Erfahrungsbericht von nikosternchen
Oh Bridget, oh bridget.....
Pro:
gelgentlich wars ganz witzig
Kontra:
verkrampft, an den Haaren hebeigezogen, klischeehaft
Empfehlung:
Nein
ÜBER SCHOKOLADE ZUM FRÜHSTÜCK VON HELEN FIELDING
Bridget ist Single (mal mehr mal weniger), anfang 30, ständig in Sorge um ihr Gewicht, ständig in Sorge um ihrem Zigaretten und Alkoholkonsum , hat eine völlig abgedrehte mutter die nach 39 Jahren Ehe ihren Mann verlässt um mit einem portugiesischem Reiseleiter namens Julio durchzubrennen, sie hat eine sehr gute Freundin und einen schwulen Freund.
(Na wenn das alles in allem nicht vor Klischeehaftigkeit explodiert, weiß ich ja nicht)
Von wem ich hier erzähle ist natürlich nicht meine Nachbarin oder gar ich ( Gott bewahre) sondern Bridget Jones aus dem Buch Schokolade zum Frühstück von Helen Fielding. Letzten Sommer kam dieses Buch in Filmform in unsere Kinos , (welchen ich leider verpasst hab). Erwerben kann man dieses Buch für 7,50 € wohl in jeder Buchhandlung und es ist im Goldmann Verlag erschienen.
.....zurück zur Story:
Story an sich ist vielleicht übertrieben ,das Buch ist in einer Art Tagebuchform geschrieben indem sie uns ein Jahr an ihrem Leben teilhaben lässt.
Im Prinzip geht es um die größeren und kleineren Höhen und Tiefs, die sie mit ihren Freunden versucht zu meistern. Sie verliebt sich in ihren Chef, macht Frustdiäten, lässt dumme Frage bezüglich ihres Familienstandes von Freunden ihrer Eltern über sich ergehen und ist so weit ich mich da reinfühlen kann völlig frustriert. Immerwieder versucht sie mit guten Vorsätzen ihr Leben zu ändern und immerwieder kommt ihr die Realität in die Quere.
Wiedererkennungseffekt???
Grob gesehen nicht ,denn ich bin nicht anfang 30 ( sondern Ende 20*g*), nur ein halber Single ( da Beziehung auf Entfernung), hab keine so hysterische Mutter die ein so großes Nachholbedürfnis hat und hab mich auch noch nie in meinen Chef verliebt.
Trotzdem , oder gerade wegen der etwas überzogenen Art fühlte ich mich einige mal ertappt, verstanden und erkannte mich wieder.
Natürlich gibt es überall Leute ( vor allem im Freundeskreis der Eltern ) die einen ewig und andauernd auf den Familienstand ansprechen und auf ihre eigenen Kinder die 25 sind , ein haus und 2 Kinder haben aufmerksam machen. Aber das will man mit 30 nicht hören ...
Zudem fängt man sich ab einem gewissen Alter an sich Gedanken über die eigenen Körperformen zu machen , wenn der angebetete dann doch tatsächlich mit dem Heuschrecken dünnen und großen Supermodel von dannen zieht ist Frust schön programmiert ( und das Frustessen und trinken natürlich auch).
Schreibstil?
Wie schon angesprochen ist es in einer art Tagebuchform geschrieben, mit Datum , meist Urzeit und oftmals auch Abkürzungen und dementsprechend unsinnigen Sätzen darin. Täglich werden wir über ihr Gewicht , ihre Kalorienzufuhr, ihre Anzahl an Ziggis uns den Alkoholkonsum aufgeklärt. Insgesamt sehr leicht „wegzulesen“, einfach und so geschrieben wie man sich selber vielleicht auch ausdrücken würde.
Die Autorin
Helen Fielding wurde in Yorkshire und lebt heute in London. Sie arbeitet einige Jahre für die BBC und schreibt heute für einige überregionale Zeitungen. Zusätzlich brachte sie noch Bridget Jones / Am Rande des Wahnsinns heraus.
MEINE EMPFEHLUNG:
In Jedem Fall lesenswert. Die 340 Seiten hat man innerhalb weniger Stunden weggelesen und dies bleiben wohl auch in guter Erinnerung. Allerdings kann ich den ganz großen Hype nicht nachvollziehen, denn ein klein bisschen spritziger und frischer hätte es doch sein können . Vielleicht bin ich auch vorbelastet von dem Buch „Mondscheintarif“ was für mich um Längen besser war. Aber ich vergebe auch hier ein Empfehlenswert und auch fast die volle Sternchenzahl, dafür das es wirklich witzig und (na fast) aus dem Leben einer Mittdreissigerin gegriffen ist.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-01 18:49:28 mit dem Titel Für alles gibts Statistiken....
