Erfahrungsbericht von princesse
Charles Dickens - Oliver Twist (ab 10)
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
.
Die Helden meiner Kindheit heissen Pippi Langstrumpf, Tom Sawayer und Huckleberry Finn, die rote Zora und - Oliver Twist.
Ein Junge der soviel aushalten musste als Kind, was aber nichts ungewöhnliches zu schien in der Zeit, in welcher die Geschichte spielt, ich schätze mal 19. Jahrhundert, den geschrieben hat Charles Dickens das Buch im Jahre 1838.
Die Geschichte beginnt mit der Geburt Olivers, welche unter widrigen Umständen vonstatten ging, nicht zuletzt deswegen dass diese Geburt ihn auch gleich zum Waisen machte, seine Mutter starb nachdem sie das Neugeborene mit leichenblassen Lippen geküsst hatte.
Da seine Mutter ihn in einem Armenhaus zur Welt brachte wurde Oliver Twist ins Waisenhaus gebracht. Von dort ging seine Reise bald weiter zu einer Frau welche sich darauf spezialisiert hatte 20-30 Kinder bei sich aufzunehmen, das Kostgeld einzustreichen und die Kinder immer kurz vor dem Hungertod zu bewahren, obwohl das Geld ausgereicht hätte um die Kinder ausreichend zu ernähren. Oliver überlebte diese hinngebungsvole Aufzucht nur weil er ein kräftiges Bürschchen war. Als er 9 Jahre alt war kam der Gemeindediener um Oliver Twist mitzunehmen. Dieser war im übrigen auch für Olivers Vor -und Zunamen verantwortlich worauf er sehr stolz war. [....]\" \"Wie kommt es aber, daß er überhaupt einen Namen hat?\" fragte Frau Mann. Der Gemeindediener warf sich in die Brust und entgegnete: \"Den habe ich erfunden!\" \"Sie, Herr Bumble?\" \"Jawohl. Wir geben unsern Findlingen Namen nach dem Alphabet. Der letzte war ein S - ich taufte ihn Swubble. Dieser war ein T - ich benannte ihn Twist.\" \"Sie sind ja ein wahrer Gelehrter, Herr Bumble.\" \"Vielleicht\", sagte der Gemeindediener geschmeichelt, \"kann sein, Frau Mann. - Oliver ist nun zu alt für dieses Haus, der Vorstand hat beschlossen, ihn wieder zurückzunehmen,.und ich soll ihn abholen. Bringen Sie ihn mal her.\" \"Ich werde ihn sofort holen\", sagte Frau Mann und verließ das Zimmer. Oliver war inzwischen von dem Schmutz, der sein Gesicht und seine Hände bedeckte, so weit gereinigt worden, als es durch eine einmalige Wäsche geschehen konnte. An der Hand seiner wohlwollenden Beschützerin betrat er nun das Zimmer. \"Mach einen Diener vor dem Herrn, Oliver\", sagte Frau Mann. Oliver machte eine tiefe Verbeugung sowohl vor Herrn Bumble auf dem Stuhl, als auch vor dem Dreispitz auf dem Tische. \"Willst du mit mir gehen, Oliver?\" fragte Herr Bumble mit hoheitsvoller Stimme. Oliver wollte gerade sagen, daß er gern mit jedem fortgehen würde, als er bemerkte, daß ihm Frau Mann, die hinter den Stuhl des Gemeindedieners getreten war, mit wütender Miene die Faust zeigte. Er verstand diese Zeichensprache. \"Wird sie auch mitgehen?\" fragte der arme Junge. \"Nein, aber sie wird dich hin und wieder besuchen\", sagte Herr Bumble. Das war kein sonderlicher Trost für Oliver. Trotz seiner Jugend war er jedoch klug genug, sich so zu gehaben, als verließe er Frau Mann nur ungern. \" [....](S 8).
Oliver Twist kam zurück ins Armenhaus wo er, für ebenso karges Brot wie schon die 9 Jahre zuvor, arbeiten musste. Als er es wagte den Koch nach einer weiteren Portion für einen Leidensgenossen zu fragen war man derart empört und von der kriminellen Neigung des Jungen überzeugt dass man beschloss ihn loszuwerden und demjenigen 5 Pfund bot der bereit war ihn mitzunehmen.
