Erfahrungsbericht von butterkeks
Kurtz, Katherine - Camber von Culdi
Pro:
spannend, Charaktere gut ausgearbeitet, Gefühle gut ausgedrückt
Kontra:
der Schluss hätte ausführlicher sein können
Empfehlung:
Nein
Der Roman „Camber von Culdi“ lag schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Ich weiß nicht warum ich ihn nie zur Hand genommen habe, aber vor zwei Wochen habe ich es dann doch endlich getan.
Einband:
Auf der Vorderseite ist ein Reiter in Rüstung mit einem roten Umhang, der im Wind weht, mit gezücktem Schwert zu sehen. Er reitet auf einem Schimmel und im Hintergrund ist eine Burg zu erkennen. Die Bäume sind bereits herbstlich rot gefärbt und am Himmel scheint sich ein Unwetter zusammen zu brauen. Das Schwert des Reiters erstrahlt in einem hellen Glanz. Die Rückseite zeigt weiterhin die eben beschriebene Landschaft mit den sturmgepeitschten Bäumen.
Allgemeine Infos:
Das Buch ist im Thienemann-Verlag unter der ISBN 3-522-17189-6 erschienen und hat 381 Seiten. Ich habe für den Roman damals 25 DM bezahlt, ich kann mich aber leider nicht mehr daran entsinnen wo ich ihn erstanden habe.
Inhalt:
Die Geschichte um Camber MacRorie spielt im 9. Jahrhundert, also im frühen Mittelalter. Camber gehört zum Geschlecht der Deryni, denen die Gabe der Zauberei und Magie gegeben ist.
Auf dem Thron sitzt Imre, ebenfalls ein Deryni, und herrscht in einer Weise, die Angst und Schrecken über das Land bringt. Als ein Edelmann ermordet wird, erhängt er zur Strafe fünfzig Bauern aus dessen Dorf, weil ihm niemand Informationen über die Ermordung des Mannes liefert. Über diese Grausamkeit ist Camber´s Sohn Cathan entsetzt und verliert ein wenig den Glauben in seinen Herrscher, den er aber immer noch abgöttisch liebt. Camber selber hatte Imre´s Vater gedient, der vor ihm den Thron inne hatte, machte sich aber nach Imre´s Machtergreifung auf, um künftig auf seinem Landsitz zu leben und sich der Wissenschaft zu widmen. Hier lebt auch seine Tochter Evaine, die kurz vor einer Hochzeit mit dem Heiler Rhys Thuryn steht. Sein zweiter Sohn Joram hingegen hat sich dem Orden der Michaelliten angeschlossen.
Als Rhys auf seiner Reise zu den MacRories in einem kleinen Dorf halt macht, um einem alten Freund das Sterben zu erleichtern, ahnt er noch nicht welch schwerwiegendes Geständnis ihm dieser alte Mann machen würde. Auf dem Sterbebett erzählt er ihm, dass er nicht ein einfacher Mann, sondern Prinz Aidan sei, einer der letzten Haldanen, denen rechtmäßig der Thron gehörte. Erschrocken erfährt Rhys weiter, dass es noch einen lebenden Erben gibt; seinen Enkel, der sich vor über zwanzig Jahren der Kirche verschrieben hat.
Mit diesem Wissen wendet sich Rhys an seinen Freund und zukünftigen Schwager Joram und die beiden werden sich mit der Zeit der Tragweite dieser Erkenntnis bewußt. Sie fühlen sich verpflichtet das Land von dem Tyrannen zu befreien und den rechtmäßigen Erben auf den Thron zu setzen. Dies ist kein einfaches Unterfangen und beileibe nicht ungefährlich. Deshalb ersuchen sie Camber um Rat und er erteilt ihnen die Erlaubnis nach dem Erben zu suchen. Keiner weiß, ob der Priester die Veranlagung zum Herrschen hat und überdies gewillt ist diese Bürde auf sich zu nehmen.
Derweil versucht am Hof von König Imre der Vetter Cathan´s ein Netz aus Intrigen zu spinnen. Er will Cathan aus der Gunst des Königs entfernen. Allerdings rechnet er nicht mit der Wut des Königs, der Cathan eigenhändig ermordet.
Ermutigt durch diese furchtbare Tat, setzt Camber nun alles daran, um den König zu stürzen.
Rhys und Joram machen sich auf die Suche nach Prinz Cinhil, dem letzten Haldanen, um ihm die Krone aufs Haupt zu setzen...
