Mehr zu AutorInnen mit K Testbericht

No-product-image
ab 10,96
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von Sprudellady

im nu bin ich ein Käfer!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Die Verwandlung von Franz Kafka

Autor
********************
Franz Kafka

Wurde am 3.Juli 1883 in Prag als ältester Sohn eines jüdischen Geschäftsmannes geboren. Kafka litt als Kind an der herrischen Art des Vaters, dessen Anweisungen unwidersprochen zu gehorchen sind.

Er besuchte von 1893 bis 1901 das Gymnasium und studierte ab 1901 Jura. Nach der Promotion und einem einjährigen Gerichtspraktikum arbeitete er als Versicherungsangestellter, seit 1908 in der „Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt“, die er bis zu seiner Pensionierung 1922 innehat.

1912 lernt er Felice Bauer kennen und verlobte sich zweimal erfolglos mit ihr. Auch alle seine weiteren Beziehungen zu Frauen scheiterten.
1917 kam es zum Ausbruch einer Lungenkrankheit, die etliche Sanatoriumsaufenthalte erforderte und schließlich zu seiner vorzeitigen Pensionierung führte.

1924 verlässt Kafka Prag und begibt sich ins Sanatorium nach Kierling bei Wien, wo er am 3.Juni 1924 an Kehlkopftuberkulose stirbt. Er wird nach Prag überführt und auf dem jüdischen Friedhof in Straschnitz bestattet

weitere Werke: das Schloss, das Urteil, Die Verwandlung, Amerika....



Inhalt:
********************
In der Novelle "Die Verwandlung" wacht die Hauptfigur Gregor Samsa eines morgens auf und sieht sich in einen Käfer verwandelt. Zuerst registriert er nicht,dass das die Realität ist und versucht weiterzuschlafen,in der Hoffnung, dass dies nur ein Traum sei. Er denkt über sein Leben nach und ihm wird klar, dass es keinen Sinn des Lebens gibt, denn sein Lebenszyklus besteht nur aus "ARBEITEN" und für die Familie sorgen.Am liebsten würde er seine Arbeit kündigen,doch dies kann er nicht mehr tun,weil er ein Käfer ist.

Als Gregors Familie ihn in der neuen Gestalt sieht, können sie nicht verstehen ,wie das passieren konnte. Vater und Mutter entfernen sich von ihm und die einzige, dich sich um ihn kümmert ist seine Schwester Grete, die er vor der Verwandlung ins Musikkonservatorium schicken wollte. sie bringt Gregor täglich das Essen und räumt seine kleien Behausung auf.Jedes Mal ,bevor Grete das Zimmer betriit,versteckt sich Gregor unter der KAnapee. ER kann der Familie seinen Anblixck nicht zu muten,zuweil er es selbst nicht ertragen kann.

Nach einer Weile findet er sich mit der Verwandlung ab und genisst sogar sein Leben, bis eines Tages seine Familie wegen ihn Ärger bekommt. Die Untermieter seiner Eltern haben ihn entdeckt und wollen unverzüglich ausziehen,ohne zahlen.Daraufhin wird der Familie bewusst,dass sie nicht mit dieser Situation klarkommen und wollen Gregor los werden. Durch diese Lieblosigkeit stirbt Greogor....

Interpretation bzw. Kafka und das Schreiben
***********************************

Franz Kafka litt sehr unter der herrischen Erziehung seines Vaters. Er musste immer die Wünsche seines Vaters erfüllen ,so studierte er Jus . Er arbeitete erfolgreich ,aber todunglücklich als Beamter einer Versicherungsanstalt. Am Tag arbeite und in der Nacht schreibt er.Das Schreiben war für Franz Kafka eine Art Projektion seines inneren Lebens...in seinen Romanen,Kurzgeschichten und Novellen verarbeitet er meist Themen, die seine Seele berühren.

-Auseinandersetzung mit seinem Vaterbild
sie wird zum Teil offen ,aber auch verdeckt geführt.

In der Verwandlung hat die Hauptfigur Gregor Samsa eine relative kühle Beziehung zu dem Vater. Die Verhältnisse zu anderen Familienmitgliedern ist auch nicht sehr innig, ausser zu Grete hat Gregor eine relativ gute Verbindung.....so war es auch in Kafkas Leben.

