Varna Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von ET2000
Urlaubstip - Warm da in Varna
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Einige Vorabinfos:
==================
Wetter:
=======
Durchschnittliche Sonnenstunden im August: 9 täglich
Niederschlagstage im August: 4
Wassertemperatur: 26
Lufttemperatur tags: 30
Lufttemperatur nachts: 16-22
Wir lagen in den 14 Tagen genau in den oben genannten Werten
Einreisevorschriften:
=====================
Ein mind. 6 Monate gültiger Reisepass.
Das Ein- u. Ausführen der Landeswährung ist verboten.
Impfungen:
==========
Keine Pflichtimpfungen.
Empfohlen sind Polio, Diphterie, Tetanus, Hepatietis A und Hepatitis B.
Hep. A gibt es als kurzfristige passive Impfung kurz vor dem Urlaub. Hällt ca. 4 Wochen und kostet 52,50 EURO (2002 / 2001 waren es noch 64 DM TEURO !! ) für den Impfstoff. Wer öfters ins Ausland reist sollte eine langfristige 3-fach Impfung wählen, die 10 Jahre vorhällt und mit ca. 150 EURO günstiger ist.
Das Spritzen selber übernimmt die Kasse !
Polio, Diphterie und Tetanus müssen nach 5 Jahren aufgefrischt werden. Wer eine Neuimpfung benötigt, sollte von dieser 3-fach Impfung mind. 2 bekommen haben. Die zweite Spritze erhällt man 6 Wochen nach der ersten Spritze. Die 3. nach 6 Monaten. Also rechtzeitig Impfen !
Die Mittel werden zusammen gespritzt und werden von der Kasse übernommen.
Geld /Kosten:
=============
Wer bucht, sollte möglichst nur Frühstück höchstens aber HP wählen. Essen in Bulgarien ist äusserst günstig. In EURO umgerechnet kostet eine komplette Mahlzeit zwischen 3-4 Euro, 1 KG Obst max. 1 Euro. Getränke sind ebenso günstig.
1 Leva sind ca. 0,5 Euro !
Inflation kenn Bulgarien schon seit langem nicht mehr.
KEIN GELD AUF DER STRASSE TAUSCHEN !!!
Obwohl seit Jahren 1:1 zur DM umgerechnet wurde, sind einige Touristen immer noch so dämlich und glauben sie bekämen für 100 DM bzw. nun 50 EURO wirklich 110 bis 120 Leva. Den Leuten ist nun nicht zu helfen.
Ernährung:
==========
Essen gibt es viel, gut, reichhaltig.
Die Vielfallt beschränkt sich aber auf heimische Dinge. Wer Joghurts sucht findet diese überwiegend nur in Ferienanlagen zu Preisen wie bei uns.
Essen sollte man ausserhalb der Ferienanlage, wo es etwas teurer ist. Aber selbst innerhalb der Anlagen liegen die Preise 50% unter deutschem Niveau.
Unterkunft:
===========
3 Sterne sollten Minimum sein. Klimaanlage gibt es ab 4 Sterne. Immerhin gibt es in der Regel einen kleinen Kühlschrank ab 3 Sterne.
Egal mit wem wir sprachen, scheinen die Hotels alle sauber zu sein.
Das Personal war bei uns durchweg freundlich und hilfsbereit.
Es gibt neue Hotels und es gibt Ostexemplare, die aber durchweg einen gepflegten Eindruck hinterlassen. Das Mobilar erinnert ein bischen an die DDR. Stilmässig nicht ganz passend zur bulgarischen Riviera.
Und nun gehts los !
Die Reise:
==========
Bulgarien sollte es nun sein. Ok, dachte ich mir, dann also Bulgarien.
Im Dez.2000 ging es darum einen günstigen Urlaub für 2 Personen zu finden.
Das weltweite Datennetz sollte mir ein günstiges Ziel irgendwo in der weiten Welt zeigen.
Kroatien ? Hmm, zuviel Steinstrand, nö danke.
Mallorca ? Naja, gibt ja schon schöne Ecken dort, aber erstens war ich da schon, zweitens ähmm, nö.
Ans Meer wollte ich. Sonne, Strand... .
Schliesslich stiess ich auf Bulgarien.
Die ersten Informationen sprachen mich an. Günstig, Strand... toll. Also mussten mehr Informationen her.
Der für touristen interessante Kreis fing sich langsam an zu schliessen, je weiter ich suchte. Schliesslich blieben Sonnenstrand und Goldstrand übrig.
Ich weis nicht warum, aber meine Finger fingen plötzlich an www.goldstrand.de in den Browser zu tippen. Und siehe da: Ein Glückstreffer
Ein begeisterter Urlauber, Privatmann, hat doch tatsächlich eine Internetseite seines Urlaubsortes eingerichtet. Diese Seite war es schliesslich, die die Entscheidung leicht machte, Bulgarien zu buchen.
Ich verzichte bewusst auf Informationen zum Reiseanbieter und die Erfahrungen mit eben diesen. Dazu gibt es einen extra Bericht.
Beeindruckt war ich davon, dass es kaum noch Möglichkeiten gab, 2 Wochen in den Sommerferien 2001 zu buchen. Anders herum ein gutes Zeichen dachte ich mir. Der Ort schien beliebt.
Am 19.08.2001 war es dann endlich so weit. Ab zum Münchener Flughafen und rein in den Flieger. Zumindest theoretisch klang das so locker, denn als ich auf den Flugtickets las, dass wir mit einer Tupolew154 fliegen, wurde ich dann doch etwas nervös.
Die Maschine allerdings war in einem guten Zustand und wie ich erfahren habe, sind alle Maschinen recht neu und technisch auf dem neuesten Stand.
Von innen sah die Maschine schon ein bischen nach Osten aus. Zumindest was die Aussattung angeht.
Das Personal jedoch war freundlich und es gab ein leckeres Essen und kostenlose Getränke (ausser Alkohol). Mich amüsiert die nette Geste mit dem Essen immer ein wenig.
2 Stunden Flug, Getränke, Essen, DutyFreeShopping. Das Personal also im Dauerstress. Ein Blick in die teils gierigen Gesichter der Fluggäste legt allerdings die Vermutung nahe, dass diese selten zu Essen bekommen. Ein Blick auf die Bäuche revidiert diese Ansicht wieder.
Apropos Blick: Die Stewardessen waren längst nicht so süss wie das kleine Stückchen Kuchen. Stattdessen sahen sie eher aus, als würden sie ohne zu zögern Pflichtwatschn verteilen, wenn sich jemand daneben benimmt.
Pünktlich nach 2 Stunden kamen wir in Varna an. Der Flug, der Start und die Landung (Reihenfolge nicht wahrheitsgemäss) verliefen ruhig und nachdem ich nicht mehr ausschliesslich auf das Triebwerk im Heck lauschte konnte ich auch die Aussicht geniessen.
Der Flughafen Varna ist relativ klein. Vom Flugzeug aus wird man mit dem Bus zum Terminal gefahren. Das auschecken verlief schnell.
Unsere Reisegesellschaft hatte alles gut organisiert, begleitete uns zum Bus, der uns dann zum Goldstrand fahren sollte.
Angenehm fand ich das Klima. Warm, Sonne, aber nicht so drückend wie z.B. auf Mallorca.
Der Transfer Bus, ohne Klimaanlage fuhr uns durch Varna in Richtung Goldstrand.
Der erste Blick auf Varna zeigte uns krasse Gegensätze auf. Auf der einen Seite gab es neue Geschäfte, Modernitäten, auf der anderen Seite Häuser und Technik aus der schlimmsten Ostblockzeit. Die relative Armut in Bulgarien, wurde in einigen Teilen deutlich.
Dann endlich sahen wir die Küste. Varna selbst liegt auch direkt am Schwarzen Meer, so dass wir die nächste Zeit immer die Küste entlang fuhren.
Schon auf dieser Hinfahrt zum Hotel konnten wir einige Eindrücke sammeln. Mediterane Häuser, bunte, gepflegte, Villen, zerallene Häuser usw. . Einige Menschen verkauften am Strassenrand einfach alles was sie haben. Selbstgebrannten Alkohol, Schrott usw. .
