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Erfahrungsbericht von da_sonix

"Finn, Thomas - Das Greifenopfer

Pro:

viel Hintergrundwissen, spannende Geschichte

Kontra:

keine

Empfehlung:

Nein

The Past and Future Secret

Wenn die Vergangenheit die Gegenwart schneidet um die Zukunft zu verändern, dann hat dies weitreichende Folgen, die oft dramatische wenn nicht gar katastrophale Folgen haben können. Relikte vergangener Rassen und Hochkulturen ergreifen immer wieder die Neugier der jüngeren Rassen, und wenn es sich gar um göttliche Fügungen handelt, kann kaum ein Sterblicher seine Finger von diesen Artefakten lassen.

Das Greifenopfer, verfasst von Thomas Finn, spielt im Jahre 30 Hal, der aventurischen Zeitrechnung, und stellt die überschneidende Geschichte fünfer Gruppierungen dar.

Dies ist der erste Roman von Thomas Finn und erweist sich als ein sehr gelungenes Machwerk aventurischer Lektüre. Vorweggegriffen sei die leichtverständliche Schreibweise, das tiefe Verständnis für die Spielwelt und ein nahtloser Übergang zu anderen Romanen der aventurischen Buchreihe. Figuren aus der Geschichte finden genau wie Orte ihren Platz, weder verfälscht, noch übertrieben.

Doch wodurch das Buch zuerst besticht ist Titel und Titelbild. Der Name lässt großes verheißen, denn der Greif als Sendbote des Götterfürsten Praios, ist für viele ernsthafte Spieler, ein Inbegriff von Macht. So mag ein Opfer großes vollbringen und regt die Neugier. Aus dem Bücherregal gezogen, sofern das Bild nicht zu sehen war, bekommt der zukünftige Besitzer eines der wirklich gelungen Fantasy-Layouts der Reihe zu sehen.

Hier reitet ein etwas mongolisch dreinblickender Krieger, den Morgenstern schwingend, auf seinem schwarzen Rappen einem grüngerüsteten Feind entgegen, der seinen Bidenhänder zum Schlag ausholend dem Betrachter zuwendet. Im Hintergrund wird eine Schlachtreihe oder ein Schlachtgemenge angedeutet und steigert die durch den Titel gewonnene Neugier und gibt den letzten Kaufentschluss. Hier ein Vorgriff auf das Buch, Titel wie Bild, sind keine Köderei, sondern werden in fast exakter weise dem Leser Geboten und entschädigen alleine schon für den Kaufpreis.

Wenden wir uns nun der Geschichte und dem Aufbau der Lektüre zu.

Aufgeteilt in 13 Kapitel, wobei Prolog und Epilog separat gesehen werden müssen, bietet der Roman 331 Seiten puren Lesespaß. Die Kapitellänge ist recht unterschiedlich und die längeren Kapitel sind oftmals Abschnittsweise unterbrochen, und somit bietet der Roman eine gute Lesebasis, für Langzeitleser wie für Gelegenheitsleser. Die Lesezeit betrug bei mir etwa 6-8 Stunden, wobei ich mir hier jedoch nicht ganz sicher bin.

Nun zu den Charakteren bzw. den angesprochenen Gruppierungen im Kontext des Buches.

Am Anfang finden wir die schwarzpelzigen Orks. Die wesentlichen Charakter, die aus der Masse der orkischen Namen auftauchen und auch aventurische Geschichte schrieben, sind Saddrak Whassoi, der schwarze Marschall, eines der taktischen Genies der Orks, und der göttergesandte Herscher der Orks, der Aikar Brazoragh. Tragende Figur ist hierbei der Aikar Brazoragh, da er eine der Schlüsselfiguren, nicht nur im Roman, darstellt.

Um ein wenig den Leser einzustimmen ein kurzer Romaneinblick um den Zusammenhang der Orks mit dem Thema zu bekommen und gleichzeitig die weiteren Gruppen vorzustellen:

Durch die orkischen Götter den Orken gesandt um sie zu vereinen und zu nie gekannter Macht und seit jahrhunderten erhofftem Ruhm zu führen, schickt der Aikar Brazoragh seinen schwarzen Marschall aus, abtrünnige Orkenhäuptlinge und Priester zu finden und ihm ihre Köpfe zu überbringen. Als dieses Ziel fast erreicht, zieht der Göttergesandte mit seinem orkischen Heer los einen Troll zu suchen, der sein eigenes Volk gegen ihn aufhetzt. Doch dies soll nur ein Vorwand sein und es gelüstet den Aikar Brazoragh nach einer göttlichen Waffe, der Troll dient ihm nur als Wegweiser.

