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Erfahrungsbericht von AlinaBaby

"Das Geschenk der Delphine" Von Kirsten Kuhnert

Pro:

tolle Geschichte

Kontra:

nix

Empfehlung:

Nein

Nun kommt die Meinung über das zweite Buch, das ich vor kurzem in einem Wühltisch bei Walmart entdeckt habe: „Das Geschenk der Delphine“ von Kirsten Kuhnert. Als ich es zur Kasse geschleppt habe, wusste ich eigentlich noch gar nicht, worum es geht, aber als ich das Cover gesehen habe, musst ich gleich an die Delphin Therapie in Florida denken. Als wir dann im Auto saßen, habe ich schon befürchtet irgendeine Tier Dokumentation gekauft zu haben. Wir hatten es wirklich wahnsinnig eilig, da es ja Samstag war und schon nach Ladenschluss. Aber Gott sei Dank habe ich richtig gelegen, es geht in diesem Buch tatsächlich über die sicher jeden aus dem Fernsehen bekannten Delphintherapie in Key Largo, Florida.


DER INHALT
Als die kleine Kira 4 Monate alt ist, wird sie getauft. Natürlich darf die Feier danach nicht fehlen und so feierte die ganze Familie fröhlich im Golfclub. Kirsten und ihr Mann entfernen sich zur von der Gesellschaft, im Wissen das Kira und ihr großer Bruder sich unter der Aufsicht der restlichen Familie befinden. Doch als sie wieder kommen, ist Tim verschwunden. Panisch suchen alle nach ihm und nach wenigen Minuten werden sie fündig: Tim liegt leblos im Swimmingpool.

Die sofortige Wiederbelebung ist zwar erfolgreich, aber von diesem Moment an, ändert sich das Leben der Familie Kuhnert völlig. Denn der 2jährige Timmy ist schwerst behindert. Er kann sich nicht mehr bewegen, verständigen (an laufen und reden ist gar nicht denken) und kämpft mit heftigen Krampfanfällen. Die Ärzte geben Tim auf, doch seine Mutter Kirsten, will das nicht wahrhaben und kämpft. Sie probiert verschiedene Therapien aus und stößt dabei auf den ein oder anderen angeblichen Wunderheiler. Doch leider alles ohne Erfolg. Doch dann stößt sie auf die Therapeutin Barbara Schweitzer, die genau so an Timmy glaubt wie seine Mutter. Zusammen schaffen es die beiden Frauen zu beweisen, das Timmys Behinderung rein körperlich ist. Er versteht alles was man ihm sagt. Einem ungläubigen Arzt, zeigen sie Timmys (zu diesem Zeitpunkt) einzige Fähigkeit zu reagieren: Er hebt nach Anforderung den Kopf. Das ist der eindeutige Beweis, es muss hart gearbeitet werden, den Timmy hat eine Chance auf ein besseres Leben.

Durch Zufall wird Kirsten auf die Delphintherapie aufmerksam. Da die Familie nicht grade arm ist, besteht kein Zweifel, dass Timmy sobald wie möglich nach Key Largo zu den Delphinen reisen soll. Gesagt, getan, ein paar Wochen später befindet sich die ganze Familie in Florida. Anfangs ist Kirsten noch ein wenig skeptisch, als sie merkt, dass die Delphine neben der Therapie eine recht untergeordnete Rolle spielen. Doch schnell wird ihr klar, dass auch die Delphine keine Wunderheiler sind, sondern dass sie nur eine stark unterstützende Wirkung auf die eigentlich Therapie haben und den Kindern helfen sich zu öffnen.

Und plötzlich geschieht ein kleines Wunder: Timmy lacht. Er lächelt nicht, so wie er es nach seinem Unfall schon hin und wieder getan hat, sondern er lacht laut und aus vollem Herzen. Von diesem Moment an, weiß Kirsten Kuhnert das Tim mit Hilfe der Delphine wieder ins Leben zurück finden kann.