Bulgarien hat seit einigen Jahren keine Inflation mehr. Man rechnet seit langem 1:1 zur DM um. Denkt man an die Armut, finde ich diese Tatsache beeindruckend.
Nachem wir andere Gäste in ihren Hotels abgesetzt haben, kamen wir in unserem Hotel an. Natürlich das letzte Hotel auf der Busfahrt.
Von aussen machte das Hotel einen ordentlichen Eindruck und war für Ostverhältnisse garnicht mal so Plattenbaumässig.
Dem freundlichen Busfahrer gab ich 2 Leva ( 1 EURO ) Trinkgeld. Er verstaute das Geld verdächtig schnell und verzupfte sich mit einem freundlichen Gruss und lächeln. Nachdem ich meinen HirnJetLag überwunden hatte viel mir ein, dass die Armutsgrenze in Bulgarien bei 80 Leva liegt. Ich hatte dem Busfahrer womöglich seinen Tagesverdienst fast verdoppelt.
Vor dem Hotel wartete sogleich jemand vom Personal auf uns. Unsere Koffer wurden uns abgenommen und bis aufs Zimmer getragen.
An der Rezeption wurden wir freundlich empfangen und bekamen eine kleine Einweisung. Wir mieteten uns einen Tresor (24 Leva) für 14 Tage und verstauten die wichtigsten Wertsachen dort.
Unser Hotel hatte übrigens sogar einen Fahrstuhl. Dieses Gerät zeichnete sich durch Geschwindigkeit aus. Zumindest was das Losfahren anging. Tür zu und mit der Schnelligkeit eines Airbags beim Aufprall setzte sich der Fahrstuhl in Bewegung.
Der erste Schritt ins Zimmer war zufriedenstellend und ein bischen amüsant. Irgendwie hat man sich ein wenig wie im Sozialismus gefühlt, oder zumindest denke ich, dass sich die Leute so gefühlt haben.
Durchweg sauber und sehr räumlich war es. Ein in der Wand integrierter Kleiderschrank mit ausreichend Volumen, ein sauberes Bad mit neuen Amaturen und ein langer Balkon zur Meerseite.
Das Mobilar selbst, einschliesslich Teppich, sah recht nach DDR aus.
Der Prospekt versprach Nähe zum Strand. Ja, so kann man das nennen. Bis zum Strand waren es vom Hotel vielleicht 10 Meter, bis zum Wasser 30 Meter.
Den wunderbaren Blick aufs Meer und das Bewundern der aufgehenden Sonne (also am nächsten Morgen - denn in Bulgarien geht die Sonne auch morgens auf) konnte das nachts manchmal laute Meeresrauschen nicht trüben.
Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten, ging es einen Stock tiefer in den Essensaal zum Abendbuffet.
Der Saal befand sich in einem neu angebautem Trackt des Hotels und war wesentlich moderner als die Zimmer eingerichtet.
Das Buffet war sehr umfangreich und wahrscheinlich hätte es sich so nur ein reicher Bulgare leisten können. Selbst Eis fehlte nicht. Von allem gab es reichlich und es wurde immer dafür gesorgt, dass ausreichend vorhanden war.
Mit vollem Magen machten wir uns auf die erste abendliche Erkundigungstour.
Wir stellten fest, dass wir uns in einer riesigen Ferienanlage mit einem kilometerlangem Strand befanden. An jeder Ecke wurde etwas geboten. Restaurants, Cafes, Einkaufsmöglichkeiten, Disko, Zirkus usw....
Wir waren froh, dass unser Hotel ruhig am Rande dieses \"Erlebnisparks\" lag.
Später sanken wir erschöpft ins Bett....
Fortsetzung folgt in ziemlicher Kürze...
Teil 2
Hilfe ich krieg Komplexe
Zu dieser Aussage meiner Partnerin ein wenig später mehr.
Die erste Nacht brachte nicht so viel Schlaf mit sich. Spekulationen dass dies an irgendwelchen beliebten Aktionen liegen könne, denen man nachts nachgeht, möchte ich sogleich im Keim ersticken. Im Fernsehen gabs nur Sat1 auf deutsch.
Nein, vielmehr war das ausgeprägte Wellenrauschen ausschlaggebend für den Schlafmangel der ersten Nacht. Allerdings gewöhnt man sich schnell daran und schon ab der 3. Nacht kann man ruhig schlafen.
Mit knurrendem Magen wachten wir also am nächsten Morgen nicht wirklich auf. Eine kurze Dusche und ab in den Essensaal. Angezogen haben wir uns natürlich auch noch, da wir mit ländlichen Sitten nicht vertraut waren und auf Nummer sicher gehen wollten.
Das Frühstücksbuffet war genauso reichhaltig wie das Abendessen. Man sollte dringend auf Cholesterin und Gewicht achten, denn die Bulgaren scheinen es fett zu mögen. Wahrschein lich ein ähnliches Symptom um sich selber zu zeigen, dass die Armut ein Ende hat.
Ähnlich wie es unsere Grossmütter gerne mit Ihren Enkeln praktizieren – „Iss doch noch, damit Du schön kräftig wirst“ – „Ich bin doch schon kräftig, Grossmutter. Du siehst das nur unter dem vielen Speck nicht.“ Einzig wirksame Methode ist da das bewusste Abbrechen der Kloschüssel und anschliessende Erklärung, das dieses Malör durch das persönliche Gewicht verursacht wurde. Naja, ist ein anderes Thema und vielleicht schreib ich ja mal eine Meinung zu Grossmütter.
Jedenfalls gab es reichlich Buffet und wir schlugen reichlich zu.
Gesättigt ging es dann daran die Ferienanlage zu besichtigen. Ein kilometerlanger Gang schlängelte sich durch kleinere Geschäfte die von Lebensmitteln bis Mode alles Boten, dazu Obststände und Fressalienstände die es mit jedem Volksfest locker aufnehmen.
Restaurants, Diskotheken, alles gab es reichlich und gibt es wohl heute noch. Rechts von uns ein wunderschöner feiner Sandstrand, der schnell voll, aber nicht überlaufen wurde.
Ein wenig erinnerte das Ganze schon an Massentourismus, der zum Glück noch überwiegend in den Ferienanlagen stattfindet. In ein paar Jahren wird das wohl anders sein. Aber wer kann es der armen Bevölkerung verdenken, auf diese Art Geld zu verdienen.
Apropos Geld: Die Preise innerhalb der Ferienanlage empfanden wir zunächst als günstig, da sie ca. 30-40% unter deutschem Niveau lagen. Das revidierte sich, da alles ausserhalb der Ferienanlage nochmals um 50% günstiger ist.
Wir wanderten in den 2 Wochen noch öfters durch die Ferienanlage und machten noch einige Entdeckungen. Ein traditionsreicher bulgarischer Zirkus hatte am Ufer des kleinen Jachthafens ein modernes grosses Zelt fest aufgeschlagen und gab allabendlich Vorstellungen. Wir verzichteten, da sich keiner so richtig für Zirkus begeistern kann.
Cocktails gibt es theoretisch in der Ferienanlage schon für 4-7 Leva. Allerdings ist die Bezeichnung Cocktail anscheinend nicht mit der Qualität verbunden, die unserer Erwartungshaltung entsprach. Wir schafften es trotzdem unter vielen eine richtig saugute Cocktailbar zu finden in der zu guter und lauter Musik die Mädels mixen, dass selbst einem Tom Cruise (im Film „Cocktail“) schwindelig werden würde. Wohl auch von den Mädels.
Da ich gerade beim Thema bin. Meine Partnerin meinte bereits am 2. Tag, dass sie vor lauter hübscher Mädels Komplexe kriegen würde. Diese Aussage kann ich zwar absolut nicht nachvollziehen – Frauen halt, muss aber bestätigen, dass ich noch nirgendwo so viele ausschliesslich attraktive Frauen gesehen habe. Ein Grund dafür ist wohl der, dass eine Ferienanlage natürlich für bulgarische Verhältnisse nur reiche Leute als Gäste hat und die Mädels so nach einem Partner suchen. Zumindest teilweise könnte das so sein.
