Erfahrungsbericht von emmtie
Kellerman, F.-Denn rein soll deine Seele sein: Packender Krimi im jüdischen Umfeld von L.A.
Pro:
Eindrückliche Schilderung de Ereignisse
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Scheinbar ein Seitenfehler bei YOPI: Einmal abgeschickt, aber der Beitrag erscheint zweimal; ich lasse einen von beiden löschen !!
Kann man gleichzeitig einen spannenden Krimi schreiben und dabei auch noch viele Informationen über das jüdische Leben in einer Gemeinde in Amerika vermitteln?
Der amerikanischen Autorin Faye Kellerman ist diese Verknüpfung mit ihrem Roman „Denn rein soll deine Seele sein“ meiner Meinung nach wunderbar gelungen.
Durch Zufall stieß ich vor einiger Zeit in einem Antiquariat auf ihren Roman „Abschied von Eden“ und da mir das, was ich auf dem Rücken und beim kurzen „Reinlesen“ entdeckt, gut gefiel, nahm ich ihn mit. Da Krimiautoren ja sehr häufig immer wieder die gleichen Hauptpersonen verwenden und ich erst kürzlich bei James Patterson und seiner Alex-Cross-Reihe die Erfahrung gemacht habe, dass es, auch wenn die Geschichten nicht direkt zusammenhängen, immer praktischer ist, diese Reihen in ihrer chronologischen Abfolge zu lesen, schaute ich auch bei Kellerman sicherheitshalber nach.
Und tatsächlich war der von mir erworbene Roman der 3.Band in einer Reihe von mittlerweile 13 Krimis mit den gleichen Hauptpersonen. Und bevor ich mich wieder über Anspielungen auf vorangegangene Ereignisse ärgere, die ich nicht kenne, bin ich lieber zu Ebay gegangen und habe mir mal gleich die beiden Vorgänger-Werke besorgt. Ich kann manchmal richtig pedantisch sein :-)
So kam es also dazu, dass ich mit dem ersten Band der Serie:„Denn rein soll deine Seele sein“ begonnen habe.
Handlungszusammenfassung:
Die junge jüdischen Witwe, Mutter und Lehrerin Rina Lazarus ist in ihrer traditionellen jüdischen Gemeinde am Rande von L.A. für die Reinigung der Mikwe, des rituellen Tauchbades, zuständig. Eines Abends wird eine junge Jüdin auf dem Gelände der Gemeinde direkt nach dem Besuch der Mikwe brutal vergewaltigt. Rina Lazarus hört ihre Schreie und wird somit zur Zeugin. Der ermittelnde Beamte der Polizei, Pete Decker, hat anfangs etwas Problem mit den Regeln und Geboten der jüdischen Gemeinde, da sich z.B. die vergewaltigte Frau nicht von einem Arzt untersuchen lassen will. Doch durch die Vermittlungen und Erklärungen von Rina Lazarus im Laufe des Verfahrens findet er Mittel und Wege, die Regeln der Gemeinde nicht zu verletzen und gleichzeitig doch zu ermitteln. Es bleibt natürlich nicht aus, das er auch Gefallen an seiner hilfreichen Zeugin findet. Doch diese macht ihm klar, dass sie aus religiösen Gründen niemals zusammen kommen können. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass scheinbar Rina Lazaruns das eigentliche Opfer sein sollte? Doch wer will ihr etwas Böses? Und gibt es eventuell doch einen Zusammenkommen für den Detektiv und die junge jüdischen Witwe?
Meine Meinung:
Wieder einmal war ich dienstlich mit der Bahn in München und wieder einmal habe ich die Fahrt genutzt um zu lesen. Und wieder einmal war ein Buch so spannend und flüssig zu lesen, dass die Zeit wie im Flug verging. Und zwar nur die Hinreise. Denn als ich in München ankam, war ich mit „Denn rein soll deine Seele sein“ fertig. Das mag zwar auch daran gelegen haben, dass das Buch „nur“ 250 Seiten hat; aber auch die müssen erst einmal fesseln. Zum Glück hatte ich für die Rückreise noch ein Buch mit.
Was war nun das Besondere an diesem Buch? Zum einem handelt sich es um einen sehr guten Krimi. Die Personen sind glaubwürdig dargestellt, der Spannungsbogen hält den Leser bei der Stange und man weiß nicht sofort wer der Täter ist. Zum anderen ist es Fay Kellerman sehr gut gelungen, das Element der jüdischen Lebensweise sehr gut in den Krimi zu integrieren. Es wird nicht vorgeführt oder als etwas seltsam dargestellt, sondern ist durch die Konstellation, dass der ermittelnde Beamte Decker versucht auf die Regeln der Gemeinde einzugehen und diese immer wieder von Rina Lazarus oder dem Vorsitzenden der Gemeinde erläutert werden, direkter Teil der Handlung. Und es wird auch immer wieder nebenbei deutlich gemacht, dass diese Regeln zwar das leben der jüdischen Gemeinde beeinflussen, das dies aber nicht gleichbedeutende mit einer absoluten Abkehr von allem Weltlichen bedeutet. Gerade an den beiden Söhnen von Rina Lazarus, die gerne Pommes und Hamburger essen und mit Decker zum Baseball gehen oder an ihren Eltern, die längst nicht so religiös sind wie sie, wird dies gezeigt.
Natürlich handelt es sich hierbei immer noch um einen Roman und kein Sachbuch über jüdisches Leben in Amerika. Daher sollte man seine Ansprüche nicht zu hoch setzten. Aber als Nebeneffekt zum spannenden Krimi fand ich diese Informationen doch sehr interessant. Lobenswert ist die Tatsache, dass es am Ende des Buches noch ein Glossar mit den wichtigsten gebrauchen hebräischen und jiddischen Ausdrücken gibt, soweit sie nicht sofort im Textzusammenhang erläutert wurden.
Um noch einmal auf die Serie zurückzukommen. Ich habe ja jetzt erst einmal den ersten Band gelesen und halte mich somit an die Reihenfolgen. Doch da Reihe auch bei den entsprechenden Verlagen ganz offiziell „Pete Decker / Rina Lazarus“ heißt, kann man sich ja denken, dass die Beziehung dieser Beiden immer weiter eine Rolle spielen wird. Ich weiß jetzt natürlich (noch) nicht, ob in den Folgebänden viele Anspielungen oder Rückverweise vorhanden sind, aber ich erwarte es eigentlich. Daher würde ich dazu raten, die Bände, wenn möglich schon in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen.
Zur Autorin kann ich eigentlich nicht viel sagen, da ich bisher auch nur das weis, was im Buch angegeben ist. Sie ist nicht nur Autorin, sondern auch Musikerin und Zahnärztin. Was für machen interessant sind wird: Verheiratet ist sie mit Jonathan Kellerman, der ebenfalls sehr erfolgreich Krimis schreibt.
Wer bisher den bei mir typischen Hinweis auf die Vorteile des englischen Originals vermisst hat, der muß dieses mal darauf verzichten, da ich das Buch in Deutsch gelesen habe. Aber eine Anmerkung zum Thema kann ich mir dann doch nicht verkneifen. Den direkten Zusammenhang des etwas hochtrabenden Titels „Denn rein soll deine Seele sein“ kann ich im Bezug zum Buch nicht ganz erkennen. Den Originaltitel „The ritual bath“ hätte man durchaus einfach übersetzen sollen.; dies hätte meiner Ansicht nach besser gepasst.
Insgesamt betrachtet ein spannender und nebenbei informativer Krimi, der Lust auf mehr aus dieser Reihe macht. Und nicht umsonst stehen die nächsten beiden Bände ja auch schon in meinem Regal.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 18:06:54 mit dem Titel Kellerman, F.-Denn rein soll deine Seele sein: Packender Krimi im jüdischen Umfeld von L.A.
Kann man gleichzeitig einen spannenden Krimi schreiben und dabei auch noch viele Informationen über das jüdische Leben in einer Gemeinde in Amerika vermitteln?
Der amerikanischen Autorin Faye Kellerman ist diese Verknüpfung mit ihrem Roman „Denn rein soll deine Seele sein“ meiner Meinung nach wunderbar gelungen.
Durch Zufall stieß ich vor einiger Zeit in einem Antiquariat auf ihren Roman „Abschied von Eden“ und da mir das, was ich auf dem Rücken und beim kurzen „Reinlesen“ entdeckt, gut gefiel, nahm ich ihn mit. Da Krimiautoren ja sehr häufig immer wieder die gleichen Hauptpersonen verwenden und ich erst kürzlich bei James Patterson und seiner Alex-Cross-Reihe die Erfahrung gemacht habe, dass es, auch wenn die Geschichten nicht direkt zusammenhängen, immer praktischer ist, diese Reihen in ihrer chronologischen Abfolge zu lesen, schaute ich auch bei Kellerman sicherheitshalber nach.
Und tatsächlich war der von mir erworbene Roman der 3.Band in einer Reihe von mittlerweile 13 Krimis mit den gleichen Hauptpersonen. Und bevor ich mich wieder über Anspielungen auf vorangegangene Ereignisse ärgere, die ich nicht kenne, bin ich lieber zu Ebay gegangen und habe mir mal gleich die beiden Vorgänger-Werke besorgt. Ich kann manchmal richtig pedantisch sein :-)
So kam es also dazu, dass ich mit dem ersten Band der Serie:„Denn rein soll deine Seele sein“ begonnen habe.
Handlungszusammenfassung:
Die junge jüdischen Witwe, Mutter und Lehrerin Rina Lazarus ist in ihrer traditionellen jüdischen Gemeinde am Rande von L.A. für die Reinigung der Mikwe, des rituellen Tauchbades, zuständig. Eines Abends wird eine junge Jüdin auf dem Gelände der Gemeinde direkt nach dem Besuch der Mikwe brutal vergewaltigt. Rina Lazarus hört ihre Schreie und wird somit zur Zeugin. Der ermittelnde Beamte der Polizei, Pete Decker, hat anfangs etwas Problem mit den Regeln und Geboten der jüdischen Gemeinde, da sich z.B. die vergewaltigte Frau nicht von einem Arzt untersuchen lassen will. Doch durch die Vermittlungen und Erklärungen von Rina Lazarus im Laufe des Verfahrens findet er Mittel und Wege, die Regeln der Gemeinde nicht zu verletzen und gleichzeitig doch zu ermitteln. Es bleibt natürlich nicht aus, das er auch Gefallen an seiner hilfreichen Zeugin findet. Doch diese macht ihm klar, dass sie aus religiösen Gründen niemals zusammen kommen können. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass scheinbar Rina Lazaruns das eigentliche Opfer sein sollte? Doch wer will ihr etwas Böses? Und gibt es eventuell doch einen Zusammenkommen für den Detektiv und die junge jüdischen Witwe?
