Erfahrungsbericht von Nanie
Calling - eine Kriminalgeschichte
Pro:
einfacher Roman, der trotzdem mit hochstehender Literatur bespickt ist.
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hallo liebe Yopi-User!
Ich freue mich, dass ich wieder einmal ein sehr nettes Buch gefunden habe, das ich euch näher vorstellen möchte!
Dieses Buch heißt Calling und wurde von Michael Köhlmeier geschrieben. Als erstes möchte ich euch kurz erläutern worum es geht. Das Ganze will ich mit 2 Textsellen begreiflich machen:
Die 42-jährige Wienerin Elisabeth Muhar hat die wilden zeiten ihres Lebens abgeschlossen und arbeitet bei einem Rundfunksender, bei dem sie ihre eigene, wöchentliche Sendung hat. Sie ist zweimal geschieden, mit ihrem 2. Ex-Mann Harry steht sie weiterhin freundschaftlich in Verbindung. Eines Tages, kurz nachdem Harry Elisabeths Wohnung verlassen hatte, läutete das Telefon.
1. Textstelle - S. 9
*********************
Sie nahm den Hörer ab. Sie erwartete, dass Harry am Apparat war. ABer es war nicht Harry.
"Noch lebt er", sagte die fremde Stimme eines Mannes. Ließ eine Pause, zwei Atemzüge, der zweite ein Seufzer. Und dann: "Frau Muhar, trifft es zu, dass Sie nicht mehr mit dieser elenden Kreatur verheiratet sind?"
Sie antwortete nicht. Hockte sich ihn, wiel ihr übel wurde. Ein Herzschlag rollte in ihrer Kehle hinauf wie ein kleiner, harter, trockener Ball, und die Kahle tat ihr weh. Stevie Ray Vaughan begann gerade mit seinem Solo. "Machen Sie bitte die Musik aus", sagte der Mann am Telefon.
Sie - mit ruhiger Hand, eine Stille war in ihr wie Donner, ihre letzte, kleine Zeit - griff nach der FErnbedienung auf dem weiten SChreibtisch, hobsie auf, rückte sie in ihrem Handteller zurecht, zielte mit ausgestrecktem Arm nach der Stereoanlage auf dem REgal vor dem Schreibtisch, drückte auf einen der Knöpfe, behielt den Daumen darauf, bis sich das Gitarrensolo von Stevie Ray Vaughan davongeschlichen hatte. Mit ruhiger Hand. Ihre kleine Zeit, ihre wenigen Sekunden, ihr letzter nutzloser Besitz.
****************
Der anonyme Anrufer behauptet, ihren Ex-Mann Harry in seiner GEwalt zu haben und droht Elisabeth, ihn zu erschießen, sollte sie auflegen. Elisabeth will alle Anweisungen des Anrufers befolgen. Er versucht sie immer wieder in belanglose Gespräche über sie selbst zu verwickeln und will ihr vermitteln, dass sie schuld ist, sollte ein Unglück geschehen. Und als sie Harrys laute Hilferufe am anderen Ende der Leitung hört, legt sie auf.
2. Textstelle - S. 49:
**********************
Viermal ließ sie es läuten, ehe sie den Knopf drückte. Alles wird abgezählt und vorgelegt und abgerechnet. Da war er wieder, der Verderber, der Widersacher, der Böse, ihr Peiniger, die Stimme.
"Bist du irrsinnig", brüllte er sie an. "Du legst auf, ich glaube es nicht! Irgendwann ist meine Telefonkarte zu Ende, dann ist vielleicht auch miene Geduld zu Ende, dann will ich es womöglich aus sein lassen! Du bist nicht bei Trost, weißt du das!"
"Ich mag nicht, wenn Sie mich duzen", sagte sie und sagte mit Trotz: "Ich möchte, dass Sie wenigstens die Form wahren!"
"Fast hättest du alles verschissen! Und du willst, dass ich wenigstens die Form wahre! Ich habe keine Form. Und er hat auch keine Form. Wir beide hier an diesem Ende der Leitung, wir haben keine Form, kapier das! Ein Stück Welt ist im Begriff unterzugehen, und möchtest, dass ich wenigstens die Form wahre! Verdammt noch einmal, du wärst schuld daran gewesen, wenn ich ein Kapitalverbrechen begangen hätte!"
