Mehr zu AutorInnen mit K Testbericht

No-product-image
ab 10,96
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von Ellen20

PROSTITUTION IN AFRIKA!

Pro:

realistische Darstellung des Lebens einer afrikanischen Prostituierten, lebendiger und flüssiger Stil

Kontra:

teilweise zu direkt

Empfehlung:

Nein

Vorwort
*~*~*~*
Da ich unheimlich gerne lese, geh ich auch unheimlich gerne in Buchläden oder ins Internet um nach neuer Literatur zu stöbern. Vor etwa zwei Wochen entdeckte ich in der Buchhandlung das Werk „Die Farbe meines Gesichts“, geschrieben von Miriam Kwalanda und Birgit Theresa Koch. Die Beschreibung machte mich neugierig und deshalb musste ich es einfach kaufen.

Bein „Die Farbe meines Gesichts“ handelt es sich um eine Autobiographie, welche von der afrikanischen Prostituierten Miriam Kwalanda handelt. Zusammen mit der Psychologin und Journalistin Birgit Theresa Koch wurde das Buch geschrieben und schließlich 1999 veröffentlicht.


Allgemeines zu „Die Farbe meines Gesichts“
*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
Verlag: Knaur
Seiten: 327
Preis: 7,50 EUR
ISBN Nummer: 3-426-61683-1


Inhalt
*~*~*
Miriam Kwalanda wird 1963 in Kagamega/Kenia als Tochter eines Polizisten und dessen Frau geboren. Zwischen ihren Eltern kommt es immer häufiger zu Streit, bis sie sich schließlich trennen. Die Mutter geht nach Mombasa und der Vater zieht nach Nairobi zusammen mit den Kindern.

Das junge Mädchen fühlt, dass ihr eigener Vater sie nicht sonderlich mag. Schläge und Bestrafungen stehen an der Tagesordnung und auch in der Stiefmutter findet sie keine Hilfe. Mehrmals flüchtet Miriam zu Verwandten. Diese aber verraten ihren Aufenthaltsort dem Vater und sie wird immer wieder zurück nach Nairobi geholt.
Als sie aber eines Abends den Tod fürchten muss, weil ihr Vater sie zu schlagen droht, flüchtet sie endgültig zu ihrer Mutter nach Mombasa.

Diese empfängt sie mit offenen Händen. Schnell erfährt Miriam, dass ihre Mutter als Prostituierte ihr Geld verdient. Miriam tut ihr gleich. Sie hält sich in Bars und Nachtclubs auf um potentielle Freier zu finden. Da Verhütung kein Thema ist, wird die junge Frau schwanger. Doch das kleine Mädchen stirbt schon nach einigen Monaten.

Unter den Freiern befinden sich in der Zwischenzeit auch einige Stammkunden vorwiegend aus Europa. Heinz ist einer von ihnen. Als er Miriam einen Heiratsantrag macht, sagt sie kurzentschlossen zu, um dem Elend in Afrika zu entkommen.

Mit 25 Jahren kommt sie zusammen mit ihrem zweiten Kind, einem kleinen Jungen nach Deutschland und geht eine Ehe mit ihrem ehemaligen Stammkunden Heinz ein. Bereits nach einigen Monaten stellt sie fest, dass dieser Schritt ein Irrtum war. Heinz entpuppt sich als Alkoholiker, der sich weder um Frau und Kinder kümmert. Und auch mit dem deutschen Leben und den Menschen kann sie sich nicht anfreunden, da sie immer wieder rassistischen Angriffen ausgesetzt ist.

In der Psychologin Birgit Theresa Koch findet sie schließlich eine Freundin, mit der sie zusammen ihr Leben niederschreibt.


Meine Meinung
*~*~*~*~*~*~*
Für mich ist das Buch eines der interessantesten, aber auch traurigsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Die beiden Autorinnen erzählen den Lebensweg von Miriam so, dass man sich als Leser in die Rolle der jungen Frau hineinversetzen kann. Man erfährt von ihren Gefühlen, ihren Ängsten, aber auch ihren Wünschen, die sie hat, als sie in Mombasa als Prostituierte handelt.

Da ihr Leben in einer komplett anderen Kultur stattfindet, kann man sich manchmal nur darüber wundern und teilweise auch verärgert sein. Ich denke nicht, dass sich von damals bis heute viel geändert hat in jenen afrikanischen Staaten. Auch jetzt gibt es sicher noch einige europäische Männer, die nach dorthin fliegen und zum Sextouristen werden. Als ich das Buch gelesen habe, habe ich erst mal richtig verstanden, was es für die afrikanischen Frauen bedeutet als Prostituierte zu arbeiten und ehrlich gesagt hatte ich am Schluss noch weniger Verständnis für Sextouristen und wie diese hauptsächlich junge Prostituierte ausnutzen. Einfach ekelhaft!

Das autobiographische Werk selber hat einen sehr eigenen Stil. Oftmals tendieren Autobiographien dazu, wie ein Buch voll mit Fakten zu wirken. „Die Farbe meines Gesichts“ nimmt diesen Stil, aber nicht auf, sondern ist einfach nur spannend, lebendig und in gewisser Hinsicht auch erschütternd geschrieben. Auf Zahlen und Daten wird weitgehend verzichtet. Das Hauptaugenmerk wird vielmehr auf Miriam und ihre Handlungen und Ansichten gelegt. Aus diesen Grund lässt sich das gesamte Buch sehr flüssig lesen und erscheint an keiner Stelle langweilig.

Gleichzeitig ist das Werk auch sehr hart und ernüchternd geschrieben, wobei ich speziell die Zeit meine, in welcher Miriam ihren Körper verkauft hat. Begriffe, die schon phonographisch sind, werden nicht verschönert, sondern so wiedergegeben, wie sie ursprünglich gemeint waren. Klar, dadurch wirkt das Buch an manchen Stellen pornographisch, aber angesichts der Situation, in welcher sich die junge Frau zu diesem Zeitpunkt befindet, kommt beim Leser nur Mitleid und Unverständnis auf.

Eine Sache, welche besonders gut beschrieben wird, ist Miriams erste Zeit in Deutschland. Wenn beschrieben wird, wie sie zum ersten Mal in einen Supermarkt geht und so erstaunt ist, über die Vielfalt an Nahrungsmitteln, kann man sich ein Schmunzeln nicht verbergen. Das Gleiche passiert, wenn ihre afrikanischen Verwandten zu Besuch nach Europa kommen.
Leider wird das getrübt durch ihre misslungene Ehe und den rassistischen Angriffen, welchen sie oft ausgesetzt ist. Mir persönlich tat Miriam an diesen Stellen leid und irgendwie schäme ich mich, dass soviel Intoleranz nicht nur ihr sondern auch anderen Chancen verbaut.


Alles Liebe,
Ellen

28 Bewertungen, 5 Kommentare

  • werwoelfin666

    21.06.2002, 13:47 Uhr von werwoelfin666
    Bewertung: sehr hilfreich

    Werde nachher mal bei booklooker.de nachschauen, ob es dort zu haben ist!

  • eponnin

    21.05.2002, 00:13 Uhr von eponnin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das Schlimme ist, dass es jeden Tag grausame Realität ist ...

  • Masterfalke77

    14.05.2002, 15:11 Uhr von Masterfalke77
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Beitrag!

  • Rena50

    14.05.2002, 15:08 Uhr von Rena50
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich kenne das Buch und kann deine persönliche Meinung nur teilen. Gruß Rena

  • batzen666

    14.05.2002, 14:52 Uhr von batzen666
    Bewertung: sehr hilfreich

    aber falsche kategorie