Bereits am ersten Tag gingen wir auch ins Wasser. Mit 26 Grad durchaus angenehm. Das Wasser ist klar und auch chemisch sauberer als z.B. die Ostsee oder die meisten Mittelmeerküsten.
Bei den Wellen hat man allerdings den Verdacht, dass diese von irgend jemanden gesteuert werden. Einen Tag gibt es eine absolute Flaute, die jedem Baggersee konkurrenz machen würde, am nächsten Tag wirbeln dich Wellen von bis zu 3 Meter Höhe durcheinander.
Kleine Kunde zum Schwarzen Meer:
1998 erklärten die amerikanischen Geologen Walter Pitman und William Ryan, dass die biblische Überschwemmung ihren Ursprung möglicherweise in einer katastrophalen Flut hatte, die alle Menschen an der Küste des Schwarzen Meers zu Flüchtlingen machte. Aus Sedimentproben des Meeresbodens und der Datierung von Schnecken- und Muschelschalen schlossen die Forscher, dass die Küstenlinie des alten Süsswassersees 150 Meter unter der heutigen Oberfläche liegen müsse. 1999 machte sich Ballar auf, der Theorie auf den Grund zu gehen. Von Sinop an der türkischen Schwarzmeerküste fuhr er nach Osten und stiess tatsächlich an der vorhergesagten Stelle auf die einstige Uferlinie.
Als die letzte Eiszeit vor 12000 Jahren zu Ende ging, schmolzen die Gletscher. Der Meeresspiegel stieg. Nach der Theorie von Pitman und Ryan durchbrachen Wassermassen aus dem Marmarameer das Bosporustal, Salzwasser ergoss sich in das Becken, das bis dahin ein Süsswassersee war. Im neuen Meer bildeten sich zwei Schichten: Oben lag Brackwasser, darunter eine salzige Schicht ohne Sauerstoff und lebende Organismen.
Aufgrund dieser Konstellation findet man ab ca. 180 Meter Tiefe kaum noch Lebewesen. Die Wasserschicht ohne Sauerstoff trägt allerdings dazu bei, dass Wracks in dieser Tiefe in einmalig gutem Zustand erhalten sind.
Zu erreichen sind diese Tiefen nur mit Spezialgeräten. Das Wasser ist dort unten hoch giftig.
In früheren Zeiten kam es schon mal zu kleineren Umschichtungen, die zur Folge hatten, dass die untere Schicht sich mit der oberen vermischte und zu grossem Fischsterben führte.
Wie es weitergeht erfahrt Ihr in der nächsten Fortsetzung….
Ein Tag in Varna
Warm, wärmer, Varna, so ungefähr konnte man unseren ersten Ausflug in die nächste grössere Küstenstadt Varna beschreiben.
Obwohl Taxen für deutsche Verhältnisse günstig sind und man mit den Taxifahrer über Preise verhandeln kann, entschieden wir uns für den Bus.
Irgendwo habe ich gelesen, dass die Hirnleistung nachlässt, wenn man sein Gehirn nicht ständig neu fordert (siehe Autofahrer). Im Urlaub soll das besonders schlimm sein. Dementsprechend kam mir die ausgetüftelte, bis ins Detail zu verstehende Tarifgestaltung der Busgesellschaft entgegen. Egal wohin man nach Varna fährt: 1 Leva pro Person. Für gut 10km und 20 Minuten Fahrzeit in den Stadtkern ist das extrem günstig.
Kassiert wird im Bus. Fährt der Bus an, geht BigMama jeden einzelnen Fahrgast durch, kassiert und händigt eine kleine Fahrkarte aus. Auf die Idee Schwarz zu fahren wird wohl kaum einer kommen, der BigMama mal gesehen hat. Jedenfalls wirkte sie wesentlich stärker als ich.
Die Busse sind durchweg im tadellosen Zustand. Nicht ganz aktuell scheinen es ausrangierte, oder einfach Gebrauchtfahrzeuge, aus dem Westen zu sein.
Das überraschend positive Bild wird wieder gerade gerückt, wenn man sieht, welche Busse auf nicht Touristenlinien unterwegs sind. Raritäten in Rost und Abgasen. In ganz extremen Fällen mit sichtbaren Löchern.
Die Einfahrt in Varna war für uns interessant. Ganz neue Häuser wechseln sich mit verfallenen Plattenbauten ab. Unsere Haltestelle, ein kleinerer Busbahnhof im Zentrum, sollte unser Ausgangspunkt für unsere weiteren Aktivitäten werden.
Auf der Fahrt fuhren wir schon an einem neuen McDonalds vorbei, nun begegnete uns gleich am Busbahnhof ein BurgerKing und ein KentuckyFriedChicken. Bischen weiter befindet sich dann auch noch ein PizzaHut und noch ein McDonalds. Wir vermieden diese Einrichtungen mussten dann aber zwangsläufig dort halt machen, da dies die einzigen Gaststätten mit einigermassen sauberen Toiletten waren.
Direkt am Busbahnhof befindet sich auch eine ältere Kirche, über die ich gerade die Daten verlegt habe. Die Kirche hat einen hübschen goldenen Zwiebelturm und macht auch sonst architektonisch was her. Nach der Besichtigung der Kirche von innen, gingen wir mit einem lachendem und einem weinenden Auge in die Innenstadt.
Lachend, da die Kirche auch von innen fantastisch ausgestattet war (bis auf ein paar hochmoderne Säulen, die irgend ein Künstler dort plaziert hatte). Weinend, da man an diversen Wandgemälden erkennen konnte, dass auch diese vom Verfall betroffen waren.
Auf der gegenüberliegenden Seite dann geht es immer leicht bergab in die Fussgängerzone. Diese unterscheidet sich auf dem ersten Blick kaum von deutschen Fussgängerzonen. Die Gebäude neu restauriert, und die Geschäfte modern ausgestattet. Vermissen, oder auch nicht, tut (blöde wortwahl) man hier, oder auch nicht, grosse Warenhäuser. Ziemlich zentral in der nicht kleinen Fussgängerzone entdeckten wir ein grosses Kaufhaus. Zunächst nahmen wir an, dass es sich hier um einen Anbieter handelt, mussten dann aber feststellen, dass auch in diesem Kaufhaus mehrere kleine Anbieter vertreten waren.
Kaufen kann man in Varna Mode. Nur wer jetzt denkt, dass er die modischsten Sachen für wenig Geld bekommt, der wird ein wenig enttäuscht. Modernes kostet vielleicht 20% weniger als in Deutschland. Manch Schlussverkauf in Deutschland bringt da mehr.
Ich denke die Geschäfte leben überwiegend von Touristen. Welcher Bulgare kann sich schon solch teure Ware leisten.
Was man in der ganzen Stadt nicht findet, auch auf mehrfachen Nachfragen nicht, sind Lebensmittelgeschäfte , Metzgereien.
Man kauft auf dem Markt. Märkte gibt es genügende und dauernd. Der erste Markt, von unserem Ausgangspunkt gesehen, befindet sich gleich oberhalb der Fussgängerzone. Ein schöner, romantischer Markt mit engen Gassen. Man sollte aufgrund der Anzahl von Menschen und der Enge sein Geld gut behüten. In Deutschland übrigens auch. Wir hatten allerdings nirgendwann das Gefühl uns unsicherer zu fühlen als in Deutschland.
Obst und Gemüse gibt es reichlich. Meist sind die Sorten in verschiedene Qualitätsstufen unterteilt. Wer vom Feinsten kauft zahlt max. 1 Leva je Kilogramm. Ware der 2. Klasse (entspricht dem was man in Deutschland in Supermärkten findet - kein Scherz !) kostet durchweg 0,6 bis 0,7 Leva.
Ebenfalls verkauft werden Shirts, Sportbekleidung, Bikinis usw. . Meist mit dicken Schildern mit der Aufschrift BOSS, Adidas, Elite usw.. Natürlich alles Originale für 10 Leva *g*.
