Erfahrungsbericht von ritasport
Mondscheintarif- einfach umwerfend!
Pro:
leicht verständlich, schnell zu lesen, umwerfend toll geschrieben, erfrischender Stil
Kontra:
etwas teuer, zu schnell Ende
Empfehlung:
Nein
Gestern abend hatte ich absolut keine Lust mehr zu lernen. Mein Kopf war gerammelt voll von all dem Wissen, das ich mir für meine Prüfung in zwei Wochen anlesen sollte und ich brauchte dringend etwas anderes!
Nachdem ich im Internet gesurft war und auch ein wenig auf dem Computer gespielt hatte, war ich etwas genervt und wollte eigentlich nur noch entspannen. Unsere Badewanne war aber gerade belegt (und bei meinen Herren WG-Mitbewohnern dauert das dann immer mindestens eine Stunde) und so sah ich mir meine Bücherregale an.
Ich habe etwas gesucht, daß nicht zu anspruchsvoll war (immerhin war mein Kopf noch vollgestopft) und das auch nicht zu dick ist, da ich ja eigentlich spätestens heute wieder mit dem Lernen anfangen musste. Und tatsächlich, ich habe ein passendes Buch gefunden:
Ildiko von Kürthy „Mondscheintarif“. 142 Seiten versprachen eine nette Abwechslung.
Zum Buch: Teile Des Klappentextes muß ich einfach wiedergeben, da sie ziemlich treffend sind.
„Cora Hübsch ist 33. Alt genug, um zu wissen, daß man einen Mann NIEMALS nach dem ersten Sex anrufen darf. Also tut sie das, was eine Frau tun muß: Sie wartet. Auf seinen Anruf. Stundenlang.“
Das Buch beginnt am Samstag abend um 17.12 Uhr. Es sind drei Tage vergangen, seit dem sich Cora mit Daniel getroffen hat und nun muß er sich melden. Die Minuten kommen ihr wie Stunden vor, während sie sich mit Selbstzweifeln quält. Ihre beste Freundin ist die ständige Anlaufstelle von verzweifelten Anrufen und auch andere Freunde müssen als Therapeuten herhalten.
Bis das Buch schließlich um 00.01 Uhr endet erfahren wir so ziemlich alles, was wir eigentlich schon immer wussten. Cora erzählt aus der Ich-Perspektive von den Plagen, die man mit seinen Zehen hat, die wahnsinnigen Schmerzen beim Epilieren, gegen die eigen Geburt doch eigentlich eine reine Freude sein müsste, den Problemen, wenn sich Haare ständig verselbständigen und vielen weiteren Alltagssorgen, mit denen sich Frauen mittleren Alters so herumschlagen müssen. Dazwischen wird immer wieder ein Stück nähere Vergangenheit aufgerollt. Peinlich genau erfahren wir alle Einzelheiten der (auch mal peinlichen) Treffen mit Dr. Daniel Hoffmann oder Kleinigkeiten von ihrer besten Freundin Johanna.
Nebenbei geschieht an dem Abend auch noch so allerhand. Ihre Nachbarn streiten sich mitten in ihrer IKEA-Küche, zerschlagen dabei eine wertvolle Vase ihrer Mutter, die dann natürlich auch gleich darauf anruft und spitzkriegt, daß eine Vase zerschlagen wurde. Daß an einem Samstag abend mitten im heillosen Durcheinander ein Mitarbeiter der GEZ vor der Tür steht und man sich dabei nicht gerade mit „Aber ich habe doch gar keinen Fernseher“ rausreden sollte, wenn die offene Tür den Blick auf den neuen Breitbildschirm freigibt, und was nicht so alles passieren kann, wenn man einfach nur wartet, das alles und noch viel mehr, kann man von Cora lernen.
Das Buch ist einfach witzig, ironisch und unheimlich unterhaltsam. Schwungvoll und geistreich werden Probleme von Frauen beschrieben, bei denen Männer nicht mal auf diue Idee kommen würden, daß es so etwas überhaupt gibt. Vor allem die selbstkritische und selbstironische Art macht dabei einfach nur Spaß. Viele typische Verhaltensweisen werden auf die Schippe genommen und natürlich bleiben auch einige Vergleiche zwischen Männern und Frauen nicht aus!
