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Erfahrungsbericht von Dialya

Die Geschichte einer Guinness-Göttin

Pro:

spannend, witzig, lustig

Kontra:

etwas dick für einen Frauenroman

Empfehlung:

Nein

(Lucy Sullivan wird heiraten (Keyes, Marian))



... behauptet jedenfalls Lucy.


Nachdem ich schon "Pusteblume" und „Rachel im Wunderland“ von Marian Keyes gelesen hatte, empfahlen mir viele, auch noch „Lucy Sullivan will heiraten“. Als ich dann das nächste mal in der Bibliothek war, entdeckte ich es auch prompt und musste es natürlich sofort nach Hause nehmen.


Kaum zu Hause angekommen, begann ich dann auch schon mit dem Lesen. Das Buch beginnt damit, dass Lucy zusammen mit ihren drei Arbeitskolleginnen Megan, Meredia und Hetty zur Wahrsagerin fährt.

Die vier gehen regelmässig zusammen zu einer Wahrsagerin und nehmen es überhaupt nicht ernst. Hinzu kommt, dass die Voraussagen diesmal auch noch ziemlich unmöglich dienen. So soll die verheiratete Hetty in nächster Zeit ihre grosse Liebe kennenlernen und Lucy, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat, soll innerhalb eines Jahres heiraten.

Nach und nach erfüllen sich aber die Aussagen. Als dann Hetty wirklich mit dem Bruder ihres Mannes durchbrennt, glauben Meredia und Megan auch an Lucy’s Hochzeit. Nur Lucy glaubt immer noch nicht daran, da sie ja gar nie heiraten will.

Als sie dann aber Gus kennenlernt ändert sich plötzlich alles. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn und glaubt nun langsam auch schon an die Voraussage. Gus jedoch, ein arbeitsloser, alkoholsüchtiger Musiker, leidet unter chronischem Geldmangel und lässt sich von Lucy, seiner „Guinness-Göttin“ nur aushalten. Dabei verschwindet er zwischendurch einfach so für einige Monate um dann plötzlich und unerwartet wieder aufzutauchen.

Auch für ihre beiden Mitbewohnerinnen, Karen und Charlotte, scheint sich alles bestens zu entwickeln. Karen kann sich endlich Daniel, Lucy’s besten Freund, angeln und Charlotte lernt Simone kennen. Sie unternehmen auch öfters etwas zusammen und Gus scheint sich vor allem mit Karen und Daniel sehr gut zu verstehen. Als Karen dann aber ein Nachtessen für alle 3 Paare plant, taucht Gus nicht auf und lässt einige Monate nichts von sich hören.

Trotz allem hält Lucy aber die ganze Zeit zu Gus. Auch noch, als ihr ihre Freunde schon längstens zureden, dass sie doch endlich mit ihm Schluss machen soll. Als dann aber ihre Mutter zu Hause auszieht, und sich Lucy nun um ihren Vater kümmern muss, merkt sie langsam, dass Gus der Falsche für sie ist und ihre wahre Liebe eigentlich immer schon in ihrer Nähe war und sie es nur nie wahrhaben wollte....


Die Autorin selber wurde 1963 in Irland geboren. Sie ist das älteste von 5 Kindern. Nach ihrem Jurastudium stellte sie schnell fest, dass ihr Jura nicht liegt und sie zog 1986 nach London, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs durchschlug und nebenbei einen Abschluss in Buchprüfung machte.



Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben, wodurch man einen sehr guten Einblick in Lucy’s Leben und vor allem ihre Gefühle enthält. Dadurch fällt es einem auch leichter zu verstehen, warum sie die ganze Zeit zu Gus haltet, anstatt sich endlich von ihm zu trennen.

Auch kann man sich leicht mit den Personen aus dem Buch identifizieren, da alle halt ganz normale Frauen sind und nicht irgendwelche Superweiber, die sowieso alles (Karriere, Familie, Liebe etc.) mit links schaffen, sondern es tauchen bei allen immer wieder irgendwelche Probleme auf.