Und Timmys Zustand verbessert sich mit der Zeit wirklich sehr. Er fängt an zu lautieren, was er nicht einmal nach seinem Unfall getan hatte, ist kaum noch verkrampft und lernt letztendlich sogar wieder alleine zu stehen, was nie ein Arzt für möglich gehalten hätte. Ein Wissenschaftler aus den USA findet außerdem durch einen Computer raus, dass Tim sowohl in Deutsch als auch in Englisch jedes Wort versteht. Für Kirsten war das eigentlich klar, doch sämtliche skeptischen Ärzte in Deutschland sind absolut verblüfft und können sich nicht erklären, wie der kleine Junge, den sie für geistig „tot“ gehalten haben, plötzlich solche Fortschritte machen kann.

Kirsten, die mittlerweile von ihrem Mann geschieden ist, macht sich sehr viele Gedanken über andere behinderte Kinder und wie die Delphine ihnen helfen könnten. Doch die meisten könnten sich die Therapie nie leisten, denn mit 2 wöchigem Aufenthalt in den USA, kommt man auf Kosten um die 20 000 DM. Deshalb beschließt Kirsten einen Verein zu gründen, der Kindern die Delphintherapie ermöglicht: Dolphin Aid. Aus dem kleinen Verein, mit den 7 vorgeschrieben Mitgliedern, wird schnell eine große Organisation und viele Kinder können mit den Delphinen zusammen kommen.

MEINE MEINUNG:
Das allererste was ich erwähnen muss ist, dass man mit jeder Seite spüren kann, was für ein außergewöhnlicher kleiner Junge Timmy ist. Die vielen Fotos, zu denen ich gleich noch etwas schreiben werde, zeigen, dass er außerdem sehr hübsch ist. Viele schwer behinderte Kinder haben ein sehr verzerrtes Gesicht und leer Augen. Nicht Timmy, er ist bildschübsch und seine Augen leuchten wie Kristalle. Auf einem Bild lacht er, wie ein ganz normales Kind und er ist sooooooo süß. Im Buch kommt sehr gut rüber, dass er trotz seiner schweren Behinderung ein sehr fröhliches Kind ist und wie sehr er auch seine kleine Schwester liebt.

Als ich mich zu Hause mit dem Buch hingesetzt habe, vielen mir als erstes ein paar Seiten auf, die weißer waren, als die anderen. Oh ja, Fotos!!! Dachte ich mir. Ich freue mich immer sehr, wenn in einem Buch mit einer wahren Geschichte Fotos sind, da man sich so noch viel mehr in die Geschichte hineinversetzen kann. Auf diesem Fotos sind Kira (Tims Schwester), Tim (aber nur von der Seite oder von hinten), Kirsten Kuhnert, Prinz Leopold von Bayern (der Schirmherr von dolphin Aid) und weitere Kinder bei der Delphintherapie zu sehen. Ich habe mich schon sehr gewundert, dass Timmy nur auf drei Fotos zu sehen ist und das auch nur von der Seite oder von hinten. Doch nachdem ich mit dem Lesen angefangen haben, sties ich auf die ersten Fotos. Als erstes sieht man Timmy in seinem Hochstuhl sitzen, am Morgen vor seinem Unfall. Bei diesem Bild sind mir Tränen in die Augen geschossen. Er ist ein Stück Brötchen und grinst dabei so frech wie es nur ein kleiner Frechdachs kann. Dann kommen zwei Fotos, von Kira und Tim. Auf dem ersten ist Tim noch gesund und die 3 Monate alte Kira liegt auf seinem Bauch. Auf dem zweiten ist Tim sechs und die 4jährige Kira liegt auf ihm und gibt ihm einen Kuss. Diese beiden Bilder haben mich auch sehr bewegt. Dann kommen einige Bilder von Timmy bei der Delphintherapie. Auf allen sieht er wahnsinnig glücklich aus! Zuletzt sieht man auch das Team aus Key Largo und Kirsten mit ihrer Mutter und Timmy im Arm.

