Erfahrungsbericht von denali
Lehane, Dennis: Kein Kinderspiel "Hart und herzlich"
Pro:
spannend und logisch, Humor ist auch dabei, Ideenreich
Kontra:
ab und an zu gewalttätig
Empfehlung:
Ja
Angefangen hatte es damit, dass ich mir irgendwann einmal bei amazon die persönlichen Buchempfehlungen angesehen hatte. Manche waren für die sprichwörtliche Tonne und bei anderen schürte die Kurzbeschreibung mein Interesse. So auch in diesem Falle.
Inhalt:
Alexandra McCready ist wie vom Erdboden verschluckt. Von der Mutter noch ins Bett gebracht, war sie am nächsten Morgen einfach nicht mehr da. Natürlich wird gleich Kidnapping vermutet, doch ein Erpresser meldet sich nicht.
In ihrer Verzweiflung wenden sich Onkel und Tante des Mädchens 3 Tage später an das Detektivpärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie. Zunächst sträuben sich die Beiden, den Fall zu übernehmen, denn ihrer Ansicht nach kann ein solcher Fall, in dem ein Kind schon so lange verschwunden ist, kein gutes Ende nehmen. Sie haben davor Angst, irgendwann vor dem Leichnam des kleinen Mädchens zu stehen. Zudem glauben Sie den Fall bei der Bostoner Polizei in guten Händen. Doch Überredungskünste und die Verzweiflung der Familie konnten die beiden Detektive dann doch überzeugen einzugreifen.
Gennaro & Kenzie rollten den Fall über Helene, die Mutter des Mädchens auf. Schnell fanden die Beiden heraus, dass sie drogenabhängig ist und in zweifelhaften Kreisen verkehrt. Schon früh steht fest, dass Helene bei ihrer Aussage genüber der Polizei nicht so ganz bei der Wahrheit geblieben ist. Bei ihren Recherchen machen die beiden auch Bekanntschaft mit den zuständigen Polizeiermittlern in diesem Fall. Fortan wirbeln Gennaro & Kenzie mit den Seargants Raftopoulos (genannt Poole) und Broussard gemeinsam den Staub auf. Das Rätsel schien gelöst als herausgefunden wurde, dass Helene für einen Drogenhändler Kurierdienste tätigte und ihn dabei um die läppische Summe von 200.000 Dollar gelackmeiert hat. Doch auch die Spur zum Dealer verläuft im Sande.
Dann geht auf einmal doch noch eine Lösegeldforderung ein. Gefordert wird genau die unterschlagene Summe, die von den Detektiven und Polizisten in einem Steinbruch zu übergeben ist. Auf dem Weg dorthin spielt Poole seine Gesundheit einen Streich doch die anderen geben nicht auf. Am Zielort angekommen fanden sie jedoch nur die Puppe des Mädchens. Kurz darauf gerieten sie in einen Kugelhagel aus dem sie aber mit Hilfe der zuvor dort positionierten Polizei entkommen konnten. Zur Belohnung war allerdings das Geld verschwunden....
Rastlos fahnden sie weiter nach dem kleinen Mädchen und schon bald wird auch die Beziehung zwischen Gennaro und Kenzie auf eine harte Bewährungsprobe gestellt.
So, bis hierher und nicht weiter. Ich kann Euch doch nicht die Chance nehmen, den atemberaubenen Schluss selbst zu erleben....
Meinung:
Lehane schreibt wirklich außerordentlich spannend. Er versteht es, beim Leser aufkommende Fragen schnell zu beantworten. Zudem scheint vieles nicht so wie es scheint und der Fall entwickelt sich zu einem komplexen Gebilde. Verwirrt wird der Leser dadurch aber nicht, den Dingen bleibt man „auf der Spur“.
Zudem schrieb er die Dialoge zwischen den Personen (vor allem zwischen dem Detektiv-Paar und den Polizeiermittlern) recht schlagfertig und flapsig. Entstanden ist somit eine schriftliche Folge von „Die 2“ oder „Starsky & Hutch“ (wer die Krimiserien kennt, hat den Anderen jetzt etwas voraus) im Buchformat. So muss man trotz des ernsten Themas des öfteren schmunzeln.
Die Handlung des Buches ist auch logisch aufgebaut. Große Zeitsprünge werden dem Leser nicht abverlangt. Die Beschreibung der Personen ist für die Handlung völlig ausreichend. Ausschmückendes Beiwerk ist nicht vorhanden. Kontrovers diskutiert Lehane in dem Werk verschiedene amerikanische Gesetze, auf die ich jetzt aber nicht näher eingehe, da sonst das „Finale“ verraten wird. Für meinen Geschmack hätte die Passage allerdings etwas ausführlicher sein können. Aber das Buch wurde ja in erster Linie nicht für den europäischen Markt geschrieben.
Für mich nur unverständlich, dass in dieser Krimi-Geschichte das FBI nicht mitwirkt, das nach meinen Informationen in Kidnappingfällen herangezogen wird.
Die 525 Seiten verflogen im Nu und machen Durst auf andere Werke des Autors.
Fazit: laufen, kaufen, lesen... oder schenken lassen. Für kurzweilige Unterhaltung ist gesorgt.
Autor/Buch:
Dennis Lehane, Jahrgang 1966, lebt in Boston und kennt somit den Menschenschlag von dem er in seinem Buch schreibt schon gut. Bevor er erfolgreich zum Schreiberling wurde, arbeitete er in einem Buchladen und als Kinderbetreuer. Gleich sein erstes Buch („Streng vertraulich“) wurde in den USA prämiert. Für das besprochene Buch erhielt er in Deutschland 2001 den Deutschen Krimipreis.
