Erfahrungsbericht von andrea-hh
Charles Frazier - Unterwegs nach Cold Mountain - ein spannender Roman vor historischem Hintergrund!
Pro:
sehr fesselnd, mal was anderes als Fackeln im Sturm & Co.
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Amerikanischer Bürgerkrieg... Wer hier nur Bilder und Geschichten über glorreiche Helden, schmucke Uniformen und Plantagen á la "Fackeln im Sturm" im Kopf hat, dem wird in diesem Roman eine ganz andere Seite des Bürgerkriegs gezeigt. Diese Geschichte handelt nicht von reichen Südstaatlern in ihren Prachtvillen, sondern von den einfachen Menschen North Carolinas.
An Körper und Seele verwundet, liegt Inman in einem Krankenhaus, um sich von seinen schweren Verwundungen zu erholen. Auf dem Wege der Besserung, ist klar, dass er bald wieder an die Front zurückgeschickt wird - aber er ist des Kämpfens müde und sehnt sich nach seiner Heimat, dem Cold Mountain. Und nach Ada, der Frau, die er liebt. Und er flüchtet, will zurück zu Ada. Zu Fuß, immer in der Angst, als Deserteur aufgegriffen, zur Front zurückgeschafft oder gar auf der Flucht erschossen zu werden.
Ada hat derweil auf der heimatlichen Farm ganz andere Sorgen: wie überleben? Der Vater, der Geistliche des Ortes, ist gestorben und hinterläßt Ada eine unbewirtschaftete Farm und Geldsorgen. So verschwindet die Landarbeiterfamilie, die bisher für das leibliche Wohl Adas sorgte, und sie steht allein da. Sie kann weder kochen, noch hat sie eine Ahnung von Farmwirtschaft. Und von Ihrer Lieblingsbeschäftigung - dem Zeichnen - wird man schlecht satt. Bis ihr freundliche Nachbarn einen guten Geist in Gestalt von Ruby schicken - einem Mädchen, dass über einen enormen Erfahrungsschatz in Sachen "überleben unter schweren Bedingungen" verfügt. Sie will kein Geld für Ihre Hilfe, aber nur unter der Bedingung, das "jeder seinen eigenen Nachttopf leert" - sprich, sie will keine Dienstbotin sein. Gemeinsam bringen sie die Farm auf Vordermann, bis... Tja, ob sie Inman jemals wiedersieht, müsst ihr schon selbst lesen.
Dies Buch ist voll von detailreichen Schilderungen der Landschaft North Carolinas, von der Gastfreundschaft der einfachen Menschen, die Inman auf seinem Weg z.B. in der Gestalt einer in einem Wohnwagen lebenden Ziegenfrau begegnet, von den Gefühlen und der Hoffnungslosigkeit des Krieges, wie er gewesen sein muss, hart und ohne viel Glorie. Denn der Autor greift auf die Erzählungen seines Ururgroßvaters zurück.
Der Stil des Autors ist anspruchsvoll, sehr detailliert werden Situationen, Menschen und deren Empfindungen beschrieben, von daher ist dies nur bedingt "so-nebenbei-in-der-UBahn-Lektüre".
Charles Frazier (46) liefert hiermit sein erstes Buch ab. Er lebt mit Frau und Tochter auf einer Farm in North Carolina und ist "hauptamtlich" Pferdezüchter.
Fazit@A-HH: Packend und absolut lesenswert!
© A-HH
Dieser Bericht basiert auf der Taschenbuchausgabe (1998), ISBN3-453-15252-2
An Körper und Seele verwundet, liegt Inman in einem Krankenhaus, um sich von seinen schweren Verwundungen zu erholen. Auf dem Wege der Besserung, ist klar, dass er bald wieder an die Front zurückgeschickt wird - aber er ist des Kämpfens müde und sehnt sich nach seiner Heimat, dem Cold Mountain. Und nach Ada, der Frau, die er liebt. Und er flüchtet, will zurück zu Ada. Zu Fuß, immer in der Angst, als Deserteur aufgegriffen, zur Front zurückgeschafft oder gar auf der Flucht erschossen zu werden.
Ada hat derweil auf der heimatlichen Farm ganz andere Sorgen: wie überleben? Der Vater, der Geistliche des Ortes, ist gestorben und hinterläßt Ada eine unbewirtschaftete Farm und Geldsorgen. So verschwindet die Landarbeiterfamilie, die bisher für das leibliche Wohl Adas sorgte, und sie steht allein da. Sie kann weder kochen, noch hat sie eine Ahnung von Farmwirtschaft. Und von Ihrer Lieblingsbeschäftigung - dem Zeichnen - wird man schlecht satt. Bis ihr freundliche Nachbarn einen guten Geist in Gestalt von Ruby schicken - einem Mädchen, dass über einen enormen Erfahrungsschatz in Sachen "überleben unter schweren Bedingungen" verfügt. Sie will kein Geld für Ihre Hilfe, aber nur unter der Bedingung, das "jeder seinen eigenen Nachttopf leert" - sprich, sie will keine Dienstbotin sein. Gemeinsam bringen sie die Farm auf Vordermann, bis... Tja, ob sie Inman jemals wiedersieht, müsst ihr schon selbst lesen.
Dies Buch ist voll von detailreichen Schilderungen der Landschaft North Carolinas, von der Gastfreundschaft der einfachen Menschen, die Inman auf seinem Weg z.B. in der Gestalt einer in einem Wohnwagen lebenden Ziegenfrau begegnet, von den Gefühlen und der Hoffnungslosigkeit des Krieges, wie er gewesen sein muss, hart und ohne viel Glorie. Denn der Autor greift auf die Erzählungen seines Ururgroßvaters zurück.
Der Stil des Autors ist anspruchsvoll, sehr detailliert werden Situationen, Menschen und deren Empfindungen beschrieben, von daher ist dies nur bedingt "so-nebenbei-in-der-UBahn-Lektüre".
Charles Frazier (46) liefert hiermit sein erstes Buch ab. Er lebt mit Frau und Tochter auf einer Farm in North Carolina und ist "hauptamtlich" Pferdezüchter.
Fazit@A-HH: Packend und absolut lesenswert!
© A-HH
Dieser Bericht basiert auf der Taschenbuchausgabe (1998), ISBN3-453-15252-2
9 Bewertungen, 1 Kommentar
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29.03.2002, 22:31 Uhr von audicla
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht, für meinen Geschmack genau die richtige Länge. Gruss audicla
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