Erfahrungsbericht von Fhrink
Die 1. Päpstin der Weltgeschichte ?
Pro:
Eine interessante Zeitreise ins tiefste Mittelalter, sehr atmosphärisch, nie langweilig.
Kontra:
Die Hauptrolle hätte besser besetzt werden können,deshalb in der Gesamtbewertung ei- gentlich eine 1-
Empfehlung:
Nein
Vor ein paar Tagen erhielt ich ein Hörspiel aus dem Audio-
Verlag, das mich fasziniert hat und ich hier vorstellen
möchte.
Es handelt sich um \"Die Päpstin\", ursprünglich ein Buch von
Donna W. Cross.
Die Autorin erzählt die Geschichte von Papst Johannes VIII.,
der im 9. Jahrhundert auf dem höchsten Stuhl der Christen saß, was an sich nichts wirklich Besonderes ist, schon gar
nicht, wenn man wie ich, mit Religion eigentlich nichts am
Hut hat.
Doch dieser Papst war wohl eine Frau, was prinzipiell beim
Job eines Papstes nichts alltägliches ist und schon überhaupt
nicht im 9. Jahrhundert.
In den 2 1/2 Stunden des Hörspiels wir die Geschichte von Johanna erzählt. Sie wird im Winter 814 geboren, als Tochter
eines verbohrten, extrem gläubigen, in Doppelmoral lebenden
Dorfpriesters und einer sächsischen Mutter, die selbst, zu
schwach, lediglich als Gebärmaschine ihres fragwürdigen
Gatten existieren darf.
Der Vater betrachtet Johanna als minderwerigen Bastard und
verachtet sie als Ausgeburt der Hölle.
Johanna entwickelt jedoch ein großes Talent zum Lernen.
Obwohl es sich eigentlich nicht \"schicktt\" für ein Mädchen
ihrer Zeit sich Wissen anzueignen, bringt sie einen ihrer
Brüder dazu, ihr das Lesen und Schreiben beizubringen.
Außerdem stellt sie Fragen, die von ihren Zeitgenossen
praktisch als frevlerisch angesehen werden.
Ihr gelingt es unter großen Schwierigkeiten, sich auf die
Domschule in Dorstadt zu mogeln. Sie lernt Gerald von Vil-
laris kennen, der sich ihrer annimmt und auch in Zukunft
eine große Rolle in ihrem Leben spielen wird, trotz
dessen sich ihre Wege häufiger trennen sollen.
Gerolds\' Frau bemerkt im Laufe der Zeit diese (platonische)
Liason und will Johanna, Intrigen spinnend, gegen deren
Willen verheiraten.
Bei den Feierlichkeiten wird das Dorf von Normannen über-
fallen, die in dieser Zeit Angst und Schrecken in Europa
verbreiteten und alles nieder metzelten.
Johanna überlebt als einzige den Überfall.
Hier ergreift sie die Möglichkeit: Die Demütigungen und
Schmerzen, ihren unsäglichen Stellenwert als Frau in ihrem
Leben Revue passieren lassend, entschließt sie sich in
Zukunft als Mann zu existieren. Sie wird Johannes.
Sie verbirgt ihre weiblichen Merkmale unter weiten Gewän-
dern, verstellt ihre Stimme.
Sie schafft es, als Mönch im Kloster Fulda unter zu kommen,
erlernt medizinische Kenntnisse und erlangt durch erfolg-
reiche Heilungen größere Bekanntheit.
Eines Tages taucht ihr Vater im Kloster auf, der vor Ver-
zweiflung stirbt, als er in ihr seine Tochter wieder er-
kennt.
Engstirnigkeit und Neid des Abt Rabanus läßt sie unter
dramatischen Umständen aus dem Kloster flüchten.
Sie geht in die \"heilige Stadt\" nach Rom, arbeitet auch hier erfolgreich und wird schließlich Leibarzt des Papstes
Sergius.
Da sie auch mit politischen Ratschlägen Erfolge erzielt,
steigt ihr Ansehen auch weiterhin. So rettet sie z.B. Rom\'s
Frieden gegen den Kaiser Lothar.