Hallo Ihr Lieben,
heute werde ich mal wieder über ein Buch berichten welches ich schon vor einiger Zeit gelesen habe.
HOMO FABER von MAX FRISCH
Einige werden es sicherlich aus dem Deutschunterricht kennen, andere vielleicht nur die Story aus dem gleichnamigen Film und andere wiederum gar nicht. Ich persönlich hatte es weder im Deutschunterricht , noch kenne ich den Film noch hatte ich viel darüber gehört, mir war einfach nur grob der Name ein Begriff.
Vielleicht zunächst ein paar Sätze zum
....AUTOREN°°°
Max Frisch ist am 15. Mai 1911 in Zürich geboren, studierte dort Germanistik begann als freier Journalist zu arbeiten und bereiste Südosteuropa. Danach begann er Architektur zu studieren und sahnte in diesem Bereich einige Preise ab. Als Ausgleich zu seinem Beruf war er 10 Jahre lang nebenher Schriftsteller. 1955 beendete er ganz seine Laufbahn als Architekt und war nur noch als Schriftsteller tätig. Er heimste auch hier zahlreiche Preise ab.
....BUCH°°°
Das Buch erschien erstmals 1957 und hat in der Taschenbuchausgabe je nach Auflage zwischen 150 und 200 Seiten. Mein Exemplar ist von 1971 ;o) Preislich dürfte es bei 7-8 Euro liegen heutzutage.
...ZUR STORY°°°
Die Geschichte dreht sich um Walter Faber , ende 40 und Techniker durch und durch .Beruflich und Privat lässt sich seiner Meinung nach alles per Statistik oder technisch erklären. Er glaubt nicht an Zufälle und schon gar nicht an Schicksal. Als er auf dem Flug in die USA Herbert kennen lernt der rein zufällig der Bruder seines früheren besten Freundes ist der in Südamerika bei den Indios auf einer Farm lebt hält er auch dies für statistisch erklärbar. Das Flugzeug muss mitten in einer Wüste in Mexiko eine Bruchlandung hinlegen bei der niemand zu Schaden kommt, auch dies kann Walter natürlich statistisch berechnen und erklären, aber das sich von nun an sein Leben anderes Entwickelt als geplant sieht er erst sehr viel später.
Da sitzen sie nun in der Wüste und haben soviel Zeit. Kein Stress, keine Termine , bevor sie hier nicht weggeholt werden geht das Leben an ihnen vorbei. Walter beschließt mit Herbert , nach der Rettung dessen Bruder zu besuchen ,denn er hat ja ohnehin seinen Termin verpasst.
Gesagt getan , sie finden ihn mitten im Busch in seinem Häuschen , doch dieser hat sich erhängt aus ungenannten Gründen. Herbert möchte gerne dort bleiben um die Arbeit seines Bruders fortzusetzen.
Walter fliegt zurück und entscheidet sich spontan beim nächsten Überseeflug doch lieber das Schiff zu benutzen. Durch Zufall lernt er dort Sabeth kennen, ein junge hübsche Deutsche die mit ihm Pingpong spielt und sich auch sonst für völlig andere Dinge interessiert. Sabeth wird seine Geliebte und erst nach und nach erfährt er die wahre Geschichte....
....MEINE GEDANKEN°°°
Auffallend ist schon bevor man das Buch beginnt das auf dem Klappentext fast alles verraten wird. Dies zieht sich ebenfalls durch die Geschichte, das bedeutet er nimmt die Pointen meist schon vorweg. So weiß der Leser bereits zu Beginn das Walter Sabeth trifft, diese sich als seine Tochter herausstellt und am Ende stirbt. Was ich zunächst als merkwürdig empfand stellte sich als eine interessante Art dar eine Geschichte zu erzählen . Nicht das Ende ist wichtig sondern wie es dazu kam. Die Geschichte ist gespickt mit kleinen Denkanstößen , Zufällen und kritischen Aufhänger zum Beispiel in typischen Verhaltensmustern von Männern und Frauen.