Unsere nächsten Protagonisten im Geschen sind eine junge Adepta und ein Phexgeweihter. Diese durch einen Traum von den Göttern zu einer schier wahnwitzigen Queste gerufen, machen sich nach einigen Hinweisen der Vergangenheit auf den Weg um einen Schlüssel für ihre Queste zu finden.

Doch wie es so kommen kann, trifft man unerwartet auf einen Gegenspieler, nicht nur einen persönlichen, sondern einem Gegenspieler der \"12 Götter\". Nach einem kurzen, aber heftigem Kampf entflieht der Priester des Namenlosen, dem 13. Gott, der von den \"12 Göttern\" in die Verdammnis geschickt wurde.

Dem Hinweis folgend, treffen unsere beiden göttergläubigen auf die vorletzte Gruppierung im Roman: die Trolle. Auch dem jungen Trollschamanen Krallulatsch liegt eine schwere Bürde auf, denn er soll ein jahrtausende altes Trollgeheimnis finden und behüten. Hierbei nähern sich Adepta, Phex-Geweihter und Troll ein wenig an, gezwungener Maßen, denn Ihr Ziel ist das selbe.

Krallulatsch selbst auferlegte Queste das Trollgeheimnis zu schützen bringt uns zum letzten Teilnehmer des Buches. Hierbei handelt es sich um den Troll Knopphold, der entgegen der trollischen Distanzierung zu den jungen Rassen, seinem Meister Borbarad einen neuen Platz in dieser Welt weisen will. Hierzu will er sich des alten Trollgeheimnisses bemächtigen.

Dies sind die fünf Gruppen bzw. Personen im Buch. Die Geschichte wechselt Kapitelweise, nicht zwingend aber doch in einem gewissen Muster. Wie sich erahnen lässt ist das Ziel aller Personen ein und das selbe und es kommt zum finalen Showdown...hier einhaltend möchte ich nicht zu viel vorweggreifen.

Die Geschichte entwickelt sich sprunghaft und abwechslungsreich. Es scheint immer hundert weitere Möglichkeiten zu geben und man schafft es kaum den Roman bei Seite zu legen. Das Ende des Romans ist in vieler Hinsicht offen und gibt viele Fragen auf, die man hofft in einem weiteren Roman klären zu können

Die Schilderung von Orten und Plätzen erfolgt zwar leider sehr knapp, dafür aber sehr aussagekräftig und detailliert. Sprachlich sehe ich weniger Probleme, weder für eingefleischte Fans des DSA-Universums, noch für Neulinge und Quereinsteiger.

Mich persönlich hat der Roman sehr bewegt, was wohl an meiner Ader zum Rollenspiel liegt. Die Personifizierung mit einem der Akteure ist einfach, denn für jeden Charakterzug gibt es eine oder gleich mehrere Personen. Durch die Schreibweise denkt man, man reist als stummer Beobachter hinter den Personen her, überfliegt die Kulissen und sieht alles selber. Dies nimmt die oftmals entstehende Distanz zwischen Buch und Leser und verschafft ein besonderes Lesegefühl.

Ich kann dieses Buch JEDEM empfehlen, auch Leuten, die sich sonst nicht mit Fantasy beschäftigen. Dies liegt wieder zum einem an der einfachen Darstellung und Sprache, wie auch an der sehr gut ausgesuchten Schlagwortliste und der kurzen geschichtlichen Eingrenzung der Vorjahre Aventuriens. Somit steht kein Leser ohne Hilfe im Regen.

So nun viel Spaß beim lesen des Buchen und vielleicht gebt Ihr auch eine kleine Bewertung mit Kommentar ab.

------------------Ergänzung--------------------
Erschienen ist das Buch im Heyne Verlag.

Heyne Best.-Nr. 06/6062
ISBN 3-453-19641-4
Preis 7,95 €


Bis bald Sonix

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-26 14:43:33 mit dem Titel Wellen aus der Vergangenheit

Viele Jahre ist es her, dass das große Beben die blühende Metropole des westlichen Handels und des Efferdkultes vernichtet hat. Die Stadt spürte den gesammelten Zorn der Götter und so ertranken an diesem Tage mehrere 10.000 Menschen in den Fluten des großen Bebens.