Zum Autor:
***********
Michael Köhlmeier, geboren 1949 in Hard (Österreich), studierte Germanistik und Politikwissen, sowie Philosphie und Mathematik. Er ist Träger zahlreicher Preise, z.B. des Rauriser Literaturpreises, des Manès-Sperber-Preises und vielen mehr. Heute lebt er in Wien und Hohenems (Österreich).
So, ich hoffe euch einen kleinen, interessanten Einblick in das Buch gegeben zu haben! Ich habe mit Absicht den Schluss nicht geschildert, da ich das Spannende nicht vorwegnehmen will.
Liebe Grüße,
Nanie
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-03 18:51:41 mit dem Titel N. H. Kleinbaum: "Der Club der toten Dichter"
Hallo liebe Yopi-User!
Heute möchte ich über ein Buch, das jeder von euch kennt, berichten. Die Rede ist vom
„Club der toten Dichter“ von N. H. Kleinbaum.
Ersterscheinung:
1990, wurde noch im gleichen Jahr von Walt Disney verfilmt. Die meisten von euch werden nur den Film kennen.
Verlag:
Gustav Lübbe Verlag GmbH, Deutschland
Personen:
Auf der einen Seite die Schüler Todd, Neil, Knox, Meeks, Charlie, Pitts (alle zwischen 16 und 17) und der Englischlehrer Mr. John Keating. Hingegen auf der anderen Seite Rektor Nolan samt Lehrerschaft.
Handlung:
„Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung“ – dies sind die 4 Grundsätze auf die das Jungeninternat in Welton wert legt. Der Schulalltag ist hart und ohne jegliche Abwechslung. Dies ändert sich als sich der neue Englischlehrer Mr. Keating der Klasse vorstellt:
Keating ließ den Blick über die Klasse schweifen und schwang das Lineal. Dann sprang er dramatisch auf seinen Schreibtisch und wandte sich von oben der Klasse zu. „O Käpten, mein Käpten!“ rezitierte er kraftvoll und sah sich wieder im Zimmer um. „Wer weiß, von wem das ist? Weiß es jemand, nein?“ Er sah sie durchdringend an. Alle schwiegen. Keiner hob die Hand. „Dies, meine jungen Schüler“, sagte er geduldig, „schrieb ein Dichter namens Walt Whitman und es war als Anrede an Abraham Lincoln errichtet. Sie werden mich in Zukunft mit Mr. Keating ansprechen, oder wenn Sie mutiger sind, mit – O Käpten, mein Käpten!“
Er sprang vom Tisch herunter und nahm wieder die Wanderung zwischen den Pultreihen auf. Dabei fuhr er fort zu sprechen. „Damit über mich erst gar keine Gerüchte in Umlauf geraten, möchte ich Ihnen sagen, dass ich wirklich vor vielen Monden Schüler dieser Anstalt war, dass ich damals aber noch nicht diese persönliche Ausstrahlung besaß, die ich heute besitze. Wenn Sie jedoch auf die Idee kommen, mir darin nachzueifern, so kann das nur gut für Ihre Englischnoten sein. Holen Sie sich Ihre Lehrbücher, die dahinten liegen, Gentlemen, und dann wollen wir uns in die Ehren halle begeben!“ [...] In der eichgetäfelten Ehrenhalle angekommen, sah er in seine Namensliste. „Mr. Pitts“, sagte er. Ein unglücklicher Name. Stehen Sie auf, Mr. Pitts!“ Pitts stand auf. „Schlagen Sie das Textbuch auf Seite 542 auf, Pitts, und lesen Sie die erste Strophe des Gedichts. „Ja, Sir“, sagte Pitts und räusperte sich. Dann las er:
„Pflücke die Knospe, solange es geht,
Und die Blüten, wenn sie noch prangen.
Denn bald sind die Rosenblätter verweht.
Wie schnell kommt der Tod gegangen.“
Er hielt inne. Mr. Keating wiederholte: „Pflücke die Knospe, solange es geht. - Der lateinische Ausdruck für dieses Gefühl lautete CARPE DIEM....