Insgesamt hat Lehane bisher sechs Bücher veröffentlicht. Bis auf das neueste Werk („Spur der Wölfe“) sind die anderen Bücher in den Hauptrollen mit dem Detektivpärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie besetzt (Bei dem Namen der Frau drängt sich der Verdacht auf, ob Lehane den Film „Stirb langsam“ mag?).
In folgender Reihenfolge sind die Geschichten erschienen:
„Streng vertraulich“, „Absender unbekannt“, „In tiefer Trauer“, „Kein Kinderspiel“ und „Regenzauber“;
Somit fing ich in dieser Krimi-Reihe mal wieder mittendrin an zu lesen, aber Vorwissen aus den vorherigen Bänden ist zum Verstehen der Handlung nicht notwendig. Jedes Buch beinhaltet für sich eine abgeschlossene Handlung.
Erschienen ist das Werk als Taschenbuch im Ullstein Verlag unter der ISBN-Nr. 3-548-24841-1 und ist zum Preise von 8,95 Euro käuflich zu erwerben.
Viele Grüße
denali
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-26 20:24:53 mit dem Titel Lehane, Dennis: Streng vertraulich / "Nichts ist, wie es scheint"
Völlig unorthodox, fing ich die Werke Lehanes mittendrin an zu lesen, also als erstes sein viertes Buch. An sich macht das Nichts, da jedes Buch eine in sich abgeschlossene Handlung hat, doch ich war nun neugierig zu erfahren, wie mit dem Detektiv-Pärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie alles begann. Eines vorweg, diese Lücke konnte nicht geschlossen werden, doch dazu später mehr.
In Lehane’s Erstlingswerk beauftragen die Senatoren Mulkern und Paulson das Detektiv-Paar Gennaro/Kenzie mit der Suche nach Jenna Angeline, einer verschwundenen Putzfrau aus dem State House, die angeblich wichtige Dokumente für einen Gesetzesentwurf entwendet hat.
Augenscheinlich ein leichter Auftrag für die Beiden, doch was ist schon einfach? Sie spüren Jenna schnell im Dunstkreis ihrer Schwester auf. Als Gennaro/Kenzie ihr mitteilen, warum man hinter ihr her war, erfahren die Beiden, dass das Geschwätz der Senatoren blanker Unsinn war. Als Beweis dafür, möchte Jenna ein Indiz liefern, das allerdings in einem Bankschließfach verwahrt wird. Patrick Kenzie, der nun hinter dem einst harmlosen Fall nun mehr wittert als geglaubt, lässt sich auf diesen Deal ein.
Am nächsten Morgen präsentiert Jenna ihm ein Foto, auf dem Senator Paulson in seiner Unterwäsche neben einer weiteren Person zu erkennen ist. An sich noch nichts Welt bewegendes, aber gerade als Jenna erzählen will, wo sie weitere Fotos aus dieser Serie versteckt hält, fällt sie einem gezieltem Anschlag zum Opfer. Der Detektiv entkam dem Attentat, in dem er dem Angreifer eine schwere Schussverletzung zugefügt hat.
Welche Ausmaße dieser Fall annehmen sollte, begriffen Gennaro/Kenzie wenige Tage später auf der Beerdigung Jenna’s, bei der sich die Unterwelt in Form zweier verfeindeter Banden die Ehre gab. In einem der Anführer erkannten sie sofort den anderen Mann auf dem Bild. Nach der Trauerfeier erfuhren die Beiden von einem bekannten Polizisten, dass die andere Gang von Jenna’s Sohn Roland angeführt wird und der von ihnen erkannte Bandenchef Socia, der Ex-Mann der ehemaligen Putzfrau, ist.
Dadurch das Patrick Kenzie der Letzte war, zu dem Jenna zu Lebzeiten Kontakt hatte, vermuteten beide Bandenchefs, dass er oder seine Partnerin auch im Besitz der restlichen Fotos aus dieser Serie sein mussten. Beide zeigten ein außergewöhnliches Interesse daran, die Fotos für sich zu ergattern, der eine aus Angst vor der Öffentlichkeit und der Andere aus reiner Rachlust.
Welche Rachegelüste in Roland schwelten, erkannten Gennaro/Kenzie als sie die restlichen Fotos der Serie aufspürten. Ansonsten kam es, wie es kommen musste, zwischen den verfeindeten Gangs reichten Kleinigkeiten um einen Bandenkrieg vom Zaun zu brechen. Und das Detektiv-Pärchen mittendrin.....
Wer wen wie ausknockte und wie die ehrenwerten Politiker das Geschehen aufnahmen, müsst Ihr bitte selbst dem Buch entnehmen.
Für seinen „Erstling“ erhielt Lehane mit dem Deutschen Krimipreis gleich eine begehrte Auszeichnung. Sein erfrischender Schreibstil und seine Art, wie er die Missstände in seinem Land anprangert, heben sich in der tat von anderen „Größen“ der Krimi-Literatur ab.
Neben den korrupten Politikern mit ihrer Vertuschungstaktik ist ihm die noch immer vorhandene Rassendiskriminierung ein Dorn im Auge (Ich sollte erwähnen, dass Jenna, Socia und deren Abkömmling keine Weißen sind). Dabei verteilt er nicht Gut und Böse zwischen Schwarz und Weiß, sondern mischt alles kräftig durch, so dass jede Seite ihre Guten und Bösen hat.