Handeln ist erlaubt und verläuft fair.
Billiger ist allerdings ein Markt, den die Touristen nicht mehr in Strömen erreichen, da er ausserhalb der Fussgängerzone liegt. Dazu aber wohl später, da wir am ersten Tag nicht dort waren.
Im Gegensatz zu manch anderen Ländern, macht das Einkaufen in Bulgarien allerdings uneingeschränkt Spass. Man wird angesprochen, bekommt natürlich an jedem Stand die besten und tollsten Waren, wird aber nicht belästigt. Ein klares nein reicht.
Manch ein Tourist fühlt sich ja leider trotzdem belästigt. Zu solchen Leuten kann ich nur sagen: Bleibt zuhause ! Bitte !
Gebettelt wird in Bulgarien auch nicht viel. Lediglich Zigeunerkinder werden ab und an durch die Stadt geschickt um mit wehleidigem Blick, geschult Touristen anzubetteln. Bulgaren sind dazu zu stolz. Da stellt sich lieber der alte Mann mit einer Waage auf die Strasse und bietet zu Kleinstbeträgen an, sich wiegen zu lassen. Die bettelnden Zigeuner scheinen auch bei den Bulgaren nicht sehr beliebt.
Wir bummelten weiter durch die Fussgängerzone. Wer ein wenig genauer hinschaut findet einiges. Sogar Internetcafes gibt es dort. Schaut man sich die Mädels vor diesen Cafes an, ist man sich allerdings nicht ganz sicher, ob man diese für die 3-4 Leva surfen die halbe Stunde mitgemietet hat.
Tiefer in die Stadt eingedrungen führt ein Teil der Fussgängerzone direkt zum Meer. Hier findet man viele Cafes und durchweg gute Gaststätten. Etwas ermüdet vom vielen rumlaufen (ok, das Laufen ermüdete weniger. Eher schon die vielen schweren Tüten mit Obst), liessen wir uns in einem netten Cafebereich nieder. Cappuccino für 0,7 Leva. Und der war sogar gut.
Nach einer nicht allzu langen Erholungspause waren wir natürlich neugierig auf den Strand in Varna.
Ca. 300 Meter weiter abwärts vom Cafe führte eine mit Bäumen und wiesen ausgestattete, sehr saubere Strandpromenade am Ufer entlang. Die Promenade liegt ein gutes Stück über dem Meeresspiegel (ca. 30 Meter). Treppab führt ein kleine Strasse am Strand entlang. Allerdings sieht man den Strand jetzt nicht mehr, da zwischen Strand und Strasse eine durchgezogene Linie mit Strandcafes und Bars die Sicht versperrt. Nach einiger Suche fanden wir dann einen Zugang zum Strand.
Mit einem Schlag fanden wir uns in der realen Welt wieder. Der Strand, weniger für Touristen, mehr für Einheimische, war nicht so gepflegt wie in den Ferienanlagen. Darüber hinaus gab es alle paar hundert Meter nicht gerade einladende grosse Rohre aus denen wohl ein paar Abwasser in das Meer flossen. Zumindet roch es danach und das Rinnsal, welches den Strand bis zum Meer entlang kroch hatte eine Farbe, die dem entsprach, was ich als flüssigen Rost definieren würde.
Wir verliessen diesen nicht gerade wunderschönen Ort und gingen wieder in Richtung Innenstadt. Unterwegs hielten wir noch an einer der kleinen Bäckereien, die ausschliesslich aus dem Fenster verkaufen. Vollkornbrot und diverse Öko, Bio, Dingsbumssorten darf man nicht erwarten.
Dafür aber äusserst leckere Varianten von Weissbrot, blätterteig ähnlichem und oft gefüllten Backkreationen aus gleichem Teig. Alles wunderbar fettig und daher nur wirklich frisch ein Genuss. Dann aber wirklich.
Gefüllt wird mit Schafskäse. Überhaupt hab ich in meinem ganzen Leben nicht so viel Schafskäse gegessen wie in Bulgarien. Dafür ist dieser aber meist recht mild.
Nachdem wir also noch schlimmer bepackt waren schlenderten wir noch ein wenig weiter durch die Stadt. Mehr durch Zufall entdeckten wir den Hauptbahnhof von Varna. Ein altes Gebäude in recht gutem Zustand. Die kleinen Schalter und die Eingangshalle, nein der ganze Bahnhof, erinnert ein wenig an Bahnhöfe in Deutschland nach dem Krieg. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob nach dem 1. oder 2. Weltkrieg.
Ein wenig noch schlenderten wir durch die Gassen, vorbei an neuen und alten Häusern, vorbei am Hafen von Varna, vorbei an einem Museum für Militärtechnik, vorbei an Armut und Reichtum.
Langsam wurde es dunkler und wir machten uns auf den Heimweg. Die Sonne verschwand, leider für uns nicht sichtbar und wir machten uns über unser Obst her.
Ich freute mich schon auf den Sonnenaufgang direkt in unser Zimmer scheinend.
Untergänge sahen wir keinen. Das Schwarze Meer liegt im Osten und die Sonne verschwand abends leider etwas trostlos hinter einer Bergkette.
Fortsetzung folgt....
Der nächste Teil:
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Heute möchte ich nicht so weit ausholen. Nicht das nachjemand auf die Idee kommt und fragt, ob es meinen Bericht auch als Buch gibt.
Die nächsten Tage verbrachten wir am Strand oder damit uns die Gegend anzuschauen.
Da wir dieses Jahr noch einmal in Bulgarien sein werden (dann gibt es neue Ziele), möchte ich nicht zu viel jetzt schon beschreiben und beschränke mich heute ein bischen auf die Ferienanlage.
Die Anlage ist, wie bereits beschrieben, gross und sauber. Einige Kilometer Sandstrand mit ebenso langer Promenade. Wer möchte kann sich mit einer Bimmelbahn durch die Anlage fahren lassen. Kostenpunkt: 1 Leva.
In der Anlage gibt es klimatisierte Diskotheken. Das eine Klimaanlage dort funktioniert demonstriert man deutlich. Ob ich tagsüber meine Getränke zum Kühlen vorbeibringen könne, traute ich mich dann doch nicht zu fragen.
Die Discos kosten in der Regel keinen Eintritt, die Getränke sind günstig. Sogar Warsteiner findet man neben bulgarischen Bieren. Das deutsche Bier ist etwas teurer, aber wesentlich günstiger als in deutschen Discos.
Musik wird völlig durchgemischt gespielt. Für jeden etwas. Die Ausstattung ist von aussen prunkvoll, von innen meist sehr schlicht gehalten. Es herrscht eine durchweg entspannte Atmosphäre.
In der Ferienanlage selbst hat uns eigentlich nur ein wenig gestört, dass im nördlichen Teil, neben der Disco Bonkers der Prostitution nachgegangen wirde. Daneben und direkt davor stehen die Mädels und bieten ihre Dienste an. In einer Ferienanlage mit vielen Kindern absolut unpassend.
Der Betreiber der Disco Bonkers ist sichtlich bemüht, zu erklären, dass Bonkers nichts mit käuflichem Sex zu tun hat. Massig Hilfskräfte verteilen Flugblätter ohne Ende und sagen fast immer dazu, dass man nichts mit den Prostituierten zu tun hat.
Für Kinder wird in der Ferienanlage einiges geboten. Spiele, Veranstaltungen aller Art. Die Veranstalter sind da sehr kreativ.
Für Erwachsene gibt es Shows, Shows und Shows. Von Bauchtanz, Schlangentanz, nur Tanz noch mehr Tanz bis zu kleineren Kunststücken. Jeden Abend wird was geboten.
Beeindruckend war vor allem ein bulgarischer Geigenspieler, der in einem Restaurant auf uns zu kam um ein Ständchen zu spielen. Anstatt dass er uns ein nettes bulgarisches Lied vorspielte, bekamen wir voller Inbrunst und in selten fröhlicher Form \"Oh Tannebaum\" dargeboten. Das zugesteckte Trinkgeld verstand meine Frau als Höflichkeit, ich als Schweigegeld, er jedoch als Motivation.