Oliver sollte einem Kaminkehrer übergeben werden der die 5 Pfund gut gebrachen konnte und überdies immer wieder unterernährte Jungen benötigte welche in die schmalen Kamine klettern mussten. Was diese Kinder in dem einen oder anderen Fall das Leben kostete durch Rauchvergiftung. Dieses Los blieb Oliver erspart, ein Friedensrichter der dem \"Lehrbrief\" hätte zustimmen müssen, verweigertete dies.
Also wurde Oliver wieder angeboten und landete beim Leichenbestatter wo er unterm Ladentisch schlief und zu essen bekam was der Hund übrig liess. Wie man sich denken kann war das Leben für Oliver wieder sehr schwer und geprägt von Lieblosigkeit und fehlender Fürsorge. Oliver läuft bald davon, nachdem er eine heftige Tracht Prügel bezogen hatte.
Oliver geht nach London und trifft dort Fagin. Dieser, ein Jude, ist das Oberhaupt einer Diebesbande, bestehend aus jugendlichen Taschendieben. Oliver begleitet seine neuen \"Freunde\" bei einer Diebestour und wird prompt geschnappt obwohl er sich an der Dieberei gar nicht beteiligt hatte, sein Pech war lediglich nicht schnell genug laufen zu können. Dies aber sollte sich zum Guten wenden, denn der bestohlene Herr nahm den kleinen mageren Jungen mit nach Hause und kümmerte sich liebevoll um ihn, das war das erste Mal in Olivers Leben dass es ihm gut ging. Nur leider war dies nicht von Dauer, Fagin wurde seiner wieder habhaft, entführte ihn und Oliver fand sich in der Gesellschaft von Gannoven und Betrügern wieder.
Oliver Twist musste noch manche Widrigkeit überstehen bis sich die Geschichte endlich zum Guten wendete. Und wie so oft in diesen Büchern, wo es um das Schicksal von Waisenkindern ging stellte sich auch in Olivers Fall heraus welcher Herkunft er war und das sein Platz keineswegs im Armenhaus gewesen wäre.
Diese Geschichte empfand ich als Kind unheimlich spannend und ich litt mit Oliver und zitterte mit ihm um sein Leben, schluchzte wenn er weinte und war letzendlich glücklich als sich alles zum Guten wendete. Und obwohl es aus heutiger Sicht ungeheuerlich ist was Oliver alles passierte und wie traurig sein Leben jahrelang war, so gut war ich als Kind offenbar imstande das zu verarbeiten, wahrscheinlich eben deswegen weil \"das Gute\" siegte, weil das Buch ein glückliches Ende hat. Vielleicht ist das das wichtigste bei einem Kinder- und Jugendbuch.
Immerhin wird der Lesestoff ab 10 Jahren empfohlen. Ob die Kinder heute an solchen Stoff noch gefallen finden kann ich nicht sagen.
Charles Dickens hat hier ein Buch geschrieben welches sich stark mit der Realität der damaligen Zeit auseinander setzt. Nachzuvollziehen wie es Kindern aus armen Verhältnissen ging ist sehr schwer, lässt sich vielleicht vergleichen mit der heutigen Situation von Kindern in der sogenannten dritten Welt. Wenn ich da an Strassenkinder denke in brasilien oder anderswo so ist deren Leben nicht so unterschiedlich von dem Oliver Twist\'s. Dies ist übrigens nicht der einzige Roman Dickens, welcher in diese Kerbe schlägt, David Copperfield ist ebenfalls eine geschichte um einen armen Jungen..... 16 jahre später geschrieben.
Es scheint als spiegelt sich Dickens\' eigene harte Jugend in einigen seiner Büchern wieder. Zitat: \"Dickens ist der trotz aller gelegentlichen Rührsamkeit königlichste englische Erzähler mit seinem gütigen Herzen und seiner prachtvollen Laune, von ihm müssen wir mindestens die Pichwickier und den Copperfield haben.\" (Bibliothek der Weltliteratur)\".
Charles Dickens (1812 - 1870)
Mein Buch ist etwa 30 Jahre alt, arg zerfleddert und beinhaltet Zeichnungen, skizzenhafte Proträts der wichtigsten Personen und Begebenheiten. Ich denke nicht dass diese Ausgabe noch erhältlich ist: Tosa Verlag, Wien. Eine andere Ausgabe, neu aufgelegt 1997 vom Arena- Verlag, Würzburg, 204 Seiten kostet EUR 7,57. ISBN: 340104785X
Das Buch gibts auch online:
http://www.gutenberg.aol.de/dickens/oliver/twist.htm
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Die Helden meiner Kindheit heissen Pippi Langstrumpf, Tom Sawayer und Huckleberry Finn, die rote Zora und - Oliver Twist.