Meine Meinung:
Wieder einmal war ich dienstlich mit der Bahn in München und wieder einmal habe ich die Fahrt genutzt um zu lesen. Und wieder einmal war ein Buch so spannend und flüssig zu lesen, dass die Zeit wie im Flug verging. Und zwar nur die Hinreise. Denn als ich in München ankam, war ich mit „Denn rein soll deine Seele sein“ fertig. Das mag zwar auch daran gelegen haben, dass das Buch „nur“ 250 Seiten hat; aber auch die müssen erst einmal fesseln. Zum Glück hatte ich für die Rückreise noch ein Buch mit.
Was war nun das Besondere an diesem Buch? Zum einem handelt sich es um einen sehr guten Krimi. Die Personen sind glaubwürdig dargestellt, der Spannungsbogen hält den Leser bei der Stange und man weiß nicht sofort wer der Täter ist. Zum anderen ist es Fay Kellerman sehr gut gelungen, das Element der jüdischen Lebensweise sehr gut in den Krimi zu integrieren. Es wird nicht vorgeführt oder als etwas seltsam dargestellt, sondern ist durch die Konstellation, dass der ermittelnde Beamte Decker versucht auf die Regeln der Gemeinde einzugehen und diese immer wieder von Rina Lazarus oder dem Vorsitzenden der Gemeinde erläutert werden, direkter Teil der Handlung. Und es wird auch immer wieder nebenbei deutlich gemacht, dass diese Regeln zwar das leben der jüdischen Gemeinde beeinflussen, das dies aber nicht gleichbedeutende mit einer absoluten Abkehr von allem Weltlichen bedeutet. Gerade an den beiden Söhnen von Rina Lazarus, die gerne Pommes und Hamburger essen und mit Decker zum Baseball gehen oder an ihren Eltern, die längst nicht so religiös sind wie sie, wird dies gezeigt.
Natürlich handelt es sich hierbei immer noch um einen Roman und kein Sachbuch über jüdisches Leben in Amerika. Daher sollte man seine Ansprüche nicht zu hoch setzten. Aber als Nebeneffekt zum spannenden Krimi fand ich diese Informationen doch sehr interessant. Lobenswert ist die Tatsache, dass es am Ende des Buches noch ein Glossar mit den wichtigsten gebrauchen hebräischen und jiddischen Ausdrücken gibt, soweit sie nicht sofort im Textzusammenhang erläutert wurden.
Um noch einmal auf die Serie zurückzukommen. Ich habe ja jetzt erst einmal den ersten Band gelesen und halte mich somit an die Reihenfolgen. Doch da Reihe auch bei den entsprechenden Verlagen ganz offiziell „Pete Decker / Rina Lazarus“ heißt, kann man sich ja denken, dass die Beziehung dieser Beiden immer weiter eine Rolle spielen wird. Ich weiß jetzt natürlich (noch) nicht, ob in den Folgebänden viele Anspielungen oder Rückverweise vorhanden sind, aber ich erwarte es eigentlich. Daher würde ich dazu raten, die Bände, wenn möglich schon in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen.
Zur Autorin kann ich eigentlich nicht viel sagen, da ich bisher auch nur das weis, was im Buch angegeben ist. Sie ist nicht nur Autorin, sondern auch Musikerin und Zahnärztin. Was für machen interessant sind wird: Verheiratet ist sie mit Jonathan Kellerman, der ebenfalls sehr erfolgreich Krimis schreibt.
Wer bisher den bei mir typischen Hinweis auf die Vorteile des englischen Originals vermisst hat, der muß dieses mal darauf verzichten, da ich das Buch in Deutsch gelesen habe. Aber eine Anmerkung zum Thema kann ich mir dann doch nicht verkneifen. Den direkten Zusammenhang des etwas hochtrabenden Titels „Denn rein soll deine Seele sein“ kann ich im Bezug zum Buch nicht ganz erkennen. Den Originaltitel „The ritual bath“ hätte man durchaus einfach übersetzen sollen.; dies hätte meiner Ansicht nach besser gepasst.
Insgesamt betrachtet ein spannender und nebenbei informativer Krimi, der Lust auf mehr aus dieser Reihe macht. Und nicht umsonst stehen die nächsten beiden Bände ja auch schon in meinem Regal.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-30 16:59:51 mit dem Titel Kellerman,F.-Hohelied des Todes: Der 2.Krimi mit Pete Decker und Rina Lazarus
Nachdem ich den ersten Band der Krimireihe um Peter Decker und Rina Lazarus von Faye Kellerman förmlich „verschlungen“ habe, konnte es bei meiner Ungeduld ja nicht lange dauern, bis ich auch den 2.Band lese.
Handlung:
Der Polizist Peter Decker aus Los Angeles unternimmt mit den beiden Söhnen seiner Freundin vor den Weihnachtsfeiertagen einen Campingausflug. Doch dabei entdeckt einer der beiden Jungen zwei halbverbrannte Skelette. Decker, der eigentlich im Jugenddezernat eingesetzt ist, „erbt“ aufgrund der Feiertage diese beiden Mordfälle, wobei aber eigentlich nicht erwartet wird, viel herauszubekommen. Doch als Ergebnis intensiver Nachforschung wird aufgrund von Zahnunterlagen eines der beiden Skelette als verschwundene 16-jährige aus gutbürgerlichem Haus und das Andere als einschlägig bekannte Prostituierte identifiziert. Und die weiteren Spuren führen zu verbotenen Pornofilmen und noch größeren Perversitäten..
Neben all diesen Ermittlungen wird natürlich auch der Handlungsfaden aus dem ersten Buch, in dem sich Decker in die traditionelle Jüdin Rina Lazarus verliebt hat, weitergeführt und man erlebt Decker bei seiner Suche zu einem Zugang zum jüdischen Glauben.
Meine Meinung:
Alleine die Tatsache, dass ich diesen 2.Band dieser Krimireihe fast unmittelbar nach dem ersten Band gelesen habe, spricht ja für die Qualität des 1.Bandes. Doch setzt sich diese auch im hier besprochenen Buch fort?
Also mich hat auch dieser Krimi überzeugt, wobei die Schwerpunkte ein wenig anders gesetzt sind. Während der erste Band sehr von der Spannung und der Suche nach einem immer wieder zuschlagenden Täter geprägt war, ist hier viel mehr die mühsame Spurensuche und das Zusammensetzen des kriminalistischen Puzzles der vorherrschende Grundton. Das soll jetzt nicht bedeuten, das das Buch nicht spannend ist, aber es ist weniger eine Spannung „was als nächstes passiert“, sondern die Spannung auf der Suche nach der kriminalistischen Lösung.
Dieser etwas nachdenklicher Grundton passt auch sehr gut zu der Art und Weise, wie das zweiten Hauptelement dieser Krimi-Serie, die Beschäftigung mit dem jüdischen Glauben, in diesem Band dargestellt wird. Doch bevor ich dazu mehr sage, sollte ich die Grundkonstellation aus dem ersten Band schildern, da ich der Meinung bin, dass sie wichtig für das Verständnis des 2.Bandes ist: Der Polizist Decker hat während Ermittlungsarbeiten die traditionell eingestellte jüdische Witwe Rina Lazarus kennen- und lieben gelernt. Weil diese nur mit einem Juden zusammen sein darf und will und es sich weiterhin gegen Ende des Buches herausstellt, das Decker eigentlich von Geburt her Jude ist, aber bei christlichen Adoptiveltern aufwuchs, ist dies einer der Gründe, warum Decker einen Zugang zum Judentum sucht. Diese Suche mit all ihren Zweifeln und Rückschlägen, da Decker diesen Glauben nicht nur, um mit Rina zusammen zu sein, sondern auch als Sinnsuche annehmen möchte, werden parallel zur Spurensuche immer wieder eindrücklich geschildert. Dabei werden natürlich immer wieder Elemente des jüdischen Lebens und ihre Verwirklichung in der modernen Welt anschaulich beschrieben. Auch die auftretenden Konflikte, Missverständnisse zwischen den Beiden aufgrund der unterschiedlichen Welten, aus denen sie eigentlich kommen, wird gut und nachvollziehbar beschrieben.
Natürlich ist das Buch immer noch in erster Linie ein Krimi und kein Philosophiebuch. Aber Faye Kellerman ist es sehr gut gelungen, die weltanschaulichen und die kriminalistischen Probleme nebeneinander zu stellen und zu kombinieren. Ein gelungener Mix von Unterhaltungsroman mit einer Prise Nachdenklichkeit.
Leider fehlt in diesem Band das Glossar mit den wichtigsten verwendeten jiddischen und hebräischen Begriffen, das im ersten Band noch vorhanden war. Aber alle Begriffe sind auch im Zusammenhang des Romans verständlich gemacht.
Nachdem ich es ja schon immer wieder angedeutet habe, komme ich jetzt noch einmal explizit auf die Problematik Krimireihe. Sehr viele Krimiautoren arbeiten ja immer wieder mit den gleichen Hauptpersonen. In vielen Fällen ist die Reihenfolge, in der man diese Bücher liest relativ egal. Aber ich gebe gerne zu, dass ich in dieser Hinsicht etwas pedantisch veranlagt bin und mir auch kleinere Anspielungen auf vorangegangen Bücher ein wenig den Spaß verderben und ich daher möglichst versuche, chronologisch zu lesen. Aber bei dieser Reihe ist es wahrscheinlich mehr als eine Marotte von mir, wenn ich dringend dazu rate, wirklich der Reihenfolge nach zu lesen. Denn die Beziehung der beiden Hauptpersonen ist hier ein wesentliches Element des Romanes und nicht bloß nettes Nebengeplänkel. Die Krimihandlungen in „Denn rein soll deine Seele..“ und „Hohelied des Todes“ sind absolut unabhängig von einander, aber ich bin der Ansicht, dass man die Zweifel und das Ringen des Polizisten Deckers in „Hohelied“ nur richtig verstehen kann, wenn man den Vorgänger kennt. Und ohne etwas vom Ende dieses Buches zu verraten, kann ich nur soviel sagen, dass sehr vieles dafür spricht, dass auch der 3.Band genauso eng mit seinen Vorgängern verknüpft ist.