„Nutze den Tag – Carpe diem“ – diese 2 Wörter führen dazu, dass sich das Leben der oben genannten Schüler völlig verändert. Der Englischlehrer fordert sie auf, aus ihrem Leben etwas besonderes zu machen. Von Keating ermuntert lassen sie den „Club der toten Dichter“ wieder aufleben – einen Geheimbund, in dem sie frei von Zwängen und Erwartungen ihren Gefühlen freien Lauf lassen können. Der neue Englischlehrer erschließt den Jungs die Welt der Dichtung und die Schönheit der Sprache, aber auch die wichtige Bedeutung des Augenblicks.
In der nächsten Textstelle haben sich die Freunde vom Internatsareal geschlichen. Sie wagen sich nun zu ihrem 2. Zusammenkommen in einer Höhle, abseits im Wald.
„Ich verlese nun die traditionelle Eröffnungspassage von unserem Clubmitglied Henry David Thoreau.“ Neil schlug das Buch auf, das ihm Keating ins Zimmer gelegt hatte und las vor: „Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.“ Er ließ einiges aus und fuhr fort: „Ich wollte das Dasein auskosten. Ich wollte das Mark des Lebens einsaugen.“ Es trat ein langes Schweigen ein....
Sie lesen sich einige Passage vor, machen Feuer und trinken etwas Wein aus einer Flasche, die sie ständig im Kreis weitergeben.
...Cameron übernahm das Buch. „Das hier ist ernst“, sagte er und las:
O wieviel schöner strahlt die Schönheit doch,
Wenn Treu sie zum höchsten Schmuck erhebt,
Schön ist die Rose, schöner scheint sie noch
Durch jenen süßen Duft, der in ihr lebt.
Wildrosen haben gleicher Farben Glut,
die gleichen Dornen wie die duft’gen Rosen,
Sie spielen mit dem gleichen Übermut,
Wenn Winde sie enthüllen und umkosen;
Doch ihre Tugend ist nur ihr Gesicht,
sie leben ungeliebt, verblühn am Strauch
Und sterben zwecklos – das tun Rosen nicht,
Aus ihrem süßen Tod strömt süßer Hauch.
So schöner Liebling, wenn die Jugend flieht,
Strömt deiner Treue Duft aus meinem Lied.
Er ließ kurz Stille aufkommen. „War von unserem Shakespeare!“ erörterte Cameron....
Knox verliebt sich in Chris, sie ist jedoch dich Tochter des Direktors. Neil entdeckt die Welt des Schauspiels für sich neu und übernimmt eine Hauptrolle in einem Stück Shakespeares, jedoch tut er das gegen den Willen seines Vaters – mit Folgen wie sich später herausstellt. Charlie mutiert zum „Dozent der Liebe“ (Mädchenschwarm). Meeks und Pitts erkennen einen Sinn des Lebens, so wie sie ihn nie vermutet hätten und Todd, Todd Anderson, der neu dazu gekommen war, verängstigt und schüchtern wirkte, beginnt sich zu entfalten und sich mit Hilfe der Dichtkunst auszudrücken und zu präsentieren.
Die ganze Sache fliegt allerdings auf, da sich einer der Jungs das Leben nimmt.
Wichtiges:
Im Buch „Der Club der toten Dichter“ befinden sich zB Auszüge von Sonetten, die von W. Shakespeare verfasst und von Therese Robinsons übersetzt wurden.
„Soll ich dich einem Sommertag vergleichen“ oder „Sprecht nicht, wo truee Geister eng verschlungen“.
Fazit:
„Der Club der toten Dichter“ ist ein herrlich faszinierendes Buch. Es ist einfach zu lesen, da es ein Roman ist. Es sind aber immer wieder Auszüge aus diversen sprachlich hochstehenden Texten und Gedichten, was ich persönlich sehr mag. Mit diesem Buch ist N. H. Kleinbaum ein wahres Meisterwerk gelungen.
Liebe Grüße,
Nanie
Ich freue mich, dass ich wieder einmal ein sehr nettes Buch gefunden habe, das ich euch näher vorstellen möchte!
