genau.

Reisende soll man nicht aufhalten
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Von den Eigenheiten in Nord und Süd mal ganz abgesehen... die Insel ist klein genug, um innerhalb weniger Stunden die gesamte Insel zu umrunden, von der Touristenhochburg Playa de las Americas im Süden bis nach Puerto de la Cruz im Norden, braucht man mit dem Mietwagen nur ca. 1 Stunde, vorausgesetzt man nimmt die Autobahn TF 1, die an der Ostküste langführt.
Die Strecke über den Westen wirkt zwar auf der Landkarte auch nicht viel länger, aber dank um einiges schlechterer Straßen inklusive atemberaubenden Serptentinen, dauert diese Route mit Sicherheit 2-3 Mal so lange.
Ich empfehle Euch auf jeden Fall einen Mietwagen zu nehmen, so wie wir es in jedem Urlaub machen. Natürlich kann man über die Reiseveranstalter bei Pauschalbuchungen auch Ausflüge buchen, aber die sind meistens preislich total überzogen und schränken zudem sehr ein.
Auto fahren auf der Insel ist relativ unproblematisch: wie in Spanien und Deutschland herrscht Rechtsverkehr. Es gibt mehrere gut ausgebaute Autobahnen. Allerdings gibt es selbst auf diesen mitunter recht starkes Gefälle oder Steigungen, was zu Beginn etwas ungewohnt ist. Ungeübten Fahrern würde ich empfehlen, in größeren Städten lieber auf den Bus umzusteigen oder einem Mann das Steuer zu überlassen. Nein, Quatsch. Ich selbst bin fast überall selbst gefahren, allerdings war ich schon froh, dass nicht ich am Steuer saß, als mein Mann bei einer Irrfahrt in einem Bergdorf schimpfte, wieso es nicht noch einen Gang vor dem 1. Gang gibt. Die Steigungen dort waren unvorstellbar, ich staune jetzt noch, dass unser Clio das überhaupt geschafft hat. In einigen Städten, wie z.B. La Laguna werden sich Frankfurter fast wie zu Hause fühlen. Überall Einbahnstraßen. Frühzeitig einen Parkplatz ansteuern und lieber ein paar Meter mehr laufen, heißt hier die Devise.
Was in Deutschland verpönt ist, sollte man auf Teneriffa vor unübersichtlichen Kurven oder engen Tunneln unbedingt machen: hupen, um eventuellen Gegenverkehr auf sich aufmerksam zu machen. Ansonsten sind die Spanier beim Autofahren eher lässig, Drängler gibt es nur selten, und oft erntet man ein verständnisvolles Lächeln, wo man in Deutschland mit Sicherheit schon den Stinkefinger gesehen hätte.
Autofahren auf Teneriffa macht auch aufgrund der Tatsache sehr viel Spaß, weil die Benzinpreise dort bei nur ca. 0,55 € pro Liter (Super Bleifrei) liegen. Tankservice und mitunter auch Scheibenputzer inklusive.

Wer nicht Auto fahren möchte, kommt auch gut und preisgünstig mit den Linienbussen über die Insel. Haltestellen gibt es in den Touristenorten fast an jeder Straßenecke.

Es grünt so grün....
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Zur Vegetation im Süden lässt sich nur eines sagen: abgesehen von den künstlich angelegten Hotelgärten und Strandpalmen gibt es einfach aufgrund der hohen Temperaturen und der Trockenheit keine Vegetation. Aufgrund dieser Tatsache kann der Anflug auf den Flughafen im Süden im ersten Moment schon etwas ernüchternd sein. Kein bisschen Grün erfreut das Auge, obwohl nur weniger Kilometer von der Küste entfernt hohe Berge die Optik den Südteil der Insel einrahmen.
Fährt man jedoch in Richtung Norden, offenbart sich das genaue Gegenteil. Üppiges Grün, unzählige Pflanzenarten, Kakteen und exotische Blüten. Auf Teneriffa lässt sich sehr gut beobachten, welchen enormen Einfluss die Höhe auf die Vegetation hat. Alexander von Humboldt war von der einzigartigen Vegetation Teneriffas so beeindruckt, dass er einen neues Wissenschaftsgebiet begründete: die Pflanzengeographie. Pflanzen, die z.B. in 200 m Höhe gut gedeihen, sind auf Teneriffa schon mitunter 100 Meter höher nicht mehr zu finden. Besonders auffällig sind die Kanarischen Kiefern in den Höhenlagen, die sehr entscheidend das Klima beeinflussen, indem Sie das Wasser aus den Wolken ziehen – daher auch ihr Beiname „Wolkenmelker“.