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Wetter:
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Durchschnittliche Sonnenstunden im August: 9 täglich
Niederschlagstage im August: 4
Wassertemperatur: 26
Lufttemperatur tags: 30
Lufttemperatur nachts: 16-22
Wir lagen in den 14 Tagen genau in den oben genannten Werten
Einreisevorschriften:
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Ein mind. 6 Monate gültiger Reisepass.
Das Ein- u. Ausführen der Landeswährung ist verboten.
Impfungen:
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Keine Pflichtimpfungen.
Empfohlen sind Polio, Diphterie, Tetanus, Hepatietis A und Hepatitis B.
Hep. A gibt es als kurzfristige passive Impfung kurz vor dem Urlaub. Hällt ca. 4 Wochen und kostet 52,50 EURO (2002 / 2001 waren es noch 64 DM TEURO !! ) für den Impfstoff. Wer öfters ins Ausland reist sollte eine langfristige 3-fach Impfung wählen, die 10 Jahre vorhällt und mit ca. 150 EURO günstiger ist.
Das Spritzen selber übernimmt die Kasse !
Polio, Diphterie und Tetanus müssen nach 5 Jahren aufgefrischt werden. Wer eine Neuimpfung benötigt, sollte von dieser 3-fach Impfung mind. 2 bekommen haben. Die zweite Spritze erhällt man 6 Wochen nach der ersten Spritze. Die 3. nach 6 Monaten. Also rechtzeitig Impfen !
Die Mittel werden zusammen gespritzt und werden von der Kasse übernommen.
Geld /Kosten:
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Wer bucht, sollte möglichst nur Frühstück höchstens aber HP wählen. Essen in Bulgarien ist äusserst günstig. In EURO umgerechnet kostet eine komplette Mahlzeit zwischen 3-4 Euro, 1 KG Obst max. 1 Euro. Getränke sind ebenso günstig.
1 Leva sind ca. 0,5 Euro !
Inflation kenn Bulgarien schon seit langem nicht mehr.
KEIN GELD AUF DER STRASSE TAUSCHEN !!!
Obwohl seit Jahren 1:1 zur DM umgerechnet wurde, sind einige Touristen immer noch so dämlich und glauben sie bekämen für 100 DM bzw. nun 50 EURO wirklich 110 bis 120 Leva. Den Leuten ist nun nicht zu helfen.
Ernährung:
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Essen gibt es viel, gut, reichhaltig.
Die Vielfallt beschränkt sich aber auf heimische Dinge. Wer Joghurts sucht findet diese überwiegend nur in Ferienanlagen zu Preisen wie bei uns.
Essen sollte man ausserhalb der Ferienanlage, wo es etwas teurer ist. Aber selbst innerhalb der Anlagen liegen die Preise 50% unter deutschem Niveau.
Unterkunft:
===========
3 Sterne sollten Minimum sein. Klimaanlage gibt es ab 4 Sterne. Immerhin gibt es in der Regel einen kleinen Kühlschrank ab 3 Sterne.
Egal mit wem wir sprachen, scheinen die Hotels alle sauber zu sein.
Das Personal war bei uns durchweg freundlich und hilfsbereit.
Es gibt neue Hotels und es gibt Ostexemplare, die aber durchweg einen gepflegten Eindruck hinterlassen. Das Mobilar erinnert ein bischen an die DDR. Stilmässig nicht ganz passend zur bulgarischen Riviera.
Und nun gehts los !
Die Reise:
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Bulgarien sollte es nun sein. Ok, dachte ich mir, dann also Bulgarien.
Im Dez.2000 ging es darum einen günstigen Urlaub für 2 Personen zu finden.
Das weltweite Datennetz sollte mir ein günstiges Ziel irgendwo in der weiten Welt zeigen.
Kroatien ? Hmm, zuviel Steinstrand, nö danke.
Mallorca ? Naja, gibt ja schon schöne Ecken dort, aber erstens war ich da schon, zweitens ähmm, nö.
Ans Meer wollte ich. Sonne, Strand... .
Schliesslich stiess ich auf Bulgarien.
Die ersten Informationen sprachen mich an. Günstig, Strand... toll. Also mussten mehr Informationen her.
Der für touristen interessante Kreis fing sich langsam an zu schliessen, je weiter ich suchte. Schliesslich blieben Sonnenstrand und Goldstrand übrig.
Ich weis nicht warum, aber meine Finger fingen plötzlich an www.goldstrand.de in den Browser zu tippen. Und siehe da: Ein Glückstreffer
Ein begeisterter Urlauber, Privatmann, hat doch tatsächlich eine Internetseite seines Urlaubsortes eingerichtet. Diese Seite war es schliesslich, die die Entscheidung leicht machte, Bulgarien zu buchen.
Ich verzichte bewusst auf Informationen zum Reiseanbieter und die Erfahrungen mit eben diesen. Dazu gibt es einen extra Bericht.
Beeindruckt war ich davon, dass es kaum noch Möglichkeiten gab, 2 Wochen in den Sommerferien 2001 zu buchen. Anders herum ein gutes Zeichen dachte ich mir. Der Ort schien beliebt.
Am 19.08.2001 war es dann endlich so weit. Ab zum Münchener Flughafen und rein in den Flieger. Zumindest theoretisch klang das so locker, denn als ich auf den Flugtickets las, dass wir mit einer Tupolew154 fliegen, wurde ich dann doch etwas nervös.
Die Maschine allerdings war in einem guten Zustand und wie ich erfahren habe, sind alle Maschinen recht neu und technisch auf dem neuesten Stand.
Von innen sah die Maschine schon ein bischen nach Osten aus. Zumindest was die Aussattung angeht.
Das Personal jedoch war freundlich und es gab ein leckeres Essen und kostenlose Getränke (ausser Alkohol). Mich amüsiert die nette Geste mit dem Essen immer ein wenig.
2 Stunden Flug, Getränke, Essen, DutyFreeShopping. Das Personal also im Dauerstress. Ein Blick in die teils gierigen Gesichter der Fluggäste legt allerdings die Vermutung nahe, dass diese selten zu Essen bekommen. Ein Blick auf die Bäuche revidiert diese Ansicht wieder.
Apropos Blick: Die Stewardessen waren längst nicht so süss wie das kleine Stückchen Kuchen. Stattdessen sahen sie eher aus, als würden sie ohne zu zögern Pflichtwatschn verteilen, wenn sich jemand daneben benimmt.
Pünktlich nach 2 Stunden kamen wir in Varna an. Der Flug, der Start und die Landung (Reihenfolge nicht wahrheitsgemäss) verliefen ruhig und nachdem ich nicht mehr ausschliesslich auf das Triebwerk im Heck lauschte konnte ich auch die Aussicht geniessen.
Der Flughafen Varna ist relativ klein. Vom Flugzeug aus wird man mit dem Bus zum Terminal gefahren. Das auschecken verlief schnell.
Unsere Reisegesellschaft hatte alles gut organisiert, begleitete uns zum Bus, der uns dann zum Goldstrand fahren sollte.
Angenehm fand ich das Klima. Warm, Sonne, aber nicht so drückend wie z.B. auf Mallorca.
Der Transfer Bus, ohne Klimaanlage fuhr uns durch Varna in Richtung Goldstrand.
Der erste Blick auf Varna zeigte uns krasse Gegensätze auf. Auf der einen Seite gab es neue Geschäfte, Modernitäten, auf der anderen Seite Häuser und Technik aus der schlimmsten Ostblockzeit. Die relative Armut in Bulgarien, wurde in einigen Teilen deutlich.
Dann endlich sahen wir die Küste. Varna selbst liegt auch direkt am Schwarzen Meer, so dass wir die nächste Zeit immer die Küste entlang fuhren.
Schon auf dieser Hinfahrt zum Hotel konnten wir einige Eindrücke sammeln. Mediterane Häuser, bunte, gepflegte, Villen, zerallene Häuser usw. . Einige Menschen verkauften am Strassenrand einfach alles was sie haben. Selbstgebrannten Alkohol, Schrott usw. .