Nach dem Sergius Nachfolger Leo vergiftet wird, ist ihre
Stunde gekommen. Sie wird als Papst Johannes VIII. zum
Pontifex gewählt. Als Frau, unerkannt.
Als Frau schließlich, wird sich auch ihr Schicksal voll-
ziehen. Doch bis dahin hat sie noch einige Arbeit als
\"Papst\" zu leisten.
65 Sprecher gestalten dieses Hörspiel jederzeit spannend
und recht authentisch. Man fühlt sich von Beginn an in\'s
9. Jahrhundert zurück versetzt und lauscht gespannt den
Geschehnissen.
Nur, leider ausgerechnet die Hauptrolle Johanna, gespro-
chen von der nicht unbekannten Schauspielerin Angelica
Domröse, wirkt ein wenig fade. Ihr Vortrag klingt zu oft
wie stur abgelesen und man hat nicht immer das Gefühl,
dass sie eine Frau dar stellt, die in Männerkleidern den
Papststuhl erklimmen soll.
Besser klingt da schon Dorothea Sell, die Johanna als Kind
spricht.
Dennoch ist der Gesamteindruck durchaus positiv, man möchte
eigentlich immer mehr vom Leben Johannas\' beim Hören er-
fahren. Für mich waren die 2 CD\'s sogar zu kurz.
In weiteren Hauptrollen agieren Thomas Holtzmann, Hilmar
Thate, Brernd Franke, Franz Josef Steffens, Hellmut Lange
uva.
Neben der Hauptstory gibt es eine Nebenhandlung, in der
christliche Würdenträger im 16. Jahrhundert versuchen, die
Beweise von Johannas\' Existenz zu vernichten.
Bei Donna W. Cross\' Buch handelt es sich wohl um eine wahre
Legende, die die Autorin, phasenweise etwas, aber wirklich
nur etwas kitschig um den ein oder anderen Aspekt erweitert
hat.
Im vatikanischen Museum gibt es (was den Wahrheitsgehalt
der Geschichte untermauern dürfte) einen unten geöffneten
Papststuhl, auf dem die Päpste nach diesen Ereignissen vor
1150 Jahren, sich einen Griff ins Gemächt gefallen lassen
mussten, um Zweifel am Geschlecht auszuräumen...
Eine Verfilmmung diese hoch interessanten Materials ist
geplant.
Verlag, das mich fasziniert hat und ich hier vorstellen
möchte.
Es handelt sich um \"Die Päpstin\", ursprünglich ein Buch von
Donna W. Cross.
Die Autorin erzählt die Geschichte von Papst Johannes VIII.,
der im 9. Jahrhundert auf dem höchsten Stuhl der Christen saß, was an sich nichts wirklich Besonderes ist, schon gar
nicht, wenn man wie ich, mit Religion eigentlich nichts am
Hut hat.
Doch dieser Papst war wohl eine Frau, was prinzipiell beim
Job eines Papstes nichts alltägliches ist und schon überhaupt
nicht im 9. Jahrhundert.
In den 2 1/2 Stunden des Hörspiels wir die Geschichte von Johanna erzählt. Sie wird im Winter 814 geboren, als Tochter
eines verbohrten, extrem gläubigen, in Doppelmoral lebenden
Dorfpriesters und einer sächsischen Mutter, die selbst, zu
schwach, lediglich als Gebärmaschine ihres fragwürdigen
Gatten existieren darf.
Der Vater betrachtet Johanna als minderwerigen Bastard und
verachtet sie als Ausgeburt der Hölle.
Johanna entwickelt jedoch ein großes Talent zum Lernen.
Obwohl es sich eigentlich nicht \"schicktt\" für ein Mädchen
ihrer Zeit sich Wissen anzueignen, bringt sie einen ihrer
Brüder dazu, ihr das Lesen und Schreiben beizubringen.
Außerdem stellt sie Fragen, die von ihren Zeitgenossen
praktisch als frevlerisch angesehen werden.
Ihr gelingt es unter großen Schwierigkeiten, sich auf die
Domschule in Dorstadt zu mogeln. Sie lernt Gerald von Vil-
laris kennen, der sich ihrer annimmt und auch in Zukunft
eine große Rolle in ihrem Leben spielen wird, trotz
dessen sich ihre Wege häufiger trennen sollen.
