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Erfahrungsbericht von political

Das Schloß - der Inbegriff des Kafkaesken

Pro:

düster, spannend

Kontra:

schwierig

Empfehlung:

Nein

So, ich habs geschafft! Die letzte Woche habe ich mich ganz Franz Kafka gewidmet! Im Speziellen hab ich mich in Das Schloß vertieft! Dieses Werk ist sicher nichts für jene Leser, die leichte Lektüre lieben, aber dazu später mehr ...

Zuerst möchte ich mich kurz dem Inhalt widmen, was in Anbetracht der Verwicklungen, in die sich der Held der Geschichte verstrickt gar nicht so einfach ist.

Inhalt:
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K. ist Landvermesser, er erhälte einen Auftrag in einer kleinen Stadt am Fuße eines Schlosses. Schon bald merkt K., daß ihm nur die wenigsten der Dorfbewohner wohlgesonnen sind. Außerdem scheint es für ihn gar keine Arbeit als Landvermesser zu geben. Genauer gesagt sind sich die Beamten des Schlosses in dieser Frage uneinig. K. wird darum vorübergehend Schuldiener und versucht auf eigene Faust den für ihn zuständigen Beamten Klamm aufzusuchen und um Auskunft zu bitten. Doch statt an Klamm gerät er an immer wieder andere Diener, Beamte und sonstige komische Personen, die ihm stets widersprüchliche Auskünfte über Klamm und die Vorgänge im Schloss erteilen.

Eine wichtige Rolle spielt auch noch Frieda, die ehemalige Geliebte von Klamm, in die sich K. verliebt (und auch umgekehrt??) und die er zur Frau nehmen möchte. Auch sie ist ein geheimnisvoller Charakter, der kaum einzuordnen ist. Das Ende? Nun, es gibt kein Ende in diesem Sinne, da Kafka das Schloß nie beendet hat und es nur aus Fragmenten besteht, die nach seinem Tod erst zusammengefügt wurden.

Die Charaktere (subjektive Reihung nach Wichtigkeit)
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-) K. - er möchte sich am Fuße des Schlosses seßhaft machen und versucht deshalb gegen alle Widerstände im Ort zu verharren und eine angemessene Arbeit zu finden.

-) Frieda: K. lernt sie am Herrenhof kennen, wo sie Ausschankmädchen und angeblich auch Geliebte des geheimnisvollen Klamm ist. Sie geht mit K. - gegen alle Rufe der Personen im Ort - verläßt ihn aber wieder, weil sie sich vernachlässigt fühlt.

-) Klamm: Der zuständige Beamte für K.\'s Fall. Tritt nie selbst in Erscheinung, aber trotzdem scheint sich alles um ihn zu drehen! Die Dorfbewohner fürchten und verehren ihn.

-) Barnabas: Er ist der Bote, einer der wenig K. wohlgesonnen im Ort. Überbringt K. seltsame Botschaften von Klamm, die aber anscheinend nichts mit der Realität zu tun haben, ...

Fazit:
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Das Schloss ist eines der großen Werke von Franz Kafka (K.). Die Frage, in wieweit K. der Person Kafkas entspricht konnte ich bis dato nicht zur vollen Zufriedenheit klären. Der eine oder andere autobiografische Zug ist mit Sicherheit auch bei das Schloss zu finden, ähnlich wie bei - der Prozess.

Das Schloss ist ein aus Fragmenten bestehendes Werk, das ich als sehr schwer lesbar empfunden habe. Dies liegt an den extrem langen, verschachtelten Sätzen, die einen bei schlechter Konzentration dazu zwingen, manche Sätze 3-4 mal zu lesen.

Ansonsten besticht Kafka wie immer mit kuriosen Handlungsabläufen, die für wirklich sonderbar anmuten, genauso wie die Menschen, die diese Handlungen setzen. Daraus folgt automatisch, dass dieses Buch sicher nicht jedermanns Sache ist. Man muß um dieses Buch erfolgreich zu lesen als erstes einmal jede Menge Geduld und Konzentration mitbringen.

