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Erfahrungsbericht von garlicpress

Der Alchi-Mist

Pro:

Es ist kurz...

Kontra:

... aber immer noch zu lang.

Empfehlung:

Nein

Warnung: Dieser Bericht enthält die gesamte Handlung des Buches. Dieser Bericht rät vom Kauf und/oder Konsum des Buches ab. Ihr könnt mir jetzt vertrauen und den Bericht lesen oder Ihr lest das Buch und ärgert Euch selbst. Sagt nicht nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.

Die Geschichte
Santiago aus Andalusien wird Schafhirte weil er die Welt sehen will. Sieht die Welt (also Andalusien) und dann ein Mädchen, das er heiraten will.

Träumt, ein Kind zeige ihm bei den Pyramiden einen Schatz. Beschliesst, den Traum als Omen zu nehmen und lässt Mädchen Mädchen sein, was ihm auch eine geschickt in die Handlung eingestreute Zigeunerin (Omen!) nahelegt.

Verkauft Schafe und fährt nach Nordafrika. Lernt, dass die Pyramiden in Ägypten sind und nicht in (wahrscheinlich) Marokko wo er gelandet ist. Betrüger klaut ihm alles Geld.

Santiago findet das Leben hart aber auch schon bald Arbeit als Glasverkäufer. Erfolgreich. Glasladenbesitzer hat auch Traum, will ihm aber nicht folgen. Santiago doch.

Schliesst sich einer Karawane Richtung Ägypten an. Lernt Englischen Alchemiestudenten kennen, der auf dem Weg zum Meister* ist. Disput ob man am Leben lernt oder aus Büchern.

Santiago erreicht die Oase wo der Alchimist lebt. Trifft Mädchen (Fatima). Will bleiben. Fatima schickt ihn seinem Traum nach, denn:
1. Wahre Liebe lässt los oder auch „true love waits“ (gell, Britney)
2. Frauen der Wüste (also RICHTIGE Frauen) respektieren Mann ohne Traum nicht
3. Frauen sind sowieso gut im Warten

Santiago trifft Alchimisten, besteht Prüfung und reist mit Alchimisten Richtung Ägypten weiter.
Unterwegs weiterhin häufige Erscheinung von Omen, Stammeskriegen und Vermögensverlusten.

Santiago und Alchimist werden gefangen genommen. Sollen sterben, ausser Santiago verwandelt sich in den Wind. Santiago spricht mit Wüste, Sonne, Wind. Erkennt nur Gott kann Wunder wirken. Da Gott aber auch in ihm (Santiago) ist, kann auch er Wunder wirken. Tut es und kommt frei. Alchimist auch.

Alchimist macht Gold (aus Blei oder auch aus den Filmrechten für dieses Buch), teilt dieses mit Santiago und einem Mönch. Lässt viertes Viertel des Goldes bei Mönch für ‚alle Fälle‘. Alchimist tritt ab, bzw. zurück in Wüste.

Santiago geht nach Ägypten, gräbt nach Schatz, findet ihn nicht und wird zur Abwechslung wieder mal beraubt. Der Räuber erzählt, er habe oft geträumt, dass in Andalusien unter einem Maulbeerbaum ein Schatz liege aber ER glaube ja nicht an sowas.

Santiago fährt (via Mönch wegen für-alle-Fälle-Goldes) zurück nach Andalusien und findet Schatz. Wird nicht mehr beraubt. Der Wind bringt im Kuss der Fatima zu der er zurückkehren wird.

- Ende -

Das Buch
Titel: Der Alchimist
Ausgaben:
Deutsch: Gebundene Ausgabe - 176 Seiten - Diogenes Verlag, Zürich (€ 17.90) und als CD - Steinbach Sprechende Bücher (€ 34.90).
Englisch: Taschenbuchausgabe – 177 Seiten - HaperCollins Publishers (£ 7.99) Grundlage für diesen Bericht.

Der Autor:
Paulo Coelhos wurde 1947 in Rio de Janerio geboren. Gemäss einer Kurzbiografie die wir auf auf der Website des Diogenes-Verlages (www.diogenes.ch) finden (bzw. nicht, weil die Seite grad mal wieder tot ist), wurde er mehrfach in eine psychiatrischen Klinik eingewiesen und wurde von der Militärjunta verhaftet und gefoltert. Er lebte als Hippie, schrieb und spielte Rocksongs und Theaterstücke, und befasste sich mit der ‚‘spirituellen Welt‘, in der Form von obskuren und weniger obskuren Religionsgemeinschaften, Drogen, schwarzer Magie und einem katholischen Orden in Spanien
.
1986 wanderte er den Jakobsweg (mittelalterliche Pilgerreise) nach Santiago de Compostela (Aaah, der Name unseres Helden) und fand den ‘richtigen Weg‘ oder ‘das Licht‘ oder wie auch immer. Diese Erfahrung ist in den Büchern ‚›Auf dem Jakobsweg‹ (1987) und ›Der Alchimist‹ (1988) verarbeitet.

Paulo Coelhos empfing zahlreiche Preise und Auszeichnungen für seine Werke und sein Wirken, unter anderem die “Medaille Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres” für seine künstlerischen und literarischen Verdienste, den “Crystal Award” des World Economic Forum und die “Golden Medal of Galicia” für Verdienste um den Pilgerweg von Santiago de Compostela.

Alles in allem ein hochangesehener und dekorierter Autor und Denker also, dessen Bücher in alle Sprachen dieser Welt übersetzt werden und Verkaufszahlen erreichen, die jedem Neuautor die Tränen in die Augen treiben.

Mein Urteil:
Wie gesagt, er meints ja gut, der Paulo und wenn mir der Alchimist mit 15 oder so über den Weg gelaufen wäre, hätte ich es bestimmt auch ganz toll gefunden. So habe ich damals halt Carlos Castaneda gelesen. Der war auch nicht viel besser, so im nachhinein betrachtet.

Der Vorschlag, dass man seinen eigenen Weg suchen und sich nicht durch kleine Rückschläge oder Ablenkungen davon abbringen lassen soll ist ja an sich ok. Nur das kann man eben auch in einem Satz sagen, da braucht es keine bemühte ‘orientalische‘ Geschichte dazu, zumal nicht, wenn sie so banal geschrieben ist wie hier.

Für mich auf jeden Fall ein kompletter Reinfall.

Normalerweise kommen meine Fehlkäufe und all die Nureinmallesen-Bücher ins Brockenhaus (Trödelladen), im Fitnessstudio oder Büro ins Leihregal oder halt sonstwohin, wo nochmal wer Freude dran haben kann.

Dieses Buch landete im Altpapier, zum Recycling. Wird zerfetzelt, aufgeweicht, durchgemantscht und hoffentlich zu Klopapier verarbeitet.

1 Bewertung, 1 Kommentar

  • doeter

    03.10.2005, 18:17 Uhr von doeter
    Bewertung: sehr hilfreich

    Habe ich den hier noch nicht bewertet?