Die Autorin Faye Kellerman ist mit den Krimis der hier besprochenen Reihe bekannt geworden. Mittlerweile gibt es schon 13 Bände mit Decker/Lazarus. Ansonsten habe ich nicht sehr viele Infos über sie. Verheiratet ist sie mit Jonathan Kellerman, der ebenfalls sehr erfolgreich Krimis schreibt. Und wer sich in „Hohelied des Todes“ etwas gewundert hat, wie ausführlich gerade der zahnmedizinische Teil der Identifizierung der Skelette beschreiben wurde, wird dies besser verstehen, wenn er erfährt das Faye Kellerman eigentlich Zahnärztin von Beruf ist. Da kann man es sich doch nicht verkneifen, Fachwissen in seine Bücher einzubringen. :-)
Zusammenfassend betrachtet, ein etwas ruhigerer, aber nicht minder spannender und unterhaltsamer Krimi mit der erwähnten Prise weltanschaulicher Nachdenklichkeit.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-02 13:20:06 mit dem Titel Kellerman,F.-Abschied von Eden: Etwas Nachdenken über Religion in einem Thriller
Romanserien können ein Fluch sein :-) Nachdem ich schon durch diverse Autoren, wie z.B. dem englischen Historiker Paul Harding mit seiner Serie um den Richter Cranston und seinen Schreiber Athelstan in den Bann gezogen wurde, hat mich seit kurzem eine Autorin in „ihren Fängen“: Faye Kellerman und ihre Krimireihe um Peter Decker und Rina Lazarus.
Bevor ich konkret auf diese Buch zu sprechen komme, einige allgemeine Worte zu dieser Reihe: Hauptpersonen in dieser Krimireihe sind zum einen Peter Decker, Polizeidetektiv in Los Angeles und zum anderen Rina Lazarus, junge jüdische Witwe mit zwei Söhnen. Neben einer typischen Krimihandlung läuft parallel immer auch die Entwicklung der Beziehung zwischen diesen beiden Personen als Handlungsfaden in allen Büchern, die ich bisher gelesen habe.
Im Laufe des ersten Buches „Denn rein soll deine Seele sein“ lernen sich diese beiden während einer Ermittlung in einer jüdischen Hochschule kennen und lieben. Der 2.Band „Das Hohelied des Todes“ zeigt dann die Probleme bei der Annäherung, insbesondere wegen der Religiosität Rinas und der Annäherung von Decker an den jüdischen Glauben. Wer mehr darüber wissen will, kann ja meine Meinungen zu diesen Büchern lesen :-)
Der dritten, hier jetzt zu besprechende Band „Abschied von Eden“ (Originaltitel: Milk and honey“; Preis deutsche Ausgabe: 18,- DM) ist von der Handlung wiederum mehrschichtig aufgebaut:
Handlung:
Bei einer Kontrollfahrt durch eine nächtliche Neubausiedlung findet Decker ein kleines Kind, das zwar unverletzt ist, dessen Schlafanzug aber völlig mit menschlichen Blut beschmiert ist. Keiner in der Siedlung kennt das etwa zweijährige Mädchen. Aufgrund der Tatsache, das das Kind Spuren von vielen Bienenstichen aufweist, führen die Spuren in ein benachbartes Tal, in dem viele Imker leben und das, obwohl ganz nah an L.A. gelegen, doch wie die tiefste Provinz wirkt, mit all den Vorurteilen gegen Farbige, Gerüchten und Klatsch und dem Misstrauen gegenüber Fremden. Dort finden Decker und seine Partnerin Marge im Elternhaus des Kindes 4 Leichen. In einem weiteren Handlungsfaden bittet ein alter Vietnam-Kamerad Decker um seine Hilfe, weil er wegen einer brutalen Vergewaltigung verhaftet wurde. Und Rina Lazarus, die am Ende von Band 2 nach New York zu Verwandten ging, damit sich beide über ihre Gefühle klar werden können, kommt während all dieser Ereignisse auch noch zu Besuch und will Decker scheinbar etwas Wichtiges mitteilen.
Meine Meinung:
Wieder einmal ist es der amerikanischen Autorin Faye Kellerman gelungen in erster Linie einen unheimlich spannendend Krimi zu schreiben und dabei so ganz nebenbei auch noch sehr nachdenkliche Töne unterzubringen.
Die Ermittlungen im Fall des kleinen Mädchens und der in der Folge entdeckten Leichen haben alles, was ein guter Krimi benötigt: Eine nicht vorhersehbare Handlung mit einigen Überraschungen, viele mögliche Tatverdächtige und das entsprechende Spannungsmoment, das dazu führt, dass man mit dem Lesen nicht mehr aufhören kann.
Eingebettet in diese Krimihandlung ist die angebliche Vergewaltigung durch den Kriegskameraden Deckers, die zwar im eigentlichen Sinn und in der Art der Ermittlung eine Krimihandlung ist, aber doch eher dazu dient, die Vergangenheit Deckers, in der es scheinbar ein Geheimnis gibt, ins Spiel zu bringen.
Denn ähnlich wie in den beiden Vorgängerwerken ist auch hier der zweite Grundpfeiler des Buches die Entwicklung der Beziehung zwischen Decker und Lazarus. Und dies ist nicht nur eine „normale“ Liebesgeschichte, sondern aufgrund der Situation, das Rina Lazarus gläubige Jüdin ist und Decker christlich erzogen, aber wie im Laufe dieser Bücher herauskommt von Geburt her eigentlich auch Jude. Die ganze Problematik dieser Annäherung an die jüdische Religion, an all ihre Traditionen und Regeln und die Einbettung in das moderne amerikanische Regeln ist aus meiner Sicht einer der ganz großen Pluspunkte, die diese Romanserie von anderen Krimireihen unterscheidet. Sie bleibt dabei aber immer noch ein Krimi und mutiert nicht zur Religionstheorie.
Was mir weiterhin sehr gut gefällt, das der Schwerpunkt und das Handlungstempo bei allen drei Romanen, die ich bisher gelesen habe unterschiedlich aufgebaut ist; es fast so ist , als ob man gerade bei den Hauptpersonen die unterschiedliche Facetten auch von Roman zu Roman gewichtet. Dies fällt gerade bei der Figur des Peter Decker auf. Bei „Abschied von Eden“ erlebt man nach der nachdenklichen, fast zweifelnde Phase des Vorgängerbuches die kritische Beschäftigung mit seiner Vergangenheit. Dabei gibt es zwar auch Zweifel, aber die Figur wirkt trotzdem wieder gefestigter und selbstbewusster. Das dies natürlich auch zu Konflikten in der Beziehung führt, ist selbstverständlich. Aber alle Personen und ihrer Beweggründe werden sehr ausführlich und nachvollziehbar dargestellt.
In diesem Buch ist das Glossar mit den wichtigsten verwendeten jiddischen und hebräischen Begriffen, das ich im 2.Band vermisst hatte, wieder vorhanden und macht das Lesen, auch wenn die Begriffe eigentlich immer im Zusammenhang erklärt werden, ein wenig leichter.
Wer bis hierher gelesen hat, wird ahnen, dass ich jetzt fast zwangsläufig zu meinem Lieblingsthema im Bezug auf Romanserien kommen muss: Die Unabhängigkeit der einzelnen Bände voneinander. Und aufgrund der vorher getroffenen Aussagen muss man bei dieser Krimiserie ganz klar sagen, das sich die Tendenz, die ich schon im 2.Band gespürt habe, im 3.Band fortsetzt. Die Entwicklung der Beziehung der Hauptpersonen spielt meiner Ansicht nach eine so große Rolle, das ein Teil des Lesespaßes verloren ginge, wenn man diese Bücher nicht in ihrer Veröffentlichungsreihenfolge lesen würde. Es ist zwar nicht so, dass man das Buch nicht ohne die Kenntnis der Vorgänger verstehen könnte. Dafür werden die entsprechenden Infos schon geschickt platziert. Aber pedantisch, wie ich nun mal (zum Glück nur in Bezug auf Handlungsgerüste und nicht auf meine Wohnung oder meine Leben) veranlagt bin, bin ich der Meinung, dass man es noch besser versteht, wenn man die Vorgänger kennt.
Also ich bin mir ganz sicher, dass ich auch die nächsten Bände lesen werde; und zwar in der richtigen Reihenfolge. Es ist ja fast eine Fortsetzungsgeschichte mit begleitender Krimihandlung. Und ohne euch zu drohen: Das 4.Buch habe ich schon angefangen und 5 weitere der mittlerweile 13.Bände stehen hier auch schon herum. Wobei ich aber ehrlich zugebe, dass es immer schwieriger wird, etwas zu schreiben, ohne sich ständig zu wiederholen.
Insgesamt betrachtet wieder ein großes Lesevergnügen für alle die es spannend und aufregend mögen und dabei auch nicht vor einer kleinen Prise Nachdenklichkeit zurückschrecken. Nur Vorsicht! Wer einmal mit diesen Büchern anfängt, kommt nur schwer wieder davon los.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-08 08:14:09 mit dem Titel Kellerman,F.-Tag der Buße: Auch der 4.Decker/Lazarus-Thriller überzeugt
Bei meiner gegenwärtigen „Serien-Leseritis“ ist es nicht weiter erstaunlich, das das nächste Buch, dass ich gelesen habe, aus einer meiner bevorzugten Krimiserien stammt: „Tag der Buße“ aus Fay Kellerman’s Lazarus/Decker-Serie.