Dieses Buch heißt Calling und wurde von Michael Köhlmeier geschrieben. Als erstes möchte ich euch kurz erläutern worum es geht. Das Ganze will ich mit 2 Textsellen begreiflich machen:
Die 42-jährige Wienerin Elisabeth Muhar hat die wilden zeiten ihres Lebens abgeschlossen und arbeitet bei einem Rundfunksender, bei dem sie ihre eigene, wöchentliche Sendung hat. Sie ist zweimal geschieden, mit ihrem 2. Ex-Mann Harry steht sie weiterhin freundschaftlich in Verbindung. Eines Tages, kurz nachdem Harry Elisabeths Wohnung verlassen hatte, läutete das Telefon.
1. Textstelle - S. 9
*********************
Sie nahm den Hörer ab. Sie erwartete, dass Harry am Apparat war. ABer es war nicht Harry.
"Noch lebt er", sagte die fremde Stimme eines Mannes. Ließ eine Pause, zwei Atemzüge, der zweite ein Seufzer. Und dann: "Frau Muhar, trifft es zu, dass Sie nicht mehr mit dieser elenden Kreatur verheiratet sind?"
Sie antwortete nicht. Hockte sich ihn, wiel ihr übel wurde. Ein Herzschlag rollte in ihrer Kehle hinauf wie ein kleiner, harter, trockener Ball, und die Kahle tat ihr weh. Stevie Ray Vaughan begann gerade mit seinem Solo. "Machen Sie bitte die Musik aus", sagte der Mann am Telefon.
Sie - mit ruhiger Hand, eine Stille war in ihr wie Donner, ihre letzte, kleine Zeit - griff nach der FErnbedienung auf dem weiten SChreibtisch, hobsie auf, rückte sie in ihrem Handteller zurecht, zielte mit ausgestrecktem Arm nach der Stereoanlage auf dem REgal vor dem Schreibtisch, drückte auf einen der Knöpfe, behielt den Daumen darauf, bis sich das Gitarrensolo von Stevie Ray Vaughan davongeschlichen hatte. Mit ruhiger Hand. Ihre kleine Zeit, ihre wenigen Sekunden, ihr letzter nutzloser Besitz.
****************
Der anonyme Anrufer behauptet, ihren Ex-Mann Harry in seiner GEwalt zu haben und droht Elisabeth, ihn zu erschießen, sollte sie auflegen. Elisabeth will alle Anweisungen des Anrufers befolgen. Er versucht sie immer wieder in belanglose Gespräche über sie selbst zu verwickeln und will ihr vermitteln, dass sie schuld ist, sollte ein Unglück geschehen. Und als sie Harrys laute Hilferufe am anderen Ende der Leitung hört, legt sie auf.
2. Textstelle - S. 49:
**********************
Viermal ließ sie es läuten, ehe sie den Knopf drückte. Alles wird abgezählt und vorgelegt und abgerechnet. Da war er wieder, der Verderber, der Widersacher, der Böse, ihr Peiniger, die Stimme.
"Bist du irrsinnig", brüllte er sie an. "Du legst auf, ich glaube es nicht! Irgendwann ist meine Telefonkarte zu Ende, dann ist vielleicht auch miene Geduld zu Ende, dann will ich es womöglich aus sein lassen! Du bist nicht bei Trost, weißt du das!"
"Ich mag nicht, wenn Sie mich duzen", sagte sie und sagte mit Trotz: "Ich möchte, dass Sie wenigstens die Form wahren!"
"Fast hättest du alles verschissen! Und du willst, dass ich wenigstens die Form wahre! Ich habe keine Form. Und er hat auch keine Form. Wir beide hier an diesem Ende der Leitung, wir haben keine Form, kapier das! Ein Stück Welt ist im Begriff unterzugehen, und möchtest, dass ich wenigstens die Form wahre! Verdammt noch einmal, du wärst schuld daran gewesen, wenn ich ein Kapitalverbrechen begangen hätte!"
Zum Autor:
***********
Michael Köhlmeier, geboren 1949 in Hard (Österreich), studierte Germanistik und Politikwissen, sowie Philosphie und Mathematik. Er ist Träger zahlreicher Preise, z.B. des Rauriser Literaturpreises, des Manès-Sperber-Preises und vielen mehr. Heute lebt er in Wien und Hohenems (Österreich).
