Erfahrungsbericht von AlinaBaby
Grenzenlose Liebe von Maggie Francis Conroy
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Im Moment bin ich absolut im Lesefieber. Ohne mindestens 2 Stunden lesen am Abend kann ich nicht einschlafen. Wer meine letzten Meinungen gelesen hat, weiß dass ich zur Zeit ein großer Fan von Erfahrungsgeschichten bin. Leider gibt es nicht all zu viele Bücher davon, die mich so richtig interessieren. Eines steht auf jeden Fall fest, wenn´s um die Wahl geht: Es soll niemand sterben, erst recht kein Kind. Tja, da beschränkt sich die Auswahl schon sehr, aber Gott sei Dank wurde ich doch noch mal fündig: Grenzenlose Liebe von Maggie Conroy.
DIE GESCHICHTE
Maggie und Casey Conroy sind glücklich verheiratet und haben eigentlich alles was man zum Leben braucht. Ein schönes kleines Haus, eine wunderbare 6jährige Tochter, namens Meghan und vor kurzen haben sie sich auch noch selbstständig gemacht, was sehr gut läuft. Aber zu ihrem absoluten Glück fehlt den beiden noch etwas: Ein zweites Kind. Aber ein leibliches soll es nicht sein. Maggie kann Kinder bekommen und auch Casey ist zeugungsfähig, doch trotzdem wollen sie lieber ein Kind adoptieren. Ein Mädchen soll es unbedingt sein, da ihr Haus nur ein Kinderzimmer hat und wenn möglich nur ein oder zwei Jahre jünger als Meghan. Außerdem sollte ihre zunküftige Adoptivtochter aus dem Ausland kommen, den sie meinen amerikanische Kinder hätten es eh leichter adoptiert zu werden
Gesagt, getan. Wenn es nur so einfach war. In ihrer Eurphorie machen sich die beiden gleich zu eine Adoptionsvermittlung und bekommen erst mal einen Schlag ins Gesicht. Bis zu zwei Jahren kann es dauern, bis sie ein Kind bekommen. Es müssen Berge von Papieren ausgefüllt und unterzeichnet werden. Außerdem ist ein ausführlicher Sozialbericht über Casey und Maggie notwenig, bevor überhaupt ein Kind für sie gesucht werden kann. Mutig, aber etwas enttäuscht machen sich die beiden auf dem langen Weg der Adoption.
Der Sozialbericht fällt mehr als nur gut aus, was ihnen auch die Möglichkeit offen lässt, mehrere Kinder zu adoptieren. Doch daran würden Maggie und Casey zu diesem Zeitpunkt nicht mal denken.
Bereits nach ein paar Monaten, bekommen die Conroys per Post ein Bild von einem kleinen Mädchen aus Kolumbien: Maria. Viel erfahren Casey und Maggie aus dem Text zwar nicht über sie, aber sie verlieben sich sofort in das Bild der kleinen Maria und weihen nun auch ihre Tochter Meghan in ihren Plan ein. Sehr begeistert ist sie zwar nicht, aber sie nimmt es achselzuckend hin.
Eigentlich könnte es jetzt los gehen nach Kolumbien um das Kind zu holen. Doch noch im letzten Moment erfahren die Conroys, dass Maria bereits an ein anderes Paar vermittelt wurde. Um sicher zu gehen, das Mädchen auf jeden Fall im Amerika unterzubringen, hat die Regierung ihr Bild und ihre Beschreibung nämlich an mehrere Vermittlungsstellen weitergegeben. Maggie und Casey sind am Boden zerstört, sie hatten Maria schon als ihre eigene Tochter gesehen. Sie machen sich Vorwürfe, weil sie solange gezögert haben. Maria war stark unterernährt ins Krankenhaus gekommen und es sind immer noch Entwicklungsschäden zu befürchten. Zuerst waren Maggie und Casey sehr erschrocken darüber, hatten sich aber letztendlich doch für Maria entschieden.
Besonders Maggie leidet unter der geplatzten Adoption. Sie meint, sie fühle sich, als hätte sie grade eine Fehlgeburt gehabt.
Doch bald meint das Schicksal es wieder gut und in Russland werden Auslandsadoptionen wieder legal. Sofort werden Casey und Maggie zu einer neuen Agentur geschickt, wo sie von Diana ausführlichst beraten werden.
