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Erfahrungsbericht von xeniaII

Denfeld, Rene: The New Victorians : A Young Woman\'s Challenge to the Old Feminist Order

Pro:

sehr interessant

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Nein

Im deutschen ist das Buch im Knauer Verlag unter dem Titel: Frech, Emanzipiert und Unwiderstehlich - Die Töchter des Feminismus, erschienen!

Rene Denfeld ist freie Publizistin. Ihre Artikel über neue Trends in der Frauenbewegung sind in allen großen Zeitschriften in den USA erschienen. Die Amateurboxerin lebt in Portland / Oregon.

Zum Inhalt:
Mit diesem Buch rechnet die Autorin mit der feministischen Theorie und Praxis ab und die Müttergeneration macht dabei keine gute Figur. Aber die Autorin will mehr: Es geht um Gleichberechtigung, darum, die eigenen Möglichkeiten beruflich wie privat leben und durchsetzten zu können. Mit diesem sehr realistischen, lebensnahen Ansatz wird die junge selbstbewußte Frauengeneration die festgefahrenen Beziehungen zwischen Mann und Frau aufbrechen.

Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der nicht so genau weiß, was die Frauenbewegung eigentlich bedeutet, bisher geleistet hat und leider auch, was mittlerweile aus ihr geworden ist.

Wer kann sich schon noch daran erinnern, daß erst 1973 die Abtreibung legalisiert wurde und es den langen Kampf zur Durchsetzung des ERA (Equal Rights Amendment; Verfassungszusatz zur rechtlichen Gleichstellung der Geschlechter) gab. Die Frauenbewegung hat viel für die Frauen erreicht, nicht nur in Amerika.

Leider zeigt das Buch aber auch sehr deutlich, daß von den einstigen Idealen nicht mehr viel übrig ist. Führende Persönlichkeiten sind abgedankt und die Bewegung hat eine Richtung eingeschlagen, die für den Großteil der Frauen nicht mehr mit ihren persönlichen Verhältnissen zu vereinbaren ist.

So ist z. B. Catharine MacKinnon (führende femminstische Rechtanwältin) der Meinung, daß es im Geschlechtsverkehr niemals ein Miteinander zwischen Frau und Mann geben kann und man um dies zu beweisen, sich nur einmal die Aussagen von Vergewaltigungsopfern ansehen muß. Andrea Dworkin (Aktivistin der Anti-Pornographie-Bewegung) ist der Meinung, daß jeder Geschlechtsverkehr eine Vergewaltigung ist und daß alle Männer potentielle Vergewaltiger sind. Die heutigen Feministinnen haben eine allumfassende Theorie geschaffen, daß die männliche Sexualität für alles Leid der Welt verantwortlich ist. Kurzum sie glauben, daß der heterosexuelle Geschlechtsverkehr - als ein von Natur aus in Besitz nehmender und unterdrückender Akt - die Wurzel aller Unterdrückung ist.

Studierende der Universität von Utah zum Beispiel erfahren in Einführungsseminaren zum Femminismus, daß es eine Schande sei, Sex zu genießen: „Selbsteintwertung wird auf grundlegende Weise verinnerlicht, wenn Frau selber die Gebumste (sorry für diese Ausdrucksweise, aber so wird es an der Uni gelehrt), die Schlampe, die Hure ist und sich dessen ohne die geringste Auflehnung rühmt. Weibliche Komplizenschaft hat dann nicht einmal mehr die Würde oder den Durchblick von Weltklasse-Frauenfeindlichkeit. Jawohl, wir befinden uns im 20. Jahrhundert und die Autorin ist die maßgebende Feministin Andrea Dworkin. Und wieder einmal wird behauptet, daß Frauen, die es wagen, Sex zu genießen, nicht weiter als mitschuldige Huren und Schlampen sind.

Der moderne Feminismus geht davon aus, daß eine Frau nur mit einer Frau glücklich werden kann, da Männer nichts weiter als minderwertige, moralisch verkrüppelte Bösewichte sind. Doch an der gegenwärtigen feministischen Darstellung von Männern und Frauen ist nichts neu oder radikal. Es ist lediglich das alte Lied, Männer seien schreckliche Dämonen mit nichts als Sex im Kopf, Frauen dagegen hilflose, züchtige, unschuldige und schutzbedürftige Wesen.

Eine neue erschreckende Richtung ist nicht nur die Tatsache, daß in der heutigen Frauenbewegung nur Lesben anerkannt werden, nein man betreibt nun auch noch Magische Rituale! Wobei ich dagegen nicht mal was habe, nur kann ich nicht nachvollziehen, was das mit den Rechten von Frauen zu tun hat.

Das Buch zeigt sehr deutlich, daß die meisten Frauen sich vom modernen Feminismus (d. h. die Organisationen, die glauben ihn zu vertreten) nur abgestoßen fühlen. Wir sind keine unschuldigen und hilflosen Wesen sicherlich haben wir kein Verständnis dafür, daß auf den Männern, die wir lieben nur rumgehackt wird. Wie wollen Sie auch einer Mutter begreiflich machen, daß ihr Sohn und auch Ihr Ehemann nichts weiter als Monster sind, die sie tagtäglich mißbrauchen.

Auch sind die führenden Organisationen mittlerweile schon der Meinung, daß schon der Pfiff auf der Straße eine Vergewaltigung ist. Also bei aller Liebe und Verständnis für die Frauenbewegung, irgendwann ist einfach mal Schluß. Am bedenklichsten finde ich jedoch, daß die Frauenbewegung nun dafür kämpft, daß Abtreibungen nicht mehr legal sind, weil eine Frau damit angeblich ihre ständige Verfügbarkeit für den Mann verbessert. Diesen Schwachsinn können aus meiner Sicht wirklich nur ein Haufen Lesben von sich geben, da sie in diese Situation wohl niemals kommen werden.

Ich denke, daß ich eine selbstbewußte Frau bin, aber unter diesen Umständen und den Maßgaben, die die Frauenbewegung heutzutage vorschreibt, würde ich mich schämen, mich als Feministin zu bezeichnen. Männer sind nicht besser und nicht schlechter als Frauen, wenn überhaupt sind sie anders, aber gerade das macht die ganze Sache ja auch so spannend.

Ich kann jedem nur raten, dieses Buch zu lesen. Man erfährt, welche guten Dinge von der Frauenbewegung in den früheren Zeiten durchgesetzt wurden und auch, zu welch einem schwachsinnigen Haufen von männerhassenden Lesben sie mittlerweile mutiert sind. Solange der moderne Feminismus sich dadurch auszeichnet, daß Männer diskriminiert und beschimpft werden (sie lassen sie ja nicht mal an ihren Sitzungen teilnehmen) ist er aus meiner Sicht für Frauen einfach uninteressant und man kann auch keine Veränderungen mehr zum Thema „Frauenrechte“ erwarten. Was eigentlich traurig ist, da sicherlich noch einiges getan werden könnte.

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