So, ich hoffe euch einen kleinen, interessanten Einblick in das Buch gegeben zu haben! Ich habe mit Absicht den Schluss nicht geschildert, da ich das Spannende nicht vorwegnehmen will.
Liebe Grüße,
Nanie
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-03 18:51:41 mit dem Titel N. H. Kleinbaum: "Der Club der toten Dichter"
Hallo liebe Yopi-User!
Heute möchte ich über ein Buch, das jeder von euch kennt, berichten. Die Rede ist vom
„Club der toten Dichter“ von N. H. Kleinbaum.
Ersterscheinung:
1990, wurde noch im gleichen Jahr von Walt Disney verfilmt. Die meisten von euch werden nur den Film kennen.
Verlag:
Gustav Lübbe Verlag GmbH, Deutschland
Personen:
Auf der einen Seite die Schüler Todd, Neil, Knox, Meeks, Charlie, Pitts (alle zwischen 16 und 17) und der Englischlehrer Mr. John Keating. Hingegen auf der anderen Seite Rektor Nolan samt Lehrerschaft.
Handlung:
„Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung“ – dies sind die 4 Grundsätze auf die das Jungeninternat in Welton wert legt. Der Schulalltag ist hart und ohne jegliche Abwechslung. Dies ändert sich als sich der neue Englischlehrer Mr. Keating der Klasse vorstellt:
Keating ließ den Blick über die Klasse schweifen und schwang das Lineal. Dann sprang er dramatisch auf seinen Schreibtisch und wandte sich von oben der Klasse zu. „O Käpten, mein Käpten!“ rezitierte er kraftvoll und sah sich wieder im Zimmer um. „Wer weiß, von wem das ist? Weiß es jemand, nein?“ Er sah sie durchdringend an. Alle schwiegen. Keiner hob die Hand. „Dies, meine jungen Schüler“, sagte er geduldig, „schrieb ein Dichter namens Walt Whitman und es war als Anrede an Abraham Lincoln errichtet. Sie werden mich in Zukunft mit Mr. Keating ansprechen, oder wenn Sie mutiger sind, mit – O Käpten, mein Käpten!“
Er sprang vom Tisch herunter und nahm wieder die Wanderung zwischen den Pultreihen auf. Dabei fuhr er fort zu sprechen. „Damit über mich erst gar keine Gerüchte in Umlauf geraten, möchte ich Ihnen sagen, dass ich wirklich vor vielen Monden Schüler dieser Anstalt war, dass ich damals aber noch nicht diese persönliche Ausstrahlung besaß, die ich heute besitze. Wenn Sie jedoch auf die Idee kommen, mir darin nachzueifern, so kann das nur gut für Ihre Englischnoten sein. Holen Sie sich Ihre Lehrbücher, die dahinten liegen, Gentlemen, und dann wollen wir uns in die Ehren halle begeben!“ [...] In der eichgetäfelten Ehrenhalle angekommen, sah er in seine Namensliste. „Mr. Pitts“, sagte er. Ein unglücklicher Name. Stehen Sie auf, Mr. Pitts!“ Pitts stand auf. „Schlagen Sie das Textbuch auf Seite 542 auf, Pitts, und lesen Sie die erste Strophe des Gedichts. „Ja, Sir“, sagte Pitts und räusperte sich. Dann las er:
„Pflücke die Knospe, solange es geht,
Und die Blüten, wenn sie noch prangen.
Denn bald sind die Rosenblätter verweht.
Wie schnell kommt der Tod gegangen.“
Er hielt inne. Mr. Keating wiederholte: „Pflücke die Knospe, solange es geht. - Der lateinische Ausdruck für dieses Gefühl lautete CARPE DIEM....
„Nutze den Tag – Carpe diem“ – diese 2 Wörter führen dazu, dass sich das Leben der oben genannten Schüler völlig verändert. Der Englischlehrer fordert sie auf, aus ihrem Leben etwas besonderes zu machen. Von Keating ermuntert lassen sie den „Club der toten Dichter“ wieder aufleben – einen Geheimbund, in dem sie frei von Zwängen und Erwartungen ihren Gefühlen freien Lauf lassen können. Der neue Englischlehrer erschließt den Jungs die Welt der Dichtung und die Schönheit der Sprache, aber auch die wichtige Bedeutung des Augenblicks.