Bald hat Diana zwei Mädchen von die beiden: Ruta und Nadja. Sie können sich einfach nicht entscheiden, welches Kind sie aussuchen wollen. Schließlich handelt es sich nicht um Ware aus dem Katalog (wobei schon dort eine Entscheidung manchmal schwer fällt), sondern es sind KINDER. Doch Diana erleichtert ihnen diese Entscheidung ungemein, indem sie erzählt, dass Nadja bald in ein Heim für ältere Kinder gebracht werden soll. Genaustens schildert sie die Katastrophalen Verhältnisse dort, weshalb Casey und Maggie sich sofort für Nadja entscheiden. Denn Ruta ist noch jünger und hat außerdem sehr gute Chancen von andere Eltern adoptiert zu werden.
Nach langer, langer Vorbereitung ist es endlich so weit: Sie können nach Russland fahren um Nadja zu holen. Mit dem Aufenthalt klappt alles recht gut, auch wenn es nicht ganz so ist, wie Casey und Maggie es sich vorgestellt haben. Die ärmlichen Verhältnisse in Russland waren ihnen zuvor sie noch bewusst.
Und dann kommt der entscheidende Tag: Die Conroys und ein anderes Paar, das zwei Jungen aus dem selben Heim adoptieren wollen, fahren in das besagte Kinderheim. Die Jungs des anderen Paares rennen freudig auf sie zu und umarmen sie herzlich. Dann kommt Nadja herein. Kaum ist sie da, rennt sie schon wieder weg. Doch die Erzieherinnen schieben sie grob zu Casey und Maggie.
Das Verhältnis zu Nadja verbessert sich nur sehr langsam. Als sie im Amerika ankommen steht erst mal alles auf dem Kopf. Nadja weint sich jede Nacht in den Schlaf, ist erst total verschüchtert und übergehorsam, doch dann dreht sie völlig durch und will nur noch das tun, was sie will.
Mit der Zeit normalisiert sich dieser Zustand natürlich, doch als sie grade zu einer richtigen Familie werden, kommt ein Brief von der Kolumbianischen Adoptionsvermittlung. Ein Mädchen Ana Maria. Es wird nicht lang überlegt, das Mädchen soll auch eine Conroy werden und so fliegen Maggie und Casey nach Kolumbien, um Ana zu holen.
Meghan ist alles andere als begeistert. Sie versteht sich mit Nadja so lala, aber noch eine Schwester, das kommt für sie auf keinen Fall in Frage. Das Kinderzimmer ist nicht sehr groß und Meghan hatte es immer für sich allein, jetzt soll sie es plötzlich mit zwei anderen Kindern teilen. Das ist zuviel, doch die Conroys sind auch durch ihre Tochter, nicht von der Adoption abzubringen und reisen sofort nach Kolumbien.
Die erste Begegnung mit Ana ist ganz anders, als die mit Nadja. Ana ist Feuer und Flamme für ihre neue Mutter, ihren Vater hingegen weist sie total zurück. Aber das ist laut der Anwältin normal, da kolumbische Kinder nicht daran gewöhnt sind mit Männern zu spielen, da die Väter sich in der Regel nicht oder kaum um die Kinder kümmern.
Maggie und Casey sind mit ihren Kräften am Ende. Ana will ständig rumgetragen werden, dann rennt sie andauernd weg und auf die Toilette muss sie so ca alle 5 Minuten.
Auf Grund von massigen Papierkram muss Casey mit Ana noch länger in Kolumbien bleiben, Maggie hingegen kann heim fliegen und sich um Meghan und Nadja zu kümmern. Es dauert noch zwei weitere Wochen, bis auch Casey und Ana endlich in Amerika ankommen.
Nun ist alles natürlich noch viel stressiger, aber mit der Zeit normalisiert sich alles. Doch dann, wer hätt´s gedacht, will Maggie auf einmal noch ein Kind adoptieren: Alesia, 2 Jahre, aus Russland, schwere Missbildungen an Armen und Beinen. Deshalb findet sich auch keine andere Adoptivfamilie und Maggie will doch unbedingt ein neues zu Hause für sie finden. Keiner ist begeistert, doch am Schluss hat Maggie ihr Ziel doch erreicht, sie werden Alesia adoptieren.
Chaos, Chaos und noch mal Chaos. Das ist der Zustand der bei den Conroys zu Hause. So leben sie nun, die vier Conroy Schwestern mit ihren Eltern in einem kleinen Haus. Es geht auf und ab und auf und ab, usw. Das Leben dass Maggie und Casey gewählt haben ist sehr anstrengend, aber es erfüllt sie voll und ganz.