Handlung:
Pete Decker, Detektiv bei der Polizei von Los Angeles und mittlerweile zum jüdischen Glauben übergetreten hat endlich Rina Lazarus, die junge jüdische Witwe, die er bei einem früheren Fall kennen gelernt hat, geheiratet. Doch statt der üblichen Flitterwochen reisen die beiden zusammen mit Rinas Söhnen zu den Eltern ihres ersten Mannes nach New York in die streng-orthodoxe jüdischen Gemeinde in Brooklyn. Doch mit den Flitterwochen ist es bald vorbei als ein Junge aus der Gemeinde verschwindet und man Decker als Polizisten, der gleichzeitig auch Einblick in die jüdischen Gepflogenheiten bittet, ihn zu suchen. Denn aus den ersten Hinweisen und dem Verhalten des Jungen vor seinem Verschwinden vermutet man, dass er mit einem Psychopathen fortgegangen ist. Die Sicht dieses Psychopathen wird als Gegenpol in kurzen Kapiteln immer wieder dargestellt, wobei dessen Motivation und Ziele bewusst unklar dargestellt werden, was die Spannung ungemein erhöht.
Eigentlich möchte Decker sich nicht einmischen, aber aufgrund seiner eigenen Vergangenheit, die ihm völlig unvorbereitet in New York begegnet, ist er in gewisser Weise eng mit dem verschwundenen Jungen verbunden. Daher macht er sich auf die suche, die schließlich wieder zurück nach New York führt.
Mehr möchte ich gar nicht verraten, auch wenn es eventuell Kommentare gibt, dass dies zu wenig zur Handlung sei. Aber ich vertrete den Standpunkt, dass sich hier auch viele vorab informieren, ob ein Buch sie als potentieller Lesestoff interessiert. Und daher fände ich es unfair, zu viel zu verraten, dass zumindest mir persönlich es den Spaß verdirbt, wenn ich bei einem Roman, insbesondere einem Krimi vorab zu viel von der Handlung weiß.
Meinung:
Dies ist nun schon das vierte Buch aus der Krimireihe um die Hauptfiguren Rina Lazarus und Pete Decker, das ich lese und eine Meinung darüber schreibe (und die restlichen 8, die es auf deutsch oder englisch als Taschenbuch gibt, stehen auch schon hier bereit :-))
Damit stellt sich aber natürlich auch das Problem, was schreibe ich, ohne mich allzu sehr zu wiederholen? Denn schließlich kann ja jeder auch meine alten Meinungen lesen. (Woran ich niemanden hindern möchte :-))
Zu erst natürlich etwas zu den Unterschieden zu den Vorgängerromanen. Die Autorin Faye Kellerman hat es geschickt verstanden, den Handlungsort des Romans in der erste Hälfe nach New York zu verlagern. Somit hat sie sich selbst die Möglichkeit geschaffen, gerade im Bereich des jüdischen Lebens, der Traditionen und Sitten, die in dieser ganzen Krimiserie eine wichtige Rolle spielen, ganz neue Aspekte in die Handlung einzuarbeiten. Durch die Situation, dass in Brooklyn ein in sich geschlossenen Gemeinde mit kaum Kontakt zur nicht-jüdischen Außenwelt besteht, gibt es hier viel Möglichkeiten zur Darstellung. Es wird nicht verklärt, sondern mit allen Vorzügen und Schwächen dargestellt.
Aber auch hier ist es wieder so, dass diese Schilderungen zwar sehr ausgiebig sind und in den Romanverlauf eingearbeitet sind. Aber trotzdem bleibt das Buch in erster Line ein sehr guter, spannender Thriller mit den entsprechenden Sackgassen und Unwägbarkeiten, den man bis zum Schluss nicht durchschaut. Dieser Mix aus hervorragender Unterhaltung und einem kleinen bisschen Infos über die jüdische Kultur in Amerika macht meiner Ansicht nach den besonderen Reiz dieser Serie aus.
Wieder ist dieser Roman sehr auf die beiden Hauptdarsteller und ihr Verhältnis zueinender fixiert. In anderen Krimiserien bleiben zwar auch die Ermittler und ihr Umfeld immer die gleichen, aber trotzdem sind die Romane in sich abgeschlossen und selbst wenn eine persönliche Entwicklung der Hauptdarsteller im Laufe der Serie dargestellt wird, ist deren chronologische Kenntnis nicht unbedingt notwendig um die Romane richtig zu genießen. Bestes Beispiel hierfür ist meiner Ansicht nach die Wallander-Serie, die man kreuz und quer lesen kann. Bei dieser Serie hier bin ich dagegen der Meinung, dass eine strikte Einhaltung der Reihenfolge wichtig ist, da sonst einiges nicht ganz so deutlich wird. Im vorliegenden Buch z.B. der Grund, warum Decker sich so sehr einsetzt. Es wird zwar auch hier geschildert, aber wer seine Entwicklung in den Vorgängerwerken beobachtet hat, kann sich noch mehr hineinversetzten. Es mag sein, dass ich dies etwas zu eng sehe, aber dafür sind Meinungen nun mal da :-)
Wer jetzt auf meinen üblichen Hinweis auf die Vorzüge des englischen Originals wartet, der wartet vergeblich. Denn bisher (und noch 2 Bände weiter) lese ich deutsche Ausgaben. Man muss sehen, wo man bleibt und wenn Online-Auktionen, Antiquariate etc. mir die deutschen Ausgaben zu Cent-Beträgen „aufdrängen“, während ich für die englischen Originale etwa 10 Euro zahle, dann nehme ich doch, was ich kriege. Aber ab Band 7 wird es dann wieder Englisch.
Das deutsche Taschenbuch ist bei btb erschienen und kostet 9 €. Lobenswert ist das auch in diesem Band wieder ein Glossar mit den wichtigsten jiddischen und hebräischen Begriffen, die im Buch verwendet werden, enthalten ist.
Wieder ein Faye-Kellerman-Roman, der mich voll und ganz überzeugt hat und der Lust auf mehr macht (das zum Glück in Greifweite steht).
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-27 00:08:38 mit dem Titel Krakauer,J.-In eisigen Höhen: Nachdenklich stimmender Tatsachenbericht (Mt.Everest)
Jon Krakauers Tatsachenbericht "In eisigen Höhen" (Originaltitel: Into thin air ) schildert die dramatischen Ereignisse, die sich im Frühjahr 1996 bei der Besteigung des Mount Everest durch mehrere Expeditionen ereignete. Kraukauer, selbst versierter Bergsteiger, war im Auftrag eines Magazins mit einer kommerziellen Expedition unterwegs, die ambitionierte Hobby-Bergsteiger gegen Geld auf das "Dach der Welt" bringt. Paralell dazu beobachtete er auch noch die Bemühungen einer weiteren kommerziellen Expedition und all der anderen Teams die in diesem Jahr einen Aufstieg wagen wollten. Die Katastrophe die dann folgte, ist allgemein bekannt und hat wahrscheinlich auch zu einem großen Teil zum Erfolg dieses Buches beigetragen. Es kommt durch Verkettung mehrere unglücklicher Umstände und den Problemen, daß bei kommerziellen Expeditionen der Erfolgsdruck sehr groß ist, dazu daß die Teams in schlimmstes Wetter geraten und am Ende einige Mitglieder ihren Traum von der Everest-Besteigung mit dem Leben bezahlen.
Krakauer schildert die Ereignisse von Beginn der Expedition, über die Vorbereitungen seiner eigenen Gruppe als auch der anderen Teams am Fuß des Mt.Everest, bis hin zu seiner eigenen Gipfelersteigung und den nachfolgenden Problemen der anderen Teammitgleider, die aufgrund eigener Schwäche, aufkommendem schlechten Wetter und dem Zwiespalt der Teamleiter, die von den "Kunden" viel Geld für die Tour bekommen haben und daher möglichst einen Gipfelerfolg erzielen wollen, in aller größte Probleme geraten. All dies wird in meiner Meinung mit sehr einfühlsamen, aber gleichzeitig auch deutlichen Worten geschildert.
Nach Erscheinen des Buches, das auf den Grundlagen des Berichts in der Zeitschrift, die Krakauer beauftragt hatte, basiert, gab es heftige Kritik, daß hier jemand versucht mit dem Leid anderer Menschen Geld zu verdienen. Ich habe das Buch mehrmals im Original gelesen und muß sagen, daß mich gerade die Behutsamkeit und Ehrlichkeit, mit der Krakauer gerade die schwärzesten Stunden dieser Ereignisse schildert, wirklich beeindruckt haben. Dies ist die Schilderung eines unmittelbar Betroffene, der auch schon vorher aufzeigt, mit welchen Entbehrungen und Mühen Menschen versuchen, das schier Unmögliche versuchen und am Ende doch gegen die Übermacht der Natur scheitern. Ich kann zwar absolut nicht verstehen, was Menschen antreibt, sich so etwas anzutun. Aber man folgt der Erzählung Krakauers mit einer Mischung aus Faszination und Entsetzen.
Natürlich kommen auch einige der beschriebenen Personen nicht besonders gut weg. Ob es die New Yorker High-Society-Lady ist, die auch am fuß des Everests nicht auf ihren gewohnten Lebensstil verzichten will oder die Verfassung einiger der zahlenden Kunden, die sich zwar vorbereitet haben, aber über keinerlei Höhenerfahrung verfügen.
Unter anderen auch einer der Führer der anderen Expedition, Anatoli Boukreev, der daraufhin eine eigene Schilderung der Ereignisse veröffentlichte ("The climb"). Dieses Buch ist im Vergleich interessant, kommt aber nicht an die atmosphärische Dichte des Krakauer-Buches heran. Letztendlich wurde durch "In eisigen Höhen" eine Art Boom ausgelöst, sowohl was das Thema Everest/Himalaya an geht, als auch für diese Art Berichterstattung in Buchform; einer Mischung aus Sachbuch und Erzählung. Letztes Beispiel ist das kürzlich verfilmte "Perfect storm" von Sebastian Junger.
Insgesamt betrachtet ist "In eisigen Höhen" ein sowohl spannendes, aber auch sehr nachdenklich stimmendes Buch, das eindrücklich beschreibt, daß die Natur dem Menschen Grenzen setzt.