Hurmorvoll und logisch nachvollziehbar schreibt Lehane diese Geschichte aus der Sicht von Patrick Kenzie. Etwas ins „Schwafeln“ gerät er, wenn er über Wohnungseinrichtungen („Sie haben es aber nett hier“) und Autos schreibt. Dieses tut der Spannung aber keinen Abbruch, vielmehr ist es eine kurze Erholung für den Leser, bevor es wieder in die „Vollen“ geht.
Ich kannte schon einen anderen Roman des Autors, doch in diesem ersten Fall muss der Leser es als gegeben hinnehmen, dass Kenzie und Gennaro schon eine Weile zusammenarbeiten. Über die Entstehung dieser „Beziehung“ erfährt man also nichts.
Sehr zum erfrischenden Schreibstil trägt auch der lockere Umgangston, nicht nur der Detektive untereinander, bei. Ansonsten fällt noch die genaue, ja fast schon liebevolle Beschreibung des Autors seiner Heimatstadt Boston angenehm auf. Genau wie die Erkenntnis eines Amerikaners (Lehane als Autor), dass die Amerikaner die Schuld nie bei sich, sondern immer bei anderen suchen. Fazit: strikte Leseempfehlung
Der Autor:
Dennis Lehane, Jahrgang 1966, lebt in Boston und kennt somit den Menschenschlag von dem er in seinem Buch schreibt schon gut. Bevor er erfolgreich zum Schreiberling wurde, arbeitete er in einem Buchladen und als Kinderbetreuer. Für das besprochene Buch erhielt er in Deutschland 2001 den Deutschen Krimipreis.
Insgesamt hat Lehane bisher sechs Bücher veröffentlicht. Bis auf das neueste Werk („Spur der Wölfe“) sind die anderen Bücher in den Hauptrollen mit dem Detektivpärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie besetzt (Bei dem Namen der Frau drängt sich der Verdacht auf, ob Lehane den Film „Stirb langsam“ mag?).
In folgender Reihenfolge sind die Geschichten erschienen:
„Streng vertraulich“, „Absender unbekannt“, „In tiefer Trauer“, „Kein Kinderspiel“ und „Regenzauber“;
Das Buch:
Der Ullstein Verlag hat dieses Buch 1999 als Taschenbuch in der deutschen Übersetzung auf den Markt gebracht. Aus dem Originaltitel „a drink before the war“ wurde mit „Streng vertraulich“ übersetzt. Ansonsten bedient sich der Originaltitel der Szene, in dem Gennaro und Kenzie die Identität der Bandenchefs von dem Polizisten in einer Kneipe erfuhren. Kurz danach begannen die Kämpfe zwischen den Gangs.
Seit 2001 ist das Buch in der 2. Auflage unter der ISBN-Nr. 3-548-25200-1 für 7,95 Euro zu beziehen. Für gerade einmal kurze 317 Seiten anscheinend ein hoher Preis, doch ist der Lesespaß diesen Obolus allemal wert.
Viel Spaß beim „Schmökern“
denali
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-07-09 21:53:47 mit dem Titel Lehane, Dennis: "Regenzauber" / Systematisch in den Abgrund
Die Bücher von Dennis Lehane.... Mit seinem von mir zuerst gelesenen Werk „Kein Kinderspiel“ weckte der Autor in mir das Verlangen nach Mehr. Und so las ich als zweites sein Erstes Buch „Streng vertraulich“ und griff beherzt zu, als man mir eine Fortsetzung mit diesem Buch „Regenzauber“ anbot... Ok, wer nach oben guckt, weiß ob es sich gelohnt hat, aber jetzt erst mal zum
Inhalt.
Patrick Kenzie, Privatdetektiv, erhielt von Karen Nichols den Auftrag, sich einer Lappalie anzunehmen. Im Sportclub stellte ihr ein Mann nach, was sie, frisch und fest verliebt, gar nicht so toll fand. So stattete Patrick mit seinem Kumpel Bubba Rogowski, ein - hmmm, sagen wir mal – ein kräftiges, um sich schlagendes Kleinhirn, dem Mann einen Besuch ab und gut war’s.
Eigentlich nicht erwähnenswert, wenn nicht das Erscheinungsbild der Karen Nichols ein so intensiven Eindruck auf Patrick hinterlassen hätte. Alles an ihr schien perfekt, noch nie schien sie einem Fleck zu Nahe gekommen zu sein. Patrick fasste für sich zusammen, dass die Frau wohl auch ihre Söckchen bügeln würde.
Sechs Monate später trat Karen Nichols wieder in Patricks Leben. Diesmal allerdings als Schlagzeile, denn sie hatte sich von einem Haus in die Tiefe gestürzt. Für Patrick war dieser Selbstmord unbegreiflich, denn so wie er Karen kennen gelernt hatte, schien ihm eine solche Reaktion von ihr völlig absurd und begann auf eigene Faust zu recherchieren. Kurz gefasst lauten seine Ergebnisse wie folgt: Freund nach Unfall schwer verletzt im Koma; über ihr eine Horde Pleitegeier, weil sie die Rechnungen des Krankenhauses nicht bezahlen kann; Job weg; Wohnung weg; schiefe Bahn....
Zusammen mit seiner ehemaligen Teilhaberin des Detektivbüros, Angela Gennaro, die sich mit ihrem Job bei einer Sicherheitsfirma nicht ausgelastet fühlt, ging er den einzelnen Spuren auf den Grund. So stellten sie fest, dass jemand systematisch das Leben von Karen zerstörte. Der Unfall des Freundes erwies sich als geplant und die bestehende Krankenversicherung wurde mit gefälschter Unterschrift gekündigt und so fort. Die beiden Detektive begriffen jedoch schnell, dass Karen nicht das eigentliche Ziel war sondern als Druckmittel gegen ihr Elternhaus, einem angesehenen Ärzte-Ehepaar diente.
