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Erfahrungsbericht von 25188

Heartbreak Hotel (von Childress, Mark)

Pro:

leicht lesbar

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Was haben die Malediven und Elvis gemeinsam?

Ganz einfach: dieses Buch und mich zufällig zur gleichen Zeit!

Es gab einmal eine Phase, da habe ich mir eingebildet, ich müsste unbedingt ausspannen, so richtig ausspannen. Also ins nächste Reisebüro und ab auf die Malediven. Es war herrlich. Ruhig, sonnig, einfach toll. Fünf Tage lang. Dann fingen die Palmenblätter der Strandbungalowdächer an, mir auf den Kopf zu fallen. Mit einem Wort: mir wurde ungemein langweilig.
Nun muss man wissen, dass ich zu den weltgrössten Leseratten gehöre. Bis zu diesem Zeitpunkt - ich war knapp 30 - hatte ich so über den Daumen 10 Bücher gelesen! 8 davon waren Elvisbiographien!!
Also was tun? So begann ich damit, am Rückweg vom Schnorcheln, am Hinweg zum Essen und zwischen zwei Gesprächen die Bücherkiste zu durchstöpern, die dort in der Lobby stand. Die Bücher waren abgenutzt, leicht feucht, teilweise fehlten Seiten. Trotzdem habe ich meinen Gesamtbücherlesestand in den nächsten Tagen verdoppelt!
Das meiste war Schund.
Dann entschloss ich mich, diese Kiste komplett auszuleeren, vielleicht eröffnen sich ja noch Welten?!?

Und siehe da, ich stiess auf das besagte Buch. Ehrlich, zuerst nahm ich es nicht mit. Das Ding hatte ja über 500 Seiten! Sowas kann man doch nicht lesen! Gut, ich bin ein grosser Elvisfan, aber was zuviel ist, ist zuviel!

Zwei Tage später las ich den letzten Schundroman zu Ende und mir blieb nix anderes über: her mit dem Heartbreak Hotel Wälzer!

Ich habe's in wenigen Stunden zu Ende gelesen!

Was sich mir dort offenbarte, war vom Feinsten. Wie erwähnt, mag ich Elvis und beschäftige mich seit 20 Jahren mit der Person. Ich habe immer versucht, möglichst kritisch mit allem umzugehen, mit dem Fakten, den Gerüchten und Erzählungen, mit der Verherrlichung.
Ich habe viele Bücher über ihn gelesen und objektiv eingeschätzt war das meiste Müll.
Hier hielt ich nun einen Roman, eine Erzählung in Händen, die naturgemäss keinen Anspruch auf Wahrheitsgehalt erhebt, sondern unterhalten möchte. Und unterhaltsam ist dieses Buch, und wie! Es ist locker und spassig geschrieben, es sind die Probleme der 30-er Jahre, die Kriegsjahre bis hin zu Elvis' Aufstieg Mitte der 50-er am Tisch, aber niemals aufdringlich, nie übertrieben, nicht sentimental oder gar trübsinnig. Ich habe ja damals nicht gelebt, mich nur mit der Zeit beschäftigt, aber ich gewann den Eindruck, in einer Tageszeitung zu lesen. Man ist hautnah am Geschehen, kann mitleben. Man kann sich in die jeweilige Situation reinversetzen und die Szene mitspielen. Alle Achtung an den Autor!!

Und was mir besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass sich der Inhalt wirklich auf Elvis bezieht. Es geht um ihn und seine Geschichte. Die wichtigen Meilensteine sind drin und zumeist auch richtig beschrieben! Etwas, was die meisten Biographien nicht schaffen. Manche Dinge sind nicht richtig, falsch interpretiert oder ausgeschmückt. Aber das sind und werden sie seit Jahrzehnten und zwar in den Nachrichten und Tageszeitungen. Kann man es einem Roman verübeln, dass darin nicht alles berichtigt wird?
Ich habe es nicht getan, weil es einfach schön und flüssig zu lesen war. Zwischendurch hat das Buch mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und ich dachte mir: das stimmt jetzt aber nicht.
Aber: aus, stop, retour. Ich las ja einen Roman. Und nichts anderes.
Und als das was es war und ist - eine Geschichte - ist es toll umgesetzt. Auch für einen Elvis-Fan.
Und wäre ich keiner, so wäre es trotzdem eine kurzweilige, unterhaltsame Story.

Was will man mehr??

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