Erfahrungsbericht von akison
Charlotte Link: Die Täuschung! Nichts ist so wie es scheint ...
Pro:
spannend geschrieben, flüssig zu lesen
Kontra:
ein paar kleine Ungereimtheiten
Empfehlung:
Nein
Durch das Charlotte Link-Fieber angesteckt, kaufte ich mir am Donnerstag das – glaube ich – wohl neueste Buch von ihr:
Die Täuschung!
=== Zur Story ===
Das Buch beginnt mit einem Ausschnitt aus einer Frankfurter Tageszeitung im September 1999. Hier wird über einen Mord an einer alleinstehenden älteren Dame berichtet, vom Täter fehlt jede Spur!
Im Oktober 2001 geschehen nun in der beschaulichen Provence weitere Morde. Eine Pariserin, Camille, und ihre kleine Tochter, Bernadette, die jeden Sommer in der Provence verbringen, werden erdrosselt von der Putzfrau aufgefunden. Wieder fehlt vom Täter jede Spur! Allerdings findet man auch keine Einbruchspuren, so dass man davon ausgehen kann, dass Täter und Opfer sich kannten.
Dann lernen wir die Protagonisten des Buches kennen: Laura und Peter Simon, ein scheinbar glückliches Ehepaar aus Frankfurt. Peter ist Inhaber einer PR-Agentur, die nicht schlecht zu laufen scheint, da man sich auch ein Ferienhaus in St. Cyr, der Provence, leisten kann. Zweimal im Jahr machen sie dort mit ihrer Tochter Sophie Urlaub und zusätzlich fährt Peter immer im Oktober für eine Woche in die Provence, um mit seinem besten Freund Christopher Heymann segeln zu gehen.
Auch in diesem Herbst hat sich Peter wieder auf den Weg zu seiner alljährlichen Segeltour gemacht. Von einem bestimmten Aussichtspunkt, der auf der Strecke liegt, ruft er Laura noch einmal an; dies wird das letzte Lebenszeichen von ihm sein, denn Peter ist auf einmal wie vom Erdboden verschluckt und meldet sich nicht mehr!
Als Laura keine weiteren Nachrichten von Peter erhält, macht sie sich etwas Sorgen und setzt sich erst mal mit seinem Freund Christopher in Verbindung. Dieser kann ihr über den Verbleib von Peter auch nichts sagen! Allerdings ist Laura schon sehr verwundert, dass Christopher sich über den Verbleib von Peter gar keine Sorgen machen zu scheint, die beiden aber doch verabredet waren!
Ihre weitere Anlaufstelle sind die Inhaber der kleinen Pizzeria im Ort, das befreundete Ehepaar Henri und Nadine. Doch auch hier muss Laura erfahren, dass Peter zwar am Abend seiner Ankunft kurz eine Kleinigkeiten im Lokal gegessen hat, er aber nach seiner Mahlzeit das Lokal verließ, ohne sich groß zu verabschieden. Henri erzählt Laura allerdings, dass er doch etwas verwundert war, dass Peter eine Aktentasche bei sich trug, die er auch keine Minute aus den Augen ließ.
Zu aller erst versucht Laura von Frankfurt aus etwas über den Verbleib ihres Mannes zu erfahren und fährt dort in seine PR-Agentur. Dort muss sie von seiner Angestellten erfahren, dass die Firma pleite ist, und Peters Verschwinden mit dem anstehenden Konkurs zusammenhängen könnte. Da sie von Deutschland aus nichts weiter anrichten kann, macht sie sich also auf den Weg in die Provence!
Und hier muss sie erkennen, dass sie zwischen Freund und Feind sehr genau unterscheiden sollte ...
=== Meine Meinung ===
Nicht unbedingt ein typisches Link-Buch! Erst langsam lernen wir die teilnehmenden Charaktere kennen, so z.B.
Laura, die wohlbehütete, zarte Hausfrau aus dem Nobelviertel Frankfurts, die auf einmal mutig hinter den Spuren ihres verschwundenen Ehemannes hinterherläuft.
Peter, der jahrelang ein Doppelleben führte und Laura zu einer willenlosen Hausfrau „erzogen“ hat.
Henri, der Pizzeria-Inhaber, der seine Frau Nadine über alles liebt und mit ihr seinen Traum vom eigenen Lokal ausleben kann.
Nadine, die frustriert und gelangweilt in dem kleinen Nest in der Provence ihrem Mann in der von ihr verhassten Pizzeria aushelfen darf und auf glücklichere Zeiten hofft.
Christopher, der Aussteiger, der von seiner Frau und den Kindern verlassen wurde und dieses Geschehnis nie richtig überwunden hat.
Catherine, die Cousine Henris, die von einer schlimmen Akne gebeutelt von manchen Leuten als Monster tituliert wird, ihren Cousin Henri abgöttisch liebt und Nadine abgrundtief hasst.