Doch wer zog nun im Hintergrund eigentlich die Fäden? Hing Karens Stiefbruder Wesley, dem die Eltern die Schuld am Tod ihrer Schwester gaben und seit 10 Jahren nicht mehr gesehen wurde, da mit drin? Welche Rolle spielte Karens Psycho-Doc, der zum Schluss recht eigenartige Videos mit seiner Patientin drehte? Und warum führt die illegal eingewanderte Haushaltshilfe von Karens Eltern die Detektive auf eine falsche Fährte?
Die Spuren führen immer wieder zu zwei Männern. Jedoch verblutete einer von ihnen vor den Augen der Detektive. Jede Hilfe kam zu spät. So musste doch sein Mörder die Person sein, die hinter allem steckt. Jeder tippte auf Wesley, den Sohn der Nichols. Doch der Flüchtende hatte sich flink aus dem Staub gemacht und so etwas passt nicht zu einem Gehbehinderten... Nunmehr erfasste der Psycho-Terror auch das private Umfeld der Detektive. Es galt, die Schachzüge des anderen zu erahnen um Gegemaßnahmen einzuleiten verbunden mit der Hoffnung, den Übeltäter nun endlich zu demaskieren....
Neugierig geworden? Nun, dann seid versichert, dass des Rätsels Lösung im Buch niedergeschrieben ist !
Statement:
Ein tempo- und ideenreicher Roman. Glaubt man, mittendrin schon schlauer zu sein als die Detektive und den Täter zu kennen, so wirft Lehane in kürzester Zeit die Theorie wieder über den Haufen. Mit dieser Taktik hält er die Spannung hoch und man ist förmlich am „verschlingen“ der Seiten, um endlich das Geheimnis um den Täter zu lüften. Wie auch schon in seinen anderen Werken, lässt er als Personenbeschreibung der „Mitwirkenden“ gerade so viel zu, wie es für den Leser notwendig ist. Ausgeschmückt wird hier Nichts, Lehane kehrt schnell zum roten Faden zurück.
Nach wie vor erweisen sich Angela Gennaro und Patrick Kenzie von der schlagfertigen und flapsigen Abteilung,so dass auch für etwas Humor gesorgt ist.
Ebenso ist schon Standard, dass Lehane auch weiterhin seine Heimat Boston liebevoll beschreibt.
Nur im Vergleich zu den anderen, von mir gelesenen Romanen des Autors („Kein Kinderspiel“ und „Streng vertraulich“) ist in diesem Werk die Zahl der Actionsequenzen leicht erhöht worden. OK, Sex und Gewalt sind gut für das Geschäft und steigern den Umsatz. Nachdem Ersteres nur bis an die Gürtellinie geht und moralisch sauber und abbaubar bleibt, hat also Letzteres in einem Maße zugenommen, dass es schon fast zuviel des Guten ist.
Insgesamt ist die Geschichte verständlich geschrieben und für den Leser leicht nachzuvollziehen. Beklemmend ist, dass man sich große Teile des Romans durchaus in der Realität vorstellen könnte...
Die Romane Lehanes um das Detektivpärchen Gennaro und Kenzie müssen durchaus nicht in der Reihenfolge ihres Erscheinens gelesen werden. Jedes Buch beinhalt eine in sich abgeschlossene Handlung.
Das Buch:
Als deutsche Erstausgabe ist „Regenzauber“ im Jahre 2001 im Ullstein-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 3-548-25173-0) und für 8,95 Euro käuflich zu erwerben. 461 Seiten spannende Lektüre lassen die Zeit um den Leser herum wie im Flug vergehen.
Wer sich lieber an gebrauchte Bücher hält, wird bei amazon.de zu etwa der Hälfte des Neupreises fündig. Allerdings kommen dann noch Portokosten hinzu. Noch etwas preiswerter kann man zur Zeit bei ebay mitbieten... ( jeweils Stand: 09.07.2003)
Der Autor:
Dennis Lehane, Jahrgang 1966, lebt in Boston und kennt somit den Menschenschlag von dem er in seinem Buch schreibt schon gut. Aufgewachsen ist er in Dorchester, jener Vorort der in seinen Krimis immer wieder beschrieben wird. Bevor er erfolgreich zum Schreiberling wurde, arbeitete er in einem Buchladen und als Kinderbetreuer. Für das besprochene Buch erhielt er in Deutschland 2002 den Deutschen Krimipreis.
Diesen hatte er im Jahr zuvor auch schon für sich entschieden (Prämiert wurde „Kein Kinderspiel“)
Insgesamt hat Lehane bisher sechs Bücher veröffentlicht. Bis auf das neueste Werk („Spur der Wölfe“) sind die anderen Bücher in den Hauptrollen mit dem Detektivpärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie besetzt (Bei dem Namen der Frau drängt sich der Verdacht auf, ob Lehane den Film „Stirb langsam“ mag?).
In folgender Reihenfolge sind die Geschichten erschienen:
„Streng vertraulich“, „Absender unbekannt“, „In tiefer Trauer“, „Kein Kinderspiel“ und „Regenzauber“;
Fazit:
Da Lehane hier wieder ein sehr spannendes Werk gelungen ist und aufgrund seiner fesselnden Schreibweise einem die Müdigkeit verdrängen lässt, ist dieses Buch uneingeschränkt zu empfehlen. Neben Krimi-Fans sollten auch Liebhaber von Psycho-Thrillern auf ihre Kosten kommen.