Gerolds\' Frau bemerkt im Laufe der Zeit diese (platonische)
Liason und will Johanna, Intrigen spinnend, gegen deren
Willen verheiraten.
Bei den Feierlichkeiten wird das Dorf von Normannen über-
fallen, die in dieser Zeit Angst und Schrecken in Europa
verbreiteten und alles nieder metzelten.
Johanna überlebt als einzige den Überfall.
Hier ergreift sie die Möglichkeit: Die Demütigungen und
Schmerzen, ihren unsäglichen Stellenwert als Frau in ihrem
Leben Revue passieren lassend, entschließt sie sich in
Zukunft als Mann zu existieren. Sie wird Johannes.
Sie verbirgt ihre weiblichen Merkmale unter weiten Gewän-
dern, verstellt ihre Stimme.
Sie schafft es, als Mönch im Kloster Fulda unter zu kommen,
erlernt medizinische Kenntnisse und erlangt durch erfolg-
reiche Heilungen größere Bekanntheit.
Eines Tages taucht ihr Vater im Kloster auf, der vor Ver-
zweiflung stirbt, als er in ihr seine Tochter wieder er-
kennt.
Engstirnigkeit und Neid des Abt Rabanus läßt sie unter
dramatischen Umständen aus dem Kloster flüchten.
Sie geht in die \"heilige Stadt\" nach Rom, arbeitet auch hier erfolgreich und wird schließlich Leibarzt des Papstes
Sergius.
Da sie auch mit politischen Ratschlägen Erfolge erzielt,
steigt ihr Ansehen auch weiterhin. So rettet sie z.B. Rom\'s
Frieden gegen den Kaiser Lothar.
Nach dem Sergius Nachfolger Leo vergiftet wird, ist ihre
Stunde gekommen. Sie wird als Papst Johannes VIII. zum
Pontifex gewählt. Als Frau, unerkannt.
Als Frau schließlich, wird sich auch ihr Schicksal voll-
ziehen. Doch bis dahin hat sie noch einige Arbeit als
\"Papst\" zu leisten.
65 Sprecher gestalten dieses Hörspiel jederzeit spannend
und recht authentisch. Man fühlt sich von Beginn an in\'s
9. Jahrhundert zurück versetzt und lauscht gespannt den
Geschehnissen.
Nur, leider ausgerechnet die Hauptrolle Johanna, gespro-
chen von der nicht unbekannten Schauspielerin Angelica
Domröse, wirkt ein wenig fade. Ihr Vortrag klingt zu oft
wie stur abgelesen und man hat nicht immer das Gefühl,
dass sie eine Frau dar stellt, die in Männerkleidern den
Papststuhl erklimmen soll.
Besser klingt da schon Dorothea Sell, die Johanna als Kind
spricht.
Dennoch ist der Gesamteindruck durchaus positiv, man möchte
eigentlich immer mehr vom Leben Johannas\' beim Hören er-
fahren. Für mich waren die 2 CD\'s sogar zu kurz.
In weiteren Hauptrollen agieren Thomas Holtzmann, Hilmar
Thate, Brernd Franke, Franz Josef Steffens, Hellmut Lange
uva.
Neben der Hauptstory gibt es eine Nebenhandlung, in der
christliche Würdenträger im 16. Jahrhundert versuchen, die
Beweise von Johannas\' Existenz zu vernichten.
Bei Donna W. Cross\' Buch handelt es sich wohl um eine wahre
Legende, die die Autorin, phasenweise etwas, aber wirklich
nur etwas kitschig um den ein oder anderen Aspekt erweitert
hat.
Im vatikanischen Museum gibt es (was den Wahrheitsgehalt
der Geschichte untermauern dürfte) einen unten geöffneten
Papststuhl, auf dem die Päpste nach diesen Ereignissen vor
1150 Jahren, sich einen Griff ins Gemächt gefallen lassen
mussten, um Zweifel am Geschlecht auszuräumen...
Eine Verfilmmung diese hoch interessanten Materials ist
geplant.
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