Wie ist das Buch geschrieben? Naja, da kann man geteilter Meinung sein. Ich finde, dass es sich teilweise etwas aufgesetzt und übertrieben anhört. Kirsten Kuhnert benutzt so einige Worte, die man sonst nur in Schnulzenromanen lesen kann. Am Anfang hat mich das sehr gestört, doch mit der Zeit lässt es entweder nach oder ich habe mich schlicht und einfach daran gewöhnt.

Leichte Kost, kann man das Buch nun wirklich nicht nennen. Ich habe es innerhalb von drei Abenden gelesen und nie konnte ich danach schlafen. Ständig musste ich darüber nachdenken. Ich habe mir den kleinen Timmy vorgestellt, wie er braungebrannt und lachend mit den Delphinen spielt und wie andere Kinder ihm begegnen. Aber es waren schöne Gedanken und einmal habe ich sogar von den Delphinen geträumt.

Was ich sehr bemerkenswert finde, ist wie man merkt, wie Kirsten Kuhnert während der Jahr immer mehr wächst. Anfangs ist sie verunsichert, ängstlich und mit der Situtation einfach total überfordert. Doch als sie beginnt, Timmys Zustand nicht einfach so hinzunehmen sondern für ihn zu kämpfen, wird sie immer stärker, bis sie schließlich auch noch die Kraft hat, eine Organisation wie Dolphin Aid auf die Beine zu stellen. Recht bald ändert sich ihre Einstellung von „Warum Timmy? Wie soll es denn nur weiter gehen?“ in „Ich habe nichts mehr zu verlieren! Wovor soll ich mich denn noch fürchten?“.

In „All unsere Liebe für Kate“ habe ich bemängelt, dass die beiden gesunden Schwestern zu wenig erwähnt wurden. Hier war das ganz anders. Die knapp 2 Jahre alte Kira ist der Sonnenschein der Familie und vieles dreht sich um sie. Kirsten betont immer wieder, wie sehr sie stets darum bemüht war, Kira trotz allem eine unbeschwerte Kindheit bieten zu können. Immer wieder wird der Leser über ihre neuesten Entwicklungen und auch über ihre ganze Art und Lebensfreude informiert.

Das Buch ist folgendermaßen geordnet: Vorwort, Timmys Geschichte, Geschichten von anderen Kindern, denen durch die Delphine geholfen wurde und zuletzt kommen noch viele Informationen über die Delphintherapie und dolphin aid. Ich finde es wahnsinnig toll, dass auch die Geschichten von anderen Kinder erzählt werden. Ein Mädchen ist krebskrank und hat nur noch ein paar Wochen zu leben. Doch die Delphine geben ihr die Kraft zu überleben. Ein weiteres Kind ist spastisch gelähmt und lernt greifen. Davon gibt es noch mehrere Geschichten, alle samt mit einem großen oder kleinem Erfolg.
Auch über Dolphin Aid findet man sehr viele wichtige Informationen. Ein wenig gestört hat mich, dass bereits während der eigentlichen Geschichte so viel über die Struktur und die Organisation des Vereins geschrieben wurde. Das wäre mit Sicherheit im Anhang, bei den weiteren Informationen besser aufgehoben, aber so tragisch fand ich das jetzt auch nicht. Es war nun ein wenig nervig, da ich doch unbedingt wissen wollte wie es mit Timmy weiter ging.