Der 43. Band der aventurischen Romanreihe aus dem Hause Heyne beschäftigt sich parallel mit zwei in sich so stark verstrickten Geschichten, dass die Übergänge mehr fließend als gehackt erscheinen. Im Zentrum des Romans steht eindeutig der historische Gedanke, das große Beben zu hinterfragen und dem Leser die Ursachen vorzulegen. Doch zugleich versteht es Lena Falkenhagen, die Gegenwart in Worte zu fassen, die einen in ihren Bann ziehen und das Leben auf den Straßen Havenas fast plastisch erscheinen lassen.

Im Vordergrund stehen die im Buchtitel genannten \\\"Nebelgeister\\\". Wer von den Nebelgeistern spricht, meint natürlich die mutigen, fast waghalsigen Schmuggler, die durch die Unterstadt Havenas, an der Stadtgarde und dem König Güter in die Stadt schiffen und fast jede Nacht ihr Leben riskieren. Denn die Unterstadt ist kein Ort, an dem das Leben sich gerne aufhält, denn dies sind die lange versunkenen Stadtteile des ehemals erblühten Havenas, die durch die große Flut im Jahre 291 vor Hal vernichtet und unter die Meeresoberfläche gesenkt wurden. Viele Legenden, Geschichten und Wahrheit verbinden die Havener mit diesem Ort der Gefahren, wo Monster und Ungeheuer auf Ahnungslose lauern sollen und diese in ein feuchtes Grab zu ziehen versuchen.

Doch hier arbeiten und leben die \\\"Nebelgeister\\\" und auch wenn den meisten nicht wohl ist, es ist ein lukratives Geschäft und so verdient sich die kleiner Gruppe Schmuggler um die Gräfin der Unterstadt Rondriane Kervendoch ihren Lebensunterhalt mit diesem gefährlichen und unrechten Geschäft. Doch greifen wir der Geschichte nicht voraus:

Beginnen tut der Roman mit dem Abenteuer von Zulhamin, die in einer trüben Nacht versucht im alten Efferdtempel die heilige Efferdperle zu stehlen. Ihr gelingt diese Schandtat gegen die Götter und flieht ungesehen.

Hier setzen nun unsere Freunde unter den \\\"Nebelgeistern\\\" ein, die in der selben Nacht durch die neblige Unterstadt eine ihrer vielen Frachten schiffen. Aufgeschreckt durch einen fast dämonischen Singsang, rudern sie gerade in eines der gefährlichsten Abenteuer ihres Lebens, denn nachdem das Boot mit den singenden Kultisten an ihnen vorbei gezogen ist, fischen sie eine ´fast leblose Frau aus dem Wasser, die ihnen nur noch einige Worte zuflüstert.

Doch der Diebstahl der heiligen Efferdperle bleibt nicht unbemerkt. Der Tempelvorsteher bemerkt das Fehlen und benachrichtigt den Sohn des Fürsten, einem Vertrauten des hiesigen Efferdkultes, und setzt ihn auf diese Schändung des Tempels an. Efferdan ui Bennain nimmt sich diesem Problem natürlich an und wird nach einigem Suchen in das wahre Heiligtum geführt: Lata`s Grotte. Lata, die heilige Drachenschildkröte des Efferd, lebt in einer Höhle, die wohl beim großen Beben entstand und hier findet Efferdan nicht nur die ersten hinweise auf den Diebstahl, sondern auch Einblicke in die Vergangenheit, die eine erschreckende Wahrheit offenbaren und so gerät Efferdan immer wieder in den Strudel Lata`s Gedankenbilder und erlebt die Zeit vor dem großen Beben aus den Augen...

Efferdwin, ein junger Novize des Efferd, Liebling des Efferdhochgeweihten Efferdhilf der Blaue, erlebt während seiner Novizenzeit, wie sich der Efferdkult unter der Leitung Efferdhilf`s gewandelt hat. Nach und nach gerät der junge Novize immer tiefer in die Ränkespieler der Kulte von Praios, Efferd und Ingerimm und erkennt als einziger, was dieses Machtspiel der 3 Hochgeweihten der Kulte mit sich ziehen wird.