Allerdings werden während des Lesens wieder viele Fragen aufgeworfen:
Was hat der eingangs erwähnte Zeitungsartikel aus dem September 1999 mit der ganzen Geschichte zu tun?
Was haben die Morde an Camille und Bernadette mit dem Verschwinden Peters zu tun?
Warum hat Peter den drohenden Konkurs seiner Firma Laura verschwiegen?
Warum trug er am Abend seines Verschwindens eine Aktentasche mit sich herum?
Dieser Roman ist zweifellos sehr spannend. Er ist sehr flüssig zu lesen und driftet nicht ab. Allerdings gibt es kleine Ungereimtheiten im Buch, die man aber „überlesen“ kann. Man erfährt im Grunde genommen erst sehr spät, wer hinter all diesen abscheulichen Verbrechen steht. Die Spannung kann sich eigentlich das ganze Buch über halten.
Ganz sympathisch konnte mir Laura aber die ganze Zeit nicht werden. So ist es doch sehr unverständlich, dass eine Frau, die zu Hause von ihrem Mann unterdrückt wird, auf einmal wie Phoenix aus der Asche steigt und ihr Leben voll und ganz in den Griff bekommt und sich todesmutig auf die Suche nach ihrem verschwundenen Mann macht.
In den anderen Romanen von Charlotte Link konnte ich mitfiebern, mitleiden, mich mitfreuen, hier war es irgendwie etwas anders!
Dies hier ist ein Buch, was man lesen kann, es aber nicht unbedingt muss!
Es ist so geschrieben, dass man es nebenbei lesen kann, es ist nicht allzu anspruchsvoll.
Es ist spannend, keine Frage, aber für mich persönlich nicht spannend genug!
=== Das Buch ===
Ist 2002 erschienen im Goldmann Verlag, hat 477 Seiten, ISBN-Nummer 3-44245-142-6 und kostet 10 €.
=== Die Autorin ===
Charlotte Link, Jahrgang 1963, gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen der Gegenwart. Ihre hohe Popularität verdankt sie besonders ihrer Vielseitigkeit. Sie machte sich mit großen Gesellschaftsromanen (darunter die Bestseller-Trilogie »Sturmzeit«, deren TV-Verfilmung 1999 mit überwältigendem Erfolg ausgestrahlt wurde) ebenso einen Namen wie mit psychologischen Spannungsromanen in bester englischer Erzähltradition. Ihre Bücher sind garantierte Anwärter für die Spiegel-Bestsellerliste, und ihr Erfolg macht deutlich, dass Charlotte Link den Sprung vom hoch gelobten jungen Talent zur großen Schriftstellerin längst bewältigt hat.
(Quelle: www.randomhouse.de)
Die Täuschung!
=== Zur Story ===
Das Buch beginnt mit einem Ausschnitt aus einer Frankfurter Tageszeitung im September 1999. Hier wird über einen Mord an einer alleinstehenden älteren Dame berichtet, vom Täter fehlt jede Spur!
Im Oktober 2001 geschehen nun in der beschaulichen Provence weitere Morde. Eine Pariserin, Camille, und ihre kleine Tochter, Bernadette, die jeden Sommer in der Provence verbringen, werden erdrosselt von der Putzfrau aufgefunden. Wieder fehlt vom Täter jede Spur! Allerdings findet man auch keine Einbruchspuren, so dass man davon ausgehen kann, dass Täter und Opfer sich kannten.
Dann lernen wir die Protagonisten des Buches kennen: Laura und Peter Simon, ein scheinbar glückliches Ehepaar aus Frankfurt. Peter ist Inhaber einer PR-Agentur, die nicht schlecht zu laufen scheint, da man sich auch ein Ferienhaus in St. Cyr, der Provence, leisten kann. Zweimal im Jahr machen sie dort mit ihrer Tochter Sophie Urlaub und zusätzlich fährt Peter immer im Oktober für eine Woche in die Provence, um mit seinem besten Freund Christopher Heymann segeln zu gehen.
Auch in diesem Herbst hat sich Peter wieder auf den Weg zu seiner alljährlichen Segeltour gemacht. Von einem bestimmten Aussichtspunkt, der auf der Strecke liegt, ruft er Laura noch einmal an; dies wird das letzte Lebenszeichen von ihm sein, denn Peter ist auf einmal wie vom Erdboden verschluckt und meldet sich nicht mehr!
Als Laura keine weiteren Nachrichten von Peter erhält, macht sie sich etwas Sorgen und setzt sich erst mal mit seinem Freund Christopher in Verbindung. Dieser kann ihr über den Verbleib von Peter auch nichts sagen! Allerdings ist Laura schon sehr verwundert, dass Christopher sich über den Verbleib von Peter gar keine Sorgen machen zu scheint, die beiden aber doch verabredet waren!