Auch bei diesem Buch würde ich wieder sagen, dass es ein typischer Frauenroman ist, auch wenn mich wieder einige dafür lynchen werden. Es ist halt eine lockere, leichte Kost und man hat es schnell gelesen. Auch ist die Hauptperson des Buches weiblich und es kommen wieder einige männerfeindliche Sprüche zum Zug.

Dadurch, dass es solch leichte Kost ist, hat man das Buch trotz seiner ca. 670 Seiten sehr schnell gelesen und es wird einem auch nie langweilig dabei.

Besonders witzig ist auch noch der Epilog am Schluss. Dabei wird auf 3 Seiten kurz erläutert, wie es mit den Personen aus dem Buch weiterging, wobei einige Überraschungen hervorkommen.


Alles in allem ist auch dies wieder ein Buch, dass ich durchaus allen (auch den Männern) empfehlen kann.


So, und jetzt nichts wie los mit der Kritik zu meiner Meinung über Frauenromane.





----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-13 23:18:18 mit dem Titel Die Geschichte einer Sucht

(Rachel im Wunderland (Keyes, Marian))



Nachdem ich von Marian Keyes schon Pusteblume gelesen habe, musste ich unbedingt noch ein zweites Buch von ihr lesen und so fiel mir in der Bibliothek „Rachel im Wunderland“ in die Hände.

In diesem Buch wird das Leben der drogensüchtigen Rachel beschrieben. Die Geschichte beginnt, als Rachel, eine junge Irin, die in New York lebt, eine Überdosis Drogen nimmt und im Spital zum Magen auspumpen landet. Ihre Familie ist entsetzt über die Drogensucht von Rachel und die Eltern wollen, dass sie zurück nach Irland kommt. Dort wird sie nach Cloisters eingewiesen. Cloisters ist eine Heilanstalt für Süchtige aller Art. Rachel selber hat auch schon davon gehört, da scheinbar schon berühmte Leute dort waren, weshalb sie sofort mit ihrem Aufenthalt einverstanden ist, obwohl sie sich gar nicht für süchtig hält.

In Cloisters angekommen muss Rachel unterschreiben, dass sie für mindestens 3 Wochen dort bleibt, was sie natürlich mit Freuden tut, da sie einen schönen Kuraufenthalt mit Sauna, Fitnesscenter und natürlich vielen berühmten Leuten erwartet. Doch sie wird enttäuscht. Es gibt weder eine Sauna noch ein Fitnesscenter und die einzig berühmte Person in Cloisters ist eine Schriftstellerin, die Rachel sofort unsympathisch ist.

Auch ist der Alltag in Cloisters ziemlich hart. Die Süchtigen (Hauptsächlich Alkoholsüchtige) müssen sich jeden Tag in Gruppentherapien mit ihrer Sucht auseinandersetzen. Hinzu kommt, dass die Süchtigen auch den ganzen Haushalt nahezu selber schmeissen. Im Rahmen dieser Gruppentherapie erkennt Rachel dann langsam auch, dass sie doch süchtig ist und beginnt ihre Sucht aufzuarbeiten.

Zwischendurch wird aber immer wieder auf ihr früheres Leben in New York zurückgeblendet. Dabei wird vor allem beschrieben, wir Rachel ihren Freund Luke Costello kennenlernte, der kurz vor ihrer Abreise nach Irland mit ihr Schluss machte (wegen ihrer Sucht natürlich). Dabei sind für Rachel in ihrem Leben scheinbar nur Äusserlichkeiten wichtig. Sie scheint Luke zwar zu lieben, aber da er nicht dem Bild eines Szenetyps entspricht, verleugnet sie ihn auf Partys immer wieder. Auch nimmt sie ihre Umwelt mit der Zeit nicht mehr richtig wahr, da sie dauernd unter Drogen steht, was ja aber nicht schlimm ist, da ja alle aus der Szene Koks schnupfen.

