Erfahrungsbericht von Destany
"Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht"
Pro:
leicht lesbar, zeitweilig bitterste Satire, einfach nur wahr...
Kontra:
absolut nichts
Empfehlung:
Nein
"Zieh den Stecker raus, Das Wasser kocht"
Satirische Farce in drei Akten
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Einleitung: Diese Farce beginnt eher romantisch, beherbergt jedoch tiefgründig
Gesehen, denn Verlust unserer zeitgenössischen Kunst durch Gier und Profitsucht. Man kann alles verkaufen, wenn es nur neu, dämlich und einmalig ist. Ob es sich hierbei um Verschwendung eigens vorhandener Kreavitität handelt oder auch Professionalismus spielt keine Rolle. Alles Dinge können verkauft werden, wenn man dem Käufer nur die Einzigartigkeit und die Kompliziertheit, aber auch nicht vorhandenes Kunstwissen einredet.
Die ganze Geschichte spielt sich an zwei Orten ab. So ist es erst Raphaels schäbiges, aber gemütliches Atelier mit Werken von Rembrandt und anderen Künstlern. Später wechselt er seinen Wohnsitz aufgrund eines bezahltem Studiums nach Frankreich, genauer Paris, wo er gemeinsam mit anderen jungen Künstlern für Pickler arbeitet.
Die Zeit ordne ich den 60 zigern zu, da hier die bekannten Maler vorkommen, deren Namen zwar nicht genannt werden, aber man in der Form der Beschreibung ich zu wissen glaube hier Miro,k ebenfalls Kubist, zu entdecken.
Die Hauptakteure sind wie schon erwähnt Raphael. Dieser wohnt mit seiner Freundin und einzigem Modell Dahlia zusammen in einer Stadt in Israel. Raphael Schlesinger ist eher unbekannt, talentiert und hält sich mit der Gestaltung von Firmenschildern über Wasser. Seine Freundin ist stets für ihn da, auch spendet sie ihm Trost bei Misserfolgen.
Kalman M. Kaschtan, ein sehr bekannter Kunstkritiker weist R. Schlesinger stets ab, besucht ihn irgendwann dennoch und wird zum Entdecker des Werkes "Zieh den Stecker raus, Das Wasser kocht". Dan Meron, ein Reporter, stets schlecht ausgerüstet, führt in Akt 1 und 3 ein Interview. Mon Cheri, Gogo, Jaquot und Simone sind Künstler, eingestellt und gefördert von Pickler, die Raphael in Paris kennenlernt und mit ihnen gemeinsam arbeitet.
Joseph Pickler ist ein Kunstbanause, der nur etwas vom Verkauf versteht. Sogar Rembrandt ist ihm fremd. Er verkauft Trödel zu sagenhaften Wucherpreisen als Bestwerke, letzte Werke und einzigartige Kunstwerke.
Kunden, unerfahren, wie Family Green kaufen diesen Plunder, um modern und trendy zu sein, obgleich ihnen die Bedeutung der Werke völlig fremd ist und nur schöngeredet wird.
Inhalt:
~~~~~~~
Raphael Schlesingter, ein unbekannter isrealischer Künstler, lebt und arbeitet stets mit seinem Modell und Freundin Dahlia in seinem etwas schäbigen Atelier. Beide sind sehr glücklich, obgleich Raphis Wutausbrüche über die Ignoranz seiner Bitte Kalman M. Kaschtan einige seiner Werke vorstellen zu können, gehäuft vorkommen. Dieser ist ein angesehener Kunstkritiker und sozusagen das Sprungbrett in die Szene.
Der Zufall will es, dass Kaschtan eines Tages vor der Tür steht. Seine gesamten Werke findet er eher billig, unausgereift und wenig schön. Jedoch entdeckt er etwas anderes. Raphis Armut macht ihn kreativ und er "baute" provisorisch einen Turm, bestehend aus einem kaputten Stuhl, einem Tisch und einem veralteten Teekessel. Der Schemel war unvollständig, hier fehlte bereits ein Bein, welches Dahlia kurzerhand durch die Bibel ersetzte. Dieser Turm war nur dazu gedacht, Teewasser zu kochen. Kaschtan allerdings begeisterte sich so dafür, dass er ihm ein gewisses Flair an Kunstwissen verlieh und Sinnbilder hineininterpretierte. Nach einigen positiven Kritiken war Raphael Schlesinger bekannt wie nie. Dan Meron, ein irgendwie stumpfer Journalist, führte ein Interview mit ihm. Dan sah den Turm als Blödsinn. Kaschtan allerdings hatte ihm längst den Namen "Zieh den Stecker raus, Das Wasser kocht" verliehen. Eher zufällig, da, als der Kessel seinen Dienst tat, Dahlia Raphael diesen Spruch zuwarf.