DIE KINDER
Meghan: Ist das einzige leibliche Kind der Conroys. Als die Adoption eines anderen Kindes beschlossen wird, ist sie 6 Jahre alt. Als Nadja in die Familie kommt, ist sie bereits 8 Jahre. Sie kommt recht gut mit der neuen Situation klar, fühlt sich aber auch oft vernachlässigt, was man ihr ja auch nicht übel nehmen kann. Auch fühlt sie sich von ihren Schwestern Nadja und Ana ausgeschlossen, da die beiden ein Herz und eine Seele sind. Soviel muss sie für ihre Schwestern zurück stecken und trotzdem liebt sie die 3 über alles, auch wenn man das nicht immer so sieht.
Nadja: Wurde als erstes Kind aus Russland adoptiert, als sie 5 Jahre war. Die Conroys waren ihre letzte Rettung vor dem Kinderheim der Großen. Ihr Einleben gestaltete sich als viel schwerer als erwartet. Doch mit der Zeit wurde sie ein sehr offenes und selbstbewusstes Kind, das genau weiß was es will. In der Zeit in ihrer neuen Familie hat sie sich völlig zum Positiven gewandelt.
Ihre Lieblingsschwester ist Ana, die sie gleich nach ihrer Ankunft am Flughafen ins Herz geschlossen hat. Die beiden waren immer unzertrennlich.
Ana Maria: Vor ihrer Adoption durch Maggy und Casey (sie war zu dem Zeitpunkt ebenfalls 5 Jahre) wurde sie von Pflegemutter zu Pflegemutter geschoben. Deshalb hat es auch sehr lange gedauert, bis sie sich endlich sicher war, dass sie für immer bei den Conroys bleiben durfte. Als die Adoption endlich rechtlich abgeschlossen war, was erst lange nach ihrer Ankunft in Amerika geschah, bekam sie von Maggie eine Urkunde, die ihr versicherte, nun für immer und ewig ihr Kind zu sein. Das hat ihr sehr geholfen.
Ana kam aus Kolumbien und hat ein ganz schönes Temperament. Sie erinnert mich von ihrer Art her wahnsinnig an meine Tochter. Ständig auf Achse, will auf den Arm genommen werde, nur um da dann ständig rumzuzappeln. Außerdem rannte Ana ständig zu Fremden Leuten und wollte von ihnen auf dem Arm genommen werden, was ich auch nur zu gut von Alina kenne. Wenn wir irgendwo anstehen, packt sie die Leute am Ärmel und wenn sie sich zu ihr umdrehen streckt sie die Arme raus. Oh Gott, das ist immer so peinlich, die Leute denken bestimmt immer, dass arme Kind will nur schnell weg von ihrer bösen Mama.
Alesia: Eigentlich war die Familienplanung der Conroys nach Ana abgeschlossen, doch Alesia musste Maggie einfach zu ihnen holen. Sie versuchte lange vergebens, eine Familie von Alesia zu finden. Doch da sie schwere Missbildungen an Armen und Beinen hatte, wollte niemand sie haben. Maggie hatte schon die ganze Zeit, allein durch das Foto von ihr, eine starke Bindung zu Alesia und konnte letztendlich Casey doch noch überzeugen auch sie zu adoptieren.
Als sie dann da war, ging das Chaos erst so richtig los, denn Alesia war mehr als nur aufgedreht. Außerdem war sie es gewöhnt, unter den Kindern immer die Bestimmerin zu sein, was bei ihren Schwestern natürlich nicht so gut ankam. Trotzdem haben sie alle von Anfang an geliebt.
Beim Kinderarzt stellte sich dann schon bald raus, dass sie Alesias Bein amputieren müssten und sie dann eine Prothese bekäme. Sonst würde sie nie richtig laufen können. Kurz nach Weihnachten war es dann so weit. Alles ging glatt und bald hatte Alesia ihre heißersehnte Protese. Ihr Humor wurde von Tag zu Tag größer und sie machte sich oft einen Spaß daraus, mal ganz aus Versehen das Bein zu verlieren und sich über die entsetzen Blicke der anderen Leute zu amüsieren. Was habe ich mich da kaput gelacht, wirklich klasse die Kleine!