DIE DELPHIN THERAPIE
Zur Zeit findet die Delphin Therapie soweit ich weiß nur in Florida, Key Largo statt. Entwickelt wurde sie von Dr. David Nathanson, der auch heute noch der Leiter ist. Weiter sind dort viele Therapeuten beschäftigt die mit den Kindern arbeiten. Dr. Nathanson hat herausgefunden das die Delphine eine außergewöhnliche Wirkung auf behinderte Kinder haben. Sie lernen sich zu öffnen und machen bei der Therapie viel schneller Fortschritte. Wie schon gesagt, die Delphine sind auch keine Wunderheiler, aber sie unterstützen die angewandten Therapien sehr stark. Vorallem autistischen Kindern kann gut geholfen werden, da es für diese unmöglich ist, etwas zu lernen, wenn sie es nicht schaffen sich zu öffnen.
Am Montag waren wir in Nürnberg im Zoo, das bekannter maßen ja auch ein Delphinarium hat. Vor der eigentlichen Show sah man einen Film über Delphine. Am Schluss wurde über das neue Projekt Lagune im Nürnberger Zoo gesprochen und ich war sehr erstaunt was dann kam: Demnächst soll auch dort die Delphin Therapie statt finden, die sonst nur in Amerika möglich ist. Schaffen es die verantwortlichen eine ebenso effektive Therapie dort aufzubauen wäre es dass ein sehr großer Schritt für in Deutschland lebende behinderte Kinder. Wie ich schon gesagt habe, ist die Therapie wahnsinnig teuer, was größten Teils an der Anreise und Unterkunft liegt, dass sie sich kaum eine Familie für ihr Kind leisten kann. Dolphin Aid bekommt zwar viele Spenden, doch es würde nie reichen, um alle Kinder die die Delphintherapie benötigen dort hin zu schicken. Selbst für Leute, die selber drauf zahlen können, beträgt die Wartedauer circe 2 Jahre. Und wenn man bedenkt, wie viele Fortschritte in dieser Zeit gemacht werden könnte, erscheinen diese 2 Jahre nahezu endlos. Vorallem da Kinder um so besser und schneller lernen, um so jünger sie sind.


DOLPHIN AID
Wurde 1995 von Kirsten Kuhnert gegründet. Der Verein hilft bei der Erstellung und Versand von Infomaterial, der Beratung hilfesuchender Eltern, dem Kontakt zwischen Betroffenen und Therapeuten, der Erlangung von Therapieplätzen, der Betreuung im Ausland, juristischen und steuerlichen Fragen und nach Möglichkeiten unterstützt Dolphin Aid die betroffenen Familien auch finanziell.
Alle aktiven Mitglieder sind ehrenamtlich tätig, weshalb die Spenden fast ausschließlich für die oben genannten Dinge verwendet werden. Der Schirmherr ist übrigens der Rennfahrer Prinz Leopold (auch Poldi genannt) von Bayern. Doch die Medien wurde Dolphin Aid sehr bekannt und nur deshalb konnte der kleine Verein so schnell wachsen und vielen, vielen Kindern helfen.
Wer jetzt spenden will, der soll es auch tun. Ich bin mir jetzt allerdings nicht ganz sicher, ob es erlaubt ist, hier die Bankverbindung des Spendenkontos reinzusetzen. Also, wer etwas spenden will, soll mir lieber seine Email Adresse in die KS stellen und ich schreibe dann die Bankverbindung. Es muss ja auch nicht viel sein, ich zum Beispiel habe einen Dauerauftrag von 5 Euro eingerichtet. 5 Euro kann ich schon noch abdrücken und über einen längeren Zeitraum kommt auch ein kleines Sümmchen zusammen.

FAZIT: Lest das Buch und ihr werdet es nicht so schnell wieder vergessen. Man macht sich danach so einige Gedanken, die man sich zuvor nie gemacht hätte. Die Delphin Therapie ist wissenschaftlich erwiesen sehr effektiv und ich finde, dass so viel wie möglich behinderte Kinder in ihren Genuss kommen sollten.
Das Buch reißt einen einfach wahnsinnig mit und keiner sollte diese Erfahrung verpassen.

Viel Spaß beim Lesen!

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