Eines Tages erschien Kaschtan mit Pickler. Ein angesehener Kunstverkäufer mit Beziehungen in der ganzen Kunstszene weltweit. Dieser kaufte Raphael seine Grundidee ab, schickte ihn für dieses Geld auf die Kunstschule in Paris und bindet somit Raphi mehrere Jahre an sich. Auch seine Ideen und Arbeiten werden somit übernommen.
In Paris arbeitet Raphael mit mehreren Kunststudenten zusammen. Jeder schafft seine eigenen Modelle, ob Bild, Kunstgegenstände oder Gips.
Raphael's Name ist bekannt wie nie, er verkauft seinen Turm zu wuchernden Preisen, d.h. Pickler tut das.
Doch Raphael wird unzufrieden - er möchte malen. Irgendwann, kurz vor einer sehr wichtigen Ausstellung bemerkt Raphi seine Dummheit. Er erkennt, dass sein Turm eigentlich weder Kunst, noch Kreativität widerspiegelt. Kaschtan gibt ihm recht, jedoch ist er gezwungen unter Picklers "Fittichen" diesen Plunder als Weltkunst zu verkaufen. Längst ist Dahlia in Paris und versteht.
Die Ausstellung rückt näher. Dahlia und Raphael versuchen sie zu boykottieren. Die Galeriediener, die die Werke abholen sollen, holen nicht seinen Turm, sondern eine billige mit Farbe bekleckerte Leiter ab. Pickler enthüllt diese ahnungslos vor gesamtem Publikum. Allerdings hier siegt die Dummheit der Zuschauer. Sie befinden sich auf einer Ausstellung, vorgestellt werden einzigartige Kunstwerke junger bekannter Menschen, also MUSS diese Leiter ein "Wunderwerk" sein. Raphael und Dahlia haben indess erfolglos versucht zu "wecken". Doch das Publikum will nichts von ihren Versuchen wissen. Raphael wird verhaftet. Dahlia gesteht ihm in diesem Augenblick schwanger zu sein.
Bevor Raphael abgeführt werden kann, gibt er dem Publikum bekannt, dass dies kein Werk ist, sondern eben nur seine Leiter, die er versehentlich mit Farbe bekleckst hat. Ausserdem, dass Kunstwerke nur von aussen gemacht werden können. Zufall.
Kaschtan hält noch eine Abschlussrede, die in Raphael Schlesingers Sinn steht, wird von Pickler unterbrochen und der letzte Akt wird hiermit beendet.
Mein Eindruck dieser Farce bzw. dieses Stücks ist sehr tiefsinnig. Ich habe feststellen müssen, dass Geld die Welt regiert, wie es von jeher den Eindruck, besonders in der Kunstszene, schien. Werke müssen weder gut noch schlecht sein. Der Künstler benötigt um berühmt zu werden, entweder den genialen Zufall oder auch die richtige Connection zu den bestimmenden Leuten. Ohne Kaschtan, später aber vor allem Pickler wäre es Schlesinger nie gelungen sich einen Namen zu machen. Ein eher nicht schönes Werk, welches eigentlich nur eine zufällige Anordnung von Möbeln und Gebrauchsgegenständen war wurde sein Erfolg. Leider wurde er hierbei nicht gefördert, wie er sich sehnlichst erhoffte. Seine Träume wurden ihm verwehrt. Stattdessen kümmerte sich Pickler um die Vermarktung dieses Krempels. Schlesinger hat anfangs geglaubt etwas wirklich Geniales gefunden zu haben, was man teuer verkaufen kann. Die Zeit und die Vernunft lehrte ihn Besseres, nämlich Menschlichkeit, Sehen der Welt oder des Modells mit Liebe und Verstand, ohne das steigende Konto im Hinterkopf. So können keine Künstler geboren werden. Der Autor verwendet wundervolle Metapher, wie z.B. "Hast Du jemals versucht das Zwitschern von solchen Vögeln zu verstehen?" fragt Mon Cheri - darauf Raphael "Nein". Mon Cheri erklärt : " Und warum musst du unbedingt die Sprache der Malerei verstehen? Ein Künstler muss nicht alles begreifen." Raphael allerdings will begreifen, versucht zu denken und begreift letztendlich den Betrug an der Menschheit. Wunder verkaufen, die keine sind ist dumm und meiner Meinung nach ein kleines Verbrechen an Künstlern, die wirklich welche waren, oder hätten sein können.