MEINE MEINUNG
Geschrieben war das Buch sehr schön. Nicht sonderlich ausgeschmückt, sondern einfach nur ehrlich und aus dem Herzen heraus. Wie ihr sicher schon erkannt habt, ist Maggie die Autorin, doch meist wird auch Casey Sichtweise genügend berücksichtigt.
Die Sätze waren nicht sonderlich kompliziert, aber auch nicht einfach und plump. Eigentlich genau richtig, für meinen Geschmack.
Die Geschichte war auch hier wieder das tollste am ganzen Buch. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man es fertig bringen kann, in so kurzer Zeit, gleich 3 Kinder zu adoptieren. So anstrengen die Kinder auch sind, es wird deutlich gezeigt, dass sie wirklich etwas besonderes sind und man sie einfach lieben muss.
Ganz toll dargestellt wird auch das Verhältnis zwischen Maggie und Casey. Sie sind auf den ersten Blick ein Ehepaar wie alle anderen. Sie streiten ab und zu, lieben sich so wie es sich nach einigen Jahren Ehe gehört, doch wenn’s hart auf hart kommt, halten sie zusammen. Man sieht ganz eindeutig, wie sehr ihre Ehe die die Adoptionen belastet wird, doch sie hält und am Ende ist noch viel stärker, als sie je zuvor war.
Schade fand ich, dass kaum etwas von Meghan geschrieben wurde. Ich hatte das Gefühl, das ihre Meinung eigentlich gar nicht zählte, es wurde einfach über ihren Kopf hinweg entschieden. Auch später hört man recht wenig von ihr. Am Schluss schreibt die Autorin, dass sie mit ihren Schwestern sehr viel streitet, aber sie vor anderen stets in Schutz nimmt.
Auf die adoptierten Kinder wird immer sehr gut eingegangen. Vom ersten Bild, zur ersten Begegnung, bis zum Einleben in der neuen Familie und der Reaktion auf das nächste Kind wird alles genaustens beschrieben. Das finde ich sehr schön, da man sich dadurch richtig in die Geschichte hineinversetzen kann.
Natürlich muss man Maggies Leistung auch anerkennen. Sie adoptiert 3 Kinder aus unterschiedlichen Ländern, arbeitet nebenbei, hilft ehrenamtlich bei der Organisation von Auslandsadoptionen und irgendwie schafft sie es auch noch, ein Buch darüber zu schreiben. Alle Achtung!
Hierbei stellt Maggie weder sich noch ihren Mann als heiligen oder barmherzigen Samariter da. Sie weiß genau, dass keiner perfekt ist und teilt dem Leser auch vieles über ihre Ängste, und auch über ihr teilweises Versagen in Sachen Erziehung mit. Ihr Problem ist, dass sie den Kindern den Einstieg in die neue Familie so schön wie es nur geht machen will, was die Kinder natürlich machen und ihr irgend wann auf der Nase rumtanzen.
Was ich wahnsinnig schön finde, sind die zahlreichen Fotos in der Mitte des Buches. Jeder wird mehrmals abgebildet. Von Nadja, Ana und Alesia befinden sich hier auch die Fotos, die die Conroys als erstes von ihnen gesehen hatten. Wunderschön! Und so kann man sich doch alles noch viel schöner vorstellen. Sie sind witzig, schön und einfach einmalig. Ich habe mich so gefreut, als ich die Bilder entdeckt habe und im Laufe des Buches habe ich sie mir bestimmt 10 Mal oder noch öfter angesehen. Ich finde, jede Erfahrungsgeschichte sollte solche Fotos enthalten. Bei „All unsere Liebe für Kate“ war ich total enttäuscht, dass es dort keine Bilder von den Kindern gab.
Jetzt muss ich doch mal schwer überlegen, was mir an dem Buch nicht gefallen hat. Oh, da fällt mir doch glatt was ein: Es hört irgendwann auf! Ich hätte soviel noch mehr über das weitere Leben der Familie Conroy erfahren, wo sie mir doch so sehr ans Herz gewachsen sind.
DATEN:
Nerv, nerv, aber da muss ich durch. Ich will doch, dass ihr alle keine Probleme habt wenn ihr jetzt gleich in den nächsten Buchladen stürzt und nach dem Buch sucht.