Ihre weitere Anlaufstelle sind die Inhaber der kleinen Pizzeria im Ort, das befreundete Ehepaar Henri und Nadine. Doch auch hier muss Laura erfahren, dass Peter zwar am Abend seiner Ankunft kurz eine Kleinigkeiten im Lokal gegessen hat, er aber nach seiner Mahlzeit das Lokal verließ, ohne sich groß zu verabschieden. Henri erzählt Laura allerdings, dass er doch etwas verwundert war, dass Peter eine Aktentasche bei sich trug, die er auch keine Minute aus den Augen ließ.
Zu aller erst versucht Laura von Frankfurt aus etwas über den Verbleib ihres Mannes zu erfahren und fährt dort in seine PR-Agentur. Dort muss sie von seiner Angestellten erfahren, dass die Firma pleite ist, und Peters Verschwinden mit dem anstehenden Konkurs zusammenhängen könnte. Da sie von Deutschland aus nichts weiter anrichten kann, macht sie sich also auf den Weg in die Provence!
Und hier muss sie erkennen, dass sie zwischen Freund und Feind sehr genau unterscheiden sollte ...
=== Meine Meinung ===
Nicht unbedingt ein typisches Link-Buch! Erst langsam lernen wir die teilnehmenden Charaktere kennen, so z.B.
Laura, die wohlbehütete, zarte Hausfrau aus dem Nobelviertel Frankfurts, die auf einmal mutig hinter den Spuren ihres verschwundenen Ehemannes hinterherläuft.
Peter, der jahrelang ein Doppelleben führte und Laura zu einer willenlosen Hausfrau „erzogen“ hat.
Henri, der Pizzeria-Inhaber, der seine Frau Nadine über alles liebt und mit ihr seinen Traum vom eigenen Lokal ausleben kann.
Nadine, die frustriert und gelangweilt in dem kleinen Nest in der Provence ihrem Mann in der von ihr verhassten Pizzeria aushelfen darf und auf glücklichere Zeiten hofft.
Christopher, der Aussteiger, der von seiner Frau und den Kindern verlassen wurde und dieses Geschehnis nie richtig überwunden hat.
Catherine, die Cousine Henris, die von einer schlimmen Akne gebeutelt von manchen Leuten als Monster tituliert wird, ihren Cousin Henri abgöttisch liebt und Nadine abgrundtief hasst.
Allerdings werden während des Lesens wieder viele Fragen aufgeworfen:
Was hat der eingangs erwähnte Zeitungsartikel aus dem September 1999 mit der ganzen Geschichte zu tun?
Was haben die Morde an Camille und Bernadette mit dem Verschwinden Peters zu tun?
Warum hat Peter den drohenden Konkurs seiner Firma Laura verschwiegen?
Warum trug er am Abend seines Verschwindens eine Aktentasche mit sich herum?
Dieser Roman ist zweifellos sehr spannend. Er ist sehr flüssig zu lesen und driftet nicht ab. Allerdings gibt es kleine Ungereimtheiten im Buch, die man aber „überlesen“ kann. Man erfährt im Grunde genommen erst sehr spät, wer hinter all diesen abscheulichen Verbrechen steht. Die Spannung kann sich eigentlich das ganze Buch über halten.
Ganz sympathisch konnte mir Laura aber die ganze Zeit nicht werden. So ist es doch sehr unverständlich, dass eine Frau, die zu Hause von ihrem Mann unterdrückt wird, auf einmal wie Phoenix aus der Asche steigt und ihr Leben voll und ganz in den Griff bekommt und sich todesmutig auf die Suche nach ihrem verschwundenen Mann macht.
In den anderen Romanen von Charlotte Link konnte ich mitfiebern, mitleiden, mich mitfreuen, hier war es irgendwie etwas anders!
Dies hier ist ein Buch, was man lesen kann, es aber nicht unbedingt muss!
Es ist so geschrieben, dass man es nebenbei lesen kann, es ist nicht allzu anspruchsvoll.
Es ist spannend, keine Frage, aber für mich persönlich nicht spannend genug!
=== Das Buch ===
Ist 2002 erschienen im Goldmann Verlag, hat 477 Seiten, ISBN-Nummer 3-44245-142-6 und kostet 10 €.
=== Die Autorin ===
Charlotte Link, Jahrgang 1963, gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen der Gegenwart. Ihre hohe Popularität verdankt sie besonders ihrer Vielseitigkeit. Sie machte sich mit großen Gesellschaftsromanen (darunter die Bestseller-Trilogie »Sturmzeit«, deren TV-Verfilmung 1999 mit überwältigendem Erfolg ausgestrahlt wurde) ebenso einen Namen wie mit psychologischen Spannungsromanen in bester englischer Erzähltradition. Ihre Bücher sind garantierte Anwärter für die Spiegel-Bestsellerliste, und ihr Erfolg macht deutlich, dass Charlotte Link den Sprung vom hoch gelobten jungen Talent zur großen Schriftstellerin längst bewältigt hat.
(Quelle: www.randomhouse.de)
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