Autor EPRHAIM KISHON
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Kishon wurde am 23.08.1924 in Budapest geboren. Sein Name ist eigentlich Florenc Hoffmann. Gelebt hat er in Tel Aviv und jetzt in Appenzell in der Schweiz.
Zu seinen Werken gehören hauptsächlich Humoritiken geschmückt von unendlicher Satire, diese machen seine Geschichten besonders.
In etwa 8 Filme, 10 Theaterstücke, 25 Einakter sowie eine Buchauflage von 41 Mio.! übersetzt in 36 Sprachen sind sein Lebenswerk.
Kishon erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem: Nordan Preis, Sokolov Preis, Kimor David Preis, Golden Globe, Auszeichnung auf der Berlinale, 2 Golden Gates, den Oscar der israelischen Filmakademie, eine Nominierung für den Oscar sowie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Sein bekanntestes Werk nenne ich "Blaumilchkanal".
Kafka, Aristoteles, Tolstoi und viele andere Schriftsteller liest er mit Leidenschaft.
Zum Abschluss ein wundervolles Zitat, wie es wohl nur Kishon zu formulieren vermag:
"Ich bin kein Schriftsteller.
Ich bin Humorist.
Erst wenn man stirbt,
wird man ein schriftsteller."
(Kishon)
Ich empfehle diese Farce von Kishon unbedingt zu lesen, bevor man sie sieht. Erschienen ist sie im S.Fischer Verlag. Es tut mir sehr leid, Euch keine ISBN mitteilen zu können, ich habe sie nirgends gefunden. Eigentlich ist dieses Werk auch eine Art Theaterstück. Meine Freundin machte es mir möglich in den Genuss des Werkes zu kommen. Es war allerdings ausgedruckt und geheftet.
Ich bin wahnsinnig begeistert von Kishon und bedaure zutiefst erst jetzt tiefer in seine Werke "einzudringen" - mit 29. Ich habe eine Menge nachzuholen. ;-)
Eure Desty!
Satirische Farce in drei Akten
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Einleitung: Diese Farce beginnt eher romantisch, beherbergt jedoch tiefgründig
Gesehen, denn Verlust unserer zeitgenössischen Kunst durch Gier und Profitsucht. Man kann alles verkaufen, wenn es nur neu, dämlich und einmalig ist. Ob es sich hierbei um Verschwendung eigens vorhandener Kreavitität handelt oder auch Professionalismus spielt keine Rolle. Alles Dinge können verkauft werden, wenn man dem Käufer nur die Einzigartigkeit und die Kompliziertheit, aber auch nicht vorhandenes Kunstwissen einredet.
Die ganze Geschichte spielt sich an zwei Orten ab. So ist es erst Raphaels schäbiges, aber gemütliches Atelier mit Werken von Rembrandt und anderen Künstlern. Später wechselt er seinen Wohnsitz aufgrund eines bezahltem Studiums nach Frankreich, genauer Paris, wo er gemeinsam mit anderen jungen Künstlern für Pickler arbeitet.
Die Zeit ordne ich den 60 zigern zu, da hier die bekannten Maler vorkommen, deren Namen zwar nicht genannt werden, aber man in der Form der Beschreibung ich zu wissen glaube hier Miro,k ebenfalls Kubist, zu entdecken.
Die Hauptakteure sind wie schon erwähnt Raphael. Dieser wohnt mit seiner Freundin und einzigem Modell Dahlia zusammen in einer Stadt in Israel. Raphael Schlesinger ist eher unbekannt, talentiert und hält sich mit der Gestaltung von Firmenschildern über Wasser. Seine Freundin ist stets für ihn da, auch spendet sie ihm Trost bei Misserfolgen.
Kalman M. Kaschtan, ein sehr bekannter Kunstkritiker weist R. Schlesinger stets ab, besucht ihn irgendwann dennoch und wird zum Entdecker des Werkes "Zieh den Stecker raus, Das Wasser kocht". Dan Meron, ein Reporter, stets schlecht ausgerüstet, führt in Akt 1 und 3 ein Interview. Mon Cheri, Gogo, Jaquot und Simone sind Künstler, eingestellt und gefördert von Pickler, die Raphael in Paris kennenlernt und mit ihnen gemeinsam arbeitet.
Joseph Pickler ist ein Kunstbanause, der nur etwas vom Verkauf versteht. Sogar Rembrandt ist ihm fremd. Er verkauft Trödel zu sagenhaften Wucherpreisen als Bestwerke, letzte Werke und einzigartige Kunstwerke.
