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Erfahrungsbericht von butterkeks

Cross, Donna - Die Päpstin

Pro:

spannend, gefühlsbetont

Kontra:

das Ende kam zu schnell

Empfehlung:

Nein

Schon seit einigen Monaten habe ich das Buch \"Die Päpstin\" von Donna W. Cross in meinem Bücherregal unter den noch zu lesenden Büchern liegen. Vor kurzem habe ich es endlich zur Hand genommen...

Aussehen:

Der Einband des Buches ist rot-braun und auf der Vorderseite ist eine kirchliche Szene abgebildet: Der Papst, bzw. die Päpstin sitzt auf ihrem Thron umgeben von mehreren kirchlichen Dienern. Vor ihr auf der Erde liegt eine Frau, die offensichtlich tot zu sein scheint.

Inhalt:

Die Geschichte beginnt im Jahre 814 und handelt von Johanna, geboren als Tochter des Dorfpriesters. Ihre Mutter wurde als Heidin von Johannas Vater bei einer Missionarsreise mit ins Frankenreich gebracht. Sie wurde bekehrt und schenkte ihrem Mann zwei Söhne und eine Tochter. Johanna wurde in dem Glauben erzogen, dass es für eine Frau nicht schicklich sei lesen und schreiben zu können. Sie war lediglich dazu da einem Mann zu dienen und dessen Kinder zu gebären. Ihre Brüder Johannes und Matthias wurden allerdings vom Vater geschult, der hoffte, dass einer seiner Söhne einmal in die Scola gehen würde, um in der Kirche ein höheres Amt zu bekleiden.
Da Johanna aber ein wissbegieriges Mädchen war, bettelte sie solange bis ihr Bruder Matthias sie heimlich unterrichtete. Er schenkte ihr ein Medaillon der heiligen Katharina, die des Lesens und Schreibens mächtig war. Sie wurde zu Johannas Vorbild und als Matthias starb und ihr Vater ihr die Schuld für seinen Tod gab, beschloss Johanna stark zu bleiben und eben jenes Medaillon half ihr dabei.
Der ehrgeizige Vater wollte jedoch unbedingt, dass nun Johannes die Stelle seines älteren Bruders einnahm, doch dieser war nicht annähernd so intelligent wie sein Bruder. Ein Gelehrter kam nun in regelmäßigen Abständen ins Haus des Dorfpriesters, um zu unterrichten. Dieser bemerkte den hellen Geist Johannas und unterrichtete auch sie, nachdem er in einem langen Streit den Vater dazu brachte dies zu erlauben.

Dieser Gelehrte brachte es zustande, dass Johanna in der Scola von Dorstadt aufgenommen werden sollte. Als Johanna abgeholt werden sollte, befahl ihr Vater ihrem Bruder mitzugehen, obwohl er wußte, dass Johanna gemeint war. Kurzerhand schlich sich Johanna aus dem Haus und machte sich zusammen mit Johannes und den Männern auf den Weg nach Dorstadt. Dort wurden beide Kinder in die Scola aufgenommen und Johanna kam bei Gerold und seiner Familie unter. Es entwickelte sich, trotz des großen Altersunterschiedes, ein inniges Verhältnis zwischen den beiden. Dies blieb auch seiner Gattin nicht verborgen und sie schmiedete ein Komplott. Sie wollte Johanna verheiraten und tat dies, als Gerold eine Zeit lang nicht anwesend war. Bei den Hochzeitsfeierlichkeiten in Dorstadt kam es zu einem Überfall der Normannen. Sie metzelten alles und jeden nieder und Johanna konnte sich nur knapp das Leben retten, indem sie sich im Altar versteckte. Auch ihr Bruder Johannes fand den Tod.

Von diesen schrecklichen Ereignissen erschüttert, beschloss Johanna ins Kloster zu Fulda zu gehen und fortan ihr Leben als Mann zu führen. Im Kloster arbeitete sie oft und gerne als Heilerin und eignete sich dort ein großes Wissen an, dass sie über die Grenzen hinaus berühmt machte. Doch Johanna war kein einfacher \"Bruder\", denn sie sagte meist frei heraus was sie dachte und geriet damit sehr häufig in Schwierigkeiten. Als die Pest im Lande Einzug hielt, fürchtete auch Johanna sich angesteckt zu haben und wenn sie behandelt würde, hätte man ihr Geheimnis aufgedeckt und dies wäre ihr Tod gewesen. Also floh sie und wurde von gutmütigen Menschen aufgenommen und gesund gepflegt.