Kann man gleichzeitig einen spannenden Krimi schreiben und dabei auch noch viele Informationen über das jüdische Leben in einer Gemeinde in Amerika vermitteln?
Der amerikanischen Autorin Faye Kellerman ist diese Verknüpfung mit ihrem Roman „Denn rein soll deine Seele sein“ meiner Meinung nach wunderbar gelungen.
Durch Zufall stieß ich vor einiger Zeit in einem Antiquariat auf ihren Roman „Abschied von Eden“ und da mir das, was ich auf dem Rücken und beim kurzen „Reinlesen“ entdeckt, gut gefiel, nahm ich ihn mit. Da Krimiautoren ja sehr häufig immer wieder die gleichen Hauptpersonen verwenden und ich erst kürzlich bei James Patterson und seiner Alex-Cross-Reihe die Erfahrung gemacht habe, dass es, auch wenn die Geschichten nicht direkt zusammenhängen, immer praktischer ist, diese Reihen in ihrer chronologischen Abfolge zu lesen, schaute ich auch bei Kellerman sicherheitshalber nach.
Und tatsächlich war der von mir erworbene Roman der 3.Band in einer Reihe von mittlerweile 13 Krimis mit den gleichen Hauptpersonen. Und bevor ich mich wieder über Anspielungen auf vorangegangene Ereignisse ärgere, die ich nicht kenne, bin ich lieber zu Ebay gegangen und habe mir mal gleich die beiden Vorgänger-Werke besorgt. Ich kann manchmal richtig pedantisch sein :-)
So kam es also dazu, dass ich mit dem ersten Band der Serie:„Denn rein soll deine Seele sein“ begonnen habe.
Handlungszusammenfassung:
Die junge jüdischen Witwe, Mutter und Lehrerin Rina Lazarus ist in ihrer traditionellen jüdischen Gemeinde am Rande von L.A. für die Reinigung der Mikwe, des rituellen Tauchbades, zuständig. Eines Abends wird eine junge Jüdin auf dem Gelände der Gemeinde direkt nach dem Besuch der Mikwe brutal vergewaltigt. Rina Lazarus hört ihre Schreie und wird somit zur Zeugin. Der ermittelnde Beamte der Polizei, Pete Decker, hat anfangs etwas Problem mit den Regeln und Geboten der jüdischen Gemeinde, da sich z.B. die vergewaltigte Frau nicht von einem Arzt untersuchen lassen will. Doch durch die Vermittlungen und Erklärungen von Rina Lazarus im Laufe des Verfahrens findet er Mittel und Wege, die Regeln der Gemeinde nicht zu verletzen und gleichzeitig doch zu ermitteln. Es bleibt natürlich nicht aus, das er auch Gefallen an seiner hilfreichen Zeugin findet. Doch diese macht ihm klar, dass sie aus religiösen Gründen niemals zusammen kommen können. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass scheinbar Rina Lazaruns das eigentliche Opfer sein sollte? Doch wer will ihr etwas Böses? Und gibt es eventuell doch einen Zusammenkommen für den Detektiv und die junge jüdischen Witwe?
Meine Meinung:
Wieder einmal war ich dienstlich mit der Bahn in München und wieder einmal habe ich die Fahrt genutzt um zu lesen. Und wieder einmal war ein Buch so spannend und flüssig zu lesen, dass die Zeit wie im Flug verging. Und zwar nur die Hinreise. Denn als ich in München ankam, war ich mit „Denn rein soll deine Seele sein“ fertig. Das mag zwar auch daran gelegen haben, dass das Buch „nur“ 250 Seiten hat; aber auch die müssen erst einmal fesseln. Zum Glück hatte ich für die Rückreise noch ein Buch mit.
Was war nun das Besondere an diesem Buch? Zum einem handelt sich es um einen sehr guten Krimi. Die Personen sind glaubwürdig dargestellt, der Spannungsbogen hält den Leser bei der Stange und man weiß nicht sofort wer der Täter ist. Zum anderen ist es Fay Kellerman sehr gut gelungen, das Element der jüdischen Lebensweise sehr gut in den Krimi zu integrieren. Es wird nicht vorgeführt oder als etwas seltsam dargestellt, sondern ist durch die Konstellation, dass der ermittelnde Beamte Decker versucht auf die Regeln der Gemeinde einzugehen und diese immer wieder von Rina Lazarus oder dem Vorsitzenden der Gemeinde erläutert werden, direkter Teil der Handlung. Und es wird auch immer wieder nebenbei deutlich gemacht, dass diese Regeln zwar das leben der jüdischen Gemeinde beeinflussen, das dies aber nicht gleichbedeutende mit einer absoluten Abkehr von allem Weltlichen bedeutet. Gerade an den beiden Söhnen von Rina Lazarus, die gerne Pommes und Hamburger essen und mit Decker zum Baseball gehen oder an ihren Eltern, die längst nicht so religiös sind wie sie, wird dies gezeigt.
Natürlich handelt es sich hierbei immer noch um einen Roman und kein Sachbuch über jüdisches Leben in Amerika. Daher sollte man seine Ansprüche nicht zu hoch setzten. Aber als Nebeneffekt zum spannenden Krimi fand ich diese Informationen doch sehr interessant. Lobenswert ist die Tatsache, dass es am Ende des Buches noch ein Glossar mit den wichtigsten gebrauchen hebräischen und jiddischen Ausdrücken gibt, soweit sie nicht sofort im Textzusammenhang erläutert wurden.
Um noch einmal auf die Serie zurückzukommen. Ich habe ja jetzt erst einmal den ersten Band gelesen und halte mich somit an die Reihenfolgen. Doch da Reihe auch bei den entsprechenden Verlagen ganz offiziell „Pete Decker / Rina Lazarus“ heißt, kann man sich ja denken, dass die Beziehung dieser Beiden immer weiter eine Rolle spielen wird. Ich weiß jetzt natürlich (noch) nicht, ob in den Folgebänden viele Anspielungen oder Rückverweise vorhanden sind, aber ich erwarte es eigentlich. Daher würde ich dazu raten, die Bände, wenn möglich schon in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen.
Zur Autorin kann ich eigentlich nicht viel sagen, da ich bisher auch nur das weis, was im Buch angegeben ist. Sie ist nicht nur Autorin, sondern auch Musikerin und Zahnärztin. Was für machen interessant sind wird: Verheiratet ist sie mit Jonathan Kellerman, der ebenfalls sehr erfolgreich Krimis schreibt.
Wer bisher den bei mir typischen Hinweis auf die Vorteile des englischen Originals vermisst hat, der muß dieses mal darauf verzichten, da ich das Buch in Deutsch gelesen habe. Aber eine Anmerkung zum Thema kann ich mir dann doch nicht verkneifen. Den direkten Zusammenhang des etwas hochtrabenden Titels „Denn rein soll deine Seele sein“ kann ich im Bezug zum Buch nicht ganz erkennen. Den Originaltitel „The ritual bath“ hätte man durchaus einfach übersetzen sollen.; dies hätte meiner Ansicht nach besser gepasst.
Insgesamt betrachtet ein spannender und nebenbei informativer Krimi, der Lust auf mehr aus dieser Reihe macht. Und nicht umsonst stehen die nächsten beiden Bände ja auch schon in meinem Regal.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 18:06:54 mit dem Titel Kellerman, F.-Denn rein soll deine Seele sein: Packender Krimi im jüdischen Umfeld von L.A.
Kann man gleichzeitig einen spannenden Krimi schreiben und dabei auch noch viele Informationen über das jüdische Leben in einer Gemeinde in Amerika vermitteln?
Der amerikanischen Autorin Faye Kellerman ist diese Verknüpfung mit ihrem Roman „Denn rein soll deine Seele sein“ meiner Meinung nach wunderbar gelungen.
Durch Zufall stieß ich vor einiger Zeit in einem Antiquariat auf ihren Roman „Abschied von Eden“ und da mir das, was ich auf dem Rücken und beim kurzen „Reinlesen“ entdeckt, gut gefiel, nahm ich ihn mit. Da Krimiautoren ja sehr häufig immer wieder die gleichen Hauptpersonen verwenden und ich erst kürzlich bei James Patterson und seiner Alex-Cross-Reihe die Erfahrung gemacht habe, dass es, auch wenn die Geschichten nicht direkt zusammenhängen, immer praktischer ist, diese Reihen in ihrer chronologischen Abfolge zu lesen, schaute ich auch bei Kellerman sicherheitshalber nach.
Und tatsächlich war der von mir erworbene Roman der 3.Band in einer Reihe von mittlerweile 13 Krimis mit den gleichen Hauptpersonen. Und bevor ich mich wieder über Anspielungen auf vorangegangene Ereignisse ärgere, die ich nicht kenne, bin ich lieber zu Ebay gegangen und habe mir mal gleich die beiden Vorgänger-Werke besorgt. Ich kann manchmal richtig pedantisch sein :-)
So kam es also dazu, dass ich mit dem ersten Band der Serie:„Denn rein soll deine Seele sein“ begonnen habe.
Handlungszusammenfassung:
Die junge jüdischen Witwe, Mutter und Lehrerin Rina Lazarus ist in ihrer traditionellen jüdischen Gemeinde am Rande von L.A. für die Reinigung der Mikwe, des rituellen Tauchbades, zuständig. Eines Abends wird eine junge Jüdin auf dem Gelände der Gemeinde direkt nach dem Besuch der Mikwe brutal vergewaltigt. Rina Lazarus hört ihre Schreie und wird somit zur Zeugin. Der ermittelnde Beamte der Polizei, Pete Decker, hat anfangs etwas Problem mit den Regeln und Geboten der jüdischen Gemeinde, da sich z.B. die vergewaltigte Frau nicht von einem Arzt untersuchen lassen will. Doch durch die Vermittlungen und Erklärungen von Rina Lazarus im Laufe des Verfahrens findet er Mittel und Wege, die Regeln der Gemeinde nicht zu verletzen und gleichzeitig doch zu ermitteln. Es bleibt natürlich nicht aus, das er auch Gefallen an seiner hilfreichen Zeugin findet. Doch diese macht ihm klar, dass sie aus religiösen Gründen niemals zusammen kommen können. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass scheinbar Rina Lazaruns das eigentliche Opfer sein sollte? Doch wer will ihr etwas Böses? Und gibt es eventuell doch einen Zusammenkommen für den Detektiv und die junge jüdischen Witwe?