Kunden, unerfahren, wie Family Green kaufen diesen Plunder, um modern und trendy zu sein, obgleich ihnen die Bedeutung der Werke völlig fremd ist und nur schöngeredet wird.
Inhalt:
~~~~~~~
Raphael Schlesingter, ein unbekannter isrealischer Künstler, lebt und arbeitet stets mit seinem Modell und Freundin Dahlia in seinem etwas schäbigen Atelier. Beide sind sehr glücklich, obgleich Raphis Wutausbrüche über die Ignoranz seiner Bitte Kalman M. Kaschtan einige seiner Werke vorstellen zu können, gehäuft vorkommen. Dieser ist ein angesehener Kunstkritiker und sozusagen das Sprungbrett in die Szene.
Der Zufall will es, dass Kaschtan eines Tages vor der Tür steht. Seine gesamten Werke findet er eher billig, unausgereift und wenig schön. Jedoch entdeckt er etwas anderes. Raphis Armut macht ihn kreativ und er "baute" provisorisch einen Turm, bestehend aus einem kaputten Stuhl, einem Tisch und einem veralteten Teekessel. Der Schemel war unvollständig, hier fehlte bereits ein Bein, welches Dahlia kurzerhand durch die Bibel ersetzte. Dieser Turm war nur dazu gedacht, Teewasser zu kochen. Kaschtan allerdings begeisterte sich so dafür, dass er ihm ein gewisses Flair an Kunstwissen verlieh und Sinnbilder hineininterpretierte. Nach einigen positiven Kritiken war Raphael Schlesinger bekannt wie nie. Dan Meron, ein irgendwie stumpfer Journalist, führte ein Interview mit ihm. Dan sah den Turm als Blödsinn. Kaschtan allerdings hatte ihm längst den Namen "Zieh den Stecker raus, Das Wasser kocht" verliehen. Eher zufällig, da, als der Kessel seinen Dienst tat, Dahlia Raphael diesen Spruch zuwarf.
Eines Tages erschien Kaschtan mit Pickler. Ein angesehener Kunstverkäufer mit Beziehungen in der ganzen Kunstszene weltweit. Dieser kaufte Raphael seine Grundidee ab, schickte ihn für dieses Geld auf die Kunstschule in Paris und bindet somit Raphi mehrere Jahre an sich. Auch seine Ideen und Arbeiten werden somit übernommen.
In Paris arbeitet Raphael mit mehreren Kunststudenten zusammen. Jeder schafft seine eigenen Modelle, ob Bild, Kunstgegenstände oder Gips.
Raphael's Name ist bekannt wie nie, er verkauft seinen Turm zu wuchernden Preisen, d.h. Pickler tut das.
Doch Raphael wird unzufrieden - er möchte malen. Irgendwann, kurz vor einer sehr wichtigen Ausstellung bemerkt Raphi seine Dummheit. Er erkennt, dass sein Turm eigentlich weder Kunst, noch Kreativität widerspiegelt. Kaschtan gibt ihm recht, jedoch ist er gezwungen unter Picklers "Fittichen" diesen Plunder als Weltkunst zu verkaufen. Längst ist Dahlia in Paris und versteht.
Die Ausstellung rückt näher. Dahlia und Raphael versuchen sie zu boykottieren. Die Galeriediener, die die Werke abholen sollen, holen nicht seinen Turm, sondern eine billige mit Farbe bekleckerte Leiter ab. Pickler enthüllt diese ahnungslos vor gesamtem Publikum. Allerdings hier siegt die Dummheit der Zuschauer. Sie befinden sich auf einer Ausstellung, vorgestellt werden einzigartige Kunstwerke junger bekannter Menschen, also MUSS diese Leiter ein "Wunderwerk" sein. Raphael und Dahlia haben indess erfolglos versucht zu "wecken". Doch das Publikum will nichts von ihren Versuchen wissen. Raphael wird verhaftet. Dahlia gesteht ihm in diesem Augenblick schwanger zu sein.
Bevor Raphael abgeführt werden kann, gibt er dem Publikum bekannt, dass dies kein Werk ist, sondern eben nur seine Leiter, die er versehentlich mit Farbe bekleckst hat. Ausserdem, dass Kunstwerke nur von aussen gemacht werden können. Zufall.
Kaschtan hält noch eine Abschlussrede, die in Raphael Schlesingers Sinn steht, wird von Pickler unterbrochen und der letzte Akt wird hiermit beendet.
