Erfahrungsbericht von Nietzsche
DeLillo, Don: Körperzeit - Ein intellektueller Tiefflug
Pro:
passt in die heutige zeit
Kontra:
passt in die heutige zeit
Empfehlung:
Nein
Körperzeit ist ein Buch, das ich nur durch Zufall gelesen habe und wahrscheinlich würde mein Leben genauso weiter gehen, wie bisher, wenn ich es nicht gelesen hätte.
Doch was bleibt einem anderes übrig, wenn man in einem anderen Land in seinem „Urlaub“ durch einen Unfall ans Bett gefesselt ist?! Man liest! Was tun, wenn alle Bücher ausgelesen sind? Man schaut sich im Appartement um und siehe da: Ein Stapel ungelesener Bücher, die jemand hier liegen gelassen hatte! Von diesen Büchern fiel mir „Körperzeit“ ins Auge, da es im Gegensatz zu den anderen Büchern kein Krimi zu sein schien, außerdem brandneu erst dieses Jahr erschienen war und das Buch und der Autor auf dem Umschlag hochgelobt wurde! (Obwohl Werbung auf dem Buch selbst ja schon skeptisch machen sollte...)
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Die Story:
°°°°°°°°°
Zentrum des Buches ist Lauren – eine Performancekünstlerin, die in einem Haus am Meer abgelegen von allem mit ihrem Mann Ray – Regisseur – lebt. Beide sind erst seit kurzem verheiratet. Die Geschichte wird aus ihrer Perspektive geschildert.
Das Buch beginnt mit einer Schilderung ihres gemeinsamen Frühstücks, das sich durch eingefahrene Verhaltensmuster und Genervtheit bezüglich des jeweils anderen kennzeichnet.
Dann ist Ray weg und der Leser bekommt auf Umwegen mitgeteilt, daß er sich im Haus seiner ersten Frau erschossen hat. Über die Motivation wird wenig gesagt, doch für seine erste Frau war dies keine Überraschung, litt Ray doch schon lange an Depressionen.
Lauren kehrt in das ehemals gemeinsame Haus und somit in die Einsamkeit zurück. Doch bald wird klar, daß sie dort nicht wirklich allein ist, wurde doch schon zu Anfang des Buches angedeutet, daß sie dort Geräusche gehört hat. Tatsächlich entdeckt sie kurz darauf einen alten, verwirrten Mann, der in dem Haus lebt. Jener ist kaum in der Lage selbst zu reden, doch er zitiert Gespräche, die sich zwischen Ray und Lauren abspielten, wobei er deren Stimmen imitiert.
Lauren kümmert sich um ihn, bis er eines Tages wieder verschwunden ist.
Am Ende des Buches hat Lauren eine neue Performance erstellt, in der sie die Zeit darstellt in Form von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie scheint, so meint man, dabei alle Ereignisse, die im Buch geschildert wurden, einzubeziehen.
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Meine Meinung:
°°°°°°°°°°°°°
Wie gesagt: Wenn ein Autor und eine Geschichte auf dem betreffenden Buch selbst in alle Himmel gelobt werden, so sollte man skeptisch werden. Ebenso, wenn von einem großen Schriftsteller der Gegenwart die Rede ist, denn das Buch ist bis zum Anschlag aktuell! Die Schreibweise ist typisch für unsere Zeit: revolutionär, schräg, verworren, abgefahren etc. .
„Aber das ist das total gut!“, mögen manche meinen. „Nein, das ist ganz und gar nicht gut!“, wende ich dabei ein! Mich hat diese Art des Schreibens genervt und bisweilen aufgeregt, denn jeder Satz wirkte auf mich wie eine große Konstruktion. Das ganze Buch ist nicht flüssig, sondern scheint bis ins kleinste hinein konstruiert zu sein und erscheint dadurch künstlich. Ja, das passt in unsere Zeit aber ich verabscheue dies!
Der Geschichte ist schwer zu folgen und bisweilen wird vollkommen unverständlich, was genau passiert. Es gibt tatsächlich Passagen im Buch, deren Inhalt ich beim besten Willen nicht wiedergeben könnte.
Dies wird vielleicht noch durch die bisweilen hackstückelig wirkenden Sätze verschlimmert, die aber vielleicht auch ein Produkt des Übersetzers sein könnten. Doch ich denke nicht wirklich, daß sich das Buch im amerikanischen besser lesen läßt.
Körperzeit ist avantgardistisch und modern und manch ein Leser wird vielleicht genau dies an dem Buch schätzen. Für mich war es aber genau das, was ich verabscheute. Das Buch macht auf intellektuell - allerdings in der schlecht möglichsten Art diesen Begriff zu verstehen!
Ich würde das Buch jedem empfehlen, der das Gefühl haben möchte etwas gelesen zu haben, was ihn in den Kreis der Intellektuellen einreiht – wohl gemerkt das Gefühl (zumal das Buch nicht dick ist – immerhin)!