Ein Junge der soviel aushalten musste als Kind, was aber nichts ungewöhnliches zu schien in der Zeit, in welcher die Geschichte spielt, ich schätze mal 19. Jahrhundert, den geschrieben hat Charles Dickens das Buch im Jahre 1838.
Die Geschichte beginnt mit der Geburt Olivers, welche unter widrigen Umständen vonstatten ging, nicht zuletzt deswegen dass diese Geburt ihn auch gleich zum Waisen machte, seine Mutter starb nachdem sie das Neugeborene mit leichenblassen Lippen geküsst hatte.
Da seine Mutter ihn in einem Armenhaus zur Welt brachte wurde Oliver Twist ins Waisenhaus gebracht. Von dort ging seine Reise bald weiter zu einer Frau welche sich darauf spezialisiert hatte 20-30 Kinder bei sich aufzunehmen, das Kostgeld einzustreichen und die Kinder immer kurz vor dem Hungertod zu bewahren, obwohl das Geld ausgereicht hätte um die Kinder ausreichend zu ernähren. Oliver überlebte diese hinngebungsvole Aufzucht nur weil er ein kräftiges Bürschchen war. Als er 9 Jahre alt war kam der Gemeindediener um Oliver Twist mitzunehmen. Dieser war im übrigen auch für Olivers Vor -und Zunamen verantwortlich worauf er sehr stolz war. [....]\" \"Wie kommt es aber, daß er überhaupt einen Namen hat?\" fragte Frau Mann. Der Gemeindediener warf sich in die Brust und entgegnete: \"Den habe ich erfunden!\" \"Sie, Herr Bumble?\" \"Jawohl. Wir geben unsern Findlingen Namen nach dem Alphabet. Der letzte war ein S - ich taufte ihn Swubble. Dieser war ein T - ich benannte ihn Twist.\" \"Sie sind ja ein wahrer Gelehrter, Herr Bumble.\" \"Vielleicht\", sagte der Gemeindediener geschmeichelt, \"kann sein, Frau Mann. - Oliver ist nun zu alt für dieses Haus, der Vorstand hat beschlossen, ihn wieder zurückzunehmen,.und ich soll ihn abholen. Bringen Sie ihn mal her.\" \"Ich werde ihn sofort holen\", sagte Frau Mann und verließ das Zimmer. Oliver war inzwischen von dem Schmutz, der sein Gesicht und seine Hände bedeckte, so weit gereinigt worden, als es durch eine einmalige Wäsche geschehen konnte. An der Hand seiner wohlwollenden Beschützerin betrat er nun das Zimmer. \"Mach einen Diener vor dem Herrn, Oliver\", sagte Frau Mann. Oliver machte eine tiefe Verbeugung sowohl vor Herrn Bumble auf dem Stuhl, als auch vor dem Dreispitz auf dem Tische. \"Willst du mit mir gehen, Oliver?\" fragte Herr Bumble mit hoheitsvoller Stimme. Oliver wollte gerade sagen, daß er gern mit jedem fortgehen würde, als er bemerkte, daß ihm Frau Mann, die hinter den Stuhl des Gemeindedieners getreten war, mit wütender Miene die Faust zeigte. Er verstand diese Zeichensprache. \"Wird sie auch mitgehen?\" fragte der arme Junge. \"Nein, aber sie wird dich hin und wieder besuchen\", sagte Herr Bumble. Das war kein sonderlicher Trost für Oliver. Trotz seiner Jugend war er jedoch klug genug, sich so zu gehaben, als verließe er Frau Mann nur ungern. \" [....](S 8).
Oliver Twist kam zurück ins Armenhaus wo er, für ebenso karges Brot wie schon die 9 Jahre zuvor, arbeiten musste. Als er es wagte den Koch nach einer weiteren Portion für einen Leidensgenossen zu fragen war man derart empört und von der kriminellen Neigung des Jungen überzeugt dass man beschloss ihn loszuwerden und demjenigen 5 Pfund bot der bereit war ihn mitzunehmen.