Kafka hat eine gestörte Beziehung zu Frauen.
Wenn Frauen in seinen Werken auftauchen,dann werden diese entweder nur kurz erwähnt oder werden als dunkles Wesen beschrieben (besonders in "Der Prozess")

Ich habe schon fast alles über Kafka gelesen und am Anfang habe ich mich nicht viel mit ihm auseinander gesetzt und deswegen war es für mich immer eine Qual ihn lesen zu müssen. Aber durch mehrere Recherchen entdecke ich immer wieder neue Stellen oder Sachen,die ich mit Kafkas Leben verknüpfen kann. Sein jurister Schreibstil ist zeitweise sehr anstrengend und am liebsten würde der Leser das Buch in eine Ecke schmeissen. Kafkas Leben war sicherlich nicht überhäuft von Glück und Freude ,ich glaube eher ,dass er ein melancholischer Mensch war und diese Stimmung findet man all(oder vielen Werken) wieder....man muss ziemlich viel zwischen den Zeilen lesen udn ich denke ,dass macht Kafka sehr interessant.

Jeder der Kafka noch nicht gelesen hat und es noch möchte empfehle ich zuerst "Briefe an den Vater " oder zuerst etwas über sein Leben zu lesen. Dann sind seine WErke verständlicher und man kommt immer wieder zu neuen Erkenntnissen



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-02 10:42:18 mit dem Titel Wer verurteilt da wen?!

Das Urteil

Entstehung:
Franz Kafka schrieb die Erzählungen „Das Urteil“ und „Die Verwandlung“ im Herbst 1912. In beiden Erzählungen handelt es sich um Familienbeziehungen der Haupt-
figuren. Sie geraten in einem Konflikt, für die es keine Lösungen gibt. Der Autor beschreibt seine Situation, daher sind seine Helden Bilder seiner eigenen Person.
Die Geschichte „Das Urteil“ nimmt in Kafkas eigener Schätzung einen besonderen Rang ein. Er las die Erzählung häufig vor; zunächst unmittelbar nach der Fertig -stellung seinen Schwestern, später bei Oskar Baum, vor mehreren Zuhörern. Danach folgte eine Lesung bei Max Brod und am 4. Dezember eine öffentliche Lesung anlässlich eines Prager Autorenabends. (Tagebucheintragung: „Ich hatte Tränen in den Augen. Die Zweifellosigkeit der Geschichte bestätigte sich“)

Inhalt:
Georg Bendemann ist ein junger Kaufmann, der den Betrieb seines Vaters über-nommen hat. Nach langem Überlegen beschließt er seinem Freund, der förmlich nach Russland geflohen ist, zu schreiben. Im Brief erwähnt der junge Mann seine Verlobung mit einem Fräulein Frieda Brandenfeld. Nachdem Schreiben sucht er seinen Vater in dessen Zimmer auf, in dem er schon seit Monaten nicht gewesen war, um beiläufig diesen Brief zu erwähnen.

Als Georg das Zimmer des Vaters betrat, war er überrascht, wie dunkel der Raum ist. Er bekommt Schuldgefühle, weil die hohe Mauer solchen Schatten warf. Daraufhin beschließt der Sohn seinen Vater in seinen Zimmer zu verlegen.

Der junge Kaufmann erzählt von seinem Freund, aber der Vater zweifelt an der Existenz jenes Freundes. Georg reagiert mit verlegenem Ablenkungsmanöver auf die Anschuldigungen. Er zeigt sich statt zu antworten, besorgt um dessen Gesundheitszustand und bringt den Vater ins Bett und deckt ihn zu. Kaum hat er ihn zugedeckt, richtet sich der Alte im Bett zu voller Höhe auf und schuldigt ihn an, sein Verhältnis zu seiner Braut sei Verrat am Freund, an der toten Mutter und an ihm.

Georgs Vater gesteht nun, dass er dessen Freund schreibt und er informiert ihn über die Ereignisse, die ihn seiner ehemaligen Heimatstadt passieren. Der Briefwechsel zwischen Herr Bendemann und dem russischen Freund erklärt die Tatsache, warum Georg immer seltener Briefe von ihm bekommt.
Außerdem preist der Vater den Freund als Sohn nach seinem Herzen. Georg ist geschockt und distanziert sich noch mehr von seinem biologischen Erzeuger.
Die Raserei des Vaters gipfelt in der Anklage der Ichbezogenheit:

„Jetzt weißt du also, was es noch außer dir gab, bisher wusstest du nur von dir! Ein unschuldiges Kind warst du ja eigentlich, aber noch eigentlicher warst du ein teuflischer Mensch! Und darum wisse: ich verurteile dich jetzt zum Tode des Ertrinkens!“

Georg fühlt sich aus dem Zimmer gejagt und stürzt sich in den nahe gelegenen Fluss und nimmt sich das Leben.

Er rief leise: „Liebe Eltern, ich habe euch doch immer geliebt!“

Meine Interpretation oder Ferndiagnose


AUTOBIOGRAFISCHE BEZÜGE

+Kafka leidet an der herrischen Art seines Vaters

+er studiert Jus wider Willen

+seine Verlobung mit Felice Bauer wird missbilligt

+sein Vater würdigt Kafkas literarisches Schaffen nicht




In dieser Geschichte handelt sich um einen Vater-Sohn-Konflikt. Der Vater verurteilt seinen Sohn zum Tode. Nach dem Urteil verlässt der Sohn das Haus und nimmt sich das Leben.