Viel Spaß beim „Schmökern“
denali
Inhalt:
Alexandra McCready ist wie vom Erdboden verschluckt. Von der Mutter noch ins Bett gebracht, war sie am nächsten Morgen einfach nicht mehr da. Natürlich wird gleich Kidnapping vermutet, doch ein Erpresser meldet sich nicht.
In ihrer Verzweiflung wenden sich Onkel und Tante des Mädchens 3 Tage später an das Detektivpärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie. Zunächst sträuben sich die Beiden, den Fall zu übernehmen, denn ihrer Ansicht nach kann ein solcher Fall, in dem ein Kind schon so lange verschwunden ist, kein gutes Ende nehmen. Sie haben davor Angst, irgendwann vor dem Leichnam des kleinen Mädchens zu stehen. Zudem glauben Sie den Fall bei der Bostoner Polizei in guten Händen. Doch Überredungskünste und die Verzweiflung der Familie konnten die beiden Detektive dann doch überzeugen einzugreifen.
Gennaro & Kenzie rollten den Fall über Helene, die Mutter des Mädchens auf. Schnell fanden die Beiden heraus, dass sie drogenabhängig ist und in zweifelhaften Kreisen verkehrt. Schon früh steht fest, dass Helene bei ihrer Aussage genüber der Polizei nicht so ganz bei der Wahrheit geblieben ist. Bei ihren Recherchen machen die beiden auch Bekanntschaft mit den zuständigen Polizeiermittlern in diesem Fall. Fortan wirbeln Gennaro & Kenzie mit den Seargants Raftopoulos (genannt Poole) und Broussard gemeinsam den Staub auf. Das Rätsel schien gelöst als herausgefunden wurde, dass Helene für einen Drogenhändler Kurierdienste tätigte und ihn dabei um die läppische Summe von 200.000 Dollar gelackmeiert hat. Doch auch die Spur zum Dealer verläuft im Sande.
Dann geht auf einmal doch noch eine Lösegeldforderung ein. Gefordert wird genau die unterschlagene Summe, die von den Detektiven und Polizisten in einem Steinbruch zu übergeben ist. Auf dem Weg dorthin spielt Poole seine Gesundheit einen Streich doch die anderen geben nicht auf. Am Zielort angekommen fanden sie jedoch nur die Puppe des Mädchens. Kurz darauf gerieten sie in einen Kugelhagel aus dem sie aber mit Hilfe der zuvor dort positionierten Polizei entkommen konnten. Zur Belohnung war allerdings das Geld verschwunden....
Rastlos fahnden sie weiter nach dem kleinen Mädchen und schon bald wird auch die Beziehung zwischen Gennaro und Kenzie auf eine harte Bewährungsprobe gestellt.
So, bis hierher und nicht weiter. Ich kann Euch doch nicht die Chance nehmen, den atemberaubenen Schluss selbst zu erleben....
Meinung:
Lehane schreibt wirklich außerordentlich spannend. Er versteht es, beim Leser aufkommende Fragen schnell zu beantworten. Zudem scheint vieles nicht so wie es scheint und der Fall entwickelt sich zu einem komplexen Gebilde. Verwirrt wird der Leser dadurch aber nicht, den Dingen bleibt man „auf der Spur“.
Zudem schrieb er die Dialoge zwischen den Personen (vor allem zwischen dem Detektiv-Paar und den Polizeiermittlern) recht schlagfertig und flapsig. Entstanden ist somit eine schriftliche Folge von „Die 2“ oder „Starsky & Hutch“ (wer die Krimiserien kennt, hat den Anderen jetzt etwas voraus) im Buchformat. So muss man trotz des ernsten Themas des öfteren schmunzeln.
Die Handlung des Buches ist auch logisch aufgebaut. Große Zeitsprünge werden dem Leser nicht abverlangt. Die Beschreibung der Personen ist für die Handlung völlig ausreichend. Ausschmückendes Beiwerk ist nicht vorhanden. Kontrovers diskutiert Lehane in dem Werk verschiedene amerikanische Gesetze, auf die ich jetzt aber nicht näher eingehe, da sonst das „Finale“ verraten wird. Für meinen Geschmack hätte die Passage allerdings etwas ausführlicher sein können. Aber das Buch wurde ja in erster Linie nicht für den europäischen Markt geschrieben.
Für mich nur unverständlich, dass in dieser Krimi-Geschichte das FBI nicht mitwirkt, das nach meinen Informationen in Kidnappingfällen herangezogen wird.
Die 525 Seiten verflogen im Nu und machen Durst auf andere Werke des Autors.
Fazit: laufen, kaufen, lesen... oder schenken lassen. Für kurzweilige Unterhaltung ist gesorgt.
Autor/Buch:
Dennis Lehane, Jahrgang 1966, lebt in Boston und kennt somit den Menschenschlag von dem er in seinem Buch schreibt schon gut. Bevor er erfolgreich zum Schreiberling wurde, arbeitete er in einem Buchladen und als Kinderbetreuer. Gleich sein erstes Buch („Streng vertraulich“) wurde in den USA prämiert. Für das besprochene Buch erhielt er in Deutschland 2001 den Deutschen Krimipreis.
Insgesamt hat Lehane bisher sechs Bücher veröffentlicht. Bis auf das neueste Werk („Spur der Wölfe“) sind die anderen Bücher in den Hauptrollen mit dem Detektivpärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie besetzt (Bei dem Namen der Frau drängt sich der Verdacht auf, ob Lehane den Film „Stirb langsam“ mag?).