Meine Meinung:
Wieder einmal war ich dienstlich mit der Bahn in München und wieder einmal habe ich die Fahrt genutzt um zu lesen. Und wieder einmal war ein Buch so spannend und flüssig zu lesen, dass die Zeit wie im Flug verging. Und zwar nur die Hinreise. Denn als ich in München ankam, war ich mit „Denn rein soll deine Seele sein“ fertig. Das mag zwar auch daran gelegen haben, dass das Buch „nur“ 250 Seiten hat; aber auch die müssen erst einmal fesseln. Zum Glück hatte ich für die Rückreise noch ein Buch mit.
Was war nun das Besondere an diesem Buch? Zum einem handelt sich es um einen sehr guten Krimi. Die Personen sind glaubwürdig dargestellt, der Spannungsbogen hält den Leser bei der Stange und man weiß nicht sofort wer der Täter ist. Zum anderen ist es Fay Kellerman sehr gut gelungen, das Element der jüdischen Lebensweise sehr gut in den Krimi zu integrieren. Es wird nicht vorgeführt oder als etwas seltsam dargestellt, sondern ist durch die Konstellation, dass der ermittelnde Beamte Decker versucht auf die Regeln der Gemeinde einzugehen und diese immer wieder von Rina Lazarus oder dem Vorsitzenden der Gemeinde erläutert werden, direkter Teil der Handlung. Und es wird auch immer wieder nebenbei deutlich gemacht, dass diese Regeln zwar das leben der jüdischen Gemeinde beeinflussen, das dies aber nicht gleichbedeutende mit einer absoluten Abkehr von allem Weltlichen bedeutet. Gerade an den beiden Söhnen von Rina Lazarus, die gerne Pommes und Hamburger essen und mit Decker zum Baseball gehen oder an ihren Eltern, die längst nicht so religiös sind wie sie, wird dies gezeigt.
Natürlich handelt es sich hierbei immer noch um einen Roman und kein Sachbuch über jüdisches Leben in Amerika. Daher sollte man seine Ansprüche nicht zu hoch setzten. Aber als Nebeneffekt zum spannenden Krimi fand ich diese Informationen doch sehr interessant. Lobenswert ist die Tatsache, dass es am Ende des Buches noch ein Glossar mit den wichtigsten gebrauchen hebräischen und jiddischen Ausdrücken gibt, soweit sie nicht sofort im Textzusammenhang erläutert wurden.
Um noch einmal auf die Serie zurückzukommen. Ich habe ja jetzt erst einmal den ersten Band gelesen und halte mich somit an die Reihenfolgen. Doch da Reihe auch bei den entsprechenden Verlagen ganz offiziell „Pete Decker / Rina Lazarus“ heißt, kann man sich ja denken, dass die Beziehung dieser Beiden immer weiter eine Rolle spielen wird. Ich weiß jetzt natürlich (noch) nicht, ob in den Folgebänden viele Anspielungen oder Rückverweise vorhanden sind, aber ich erwarte es eigentlich. Daher würde ich dazu raten, die Bände, wenn möglich schon in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen.
Zur Autorin kann ich eigentlich nicht viel sagen, da ich bisher auch nur das weis, was im Buch angegeben ist. Sie ist nicht nur Autorin, sondern auch Musikerin und Zahnärztin. Was für machen interessant sind wird: Verheiratet ist sie mit Jonathan Kellerman, der ebenfalls sehr erfolgreich Krimis schreibt.
Wer bisher den bei mir typischen Hinweis auf die Vorteile des englischen Originals vermisst hat, der muß dieses mal darauf verzichten, da ich das Buch in Deutsch gelesen habe. Aber eine Anmerkung zum Thema kann ich mir dann doch nicht verkneifen. Den direkten Zusammenhang des etwas hochtrabenden Titels „Denn rein soll deine Seele sein“ kann ich im Bezug zum Buch nicht ganz erkennen. Den Originaltitel „The ritual bath“ hätte man durchaus einfach übersetzen sollen.; dies hätte meiner Ansicht nach besser gepasst.
Insgesamt betrachtet ein spannender und nebenbei informativer Krimi, der Lust auf mehr aus dieser Reihe macht. Und nicht umsonst stehen die nächsten beiden Bände ja auch schon in meinem Regal.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-30 16:59:51 mit dem Titel Kellerman,F.-Hohelied des Todes: Der 2.Krimi mit Pete Decker und Rina Lazarus
Nachdem ich den ersten Band der Krimireihe um Peter Decker und Rina Lazarus von Faye Kellerman förmlich „verschlungen“ habe, konnte es bei meiner Ungeduld ja nicht lange dauern, bis ich auch den 2.Band lese.
Handlung:
Der Polizist Peter Decker aus Los Angeles unternimmt mit den beiden Söhnen seiner Freundin vor den Weihnachtsfeiertagen einen Campingausflug. Doch dabei entdeckt einer der beiden Jungen zwei halbverbrannte Skelette. Decker, der eigentlich im Jugenddezernat eingesetzt ist, „erbt“ aufgrund der Feiertage diese beiden Mordfälle, wobei aber eigentlich nicht erwartet wird, viel herauszubekommen. Doch als Ergebnis intensiver Nachforschung wird aufgrund von Zahnunterlagen eines der beiden Skelette als verschwundene 16-jährige aus gutbürgerlichem Haus und das Andere als einschlägig bekannte Prostituierte identifiziert. Und die weiteren Spuren führen zu verbotenen Pornofilmen und noch größeren Perversitäten..
Neben all diesen Ermittlungen wird natürlich auch der Handlungsfaden aus dem ersten Buch, in dem sich Decker in die traditionelle Jüdin Rina Lazarus verliebt hat, weitergeführt und man erlebt Decker bei seiner Suche zu einem Zugang zum jüdischen Glauben.
Meine Meinung:
Alleine die Tatsache, dass ich diesen 2.Band dieser Krimireihe fast unmittelbar nach dem ersten Band gelesen habe, spricht ja für die Qualität des 1.Bandes. Doch setzt sich diese auch im hier besprochenen Buch fort?
Also mich hat auch dieser Krimi überzeugt, wobei die Schwerpunkte ein wenig anders gesetzt sind. Während der erste Band sehr von der Spannung und der Suche nach einem immer wieder zuschlagenden Täter geprägt war, ist hier viel mehr die mühsame Spurensuche und das Zusammensetzen des kriminalistischen Puzzles der vorherrschende Grundton. Das soll jetzt nicht bedeuten, das das Buch nicht spannend ist, aber es ist weniger eine Spannung „was als nächstes passiert“, sondern die Spannung auf der Suche nach der kriminalistischen Lösung.
Dieser etwas nachdenklicher Grundton passt auch sehr gut zu der Art und Weise, wie das zweiten Hauptelement dieser Krimi-Serie, die Beschäftigung mit dem jüdischen Glauben, in diesem Band dargestellt wird. Doch bevor ich dazu mehr sage, sollte ich die Grundkonstellation aus dem ersten Band schildern, da ich der Meinung bin, dass sie wichtig für das Verständnis des 2.Bandes ist: Der Polizist Decker hat während Ermittlungsarbeiten die traditionell eingestellte jüdische Witwe Rina Lazarus kennen- und lieben gelernt. Weil diese nur mit einem Juden zusammen sein darf und will und es sich weiterhin gegen Ende des Buches herausstellt, das Decker eigentlich von Geburt her Jude ist, aber bei christlichen Adoptiveltern aufwuchs, ist dies einer der Gründe, warum Decker einen Zugang zum Judentum sucht. Diese Suche mit all ihren Zweifeln und Rückschlägen, da Decker diesen Glauben nicht nur, um mit Rina zusammen zu sein, sondern auch als Sinnsuche annehmen möchte, werden parallel zur Spurensuche immer wieder eindrücklich geschildert. Dabei werden natürlich immer wieder Elemente des jüdischen Lebens und ihre Verwirklichung in der modernen Welt anschaulich beschrieben. Auch die auftretenden Konflikte, Missverständnisse zwischen den Beiden aufgrund der unterschiedlichen Welten, aus denen sie eigentlich kommen, wird gut und nachvollziehbar beschrieben.
Natürlich ist das Buch immer noch in erster Linie ein Krimi und kein Philosophiebuch. Aber Faye Kellerman ist es sehr gut gelungen, die weltanschaulichen und die kriminalistischen Probleme nebeneinander zu stellen und zu kombinieren. Ein gelungener Mix von Unterhaltungsroman mit einer Prise Nachdenklichkeit.
Leider fehlt in diesem Band das Glossar mit den wichtigsten verwendeten jiddischen und hebräischen Begriffen, das im ersten Band noch vorhanden war. Aber alle Begriffe sind auch im Zusammenhang des Romans verständlich gemacht.
Nachdem ich es ja schon immer wieder angedeutet habe, komme ich jetzt noch einmal explizit auf die Problematik Krimireihe. Sehr viele Krimiautoren arbeiten ja immer wieder mit den gleichen Hauptpersonen. In vielen Fällen ist die Reihenfolge, in der man diese Bücher liest relativ egal. Aber ich gebe gerne zu, dass ich in dieser Hinsicht etwas pedantisch veranlagt bin und mir auch kleinere Anspielungen auf vorangegangen Bücher ein wenig den Spaß verderben und ich daher möglichst versuche, chronologisch zu lesen. Aber bei dieser Reihe ist es wahrscheinlich mehr als eine Marotte von mir, wenn ich dringend dazu rate, wirklich der Reihenfolge nach zu lesen. Denn die Beziehung der beiden Hauptpersonen ist hier ein wesentliches Element des Romanes und nicht bloß nettes Nebengeplänkel. Die Krimihandlungen in „Denn rein soll deine Seele..“ und „Hohelied des Todes“ sind absolut unabhängig von einander, aber ich bin der Ansicht, dass man die Zweifel und das Ringen des Polizisten Deckers in „Hohelied“ nur richtig verstehen kann, wenn man den Vorgänger kennt. Und ohne etwas vom Ende dieses Buches zu verraten, kann ich nur soviel sagen, dass sehr vieles dafür spricht, dass auch der 3.Band genauso eng mit seinen Vorgängern verknüpft ist.