Das Urteil wird aus der Sicht des Geschäftsmannes Georg Bendemann erzählt. Georg befindet sich zu Beginn der Geschichte auf dem Höhepunkt seines Lebens.
Nachdem Tod seiner Mutter hat sich sein Leben komplett verändert. Während er früher im Schatten seines Vaters stand und sich weder entfalten noch im Leben durchsetzen konnte, steht er nun auf der Höhe des Ruhmes. Er hat das Geschäft seines Vaters übernommen, ist mit einem Fräulein verlobt, hat ein Zimmer mit Licht und Aussicht...

Die Wende setzt ein, als Georg an seinen Freund, der in Russland lebt, einen Brief schreibt. Der junge Kaufmann ist sich nicht sicher, ob er diesen abschicken soll, deswegen sucht er seinen Vater auf und bittet diesen um Rat.

Der Vater zweifelt an der Existenz jenes Freundes und mit der Frage:
„Hast du wirklich diesen Freund in Petersburg“, wendet sich die Fabel ins Absurde, ohne aus der realen Umwelt herauszufallen. Der alte Mann beschuldigt ihn dann, dass seine Verlobung Hochverrat sei.

Franz Kafka verarbeitet seine Erfahrungen im Urteil sehr stark. Hermann Kafka, sein Vater, verhinderte seine Heiratsabsichten, von denen in dem „Briefe an den Vater“ die Rede ist. Das sind die Anschuldigungen, die im Urteil zur Verurteilung und zum Tode führen à Georg akzeptiert das Urteil widerspruchslos und dabei enthüllt sich plötzlich seine bisher verdeckte Abhängigkeit.

Franz Kafka verwendet gern autobiografische Signale. Die Hauptfigur Georg soll ihn widerspiegeln, da dieser Name genauso viele Buchstaben wie Franz hat. Dass der Name seiner Verlobten in den Anfangsbuchstaben mit dem Felice Bauers übereinstimmt, gehört zu Kafkas Spiel mit autobiografischen Signale.

Im Urteil wird Georg Bendemann in einer Welt gezeigt, die von ihm beherrscht wird. Die literarische Phantasie Kafkas hat zwei verschiedene Möglichkeiten der Emanzipation von Macht durchgespielt. Die eine verkörpert der Freund, eine Art verlorener Sohn, der mit seinem Fortkommen zu Hause unzufrieden, vor Jahren schon nach Russland geflüchtet hatte. Seine Rückkehr wäre eine Rückkehr in alte Abhängigkeiten.
Die andere Möglichkeit ist die Heiratsabsicht von Georg Bendemann. Kafka schrieb: “Die Heirat ist gewiss die Bürgschaft für die schärfste Selbstbefreiung und Unabhängigkeit. Ich hätte eine Familie, das Höchste, was nach meiner Meinung man erreichen kann, also auch das Höchste, was du erreichst hast, ich wäre dir ebenbürtig, alle alte und neue Schande und Tyrannei wäre bloß Geschichte.

Im Urteil artikuliert sich diese Emanzipationsphantasie in Beschreibung eines Machtkampfes. Georg setzt sich an die Stelle des Vaters. Es entsteht ein Tausch der Positionen in der familiären Machthierarchie:
Der Vater hat keine Frau mehr, statt dessen hat der Sohn eine Verlobte. Georg wird im Geschäft zur dominanten Figur. Aber seine Wünsche nach Selbstbefreiung enden mit ihrer Unterwerfung unter die Instanzen patriarchalischer Macht.

*Das war Sprudellady für heute *
und es soll gesagt werden,wer diese Meinung klaut,dem sollen die Finger abfallen- Sprudellady is watching you

40 Bewertungen, 4 Kommentare

  • pucky1

    07.10.2002, 02:57 Uhr von pucky1
    Bewertung: sehr hilfreich

    hmm gelesen hab ich noch keinen einzigen Kafka *erstauntbin* aber wenn ich mich nun nicht täusche habe ich das Teil als Theaterstück gesehen und war "angetan" davon wenn man das von kafka sein kann,.. (im Gegensatz zu den umsitzenden, d

  • anonym

    31.08.2002, 02:30 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Kafka's Werke jagen mir immer einen kalten Schauer über den Rücken, er schreibt so irre surreal...

  • Thalaia

    01.07.2002, 21:15 Uhr von Thalaia
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wer klaut hier denn? *noch alle Finger hat*

  • chrisipfen

    01.07.2002, 20:41 Uhr von chrisipfen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Nutze den Tag...