In folgender Reihenfolge sind die Geschichten erschienen:
„Streng vertraulich“, „Absender unbekannt“, „In tiefer Trauer“, „Kein Kinderspiel“ und „Regenzauber“;
Somit fing ich in dieser Krimi-Reihe mal wieder mittendrin an zu lesen, aber Vorwissen aus den vorherigen Bänden ist zum Verstehen der Handlung nicht notwendig. Jedes Buch beinhaltet für sich eine abgeschlossene Handlung.
Erschienen ist das Werk als Taschenbuch im Ullstein Verlag unter der ISBN-Nr. 3-548-24841-1 und ist zum Preise von 8,95 Euro käuflich zu erwerben.
Viele Grüße
denali
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-26 20:24:53 mit dem Titel Lehane, Dennis: Streng vertraulich / "Nichts ist, wie es scheint"
Völlig unorthodox, fing ich die Werke Lehanes mittendrin an zu lesen, also als erstes sein viertes Buch. An sich macht das Nichts, da jedes Buch eine in sich abgeschlossene Handlung hat, doch ich war nun neugierig zu erfahren, wie mit dem Detektiv-Pärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie alles begann. Eines vorweg, diese Lücke konnte nicht geschlossen werden, doch dazu später mehr.
In Lehane’s Erstlingswerk beauftragen die Senatoren Mulkern und Paulson das Detektiv-Paar Gennaro/Kenzie mit der Suche nach Jenna Angeline, einer verschwundenen Putzfrau aus dem State House, die angeblich wichtige Dokumente für einen Gesetzesentwurf entwendet hat.
Augenscheinlich ein leichter Auftrag für die Beiden, doch was ist schon einfach? Sie spüren Jenna schnell im Dunstkreis ihrer Schwester auf. Als Gennaro/Kenzie ihr mitteilen, warum man hinter ihr her war, erfahren die Beiden, dass das Geschwätz der Senatoren blanker Unsinn war. Als Beweis dafür, möchte Jenna ein Indiz liefern, das allerdings in einem Bankschließfach verwahrt wird. Patrick Kenzie, der nun hinter dem einst harmlosen Fall nun mehr wittert als geglaubt, lässt sich auf diesen Deal ein.
Am nächsten Morgen präsentiert Jenna ihm ein Foto, auf dem Senator Paulson in seiner Unterwäsche neben einer weiteren Person zu erkennen ist. An sich noch nichts Welt bewegendes, aber gerade als Jenna erzählen will, wo sie weitere Fotos aus dieser Serie versteckt hält, fällt sie einem gezieltem Anschlag zum Opfer. Der Detektiv entkam dem Attentat, in dem er dem Angreifer eine schwere Schussverletzung zugefügt hat.
Welche Ausmaße dieser Fall annehmen sollte, begriffen Gennaro/Kenzie wenige Tage später auf der Beerdigung Jenna’s, bei der sich die Unterwelt in Form zweier verfeindeter Banden die Ehre gab. In einem der Anführer erkannten sie sofort den anderen Mann auf dem Bild. Nach der Trauerfeier erfuhren die Beiden von einem bekannten Polizisten, dass die andere Gang von Jenna’s Sohn Roland angeführt wird und der von ihnen erkannte Bandenchef Socia, der Ex-Mann der ehemaligen Putzfrau, ist.
Dadurch das Patrick Kenzie der Letzte war, zu dem Jenna zu Lebzeiten Kontakt hatte, vermuteten beide Bandenchefs, dass er oder seine Partnerin auch im Besitz der restlichen Fotos aus dieser Serie sein mussten. Beide zeigten ein außergewöhnliches Interesse daran, die Fotos für sich zu ergattern, der eine aus Angst vor der Öffentlichkeit und der Andere aus reiner Rachlust.
Welche Rachegelüste in Roland schwelten, erkannten Gennaro/Kenzie als sie die restlichen Fotos der Serie aufspürten. Ansonsten kam es, wie es kommen musste, zwischen den verfeindeten Gangs reichten Kleinigkeiten um einen Bandenkrieg vom Zaun zu brechen. Und das Detektiv-Pärchen mittendrin.....
Wer wen wie ausknockte und wie die ehrenwerten Politiker das Geschehen aufnahmen, müsst Ihr bitte selbst dem Buch entnehmen.
Für seinen „Erstling“ erhielt Lehane mit dem Deutschen Krimipreis gleich eine begehrte Auszeichnung. Sein erfrischender Schreibstil und seine Art, wie er die Missstände in seinem Land anprangert, heben sich in der tat von anderen „Größen“ der Krimi-Literatur ab.
Neben den korrupten Politikern mit ihrer Vertuschungstaktik ist ihm die noch immer vorhandene Rassendiskriminierung ein Dorn im Auge (Ich sollte erwähnen, dass Jenna, Socia und deren Abkömmling keine Weißen sind). Dabei verteilt er nicht Gut und Böse zwischen Schwarz und Weiß, sondern mischt alles kräftig durch, so dass jede Seite ihre Guten und Bösen hat.
Hurmorvoll und logisch nachvollziehbar schreibt Lehane diese Geschichte aus der Sicht von Patrick Kenzie. Etwas ins „Schwafeln“ gerät er, wenn er über Wohnungseinrichtungen („Sie haben es aber nett hier“) und Autos schreibt. Dieses tut der Spannung aber keinen Abbruch, vielmehr ist es eine kurze Erholung für den Leser, bevor es wieder in die „Vollen“ geht.
