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Erfahrungsbericht von Leela

Keyes, Marian - "Pusteblume"

Pro:

Witzig erzählt, gutes Design

Kontra:

etwas langweiliges ende...

Empfehlung:

Nein

Nachdem ich „Wassermelone“ und „Sushi für Anfänger“ von Marian Keyes regelrecht verschlungen hatte, kaufte ich mir ohne lange zu zögern auch „Pusteblume“.
Hier nun mein Bericht, nachdem ich noch ganz frisch ausgelesen habe.

Allgemeine Informationen zu dem Buch:
Bei amazon.de habe ich 9,95 EUR für das Taschenbuch bezahlt, ich denke, die Preise werden sich bei anderen Händlern nicht groß unterscheiden.
Erschienen ist das Buch bei Heyne, es hat knapp 550 Seiten.
Der englische Originaltitel lautet „Last Chance Saloon“, die englische Erstausgabe erschien 1999, die deutsche 2000.

Die Autorin:
Marian Keyes wurde 1963 als ältestes von 5 Kindern einer irischen Familie in Cork/Irland geboren. Nachdem sie Jura studiert hat, lebte sie einige Zeit in London, kehrte aber dann nach Irland zurück. Seitdem widmet sie sich der Schriftstellerei.
Weitere Werke von ihr sind zum Beispiel: „Wassermelone“, „Sushi für Anfänger“, „Lucy Sullivan wird heiraten“ und „Rachel im Wunderland“.

Design des Buches:
Der Umschlag ist in orange gehalten. Abgebildet sind ein paar blaue Schmetterline und das Bild einer lachenden, jungen Frau.

Worum geht es in diesem Buch?
Tara Butler, Katherine Casey und der homosexuelle Fintan O’Grady sind seit ihrer Teenagerzeit in Knockavoy/Irland die besten Freunde.
Als Erwachsene ziehen sie nach London und lernen die Schwedin Liv kennen.
Fintan lernt seinen Freund Sandro kennen und lieben und eigentlich könnte alles wunderschön sein.
Allerdings haben alle so ihre Problemchen...

Tara lebt mit ihrem egoistischen Freund zusammen, der krankhaft geizig ist, sie wie Dreck behandelt und dessen Lieblingsfarbe braun ist. Sie mag ihn aber nicht verlassen, denn sie hat Torschlusspanik. Schließlich ist sie schon über 30 und befürchtet, keinen Mann mehr zu finden.
Außerdem rechtfertigt Thomas sein Verhalten dadurch, dass er als Kind von seiner Mutter verlassen wurde – was ausreicht, um Tara immer wieder weich zu kriegen.
So wird Tara aus Kummer immer dicker, was Thomas‘ Zorn noch größer macht – und Tara immer verzweifelter...

Katherine hat zwar einen guten Job – ist aber alleine. Nach einer großen Enttäuschung will sie keine Bindung mehr eingehen. Eigentlich geschieht dies eher unbewusst, denn sie spielt immer die kühle Unnahbare und lässt niemanden an sich heran, was die Männer reizt. Wenn die Männer es dann geschafft haben, Katherine zu erobern, ist dieser Reiz weg – und Katherine wird fallen gelassen.
So lebt sie allein, mit kleinen Unterbrechungen, die nie von Dauer sind, und scheint glücklich dabei zu sein.
Bis sie eines Tages Joe Roth kennen lernt, der ihr Leben völlig durcheinander bringt.

Liv liebt einen Schweden namens Lars, der noch in Schweden wohnt und sie ab uns zu in London besuchen kommt. Allerdings ist er verheiratet und die ständigen Versprechungen, dass er seine Frau bald verlässt, kann selbst Liv nicht mehr für voll nehmen.

Fintan lebt eigentlich sehr glücklich mit Sandro zusammen. Die beiden sind nach langer Zeit immer noch sehr verliebt und verstehen sich wunderbar.
Bis Fintan eines Tages sehr krank wird...

Fintan’s Krankheit schmeißt alles aus der Bahn. Alle Probleme werden unwichtig, alles dreht sich nur darum, wie die Diagnose ausfällt.
Schließlich schafft Fintan es, aus seiner schweren Krankheit Nutzen zu ziehen und Tara und Katherine zu einer entscheidenden Änderung in ihrem Leben zu bewegen...

Zwischendurch taucht noch der Charakter Lorcan Larkin auf, ein Weiberheld und Möchtegern-Schauspieler, mit einer übermäßigen Portion an Narzißmus und einer widerlichen Einstellung, was Frauen angeht.
Er spielt eine sehr wichtige Rolle für die Geschichte, die sich allerdings erst am Ende des Buches dramatisch aufklärt und die ich deswegen nicht näher erläutern werde.

Wie sich die Geschichte der Freunde entwickelt und was alles passiert solltet Ihr selber lesen...

Meine Meinung:
Ich war wie gefesselt von der Geschichte.
Anfangs noch ganz lustig und nett zu lesen, entwickelt sich die Handlung sehr spannend und schockierend, was ich gar nicht erwartet hätte.
Marian Keyes hat den Dreh raus, so zu schreiben, dass man das Buch stets im Kopf behält und nach den nächsten Seiten giert.
Sie schreibt sehr unterhaltsam, trotz dem es manchmal recht ernst wird. Sie weiß, wie man Überraschungseffekte erzielt und die Spannung anheizt, sie koppelt Romantik mit einem gehörigen Schuss Erotik.
In diesem Buch ist wirklich alles enthalten – genauso wie die Freunde in dem Buch alle Stimmungen durchleben, tut es auch der Leser zwangsläufig.
Marian Keyes erzählt als Außenstehende, aber wechselt je nach Kapitel die Hauptperson. So wird es dem Leser nicht langweilig – im Gegenteil. Waren wir eben noch bei Tara und Thomas zu Hause und erlebten Tara’s Wut – so sind wir im nächsten Moment bei Fintan am Krankenbett und fühlen mit ihm – und im nächsten Augenblick freuen wir uns über Katherine, die in Gedanken an Joe schwelgt.

Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich und unterhaltsam, zudem spannend und romantisch und ab und zu auch sehr traurig.

Ich will jetzt versuchen, noch auf den Titel einzugehen, was mir sehr schwer fällt. Denn Marian Keyes verwendet als Titel oft Wörter, die zwar in der Geschichte vorkommen, aber keine große Rolle spielen, so auch bei „Wassermelone“ Und „Sushi für Anfänger“.
Daraus schließe ich nun, dass die Autorin sich auf folgendes Zitat bezieht:
Liv: „Er ist nicht traurig, wenn der Löwenzahn verblüht, sondern er freut sich über die Pusteblume.“
Was so viel heißen soll wie: Versucht, die positiven Dinge zu sehen und nicht nur die negativen, auch wenn auf den ersten Blick das Negative im Vordergrund stehen mag. Irgendwann wird daraus etwas Erfreuliches.
Diese Einstellung finde ich sehr vernünftig und schön, denn als Schwarzseher führt man kein schönes Leben.

Abschließend kann ich sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gerne gelesen habe. Man konnte viel aus dem Verhalten der Charaktere lernen und sich teilweise sogar mit ihnen identifizieren.
Das Buch ist für jeden geeignet, wobei die Zielgruppe wohl eher Frauen sind.
Doch auch für Männer kann ich sagen:
Vollkommen empfehlenswert!!!


Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-10 22:05:29 mit dem Titel "Harmonie wird doch völlig überbewertet, oder?"

Nachdem ich mit Ildiko von Kürthy’s (Journalistin beim „Stern“) erstem Roman „Mondscheintarif“ nicht besonders viel anfangen konnte, hab ich mich anfangs schwer getan, auch noch Versuch Nummer 2, „Herzsprung“, zu lesen.
Allerdings fand ich dann doch, dass sich der Text auf der Rückseite ganz lustig anhört und auch optisch spricht „Herzsprung“ sehr an. Auf dem Cover sieht man eine junge Frau mit ihrem Koffer, die ziemlich traurig den Kopf hängen lässt. Das Wort „Herzsprung“ ist in neon-pink geschrieben.

In diesem Buch geht es um Amelie Sturm, Spitzname „Puppe“, die von sich selbst sagt, sie habe einen guten Charakter und eine schlechte Figur. Wäre es doch bloß umgekehrt... Dann hätte sie nicht den Wunsch, eine Selbsthilfegruppe für Frauen zu gründen, die lieber drohen als handeln. Genau das ist nämlich ihr Problem: Ihr Freund, Anwalt Phillip von Bülow, liebevoll „Bülowbärchen“ genannt, trifft sich für ihren Geschmack zu oft mit seiner Klientin Bente Johannson, die nach Puppe’s Meinung ein bisschen zu blond und ein bisschen zu dünn ist und außerdem vor 3 Jahren mal eine Affaire mit Phillip hatte. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, hört Puppe „zufällig“ Phillips Mailbox ab und hört die eindeutige Nachricht einer ziemlich aufgebrachten Bente.
„Jetzt reicht’s!“ denkt sich Puppe, schnappt sich Phillips Designer-Klamotten, übergießt sie mit dem teuersten Rotwein den sie finden kann und setzt sich zusammen mit Faltenhund „Marple“ in ihr Auto. Und fährt... fährt... fährt...
Unterdessen erfahren wir nach und nach die komplette Geschichte des kleinen Dramas in Puppe’s Leben und begleiten sie auf eine ziemlich aufregende Reise über Deutschlands Straßen. Puppe will Rache. Und sie will vielleicht auch Sex... Ob das alles so klappt, wie sie sich das vorstellt, müsst Ihr schon selber lesen...

Ich finde es erstaunlich, dass mir dieses Buch so gut gefällt, obwohl ich mit Nummer 1 so wenig anfangen konnte. Ildiko von Kürthy überzeugt mit einer enormen Menge Wortwitz und vielen Überraschungen. Das Ende des Buches (dass ich natürlich nicht verraten werde), kommt zwar etwas überraschend, ist aber meiner Meinung nach nicht so kreativ gewählt, da hätte man vielleicht mehr draus machen können...

Das Buch hat etwa 250 Seiten und kostet um die 10 Euro. Es ist im „Wunderlich-Verlag“ erschienen. Die Gestaltung im Buchinneren ist ähnlich der des Vorgängers und gefällt mir ausgesprochen gut. Man sieht nicht nur den Text, sondern es sind ab und zu auch schöne Bilder zu sehen und auch durch ein bisschen Farbe an einigen Stellen wird der Text aufgelockert.

Dieses Buch ist sehr unterhaltsam und daher auch empfehlenswert, für alle, die mal wieder herzhaft lachen wollen!

35 Bewertungen, 2 Kommentare

  • swissflyer

    08.02.2007, 10:48 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

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  • glowhand

    29.11.2005, 23:33 Uhr von glowhand
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Christian