In der nächsten Textstelle haben sich die Freunde vom Internatsareal geschlichen. Sie wagen sich nun zu ihrem 2. Zusammenkommen in einer Höhle, abseits im Wald.
„Ich verlese nun die traditionelle Eröffnungspassage von unserem Clubmitglied Henry David Thoreau.“ Neil schlug das Buch auf, das ihm Keating ins Zimmer gelegt hatte und las vor: „Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.“ Er ließ einiges aus und fuhr fort: „Ich wollte das Dasein auskosten. Ich wollte das Mark des Lebens einsaugen.“ Es trat ein langes Schweigen ein....
Sie lesen sich einige Passage vor, machen Feuer und trinken etwas Wein aus einer Flasche, die sie ständig im Kreis weitergeben.
...Cameron übernahm das Buch. „Das hier ist ernst“, sagte er und las:
O wieviel schöner strahlt die Schönheit doch,
Wenn Treu sie zum höchsten Schmuck erhebt,
Schön ist die Rose, schöner scheint sie noch
Durch jenen süßen Duft, der in ihr lebt.
Wildrosen haben gleicher Farben Glut,
die gleichen Dornen wie die duft’gen Rosen,
Sie spielen mit dem gleichen Übermut,
Wenn Winde sie enthüllen und umkosen;
Doch ihre Tugend ist nur ihr Gesicht,
sie leben ungeliebt, verblühn am Strauch
Und sterben zwecklos – das tun Rosen nicht,
Aus ihrem süßen Tod strömt süßer Hauch.
So schöner Liebling, wenn die Jugend flieht,
Strömt deiner Treue Duft aus meinem Lied.
Er ließ kurz Stille aufkommen. „War von unserem Shakespeare!“ erörterte Cameron....
Knox verliebt sich in Chris, sie ist jedoch dich Tochter des Direktors. Neil entdeckt die Welt des Schauspiels für sich neu und übernimmt eine Hauptrolle in einem Stück Shakespeares, jedoch tut er das gegen den Willen seines Vaters – mit Folgen wie sich später herausstellt. Charlie mutiert zum „Dozent der Liebe“ (Mädchenschwarm). Meeks und Pitts erkennen einen Sinn des Lebens, so wie sie ihn nie vermutet hätten und Todd, Todd Anderson, der neu dazu gekommen war, verängstigt und schüchtern wirkte, beginnt sich zu entfalten und sich mit Hilfe der Dichtkunst auszudrücken und zu präsentieren.
Die ganze Sache fliegt allerdings auf, da sich einer der Jungs das Leben nimmt.
Wichtiges:
Im Buch „Der Club der toten Dichter“ befinden sich zB Auszüge von Sonetten, die von W. Shakespeare verfasst und von Therese Robinsons übersetzt wurden.
„Soll ich dich einem Sommertag vergleichen“ oder „Sprecht nicht, wo truee Geister eng verschlungen“.
Fazit:
„Der Club der toten Dichter“ ist ein herrlich faszinierendes Buch. Es ist einfach zu lesen, da es ein Roman ist. Es sind aber immer wieder Auszüge aus diversen sprachlich hochstehenden Texten und Gedichten, was ich persönlich sehr mag. Mit diesem Buch ist N. H. Kleinbaum ein wahres Meisterwerk gelungen.
Liebe Grüße,
Nanie
20 Bewertungen, 4 Kommentare
-
03.04.2002, 21:09 Uhr von JustOliver
Bewertung: sehr hilfreichEin herrliches Buch mit so viel schönen Weisheiten. Gruß, Oliver
-
03.04.2002, 20:55 Uhr von YetiChris
Bewertung: sehr hilfreichEin Schöner Bericht, aber etwas wenig eigene Meinung.
-
03.04.2002, 20:55 Uhr von AliAsAliAs
Bewertung: sehr hilfreichein hammers buch. gruß vom alias
-
03.04.2002, 20:55 Uhr von deeperspace
Bewertung: sehr hilfreichIch fand das Buch auch gut ! Gruß Deep
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