Ich kannte schon einen anderen Roman des Autors, doch in diesem ersten Fall muss der Leser es als gegeben hinnehmen, dass Kenzie und Gennaro schon eine Weile zusammenarbeiten. Über die Entstehung dieser „Beziehung“ erfährt man also nichts.
Sehr zum erfrischenden Schreibstil trägt auch der lockere Umgangston, nicht nur der Detektive untereinander, bei. Ansonsten fällt noch die genaue, ja fast schon liebevolle Beschreibung des Autors seiner Heimatstadt Boston angenehm auf. Genau wie die Erkenntnis eines Amerikaners (Lehane als Autor), dass die Amerikaner die Schuld nie bei sich, sondern immer bei anderen suchen. Fazit: strikte Leseempfehlung
Der Autor:
Dennis Lehane, Jahrgang 1966, lebt in Boston und kennt somit den Menschenschlag von dem er in seinem Buch schreibt schon gut. Bevor er erfolgreich zum Schreiberling wurde, arbeitete er in einem Buchladen und als Kinderbetreuer. Für das besprochene Buch erhielt er in Deutschland 2001 den Deutschen Krimipreis.
Insgesamt hat Lehane bisher sechs Bücher veröffentlicht. Bis auf das neueste Werk („Spur der Wölfe“) sind die anderen Bücher in den Hauptrollen mit dem Detektivpärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie besetzt (Bei dem Namen der Frau drängt sich der Verdacht auf, ob Lehane den Film „Stirb langsam“ mag?).
In folgender Reihenfolge sind die Geschichten erschienen:
„Streng vertraulich“, „Absender unbekannt“, „In tiefer Trauer“, „Kein Kinderspiel“ und „Regenzauber“;
Das Buch:
Der Ullstein Verlag hat dieses Buch 1999 als Taschenbuch in der deutschen Übersetzung auf den Markt gebracht. Aus dem Originaltitel „a drink before the war“ wurde mit „Streng vertraulich“ übersetzt. Ansonsten bedient sich der Originaltitel der Szene, in dem Gennaro und Kenzie die Identität der Bandenchefs von dem Polizisten in einer Kneipe erfuhren. Kurz danach begannen die Kämpfe zwischen den Gangs.
Seit 2001 ist das Buch in der 2. Auflage unter der ISBN-Nr. 3-548-25200-1 für 7,95 Euro zu beziehen. Für gerade einmal kurze 317 Seiten anscheinend ein hoher Preis, doch ist der Lesespaß diesen Obolus allemal wert.
Viel Spaß beim „Schmökern“
denali
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-07-09 21:53:47 mit dem Titel Lehane, Dennis: "Regenzauber" / Systematisch in den Abgrund
Die Bücher von Dennis Lehane.... Mit seinem von mir zuerst gelesenen Werk „Kein Kinderspiel“ weckte der Autor in mir das Verlangen nach Mehr. Und so las ich als zweites sein Erstes Buch „Streng vertraulich“ und griff beherzt zu, als man mir eine Fortsetzung mit diesem Buch „Regenzauber“ anbot... Ok, wer nach oben guckt, weiß ob es sich gelohnt hat, aber jetzt erst mal zum
Inhalt.
Patrick Kenzie, Privatdetektiv, erhielt von Karen Nichols den Auftrag, sich einer Lappalie anzunehmen. Im Sportclub stellte ihr ein Mann nach, was sie, frisch und fest verliebt, gar nicht so toll fand. So stattete Patrick mit seinem Kumpel Bubba Rogowski, ein - hmmm, sagen wir mal – ein kräftiges, um sich schlagendes Kleinhirn, dem Mann einen Besuch ab und gut war’s.
Eigentlich nicht erwähnenswert, wenn nicht das Erscheinungsbild der Karen Nichols ein so intensiven Eindruck auf Patrick hinterlassen hätte. Alles an ihr schien perfekt, noch nie schien sie einem Fleck zu Nahe gekommen zu sein. Patrick fasste für sich zusammen, dass die Frau wohl auch ihre Söckchen bügeln würde.
Sechs Monate später trat Karen Nichols wieder in Patricks Leben. Diesmal allerdings als Schlagzeile, denn sie hatte sich von einem Haus in die Tiefe gestürzt. Für Patrick war dieser Selbstmord unbegreiflich, denn so wie er Karen kennen gelernt hatte, schien ihm eine solche Reaktion von ihr völlig absurd und begann auf eigene Faust zu recherchieren. Kurz gefasst lauten seine Ergebnisse wie folgt: Freund nach Unfall schwer verletzt im Koma; über ihr eine Horde Pleitegeier, weil sie die Rechnungen des Krankenhauses nicht bezahlen kann; Job weg; Wohnung weg; schiefe Bahn....
Zusammen mit seiner ehemaligen Teilhaberin des Detektivbüros, Angela Gennaro, die sich mit ihrem Job bei einer Sicherheitsfirma nicht ausgelastet fühlt, ging er den einzelnen Spuren auf den Grund. So stellten sie fest, dass jemand systematisch das Leben von Karen zerstörte. Der Unfall des Freundes erwies sich als geplant und die bestehende Krankenversicherung wurde mit gefälschter Unterschrift gekündigt und so fort. Die beiden Detektive begriffen jedoch schnell, dass Karen nicht das eigentliche Ziel war sondern als Druckmittel gegen ihr Elternhaus, einem angesehenen Ärzte-Ehepaar diente.
