Erfahrungsbericht von paksekk
Haben oder Sein ??
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Erich Fromm, einer meiner Lieblingsautoren, hat mit diesem Buch sein bekanntestes Werk geschaffen.
Jeder Mensch, der versucht in unserer unmenschlichen vom Egoismus bestimmten Gesellschaft sein Glück zu finden, sollte dieses Buch gelesen haben. Aber Vorsicht: Nach der Lektüre dieses Buches kann es zu perönlichen Veränderungen kommen, da man das, was einem vorher als ganz natürlich erschien hinterfragt und oftmals auch entlarven kann. ;---)))
Fromm teilt die Menschen in seinem Buch in zwei Gruppen ein, die des Habens (die Mehrheit) und die des Seins.
Auf den ersten Seiten erklärt Fromm seine Vorstellungen, zu diesem Zeitpunkt bleiben die ungewöhnlichen Denkansätze allerings noch ein wenig abstrakt.Dies ändert sich allerdings schlagartig, wenn Fromm auf den folgenden Seiten seine Vorstellungen anhand zahlreicher Dinge aus dem Alltag beschreibt, die jeder nachvollziehen kann. So zum Beispiel Unterschiede im Haben und Sein in Bezug auf: Lernen, Wissen, Glauben, Autorität ausüben, Lieben oder Miteinander sprechen.
Auszug [Autorität ausüben]:
„Wenn die Autorität die richtige Uniform trägt oder mit dem entsprechenden Titel ausgestattet ist, dann ersetzen diese äußeren Zeichen die reale Kompetenz und die Qualitäten, auf denen diese beruht. Der König – um diesen Titel als Symbol für diese Art von Autorität zu verwenden – kann dumm, heimtückisch, böse, das heißt völlig ungeeignet sein, eine Autorität zu sein, dennoch hat er Autorität.Solange er
den Titel hat, nimmt man an, dass er auch über die Qualitäten verfügt, die ihm Kompetenz verleihen.
Daß die Menschen Uniformen und Titel für kompetenzverleihende Qualitäten halten, geschieht nicht ganz von selbst. Die Inhaber der Autorität und jene, die Nutzen daraus ziehen, müssen die Menschen von dieser Fiktion überzeugen und ihr realistisches, dass heißt kritisches Denkvermögen einschläfern. Jeder denkende Mensch kennt die Methoden der Propaganda, Methoden, durch die die kritische Urteilskraft zerstört
und der Verstand eingelullt wird, bis er sich Klischees unterwirft, die die Menschen verdummen, weil sie sie abhängig machen, und sie der Fähigkeit berauben, ihren Augen und ihrer Urteilskraft zu vertrauen. Die Fiktion, an die sie glauben, macht sie für die Realität blind.“
Es ist schon erstaunlich, wie genau Fromm die Psychologie unserer Zeit erfasst hat.Er hat dieses Buch 1976 geschrieben und auch heute kann man doch genau die beschriebenen Phänomene feststellen, so zum Beispiel bei unseren Politikern.
Ferner geht Fromm auf das alte und neue Testament ein und versucht seine Theorien auf diese Schriften anzuwenden. Auch das Judentum mit der Vorstellung der Messianischen Zeit findet Erwähnung.
Im folgenden geht Fromm dann ganz spezifisch auf die beiden Existenzweisen ein, erläutert diese und geht auch auf die Angst ein, die sich automatisch einstellt, wenn man den Schritt wagt, die Existenzweise des Habens aufzugeben. Diese Angst ist aber ganz natürlich, da man ja durch das ständige Umgebensein von der Ellenbogen-
gesellschaft nur die Lebensweise des Habens kennt. Wenn nun das, was man bisher für selbstverständlich gehalten hatte auf einmal in Frage gestellt wird, geht dies nicht ohne Angst vonstatten, die man allerdings überwinden muss.
Dazu noch ein kurzer Auszug:
„Aber den meisten Menschen fällt es schwer, ihre Habenorientierung aufzugeben; jeder derartige Versuch erfüllt sie mit tiefer Angst; sie haben das Gefühl, auf jegliche Sicherheit zu verzichten, als würden sie ins Meer geworfen, ohne schwimmen zu können.Sie wissen nicht, dass sie erst dann beginnen können, ihre eigenene Fähigkeiten zu gebrauchen und aus eigener Kraft zu gehen, wenn sie die Krücken des Besitzes weggeworfen haben. Was sie zurückhält ist die Illusion, dass sie nicht
allein gehen könnten und zusammenbrechen würden, wenn sie ihr Besitz nicht stützt.“
All dies bleiben natürlich Worte und auch nach dem Lesen des gesamten Buches oder sogar des gesamten Werkes von Fromm, wird man nicht viel weiter als vorher sein, wenn man dieses theoretische Wissen nicht durch eigenes Erleben untermauert. Erst dann kann man wirklich zu dieser Existenzweise gelangen, weil erst eigenes Erleben wahre Überzeugung schaffen kann. Erst wenn man die Vorstellung aufgibt, dass z.B. Teilen ja den eigenen Besitz verringert und wenn man nach eigenem Erleben erstaunt feststellt, dass dieses gemeinsame Erfreuen an irgendwelchen Dingen wahre Freude bringt, wird man die Angst immer
weiter aufgeben und sich vollkommen diesem Weg verschreiben.
Meine Empfehlung: UNBEDINGT LESEN !!
Erich Fromm vermag die Argumentationskette natürlich viel schlüssiger zu beschreiben als ich es kann, deshalb sollte man dieses Buch auf jeden Fall mal lesen, auch wenn man von der Ellenbogengesellschaft überzeugt ist.