Dabei wird langsam klar, dass sie durch ihre Drogensucht die Beziehung zu Luke und ihre Freundschaft zu Brigit kaputt macht. Die beiden versuchen ihr immer wieder klar zu machen, dass sie süchtig ist, aber sie will es nicht wahrnehmen.



Die Autorin selber wurde 1963 in Irland geboren. Sie ist das älteste von 5 Kindern. Nach ihrem Jurastudium stellte sie schnell fest, dass ihr Jura nicht liegt und sie zog 1986 nach London, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs durchschlug und nebenbei einen Abschluss in Buchprüfung machte.



Das Buch selber ist sehr gut geschrieben. Auf über 500 Seiten lernt Rachel langsam, dass sie süchtig ist und wie sie mit dieser Sucht leben kann. Dies ist aber auf keinen Fall ein langweiliges Psychogequatsche, wie man sich vielleicht denken kann, sondern sieht viel eher wie Realität aus. Auch wird es einem nie zu viel mit all den Therapien, die Rachel durchstehen muss, da ja zwischendurch immer wieder auf die Vergangenheit zurückgeblendet wird, und man so ein anderes Thema vor sich hat.

Dadurch, dass die ganze Geschichte auch in der Ich-Perspektive erzählt wird, wirke das ganze auch sehr realitätsnah und wirklich. Durch die Ich-Perspektive konnte man auch viel besser mit Rachel mitfühlen. Zwischendurch hätte man Rachel auch fast glauben können, dass sie gar nicht süchtig ist, aber eben auch nur fast. Schliesslich weiss man es als Leser halt doch besser als sie selber.

Auf jeden Fall kann ich das Buch aber jedem nur empfehlen, der zwischendurch auch mal etwas mittlere Kost mag. Mittel deshalb, weil es wegen der Suchtproblematik sicher nicht als leicht dargestellt werden kann und weil es auch kein schweres Buch ist, da der Stil der Autorin zu jugendlich und frisch ist und nicht allzu schwer zu verstehen. In dieses Buch kann man auf jeden Fall sicher nicht so viel hineininterpretieren, wie in andere Bücher.

Also, viel Spass beim Lesen
Dialya




----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-01 16:40:40 mit dem Titel Sommervögel und Pusteblume

Ja, und wieder einmal habe ich ein typisches Frauenbuch gelesen. Und ich muss sagen, dass es wirklich sehr spannend war (man kann ja schliesslich nicht nur hochstehende Literatur lesen).



Warum gerade dieses Buch?
Dadurch, dass das Buch 590 Seiten hat, ist es natürlich ziemlich dick. Hinzu kommt der orange Umschlag mit den Sommervögeln drauf. Das Buch sticht einem also schlicht und einfach ins Auge, wenn man in der Bibliothek durch die Regale läuft.

Der Titel hat mich dann auch neugierig gemacht, also musste ich den Klappentext lesen und schon war das Buch ausgeliehen.



Der Inhalt
Tara, Katherine und Fintan kennen sich schon seit ihrer Kindheit in Irland. Inzwischen sind sie alle um die 30, leben in London und sind nach wie vor dicke Freunde.

Die drei führen aber total unterschiedliche Leben. Tara ist ein bisschen mollig und hat einen Freund, welcher sie dauernd tyrannisiert. Katherine lebt alleine und ist ordnuns- und pflichtbewusst und scheint Männer zu hassen. Fintan ist schwul und lebt glücklich mit seinem Freund Sandro zusammen.