....DIE SCHREIBWEISE°°°
Ich könnte Max Frisch auch den König der Kommata nennen, denn ich habe slten Bücher gelesen in denen der Autor uns mit diesen so sehr überschüttet. Die teilweise ellenlangen Sätze sind nach jedem 3. Wort mit einem Komma oder Semikolon bestückt so dass das Lesen wenn man sie beachtet recht schwerfällig wird. Ich hab mir die Kommas einfach weggedacht und schon wurde aus den schrecklich langen Sätzen plausible Mitteilungen. Insgesamt ist die Schreibweise sehr nüchtern, das liegt meines Erachtens daran dass das Buch aus der Ich- Perspektive geschrieben wurde und Walter wie gesagt ein sehr realistischer und nüchterner Mensch ist. Es gibt keine Gefühlsregungen und es wird alles sehr sachlich , manchmal schon Lehrbuchmäßig beschrieben.
...MEINE MEINUNG°°°
Wenn man sich erst mal an den Schreibstil gewöhnt hat ist das Buch doch relativ flüssig zu lesen . Die Spannung wird wie gesagt nicht kaputtgemacht sondern einfach umstrukturiert.
Durch die nüchterne Art und durch die Ich Perspektive klinkt man sich recht schnell in die Gedankenwelt ein und man hat teilweise sogar ein bisschen Verständnis für Walters merkwürdigen Gedankengänge.
Die Kunst eine Geschichte spannend zu erzählen aber dennoch immer wieder das Ende vorweg zu nehmen halte ich für sehr schwer aber sehr gut geglückt bei diesem Werk.
....FAZIT°°°
Das Buch ist absolut lesenswert. Eine Geschichte über Zufälle, Schicksale, und stinknormalen Menschen, mit denen wir uns alle irgendwie identifizieren könnten. Es hat nur 150 Seiten , aber ich hab ziemlich lange gebraucht ,denn 150 Seiten können sehr viel Geschichte und Infos enthalten. ;o)...Ich vergebe 5 Sternchen und absolut Empfehlenswert.
Ostergrüße von Nikolina
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-01 17:49:31 mit dem Titel Frisch verkrampft
Es gibt Bücher deren bedarf es kaum Konzentration, die liest man weg ähnlich wie man sich von einer Fernsehserie berieseln lässt.
FRISCH GEPRESST von SUSANNE FRÖHLICH ist so ein Werk.
Erschienen ist das 220 starke Taschenbüchlein im Ullstein Verlag und ist derzeit für erstaunliche 5 Euro in der Jubiläumsausgabe zu bekommen.
SUSANNE FRÖHLICH
Eigentlich Rundfunk und Fernsehmoderatorin und 2- fache Mutter. Bekannt wurde sie durch ihr Fernsehsendung „Single oder Fröhlich“ in der ARD: Ich habe ehrlich gesagt noch nie etwas von ihr gehört, obwohl sie wohl bei hessischen Rundfunk tätig war, den ich auch gelegentlich höre.
ANDREA SCHNIDT
Ist Anfang 30, Ottonormal-hübsch, mancher würde behaupten durchschnittlich. Mit einer extrem schnippischen Art erzählt sie uns quasi wie sie eigentlich in die Situation geraten ist in der sie gerade steckt. Sie liegt in Frankfurt in der Klinik und presst ihr erstes Kind , Claudia heraus. Sie erzählt von guten und bösen Erlebnissen mit der Männerwelt, von lesbischen Freundinnen, von Blind Dates und der ersten Begegnung mit ihrem jetzigen Mann Christoph.
Des weitern können wir 5 Tage von der Geburt bis zur Entlassung beiwohnen, in der sie eine Menge kurioser Dinge im Krankenhaus erlebt.
(Und das war eigentlich auch schon mit HANDLUNG.....)
SCHNIPPISCHE ART
Ganz genau das Begann mich direkt zu Anfang schon zu nerven. Nicht das ich etwas gegen schlagfertige, großmäulige Menschen etwas hatte, und wie wir es von „Schokolade zum Frühstück“ oder Mondscheintarif“ kennen, können leicht überreizte Gedankengänge von Frauen sehr amüsant sein. Hier allerdings fand ich die Protagonistin gerade am Anfang etwas aggressiv und etwas übertrieben giftig. Im Laufe des Buches besserte sich dieses Gefühl ihr gegenüber, man hat den Eindruck das sich die Autorin erst „einschreiben“ musste.