Mein Eindruck dieser Farce bzw. dieses Stücks ist sehr tiefsinnig. Ich habe feststellen müssen, dass Geld die Welt regiert, wie es von jeher den Eindruck, besonders in der Kunstszene, schien. Werke müssen weder gut noch schlecht sein. Der Künstler benötigt um berühmt zu werden, entweder den genialen Zufall oder auch die richtige Connection zu den bestimmenden Leuten. Ohne Kaschtan, später aber vor allem Pickler wäre es Schlesinger nie gelungen sich einen Namen zu machen. Ein eher nicht schönes Werk, welches eigentlich nur eine zufällige Anordnung von Möbeln und Gebrauchsgegenständen war wurde sein Erfolg. Leider wurde er hierbei nicht gefördert, wie er sich sehnlichst erhoffte. Seine Träume wurden ihm verwehrt. Stattdessen kümmerte sich Pickler um die Vermarktung dieses Krempels. Schlesinger hat anfangs geglaubt etwas wirklich Geniales gefunden zu haben, was man teuer verkaufen kann. Die Zeit und die Vernunft lehrte ihn Besseres, nämlich Menschlichkeit, Sehen der Welt oder des Modells mit Liebe und Verstand, ohne das steigende Konto im Hinterkopf. So können keine Künstler geboren werden. Der Autor verwendet wundervolle Metapher, wie z.B. "Hast Du jemals versucht das Zwitschern von solchen Vögeln zu verstehen?" fragt Mon Cheri - darauf Raphael "Nein". Mon Cheri erklärt : " Und warum musst du unbedingt die Sprache der Malerei verstehen? Ein Künstler muss nicht alles begreifen." Raphael allerdings will begreifen, versucht zu denken und begreift letztendlich den Betrug an der Menschheit. Wunder verkaufen, die keine sind ist dumm und meiner Meinung nach ein kleines Verbrechen an Künstlern, die wirklich welche waren, oder hätten sein können.
Autor EPRHAIM KISHON
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Kishon wurde am 23.08.1924 in Budapest geboren. Sein Name ist eigentlich Florenc Hoffmann. Gelebt hat er in Tel Aviv und jetzt in Appenzell in der Schweiz.
Zu seinen Werken gehören hauptsächlich Humoritiken geschmückt von unendlicher Satire, diese machen seine Geschichten besonders.
In etwa 8 Filme, 10 Theaterstücke, 25 Einakter sowie eine Buchauflage von 41 Mio.! übersetzt in 36 Sprachen sind sein Lebenswerk.
Kishon erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem: Nordan Preis, Sokolov Preis, Kimor David Preis, Golden Globe, Auszeichnung auf der Berlinale, 2 Golden Gates, den Oscar der israelischen Filmakademie, eine Nominierung für den Oscar sowie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Sein bekanntestes Werk nenne ich "Blaumilchkanal".
Kafka, Aristoteles, Tolstoi und viele andere Schriftsteller liest er mit Leidenschaft.
Zum Abschluss ein wundervolles Zitat, wie es wohl nur Kishon zu formulieren vermag:
"Ich bin kein Schriftsteller.
Ich bin Humorist.
Erst wenn man stirbt,
wird man ein schriftsteller."
(Kishon)
Ich empfehle diese Farce von Kishon unbedingt zu lesen, bevor man sie sieht. Erschienen ist sie im S.Fischer Verlag. Es tut mir sehr leid, Euch keine ISBN mitteilen zu können, ich habe sie nirgends gefunden. Eigentlich ist dieses Werk auch eine Art Theaterstück. Meine Freundin machte es mir möglich in den Genuss des Werkes zu kommen. Es war allerdings ausgedruckt und geheftet.
Ich bin wahnsinnig begeistert von Kishon und bedaure zutiefst erst jetzt tiefer in seine Werke "einzudringen" - mit 29. Ich habe eine Menge nachzuholen. ;-)
Eure Desty!
41 Bewertungen, 2 Kommentare
-
23.05.2002, 06:15 Uhr von Andreas68
Bewertung: sehr hilfreichBeim Lesen dachte ich an Kishons "Kein Applaus für Podmanitzky" - beim Weiterlesen entdecke ich, dass Kishon der Autor der rezensierten Farce ist! Im "Blaumilchkanal" geschieht ebenfalls Ähnliches. Parallelen finden sich im V
-
22.02.2002, 02:26 Uhr von Mr.Beka
Bewertung: sehr hilfreichKishon is grundsätzlich gut ... am besten gefällt mir der Blaumilchkanal ... lg Beka
Bewerten / Kommentar schreiben