Meine Meinung:
Ich frage mich warum ich dieses Buch so lange habe liegen lassen. Camber von Culdi ist ein wunderschöner historischer Roman, der gleichsam spannend und erschreckend ist. Man bekommt einen Einblick in die Willkür, mit der ein König handeln und mit der er über das Schicksal vieler Menschen entscheiden konnte. Niemand hat Einfluss auf den König, außer seine Schwester, mit der er in einem Anflug von Verzweiflung eine Liebesbeziehung eingeht.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Anwendung von Magie, die die MacRories betreiben und mit der sie den Willen so mancher Person brechen können. Es werden ein paar Rituale beschrieben, die ich persönlich sehr interessant fand.
Katherine Kurz hat vor allen Dingen bei der Figur des Prinzen Cinhil gute Arbeit geleistet. Seine innere Zerrissenheit einerseits das Wissen die Bürde der Krone auf sich nehmen zu müssen, aber andererseits das Widerstreben die Priesterschaft aufzugeben ist wunderschön in Worte gefaßt. Cinhil verändert sich von Minute zu Minute und als sein Sohn bei der Taufe vergiftet wird, schäumen die Emotionen über. Es ist der Autorin wirklich gelungen hier ein sehr deutliches Bild des Prinzen zu zeichnen. Aber auch Imre ist beeindruckend dargestellt. Er, der Choleriker, der starrsinnige, aufbrausende Herrscher, der bis zum Schluss noch von seiner Allmacht überzeugt ist.
Der Schreibstil ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach den ersten zwanzig Seiten, ist man schon voll ins Geschehen verstrickt. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können und habe so manches Mal meine Mittagspause überzogen, weil ich mich nicht losreißen konnte, so schnell verging die Zeit beim Lesen. Einzig der Schluss ging mir zu schnell. Die langen Vorbereitungen für die Machtübernahme, die Zwiespältigkeit der Gefühle und die Gefahren, dessen man sich nachher wirklich bewußt war, ließen einen „besseren“ Schluss erwarten.
Fazit:
Ein wirklich sehr gelungener Roman, den ich nur jedem weiterempfehlen kann. Geeignet ist er sicherlich nicht nur als Urlaubslektüre. Im Klappentext ist noch zu lesen, dass dieser Roman der erste eines Zyklus ist, was mich hoffen läßt noch mehr solcher Werke zu lesen zu bekommen.
Einband:
Auf der Vorderseite ist ein Reiter in Rüstung mit einem roten Umhang, der im Wind weht, mit gezücktem Schwert zu sehen. Er reitet auf einem Schimmel und im Hintergrund ist eine Burg zu erkennen. Die Bäume sind bereits herbstlich rot gefärbt und am Himmel scheint sich ein Unwetter zusammen zu brauen. Das Schwert des Reiters erstrahlt in einem hellen Glanz. Die Rückseite zeigt weiterhin die eben beschriebene Landschaft mit den sturmgepeitschten Bäumen.
Allgemeine Infos:
Das Buch ist im Thienemann-Verlag unter der ISBN 3-522-17189-6 erschienen und hat 381 Seiten. Ich habe für den Roman damals 25 DM bezahlt, ich kann mich aber leider nicht mehr daran entsinnen wo ich ihn erstanden habe.
Inhalt:
Die Geschichte um Camber MacRorie spielt im 9. Jahrhundert, also im frühen Mittelalter. Camber gehört zum Geschlecht der Deryni, denen die Gabe der Zauberei und Magie gegeben ist.
Auf dem Thron sitzt Imre, ebenfalls ein Deryni, und herrscht in einer Weise, die Angst und Schrecken über das Land bringt. Als ein Edelmann ermordet wird, erhängt er zur Strafe fünfzig Bauern aus dessen Dorf, weil ihm niemand Informationen über die Ermordung des Mannes liefert. Über diese Grausamkeit ist Camber´s Sohn Cathan entsetzt und verliert ein wenig den Glauben in seinen Herrscher, den er aber immer noch abgöttisch liebt. Camber selber hatte Imre´s Vater gedient, der vor ihm den Thron inne hatte, machte sich aber nach Imre´s Machtergreifung auf, um künftig auf seinem Landsitz zu leben und sich der Wissenschaft zu widmen. Hier lebt auch seine Tochter Evaine, die kurz vor einer Hochzeit mit dem Heiler Rhys Thuryn steht. Sein zweiter Sohn Joram hingegen hat sich dem Orden der Michaelliten angeschlossen.
