Erfahrungsbericht von annette*
Schein oder Sein - Kleider machen Leute
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Da ich vor ein paar Jahren bereits Romeo und Julia auf dem Dorfe von Gottfried Keller gelesen habe, wollte ich nun auch einmal Kleider machen Leute kenne lernen.
Erstmal etwas zum Inhalt:
Die Hauptperson, Wenzel Strapinski, ein ärmlicher wandernder Schneidergeselle, wird aufgrund seines recht vornehmen Kleidungsstiles (auf das bereits seine Mutter wertgelegt hatte) in dem Ort Goldach durch eine Aneinanderreihung von glücklichen (?) Umständen für einen polnischen Grafen gehalten. Da er sehr hungrig ist, lässt er sich nach anfänglichen Gewissensbissen und Zögern vom Wirt der Waage großzügig bedienen. Wenig später kommen auch die hohen Herren des Ortes in das Gasthaus und überreden ihn, mit ihnen auf dem Gut des Amtsrates den neuen Wein zu versuchen. Da Wenzel kein Entkommen sieht, fügt er sich dem Willen der Goldacher. Beim Spiel um Geld kommt er schließlich auf dem Gut zu ein wenig Geld und er nimmt sich vor sich davonzumachen, jedoch entschlossen dazu dem Wirt seine Kosten von weiter weg zu decken.
Doch in dem Moment, als er sich aufmachen will, erscheinen der Amtsrat mit seiner Tochter Nettchen, von der Wenzel äußerst entzückt ist. Dies beruht wohl auf Gegenseitigkeit und Wenzel wird zum Abendessen eingeladen.
Seine Fluchtversuche sind vorerst aus seinen Gedanken verschwunden und schließlich finden die beiden zueinander. Wenzel selbst geht in seiner Grafenrolle immer stärker auf, da ihm der Mut fehlt, das Missverständnis aufzuklären.
Bei einer gemeinsamen Feierlichkeit mit einigen Schneidern von Seldwyla (die natürlich absichtlich nach Goldach kommen) wird der Schwindel aufgedeckt. Nettchen ist natürlich erstmal geschockt und Wenzel verlässt den Saal.
Mehr will ich jetzt gar nicht verraten, denn sonst verliert das Lesen ja seinen Reiz.
Keller thematisiert vor allem das Denken der Gesellschaft, das seit jeher geprägt ist von der Konzentration auf das äußerliche Erscheinungsbild anderer. Menschen werden sehr schnell durch ein Kategoriendenken in bestimmte vorgefertigte Rollen gedrängt.
Auch wenn Strapinski in gewisser Weise in die Rolle eines Hochstaplers gerät, erscheint er doch als sehr liebenswürdige Person. Ebenso wirkt auch Nettchen auf den Leser. Auch wenn man anfangs vielleicht den Eindruck hat, es geht ihr nur um den Grafen und nicht um Wenzel selbst, wird selbiger durch ihr Verhalten am Ende des Romans kompensiert.
Mir persönlich hat das Buch schon ganz gut gefallen, es war jetzt nicht unbedingt die Offenbarung, aber es liest sich doch ganz gut. Im Nachhinein fällt mir ein, dass Keller wohl die Aschenputtelstory umgedreht hat. Naja, obwohl das hört sich jetzt vielleicht etwas hart an. Aber dennoch lesenswert.
Da ich mir das Buch nur ausgeliehen habe, habe ich mich mal über das Internet über den Preis informiert.