Trotzdem ist es ein sehr empfehlenswertes Buch. Nicht umsonst hat es Kafka zu seinem eigenen Adjektiv gebracht: Dieses Werk ist ganz einfach der Inbegriff des Kafkaesken.

Ich wünsche viel Spass beim Lesen und freue mich über jede Menge Kommentare.

lg chris

PS: Dieser Bericht erscheint auch bei anderen Meinungsplattformen




----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-04 13:52:25 mit dem Titel Die Schuld spielt keine Rolle

Heute habe ich den sonnigen Vormittag genutzt und mein zuletzt begonnenes Buch „der Prozeß“ von Franz Kafka zu Ende gelesen. Jetzt möchte ich euch meine Eindrücke darüber mitteilen. Vorweg muss ich warnen, der Inhalt ist nicht ganz leicht zu verstehen, und meiner Ansicht nach noch schwieriger zu interpretieren. Zweifellos stellt dieses Buch aber eines der Wichtigen, dieses Jahrhunderts dar und ist auch Kafka’s bekanntestes Werk.

Inhalt:
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Josef K. ist Prokurist einer Bank. Am Morgen seines dreißigsten Geburtstages wird er verhaftet. Doch K. wird nicht etwa ins Gefängnis gesteckt, sondern kann zumindest solange, bis die obersten Organe einer geheimnisvollen Behörde etwas anderes entscheiden, sein Leben „normal“ weiterführen. Natürlich fühlt sich K. anfangs zum Narren gehalten, erkennt anfangs auch die Autorität des Gerichtes nicht an. Erst im Laufe der Zeit erkennt er die wahre Dimension seines Prozesses. K. macht Bekanntschaft mit den Organen der Behörde, die ihn angeklagt hat. Die Kanzleien besagter Behörden befinden sich allesamt auf den Dachböden der Häuser seiner Stadt (welche wird nicht erwähnt).

Je länger K’s Prozeß andauert, desto stärker erkennt er seine Ratlosigkeit und Hilflosigkeit. K. verlässt sich auf die Worte fadenscheiniger Gehilfen und verirrt sich immer wieder in Gefühlswirren und Aberglaube. Was er immer noch nicht weiß, ist warum er angeklagt wurde und scheinbar spielt diese Frage auch keine wesentliche Rolle. Auch die Frage nach der Schuld wird gar nicht erst gestellt, weil auch diese Frage sinnlos erscheint. Die einzige Frage, die sich stellt ist, wie wird das Schicksal von Josef K. aussehen? Kann er seinen Prozeß gewinnen und was, wenn er ihn verliert?

Diese Inhaltsangabe, mag so manchen jetzt verwirren, auch mich verwirrte der Inhalt dieses Buches zeitweise ganz gehörig. Am besten lest ihr selbst mal rein in dieses Meisterwerk, dann werdet ihr schon sehen, war ich meine.

Zur Person Josef K.:
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Josef K. ist wie schon erwähnt wurde Prokurist. Er sieht sich einem Prozeß gegenüber, dessen Grund und Sinn nicht kennt und versteht. Trotzdem erkennt er den Ernst seiner Lage in gewisser Weise irgendwann und versucht in ständigem Grübeln, einen Ausweg zu finden. Dabei erhält er viel scheinbare und echte Unterstützung, etwa von einigen Frauen, denen er auch kurze Zeit verfällt. Auch sein Onkel und ein Gerichtsmaler erscheinen als Gehilfen. Doch im Endeffekt, scheint die gewährte Hilfe auch gleichzeitig die Hoffnungslosigkeit von K’s Lage zu erhärten. Bis zum Schluss wird K. allerdings nicht bewusst, wie ernst seine Lage tatsächlich ist.