Als Rhys auf seiner Reise zu den MacRories in einem kleinen Dorf halt macht, um einem alten Freund das Sterben zu erleichtern, ahnt er noch nicht welch schwerwiegendes Geständnis ihm dieser alte Mann machen würde. Auf dem Sterbebett erzählt er ihm, dass er nicht ein einfacher Mann, sondern Prinz Aidan sei, einer der letzten Haldanen, denen rechtmäßig der Thron gehörte. Erschrocken erfährt Rhys weiter, dass es noch einen lebenden Erben gibt; seinen Enkel, der sich vor über zwanzig Jahren der Kirche verschrieben hat.
Mit diesem Wissen wendet sich Rhys an seinen Freund und zukünftigen Schwager Joram und die beiden werden sich mit der Zeit der Tragweite dieser Erkenntnis bewußt. Sie fühlen sich verpflichtet das Land von dem Tyrannen zu befreien und den rechtmäßigen Erben auf den Thron zu setzen. Dies ist kein einfaches Unterfangen und beileibe nicht ungefährlich. Deshalb ersuchen sie Camber um Rat und er erteilt ihnen die Erlaubnis nach dem Erben zu suchen. Keiner weiß, ob der Priester die Veranlagung zum Herrschen hat und überdies gewillt ist diese Bürde auf sich zu nehmen.
Derweil versucht am Hof von König Imre der Vetter Cathan´s ein Netz aus Intrigen zu spinnen. Er will Cathan aus der Gunst des Königs entfernen. Allerdings rechnet er nicht mit der Wut des Königs, der Cathan eigenhändig ermordet.
Ermutigt durch diese furchtbare Tat, setzt Camber nun alles daran, um den König zu stürzen.
Rhys und Joram machen sich auf die Suche nach Prinz Cinhil, dem letzten Haldanen, um ihm die Krone aufs Haupt zu setzen...
Meine Meinung:
Ich frage mich warum ich dieses Buch so lange habe liegen lassen. Camber von Culdi ist ein wunderschöner historischer Roman, der gleichsam spannend und erschreckend ist. Man bekommt einen Einblick in die Willkür, mit der ein König handeln und mit der er über das Schicksal vieler Menschen entscheiden konnte. Niemand hat Einfluss auf den König, außer seine Schwester, mit der er in einem Anflug von Verzweiflung eine Liebesbeziehung eingeht.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Anwendung von Magie, die die MacRories betreiben und mit der sie den Willen so mancher Person brechen können. Es werden ein paar Rituale beschrieben, die ich persönlich sehr interessant fand.
Katherine Kurz hat vor allen Dingen bei der Figur des Prinzen Cinhil gute Arbeit geleistet. Seine innere Zerrissenheit einerseits das Wissen die Bürde der Krone auf sich nehmen zu müssen, aber andererseits das Widerstreben die Priesterschaft aufzugeben ist wunderschön in Worte gefaßt. Cinhil verändert sich von Minute zu Minute und als sein Sohn bei der Taufe vergiftet wird, schäumen die Emotionen über. Es ist der Autorin wirklich gelungen hier ein sehr deutliches Bild des Prinzen zu zeichnen. Aber auch Imre ist beeindruckend dargestellt. Er, der Choleriker, der starrsinnige, aufbrausende Herrscher, der bis zum Schluss noch von seiner Allmacht überzeugt ist.
Der Schreibstil ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach den ersten zwanzig Seiten, ist man schon voll ins Geschehen verstrickt. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können und habe so manches Mal meine Mittagspause überzogen, weil ich mich nicht losreißen konnte, so schnell verging die Zeit beim Lesen. Einzig der Schluss ging mir zu schnell. Die langen Vorbereitungen für die Machtübernahme, die Zwiespältigkeit der Gefühle und die Gefahren, dessen man sich nachher wirklich bewußt war, ließen einen „besseren“ Schluss erwarten.
Fazit:
Ein wirklich sehr gelungener Roman, den ich nur jedem weiterempfehlen kann. Geeignet ist er sicherlich nicht nur als Urlaubslektüre. Im Klappentext ist noch zu lesen, dass dieser Roman der erste eines Zyklus ist, was mich hoffen läßt noch mehr solcher Werke zu lesen zu bekommen.
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