Die drei haben noch eine vierte gemeinsame Freundin. Welche sie kennenlernten, als Fintan mit Sandro zusammenzog und aus der gemeinsamen WG auszog. Liv ist Schwedin und suchte ein Zimmer in einer WG, weshalb sie dann nach Fintans Auszug bei Katherine und Tara auszog. Auch Liv führt ein ganz anderes Leben, als die anderen drei. Sie ist eine erfolgreiche Innenarchitektin und führt eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Dieser wohnt in Schweden und besucht sie ab und zu mal in London.

Eine weitere wichtige Rolle in diesem Buch spielt Lorcan. Er ist ein Weiberheld und verkanntes Genie (er hält sich jedenfalls dafür). In Wahrheit ist er ein Schwein (er betrügt seine Freundin beinahe jeden Tag mindestens einmal) und ein arbeitsloser Schauspieler. Was er aber für eine Rolle spielt in diesem Buch, werde ich Euch nicht verraten, da dies auch erst gegen Ende des Buches herauskommt (ich will Euch ja die Spannung nicht nehmen).

Das Leben der vier Freunde wird dann jedoch so ziemlich durcheinandergewirbelt, als Fintan an Krebs erkrankt. Na ja, und hierzu will ich jetzt nicht mehr verraten.



Die Autorin
Marian Keyes kam 1963 als älteste von 5 Kindern in Cork (Irland) zur Welt. Nach ihrem Jurastudium lebte sie lange Zeit in London und seit ihrer Rückkehr nach Irland widmet sie sich der Schriftstellerei. Bekannte Bücher von ihr sind „Wassermelone“, „Lucy Sullivan wird heiraten“ und „Rachel im Wunderland“.



Fazit
Das Buch ist wirklich sehr spannend geschrieben. Ich jedenfalls verschlang die 590 Seiten innerhalb von zwei Tagen (ich hatte ja auch Ferien).

Was mir allerdings nicht so gefallen hat, war, dass im Klappentext nur die drei Freunde Katherine, Tara und Fintan erwähnt werden. Ich denke, Liv z.B. spielt eine ebenso wichtige Rolle und sollte somit auch erwähnt werden. Dies also so als kleine Kritik am Verlag.

Auch gefällt mir der Titel nicht so gut. Er passt irgendwie nicht zum Buch. Einmal sagt zwar Fintan etwas über die Pusteblume, aber nur wegen diesem einen Satz das Buch auch gleich so zu titeln? Na ja, ich weiss nicht.

Beim Lesen muss man sich aber auch darauf gefasst machen, dass die Personen ziemlich genau vorgestellt werden. Es gibt immer wieder Rückblenden in ihre Vergangenheit. Dies ist aber vor allem am Anfang der Fall, so dass während den ersten 100 Seiten kaum etwas passiert. Um das Buch zu verstehen, ist es jedoch auch nötig einen Einblick in die Vergangenheit der 5 Hauptpersonen zu erhalten.

Interessant anzumerken ist, dass das Buch genau einen Zeitraum von einem Jahr beinhaltet. Das Buch beginnt an Taras 31. Geburtstag und endet an ihrem 32. Geburtstag.

Das Buch ist auf jeden Fall für alle, die auch mal gerne etwas leichtere Kost lesen, empfehlenswert.



Angaben zum Buch
Titel: Pusteblume
Autorin: Marian Keyes
Verlag: Heyne
Seiten: 590
ISBN: 3-453-17310-4



Also, viel Spass beim Lesen
Dialya

22 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Talidea

    11.05.2002, 13:40 Uhr von Talidea
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hört sich intressant an, werde es mir auch mal besorgen.Scheint das richtige Buch zu sein für die Badewanne oder so,also für Augenblicke, in denen man entspannen will und nichts "schweres"lesen möchte

  • SusanneRehbein

    05.05.2002, 19:52 Uhr von SusanneRehbein
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klingt, als würde es sich gut als Geschenk eignen!

  • Knuffy

    02.05.2002, 15:00 Uhr von Knuffy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da die Autorin in meinem Regal steht, werde ich das Buch wohl auch noch lesen :-)