Titel/Autor: „Grenzenlose Liebe“ von Maggie Francis Conroy
Verlag: Bastei/Lübbe
Seitenanzahl: 303
Cover: Die 4 Conroy-Schwestern
Preis: 8,45 Euro
ISBN: 3-404-61442-9
FAZIT: Und wer Erfahrungsgeschichten noch so sehr hasst, dieses Buch muss man einfach lesen. Es ist so wahnsinnig einfühlsam und unterhaltsam, dass es einen einfach mitreisst. Die Kinder sind so einzigartige, tolle Persönlichkeiten. Einfach alles an diesem Buch ist einfach toll! Lest es, lest es und lest es noch mal!
DIE GESCHICHTE
Maggie und Casey Conroy sind glücklich verheiratet und haben eigentlich alles was man zum Leben braucht. Ein schönes kleines Haus, eine wunderbare 6jährige Tochter, namens Meghan und vor kurzen haben sie sich auch noch selbstständig gemacht, was sehr gut läuft. Aber zu ihrem absoluten Glück fehlt den beiden noch etwas: Ein zweites Kind. Aber ein leibliches soll es nicht sein. Maggie kann Kinder bekommen und auch Casey ist zeugungsfähig, doch trotzdem wollen sie lieber ein Kind adoptieren. Ein Mädchen soll es unbedingt sein, da ihr Haus nur ein Kinderzimmer hat und wenn möglich nur ein oder zwei Jahre jünger als Meghan. Außerdem sollte ihre zunküftige Adoptivtochter aus dem Ausland kommen, den sie meinen amerikanische Kinder hätten es eh leichter adoptiert zu werden
Gesagt, getan. Wenn es nur so einfach war. In ihrer Eurphorie machen sich die beiden gleich zu eine Adoptionsvermittlung und bekommen erst mal einen Schlag ins Gesicht. Bis zu zwei Jahren kann es dauern, bis sie ein Kind bekommen. Es müssen Berge von Papieren ausgefüllt und unterzeichnet werden. Außerdem ist ein ausführlicher Sozialbericht über Casey und Maggie notwenig, bevor überhaupt ein Kind für sie gesucht werden kann. Mutig, aber etwas enttäuscht machen sich die beiden auf dem langen Weg der Adoption.
Der Sozialbericht fällt mehr als nur gut aus, was ihnen auch die Möglichkeit offen lässt, mehrere Kinder zu adoptieren. Doch daran würden Maggie und Casey zu diesem Zeitpunkt nicht mal denken.
Bereits nach ein paar Monaten, bekommen die Conroys per Post ein Bild von einem kleinen Mädchen aus Kolumbien: Maria. Viel erfahren Casey und Maggie aus dem Text zwar nicht über sie, aber sie verlieben sich sofort in das Bild der kleinen Maria und weihen nun auch ihre Tochter Meghan in ihren Plan ein. Sehr begeistert ist sie zwar nicht, aber sie nimmt es achselzuckend hin.
Eigentlich könnte es jetzt los gehen nach Kolumbien um das Kind zu holen. Doch noch im letzten Moment erfahren die Conroys, dass Maria bereits an ein anderes Paar vermittelt wurde. Um sicher zu gehen, das Mädchen auf jeden Fall im Amerika unterzubringen, hat die Regierung ihr Bild und ihre Beschreibung nämlich an mehrere Vermittlungsstellen weitergegeben. Maggie und Casey sind am Boden zerstört, sie hatten Maria schon als ihre eigene Tochter gesehen. Sie machen sich Vorwürfe, weil sie solange gezögert haben. Maria war stark unterernährt ins Krankenhaus gekommen und es sind immer noch Entwicklungsschäden zu befürchten. Zuerst waren Maggie und Casey sehr erschrocken darüber, hatten sich aber letztendlich doch für Maria entschieden.
Besonders Maggie leidet unter der geplatzten Adoption. Sie meint, sie fühle sich, als hätte sie grade eine Fehlgeburt gehabt.
Doch bald meint das Schicksal es wieder gut und in Russland werden Auslandsadoptionen wieder legal. Sofort werden Casey und Maggie zu einer neuen Agentur geschickt, wo sie von Diana ausführlichst beraten werden.
Bald hat Diana zwei Mädchen von die beiden: Ruta und Nadja. Sie können sich einfach nicht entscheiden, welches Kind sie aussuchen wollen. Schließlich handelt es sich nicht um Ware aus dem Katalog (wobei schon dort eine Entscheidung manchmal schwer fällt), sondern es sind KINDER. Doch Diana erleichtert ihnen diese Entscheidung ungemein, indem sie erzählt, dass Nadja bald in ein Heim für ältere Kinder gebracht werden soll. Genaustens schildert sie die Katastrophalen Verhältnisse dort, weshalb Casey und Maggie sich sofort für Nadja entscheiden. Denn Ruta ist noch jünger und hat außerdem sehr gute Chancen von andere Eltern adoptiert zu werden.