Doch wer zog nun im Hintergrund eigentlich die Fäden? Hing Karens Stiefbruder Wesley, dem die Eltern die Schuld am Tod ihrer Schwester gaben und seit 10 Jahren nicht mehr gesehen wurde, da mit drin? Welche Rolle spielte Karens Psycho-Doc, der zum Schluss recht eigenartige Videos mit seiner Patientin drehte? Und warum führt die illegal eingewanderte Haushaltshilfe von Karens Eltern die Detektive auf eine falsche Fährte?
Die Spuren führen immer wieder zu zwei Männern. Jedoch verblutete einer von ihnen vor den Augen der Detektive. Jede Hilfe kam zu spät. So musste doch sein Mörder die Person sein, die hinter allem steckt. Jeder tippte auf Wesley, den Sohn der Nichols. Doch der Flüchtende hatte sich flink aus dem Staub gemacht und so etwas passt nicht zu einem Gehbehinderten... Nunmehr erfasste der Psycho-Terror auch das private Umfeld der Detektive. Es galt, die Schachzüge des anderen zu erahnen um Gegemaßnahmen einzuleiten verbunden mit der Hoffnung, den Übeltäter nun endlich zu demaskieren....
Neugierig geworden? Nun, dann seid versichert, dass des Rätsels Lösung im Buch niedergeschrieben ist !
Statement:
Ein tempo- und ideenreicher Roman. Glaubt man, mittendrin schon schlauer zu sein als die Detektive und den Täter zu kennen, so wirft Lehane in kürzester Zeit die Theorie wieder über den Haufen. Mit dieser Taktik hält er die Spannung hoch und man ist förmlich am „verschlingen“ der Seiten, um endlich das Geheimnis um den Täter zu lüften. Wie auch schon in seinen anderen Werken, lässt er als Personenbeschreibung der „Mitwirkenden“ gerade so viel zu, wie es für den Leser notwendig ist. Ausgeschmückt wird hier Nichts, Lehane kehrt schnell zum roten Faden zurück.
Nach wie vor erweisen sich Angela Gennaro und Patrick Kenzie von der schlagfertigen und flapsigen Abteilung,so dass auch für etwas Humor gesorgt ist.
Ebenso ist schon Standard, dass Lehane auch weiterhin seine Heimat Boston liebevoll beschreibt.
Nur im Vergleich zu den anderen, von mir gelesenen Romanen des Autors („Kein Kinderspiel“ und „Streng vertraulich“) ist in diesem Werk die Zahl der Actionsequenzen leicht erhöht worden. OK, Sex und Gewalt sind gut für das Geschäft und steigern den Umsatz. Nachdem Ersteres nur bis an die Gürtellinie geht und moralisch sauber und abbaubar bleibt, hat also Letzteres in einem Maße zugenommen, dass es schon fast zuviel des Guten ist.
Insgesamt ist die Geschichte verständlich geschrieben und für den Leser leicht nachzuvollziehen. Beklemmend ist, dass man sich große Teile des Romans durchaus in der Realität vorstellen könnte...
Die Romane Lehanes um das Detektivpärchen Gennaro und Kenzie müssen durchaus nicht in der Reihenfolge ihres Erscheinens gelesen werden. Jedes Buch beinhalt eine in sich abgeschlossene Handlung.
Das Buch:
Als deutsche Erstausgabe ist „Regenzauber“ im Jahre 2001 im Ullstein-Verlag als Taschenbuch erschienen (ISBN 3-548-25173-0) und für 8,95 Euro käuflich zu erwerben. 461 Seiten spannende Lektüre lassen die Zeit um den Leser herum wie im Flug vergehen.
Wer sich lieber an gebrauchte Bücher hält, wird bei amazon.de zu etwa der Hälfte des Neupreises fündig. Allerdings kommen dann noch Portokosten hinzu. Noch etwas preiswerter kann man zur Zeit bei ebay mitbieten... ( jeweils Stand: 09.07.2003)
Der Autor:
Dennis Lehane, Jahrgang 1966, lebt in Boston und kennt somit den Menschenschlag von dem er in seinem Buch schreibt schon gut. Aufgewachsen ist er in Dorchester, jener Vorort der in seinen Krimis immer wieder beschrieben wird. Bevor er erfolgreich zum Schreiberling wurde, arbeitete er in einem Buchladen und als Kinderbetreuer. Für das besprochene Buch erhielt er in Deutschland 2002 den Deutschen Krimipreis.
Diesen hatte er im Jahr zuvor auch schon für sich entschieden (Prämiert wurde „Kein Kinderspiel“)
Insgesamt hat Lehane bisher sechs Bücher veröffentlicht. Bis auf das neueste Werk („Spur der Wölfe“) sind die anderen Bücher in den Hauptrollen mit dem Detektivpärchen Angela Gennaro und Patrick Kenzie besetzt (Bei dem Namen der Frau drängt sich der Verdacht auf, ob Lehane den Film „Stirb langsam“ mag?).
In folgender Reihenfolge sind die Geschichten erschienen:
„Streng vertraulich“, „Absender unbekannt“, „In tiefer Trauer“, „Kein Kinderspiel“ und „Regenzauber“;
Fazit:
Da Lehane hier wieder ein sehr spannendes Werk gelungen ist und aufgrund seiner fesselnden Schreibweise einem die Müdigkeit verdrängen lässt, ist dieses Buch uneingeschränkt zu empfehlen. Neben Krimi-Fans sollten auch Liebhaber von Psycho-Thrillern auf ihre Kosten kommen.
Viel Spaß beim „Schmökern“
denali
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