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Erfahrungsbericht von political

Und die Ratten kamen heraus...

Pro:

real, spannend, psychologisch

Kontra:

Charaktere könnten noch besser ausgeformt sein

Empfehlung:

Nein

Heute habe ich „die Pest“ von Albert Camus zu Ende gelesen und möchte euch jetzt über dieses Buch berichten. Dieser Roman gilt ja gemeinhin als erfolgreichste von Camus, das heißt natürlich nicht automatisch das es auch das beste Buch von Camus sein muss. Ob das auch für mich so stimmt wollte ich natürlich herausfinden und habe mir dieses Buch zugelegt.

Inhalt:
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Oran ist eine Stadt irgendwo an der Küste Algeriens. Der Erzähler der Geschichte beschreibt die Stadt als hässlich. Die Einwohner scheinen nicht wirklich anders zu sein, als sonst wo auf der Welt. Sie arbeiten viel, sind auf ihren eigenen Gewinn aus und haben sonst ganz normale Gewohnheiten.

Eines Tages beginnen in der Stadt die Ratten zu sterben. Doch sie sterben nicht etwa im Verborgenen, nein sie kommen in großer Zahl aus der Kanalisation um bei den Menschen zu sterben. Etwa zur selben Zeit bringt unser „Held“ in dieser Geschichte, ein Arzt namens Bernard Rieux, seine Frau zum Zug. Sie soll auf Kur fahren um sich von ihrer Krankheit zu erholen. Rieux ist einer der ersten, der dieses Rattensterben bemerkt und wundert sich anfangs nur darüber. Schon einige Tage später sterben die ersten Menschen. Es scheint eine sonderbare Krankheit in der Stadt umzugehen. Anfangs sterben pro Tag „nur“ etwa 5-10 Personen, doch von Tag zu Tag sterben mehr Menschen und die Symptome weisen eindeutig darauf hin, dass es die Pest ist. Nach anfänglicher Skepsis sieht auch die Stadtverwaltung ein, dass es nur die Pest sein kann und ist wohl oder übel dazu gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen.

Kurze Zeit später wird die Stadt geschlossen also als Ganzes unter Quarantäne gestellt. Es dürfen weder Personen nach Oran hereinkommen noch dürfen die Bewohner oder Gäste der Stadt, diese verlassen. Ab diesem Moment werden wir Zeugen der verschiedenen Reaktionen der Menschen, die sich plötzlich als Gefangene in ihrer eigenen Stadt sehen. Viele haben ihre Liebsten, Verwandten oder engsten Freunden in anderen Städten. Plötzlich wird für viele – ebenso wie für Rieux – klar, dass ein kurz zuvor verabschiedeter Mensch, den man nur für wenige Tage fort glaubte in Wahrheit nun auf unbestimmte Zeit außer Sicht- und Reichweite sein würde. Diese Gewissheit wirkt bedrückend. Noch viel mehr als die Bewohner der Stadt betraf dies die Besucher in Oran. Einer von Ihnen ist Rambert, ein Journalist aus Paris, der nur zufällig in der Stadt ist und jetzt mitten in dieser Peststadt festsitzt. Kurz zuvor hatte er sich in Paris verliebt und jetzt wird er vom schwarzen Tod daran gehindert, zurück zu seiner Liebsten zu gelangen. Immer wieder versucht er, die Stadt zu verlassen, aber ohne Erfolg.

Währenddessen kämpft der Arzt Rieux zusammen mit vielen anderen Freiwilligen, wie etwa Tarrou, der sich wenige Wochen vor Beginn der Seuche in Oran niedergelassen hatte oder Monsieur Grand, ein einfacher Beamter, um das Leben der Pestkranken. Meist ohne Erfolg.

Wir erfahren auch die Perspektiven des Priesters Paneloux, der auf seine eigene Weise versucht, die Pest zu erklären. Wir lernen aber auch den Verbrecher Cottard kennen, der als einer von wenigen die Pest sogar begrüßt, weil dadurch sein „Fall“ verzögert wird und er so einen Vorteil für sich entdeckt hat.