Nach langer, langer Vorbereitung ist es endlich so weit: Sie können nach Russland fahren um Nadja zu holen. Mit dem Aufenthalt klappt alles recht gut, auch wenn es nicht ganz so ist, wie Casey und Maggie es sich vorgestellt haben. Die ärmlichen Verhältnisse in Russland waren ihnen zuvor sie noch bewusst.
Und dann kommt der entscheidende Tag: Die Conroys und ein anderes Paar, das zwei Jungen aus dem selben Heim adoptieren wollen, fahren in das besagte Kinderheim. Die Jungs des anderen Paares rennen freudig auf sie zu und umarmen sie herzlich. Dann kommt Nadja herein. Kaum ist sie da, rennt sie schon wieder weg. Doch die Erzieherinnen schieben sie grob zu Casey und Maggie.
Das Verhältnis zu Nadja verbessert sich nur sehr langsam. Als sie im Amerika ankommen steht erst mal alles auf dem Kopf. Nadja weint sich jede Nacht in den Schlaf, ist erst total verschüchtert und übergehorsam, doch dann dreht sie völlig durch und will nur noch das tun, was sie will.
Mit der Zeit normalisiert sich dieser Zustand natürlich, doch als sie grade zu einer richtigen Familie werden, kommt ein Brief von der Kolumbianischen Adoptionsvermittlung. Ein Mädchen Ana Maria. Es wird nicht lang überlegt, das Mädchen soll auch eine Conroy werden und so fliegen Maggie und Casey nach Kolumbien, um Ana zu holen.
Meghan ist alles andere als begeistert. Sie versteht sich mit Nadja so lala, aber noch eine Schwester, das kommt für sie auf keinen Fall in Frage. Das Kinderzimmer ist nicht sehr groß und Meghan hatte es immer für sich allein, jetzt soll sie es plötzlich mit zwei anderen Kindern teilen. Das ist zuviel, doch die Conroys sind auch durch ihre Tochter, nicht von der Adoption abzubringen und reisen sofort nach Kolumbien.
Die erste Begegnung mit Ana ist ganz anders, als die mit Nadja. Ana ist Feuer und Flamme für ihre neue Mutter, ihren Vater hingegen weist sie total zurück. Aber das ist laut der Anwältin normal, da kolumbische Kinder nicht daran gewöhnt sind mit Männern zu spielen, da die Väter sich in der Regel nicht oder kaum um die Kinder kümmern.
Maggie und Casey sind mit ihren Kräften am Ende. Ana will ständig rumgetragen werden, dann rennt sie andauernd weg und auf die Toilette muss sie so ca alle 5 Minuten.
Auf Grund von massigen Papierkram muss Casey mit Ana noch länger in Kolumbien bleiben, Maggie hingegen kann heim fliegen und sich um Meghan und Nadja zu kümmern. Es dauert noch zwei weitere Wochen, bis auch Casey und Ana endlich in Amerika ankommen.
Nun ist alles natürlich noch viel stressiger, aber mit der Zeit normalisiert sich alles. Doch dann, wer hätt´s gedacht, will Maggie auf einmal noch ein Kind adoptieren: Alesia, 2 Jahre, aus Russland, schwere Missbildungen an Armen und Beinen. Deshalb findet sich auch keine andere Adoptivfamilie und Maggie will doch unbedingt ein neues zu Hause für sie finden. Keiner ist begeistert, doch am Schluss hat Maggie ihr Ziel doch erreicht, sie werden Alesia adoptieren.
Chaos, Chaos und noch mal Chaos. Das ist der Zustand der bei den Conroys zu Hause. So leben sie nun, die vier Conroy Schwestern mit ihren Eltern in einem kleinen Haus. Es geht auf und ab und auf und ab, usw. Das Leben dass Maggie und Casey gewählt haben ist sehr anstrengend, aber es erfüllt sie voll und ganz.