SCHREIBWEISE
Wie schon gesagt, in erster Linie mal schnippisch. So wie ihr der Schnabel gerade gewachsen ist. Allerdings wirkt dies etwas verkrampft, die Witze ziemlich ausgedacht.
Bei dieser Art von „Literatur“ denke ich dass die Geschichte schon so wirken soll, als würde Andrea Schnidt locker fröhlich vor sich hin erzählen, was im Verlauf des Buches auch immer besser wird.
GESCHICHTE
...ist einfach lau. Man könnte es als „keine besonderen Vorkommnisse“ bezeichnen. Nichts was wir nicht alle schon mal irgendwo schon mal hatten. Die Szenen in der sie in die Vergangenheit rutscht sind teilweise sogar sehr niedlich erzählt und unterhaltsam. Allerdings konzentriert sie sich später mehr auf die Geschehnisse IM Krankenhaus und die wirken von Anfang an sehr an den Haaren herbeigezogen. Nicht nur die absolut klischeehaften Bettnachbarinnen , sondern auch die Visiten, die wohl ein Highlight in der Story darstellen sollten. Fast alle Charaktere wirken wie Karikaturen. Seien es ihre Schwiegereltern Inge und Rudi, die ihrer Meinung direkt aus Loriot Comics entsprungen sind, oder aber Schwester Huberta, klein pummelig, mit Damenbart.
MEINUNG UND FAZIT
Wie gesagt, ein solches Buch mit dieser Schreibweise sollte so geschrieben sein das man den Eindruck hat als sei es eine Geschichte aus dem Leben, Leider finde ich es in jeglicher Hinsicht einfach übertrieben. Weniger ist manchmal einfach mehr, und dadurch wirkt es einfach verkrampft. Ich würde es unter dem Prädikat „ganz nett“ ablegen, aber es keinesfalls wirklich weiterempfehlen. Wenn man es gerade irgendwo in der Nähe liegen hat, kann man es lesen aber kaufen würde ich es sicher nicht ein zweites Mal.
Ich würde deswegen vergleichsweise zu anderen Büchern echt nur zwei Sterne vergeben. Ich habe mich zwar nicht zu Tode gelangweilt, trotzdem ist die Qualität des Buches keineswegs ausreichend, das es für mich schon mittelmäßig oder gut wäre!
In diesem Sinne , auf ein neues und hoffentlich spannenderes Buch...
Nikolina
Bridget ist Single (mal mehr mal weniger), anfang 30, ständig in Sorge um ihr Gewicht, ständig in Sorge um ihrem Zigaretten und Alkoholkonsum , hat eine völlig abgedrehte mutter die nach 39 Jahren Ehe ihren Mann verlässt um mit einem portugiesischem Reiseleiter namens Julio durchzubrennen, sie hat eine sehr gute Freundin und einen schwulen Freund.
(Na wenn das alles in allem nicht vor Klischeehaftigkeit explodiert, weiß ich ja nicht)
Von wem ich hier erzähle ist natürlich nicht meine Nachbarin oder gar ich ( Gott bewahre) sondern Bridget Jones aus dem Buch Schokolade zum Frühstück von Helen Fielding. Letzten Sommer kam dieses Buch in Filmform in unsere Kinos , (welchen ich leider verpasst hab). Erwerben kann man dieses Buch für 7,50 € wohl in jeder Buchhandlung und es ist im Goldmann Verlag erschienen.
.....zurück zur Story:
Story an sich ist vielleicht übertrieben ,das Buch ist in einer Art Tagebuchform geschrieben indem sie uns ein Jahr an ihrem Leben teilhaben lässt.
Im Prinzip geht es um die größeren und kleineren Höhen und Tiefs, die sie mit ihren Freunden versucht zu meistern. Sie verliebt sich in ihren Chef, macht Frustdiäten, lässt dumme Frage bezüglich ihres Familienstandes von Freunden ihrer Eltern über sich ergehen und ist so weit ich mich da reinfühlen kann völlig frustriert. Immerwieder versucht sie mit guten Vorsätzen ihr Leben zu ändern und immerwieder kommt ihr die Realität in die Quere.
Wiedererkennungseffekt???
Grob gesehen nicht ,denn ich bin nicht anfang 30 ( sondern Ende 20*g*), nur ein halber Single ( da Beziehung auf Entfernung), hab keine so hysterische Mutter die ein so großes Nachholbedürfnis hat und hab mich auch noch nie in meinen Chef verliebt.