Die günstigste Ausgabe kostet 2DM (das ist allerdings nur so ein schlabberiges Heftchen *g*):
Hamburger Lesehefte, Husum
ISBN 3-87291-002-7
Natürlich gibt es auch andere Ausgaben (z.B. von Reclam), die z.T. auch gebunden sind. Am besten schaut Ihr mal bei buecher.de nach
Erstmal etwas zum Inhalt:
Die Hauptperson, Wenzel Strapinski, ein ärmlicher wandernder Schneidergeselle, wird aufgrund seines recht vornehmen Kleidungsstiles (auf das bereits seine Mutter wertgelegt hatte) in dem Ort Goldach durch eine Aneinanderreihung von glücklichen (?) Umständen für einen polnischen Grafen gehalten. Da er sehr hungrig ist, lässt er sich nach anfänglichen Gewissensbissen und Zögern vom Wirt der Waage großzügig bedienen. Wenig später kommen auch die hohen Herren des Ortes in das Gasthaus und überreden ihn, mit ihnen auf dem Gut des Amtsrates den neuen Wein zu versuchen. Da Wenzel kein Entkommen sieht, fügt er sich dem Willen der Goldacher. Beim Spiel um Geld kommt er schließlich auf dem Gut zu ein wenig Geld und er nimmt sich vor sich davonzumachen, jedoch entschlossen dazu dem Wirt seine Kosten von weiter weg zu decken.
Doch in dem Moment, als er sich aufmachen will, erscheinen der Amtsrat mit seiner Tochter Nettchen, von der Wenzel äußerst entzückt ist. Dies beruht wohl auf Gegenseitigkeit und Wenzel wird zum Abendessen eingeladen.
Seine Fluchtversuche sind vorerst aus seinen Gedanken verschwunden und schließlich finden die beiden zueinander. Wenzel selbst geht in seiner Grafenrolle immer stärker auf, da ihm der Mut fehlt, das Missverständnis aufzuklären.
Bei einer gemeinsamen Feierlichkeit mit einigen Schneidern von Seldwyla (die natürlich absichtlich nach Goldach kommen) wird der Schwindel aufgedeckt. Nettchen ist natürlich erstmal geschockt und Wenzel verlässt den Saal.
Mehr will ich jetzt gar nicht verraten, denn sonst verliert das Lesen ja seinen Reiz.
Keller thematisiert vor allem das Denken der Gesellschaft, das seit jeher geprägt ist von der Konzentration auf das äußerliche Erscheinungsbild anderer. Menschen werden sehr schnell durch ein Kategoriendenken in bestimmte vorgefertigte Rollen gedrängt.
Auch wenn Strapinski in gewisser Weise in die Rolle eines Hochstaplers gerät, erscheint er doch als sehr liebenswürdige Person. Ebenso wirkt auch Nettchen auf den Leser. Auch wenn man anfangs vielleicht den Eindruck hat, es geht ihr nur um den Grafen und nicht um Wenzel selbst, wird selbiger durch ihr Verhalten am Ende des Romans kompensiert.
Mir persönlich hat das Buch schon ganz gut gefallen, es war jetzt nicht unbedingt die Offenbarung, aber es liest sich doch ganz gut. Im Nachhinein fällt mir ein, dass Keller wohl die Aschenputtelstory umgedreht hat. Naja, obwohl das hört sich jetzt vielleicht etwas hart an. Aber dennoch lesenswert.
Da ich mir das Buch nur ausgeliehen habe, habe ich mich mal über das Internet über den Preis informiert.
Die günstigste Ausgabe kostet 2DM (das ist allerdings nur so ein schlabberiges Heftchen *g*):
Hamburger Lesehefte, Husum
ISBN 3-87291-002-7
Natürlich gibt es auch andere Ausgaben (z.B. von Reclam), die z.T. auch gebunden sind. Am besten schaut Ihr mal bei buecher.de nach
11 Bewertungen, 2 Kommentare
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04.03.2002, 10:16 Uhr von Maeuschen21
Bewertung: sehr hilfreichHey ich habe langeweile und du musst dafür bluten! WIE?? ganz einfach ich werde jetzt ob du willst oder nicht deine Bericht durchkämfen und wenn du irgendwelche Einwände hast, kann ich nur sagen PECH!! ;oP
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23.02.2002, 16:25 Uhr von sylvia1983
Bewertung: sehr hilfreichdas Buch durfte ich mal in der Schule lesen, ist aber schon etwas länger her, dank Dir weiß ich jetzt wieder den Inhalt :-)
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