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Erfahrungsbericht von witch_craft

Ein aussergewöhnliches Buch von Michel Folco

Pro:

spannend, unterhaltend, bildend

Kontra:

nichts für zarte Nerven

Empfehlung:

Nein

Liebe LeserInnen,

heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, das mir sehr gut gefällt:

Die rechte Hand Gottes von Michel Folco

Taschenbuch - 340 Seiten - btb/Goldmann Vlg., M.
Erscheinungsdatum: 1997
ISBN: 3442722373

Es ist eine ausgesprochen schwarzhumorige Geschichte, die einen häufig sehr Lachen läßt,
doch gleichermassen eine grauenhafte, eine wahre Geschichte. Man braucht nicht zu wissen, inwieweit sich der an geschichtliche und biographische Tatsachen gehalten haben mag. Sondern man ist sich augenblicklich darüber klar, daß zwischen dem Henker und allen anderen Menschen wirklich die ungeheure und unüberbrückbare Kluft besteht, in die es in diesem Roman geht.

Alles beginnt im Jahre 1683 in Südwestfrankreich. Die Stadtväter von Bellerocaille verurteilen einen Koch zum Tode, der ein besonders abscheuliches
Verbrechen beging. Doch ihnen fehlt der Henker.

Wir lernen Justinien kennen, der im jugendlichen Leichtsinn auf Gaukler hereinfällt und mit ihnen zusammen verhaftet wird. Justinien ist ein Findelkind
mit einem besonderen Makel: es wurde ihm die Nase abgebissen. Lange leidet er darunter, bis ihm sein Pflegevater eine Holznase schnitzt. Bei seiner Verhaftung ergibt sich durch ein Messer mit der Aufschrift ?Pibrac" sein neuer Nachname.
(Findelkinder trugen ja, wir wissen es seit ?Oliver Twist", Fantasienamen).
Ihm wird angeboten, den Koch hinzurichten und dafür nicht auf die Galeere zu müssen...in seiner Not willigt er ein und hat den von aller Welt verhaßten Job am Hals.

Justinien Pibrac wird zwangsverpflichtet. Eine große Henkerdynastie ist geboren, die erst 1918 endet. Neun Generationen, nicht alle Henker lernen wir kennen.
Den Ersten und den Letzten, ihre Schwierigkeiten und ihren Umgang damit.

Eines der besten Bücher über ?den legalisierten Mord" und den Umgang der Gesellschaft damit.

Ich habe es dreimal gelesen, fand es immer besser und kann es allen, die etwas kräftigere Kost vertragen, nur empfehlen.

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