Durch das Lesen des Buches wird man nicht schlauer und gewinnt schon gar nichts hinzu außer Fragen danach, warum um Himmels Willen sich Leute hinsetzen und solche Bücher schreiben und warum sie damit auch noch erfolgreich sind!?
Doch was bleibt einem anderes übrig, wenn man in einem anderen Land in seinem „Urlaub“ durch einen Unfall ans Bett gefesselt ist?! Man liest! Was tun, wenn alle Bücher ausgelesen sind? Man schaut sich im Appartement um und siehe da: Ein Stapel ungelesener Bücher, die jemand hier liegen gelassen hatte! Von diesen Büchern fiel mir „Körperzeit“ ins Auge, da es im Gegensatz zu den anderen Büchern kein Krimi zu sein schien, außerdem brandneu erst dieses Jahr erschienen war und das Buch und der Autor auf dem Umschlag hochgelobt wurde! (Obwohl Werbung auf dem Buch selbst ja schon skeptisch machen sollte...)
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Die Story:
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Zentrum des Buches ist Lauren – eine Performancekünstlerin, die in einem Haus am Meer abgelegen von allem mit ihrem Mann Ray – Regisseur – lebt. Beide sind erst seit kurzem verheiratet. Die Geschichte wird aus ihrer Perspektive geschildert.
Das Buch beginnt mit einer Schilderung ihres gemeinsamen Frühstücks, das sich durch eingefahrene Verhaltensmuster und Genervtheit bezüglich des jeweils anderen kennzeichnet.
Dann ist Ray weg und der Leser bekommt auf Umwegen mitgeteilt, daß er sich im Haus seiner ersten Frau erschossen hat. Über die Motivation wird wenig gesagt, doch für seine erste Frau war dies keine Überraschung, litt Ray doch schon lange an Depressionen.
Lauren kehrt in das ehemals gemeinsame Haus und somit in die Einsamkeit zurück. Doch bald wird klar, daß sie dort nicht wirklich allein ist, wurde doch schon zu Anfang des Buches angedeutet, daß sie dort Geräusche gehört hat. Tatsächlich entdeckt sie kurz darauf einen alten, verwirrten Mann, der in dem Haus lebt. Jener ist kaum in der Lage selbst zu reden, doch er zitiert Gespräche, die sich zwischen Ray und Lauren abspielten, wobei er deren Stimmen imitiert.
Lauren kümmert sich um ihn, bis er eines Tages wieder verschwunden ist.
Am Ende des Buches hat Lauren eine neue Performance erstellt, in der sie die Zeit darstellt in Form von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie scheint, so meint man, dabei alle Ereignisse, die im Buch geschildert wurden, einzubeziehen.
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Meine Meinung:
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Wie gesagt: Wenn ein Autor und eine Geschichte auf dem betreffenden Buch selbst in alle Himmel gelobt werden, so sollte man skeptisch werden. Ebenso, wenn von einem großen Schriftsteller der Gegenwart die Rede ist, denn das Buch ist bis zum Anschlag aktuell! Die Schreibweise ist typisch für unsere Zeit: revolutionär, schräg, verworren, abgefahren etc. .
„Aber das ist das total gut!“, mögen manche meinen. „Nein, das ist ganz und gar nicht gut!“, wende ich dabei ein! Mich hat diese Art des Schreibens genervt und bisweilen aufgeregt, denn jeder Satz wirkte auf mich wie eine große Konstruktion. Das ganze Buch ist nicht flüssig, sondern scheint bis ins kleinste hinein konstruiert zu sein und erscheint dadurch künstlich. Ja, das passt in unsere Zeit aber ich verabscheue dies!
Der Geschichte ist schwer zu folgen und bisweilen wird vollkommen unverständlich, was genau passiert. Es gibt tatsächlich Passagen im Buch, deren Inhalt ich beim besten Willen nicht wiedergeben könnte.
Dies wird vielleicht noch durch die bisweilen hackstückelig wirkenden Sätze verschlimmert, die aber vielleicht auch ein Produkt des Übersetzers sein könnten. Doch ich denke nicht wirklich, daß sich das Buch im amerikanischen besser lesen läßt.
Körperzeit ist avantgardistisch und modern und manch ein Leser wird vielleicht genau dies an dem Buch schätzen. Für mich war es aber genau das, was ich verabscheute. Das Buch macht auf intellektuell - allerdings in der schlecht möglichsten Art diesen Begriff zu verstehen!
Ich würde das Buch jedem empfehlen, der das Gefühl haben möchte etwas gelesen zu haben, was ihn in den Kreis der Intellektuellen einreiht – wohl gemerkt das Gefühl (zumal das Buch nicht dick ist – immerhin)!
Durch das Lesen des Buches wird man nicht schlauer und gewinnt schon gar nichts hinzu außer Fragen danach, warum um Himmels Willen sich Leute hinsetzen und solche Bücher schreiben und warum sie damit auch noch erfolgreich sind!?
14 Bewertungen, 1 Kommentar
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29.04.2002, 12:53 Uhr von Maxilenium
Bewertung: sehr hilfreichHast sehr schön und ausführlich beschrieben.


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