Trotzdem , oder gerade wegen der etwas überzogenen Art fühlte ich mich einige mal ertappt, verstanden und erkannte mich wieder.
Natürlich gibt es überall Leute ( vor allem im Freundeskreis der Eltern ) die einen ewig und andauernd auf den Familienstand ansprechen und auf ihre eigenen Kinder die 25 sind , ein haus und 2 Kinder haben aufmerksam machen. Aber das will man mit 30 nicht hören ...
Zudem fängt man sich ab einem gewissen Alter an sich Gedanken über die eigenen Körperformen zu machen , wenn der angebetete dann doch tatsächlich mit dem Heuschrecken dünnen und großen Supermodel von dannen zieht ist Frust schön programmiert ( und das Frustessen und trinken natürlich auch).
Schreibstil?
Wie schon angesprochen ist es in einer art Tagebuchform geschrieben, mit Datum , meist Urzeit und oftmals auch Abkürzungen und dementsprechend unsinnigen Sätzen darin. Täglich werden wir über ihr Gewicht , ihre Kalorienzufuhr, ihre Anzahl an Ziggis uns den Alkoholkonsum aufgeklärt. Insgesamt sehr leicht „wegzulesen“, einfach und so geschrieben wie man sich selber vielleicht auch ausdrücken würde.
Die Autorin
Helen Fielding wurde in Yorkshire und lebt heute in London. Sie arbeitet einige Jahre für die BBC und schreibt heute für einige überregionale Zeitungen. Zusätzlich brachte sie noch Bridget Jones / Am Rande des Wahnsinns heraus.
MEINE EMPFEHLUNG:
In Jedem Fall lesenswert. Die 340 Seiten hat man innerhalb weniger Stunden weggelesen und dies bleiben wohl auch in guter Erinnerung. Allerdings kann ich den ganz großen Hype nicht nachvollziehen, denn ein klein bisschen spritziger und frischer hätte es doch sein können . Vielleicht bin ich auch vorbelastet von dem Buch „Mondscheintarif“ was für mich um Längen besser war. Aber ich vergebe auch hier ein Empfehlenswert und auch fast die volle Sternchenzahl, dafür das es wirklich witzig und (na fast) aus dem Leben einer Mittdreissigerin gegriffen ist.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-01 18:49:28 mit dem Titel Für alles gibts Statistiken....
Hallo Ihr Lieben,
heute werde ich mal wieder über ein Buch berichten welches ich schon vor einiger Zeit gelesen habe.
HOMO FABER von MAX FRISCH
Einige werden es sicherlich aus dem Deutschunterricht kennen, andere vielleicht nur die Story aus dem gleichnamigen Film und andere wiederum gar nicht. Ich persönlich hatte es weder im Deutschunterricht , noch kenne ich den Film noch hatte ich viel darüber gehört, mir war einfach nur grob der Name ein Begriff.
Vielleicht zunächst ein paar Sätze zum
....AUTOREN°°°
Max Frisch ist am 15. Mai 1911 in Zürich geboren, studierte dort Germanistik begann als freier Journalist zu arbeiten und bereiste Südosteuropa. Danach begann er Architektur zu studieren und sahnte in diesem Bereich einige Preise ab. Als Ausgleich zu seinem Beruf war er 10 Jahre lang nebenher Schriftsteller. 1955 beendete er ganz seine Laufbahn als Architekt und war nur noch als Schriftsteller tätig. Er heimste auch hier zahlreiche Preise ab.
....BUCH°°°
Das Buch erschien erstmals 1957 und hat in der Taschenbuchausgabe je nach Auflage zwischen 150 und 200 Seiten. Mein Exemplar ist von 1971 ;o) Preislich dürfte es bei 7-8 Euro liegen heutzutage.
...ZUR STORY°°°
Die Geschichte dreht sich um Walter Faber , ende 40 und Techniker durch und durch .Beruflich und Privat lässt sich seiner Meinung nach alles per Statistik oder technisch erklären. Er glaubt nicht an Zufälle und schon gar nicht an Schicksal. Als er auf dem Flug in die USA Herbert kennen lernt der rein zufällig der Bruder seines früheren besten Freundes ist der in Südamerika bei den Indios auf einer Farm lebt hält er auch dies für statistisch erklärbar. Das Flugzeug muss mitten in einer Wüste in Mexiko eine Bruchlandung hinlegen bei der niemand zu Schaden kommt, auch dies kann Walter natürlich statistisch berechnen und erklären, aber das sich von nun an sein Leben anderes Entwickelt als geplant sieht er erst sehr viel später.