Bulgarien hat seit einigen Jahren keine Inflation mehr. Man rechnet seit langem 1:1 zur DM um. Denkt man an die Armut, finde ich diese Tatsache beeindruckend.
Nachem wir andere Gäste in ihren Hotels abgesetzt haben, kamen wir in unserem Hotel an. Natürlich das letzte Hotel auf der Busfahrt.
Von aussen machte das Hotel einen ordentlichen Eindruck und war für Ostverhältnisse garnicht mal so Plattenbaumässig.
Dem freundlichen Busfahrer gab ich 2 Leva ( 1 EURO ) Trinkgeld. Er verstaute das Geld verdächtig schnell und verzupfte sich mit einem freundlichen Gruss und lächeln. Nachdem ich meinen HirnJetLag überwunden hatte viel mir ein, dass die Armutsgrenze in Bulgarien bei 80 Leva liegt. Ich hatte dem Busfahrer womöglich seinen Tagesverdienst fast verdoppelt.
Vor dem Hotel wartete sogleich jemand vom Personal auf uns. Unsere Koffer wurden uns abgenommen und bis aufs Zimmer getragen.
An der Rezeption wurden wir freundlich empfangen und bekamen eine kleine Einweisung. Wir mieteten uns einen Tresor (24 Leva) für 14 Tage und verstauten die wichtigsten Wertsachen dort.
Unser Hotel hatte übrigens sogar einen Fahrstuhl. Dieses Gerät zeichnete sich durch Geschwindigkeit aus. Zumindest was das Losfahren anging. Tür zu und mit der Schnelligkeit eines Airbags beim Aufprall setzte sich der Fahrstuhl in Bewegung.
Der erste Schritt ins Zimmer war zufriedenstellend und ein bischen amüsant. Irgendwie hat man sich ein wenig wie im Sozialismus gefühlt, oder zumindest denke ich, dass sich die Leute so gefühlt haben.
Durchweg sauber und sehr räumlich war es. Ein in der Wand integrierter Kleiderschrank mit ausreichend Volumen, ein sauberes Bad mit neuen Amaturen und ein langer Balkon zur Meerseite.
Das Mobilar selbst, einschliesslich Teppich, sah recht nach DDR aus.
Der Prospekt versprach Nähe zum Strand. Ja, so kann man das nennen. Bis zum Strand waren es vom Hotel vielleicht 10 Meter, bis zum Wasser 30 Meter.
Den wunderbaren Blick aufs Meer und das Bewundern der aufgehenden Sonne (also am nächsten Morgen - denn in Bulgarien geht die Sonne auch morgens auf) konnte das nachts manchmal laute Meeresrauschen nicht trüben.
Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten, ging es einen Stock tiefer in den Essensaal zum Abendbuffet.
Der Saal befand sich in einem neu angebautem Trackt des Hotels und war wesentlich moderner als die Zimmer eingerichtet.
Das Buffet war sehr umfangreich und wahrscheinlich hätte es sich so nur ein reicher Bulgare leisten können. Selbst Eis fehlte nicht. Von allem gab es reichlich und es wurde immer dafür gesorgt, dass ausreichend vorhanden war.
Mit vollem Magen machten wir uns auf die erste abendliche Erkundigungstour.
Wir stellten fest, dass wir uns in einer riesigen Ferienanlage mit einem kilometerlangem Strand befanden. An jeder Ecke wurde etwas geboten. Restaurants, Cafes, Einkaufsmöglichkeiten, Disko, Zirkus usw....
Wir waren froh, dass unser Hotel ruhig am Rande dieses \"Erlebnisparks\" lag.
Später sanken wir erschöpft ins Bett....
Fortsetzung folgt in ziemlicher Kürze...
Teil 2
Hilfe ich krieg Komplexe
Zu dieser Aussage meiner Partnerin ein wenig später mehr.
Die erste Nacht brachte nicht so viel Schlaf mit sich. Spekulationen dass dies an irgendwelchen beliebten Aktionen liegen könne, denen man nachts nachgeht, möchte ich sogleich im Keim ersticken. Im Fernsehen gabs nur Sat1 auf deutsch.
Nein, vielmehr war das ausgeprägte Wellenrauschen ausschlaggebend für den Schlafmangel der ersten Nacht. Allerdings gewöhnt man sich schnell daran und schon ab der 3. Nacht kann man ruhig schlafen.
Mit knurrendem Magen wachten wir also am nächsten Morgen nicht wirklich auf. Eine kurze Dusche und ab in den Essensaal. Angezogen haben wir uns natürlich auch noch, da wir mit ländlichen Sitten nicht vertraut waren und auf Nummer sicher gehen wollten.
Das Frühstücksbuffet war genauso reichhaltig wie das Abendessen. Man sollte dringend auf Cholesterin und Gewicht achten, denn die Bulgaren scheinen es fett zu mögen. Wahrschein lich ein ähnliches Symptom um sich selber zu zeigen, dass die Armut ein Ende hat.
Ähnlich wie es unsere Grossmütter gerne mit Ihren Enkeln praktizieren – „Iss doch noch, damit Du schön kräftig wirst“ – „Ich bin doch schon kräftig, Grossmutter. Du siehst das nur unter dem vielen Speck nicht.“ Einzig wirksame Methode ist da das bewusste Abbrechen der Kloschüssel und anschliessende Erklärung, das dieses Malör durch das persönliche Gewicht verursacht wurde. Naja, ist ein anderes Thema und vielleicht schreib ich ja mal eine Meinung zu Grossmütter.
Jedenfalls gab es reichlich Buffet und wir schlugen reichlich zu.
Gesättigt ging es dann daran die Ferienanlage zu besichtigen. Ein kilometerlanger Gang schlängelte sich durch kleinere Geschäfte die von Lebensmitteln bis Mode alles Boten, dazu Obststände und Fressalienstände die es mit jedem Volksfest locker aufnehmen.
Restaurants, Diskotheken, alles gab es reichlich und gibt es wohl heute noch. Rechts von uns ein wunderschöner feiner Sandstrand, der schnell voll, aber nicht überlaufen wurde.
Ein wenig erinnerte das Ganze schon an Massentourismus, der zum Glück noch überwiegend in den Ferienanlagen stattfindet. In ein paar Jahren wird das wohl anders sein. Aber wer kann es der armen Bevölkerung verdenken, auf diese Art Geld zu verdienen.
Apropos Geld: Die Preise innerhalb der Ferienanlage empfanden wir zunächst als günstig, da sie ca. 30-40% unter deutschem Niveau lagen. Das revidierte sich, da alles ausserhalb der Ferienanlage nochmals um 50% günstiger ist.
Wir wanderten in den 2 Wochen noch öfters durch die Ferienanlage und machten noch einige Entdeckungen. Ein traditionsreicher bulgarischer Zirkus hatte am Ufer des kleinen Jachthafens ein modernes grosses Zelt fest aufgeschlagen und gab allabendlich Vorstellungen. Wir verzichteten, da sich keiner so richtig für Zirkus begeistern kann.
Cocktails gibt es theoretisch in der Ferienanlage schon für 4-7 Leva. Allerdings ist die Bezeichnung Cocktail anscheinend nicht mit der Qualität verbunden, die unserer Erwartungshaltung entsprach. Wir schafften es trotzdem unter vielen eine richtig saugute Cocktailbar zu finden in der zu guter und lauter Musik die Mädels mixen, dass selbst einem Tom Cruise (im Film „Cocktail“) schwindelig werden würde. Wohl auch von den Mädels.
Da ich gerade beim Thema bin. Meine Partnerin meinte bereits am 2. Tag, dass sie vor lauter hübscher Mädels Komplexe kriegen würde. Diese Aussage kann ich zwar absolut nicht nachvollziehen – Frauen halt, muss aber bestätigen, dass ich noch nirgendwo so viele ausschliesslich attraktive Frauen gesehen habe. Ein Grund dafür ist wohl der, dass eine Ferienanlage natürlich für bulgarische Verhältnisse nur reiche Leute als Gäste hat und die Mädels so nach einem Partner suchen. Zumindest teilweise könnte das so sein.
