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Erfahrungsbericht von DemFuchs

Ken Follett - Der Mann aus St. Petersburg

Pro:

Spannung, Story, Charaktere,

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Nein

Ciao liebe Gemeinde!

Ich habe mal wieder ein Buch gelesen und wie kann es anders sein? Es ist wieder ein Follett.

„Der Mann aus St. Petersburg“ ist ein etwas älterer Roman von Ken Follett, dem Autor, der die Bestseller „Die Nadel“ und „Die Säulen der Erde“ geschrieben hat. Es erschien 1982 unter dem Titel „The man from St. Petersburg“.

Das Buch spielt im Jahre 1914. In Europa gibt es starke Spannungen zwischen den Mächten und man sieht sich einem Krieg nahe. Aus diesem Grund möchte England Russland an seine Seite bringen, um sich im Falle eines Krieges dessen Unterstützung sicher zu sein.
Zu diesem Zweck bittet die Britische Regierung den adeligen Earl of Walden mit einem russischen Admiral über ein Abkommen zu verhandeln. Dieser Admiral ist sowohl der Neffe des Earl of Walden, als auch der Neffe des russischen Zaren und somit der perfekte Verhandlungspartner.
So reist also Fürst Alexeij Andreijewitsch Orlow nach England und lebt dort während der Verhandlungen bei der Familie Walden.
Ganz so geheim wie ursprünglich geplant sind die Verhandlungen jedoch nicht, denn ein russischer Anarchist, der in der Schweiz lebt, erfährt davon und beschließt, den Fürsten Orlow zu töten und damit das Zustandekommen des Abkommens zu verhindern und damit Russland aus einem europäischen Krieg herauszuhalten.
Was er jedoch nicht weiß, ist, dass er bei den Waldens einen Menschen aus seiner Vergangenheit wiedersehen wird, was ihn in einige Schwierigkeiten bringt.

So, mehr möchte ich von der Handlung nicht verraten.

Wie von fast allen Follett-Büchern, bin ich auch von „Der Mann aus St. Petersburg“ regelrecht begeistert, denn Ken Follett schafft es einfach den Leser über 400 Seiten zu fesseln und ihn nicht mehr loszulassen. Das Buch ist durchweg spannend und das obwohl es in einer für Thriller untypischen Zeit wie vor dem 1. Weltkrieg angesiedelt ist.
Der Schreibstil ist schwierig zu beschreiben und es ist vor allem schwierig zu erklären, wie es Ken Follett, mit seiner recht schnörkellosen Erzählweise, fertig bringt den Leser immer in einer gewissen Erwartung zu halten.
Selbst in den Passagen, die nicht im eigentlichen Sinne spannend sind, da sie nicht so viel Action enthalten, kann man es kaum erwarten die nächste Seite umzublättern.
Außerdem ist die Story sehr bewegend und das Schicksal der Charaktere berührt auch den Leser, der sich gut in die Personen hineinfühlen kann. Auch dies ist wohl ein Verdienst Folletts.



Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und vielschichtig, und so verschieden wie sie nur sein können. Personenkonstellation ist wie immer bei Follett sehr interessant und während sich die Charaktere durch das ganze Buch permanent weiterentwickeln werden auch einige überraschende Geheimnisse aufgedeckt.
Vor allem der Charakter des Felix – der Hauptfigur – hat mir sehr gut gefallen, da ich ihn auch außerhalb der Handlung sehr interessant finde.

Ken Follett scheint für diesen Roman – wie für all seine anderen Romane auch – viel recherchiert zu haben, denn er beschreibt das Zeitgeschehen zum Beginn der Jahrhunderts sehr genau und ausführlich. Vor allem die sozialen Divergenzen werden sehr gut herausgestellt und es wird – wie ich finde – auch Kritik an der Überheblichkeit der Adelsklasse geübt.
So hat mir eine Szene sehr gut gefallen, in der sich eine Duchess während eines Mittagessens über die Faulheit der Arbeiterklasse aufregt, während die Gesellschaft von Lakaien bedient wird.
Auch mit Anarchistischen Schriften, dem Leben von Adeligen und dem basteln von Bomben scheint sich Follett ausgiebig beschäftigt zu haben.

Das Buch ist mit 415 Seiten nicht unbedingt das dickste und man hat es in einigen Stunden durchgelesen, zumal man mit dem Lesen kaum aufhören kann. Die Taschenbuchausgabe des Bastei – Lübbe – Verlags hat ein schön gestaltetes Cover und kostet 7,50 €. Im Text sind mir jedoch ein paar Tippfehler bei der Übersetzung aufgefallen.

Mein Fazit:
„Der Mann aus St. Petersburg“ ist ein sehr guter Thriller – wie man es von Ken Follett erwartet – und durchweg spannend, obwohl er in einer für Thriller untypischen zeit spielt. An geschickte Personenkonstellationen, die ja sowieso Folletts Spezialität sind, lässt es auch dieses Buch nicht fehlen.
Neben der spannenden Handlung enthält das Buch aber auch Kritik an der damaligen sozialen Situation, was ich persönlich auch sehr schön finde.
Es lohnt sich also das Buch zu lesen, was bei Follett Büchern aber immer der Fall ist.



Danke für’s Lesen

Dem To

58 Bewertungen, 2 Kommentare

  • little_maryann

    11.07.2002, 02:13 Uhr von little_maryann
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dieses Buch kenne ich noch garnicht aber ich werde darauf achten, denn ich liebe Bücher von Ken Follett. Derzeit lese ich die Säulen der Erde zum dritten Mal

  • Verena77

    17.05.2002, 18:13 Uhr von Verena77
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Beitrag!