Die Autorin Faye Kellerman ist mit den Krimis der hier besprochenen Reihe bekannt geworden. Mittlerweile gibt es schon 13 Bände mit Decker/Lazarus. Ansonsten habe ich nicht sehr viele Infos über sie. Verheiratet ist sie mit Jonathan Kellerman, der ebenfalls sehr erfolgreich Krimis schreibt. Und wer sich in „Hohelied des Todes“ etwas gewundert hat, wie ausführlich gerade der zahnmedizinische Teil der Identifizierung der Skelette beschreiben wurde, wird dies besser verstehen, wenn er erfährt das Faye Kellerman eigentlich Zahnärztin von Beruf ist. Da kann man es sich doch nicht verkneifen, Fachwissen in seine Bücher einzubringen. :-)
Zusammenfassend betrachtet, ein etwas ruhigerer, aber nicht minder spannender und unterhaltsamer Krimi mit der erwähnten Prise weltanschaulicher Nachdenklichkeit.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-02 13:20:06 mit dem Titel Kellerman,F.-Abschied von Eden: Etwas Nachdenken über Religion in einem Thriller
Romanserien können ein Fluch sein :-) Nachdem ich schon durch diverse Autoren, wie z.B. dem englischen Historiker Paul Harding mit seiner Serie um den Richter Cranston und seinen Schreiber Athelstan in den Bann gezogen wurde, hat mich seit kurzem eine Autorin in „ihren Fängen“: Faye Kellerman und ihre Krimireihe um Peter Decker und Rina Lazarus.
Bevor ich konkret auf diese Buch zu sprechen komme, einige allgemeine Worte zu dieser Reihe: Hauptpersonen in dieser Krimireihe sind zum einen Peter Decker, Polizeidetektiv in Los Angeles und zum anderen Rina Lazarus, junge jüdische Witwe mit zwei Söhnen. Neben einer typischen Krimihandlung läuft parallel immer auch die Entwicklung der Beziehung zwischen diesen beiden Personen als Handlungsfaden in allen Büchern, die ich bisher gelesen habe.
Im Laufe des ersten Buches „Denn rein soll deine Seele sein“ lernen sich diese beiden während einer Ermittlung in einer jüdischen Hochschule kennen und lieben. Der 2.Band „Das Hohelied des Todes“ zeigt dann die Probleme bei der Annäherung, insbesondere wegen der Religiosität Rinas und der Annäherung von Decker an den jüdischen Glauben. Wer mehr darüber wissen will, kann ja meine Meinungen zu diesen Büchern lesen :-)
Der dritten, hier jetzt zu besprechende Band „Abschied von Eden“ (Originaltitel: Milk and honey“; Preis deutsche Ausgabe: 18,- DM) ist von der Handlung wiederum mehrschichtig aufgebaut:
Handlung:
Bei einer Kontrollfahrt durch eine nächtliche Neubausiedlung findet Decker ein kleines Kind, das zwar unverletzt ist, dessen Schlafanzug aber völlig mit menschlichen Blut beschmiert ist. Keiner in der Siedlung kennt das etwa zweijährige Mädchen. Aufgrund der Tatsache, das das Kind Spuren von vielen Bienenstichen aufweist, führen die Spuren in ein benachbartes Tal, in dem viele Imker leben und das, obwohl ganz nah an L.A. gelegen, doch wie die tiefste Provinz wirkt, mit all den Vorurteilen gegen Farbige, Gerüchten und Klatsch und dem Misstrauen gegenüber Fremden. Dort finden Decker und seine Partnerin Marge im Elternhaus des Kindes 4 Leichen. In einem weiteren Handlungsfaden bittet ein alter Vietnam-Kamerad Decker um seine Hilfe, weil er wegen einer brutalen Vergewaltigung verhaftet wurde. Und Rina Lazarus, die am Ende von Band 2 nach New York zu Verwandten ging, damit sich beide über ihre Gefühle klar werden können, kommt während all dieser Ereignisse auch noch zu Besuch und will Decker scheinbar etwas Wichtiges mitteilen.
Meine Meinung:
Wieder einmal ist es der amerikanischen Autorin Faye Kellerman gelungen in erster Linie einen unheimlich spannendend Krimi zu schreiben und dabei so ganz nebenbei auch noch sehr nachdenkliche Töne unterzubringen.
Die Ermittlungen im Fall des kleinen Mädchens und der in der Folge entdeckten Leichen haben alles, was ein guter Krimi benötigt: Eine nicht vorhersehbare Handlung mit einigen Überraschungen, viele mögliche Tatverdächtige und das entsprechende Spannungsmoment, das dazu führt, dass man mit dem Lesen nicht mehr aufhören kann.
Eingebettet in diese Krimihandlung ist die angebliche Vergewaltigung durch den Kriegskameraden Deckers, die zwar im eigentlichen Sinn und in der Art der Ermittlung eine Krimihandlung ist, aber doch eher dazu dient, die Vergangenheit Deckers, in der es scheinbar ein Geheimnis gibt, ins Spiel zu bringen.
Denn ähnlich wie in den beiden Vorgängerwerken ist auch hier der zweite Grundpfeiler des Buches die Entwicklung der Beziehung zwischen Decker und Lazarus. Und dies ist nicht nur eine „normale“ Liebesgeschichte, sondern aufgrund der Situation, das Rina Lazarus gläubige Jüdin ist und Decker christlich erzogen, aber wie im Laufe dieser Bücher herauskommt von Geburt her eigentlich auch Jude. Die ganze Problematik dieser Annäherung an die jüdische Religion, an all ihre Traditionen und Regeln und die Einbettung in das moderne amerikanische Regeln ist aus meiner Sicht einer der ganz großen Pluspunkte, die diese Romanserie von anderen Krimireihen unterscheidet. Sie bleibt dabei aber immer noch ein Krimi und mutiert nicht zur Religionstheorie.
Was mir weiterhin sehr gut gefällt, das der Schwerpunkt und das Handlungstempo bei allen drei Romanen, die ich bisher gelesen habe unterschiedlich aufgebaut ist; es fast so ist , als ob man gerade bei den Hauptpersonen die unterschiedliche Facetten auch von Roman zu Roman gewichtet. Dies fällt gerade bei der Figur des Peter Decker auf. Bei „Abschied von Eden“ erlebt man nach der nachdenklichen, fast zweifelnde Phase des Vorgängerbuches die kritische Beschäftigung mit seiner Vergangenheit. Dabei gibt es zwar auch Zweifel, aber die Figur wirkt trotzdem wieder gefestigter und selbstbewusster. Das dies natürlich auch zu Konflikten in der Beziehung führt, ist selbstverständlich. Aber alle Personen und ihrer Beweggründe werden sehr ausführlich und nachvollziehbar dargestellt.
In diesem Buch ist das Glossar mit den wichtigsten verwendeten jiddischen und hebräischen Begriffen, das ich im 2.Band vermisst hatte, wieder vorhanden und macht das Lesen, auch wenn die Begriffe eigentlich immer im Zusammenhang erklärt werden, ein wenig leichter.
Wer bis hierher gelesen hat, wird ahnen, dass ich jetzt fast zwangsläufig zu meinem Lieblingsthema im Bezug auf Romanserien kommen muss: Die Unabhängigkeit der einzelnen Bände voneinander. Und aufgrund der vorher getroffenen Aussagen muss man bei dieser Krimiserie ganz klar sagen, das sich die Tendenz, die ich schon im 2.Band gespürt habe, im 3.Band fortsetzt. Die Entwicklung der Beziehung der Hauptpersonen spielt meiner Ansicht nach eine so große Rolle, das ein Teil des Lesespaßes verloren ginge, wenn man diese Bücher nicht in ihrer Veröffentlichungsreihenfolge lesen würde. Es ist zwar nicht so, dass man das Buch nicht ohne die Kenntnis der Vorgänger verstehen könnte. Dafür werden die entsprechenden Infos schon geschickt platziert. Aber pedantisch, wie ich nun mal (zum Glück nur in Bezug auf Handlungsgerüste und nicht auf meine Wohnung oder meine Leben) veranlagt bin, bin ich der Meinung, dass man es noch besser versteht, wenn man die Vorgänger kennt.
Also ich bin mir ganz sicher, dass ich auch die nächsten Bände lesen werde; und zwar in der richtigen Reihenfolge. Es ist ja fast eine Fortsetzungsgeschichte mit begleitender Krimihandlung. Und ohne euch zu drohen: Das 4.Buch habe ich schon angefangen und 5 weitere der mittlerweile 13.Bände stehen hier auch schon herum. Wobei ich aber ehrlich zugebe, dass es immer schwieriger wird, etwas zu schreiben, ohne sich ständig zu wiederholen.
Insgesamt betrachtet wieder ein großes Lesevergnügen für alle die es spannend und aufregend mögen und dabei auch nicht vor einer kleinen Prise Nachdenklichkeit zurückschrecken. Nur Vorsicht! Wer einmal mit diesen Büchern anfängt, kommt nur schwer wieder davon los.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-08 08:14:09 mit dem Titel Kellerman,F.-Tag der Buße: Auch der 4.Decker/Lazarus-Thriller überzeugt
Bei meiner gegenwärtigen „Serien-Leseritis“ ist es nicht weiter erstaunlich, das das nächste Buch, dass ich gelesen habe, aus einer meiner bevorzugten Krimiserien stammt: „Tag der Buße“ aus Fay Kellerman’s Lazarus/Decker-Serie.