Nun machte sie sich auf den Weg nach Rom, um dort Gott zu dienen. Trotz dass sie keine Römerin war, wurde sie ob ihrer Intelligenz und heilerischen Fähigkeiten, freundlich aufgenommen. Sie arbeitete sich zu immer höheren Stellungen vor und kämpfte gegen Verleumdungen und Verrat. Immer wieder wurden ihr Steine in den Weg gelegt, doch sie schaffte es mit ihrem unermüdlichen Geist alle Prüfungen zu bestehen.
Schließlich traf sie auch Gerold wieder, der nach Rom gekommen war, um die Führung der päpstlichen Garde zu übernehmen. Beide spürten ihre Liebe, doch Johanna wollte ihr freies Leben nicht aufgeben und Gerold verstand. Trotzdem versuchte er immer wieder Johanna zu überzeugen ein Leben als Mann und Frau mit ihm zusammen zu führen.

Als Johanna schließlich zum Papst gewählt wurde, zerplatzten diese Träume von einer Minute zur anderen. Pflichtbewußt und gottestreu nahm Johanna ihre Aufgabe sehr wichtig und herrschte gutmütig und gescheit über Rom, Gerold stets an ihrer Seite. Dies verlieh ihr die Kraft, die sie benötigte und die sie zum Wohle der Kirche einsetzte.

Als ein schweres Unwetter die Stadt heimsuchte und das Armutsviertel schon fast hoffnungslos überflutet war, setzte sich Johanna mit Gerold in ein Boot und rettete viele Menschen. Bei ihren Beratern und Gegnern war ihre Tat allerdings nicht hoch angesehen, denn der Papst machte sich die Hände nicht selbst schmutzig, bzw. begab sich nicht in eine so große Gefahr. Diese Gedanken waren nicht unberechtigt, denn das Boot der beiden kenterte und Gerold erlitt eine gefährliche Kopfverletzung. Johanna konnte ihn mit Mühe und Not retten und die beiden waren für einige Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Gerold erholte sich wieder und die beiden gaben sich endlich ihrer Liebe hin.

Dies sollte aber nicht ohne Folgen bleiben...

Meine Meinung:

Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Die Geschichte fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite, ohne auch nur im Ansatz langweilig oder langatmig zu werden. Gleichzeitig werden die Mißstände dieser Zeit in Bezug auf Bildung und Armut deutlich gemacht, wobei auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Gerade diese am Anfang noch zarten Bande zwischen Gerold und Johanna werden dem Leser in schöner Art und Weise nahe gebracht. Die Gefühle und die innere Zerrissenheit Johannas und die unerschöpflichen Gefühle Gerolds ihr gegenüber, gehen dem sensiblen Leser wirklich ans Herz.
Weiterhin gefällt mir die Beschreibung der Stellung der Kirche in der Gesellschaft, denn sie wird nicht beschönigt, sondern mit all ihren guten und schlechten Eigenschaften anschaulich dargestellt. Bereits nach wenigen Seiten hat man das Gefühl in diese Zeit zurück versetzt zu sein und man kann sich leicht mit den Hauptfiguren identifizieren. Einzig und allein das Ende fand ich zu wenig ausgeschmückt. Es kam eigentlich sehr schnell und unerwartet, allerdings auch sehr spektakulär. Ich hätte mir ein besser beschriebenes Ende gewünscht.
Wie das Buch ausgegangen ist, will ich natürlich hier nicht verraten, denn es war bis zum Schluß nicht vorhersehbar.

Alles in allem also ein sehr empfehlenswerter historischer Roman!

Allgemeine Informationen:

Das Buch ist im Aufbau-Taschenbuch-Verlag erschienen (ISBN 3-7466-1400-7), hat 567 Seiten und kostet 10 Euro.

Viel Freude beim Lesen wünscht euch

Drea

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