DIE KINDER
Meghan: Ist das einzige leibliche Kind der Conroys. Als die Adoption eines anderen Kindes beschlossen wird, ist sie 6 Jahre alt. Als Nadja in die Familie kommt, ist sie bereits 8 Jahre. Sie kommt recht gut mit der neuen Situation klar, fühlt sich aber auch oft vernachlässigt, was man ihr ja auch nicht übel nehmen kann. Auch fühlt sie sich von ihren Schwestern Nadja und Ana ausgeschlossen, da die beiden ein Herz und eine Seele sind. Soviel muss sie für ihre Schwestern zurück stecken und trotzdem liebt sie die 3 über alles, auch wenn man das nicht immer so sieht.
Nadja: Wurde als erstes Kind aus Russland adoptiert, als sie 5 Jahre war. Die Conroys waren ihre letzte Rettung vor dem Kinderheim der Großen. Ihr Einleben gestaltete sich als viel schwerer als erwartet. Doch mit der Zeit wurde sie ein sehr offenes und selbstbewusstes Kind, das genau weiß was es will. In der Zeit in ihrer neuen Familie hat sie sich völlig zum Positiven gewandelt.
Ihre Lieblingsschwester ist Ana, die sie gleich nach ihrer Ankunft am Flughafen ins Herz geschlossen hat. Die beiden waren immer unzertrennlich.
Ana Maria: Vor ihrer Adoption durch Maggy und Casey (sie war zu dem Zeitpunkt ebenfalls 5 Jahre) wurde sie von Pflegemutter zu Pflegemutter geschoben. Deshalb hat es auch sehr lange gedauert, bis sie sich endlich sicher war, dass sie für immer bei den Conroys bleiben durfte. Als die Adoption endlich rechtlich abgeschlossen war, was erst lange nach ihrer Ankunft in Amerika geschah, bekam sie von Maggie eine Urkunde, die ihr versicherte, nun für immer und ewig ihr Kind zu sein. Das hat ihr sehr geholfen.
Ana kam aus Kolumbien und hat ein ganz schönes Temperament. Sie erinnert mich von ihrer Art her wahnsinnig an meine Tochter. Ständig auf Achse, will auf den Arm genommen werde, nur um da dann ständig rumzuzappeln. Außerdem rannte Ana ständig zu Fremden Leuten und wollte von ihnen auf dem Arm genommen werden, was ich auch nur zu gut von Alina kenne. Wenn wir irgendwo anstehen, packt sie die Leute am Ärmel und wenn sie sich zu ihr umdrehen streckt sie die Arme raus. Oh Gott, das ist immer so peinlich, die Leute denken bestimmt immer, dass arme Kind will nur schnell weg von ihrer bösen Mama.
Alesia: Eigentlich war die Familienplanung der Conroys nach Ana abgeschlossen, doch Alesia musste Maggie einfach zu ihnen holen. Sie versuchte lange vergebens, eine Familie von Alesia zu finden. Doch da sie schwere Missbildungen an Armen und Beinen hatte, wollte niemand sie haben. Maggie hatte schon die ganze Zeit, allein durch das Foto von ihr, eine starke Bindung zu Alesia und konnte letztendlich Casey doch noch überzeugen auch sie zu adoptieren.
Als sie dann da war, ging das Chaos erst so richtig los, denn Alesia war mehr als nur aufgedreht. Außerdem war sie es gewöhnt, unter den Kindern immer die Bestimmerin zu sein, was bei ihren Schwestern natürlich nicht so gut ankam. Trotzdem haben sie alle von Anfang an geliebt.
Beim Kinderarzt stellte sich dann schon bald raus, dass sie Alesias Bein amputieren müssten und sie dann eine Prothese bekäme. Sonst würde sie nie richtig laufen können. Kurz nach Weihnachten war es dann so weit. Alles ging glatt und bald hatte Alesia ihre heißersehnte Protese. Ihr Humor wurde von Tag zu Tag größer und sie machte sich oft einen Spaß daraus, mal ganz aus Versehen das Bein zu verlieren und sich über die entsetzen Blicke der anderen Leute zu amüsieren. Was habe ich mich da kaput gelacht, wirklich klasse die Kleine!
MEINE MEINUNG
Geschrieben war das Buch sehr schön. Nicht sonderlich ausgeschmückt, sondern einfach nur ehrlich und aus dem Herzen heraus. Wie ihr sicher schon erkannt habt, ist Maggie die Autorin, doch meist wird auch Casey Sichtweise genügend berücksichtigt.
Die Sätze waren nicht sonderlich kompliziert, aber auch nicht einfach und plump. Eigentlich genau richtig, für meinen Geschmack.