Handlung:
Pete Decker, Detektiv bei der Polizei von Los Angeles und mittlerweile zum jüdischen Glauben übergetreten hat endlich Rina Lazarus, die junge jüdische Witwe, die er bei einem früheren Fall kennen gelernt hat, geheiratet. Doch statt der üblichen Flitterwochen reisen die beiden zusammen mit Rinas Söhnen zu den Eltern ihres ersten Mannes nach New York in die streng-orthodoxe jüdischen Gemeinde in Brooklyn. Doch mit den Flitterwochen ist es bald vorbei als ein Junge aus der Gemeinde verschwindet und man Decker als Polizisten, der gleichzeitig auch Einblick in die jüdischen Gepflogenheiten bittet, ihn zu suchen. Denn aus den ersten Hinweisen und dem Verhalten des Jungen vor seinem Verschwinden vermutet man, dass er mit einem Psychopathen fortgegangen ist. Die Sicht dieses Psychopathen wird als Gegenpol in kurzen Kapiteln immer wieder dargestellt, wobei dessen Motivation und Ziele bewusst unklar dargestellt werden, was die Spannung ungemein erhöht.
Eigentlich möchte Decker sich nicht einmischen, aber aufgrund seiner eigenen Vergangenheit, die ihm völlig unvorbereitet in New York begegnet, ist er in gewisser Weise eng mit dem verschwundenen Jungen verbunden. Daher macht er sich auf die suche, die schließlich wieder zurück nach New York führt.
Mehr möchte ich gar nicht verraten, auch wenn es eventuell Kommentare gibt, dass dies zu wenig zur Handlung sei. Aber ich vertrete den Standpunkt, dass sich hier auch viele vorab informieren, ob ein Buch sie als potentieller Lesestoff interessiert. Und daher fände ich es unfair, zu viel zu verraten, dass zumindest mir persönlich es den Spaß verdirbt, wenn ich bei einem Roman, insbesondere einem Krimi vorab zu viel von der Handlung weiß.
Meinung:
Dies ist nun schon das vierte Buch aus der Krimireihe um die Hauptfiguren Rina Lazarus und Pete Decker, das ich lese und eine Meinung darüber schreibe (und die restlichen 8, die es auf deutsch oder englisch als Taschenbuch gibt, stehen auch schon hier bereit :-))
Damit stellt sich aber natürlich auch das Problem, was schreibe ich, ohne mich allzu sehr zu wiederholen? Denn schließlich kann ja jeder auch meine alten Meinungen lesen. (Woran ich niemanden hindern möchte :-))
Zu erst natürlich etwas zu den Unterschieden zu den Vorgängerromanen. Die Autorin Faye Kellerman hat es geschickt verstanden, den Handlungsort des Romans in der erste Hälfe nach New York zu verlagern. Somit hat sie sich selbst die Möglichkeit geschaffen, gerade im Bereich des jüdischen Lebens, der Traditionen und Sitten, die in dieser ganzen Krimiserie eine wichtige Rolle spielen, ganz neue Aspekte in die Handlung einzuarbeiten. Durch die Situation, dass in Brooklyn ein in sich geschlossenen Gemeinde mit kaum Kontakt zur nicht-jüdischen Außenwelt besteht, gibt es hier viel Möglichkeiten zur Darstellung. Es wird nicht verklärt, sondern mit allen Vorzügen und Schwächen dargestellt.
Aber auch hier ist es wieder so, dass diese Schilderungen zwar sehr ausgiebig sind und in den Romanverlauf eingearbeitet sind. Aber trotzdem bleibt das Buch in erster Line ein sehr guter, spannender Thriller mit den entsprechenden Sackgassen und Unwägbarkeiten, den man bis zum Schluss nicht durchschaut. Dieser Mix aus hervorragender Unterhaltung und einem kleinen bisschen Infos über die jüdische Kultur in Amerika macht meiner Ansicht nach den besonderen Reiz dieser Serie aus.
Wieder ist dieser Roman sehr auf die beiden Hauptdarsteller und ihr Verhältnis zueinender fixiert. In anderen Krimiserien bleiben zwar auch die Ermittler und ihr Umfeld immer die gleichen, aber trotzdem sind die Romane in sich abgeschlossen und selbst wenn eine persönliche Entwicklung der Hauptdarsteller im Laufe der Serie dargestellt wird, ist deren chronologische Kenntnis nicht unbedingt notwendig um die Romane richtig zu genießen. Bestes Beispiel hierfür ist meiner Ansicht nach die Wallander-Serie, die man kreuz und quer lesen kann. Bei dieser Serie hier bin ich dagegen der Meinung, dass eine strikte Einhaltung der Reihenfolge wichtig ist, da sonst einiges nicht ganz so deutlich wird. Im vorliegenden Buch z.B. der Grund, warum Decker sich so sehr einsetzt. Es wird zwar auch hier geschildert, aber wer seine Entwicklung in den Vorgängerwerken beobachtet hat, kann sich noch mehr hineinversetzten. Es mag sein, dass ich dies etwas zu eng sehe, aber dafür sind Meinungen nun mal da :-)
Wer jetzt auf meinen üblichen Hinweis auf die Vorzüge des englischen Originals wartet, der wartet vergeblich. Denn bisher (und noch 2 Bände weiter) lese ich deutsche Ausgaben. Man muss sehen, wo man bleibt und wenn Online-Auktionen, Antiquariate etc. mir die deutschen Ausgaben zu Cent-Beträgen „aufdrängen“, während ich für die englischen Originale etwa 10 Euro zahle, dann nehme ich doch, was ich kriege. Aber ab Band 7 wird es dann wieder Englisch.
Das deutsche Taschenbuch ist bei btb erschienen und kostet 9 €. Lobenswert ist das auch in diesem Band wieder ein Glossar mit den wichtigsten jiddischen und hebräischen Begriffen, die im Buch verwendet werden, enthalten ist.
Wieder ein Faye-Kellerman-Roman, der mich voll und ganz überzeugt hat und der Lust auf mehr macht (das zum Glück in Greifweite steht).
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-27 00:08:38 mit dem Titel Krakauer,J.-In eisigen Höhen: Nachdenklich stimmender Tatsachenbericht (Mt.Everest)
Jon Krakauers Tatsachenbericht "In eisigen Höhen" (Originaltitel: Into thin air ) schildert die dramatischen Ereignisse, die sich im Frühjahr 1996 bei der Besteigung des Mount Everest durch mehrere Expeditionen ereignete. Kraukauer, selbst versierter Bergsteiger, war im Auftrag eines Magazins mit einer kommerziellen Expedition unterwegs, die ambitionierte Hobby-Bergsteiger gegen Geld auf das "Dach der Welt" bringt. Paralell dazu beobachtete er auch noch die Bemühungen einer weiteren kommerziellen Expedition und all der anderen Teams die in diesem Jahr einen Aufstieg wagen wollten. Die Katastrophe die dann folgte, ist allgemein bekannt und hat wahrscheinlich auch zu einem großen Teil zum Erfolg dieses Buches beigetragen. Es kommt durch Verkettung mehrere unglücklicher Umstände und den Problemen, daß bei kommerziellen Expeditionen der Erfolgsdruck sehr groß ist, dazu daß die Teams in schlimmstes Wetter geraten und am Ende einige Mitglieder ihren Traum von der Everest-Besteigung mit dem Leben bezahlen.
Krakauer schildert die Ereignisse von Beginn der Expedition, über die Vorbereitungen seiner eigenen Gruppe als auch der anderen Teams am Fuß des Mt.Everest, bis hin zu seiner eigenen Gipfelersteigung und den nachfolgenden Problemen der anderen Teammitgleider, die aufgrund eigener Schwäche, aufkommendem schlechten Wetter und dem Zwiespalt der Teamleiter, die von den "Kunden" viel Geld für die Tour bekommen haben und daher möglichst einen Gipfelerfolg erzielen wollen, in aller größte Probleme geraten. All dies wird in meiner Meinung mit sehr einfühlsamen, aber gleichzeitig auch deutlichen Worten geschildert.
Nach Erscheinen des Buches, das auf den Grundlagen des Berichts in der Zeitschrift, die Krakauer beauftragt hatte, basiert, gab es heftige Kritik, daß hier jemand versucht mit dem Leid anderer Menschen Geld zu verdienen. Ich habe das Buch mehrmals im Original gelesen und muß sagen, daß mich gerade die Behutsamkeit und Ehrlichkeit, mit der Krakauer gerade die schwärzesten Stunden dieser Ereignisse schildert, wirklich beeindruckt haben. Dies ist die Schilderung eines unmittelbar Betroffene, der auch schon vorher aufzeigt, mit welchen Entbehrungen und Mühen Menschen versuchen, das schier Unmögliche versuchen und am Ende doch gegen die Übermacht der Natur scheitern. Ich kann zwar absolut nicht verstehen, was Menschen antreibt, sich so etwas anzutun. Aber man folgt der Erzählung Krakauers mit einer Mischung aus Faszination und Entsetzen.
Natürlich kommen auch einige der beschriebenen Personen nicht besonders gut weg. Ob es die New Yorker High-Society-Lady ist, die auch am fuß des Everests nicht auf ihren gewohnten Lebensstil verzichten will oder die Verfassung einiger der zahlenden Kunden, die sich zwar vorbereitet haben, aber über keinerlei Höhenerfahrung verfügen.
Unter anderen auch einer der Führer der anderen Expedition, Anatoli Boukreev, der daraufhin eine eigene Schilderung der Ereignisse veröffentlichte ("The climb"). Dieses Buch ist im Vergleich interessant, kommt aber nicht an die atmosphärische Dichte des Krakauer-Buches heran. Letztendlich wurde durch "In eisigen Höhen" eine Art Boom ausgelöst, sowohl was das Thema Everest/Himalaya an geht, als auch für diese Art Berichterstattung in Buchform; einer Mischung aus Sachbuch und Erzählung. Letztes Beispiel ist das kürzlich verfilmte "Perfect storm" von Sebastian Junger.
Insgesamt betrachtet ist "In eisigen Höhen" ein sowohl spannendes, aber auch sehr nachdenklich stimmendes Buch, das eindrücklich beschreibt, daß die Natur dem Menschen Grenzen setzt.
25 Bewertungen, 1 Kommentar
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17.06.2002, 12:50 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichEines der eindrucksvollsten & spannendsten Bücher überhaupt - jedenfalls für Bergsteiger;-) CU, mima
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