Oliver sollte einem Kaminkehrer übergeben werden der die 5 Pfund gut gebrachen konnte und überdies immer wieder unterernährte Jungen benötigte welche in die schmalen Kamine klettern mussten. Was diese Kinder in dem einen oder anderen Fall das Leben kostete durch Rauchvergiftung. Dieses Los blieb Oliver erspart, ein Friedensrichter der dem \"Lehrbrief\" hätte zustimmen müssen, verweigertete dies.
Also wurde Oliver wieder angeboten und landete beim Leichenbestatter wo er unterm Ladentisch schlief und zu essen bekam was der Hund übrig liess. Wie man sich denken kann war das Leben für Oliver wieder sehr schwer und geprägt von Lieblosigkeit und fehlender Fürsorge. Oliver läuft bald davon, nachdem er eine heftige Tracht Prügel bezogen hatte.
Oliver geht nach London und trifft dort Fagin. Dieser, ein Jude, ist das Oberhaupt einer Diebesbande, bestehend aus jugendlichen Taschendieben. Oliver begleitet seine neuen \"Freunde\" bei einer Diebestour und wird prompt geschnappt obwohl er sich an der Dieberei gar nicht beteiligt hatte, sein Pech war lediglich nicht schnell genug laufen zu können. Dies aber sollte sich zum Guten wenden, denn der bestohlene Herr nahm den kleinen mageren Jungen mit nach Hause und kümmerte sich liebevoll um ihn, das war das erste Mal in Olivers Leben dass es ihm gut ging. Nur leider war dies nicht von Dauer, Fagin wurde seiner wieder habhaft, entführte ihn und Oliver fand sich in der Gesellschaft von Gannoven und Betrügern wieder.
Oliver Twist musste noch manche Widrigkeit überstehen bis sich die Geschichte endlich zum Guten wendete. Und wie so oft in diesen Büchern, wo es um das Schicksal von Waisenkindern ging stellte sich auch in Olivers Fall heraus welcher Herkunft er war und das sein Platz keineswegs im Armenhaus gewesen wäre.
Diese Geschichte empfand ich als Kind unheimlich spannend und ich litt mit Oliver und zitterte mit ihm um sein Leben, schluchzte wenn er weinte und war letzendlich glücklich als sich alles zum Guten wendete. Und obwohl es aus heutiger Sicht ungeheuerlich ist was Oliver alles passierte und wie traurig sein Leben jahrelang war, so gut war ich als Kind offenbar imstande das zu verarbeiten, wahrscheinlich eben deswegen weil \"das Gute\" siegte, weil das Buch ein glückliches Ende hat. Vielleicht ist das das wichtigste bei einem Kinder- und Jugendbuch.
Immerhin wird der Lesestoff ab 10 Jahren empfohlen. Ob die Kinder heute an solchen Stoff noch gefallen finden kann ich nicht sagen.
Charles Dickens hat hier ein Buch geschrieben welches sich stark mit der Realität der damaligen Zeit auseinander setzt. Nachzuvollziehen wie es Kindern aus armen Verhältnissen ging ist sehr schwer, lässt sich vielleicht vergleichen mit der heutigen Situation von Kindern in der sogenannten dritten Welt. Wenn ich da an Strassenkinder denke in brasilien oder anderswo so ist deren Leben nicht so unterschiedlich von dem Oliver Twist\'s. Dies ist übrigens nicht der einzige Roman Dickens, welcher in diese Kerbe schlägt, David Copperfield ist ebenfalls eine geschichte um einen armen Jungen..... 16 jahre später geschrieben.
Es scheint als spiegelt sich Dickens\' eigene harte Jugend in einigen seiner Büchern wieder. Zitat: \"Dickens ist der trotz aller gelegentlichen Rührsamkeit königlichste englische Erzähler mit seinem gütigen Herzen und seiner prachtvollen Laune, von ihm müssen wir mindestens die Pichwickier und den Copperfield haben.\" (Bibliothek der Weltliteratur)\".
Charles Dickens (1812 - 1870)
Mein Buch ist etwa 30 Jahre alt, arg zerfleddert und beinhaltet Zeichnungen, skizzenhafte Proträts der wichtigsten Personen und Begebenheiten. Ich denke nicht dass diese Ausgabe noch erhältlich ist: Tosa Verlag, Wien. Eine andere Ausgabe, neu aufgelegt 1997 vom Arena- Verlag, Würzburg, 204 Seiten kostet EUR 7,57. ISBN: 340104785X
Das Buch gibts auch online:
http://www.gutenberg.aol.de/dickens/oliver/twist.htm
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