Bereits am ersten Tag gingen wir auch ins Wasser. Mit 26 Grad durchaus angenehm. Das Wasser ist klar und auch chemisch sauberer als z.B. die Ostsee oder die meisten Mittelmeerküsten.
Bei den Wellen hat man allerdings den Verdacht, dass diese von irgend jemanden gesteuert werden. Einen Tag gibt es eine absolute Flaute, die jedem Baggersee konkurrenz machen würde, am nächsten Tag wirbeln dich Wellen von bis zu 3 Meter Höhe durcheinander.
Kleine Kunde zum Schwarzen Meer:
1998 erklärten die amerikanischen Geologen Walter Pitman und William Ryan, dass die biblische Überschwemmung ihren Ursprung möglicherweise in einer katastrophalen Flut hatte, die alle Menschen an der Küste des Schwarzen Meers zu Flüchtlingen machte. Aus Sedimentproben des Meeresbodens und der Datierung von Schnecken- und Muschelschalen schlossen die Forscher, dass die Küstenlinie des alten Süsswassersees 150 Meter unter der heutigen Oberfläche liegen müsse. 1999 machte sich Ballar auf, der Theorie auf den Grund zu gehen. Von Sinop an der türkischen Schwarzmeerküste fuhr er nach Osten und stiess tatsächlich an der vorhergesagten Stelle auf die einstige Uferlinie.
Als die letzte Eiszeit vor 12000 Jahren zu Ende ging, schmolzen die Gletscher. Der Meeresspiegel stieg. Nach der Theorie von Pitman und Ryan durchbrachen Wassermassen aus dem Marmarameer das Bosporustal, Salzwasser ergoss sich in das Becken, das bis dahin ein Süsswassersee war. Im neuen Meer bildeten sich zwei Schichten: Oben lag Brackwasser, darunter eine salzige Schicht ohne Sauerstoff und lebende Organismen.
Aufgrund dieser Konstellation findet man ab ca. 180 Meter Tiefe kaum noch Lebewesen. Die Wasserschicht ohne Sauerstoff trägt allerdings dazu bei, dass Wracks in dieser Tiefe in einmalig gutem Zustand erhalten sind.
Zu erreichen sind diese Tiefen nur mit Spezialgeräten. Das Wasser ist dort unten hoch giftig.
In früheren Zeiten kam es schon mal zu kleineren Umschichtungen, die zur Folge hatten, dass die untere Schicht sich mit der oberen vermischte und zu grossem Fischsterben führte.
Wie es weitergeht erfahrt Ihr in der nächsten Fortsetzung….
Ein Tag in Varna
Warm, wärmer, Varna, so ungefähr konnte man unseren ersten Ausflug in die nächste grössere Küstenstadt Varna beschreiben.
Obwohl Taxen für deutsche Verhältnisse günstig sind und man mit den Taxifahrer über Preise verhandeln kann, entschieden wir uns für den Bus.
Irgendwo habe ich gelesen, dass die Hirnleistung nachlässt, wenn man sein Gehirn nicht ständig neu fordert (siehe Autofahrer). Im Urlaub soll das besonders schlimm sein. Dementsprechend kam mir die ausgetüftelte, bis ins Detail zu verstehende Tarifgestaltung der Busgesellschaft entgegen. Egal wohin man nach Varna fährt: 1 Leva pro Person. Für gut 10km und 20 Minuten Fahrzeit in den Stadtkern ist das extrem günstig.
Kassiert wird im Bus. Fährt der Bus an, geht BigMama jeden einzelnen Fahrgast durch, kassiert und händigt eine kleine Fahrkarte aus. Auf die Idee Schwarz zu fahren wird wohl kaum einer kommen, der BigMama mal gesehen hat. Jedenfalls wirkte sie wesentlich stärker als ich.
Die Busse sind durchweg im tadellosen Zustand. Nicht ganz aktuell scheinen es ausrangierte, oder einfach Gebrauchtfahrzeuge, aus dem Westen zu sein.
Das überraschend positive Bild wird wieder gerade gerückt, wenn man sieht, welche Busse auf nicht Touristenlinien unterwegs sind. Raritäten in Rost und Abgasen. In ganz extremen Fällen mit sichtbaren Löchern.
Die Einfahrt in Varna war für uns interessant. Ganz neue Häuser wechseln sich mit verfallenen Plattenbauten ab. Unsere Haltestelle, ein kleinerer Busbahnhof im Zentrum, sollte unser Ausgangspunkt für unsere weiteren Aktivitäten werden.
Auf der Fahrt fuhren wir schon an einem neuen McDonalds vorbei, nun begegnete uns gleich am Busbahnhof ein BurgerKing und ein KentuckyFriedChicken. Bischen weiter befindet sich dann auch noch ein PizzaHut und noch ein McDonalds. Wir vermieden diese Einrichtungen mussten dann aber zwangsläufig dort halt machen, da dies die einzigen Gaststätten mit einigermassen sauberen Toiletten waren.
Direkt am Busbahnhof befindet sich auch eine ältere Kirche, über die ich gerade die Daten verlegt habe. Die Kirche hat einen hübschen goldenen Zwiebelturm und macht auch sonst architektonisch was her. Nach der Besichtigung der Kirche von innen, gingen wir mit einem lachendem und einem weinenden Auge in die Innenstadt.
Lachend, da die Kirche auch von innen fantastisch ausgestattet war (bis auf ein paar hochmoderne Säulen, die irgend ein Künstler dort plaziert hatte). Weinend, da man an diversen Wandgemälden erkennen konnte, dass auch diese vom Verfall betroffen waren.
Auf der gegenüberliegenden Seite dann geht es immer leicht bergab in die Fussgängerzone. Diese unterscheidet sich auf dem ersten Blick kaum von deutschen Fussgängerzonen. Die Gebäude neu restauriert, und die Geschäfte modern ausgestattet. Vermissen, oder auch nicht, tut (blöde wortwahl) man hier, oder auch nicht, grosse Warenhäuser. Ziemlich zentral in der nicht kleinen Fussgängerzone entdeckten wir ein grosses Kaufhaus. Zunächst nahmen wir an, dass es sich hier um einen Anbieter handelt, mussten dann aber feststellen, dass auch in diesem Kaufhaus mehrere kleine Anbieter vertreten waren.
Kaufen kann man in Varna Mode. Nur wer jetzt denkt, dass er die modischsten Sachen für wenig Geld bekommt, der wird ein wenig enttäuscht. Modernes kostet vielleicht 20% weniger als in Deutschland. Manch Schlussverkauf in Deutschland bringt da mehr.
Ich denke die Geschäfte leben überwiegend von Touristen. Welcher Bulgare kann sich schon solch teure Ware leisten.
Was man in der ganzen Stadt nicht findet, auch auf mehrfachen Nachfragen nicht, sind Lebensmittelgeschäfte , Metzgereien.
Man kauft auf dem Markt. Märkte gibt es genügende und dauernd. Der erste Markt, von unserem Ausgangspunkt gesehen, befindet sich gleich oberhalb der Fussgängerzone. Ein schöner, romantischer Markt mit engen Gassen. Man sollte aufgrund der Anzahl von Menschen und der Enge sein Geld gut behüten. In Deutschland übrigens auch. Wir hatten allerdings nirgendwann das Gefühl uns unsicherer zu fühlen als in Deutschland.
Obst und Gemüse gibt es reichlich. Meist sind die Sorten in verschiedene Qualitätsstufen unterteilt. Wer vom Feinsten kauft zahlt max. 1 Leva je Kilogramm. Ware der 2. Klasse (entspricht dem was man in Deutschland in Supermärkten findet - kein Scherz !) kostet durchweg 0,6 bis 0,7 Leva.
Ebenfalls verkauft werden Shirts, Sportbekleidung, Bikinis usw. . Meist mit dicken Schildern mit der Aufschrift BOSS, Adidas, Elite usw.. Natürlich alles Originale für 10 Leva *g*.
Handeln ist erlaubt und verläuft fair.