Da sitzen sie nun in der Wüste und haben soviel Zeit. Kein Stress, keine Termine , bevor sie hier nicht weggeholt werden geht das Leben an ihnen vorbei. Walter beschließt mit Herbert , nach der Rettung dessen Bruder zu besuchen ,denn er hat ja ohnehin seinen Termin verpasst.
Gesagt getan , sie finden ihn mitten im Busch in seinem Häuschen , doch dieser hat sich erhängt aus ungenannten Gründen. Herbert möchte gerne dort bleiben um die Arbeit seines Bruders fortzusetzen.
Walter fliegt zurück und entscheidet sich spontan beim nächsten Überseeflug doch lieber das Schiff zu benutzen. Durch Zufall lernt er dort Sabeth kennen, ein junge hübsche Deutsche die mit ihm Pingpong spielt und sich auch sonst für völlig andere Dinge interessiert. Sabeth wird seine Geliebte und erst nach und nach erfährt er die wahre Geschichte....
....MEINE GEDANKEN°°°
Auffallend ist schon bevor man das Buch beginnt das auf dem Klappentext fast alles verraten wird. Dies zieht sich ebenfalls durch die Geschichte, das bedeutet er nimmt die Pointen meist schon vorweg. So weiß der Leser bereits zu Beginn das Walter Sabeth trifft, diese sich als seine Tochter herausstellt und am Ende stirbt. Was ich zunächst als merkwürdig empfand stellte sich als eine interessante Art dar eine Geschichte zu erzählen . Nicht das Ende ist wichtig sondern wie es dazu kam. Die Geschichte ist gespickt mit kleinen Denkanstößen , Zufällen und kritischen Aufhänger zum Beispiel in typischen Verhaltensmustern von Männern und Frauen.
....DIE SCHREIBWEISE°°°
Ich könnte Max Frisch auch den König der Kommata nennen, denn ich habe slten Bücher gelesen in denen der Autor uns mit diesen so sehr überschüttet. Die teilweise ellenlangen Sätze sind nach jedem 3. Wort mit einem Komma oder Semikolon bestückt so dass das Lesen wenn man sie beachtet recht schwerfällig wird. Ich hab mir die Kommas einfach weggedacht und schon wurde aus den schrecklich langen Sätzen plausible Mitteilungen. Insgesamt ist die Schreibweise sehr nüchtern, das liegt meines Erachtens daran dass das Buch aus der Ich- Perspektive geschrieben wurde und Walter wie gesagt ein sehr realistischer und nüchterner Mensch ist. Es gibt keine Gefühlsregungen und es wird alles sehr sachlich , manchmal schon Lehrbuchmäßig beschrieben.
...MEINE MEINUNG°°°
Wenn man sich erst mal an den Schreibstil gewöhnt hat ist das Buch doch relativ flüssig zu lesen . Die Spannung wird wie gesagt nicht kaputtgemacht sondern einfach umstrukturiert.
Durch die nüchterne Art und durch die Ich Perspektive klinkt man sich recht schnell in die Gedankenwelt ein und man hat teilweise sogar ein bisschen Verständnis für Walters merkwürdigen Gedankengänge.
Die Kunst eine Geschichte spannend zu erzählen aber dennoch immer wieder das Ende vorweg zu nehmen halte ich für sehr schwer aber sehr gut geglückt bei diesem Werk.
....FAZIT°°°
Das Buch ist absolut lesenswert. Eine Geschichte über Zufälle, Schicksale, und stinknormalen Menschen, mit denen wir uns alle irgendwie identifizieren könnten. Es hat nur 150 Seiten , aber ich hab ziemlich lange gebraucht ,denn 150 Seiten können sehr viel Geschichte und Infos enthalten. ;o)...Ich vergebe 5 Sternchen und absolut Empfehlenswert.
Ostergrüße von Nikolina
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-01 17:49:31 mit dem Titel Frisch verkrampft
Es gibt Bücher deren bedarf es kaum Konzentration, die liest man weg ähnlich wie man sich von einer Fernsehserie berieseln lässt.
FRISCH GEPRESST von SUSANNE FRÖHLICH ist so ein Werk.