Franz Kafka:
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Der Prozeß ist eines der bedeutendsten Werke der Moderne und gleichzeitig eines der prägendsten für Kafkas schaffen. Kafka wurde 1883 in Prag geboren. Er studierte einige Zeit Germanistik und später Jura. Ab 1908 arbeitete er bei der Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt, wo er bis 1922 blieb. In diesem Jahr ging er in Pension. 1924 stirbt Kafka in Kierling bei Wien.

Der Prozeß entstand übrigens in den Jahren 1914 und 1915 und wurde 1925 erstmals herausgegeben. Übrigens betrachtete Kafka dieses Werk als unvollendet.

Seine bedeutendsten Werke sind:

-) Der Prozeß
-) Das Schloss
-) Amerika
-) Die Verwandlung
-) Ein Hungerkünstler

Fazit:
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Der Prozeß ist wie schon erwähnt keine leichte Kost. Immer wartend auf die eine Antwort steht man plötzlich am Ende des zehnten Kapitels und hat nichts von dem erfahren, was man zu erfahren hoffte oder glaubte. Warum wurde Josef K. verhaftet? Wie lautet die Anklage? Wer sind die eigentlichen Ankläger? All diese Fragen erweisen sich im Laufe des Lesens als eher nebensächlich.

Das Buch wird viel mehr von der Beschreibung einer kuriosen Bürokratie geprägt und dominiert, die den Helden immer wieder vor neue Herausforderungen und neue Tatsachen stellt. Die schon erwähnten Kanzleien auf Dachböden, Advokaten, Winkeladvokaten und Richter verschiedenen Ranges scheinen alle mehr über K’s Prozeß zu wissen als er selbst, doch Genaueres wissen auch sie nicht. Dabei achten die Behörden stets darauf, den Prozeß als möglichst unwichtig erscheinen zu lassen, indem sie wiederholt betonen, es sei ein niederes Gericht, welches sich mit Josef K’s Fall befasst.

Eine interessante Rolle spielen meiner Ansicht nach auch die Frauen. Leni, die Dienerin von K’s Advokaten, Fräulein Bürstner, die Frau des Gerichtsdieners. Sie alle scheinen völlig fehl am Platz zu sein und auch immer unerheblich für K’s Sache. Trotzdem scheinen sie ihn gekonnt und bewusst abzulenken, von den eigentlich wichtigen Dingen. So bekommt K. und auch der Leser den Eindruck, als habe K. in dem Moment, wo er sich einer der erwähnten Frauen widmete, etwas für seinen Fall sehr bedeutsames verpasst und seiner Sache weiter geschadet.

Der Prozeß ist ein spannendes Werk und sehr klar und nüchtern geschrieben. All die Dinge, die Kafka beschreibt, erscheinen real und doch phantastisch und absurd. Das Buch empfand ich als geheimnisvoll und irgendwie auch beängstigend. Im weitesten Sinne könnte man auch gewiss Parallelen zu unserem heutigen Rechtssystem herstellen. Dies aber doch wohl nur sehr bedingt – Gott sei Dank!

Abschließend kann ich nur eine absolute Leseempfehlung geben. Erwartet euch aber wie schon erwähnt keine leichte Kost! Das Buch hat 278 Seiten und jede einzelne Seite ist lesenswert. Meine Ausgabe ist übrigens ein Sammelband aus mehreren Kafka-Werken und mag vielleicht in anderen Ausgaben mehr oder weniger Seiten haben. Mein Buch heißt „Franz Kafka. Romane und Erzählungen. Erschienen beim Parkland-Verlag.

Also viel Spaß und Glück! Ich freue mich wie immer über aller Art von Kommentare.

Lg chris

PS: Wie immer werde ich diesen Bericht bei mehreren Meinungsplattformen veröffentlichen.

15 Bewertungen, 1 Kommentar

  • DrKnickely

    04.05.2002, 16:00 Uhr von DrKnickely
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter bericht