Viel Spass !!
Jeder Mensch, der versucht in unserer unmenschlichen vom Egoismus bestimmten Gesellschaft sein Glück zu finden, sollte dieses Buch gelesen haben. Aber Vorsicht: Nach der Lektüre dieses Buches kann es zu perönlichen Veränderungen kommen, da man das, was einem vorher als ganz natürlich erschien hinterfragt und oftmals auch entlarven kann. ;---)))
Fromm teilt die Menschen in seinem Buch in zwei Gruppen ein, die des Habens (die Mehrheit) und die des Seins.
Auf den ersten Seiten erklärt Fromm seine Vorstellungen, zu diesem Zeitpunkt bleiben die ungewöhnlichen Denkansätze allerings noch ein wenig abstrakt.Dies ändert sich allerdings schlagartig, wenn Fromm auf den folgenden Seiten seine Vorstellungen anhand zahlreicher Dinge aus dem Alltag beschreibt, die jeder nachvollziehen kann. So zum Beispiel Unterschiede im Haben und Sein in Bezug auf: Lernen, Wissen, Glauben, Autorität ausüben, Lieben oder Miteinander sprechen.
Auszug [Autorität ausüben]:
„Wenn die Autorität die richtige Uniform trägt oder mit dem entsprechenden Titel ausgestattet ist, dann ersetzen diese äußeren Zeichen die reale Kompetenz und die Qualitäten, auf denen diese beruht. Der König – um diesen Titel als Symbol für diese Art von Autorität zu verwenden – kann dumm, heimtückisch, böse, das heißt völlig ungeeignet sein, eine Autorität zu sein, dennoch hat er Autorität.Solange er
den Titel hat, nimmt man an, dass er auch über die Qualitäten verfügt, die ihm Kompetenz verleihen.
Daß die Menschen Uniformen und Titel für kompetenzverleihende Qualitäten halten, geschieht nicht ganz von selbst. Die Inhaber der Autorität und jene, die Nutzen daraus ziehen, müssen die Menschen von dieser Fiktion überzeugen und ihr realistisches, dass heißt kritisches Denkvermögen einschläfern. Jeder denkende Mensch kennt die Methoden der Propaganda, Methoden, durch die die kritische Urteilskraft zerstört
und der Verstand eingelullt wird, bis er sich Klischees unterwirft, die die Menschen verdummen, weil sie sie abhängig machen, und sie der Fähigkeit berauben, ihren Augen und ihrer Urteilskraft zu vertrauen. Die Fiktion, an die sie glauben, macht sie für die Realität blind.“
Es ist schon erstaunlich, wie genau Fromm die Psychologie unserer Zeit erfasst hat.Er hat dieses Buch 1976 geschrieben und auch heute kann man doch genau die beschriebenen Phänomene feststellen, so zum Beispiel bei unseren Politikern.
Ferner geht Fromm auf das alte und neue Testament ein und versucht seine Theorien auf diese Schriften anzuwenden. Auch das Judentum mit der Vorstellung der Messianischen Zeit findet Erwähnung.
Im folgenden geht Fromm dann ganz spezifisch auf die beiden Existenzweisen ein, erläutert diese und geht auch auf die Angst ein, die sich automatisch einstellt, wenn man den Schritt wagt, die Existenzweise des Habens aufzugeben. Diese Angst ist aber ganz natürlich, da man ja durch das ständige Umgebensein von der Ellenbogen-
gesellschaft nur die Lebensweise des Habens kennt. Wenn nun das, was man bisher für selbstverständlich gehalten hatte auf einmal in Frage gestellt wird, geht dies nicht ohne Angst vonstatten, die man allerdings überwinden muss.
Dazu noch ein kurzer Auszug:
„Aber den meisten Menschen fällt es schwer, ihre Habenorientierung aufzugeben; jeder derartige Versuch erfüllt sie mit tiefer Angst; sie haben das Gefühl, auf jegliche Sicherheit zu verzichten, als würden sie ins Meer geworfen, ohne schwimmen zu können.Sie wissen nicht, dass sie erst dann beginnen können, ihre eigenene Fähigkeiten zu gebrauchen und aus eigener Kraft zu gehen, wenn sie die Krücken des Besitzes weggeworfen haben. Was sie zurückhält ist die Illusion, dass sie nicht
allein gehen könnten und zusammenbrechen würden, wenn sie ihr Besitz nicht stützt.“
All dies bleiben natürlich Worte und auch nach dem Lesen des gesamten Buches oder sogar des gesamten Werkes von Fromm, wird man nicht viel weiter als vorher sein, wenn man dieses theoretische Wissen nicht durch eigenes Erleben untermauert. Erst dann kann man wirklich zu dieser Existenzweise gelangen, weil erst eigenes Erleben wahre Überzeugung schaffen kann. Erst wenn man die Vorstellung aufgibt, dass z.B. Teilen ja den eigenen Besitz verringert und wenn man nach eigenem Erleben erstaunt feststellt, dass dieses gemeinsame Erfreuen an irgendwelchen Dingen wahre Freude bringt, wird man die Angst immer
weiter aufgeben und sich vollkommen diesem Weg verschreiben.
Meine Empfehlung: UNBEDINGT LESEN !!
Erich Fromm vermag die Argumentationskette natürlich viel schlüssiger zu beschreiben als ich es kann, deshalb sollte man dieses Buch auf jeden Fall mal lesen, auch wenn man von der Ellenbogengesellschaft überzeugt ist.
Viel Spass !!
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