Billiger ist allerdings ein Markt, den die Touristen nicht mehr in Strömen erreichen, da er ausserhalb der Fussgängerzone liegt. Dazu aber wohl später, da wir am ersten Tag nicht dort waren.
Im Gegensatz zu manch anderen Ländern, macht das Einkaufen in Bulgarien allerdings uneingeschränkt Spass. Man wird angesprochen, bekommt natürlich an jedem Stand die besten und tollsten Waren, wird aber nicht belästigt. Ein klares nein reicht.
Manch ein Tourist fühlt sich ja leider trotzdem belästigt. Zu solchen Leuten kann ich nur sagen: Bleibt zuhause ! Bitte !
Gebettelt wird in Bulgarien auch nicht viel. Lediglich Zigeunerkinder werden ab und an durch die Stadt geschickt um mit wehleidigem Blick, geschult Touristen anzubetteln. Bulgaren sind dazu zu stolz. Da stellt sich lieber der alte Mann mit einer Waage auf die Strasse und bietet zu Kleinstbeträgen an, sich wiegen zu lassen. Die bettelnden Zigeuner scheinen auch bei den Bulgaren nicht sehr beliebt.
Wir bummelten weiter durch die Fussgängerzone. Wer ein wenig genauer hinschaut findet einiges. Sogar Internetcafes gibt es dort. Schaut man sich die Mädels vor diesen Cafes an, ist man sich allerdings nicht ganz sicher, ob man diese für die 3-4 Leva surfen die halbe Stunde mitgemietet hat.
Tiefer in die Stadt eingedrungen führt ein Teil der Fussgängerzone direkt zum Meer. Hier findet man viele Cafes und durchweg gute Gaststätten. Etwas ermüdet vom vielen rumlaufen (ok, das Laufen ermüdete weniger. Eher schon die vielen schweren Tüten mit Obst), liessen wir uns in einem netten Cafebereich nieder. Cappuccino für 0,7 Leva. Und der war sogar gut.
Nach einer nicht allzu langen Erholungspause waren wir natürlich neugierig auf den Strand in Varna.
Ca. 300 Meter weiter abwärts vom Cafe führte eine mit Bäumen und wiesen ausgestattete, sehr saubere Strandpromenade am Ufer entlang. Die Promenade liegt ein gutes Stück über dem Meeresspiegel (ca. 30 Meter). Treppab führt ein kleine Strasse am Strand entlang. Allerdings sieht man den Strand jetzt nicht mehr, da zwischen Strand und Strasse eine durchgezogene Linie mit Strandcafes und Bars die Sicht versperrt. Nach einiger Suche fanden wir dann einen Zugang zum Strand.
Mit einem Schlag fanden wir uns in der realen Welt wieder. Der Strand, weniger für Touristen, mehr für Einheimische, war nicht so gepflegt wie in den Ferienanlagen. Darüber hinaus gab es alle paar hundert Meter nicht gerade einladende grosse Rohre aus denen wohl ein paar Abwasser in das Meer flossen. Zumindet roch es danach und das Rinnsal, welches den Strand bis zum Meer entlang kroch hatte eine Farbe, die dem entsprach, was ich als flüssigen Rost definieren würde.
Wir verliessen diesen nicht gerade wunderschönen Ort und gingen wieder in Richtung Innenstadt. Unterwegs hielten wir noch an einer der kleinen Bäckereien, die ausschliesslich aus dem Fenster verkaufen. Vollkornbrot und diverse Öko, Bio, Dingsbumssorten darf man nicht erwarten.
Dafür aber äusserst leckere Varianten von Weissbrot, blätterteig ähnlichem und oft gefüllten Backkreationen aus gleichem Teig. Alles wunderbar fettig und daher nur wirklich frisch ein Genuss. Dann aber wirklich.
Gefüllt wird mit Schafskäse. Überhaupt hab ich in meinem ganzen Leben nicht so viel Schafskäse gegessen wie in Bulgarien. Dafür ist dieser aber meist recht mild.
Nachdem wir also noch schlimmer bepackt waren schlenderten wir noch ein wenig weiter durch die Stadt. Mehr durch Zufall entdeckten wir den Hauptbahnhof von Varna. Ein altes Gebäude in recht gutem Zustand. Die kleinen Schalter und die Eingangshalle, nein der ganze Bahnhof, erinnert ein wenig an Bahnhöfe in Deutschland nach dem Krieg. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob nach dem 1. oder 2. Weltkrieg.
Ein wenig noch schlenderten wir durch die Gassen, vorbei an neuen und alten Häusern, vorbei am Hafen von Varna, vorbei an einem Museum für Militärtechnik, vorbei an Armut und Reichtum.
Langsam wurde es dunkler und wir machten uns auf den Heimweg. Die Sonne verschwand, leider für uns nicht sichtbar und wir machten uns über unser Obst her.
Ich freute mich schon auf den Sonnenaufgang direkt in unser Zimmer scheinend.
Untergänge sahen wir keinen. Das Schwarze Meer liegt im Osten und die Sonne verschwand abends leider etwas trostlos hinter einer Bergkette.
Fortsetzung folgt....
Der nächste Teil:
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Heute möchte ich nicht so weit ausholen. Nicht das nachjemand auf die Idee kommt und fragt, ob es meinen Bericht auch als Buch gibt.
Die nächsten Tage verbrachten wir am Strand oder damit uns die Gegend anzuschauen.
Da wir dieses Jahr noch einmal in Bulgarien sein werden (dann gibt es neue Ziele), möchte ich nicht zu viel jetzt schon beschreiben und beschränke mich heute ein bischen auf die Ferienanlage.
Die Anlage ist, wie bereits beschrieben, gross und sauber. Einige Kilometer Sandstrand mit ebenso langer Promenade. Wer möchte kann sich mit einer Bimmelbahn durch die Anlage fahren lassen. Kostenpunkt: 1 Leva.
In der Anlage gibt es klimatisierte Diskotheken. Das eine Klimaanlage dort funktioniert demonstriert man deutlich. Ob ich tagsüber meine Getränke zum Kühlen vorbeibringen könne, traute ich mich dann doch nicht zu fragen.
Die Discos kosten in der Regel keinen Eintritt, die Getränke sind günstig. Sogar Warsteiner findet man neben bulgarischen Bieren. Das deutsche Bier ist etwas teurer, aber wesentlich günstiger als in deutschen Discos.
Musik wird völlig durchgemischt gespielt. Für jeden etwas. Die Ausstattung ist von aussen prunkvoll, von innen meist sehr schlicht gehalten. Es herrscht eine durchweg entspannte Atmosphäre.
In der Ferienanlage selbst hat uns eigentlich nur ein wenig gestört, dass im nördlichen Teil, neben der Disco Bonkers der Prostitution nachgegangen wirde. Daneben und direkt davor stehen die Mädels und bieten ihre Dienste an. In einer Ferienanlage mit vielen Kindern absolut unpassend.
Der Betreiber der Disco Bonkers ist sichtlich bemüht, zu erklären, dass Bonkers nichts mit käuflichem Sex zu tun hat. Massig Hilfskräfte verteilen Flugblätter ohne Ende und sagen fast immer dazu, dass man nichts mit den Prostituierten zu tun hat.
Für Kinder wird in der Ferienanlage einiges geboten. Spiele, Veranstaltungen aller Art. Die Veranstalter sind da sehr kreativ.
Für Erwachsene gibt es Shows, Shows und Shows. Von Bauchtanz, Schlangentanz, nur Tanz noch mehr Tanz bis zu kleineren Kunststücken. Jeden Abend wird was geboten.
Beeindruckend war vor allem ein bulgarischer Geigenspieler, der in einem Restaurant auf uns zu kam um ein Ständchen zu spielen. Anstatt dass er uns ein nettes bulgarisches Lied vorspielte, bekamen wir voller Inbrunst und in selten fröhlicher Form \"Oh Tannebaum\" dargeboten. Das zugesteckte Trinkgeld verstand meine Frau als Höflichkeit, ich als Schweigegeld, er jedoch als Motivation.
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