Nach den ersten Vision, finden Efferdan und Rondriane eine gemeinsame Spur und fangen an, dem Diebstahl der Efferdperle zusammen nachzuspüren und finden erschreckende Parallelen und grausige Tatsachen, doch dies solltet Ihr selber nachlesen.

Zum Buch selber kann man einiges nennen, was mir sehr positiv aufgefallen ist. Doch erst einmal zum äußeren.

Wer das Buch das erstemal in der Hand hält, findet eines der wirklich gelungenen Bilder auf den bisher erschienen DSA-Romanen. Besonders fällt auf, dass das Bild nicht willkürlich gewählt wurde, sondern einen Einblick auf die Thematik des Buches wirft, denn man bekommt einen Ausschnitt aus dem Leben der \\\"Nebelgeister\\\". Man erkennt ein kleines Boot, dass durch eine versunkene Ruinenstadt führt und schwere Ladung mit sich führt. Das Bild hat eine grausige und abenteuerlustige Stimmung auf mich verursacht und finde es immer wieder fesselnd.

Doch nun zum Inhalt, der neben der eigentliche Lektüre, dem Leser auf dem Weg durch die Vielzahl aventurischer Details helfen soll, um auch Neulingen und Gelegenheitsspielern einen guten und verständlichen Roman zu liefern.

Gleich hinter dem Inhaltsverzeichnis befindet sich die typische Romankarte des aventurischen Kontinents, die kaum Details bietet aber eine grobe Orientierungshilfe darstellt: Städte, Flüsse und Gebirge sind eingezeichnet, doch nicht alle benannt. Auf den Folgeseiten bekommen wir eine für den Roman sehr hilfreiche Stadtkarte des \\\"Neuen\\\" und des \\\"Alten\\\" Havenas. Hier wurden durch Zahlen alle wichtigen Lokalitäten der Geschichte angezeigt und man kann den Weg der Geschichte sehr schön verfolgen.

Für alle sehr hilfreich ist die Auflistung der Protagonisten und Nebendarsteller der Handlung. Aufgeteilt in \\\"Fatas\\\" und \\\"Ymra\\\", werden die Figuren kurz vorgestellt mit Namen und Titel und ihrem Stand/Beruf zugeordnet.

Wie in so vielen DSA-Romanen findet der Leser am Ende eine Auflistung aller aventurischen Fremdbegriffe, geographischer Namen und Maßeinheiten. Dies hilft bei den vielen Fachbegriffen aventurischen Sprachgebrauchs.

Doch auch wenn die Liste der aventurischen Begriffe sehr lang ist, kann man diesen Roman jedem Freund von Fantasy-Geschichten empfehlen, da er auf komplizierte Fachbegriffe und Überdüngung mit Sonderbegriffen verzichtet. Viele der trotzdem genutzten Vokabeln, werden von der Autorin im selben Satz passend und stimmungsvoll erklärt. Auch sonst ist die Sprache recht verständlich und es macht Spaß dem Text zu folgen.

Man merkt, dass dies nicht der erste Roman von Lena Falkenhagen ist, da auch schon ihre ersten Werke die Nähe zum Rollenspiel \\\"Das schwarze Auge\\\" zeigten. Ihr Erstlingswert \\\"Schlange und Schwert\\\" beschrieb schon wie dieser Roman die faszinierende Verknüpfung von Zukunft und Gegenwart. Auch die Rabenchronik ist ein Meisterwerk und wer diese gelesen hat, wird ein paar alte Bekannte in \\\"Die Nebelgeister\\\" wieder finden.

Ich war begeistert von diesem Meisterwerk aventurischer Literatur und kann es jedem nur empfehlen. Diese Verbindung von Geschichte, Abenteuer und aventurischem Hintergrundwissen, darf sich eigentlich niemand entgehen lassen. Die Charakterbeschreibungen sind meisterhaft und die Geschichte flüssig und fesselnd...dieser Roman macht Spaß zu lesen und das nicht nur einmal.

Vielen Dank für Euer Interesse und Eure Lesungen...sonix

Preis: 6,95 €
Verlag: Heyne
ISBN: 3-453-15634-X
Heyne-Nr: 06/6043
Autorin: Lena Falkenhagen
Erschienen: Oktober 1999

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