Erfahrungsbericht von suppengirl
Ildikó von Kürthy: Mondscheintarif ODER: Suppis Fußphobie
Pro:
unterhaltsam, guter Schreibstil, hohe Identifikation
Kontra:
erinnert phasenweise zu sehr an Bridget Jones
Empfehlung:
Nein
Wie ich auf das Buch kam oder Suppis Fußphobie
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Als ich mich vor Kurzem mal wieder in der Öffentlichkeit zu meiner Fußphobie bekannte (die sich hauptsächlich auf meine eigenen Füße beschränkt), empfahl mir eine Freundin die Lektüre des Buches "Mondscheintarif". Obwohl ich mich ernstahft fragte, was dieser Titel mit meinen Füßen zu tun haben soll, begab ich mich bei meinem nächsten Besuch bei Amazon.de (im Film würde man das jetzt Schleichwerbung oder besser noch "Product Placement" nennen!) auf die Such nach dem Bestseller von Ildikó von Kürthy.
Erstmal ein paar Förmlichkeiten :-)
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"Mondscheintarif" wurde 1999 veröffentlicht und wird mittlerweile in der 13.Auflage verkauft. Die Autorin Ildikó von Kürthy ist 31 Jahre alt und arbeitet als Redakteurin beim "Stern". Das Buch umfasst 142 Seiten und ist beim rororo-Verlag als Taschenbuch für 16,90 erhältlich.
Geht´s nun um Füße oder was?
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Wie meine Freundin auf diese Buchempfehlung kam, leuchtete mir schon ein, als ich das Titelbild das erste Mal sah: Darauf seiht man zwei nicht besonders schöne Füße mit lackierten Zehennägel aus einer Badewanne herausragen. Und als ich den ersten Satz las, fühlte ich mich vollends verstanden: "Der Fuß ist eine weitgehend unerschlossene weibliche Problemzone." Wie wahr, wie wahr. DIE Problemzone schlechthin, würde ich sogar sagen. Zumindest, was mich betrifft. Aber ich will euch nicht mit meiner Krankheitsgeschichte langweilen, sondern mich nun mal ein wenig verständlicher dem Inhalt widmen.
Aaaaalso, die Protagonistin Cora Hübsch lässt uns teilhaben an den Gedanken, die ihr an einem speziellen Abend durch den Kopf gehen. Beginnend um 17.12 Uhr, als sie ein Bad nimmt, verbringt sie die Zeit bis 0.01 Uhr mit Warten. Sie wartet auf einen Anruf. Und - wie könnte es anders sein - natürlich auf den Anruf eines Mannes. Sieben Stunden wartet sie also und überlegt, philosophiert, hofft und verzweifelt.
Ob der Mann denn schließlich anruft, kann ich euch natürlich nicht verraten. Und deshalb wars das an dieser Stelle eigentlich auch schon wieder mit der Inhaltsangabe. Zu wenig!, sagt ihr? Nein, denn bei "Mondscheintarif" geht es nur sekundär um die Geschichte. Vielmehr geht es um die Protagonisten, die uns in den sieben Stunden ihres Wartens sehr vertraut wird.
Der Leser lernt Cora gestaffelt kennen. Zum einen sind nämlich ihre Gedanken und Taten des Hier und Jetzt aufgeschrieben. Sie nimmt ein Bad, epiliert sich die Beine, telefoniert mit ihrer besten Freundin, um sich Ratschläge zu holen, und mit einem Freund, um die Beweggründe des männlichen Geschlechts besser zu verstehen. Und sie wartet.
Zwischendurch denkt sie aber auch über das Vergangene nach. Zum einen über frühere Beziehungen, zum anderen natürlich auch darüber, wie sie das Objekt ihrer aktuellen Begierde kennen gelernt hat und warum es so tragisch für sie ist nun auf dessen Anruf warten zu müssen.
Und das ist interessant?
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Durchaus. Und nicht nur das: "Mondscheintarif" vermittelt einen sehr authentischen Eindruck. Als Frau - vor allem als Single-Frau - erkennt man sich mehr als einmal in Coras Gedanken wieder. Mit dem kleinen Unterschied, dass die eigenen Gedanken vielleicht nicht immer so witzig anmuten wie Coras. Ich zumindest schmunzle nur selten darüber, wenn ich mal wieder zu dem Ergebnis komme, dass ich einen zu dicken Hintern habe. Ildikó von Kürthy verpackt die vernichtenden Selbstanalysen ihrer Protagonistin so geschickt und humorvoll, dass man einfach darüber schmunzeln muss - und sich selbst in Folge vielleicht auch nicht mehr so ernst nimmt.