Tiere gibt es auch jede Menge auf Teneriffa. Am stärksten sind mir die vielen Eidechsen aufgefallen, wahrscheinlich weil einem diese Tierart nun einmal in unseren Breitengraden in freier Natur nur äußerst selten über den Weg läuft.
Ein ganz besonderes Schauspiel bietet sich, wenn man an einer Whale-Watching-Expedition teilnimmt. Diese findet meines Wissens nach 1-2 Mal wöchentlich statt. Vom Jacht-Hafen in Playa de las Americas (San Eugenio) aus fährt ein Schiff in Richtung der kleinen Nachbarinsel La Gomera. Dieses Gebiet ist bekannt für die Möglichkeit, Wale und Delfine in freier Natur zu beobachten. Sicher kann man bezüglich dieser Art der Tierbeobachtung unterschiedlicher Meinung sein, aber wie ich erfahren habe, ist auf diesen Touren eine Meeresbiologin dabei, die peinlichst genau darauf achtet, dass diese Fahrten nicht in Massentourismus ausarten. Informationen bekommt ihr in Eurem Hotel, über Eure Reiseleitung oder in einem der zahlreichen Läden, in denen man Ausflüge buchen kann.
Eine unglaubliche Vielzahl an Tieren, insbesondere Vögeln kann im (wenn auch nicht in freier Natur) im Loro Parque in Puerto de la Cruz anschauen. Diesem wunderbaren Park werde ich noch einen Extra-Bericht widmen.

Wie man sich bettet....
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Am Strand schlafen muss auf Teneriffa niemand, es sei denn er möchte dies gerne.
Für jeden Geschmack und Geldbeutel gibt es Unterkünfte. Die bekanntesten Ferienorte sind Puerto de la Cruz im Norden und Playa de las Americas im Süden der Insel. Beiden Orten werde ich ebenfalls einen gesonderten Bericht widmen, sonst sprengt dieser Bericht hier wohl alle Dimensionen. Apropos... wer hier immer noch tapfer liest... vielen Dank für dein Interesse und/oder Durchhaltevermögen.
Leider sind die Hotels in den großen Touristengebieten oft Bettenburgen, die scheinbar ohne Sinn für Geschmack (zumindest äußerlich) gebaut wurden. Allerdings gibt es auch wohltuende Ausnahmen.
Da wäre zum einen das Hotel „Jardin Tropical“ in Playa de las Americas/San Eugenio, das auch noch einen Extra-Bericht verdient hat und hier deshalb nur der Vollständigkeit von mir erwähnt wird.
Auch die meisten Hotels an der Bahia del Duque (gehört quasi auch zu Playa de las Americas), allen voran das traumhafte „Gran Hotel Bahia del Duque“, das ich als Reiseverkehrskauffrau in einem geführten Rundgang erleben durfte. Im Stil eines kanarischen Dorfes aus dem 19. Jahrhundert angelegt, lässt es den Gast vergessen, in was für einem großen Hotel er eigentlich wohnt. Dezenter und manchmal auch weniger dezenter Luxus bilden einen wundervollen Rahmen für die zugegebenermaßen wohlhabenderen Urlauber unter uns. Ein großes Plus dieses Hotel ist auch der Strand direkt vor der Haustür. Allerdings kann man diesen auch nutzen, wenn man nicht in diesem Hotel wohnt, da es in Spanien keine privaten Strände gibt. Wer also einen schönen Platz zum Baden sucht.... dort ist er. Wer am späten Nachmittag ankommt, muss mit etwas Glück nicht einmal mehr für Liege und Sonnenschirm bezahlen.
In Puerto de la Cruz empfehle ich für Luxus-Fans das Hotel „Botanico“, dass allerdings eher das ältere Klientel bedient, von außen nicht besonders hübsch aussieht und 1,4 Kilometer vom Meer entfernt ist. Klingt alles irgendwie abwertend, aber eine persönliche Besichtigung hat mich dennoch davon überzeugt, dass das Hotel sein Geld wert ist.
Doch auch für den kleineren Geldbeutel oder Fans von Ferienwohnungen gibt es genügend Angebote. Nur würde ich davon abraten, weniger als 3 Sterne (Veranstalterbewertungen) zu buchen. Das kann auf Teneriffa –wie generell in Spanien – in die Hose gehen.