Während all diese Personen einander kennen lernen und teilweise so etwas wie Freundschaften entstehen, wütet die Pest weiter und weiter. Von Tag zu Tag reißt sie mehr Menschen aus dem Leben und so spielt natürlich auch die Organisation dieser Seuche eine Rolle. Je länger das Sterben andauert, desto mehr muss man bezweifeln, ob überhaupt jemals wieder ein Ende in Sicht ist. Wie es tatsächlich ausgeht, lest ihr am besten selbst nach, das Buch gibt’s bei Amazon um 7,90 Euro und es ist als rororo-Buch im Rowohlt-Verlag erschienen.


Der Autor
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Albert Camus wurde 1913 in Mondovi, in Algerien geboren. Er studierte Philosophie und trat der Kommunistischen Partei bei. Wenig später verließ er sie aber wieder. Camus zählt zu den Vertretern des sogenannten Existenzialismus wie auch Sartre. Camus starb 1960 bei einem Autounfall. Seien bekanntesten Werke sind:

-) Der Fremde
-) Der Mythos des Sisyphos
-) Der Fall (Literaturnobelpreis 1957)

Fazit:
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Die Pest ist ein sehr gelungenes Werk. Camus beschreibt in eindringlichen Worten, wie Menschen auf Extremsituationen reagieren. In diesem speziellen Fall ist es die Pest, die eine ganze Stadt vom Rest der Welt abschottet und ihre Menschen gefangen hält. Dabei lässt Camus kaum eine Sichtweise außer acht. Sowohl die Sichtweise des Arztes, der gegen einen übermächtigen Gegner kämpft, als auch die Sichtweise des Priesters, der in Erklärungs-notstand gerät. Warum lässt Gott dieses Seuche gerade in dieser Stadt wüten? Eine Frage, die der Priester Paneloux nicht vollständig klären kann.

Die Menschen versuchen sich anfangs gegen die Situation, die ihnen aufgezwungen wird aufzulehnen, merken aber bald, dass es nichts bringt und ziehen sich immer mehr zurück. Es legt sich ein Schleier über die Stadt und mit jedem Familienmitglied oder Bekannten sterben ein paar Gefühle in jedem Einzelnen ab. So wird auch der Stil und die Art der Beschreibung des Erzählers immer kühler und nüchterner. Zu stark zeichnet die Hoffnungslosigkeit das Gemüt der Protagonisten.

In vielen Gesprächen kommen unsere „Helden“ aber in einem überein. Es ist nötig zu kämpfen, auch wenn es anscheinend sinnlos und vergebens ist. Solange man kämpft, hat man keine Zeit darüber nachzudenken was passiert ist und noch passieren wird.

Camus beschreibt auch die Maßnahmen der Verwaltung, um die Pest zu bekämpfen, und die Toten zu katalogisieren äußerst nüchtern und vergleicht beide –die Pest und die Verwaltung – sogar. So ergibt sich ein Roman, der eine Charakterstudie von den verschiedensten Menschen beinhaltet. Während die einen versuchen zu helfen, schotten sich die Anderen ab. Wieder andere geben sich vollständig auf und werden trotzdem verschont. Hier wird auch deutlich, dass die Pest keine Klassen kennt und nur willkürlich tötet und nicht mit System. Dies macht die Situation doppelt schlimm, weil immer in dem Bewusstsein gelebt wird, man könnte selbst schon der nächste sein.

Alles in allem ist dieser Roman allemal sein Geld wert! Auf 350 Seiten schildert Camus detailliert die Pest und ihre Auswirkungen auf Körper und Geist der verpesteten Stadt. Der vielleicht einzige Nachteil dieses Buches ist, dass es durch die Vielzahl der handelnden Personen etwas komplex wird und einige Charaktere dadurch zu wenig detailliert vorgestellt und analysiert werden. Trotz allem ist dieses Buch sehr empfehlenswert und hat sich die Bestnote allemal verdient.

So, das war’s mal wieder von mir. Solltet ihr noch Fragen, Anregungen oder Kritik haben, die ihr mir mitteilen wollt, so bitte ich euch, dies in Form eines Kommentars jederzeit zu tun.

lg chris

PS: Wie immer wird dieser Bericht auch bei anderen Meinungsplattformen erscheinen!

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