Und jeeeeeeetzt: Das dicke fette ABER
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Wer regelmäßig meine Bericht liest, hat sich bis hierher vielleicht schon mehr als einmal gedacht, dass ihm das Ganze bekannt vorkommt. Und auch mir kam diese Überlegung während der Lektüre mehr als einmal. Denn: "Mondscheintarif" erinnert thematisch und auch von der Umsetzung her häufig an "Bridget Jones". Sogar einige Details - Ergebnisse der Analyse von Mann und Frau - weisen extreme Parallelen auf. Ich will hier ja keinen Rufmord begehen, aber da Helen Fielding ihre Bridget Jones erfand und der Öffentlichkeit präsentierte lange bevor Ildikó von Kürthy ihre Cora Hübsch erdachte, liegt der Verdacht nahe, dass sich die deutsche Autorin ein wenig inspirieren lies. Vielleicht sind die Parallelen aber auch nur ein Zeichen dafür, dass beide das Wesen der Frauen erkannt und niedergeschrieben haben. Frauen sind wohl tatsächlich so, da führt kein Weg daran vorbei...
Fazit
****
Trotz des letzten Punktes, den man getrost ignorieren kann, ist "Mondscheintarif" ein gelungenes und sehr unterhaltendes Buch. Mir persönlich hat Bridget Jones aber ein wenig besser gefallen, wohl schon aus dem einfachen Grund heraus, dass die beiden Jones-Tagebücher wesentlich umfangreicher sind und man somit während der Lektüre viel stärker mit der Protagonisten verwächst. Ich bin nunmal ein Leser, der gerne in eine andere Welt versinkt. In den zwei bis drei Stunden, die man höchstens benötigt, um "Mondscheintarif" zu bewältigen, kann man leider nicht sehr versinken. Was bleibt ist eine kurzweiliger Zeitvertreib - leider eben nur für einen Nachmittag.
Das Buch ist bei Ciao unter der Kategorie "Romane für Frauen" zu finden, was bei mir einmal wieder die Frage aufwirft, was bitteschön einen Frauenroman zu einem solchen macht. Gibt es auch Männerromane??? (abgesehen vom Playboy meine ich *g*) Ist jedes Buch, dass sich mit dem Innenleben einer Frau auseinandersetzt ein Frauenroman??? Interessiert Männer sowas nicht? Sollte es aber! Vielleicht würde uns dann die Kommunikation leichter fallen. Und weniger Menschen müssten Abende damit verbringen die Zeit totzuschlagen, während sie auf einen Anruf warten... Aber das ist wohl eine Utopie. *g*
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Als ich mich vor Kurzem mal wieder in der Öffentlichkeit zu meiner Fußphobie bekannte (die sich hauptsächlich auf meine eigenen Füße beschränkt), empfahl mir eine Freundin die Lektüre des Buches "Mondscheintarif". Obwohl ich mich ernstahft fragte, was dieser Titel mit meinen Füßen zu tun haben soll, begab ich mich bei meinem nächsten Besuch bei Amazon.de (im Film würde man das jetzt Schleichwerbung oder besser noch "Product Placement" nennen!) auf die Such nach dem Bestseller von Ildikó von Kürthy.
Erstmal ein paar Förmlichkeiten :-)
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"Mondscheintarif" wurde 1999 veröffentlicht und wird mittlerweile in der 13.Auflage verkauft. Die Autorin Ildikó von Kürthy ist 31 Jahre alt und arbeitet als Redakteurin beim "Stern". Das Buch umfasst 142 Seiten und ist beim rororo-Verlag als Taschenbuch für 16,90 erhältlich.
Geht´s nun um Füße oder was?
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Wie meine Freundin auf diese Buchempfehlung kam, leuchtete mir schon ein, als ich das Titelbild das erste Mal sah: Darauf seiht man zwei nicht besonders schöne Füße mit lackierten Zehennägel aus einer Badewanne herausragen. Und als ich den ersten Satz las, fühlte ich mich vollends verstanden: "Der Fuß ist eine weitgehend unerschlossene weibliche Problemzone." Wie wahr, wie wahr. DIE Problemzone schlechthin, würde ich sogar sagen. Zumindest, was mich betrifft. Aber ich will euch nicht mit meiner Krankheitsgeschichte langweilen, sondern mich nun mal ein wenig verständlicher dem Inhalt widmen.
Aaaaalso, die Protagonistin Cora Hübsch lässt uns teilhaben an den Gedanken, die ihr an einem speziellen Abend durch den Kopf gehen. Beginnend um 17.12 Uhr, als sie ein Bad nimmt, verbringt sie die Zeit bis 0.01 Uhr mit Warten. Sie wartet auf einen Anruf. Und - wie könnte es anders sein - natürlich auf den Anruf eines Mannes. Sieben Stunden wartet sie also und überlegt, philosophiert, hofft und verzweifelt.