Die Geschichte war auch hier wieder das tollste am ganzen Buch. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man es fertig bringen kann, in so kurzer Zeit, gleich 3 Kinder zu adoptieren. So anstrengen die Kinder auch sind, es wird deutlich gezeigt, dass sie wirklich etwas besonderes sind und man sie einfach lieben muss.
Ganz toll dargestellt wird auch das Verhältnis zwischen Maggie und Casey. Sie sind auf den ersten Blick ein Ehepaar wie alle anderen. Sie streiten ab und zu, lieben sich so wie es sich nach einigen Jahren Ehe gehört, doch wenn’s hart auf hart kommt, halten sie zusammen. Man sieht ganz eindeutig, wie sehr ihre Ehe die die Adoptionen belastet wird, doch sie hält und am Ende ist noch viel stärker, als sie je zuvor war.
Schade fand ich, dass kaum etwas von Meghan geschrieben wurde. Ich hatte das Gefühl, das ihre Meinung eigentlich gar nicht zählte, es wurde einfach über ihren Kopf hinweg entschieden. Auch später hört man recht wenig von ihr. Am Schluss schreibt die Autorin, dass sie mit ihren Schwestern sehr viel streitet, aber sie vor anderen stets in Schutz nimmt.
Auf die adoptierten Kinder wird immer sehr gut eingegangen. Vom ersten Bild, zur ersten Begegnung, bis zum Einleben in der neuen Familie und der Reaktion auf das nächste Kind wird alles genaustens beschrieben. Das finde ich sehr schön, da man sich dadurch richtig in die Geschichte hineinversetzen kann.
Natürlich muss man Maggies Leistung auch anerkennen. Sie adoptiert 3 Kinder aus unterschiedlichen Ländern, arbeitet nebenbei, hilft ehrenamtlich bei der Organisation von Auslandsadoptionen und irgendwie schafft sie es auch noch, ein Buch darüber zu schreiben. Alle Achtung!
Hierbei stellt Maggie weder sich noch ihren Mann als heiligen oder barmherzigen Samariter da. Sie weiß genau, dass keiner perfekt ist und teilt dem Leser auch vieles über ihre Ängste, und auch über ihr teilweises Versagen in Sachen Erziehung mit. Ihr Problem ist, dass sie den Kindern den Einstieg in die neue Familie so schön wie es nur geht machen will, was die Kinder natürlich machen und ihr irgend wann auf der Nase rumtanzen.
Was ich wahnsinnig schön finde, sind die zahlreichen Fotos in der Mitte des Buches. Jeder wird mehrmals abgebildet. Von Nadja, Ana und Alesia befinden sich hier auch die Fotos, die die Conroys als erstes von ihnen gesehen hatten. Wunderschön! Und so kann man sich doch alles noch viel schöner vorstellen. Sie sind witzig, schön und einfach einmalig. Ich habe mich so gefreut, als ich die Bilder entdeckt habe und im Laufe des Buches habe ich sie mir bestimmt 10 Mal oder noch öfter angesehen. Ich finde, jede Erfahrungsgeschichte sollte solche Fotos enthalten. Bei „All unsere Liebe für Kate“ war ich total enttäuscht, dass es dort keine Bilder von den Kindern gab.
Jetzt muss ich doch mal schwer überlegen, was mir an dem Buch nicht gefallen hat. Oh, da fällt mir doch glatt was ein: Es hört irgendwann auf! Ich hätte soviel noch mehr über das weitere Leben der Familie Conroy erfahren, wo sie mir doch so sehr ans Herz gewachsen sind.
DATEN:
Nerv, nerv, aber da muss ich durch. Ich will doch, dass ihr alle keine Probleme habt wenn ihr jetzt gleich in den nächsten Buchladen stürzt und nach dem Buch sucht.
Titel/Autor: „Grenzenlose Liebe“ von Maggie Francis Conroy
Verlag: Bastei/Lübbe
Seitenanzahl: 303
Cover: Die 4 Conroy-Schwestern
Preis: 8,45 Euro
ISBN: 3-404-61442-9
FAZIT: Und wer Erfahrungsgeschichten noch so sehr hasst, dieses Buch muss man einfach lesen. Es ist so wahnsinnig einfühlsam und unterhaltsam, dass es einen einfach mitreisst. Die Kinder sind so einzigartige, tolle Persönlichkeiten. Einfach alles an diesem Buch ist einfach toll! Lest es, lest es und lest es noch mal!
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