Der Kommentar von Suzanne von Borsody ist absolut treffend: „ Sagen Sie alle Verabredungen für diesen Abend ab. Legen Sie sich in die Badewanne und lesen Sie. Sie werden die Zeit vergessen und schließlich völlig begeistert- und völlig verschrumpelt- aus der Wanne steigen.“
Ich habe für das Buch gestern etwa zwei Stunden gebraucht und war sehr froh, nicht gestört zu werden. Ich hätte das Buch einfach nicht aus der Hand legen können, denn obwohl es nicht so sehr anspruchsvoll ist, fesselt es doch ungeheuer!
Ausnahmsweise hat mir das ganze Buch von vorne bis hinten ausgesprochen gut gefallen. Das ist relativ selten, denn meistens stört mich der Schluß eines Buches. Das ist hier anders. Der Schluß ist nicht kitschig, ein wenig unerwartet und doch passt er genau ins Schema ohne vorhersehbar zu sein. Vom ersten bis zum letzen Satz eine pures Lesevergnügen!
Die Autorin Ildiko von Kürthy wurde 1968 in Aachen geboren, lebt in Hamburg und ist Redakteurin beim Stern. Das Buch wurde 1999 geschrieben und ist ihr erster Roman. Ich habe die 20. Auflage von 2001 (da sieht man mal, wie gut sich das Buch verkauft!). Mittlerweile gibt es noch einen weiteren Roman von der Autorin („Herzsprung“).
Mondscheintarif ist beim rowohlt Taschenbuchverlag erschienen und kostet 8,50 Euro. Es ist mir seinen 142 Seiten wirklich recht dünn. Die ISBN-Nummer lautet: 3499226375.
Auf der Titelseite sieht man aus dem Blick einer Frau, die in der Badewanne liegt, die Füße, die aus dem Badeschaum reichen. Und genau mit diesen Füßen beginnt der Roman um 17. 12 Uhr!
Besonders gelungen finde ich auch die Fotos im Buch. Dabei handelt es sich nicht wie normalerweise um Fotos, die eine Seite einnehmen und den Text unterbrechen, sondern um kleine Fotos passend zum Text, mal oben in der Ecke, mal hinterlegen sie den Text oder finden sich über die Seite verteilt.
Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen. Auch wenn ich normalerweise nicht auf seichte Unterhaltung stehe, so ist dieses Buch doch eine willkommene Abwechslung gewesen. Diese zwei Stunden sollte man sich unbedingt Zeit nehmen und genießen. Ich habe häufiger laut losgelacht und so etwas ist wirklich entspannend!
Nachdem ich im Internet gesurft war und auch ein wenig auf dem Computer gespielt hatte, war ich etwas genervt und wollte eigentlich nur noch entspannen. Unsere Badewanne war aber gerade belegt (und bei meinen Herren WG-Mitbewohnern dauert das dann immer mindestens eine Stunde) und so sah ich mir meine Bücherregale an.
Ich habe etwas gesucht, daß nicht zu anspruchsvoll war (immerhin war mein Kopf noch vollgestopft) und das auch nicht zu dick ist, da ich ja eigentlich spätestens heute wieder mit dem Lernen anfangen musste. Und tatsächlich, ich habe ein passendes Buch gefunden:
Ildiko von Kürthy „Mondscheintarif“. 142 Seiten versprachen eine nette Abwechslung.
Zum Buch: Teile Des Klappentextes muß ich einfach wiedergeben, da sie ziemlich treffend sind.
„Cora Hübsch ist 33. Alt genug, um zu wissen, daß man einen Mann NIEMALS nach dem ersten Sex anrufen darf. Also tut sie das, was eine Frau tun muß: Sie wartet. Auf seinen Anruf. Stundenlang.“
Das Buch beginnt am Samstag abend um 17.12 Uhr. Es sind drei Tage vergangen, seit dem sich Cora mit Daniel getroffen hat und nun muß er sich melden. Die Minuten kommen ihr wie Stunden vor, während sie sich mit Selbstzweifeln quält. Ihre beste Freundin ist die ständige Anlaufstelle von verzweifelten Anrufen und auch andere Freunde müssen als Therapeuten herhalten.
Bis das Buch schließlich um 00.01 Uhr endet erfahren wir so ziemlich alles, was wir eigentlich schon immer wussten. Cora erzählt aus der Ich-Perspektive von den Plagen, die man mit seinen Zehen hat, die wahnsinnigen Schmerzen beim Epilieren, gegen die eigen Geburt doch eigentlich eine reine Freude sein müsste, den Problemen, wenn sich Haare ständig verselbständigen und vielen weiteren Alltagssorgen, mit denen sich Frauen mittleren Alters so herumschlagen müssen. Dazwischen wird immer wieder ein Stück nähere Vergangenheit aufgerollt. Peinlich genau erfahren wir alle Einzelheiten der (auch mal peinlichen) Treffen mit Dr. Daniel Hoffmann oder Kleinigkeiten von ihrer besten Freundin Johanna.