Erschienen ist das 220 starke Taschenbüchlein im Ullstein Verlag und ist derzeit für erstaunliche 5 Euro in der Jubiläumsausgabe zu bekommen.
SUSANNE FRÖHLICH
Eigentlich Rundfunk und Fernsehmoderatorin und 2- fache Mutter. Bekannt wurde sie durch ihr Fernsehsendung „Single oder Fröhlich“ in der ARD: Ich habe ehrlich gesagt noch nie etwas von ihr gehört, obwohl sie wohl bei hessischen Rundfunk tätig war, den ich auch gelegentlich höre.
ANDREA SCHNIDT
Ist Anfang 30, Ottonormal-hübsch, mancher würde behaupten durchschnittlich. Mit einer extrem schnippischen Art erzählt sie uns quasi wie sie eigentlich in die Situation geraten ist in der sie gerade steckt. Sie liegt in Frankfurt in der Klinik und presst ihr erstes Kind , Claudia heraus. Sie erzählt von guten und bösen Erlebnissen mit der Männerwelt, von lesbischen Freundinnen, von Blind Dates und der ersten Begegnung mit ihrem jetzigen Mann Christoph.
Des weitern können wir 5 Tage von der Geburt bis zur Entlassung beiwohnen, in der sie eine Menge kurioser Dinge im Krankenhaus erlebt.
(Und das war eigentlich auch schon mit HANDLUNG.....)
SCHNIPPISCHE ART
Ganz genau das Begann mich direkt zu Anfang schon zu nerven. Nicht das ich etwas gegen schlagfertige, großmäulige Menschen etwas hatte, und wie wir es von „Schokolade zum Frühstück“ oder Mondscheintarif“ kennen, können leicht überreizte Gedankengänge von Frauen sehr amüsant sein. Hier allerdings fand ich die Protagonistin gerade am Anfang etwas aggressiv und etwas übertrieben giftig. Im Laufe des Buches besserte sich dieses Gefühl ihr gegenüber, man hat den Eindruck das sich die Autorin erst „einschreiben“ musste.
SCHREIBWEISE
Wie schon gesagt, in erster Linie mal schnippisch. So wie ihr der Schnabel gerade gewachsen ist. Allerdings wirkt dies etwas verkrampft, die Witze ziemlich ausgedacht.
Bei dieser Art von „Literatur“ denke ich dass die Geschichte schon so wirken soll, als würde Andrea Schnidt locker fröhlich vor sich hin erzählen, was im Verlauf des Buches auch immer besser wird.
GESCHICHTE
...ist einfach lau. Man könnte es als „keine besonderen Vorkommnisse“ bezeichnen. Nichts was wir nicht alle schon mal irgendwo schon mal hatten. Die Szenen in der sie in die Vergangenheit rutscht sind teilweise sogar sehr niedlich erzählt und unterhaltsam. Allerdings konzentriert sie sich später mehr auf die Geschehnisse IM Krankenhaus und die wirken von Anfang an sehr an den Haaren herbeigezogen. Nicht nur die absolut klischeehaften Bettnachbarinnen , sondern auch die Visiten, die wohl ein Highlight in der Story darstellen sollten. Fast alle Charaktere wirken wie Karikaturen. Seien es ihre Schwiegereltern Inge und Rudi, die ihrer Meinung direkt aus Loriot Comics entsprungen sind, oder aber Schwester Huberta, klein pummelig, mit Damenbart.
MEINUNG UND FAZIT
Wie gesagt, ein solches Buch mit dieser Schreibweise sollte so geschrieben sein das man den Eindruck hat als sei es eine Geschichte aus dem Leben, Leider finde ich es in jeglicher Hinsicht einfach übertrieben. Weniger ist manchmal einfach mehr, und dadurch wirkt es einfach verkrampft. Ich würde es unter dem Prädikat „ganz nett“ ablegen, aber es keinesfalls wirklich weiterempfehlen. Wenn man es gerade irgendwo in der Nähe liegen hat, kann man es lesen aber kaufen würde ich es sicher nicht ein zweites Mal.
Ich würde deswegen vergleichsweise zu anderen Büchern echt nur zwei Sterne vergeben. Ich habe mich zwar nicht zu Tode gelangweilt, trotzdem ist die Qualität des Buches keineswegs ausreichend, das es für mich schon mittelmäßig oder gut wäre!
In diesem Sinne , auf ein neues und hoffentlich spannenderes Buch...
Nikolina
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