Ob der Mann denn schließlich anruft, kann ich euch natürlich nicht verraten. Und deshalb wars das an dieser Stelle eigentlich auch schon wieder mit der Inhaltsangabe. Zu wenig!, sagt ihr? Nein, denn bei "Mondscheintarif" geht es nur sekundär um die Geschichte. Vielmehr geht es um die Protagonisten, die uns in den sieben Stunden ihres Wartens sehr vertraut wird.
Der Leser lernt Cora gestaffelt kennen. Zum einen sind nämlich ihre Gedanken und Taten des Hier und Jetzt aufgeschrieben. Sie nimmt ein Bad, epiliert sich die Beine, telefoniert mit ihrer besten Freundin, um sich Ratschläge zu holen, und mit einem Freund, um die Beweggründe des männlichen Geschlechts besser zu verstehen. Und sie wartet.
Zwischendurch denkt sie aber auch über das Vergangene nach. Zum einen über frühere Beziehungen, zum anderen natürlich auch darüber, wie sie das Objekt ihrer aktuellen Begierde kennen gelernt hat und warum es so tragisch für sie ist nun auf dessen Anruf warten zu müssen.
Und das ist interessant?
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Durchaus. Und nicht nur das: "Mondscheintarif" vermittelt einen sehr authentischen Eindruck. Als Frau - vor allem als Single-Frau - erkennt man sich mehr als einmal in Coras Gedanken wieder. Mit dem kleinen Unterschied, dass die eigenen Gedanken vielleicht nicht immer so witzig anmuten wie Coras. Ich zumindest schmunzle nur selten darüber, wenn ich mal wieder zu dem Ergebnis komme, dass ich einen zu dicken Hintern habe. Ildikó von Kürthy verpackt die vernichtenden Selbstanalysen ihrer Protagonistin so geschickt und humorvoll, dass man einfach darüber schmunzeln muss - und sich selbst in Folge vielleicht auch nicht mehr so ernst nimmt.
Und jeeeeeeetzt: Das dicke fette ABER
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Wer regelmäßig meine Bericht liest, hat sich bis hierher vielleicht schon mehr als einmal gedacht, dass ihm das Ganze bekannt vorkommt. Und auch mir kam diese Überlegung während der Lektüre mehr als einmal. Denn: "Mondscheintarif" erinnert thematisch und auch von der Umsetzung her häufig an "Bridget Jones". Sogar einige Details - Ergebnisse der Analyse von Mann und Frau - weisen extreme Parallelen auf. Ich will hier ja keinen Rufmord begehen, aber da Helen Fielding ihre Bridget Jones erfand und der Öffentlichkeit präsentierte lange bevor Ildikó von Kürthy ihre Cora Hübsch erdachte, liegt der Verdacht nahe, dass sich die deutsche Autorin ein wenig inspirieren lies. Vielleicht sind die Parallelen aber auch nur ein Zeichen dafür, dass beide das Wesen der Frauen erkannt und niedergeschrieben haben. Frauen sind wohl tatsächlich so, da führt kein Weg daran vorbei...
Fazit
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Trotz des letzten Punktes, den man getrost ignorieren kann, ist "Mondscheintarif" ein gelungenes und sehr unterhaltendes Buch. Mir persönlich hat Bridget Jones aber ein wenig besser gefallen, wohl schon aus dem einfachen Grund heraus, dass die beiden Jones-Tagebücher wesentlich umfangreicher sind und man somit während der Lektüre viel stärker mit der Protagonisten verwächst. Ich bin nunmal ein Leser, der gerne in eine andere Welt versinkt. In den zwei bis drei Stunden, die man höchstens benötigt, um "Mondscheintarif" zu bewältigen, kann man leider nicht sehr versinken. Was bleibt ist eine kurzweiliger Zeitvertreib - leider eben nur für einen Nachmittag.
Das Buch ist bei Ciao unter der Kategorie "Romane für Frauen" zu finden, was bei mir einmal wieder die Frage aufwirft, was bitteschön einen Frauenroman zu einem solchen macht. Gibt es auch Männerromane??? (abgesehen vom Playboy meine ich *g*) Ist jedes Buch, dass sich mit dem Innenleben einer Frau auseinandersetzt ein Frauenroman??? Interessiert Männer sowas nicht? Sollte es aber! Vielleicht würde uns dann die Kommunikation leichter fallen. Und weniger Menschen müssten Abende damit verbringen die Zeit totzuschlagen, während sie auf einen Anruf warten... Aber das ist wohl eine Utopie. *g*
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