Nebenbei geschieht an dem Abend auch noch so allerhand. Ihre Nachbarn streiten sich mitten in ihrer IKEA-Küche, zerschlagen dabei eine wertvolle Vase ihrer Mutter, die dann natürlich auch gleich darauf anruft und spitzkriegt, daß eine Vase zerschlagen wurde. Daß an einem Samstag abend mitten im heillosen Durcheinander ein Mitarbeiter der GEZ vor der Tür steht und man sich dabei nicht gerade mit „Aber ich habe doch gar keinen Fernseher“ rausreden sollte, wenn die offene Tür den Blick auf den neuen Breitbildschirm freigibt, und was nicht so alles passieren kann, wenn man einfach nur wartet, das alles und noch viel mehr, kann man von Cora lernen.
Das Buch ist einfach witzig, ironisch und unheimlich unterhaltsam. Schwungvoll und geistreich werden Probleme von Frauen beschrieben, bei denen Männer nicht mal auf diue Idee kommen würden, daß es so etwas überhaupt gibt. Vor allem die selbstkritische und selbstironische Art macht dabei einfach nur Spaß. Viele typische Verhaltensweisen werden auf die Schippe genommen und natürlich bleiben auch einige Vergleiche zwischen Männern und Frauen nicht aus!
Der Kommentar von Suzanne von Borsody ist absolut treffend: „ Sagen Sie alle Verabredungen für diesen Abend ab. Legen Sie sich in die Badewanne und lesen Sie. Sie werden die Zeit vergessen und schließlich völlig begeistert- und völlig verschrumpelt- aus der Wanne steigen.“
Ich habe für das Buch gestern etwa zwei Stunden gebraucht und war sehr froh, nicht gestört zu werden. Ich hätte das Buch einfach nicht aus der Hand legen können, denn obwohl es nicht so sehr anspruchsvoll ist, fesselt es doch ungeheuer!
Ausnahmsweise hat mir das ganze Buch von vorne bis hinten ausgesprochen gut gefallen. Das ist relativ selten, denn meistens stört mich der Schluß eines Buches. Das ist hier anders. Der Schluß ist nicht kitschig, ein wenig unerwartet und doch passt er genau ins Schema ohne vorhersehbar zu sein. Vom ersten bis zum letzen Satz eine pures Lesevergnügen!
Die Autorin Ildiko von Kürthy wurde 1968 in Aachen geboren, lebt in Hamburg und ist Redakteurin beim Stern. Das Buch wurde 1999 geschrieben und ist ihr erster Roman. Ich habe die 20. Auflage von 2001 (da sieht man mal, wie gut sich das Buch verkauft!). Mittlerweile gibt es noch einen weiteren Roman von der Autorin („Herzsprung“).
Mondscheintarif ist beim rowohlt Taschenbuchverlag erschienen und kostet 8,50 Euro. Es ist mir seinen 142 Seiten wirklich recht dünn. Die ISBN-Nummer lautet: 3499226375.
Auf der Titelseite sieht man aus dem Blick einer Frau, die in der Badewanne liegt, die Füße, die aus dem Badeschaum reichen. Und genau mit diesen Füßen beginnt der Roman um 17. 12 Uhr!
Besonders gelungen finde ich auch die Fotos im Buch. Dabei handelt es sich nicht wie normalerweise um Fotos, die eine Seite einnehmen und den Text unterbrechen, sondern um kleine Fotos passend zum Text, mal oben in der Ecke, mal hinterlegen sie den Text oder finden sich über die Seite verteilt.
Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen. Auch wenn ich normalerweise nicht auf seichte Unterhaltung stehe, so ist dieses Buch doch eine willkommene Abwechslung gewesen. Diese zwei Stunden sollte man sich unbedingt Zeit nehmen und genießen. Ich habe häufiger laut losgelacht und so etwas ist wirklich entspannend!
30 Bewertungen, 1 Kommentar
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25.07.2002, 16:08 Uhr von Gluehsternchen
Bewertung: sehr hilfreichHi es gibt hier aber soviel ich weiß eine Kategorie für das Buch!!!!
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