Essen hält Leib und Seele zusammen
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Naja, ehrlich gesagt merkt man an fast jeder Straßenecke, dass die Briten das Hauptklientel der Insel ausmachen, dicht gefolgt von den deutschen. In den Touristenorten wird die Speisekarte in fast jedem (bezahlbaren) Restaurant von Chips/Pommes Frites, Sandwiches und Hähnchen angeführt. Die Qualität ist von Restaurant zu Restaurant aber sehr verschieden.
Während sich einem Restaurant beim Anblick der vor Fett triefenden Chips fast der Magen umdreht, gibt es auch schmackhaftes und bezahlbares Essen, wo man es gar nicht vermutet.
So haben wir z.B. im Einkaufszentrum „San Eugenio“ in der Nähe unseres Hotels ein unauffälliges Bistro namens „Angel“ entdeckt, dessen Tische nicht sehr schick unter einer Treppe in einer Ecke versteckt sind, wo das Essen aber wirklich gut schmeckt.
Die großen Hotels ab 4 Sternen bieten allerdings fast ausnahmslos gutes Essen, meist in Büffetform. Halbpension ist also auf Teneriffa mitunter eine sehr attraktive Alternative. Es sei denn, Ihr steht auf englische Küche.
Und durch Zufall findet man auch manchmal ein kleines Juwel: das „La Granja de Adeje“ auf halbem Wege zwischen Playa de las Americas und Vilaflor. Von der Straße aus ist es fast zu übersehen. In der Nebensaison nur Freitag, Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr geöffnet, kocht eine rührige altere Dame spanischer Herkunft, während sich die Gäste (wir waren anfangs sogar ganz allein) an dem romantischen Fleckchen Erde auf der Terasse des Kanarischen Häuschens nicht satt sehen können an dem wunderbaren Ausblick über Kakteen und mutige, weil hungrige Eidechsen hinweg hinunter zur Küste. Abgesehen von gut gewählter klassischer Musik hört man nichts. Fast nichts, nur die Natur. Es ist sagenhaft.
Ein Menü mit Brot und Butter, Salat, einem halben Hähnchen mit Pommes und einem großzügigen Glas Wein/Bier oder Wasser und einem Stück Schokoladenkuchen mit Sahne zum Dessert lässt es sich dort oben ewig aushalten. Für 10 € einfach unschlagbar.


Shopping
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Entgegen unserer Gewohnheit haben wir von Teneriffa kein einziges Andenken mitgebracht. Selbst ein wenig Sand habe ich vergessen. Eigentlich nehme ich mir von jedem Urlaub etwas Sand mit (manchmal bekomme ich auch von Kunden ein Pröbchen, die von meiner Leidenschaft wissen) und sammle diesen in Schichten in einem Glasbehälter.

Sicherlich kann man auch auf Teneriffa genügend Souvenirs kaufen, von Karamik über Handtücher bis hin zu Plüsch-Papageien aus dem Loro Parque. Sehr begehrt, weil preislich oft um einiges günstiger als in Deutschland, ist Technik. Preise vergleichen lohnt sich trotzdem immer. Dank des Euros sind Preisvergleiche natürlich super einfach.

Offiziell wird auf Teneriffa nicht gehandelt. Die Praxis zeigt jedoch etwas anderes. Auf der Suche nach einer größeren Speicherkarte für meine Digitalkamera war ich in 5 oder 6 verschieden Läden in Puerto de la Cruz und überall ging man auf meinen Verhandlungsversuche ein.
Geldautomaten gibt es übrigens jede Menge – zumindest in den Touristenzentren. Ansonsten werden auch fast überall Kreditkarten akzeptiert.

Ausflüge
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Meine Tipps: Loro Parque (Puerto de la Cruz)
Los Gigantes (300m hohe Klippen an der Westküste)
Altstadt von Puerto de la Cruz
Teide-Nationalpark
Mit dem Auto durch die Bergdörfer

Fazit
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Teneriffa ist eine abwechslungsreiche Insel, die für so gut wie jeden Geschmack etwas zu bieten hat: Landschaftliche Schönheit im Norden, tollstes Badewetter und Sandstrände im Süden, hübsche ursprüngliche Bergdörfer, gewaltige Naturwunder wie Los Gigantes oder den Pico de Teide, spanisches Flair in Städten wie Puerto de la Cruz oder La Laguna.

Gnadenlos vergibt

Euer Schneeweisschen

die volle Punktzahl.



erstmalig veröffentlicht bei ciao.de im Juni 2003

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