Erfahrungsbericht von feuergeist
Pflichtlektüre
Pro:
interessant, vielschichtig, ungewöhnlich, kritisch
Kontra:
nicht leicht zugänglich
Empfehlung:
Nein
Pflichtlektüre ist eines dieser Worte, das schon Generationen von Schülern die Freude am Deutschunterricht genommen hat. Auch ich habe immer wieder über die vom Deutschlehrer vorgeschriebenen Bücher gemeckert. Am Ende jedoch ist mit "Homo Faber" vom Schweizer Autor Max Frisch genau eine dieser Pflichtlektüren zu meinem Lieblingsbuch geworden.
Walter Faber glaubt an sein rationales Weltbild, das durch eine Liebesgeschichte zerbricht. Kein anderer zeitgenössischer Roman stellt derart ehrlich wie hintergründig die Frage nach der Identität des modernen Menschen (zitiert aus dem Vorwort.)
Der Mensch ist ein fühlendes Wesen, kaum etwas ist für ihn so schwer zu ertragen, wie Gefühlskälte. Dabei könnte alles so einfach sein. Ohne Gefühle ließe sich die Welt problemlos in Schwarz und Weiß unterteilen, Menschen ließen sich in Kategorien einordnen und all die großen und kleinen Probleme, die sich aus zwischenmenschlichen Beziehungen ergeben, würden wegfallen. In Walter Faber schuf Max Frisch eine Figur, die sich solch einer Lebensphilosophie verschrieben hat. Doch mit dieser Einstellung ist Faber zum Scheitern verurteilt. In einer Welt voller fühlender Menschen bewegt er sich wie ein Blinder unter Sehenden, stets bleibt er Außenseiter. Als er schließlich erkennt, daß es Gefühle sind, die das Leben lebenswert machen, ist es für eine Änderung zu spät, seine Tochter ist tot und ihm selbst bleiben nur noch wenige Monate. Frisch zeigt in seinem Buch, daß Wissenschaft und Technik allein nicht die Antwort sind. Menschen sind keine Roboter, sie sind weder logisch, noch berechenbar und jeder, der davor die Augen verschließt, wird früher oder später an dieser Einstellung zerbrechen.
Faber hat sich vor 20 Jahren, kurz vor der Heirat, von Hanna, einer Jüdin, auf ihren Wunsch getrennt. Ungewiß bleibt, ob das Kind, das Hanna von ihm erwartet, zur Welt kam. Eine Abhandlung über Abtreibung läßt einiges vermuten. Nach einer Flugzeugnotlandung in der Wüste begegnet Faber auf einer Schiffsreise nach Frankreich der 20jährigen Sabeth. Er fährt mit ihr, erstmals seine Arbeit im Stich lassend, durch Südfrankreich und Italien nach Athen und zu ihrer Mutter. Diese Reise wird zur Hochzeitsreise des ungleichen Paares. Dann muß er erkennen, daß Sabeth seine und Hannas Tochter ist. Immer noch versucht er, den furchtbaren Konsequenzen auszuweichen. Erst als Sabeth nach einem Unglücksfall stirbt, kehrt er nach einer schweren Operation zu Hanna zurück.
Ich denke „Homo Faber“ sollte in keinem Bücherschrank fehlen. Zugegeben, es ist nicht leicht zugänglich, aber wer sich davon nicht abbrecken läßt, dem wird sich ein tolles Buch erschließen. "Homo Faber" ist eines dieser Bücher, das man immer wieder lesen kann, eines das nie an Aktualität verliert. Geradezu visionär sind die Aussagen die Frisch trifft.
Die Figuren sind genau gezeichnet. Allderdings laden sie durch ihre jeweils extreme Ausrichtung nicht wirklich zur Identifikation ein.
"Homo Faber" verleitet den Leser dazu, über das Leben, die Liebe und die eigene Einstellung zu beidem machzudenken. Mehr kann man von einem Buch kaum verlangen.
Walter Faber glaubt an sein rationales Weltbild, das durch eine Liebesgeschichte zerbricht. Kein anderer zeitgenössischer Roman stellt derart ehrlich wie hintergründig die Frage nach der Identität des modernen Menschen (zitiert aus dem Vorwort.)
Der Mensch ist ein fühlendes Wesen, kaum etwas ist für ihn so schwer zu ertragen, wie Gefühlskälte. Dabei könnte alles so einfach sein. Ohne Gefühle ließe sich die Welt problemlos in Schwarz und Weiß unterteilen, Menschen ließen sich in Kategorien einordnen und all die großen und kleinen Probleme, die sich aus zwischenmenschlichen Beziehungen ergeben, würden wegfallen. In Walter Faber schuf Max Frisch eine Figur, die sich solch einer Lebensphilosophie verschrieben hat. Doch mit dieser Einstellung ist Faber zum Scheitern verurteilt. In einer Welt voller fühlender Menschen bewegt er sich wie ein Blinder unter Sehenden, stets bleibt er Außenseiter. Als er schließlich erkennt, daß es Gefühle sind, die das Leben lebenswert machen, ist es für eine Änderung zu spät, seine Tochter ist tot und ihm selbst bleiben nur noch wenige Monate. Frisch zeigt in seinem Buch, daß Wissenschaft und Technik allein nicht die Antwort sind. Menschen sind keine Roboter, sie sind weder logisch, noch berechenbar und jeder, der davor die Augen verschließt, wird früher oder später an dieser Einstellung zerbrechen.
Faber hat sich vor 20 Jahren, kurz vor der Heirat, von Hanna, einer Jüdin, auf ihren Wunsch getrennt. Ungewiß bleibt, ob das Kind, das Hanna von ihm erwartet, zur Welt kam. Eine Abhandlung über Abtreibung läßt einiges vermuten. Nach einer Flugzeugnotlandung in der Wüste begegnet Faber auf einer Schiffsreise nach Frankreich der 20jährigen Sabeth. Er fährt mit ihr, erstmals seine Arbeit im Stich lassend, durch Südfrankreich und Italien nach Athen und zu ihrer Mutter. Diese Reise wird zur Hochzeitsreise des ungleichen Paares. Dann muß er erkennen, daß Sabeth seine und Hannas Tochter ist. Immer noch versucht er, den furchtbaren Konsequenzen auszuweichen. Erst als Sabeth nach einem Unglücksfall stirbt, kehrt er nach einer schweren Operation zu Hanna zurück.
Ich denke „Homo Faber“ sollte in keinem Bücherschrank fehlen. Zugegeben, es ist nicht leicht zugänglich, aber wer sich davon nicht abbrecken läßt, dem wird sich ein tolles Buch erschließen. "Homo Faber" ist eines dieser Bücher, das man immer wieder lesen kann, eines das nie an Aktualität verliert. Geradezu visionär sind die Aussagen die Frisch trifft.
Die Figuren sind genau gezeichnet. Allderdings laden sie durch ihre jeweils extreme Ausrichtung nicht wirklich zur Identifikation ein.
"Homo Faber" verleitet den Leser dazu, über das Leben, die Liebe und die eigene Einstellung zu beidem machzudenken. Mehr kann man von einem Buch kaum verlangen.
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